[go: up one dir, main page]

DE1571571B2 - Verfahren zur herstellung von selbstgebundenen koerpern aus teilchenfoermigen materialien - Google Patents

Verfahren zur herstellung von selbstgebundenen koerpern aus teilchenfoermigen materialien

Info

Publication number
DE1571571B2
DE1571571B2 DE1966J0029809 DEJ0029809A DE1571571B2 DE 1571571 B2 DE1571571 B2 DE 1571571B2 DE 1966J0029809 DE1966J0029809 DE 1966J0029809 DE J0029809 A DEJ0029809 A DE J0029809A DE 1571571 B2 DE1571571 B2 DE 1571571B2
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
additive
particulate material
self
mixture
parts
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Granted
Application number
DE1966J0029809
Other languages
English (en)
Other versions
DE1571571A1 (de
DE1571571C3 (de
Inventor
Avraham Dr Haifa; Mitzmager Abraham Dr Kiriat Bialik; Segall Jeanna; Star Shlomo; Shorr Leonard Marshall Dr.; Haifa; Baniel (Israel)
Original Assignee
Israel Mining Industries-Institute For Research And Development, Haifa (Israel)
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by Israel Mining Industries-Institute For Research And Development, Haifa (Israel) filed Critical Israel Mining Industries-Institute For Research And Development, Haifa (Israel)
Publication of DE1571571A1 publication Critical patent/DE1571571A1/de
Publication of DE1571571B2 publication Critical patent/DE1571571B2/de
Application granted granted Critical
Publication of DE1571571C3 publication Critical patent/DE1571571C3/de
Expired legal-status Critical Current

Links

Classifications

    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C04CEMENTS; CONCRETE; ARTIFICIAL STONE; CERAMICS; REFRACTORIES
    • C04BLIME, MAGNESIA; SLAG; CEMENTS; COMPOSITIONS THEREOF, e.g. MORTARS, CONCRETE OR LIKE BUILDING MATERIALS; ARTIFICIAL STONE; CERAMICS; REFRACTORIES; TREATMENT OF NATURAL STONE
    • C04B33/00Clay-wares
    • C04B33/02Preparing or treating the raw materials individually or as batches
    • C04B33/13Compounding ingredients
    • C04B33/1315Non-ceramic binders
    • BPERFORMING OPERATIONS; TRANSPORTING
    • B01PHYSICAL OR CHEMICAL PROCESSES OR APPARATUS IN GENERAL
    • B01JCHEMICAL OR PHYSICAL PROCESSES, e.g. CATALYSIS OR COLLOID CHEMISTRY; THEIR RELEVANT APPARATUS
    • B01J10/00Chemical processes in general for reacting liquid with gaseous media other than in the presence of solid particles, or apparatus specially adapted therefor
    • B01J10/005Chemical processes in general for reacting liquid with gaseous media other than in the presence of solid particles, or apparatus specially adapted therefor carried out at high temperatures in the presence of a molten material
    • BPERFORMING OPERATIONS; TRANSPORTING
    • B01PHYSICAL OR CHEMICAL PROCESSES OR APPARATUS IN GENERAL
    • B01JCHEMICAL OR PHYSICAL PROCESSES, e.g. CATALYSIS OR COLLOID CHEMISTRY; THEIR RELEVANT APPARATUS
    • B01J2/00Processes or devices for granulating materials, e.g. fertilisers in general; Rendering particulate materials free flowing in general, e.g. making them hydrophobic
    • B01J2/28Processes or devices for granulating materials, e.g. fertilisers in general; Rendering particulate materials free flowing in general, e.g. making them hydrophobic using special binding agents
    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C04CEMENTS; CONCRETE; ARTIFICIAL STONE; CERAMICS; REFRACTORIES
    • C04BLIME, MAGNESIA; SLAG; CEMENTS; COMPOSITIONS THEREOF, e.g. MORTARS, CONCRETE OR LIKE BUILDING MATERIALS; ARTIFICIAL STONE; CERAMICS; REFRACTORIES; TREATMENT OF NATURAL STONE
