DE1592815C - Verfahren zur Herstellung granulierter Mischdüngemittel aus Kalkstickstoff und Kalidüngesalz mit Harnstoff oder Harnstoffnitrat - Google Patents
Verfahren zur Herstellung granulierter Mischdüngemittel aus Kalkstickstoff und Kalidüngesalz mit Harnstoff oder HarnstoffnitratInfo
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- DE1592815C DE1592815C DE1592815C DE 1592815 C DE1592815 C DE 1592815C DE 1592815 C DE1592815 C DE 1592815C
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Description
Das deutsche Patent 1 121 084 betrifft die Verpressung von »vollständig aushydratisiertem Material
unter Verwendung von harnstoffhaltigen Lösungen«. Dagegen betrifft das Verfahren der Erfindung die
Granulierung von unhydratisiertem Kalkstickstoff ohne Verwendung von Lösungen, so daß dieses
Patent den Gegenstand der Erfindung nicht berührt.
Das schweizerische Patent 92 144 verwendet nach dem Patentanspruch und den Beispielen wäßrige
Harnstofflösungen und »Wasser in einer Menge, die größer ist als diejenige, welche chemisch gebunden
wird«, so daß dieses Patent ebenfalls den Gegenstand der Erfindung nicht berührt.
Das USA.-Patent 2 502 996 betrifft den Zusatz wäßriger Harnstofflösungen, sowie eine 37,5%ige
Lösung von Formaldehyd nach Beispiel 1.
Nach den Patentansprüchen werden ausschließlich wäßrige Salzlösungen oder wäßrige Ammoniumverbindungen
mit Lösungen von Formaldehyd behandelt. Durch dieses Patent wurde also die Verpressung von
unhydratisiertem Kalkstickstoff und die Behandlung mit Aldehyden ohne Anwesenheit von Wasser nicht
nahegelegt.
Es wurde nun ein Verfahren zur Herstellung granulierter Mischdüngemittel aus Kalkstickstoff und
Kalidüngesalz mit Harnstoff oder Harnstoffnitrat als Bindemittel, wobei der Bindemittelanteil unter 15%
liegt und ein erwärmtes Gemisch aus unhydratisiertem Kalkstickstoff und Kalidüngesalz mit Harnstoff
oder Harnstoffnitrat in Schnecken- oder Stempel- oder Walzenpressen bei Preßdrücken bis etwa
300 kg/cm2 verpreßt und das Preßgut zerkleinert wird, nach Patent 1242249 gefunden, welches dadurch
gekennzeichnet ist, daß dem Gemisch vor dem Verpressen Aldehyde zugesetzt werden oder das zerkleinerte
Preßgut mit gasförmigem Formaldehyd in bekannten Granuliervorrichtungen behandelt wird.
Weiter wurde gefunden, daß dem Gemisch vor dem Verpressen vorzugsweise Paraformaldehyd in Mengen
von etwa 5 bis 7,5% zugesetzt wird.
Das Verfahren mit Zusatz fester Aldehyde wird beispielsweise durch Verpressen mittels Walzenpressen
bei einem Preßdruck von etwa 4 t/cm nach Vorverdichtung mit folgender Mischung durchgeführt:
45
Kalkstickstoff (19,5% N) 43,1%
Kalidüngesalz (50,0% K2O) 41,9%
Harnstoff (46,0% N) 10,0%
Paraformaldehyd 5,0%
Die Nährstoffgehalte des Granulats betragen 13% N und 21% K2O, wobei 65% des N aus Kalkstickstoff
und 35% aus Harnstoff stammen. Ebenso ist es möglich, weniger Harnstoff, z. B. nur 6%, beim Verpressen
zu verwenden, so daß etwa 80% des N aus Kalkstickstoff stammen. Es müßte dann in dieser
Mischung ein Kalidüngesalz mit etwa 55% K2O eingesetzt werden, um ebenfalls mit unhydratisiertem
Kalkstickstoff ein Düngemittel der Marke 13 bis 21 zu erzeugen.
Paraformaldehyd wird als wasserfreie, feste, polymere Modifikation des Formaldehyds verwendet, da
die 40%ige wäßrige Lösung des Handelsproduktes von Formaldehyd bei der Granulation von unhydratisiertem
Kalkstickstoff nicht verwendet werden kann.
Die Primärausbeute an Schülpen beträgt mit der beispielsweise genannten Mischung 79,4% bei einem
Anfall von 20,6% Feinkorn unter 0,5 mm. Nach Vermahlung in einer bekannten Mühle wird folgendes
Granulat erhalten:
Körnung:
über 3
0,5 bis 3
unter 0,5
0,5 bis 3
unter 0,5
kg
6,0
53,9
18,7
78,6
53,9
18,7
78,6
7,6
68,6
68,6
23,8
Die Nachvermahlung des Überkornes ergibt folgende Mengen:
| mm | kg | O/ /0 |
| Körnung: 0,5 bis 3 unter 0,5 |
4,8 1,2 6,0 |
80,0 20,0 |
Die Gesamtausbeute ist demzufolge:
| kg | % | |
| Gutkorn | 58,7 40,3 99,0 |
59,2 40,8 |
| Unterkorn | ||
Die Siebanalyse des Gutkornes ist folgende:
über 3,0 .