    • C04B33/00Clay-wares
    • C04B33/02Preparing or treating the raw materials individually or as batches
    • C04B33/13Compounding ingredients
    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C04CEMENTS; CONCRETE; ARTIFICIAL STONE; CERAMICS; REFRACTORIES
    • C04BLIME, MAGNESIA; SLAG; CEMENTS; COMPOSITIONS THEREOF, e.g. MORTARS, CONCRETE OR LIKE BUILDING MATERIALS; ARTIFICIAL STONE; CERAMICS; REFRACTORIES; TREATMENT OF NATURAL STONE
    • C04B33/00Clay-wares
    • C04B33/32Burning methods
    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C04CEMENTS; CONCRETE; ARTIFICIAL STONE; CERAMICS; REFRACTORIES
    • C04BLIME, MAGNESIA; SLAG; CEMENTS; COMPOSITIONS THEREOF, e.g. MORTARS, CONCRETE OR LIKE BUILDING MATERIALS; ARTIFICIAL STONE; CERAMICS; REFRACTORIES; TREATMENT OF NATURAL STONE
    • C04B33/00Clay-wares
    • C04B33/32Burning methods
    • C04B33/326Burning methods under pressure

Landscapes

  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Ceramic Engineering (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Dispersion Chemistry (AREA)
  • Materials Engineering (AREA)
  • Structural Engineering (AREA)
  • Chemical Kinetics & Catalysis (AREA)
  • Compositions Of Oxide Ceramics (AREA)
  • Ceramic Products (AREA)
  • Ladders (AREA)
  • Adhesives Or Adhesive Processes (AREA)

Description

Lithium-bis-hydroxypropylphosphat,
Aluminium-dibutylphosphat,
Kobalt-dibutylphosphat,
Wismut-dibutylphosphat, Titan-dibutylphosphat,
Eisen(I I)-dibutylphosphat,
Magnesium-dibutylphösphat,
Natrium-dibutylphosphat,
Zinn(II)-dibutylphosphat, Magnesium-diisopropylphosphat,
Magnesium-bis-(j?-chloräthyl)-phosphat,
Calcium-bis-^S-dichlorpropylj-phosphat,
Lithium-diphenylphosphat,
Kalium-dicresylphosphat, Kupfer(II)-diisoamylphosphat,
Magnesium-cresylthiophosphat,
Natrium-dimethylthiophosphat,
Magnesium-isooctylphosphit oder
Kobalt-diallylphosphit
verwendet wird.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß dem teilchenförmigen Material zusätzlich zu den wärmezersetzbaren Zusatzmitteln ein übliches Grünfestigkeits-Bindemittel zugegeben wird.
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von selbstgebundenen Körpern aus teilchenförmigen Materialien, wie Oxiden, Carbiden, Boriden und Nitriden, mit einer erhöhten Kaltdruckfestigkeit in dem Temperaturbereich zwischen dem Zersetzungspunkt eines Zusatzmittels und der Selbstbindetemperatur des teilchenförmigen Materials durch Erhitzen eines geformten Gemisches, welches das teilchenförmige Material und 1 bis 10% seines Gewichtes an einem Zusatzmittel enthält.
Die meisten teilchenförmigen Feststoffe, insbesondere Oxide, Carbide, Boride und Nitride, die für die Herstellung von feuerfesten Formkörpern verwendet werden, haben vernachlässigbar geringe Adhäsionseigenschaften. So zerfällt beispielsweise ein durch Pressen von feuchtem Siliciumcarbid mit einer Teilchengröße von 175 μ hergestellter Zylinder mit einem Durchmesser von 22 mm und einer Höhe von 20 mm beim Trocknen. Auch größere Körper, die in entsprechender Weise hergestellt werden, behalten ihre Form nicht bei, auch dann nicht, wenn sie naß sind. Man hat daher verschiedene Verfahren entwickelt, um diesen Nachteil zu beseitigen, d. h. um zu bewirken, daß die Formkörper ihre gewünschte Form beibehalten und beim Erhitzen eine ausreichende Festigkeit entwickeln. Die wichtigsten Verfahren dieser Art sind die Durchführung der Verdichtung in Formen, die Verwendung eines teilchenförmigen Materials mit einer geringeren Teilchengröße und die Zugabe eines temporären Bindemittels.
Bei dem zuerst genannten Verfahren wird das teilchenförmige Material unter Druck in eine Form gepreßt und unter Druck erhitzt, bis eine Selbstbindung eintritt. Auf diese Weise können zwar qualitativ hochwertige Produkte hergestellt werden, dieses Verfahren hat jedoch den Nachteil, daß es sehr kostspielig ist, weil die dafür erforderlichen Formen teuer sind, und daß es damit schwierig ist, große und kompliziert geformte Formkörper herzustellen. Die für die Erzielung der Selbstbindung bei diesem Verfahren erforderliche hohe Temperatur bedingt, daß man in bezug auf die Auswahl der verwendbaren teilchenförmigen Materialien Beschränkungen unterworfen ist und daß zur Durchführung dieses Verfahrens technisch schwierige und kostspielige Arbeitsbedingungen, wie z. B. die Verwendung von Graphitformen, die bei der Wärmebehandlung gegen Oxydation geschützt werden müssen, angewendet werden müssen.
Die Verwendung eines teilchenförmigen Materials mit einer geringen Teilchengröße hat den Vorteil, daß die kleinen Teilchen besser ineinandergreifen und besser aneinanderhaften als gröbere Teilchen aus dem gleichen Material. Auch werden solche Materialien bei etwas geringerer Temperatur selbstbindend. Man ist daher dazu übergegangen, die Materialien einer Feinmahlung zu unterwerfen. So ist es beispielsweise
möglich, einen auf eine Teilchengröße von weniger als 10 μ gemahlenen Quarz zu Labortiegeln und anderen kleinen Formkörpern zu vergießen, die beim Erhitzen ihre Form beibehalten, bis durch Sinterung eine Selbstbindung erzielt ist. Aber auch dieses Verfahren unterliegt aufgrund der hohen Kosten für die erforderliche Feinmahlung und in bezug auf die Größen und Formen, die ein Erhitzen ohne Zerfallen vor der Sinterung aushalten, zahlreichen Beschränkungen.
Das am meisten angewendete Verfahren ist daher die Zugabe eines Bindemittels. Zu diesem Zweck werden die verschiedensten Bindemittel verwendet, welche die Aufgabe haben, dem Formkörper eine ausreichende Niedertemperaturfestigkeit (sogenannte »Grünfestigkeit«) zu verleihen, die eine gute Handhabung des Formkörpers nach der Formgebung ermöglicht und bis zu einem gewissen Grade zur Aufrechterhaltung der Form zur Erzielung der erforderlichen Selbstbindung beiträgt. Die bisher verwendeten verschiedenen Bindemittel wirken nach verschiedenen Mechanismen, und jedes von ihnen hat Vor- und Nachteile.
Rein organische Bindemittel (wie z. B. Stärke, Harze und Polymere) verleihen eine ausgezeichnete Grünfestigkeit und haben den Vorteil, daß sie beim Brennen keinen Rückstand hinterlassen. Der Nachteil besteht jedoch darin, daß die Struktur des Formkörpers zwischen der Temperatur, bei der sich das Bindemittel zersetzt (beispielsweise bei etwa 3000C) und der Selbstbindetemperatur (in der Regel im Bereich von 1000 bis 16000C) sehr schwach ist. Dies führt zu Beschränkungen in bezug auf die Größe und Form des Formkörpers und erfordert eine große Sorgfalt beim Brennen.
Rein anorganische Bindemittel, wie z. B. Natriumsilikate, sind zwar ebenfalls für diesen Zweck gut geeignet und werden in großem Umfange verwendet, sie sind jedoch für die Herstellung von feuerfesten Materialien und anderen Produkten, die hohe Temperaturen aushalten müssen, wegen der schnellen Abnahme der Feuerbeständigkeit und Säurebeständigkeit aufgrund des durch das Bindemittel eingeführten Na2O nicht zufriedenstellend. Kieselgele und Siliconharze bilden zwar kein Na2O, doch haben sie den Nachteil, daß sie einen SiCVRückstand hinterlassen.