2,0 bis 3,0
1,0 bis 2,0
0,5 bis 1,0
unter 0,5 .
2,0 bis 3,0
1,0 bis 2,0
0,5 bis 1,0
unter 0,5 .
33,1
30,5
23,5
12,9
30,5
23,5
12,9
Dieses Gutkorn weist eine Druckfestigkeit der Granalien des Kornbereiches von 2 bis 3 mm von
600 g/Granalie auf, die je nach den Preßbedingungen für diesen Kornbereich auch etwa 500 bis 1000 g/
Granalie beträgt.
Die Druckfestigkeit wird wie folgt ermittelt: Bei Lagerung der nach dem Verfahren der Erfindung
hergestellten Granulate zeigt sich bei etwa 60 bis 80% relativer Luftfeuchtigkeit innerhalb von 8 Wochen
kein Zerfall, während die Granulate ohne Zusatz von Aldehyd oder ohne Behandlung mit Formaldehyd
bereits mehr als zur Hälfte zerfallen waren.
Die beispielsweise erzeugten Granulate des Kornbereiches von 2 bis 3 mm weisen eine Abriebbeständigkeit
von 81,7% auf. Diese wird wie folgt bestimmt: Es werden 100 g Granulat 5 Minuten auf einer Siebmaschine,
z. B. dem Handelstyp Lavib (Firma Siebtechnik) mit 270 Schwingungen je Minute bei einer
Amplitude von 30 mm, Siebdurchmesser 20 cm, gerüttelt und der Abrieb mittels eines Siebes von 0,5 mm
Maschenweite bestimmt.
Die gefundene Dauerbeständigkeit der nach dem Verfahren der Erfindung hergestellten Granulate sowie
deren hohe Abriebbeständigkeit bei guter Druckbeständigkeit ist überraschend. Dies liegt offenbar
daran, daß sich bereits bei Raumtemperatur oder bereits bei geringer Wärme, z. B. von 30 bis 50° C,
ein Kondensationsprodukt aus Harnstoff und Aldehyden unter dem Preßdruck bildet, welches sonst
erst bei weit höherer Temperatur entsteht. Dies liegt offenbar daran, daß durch die Fähigkeit des Kalkstickstoffs,
Wasser chemisch zu binden, das bei der Kondensation entstehende Wasser ständig aus dem
Gleichgewicht entfernt wird und dieses sich deshalb in Richtung des Kondensationsproduktes verschiebt,
Das Verfahren der Erfindung gestattet somit, erstmalig Granulate mit unhydratisiertem Kalkstickstoff
als Komponente herzustellen, die für den praktischen Bedarf der Lagerung und des Transportes eine ausreichende
Dauerbeständigkeit bei hoher Abriebbe- is ständigkeit aufweisen.
Sofern auf die unkrautbekämpfende Wirkung des Kalkstickstoffes zusätzlich Wert gelegt wird, haben
sich Granulate des Kornbereiches von 0,3 bzw. 0,5 bis 1 bzw. 1,5 mm vorzugsweise als geeignet erwiesen.
Es ist jedenfalls nur mit unhydratisiertem Kalkstickstoff als Komponente möglich, einen granulierten
Mischdünger mit Kalkstickstoff und Kalidüngesalz der Nährstoffgehalte von mindestens 13% N und
21% K2O herzustellen.
Claims (2)
1. Verfahren zur Herstellung granulierter Mischdüngemittel
aus Kalkstickstoff und Kalidüngesalz mit Harnstoff oder Harnstoffnitrat als Bindemittel,
wobei der Bindemittelanteil unter 15% liegt und erwärmtes Gemisch aus unhydratisiertem Kalkstickstoff
und Kalidüngesalz mit Harnstoff oder Harnstoffnitrat in Schnecken- oder Stempel- oder
Walzenpressen bei Preßdrücken bis etwa 300 kg/cm2 verpreßt und das Preßgut zerkleinert
wird nach Patent 1242 249, dadurch gekennzeichnet, daß dem Gemisch vor dem
Verpressen Aldehyde zugesetzt werden oder das zerkleinerte Preßgut mit gasförmigem Formaldehyd
in bekannten Granuliervorrichtungen behandelt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß dem Gemisch vor dem Verpressen
Paraformaldehyd in Mengen von etwa 5 bis 7,5% zugesetzt wird.
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