Plastische Tone stellen zwar ausgezeichnete Bindemittel dar, wenn sie in ausreichender Menge (10 bis 20%) verwendet werden, da sie der gesamten Masse schon bei verhältnismäßig niedriger Temperatur eine gute Grünfestigkeit verleihen und die Selbstbindetemperatur stark herabsetzen, diese zuletzt genannte Eigenschaft ist jedoch bei der Herstellung von feuerfesten Materialien unerwünscht. So kann beispielsweise Siliciumcarbid, das Temperaturen bis zu 1800° C standhält, in der Regel nicht oberhalb 14000C verwendet werden, wenn es mit Ton gebunden ist.
Basische teilchenförmige Materialien, wie z. B. Metalloxide, können auch mit Säuren und sauren Salzen, wie z. B. Phosphorsäure und anorganischen sauren Phosphaten, als Bindemittel versetzt werden, durch die Zugabe solcher Säuren oder Säuresalze werden jedoch in vielen Fällen die Eigenschaften des letztlich erhaltenen Formkörpers in nachteiliger Weise beeinflußt. So nimmt beispielsweise deren Feuerbeständigkeit und Beständigkeit gegen Wasser nach dem Brennen ab. Auch erhöhen sie die Gefahr des Auftretens einer Korrosion an den Formen und an den übrigen Anlagen, die zur Durchführung des Verfahrens verwendet werden.
Nach den vorstehend geschilderten Verfahren ist es zwar möglich, aus teilchenförmigen Materialien Formkörper herzustellen und diese zu erhitzen, bis die gewünschte Selbstbindung erreicht ist, eine dabei häufig auftretende Schwierigkeit ist jedoch die, daß der erhaltene Formkörper keine ausreichende Festigkeit oberhalb der Temperaturen, bei denen die Grünfestig-. keitsbindung herrscht, besitzt. Bei diesen höheren Temperaturen kann nämlich die Formbeständigkeit und
ίο Festigkeit des Formkörpers nicht mehr auf brennbaren oder flüchtigen Zusatzstoffen beruhen, da diese bereits zersetzt bzw. entwichen sind, ohne daß bereits eine ausreichende Selbstbindung vorliegt. Im allgemeinen beginnt dieser Temperaturbereich bei etwa 3000C und endet in der Regel (in Abhängigkeit von der chemischen Zusammensetzung, der Teilchengröße und anderen Eigenschaften des teilchenförmigen Materials) zwischen 1000 und 16000C. Dieser Temperaturbereich wird nachfolgend als »kritischer Temperaturbereich« bezeichnet.
Normalerweise erzielt man eine ausreichende Festigkeit des Formkörpers innerhalb dieses kritischen Temperaturbereiches nur auf Kosten der Qualität des Endproduktes (z. B. bei Verwendung von Ton als Bindemittel) oder unter Inkaufnahme von hohen Betriebskosten (z. B. bei Verwendung teurer Formen) oder eines hohen Anteils an Ausschuß durch Bruch oder Verformung (beispielsweise beim Stapeln von Steinen in einem Ofen).
Das gilt auch für die Verfahren zur Herstellung von feuerfesten Materialien, in denen organische Phosphate, ' organische Zirkoniumverbindungen, organische Siliciumverbindungen oder organische Titanverbindungen verwendet werden (vergleiche z. B. »J. Am. Ceram.
Soc.«, 1950, Seiten 239 bis 241, Reinhardt, »Bindemittel keramischer Massen« in »Glas-Email-Keramo-Technik« 1962, Seiten 11 bis 16, schweizer Patentschrift 2 75 202, USA.-Patentschrift 30 90 691, britische Patentschriften 9 42 806 und 7 90 685 sowie französische Patentschriften 13 65 206, 13 65 207 und 13 32 469).
Aufgabe der Erfindung ist es daher, ein Verfahren zur Herstellung von selbstgebundenen Körpern aus teilchenförmigen Materialien, wie Oxiden, Carbiden, Boriden und Nitriden, mit einer erhöhten Kaltdruckfestigkeit in dem Temperaturbereich zwischen dem Zersetzungspunkt eines Zusatzmittels und der Selbstbindetemperatur des teilchenförmigen Materials anzugeben, das technisch einfach durchführbar ist und zu Produkten mit einer ausreichenden Formbeständigkeit und Festigkeit innerhalb des oben angegebenen kritischen Temperaturbereiches führt.
Es wurde nun gefunden, daß die vorstehend genannte Aufgabe bei einem Verfahren des eingangs genannten Typs dadurch gelöst werden kann, daß man als Bindemittel (Zusatzmittel) ein neutrales Metallorgano · phosphat, -phosphit oder -hypophosphat oder ein entsprechendes Thioanalogon davon, wobei der organische Rest durch P-O-C:, P-S-C- oder P-C-Bindungen an den Phosphor gebunden ist, zusammen mit 0 bis 6% Wasser, bezogen auf das teilchenförmige Material, verwendet und das teilchenförmige Material und das das Zusatzmittel enthaltende Gemisch Anfangs-Grünfestigkeit ergebenden Bedingungen aussetzt, unter denen das Zusatzmittel gegenüber anderen Bestandteilen des Gemisches nicht reaktiv ist, und auf eine Temperatur erhitzt, bei der das Zusatzmittel thermisch zersetzt wird, und es weiter auf eine höhere Temperatur erhitzt, bei
der die Teilchen des teilchenförmigen Materials selbstbindend werden, wobei das Zusatzmittel beim Erhitzen mit dem teilchenförmigen Material im wesentlichen ohne vorheriges Verdampfen eine thermische Zersetzung erfährt und einen pyrolytischen anorganischen Rückstand in einer Menge von nicht weniger als 5 Gew.-% des unzersetzten Zusatzmittels ausschließlich des freien Kohlenstoffes, der bei der Zersetzung ebenfalls gebildet wird, hinterläßt, der bis zu den Temperaturen, bei denen die Teilchen des teilchenförmigen Materials selbstbinden werden, im wesentlichen nicht flüchtig bleibt.
Nach dem Verfahren der Erfindung ist es möglich, selbstgebundene Körper aus teilchenförmigen Materialien, wie Oxiden, Carbiden, Bonden und Nitriden, mit einer erhöhten Kaltdruckfestigkeit in dem Temperaturbereich zwischen dem Zersetzungspunkt des Zusatzmittels (etwa 3000C) und der Selbstbindetemperatur des teilchenförmigen Materials auf technisch einfache und wirtschaftliche Weise herzustellen, wobei man als Endprodukt Formkörper erhält, die eine bisher nicht erzielbare hohe Formbeständigkeit und Festigkeit innerhalb des oben angegebenen kritischen Temperaturbereiches aufweisen, ohne daß dadurch die sonstigen physikalischen Eigenschaften des verwendeten teilchenförmigen Ausgangsmaterials beeinträchtigt werden.
Die Menge an erfindungsgemäß verwendetem Zusatzmittel beträgt vorzugsweise nicht mehr als 5% des Gewichtes des teilchenförmigen Materials. In vielen Fällen ist es vorteilhaft oder erforderlich, dem Gemisch zusätzlich noch ein übliches Grünfestigkeits-Bindemittel zuzusetzen. In einigen Fällen kann das Gemisch auch eine bestimmte Menge eines permanenten Bindemittels, das mit dem erfindungsgemäß verwendeten Zusatzmittel verträglich ist, enthalten.
Gemäß einer bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung wird das Zusatzmittel vor der Formung des zu erhitzenden Körpers mit dem teilchenförmigen Material gemischt, gemäß einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung kann es aber auch nach der Formung des zu erhitzenden Körpers in das teilchenförmige Material eingemengt werden.
Als Zusatzmittel werden zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens vorzugsweise die folgenden Verbindungen verwendet: Metallsalze von Organophosphorsäuren, Organophosphorigsäuren, Organounterphosphorsäuren sowie deren Thioanaloga, wobei der organische Rest über P-O-C-, P-S-C- oder P-C-Bindungen an den Phosphor gebunden ist und M irgendein Metall oder ein Element der Gruppen I bis IV des periodischen Systems der Elemente mit Ausnahme von Wasserstoff und Kohlenstoff bedeutet. Zu geeigneten Beispielen gehören:
Lithium-bis-hydroxypropylphosphat,
Aluminium-dibutylphosphat,
Kobalt-dibutylphosphat.Wismut-dibutylphosphat, Titan-dibutylphosphat, Eisen(II)-dibutylphosphat, Magnesium-dibutylphosphat,
Natrium-dibutylphosphat,
Zinn(II)-dibutylphosphat,
Lithium-diphenylphosphat,
Kalium-dicresylphosphat,
Kupfer(II)-diisoamylphosphat,
Magnesium-diisopropylphosphat,
Magnesium-bis-(/?-chloräthyI)phosphat,
Magnesium-isooctylphosphit,
Calcium-bis(2,3-dichlorpropyl)phosphat,
Magnesium-cresylthiophosphat,
Natrium-dimethylthiophosphat und
Kobalt-diallylphosphit.
Die erfindungsgemäß verwendeten Zusatzmittel verleihen dem Formkörper neben einer hohen Formbeständigkeit und Kaltdruckfestigkeit innerhalb des kritischen Temperaturbereiches auch eine gute Beständigkeit gegen Hydrolyse, so daß die erhaltenen fertigen
ίο Produkte nach dem Brennen ohne Gefahr der Zersetzung im Kontakt mit Feuchtigkeit gelagert werden können. Bei den meisten der vorstehend genannten Verbindungen handelt es sich um bekannte Verbindungen, die in der Regel nach an sich bekannten Verfahren hergestellt werden können, beispielsweise nach Verfahren, wie sie von Kosolapoff in »Organo Phosphorus Compounds«, New York, 1950, und Van W a s e r in »Phosphorus and its Compounds«, New York, 1961, beschrieben sind.
Der Wirkungsmechanismus der erfindungsgemäß verwendeten Zusatzmittel ist bisher nicht vollständig geklärt, und es isv möglich, daß er nicht in allen Fällen der gleiche ist. Es scheint, daß nach der thermischen Zersetzung der Verbindungen der anorganische Rest in vielen oder den meisten Fällen zumindest als temporäres Bindemittel in dem kritischen Temperaturbereich oberhalb der Zersetzungstemperatur der üblichen Grünfestigkeits-Bindemittel bis herauf zu der Selbstbindetemperatur wirkt.
Die Zusatzmittel können einzeln oder in jeder beliebigen gewünschten geeigneten Kombination verwendet werden. Sie können auf das teilchenförmige Material in Form von Lösungen, Emulsionen oder Suspensionen in Wasser oder organischen Lösungsmitteln angewendet werden oder direkt in feinzerteiltem Zustand mit dem teilchenförmigen Material vermischt werden. Gewünschtenfalls können die Zusatzmittel in Form von Komplexen verwendet werden. Das Wasser oder das organische Lösungsmittel der Lösungen, Emulsionen und Suspensionen verdampft bei dem Erhitzungsverfahren.
Das Zusatzmittel kann zu dem teilchenförmigen Material vor der Formgebung des zu brennenden Körpers zugegeben werden, oder der geformte Körper kann mit den Zusatzmitteln, die erforderlichenfalls in einem geeigneten Lösungsmittel gelöst sind, imprägniert werden, jedoch in jedem Falle vor dem Erhitzen des Körpers auf eine Temperatur, bei der das Zusatzmittel sich zersetzen würde Ein wesentliches Merkmal, auf dem die Erfindung beruht, ist dasjenige, daß das angestrebte Ziel nur erreicht wird, wenn das Zusatzmittel in situ und auch unter Bedingungen enger Annäherung der Körner des teilchenförmigen Materials aneinander wärmezersetzt wird. Die Wirkung der Erhöhung der Festigkeit des Körpers in dem kritischen Temperaturbereich kann nicht erzielt werden, wenn die anorganische Substanz, die identisch mit dem Rückstand der thermischen Zersetzung des Zusatzmittels ist, jedoch außerhalb erzeugt worden ist, als solche mit dem teilchenförmigen Material vermischt wird oder wenn die thermische Zersetzung in einem lockeren Gemisch des teilchenförmigen Materials mit dem Zusatzmittel durchgeführt wird, in dem trotz der Bildung des anorganischen Rückstands in situ die Körner des teilchenförmigen Materials voneinander zu weit entfernt sind, um gebunden zu werden. Der folgende Versuch dient zur Erläuterung dieser Bedingungen:
Drei Körper wurden durch Formgebung eines
ib 7 i 5/ 1
Gemisches von gebranntem Schieferton und 30% seines Gewichtes an plastischem Ton hergestellt, und alle Körper wurden bei 10000C gebrannt, wonach ihre Kaltdruckfestigkeit bestimmt wurde.
A: Es wurde kein Zusatzmittel mit dem Gemisch aus gebranntem Ton und Ton vermischt;
B: 5 Gew.-% Magnesium-dibutyl-phosphat (ein erfindungsgemäß verwendetes Zusatzmittel) wurden zu dem Gemisch vor der Formgebung zugegeben;
C: 2,5 Gew.-% Magnesiumpyrophosphat (der anorganische Rückstand, der bei der thermischen Zersetzung von Magnesium-dibutyl-phosphat zurückbleibt) wurden zu dem Gemisch vor der Formgebung zugegeben:
Ein vierter Körper wurde wie folgt hergestellt:
D: 5 Gew.-% Magnesium-dibutyl-phosphat wurden zu dem lockeren Gemisch von gebranntem Schieferton und plastischem Ton zugegeben, dann wurde das Gemisch auf 6000C erhitzt, wodurch das Magnesium-dibutyl-phosphat wärmezersetzt wurde, und anschließend wurde das Gemisch geformt und der Körper bei 1000° C gebrannt.
Die Kaltdruckfestigkeit der vier gebrannten Körper war die folgende:
Gebrannter Körper
Kaltdruckfestigkeit
(kg/cm*)
A
B
C
D
300
600
300
250
Das Ergebnis dieses Versuchs zeigt klar: nur die Anwesenheit des Zusatzmittels in dem geformten Körper während des Brennens des letzteren erhöht die Kaltdruckfestigkeit des gebrannten Produkts erheblich.
Von den unter die Definition der erfindungsgemäßen Zusatzmittel fallenden Verbindungen kann zwar allgemein angenommen werden, daß sie eine fördernde Wirkung · auf die Bindung von teilchenförmigen Feststoffen haben, doch kann diese Wirkung in einigen Fällen klein oder sogar vollständig durch andere vorhersehbare Wirkungen verdeckt sein. So sind beispielsweise Verbindungen, die sich katalytisch oder mit sehr schneller Rate zersetzen, unerwünscht, da das aus dem organischen Rest gebildete, rasch freigesetzte Gas die Struktur des Körpers schwächen kann. Außerdem kann der pyrolytische Rückstand die Zusammensetzung und die Eigenschaften des Produkts in dem kritischen Temperaturbereich und der Selbstbindestufe nachteilig beeinflussen. Es ist daher angezeigt, Zusatzmittel auszuwählen, die Rückstände hinterlassen, die mit den Teilchen stark reaktiv sind, wenn Körper mit hoher Festigkeit bei niedrigen Selbstbindetemperaturen hergestellt werden sollen. Für Produkte, die eine gleichförmige Zusammensetzung haben sollen, sollte der Mengenanteil an Zusatzmittel niedrig sein oder ein Zusatzmittel gewählt werden, dessen pyrolytischer Rückstand chemisch der gleiche ist, wie der des teilchenförmigen Materials, das gebunden wird. Außerdem gibt es für jedes Zusatzmittel eine optimale Erhitzungsgeschwindigkeit, die charakteristisch ist für ein gegebenes teilchenförmiges Material, das gebunden werden soll.
Das erfindungsgemäße Verfahren ist von besonderer Bedeutung für die Herstellung von keramischen Erzeugnissen und feuerfesten Erzeugnissen, zur Herstellung von selbstgebundenen Körnern oder Preßlingen von Erzen, die metallurgischen Verfahren unterworfen werden sollen, und für ähnliche Zwecke.
Die folgenden Beispiele erläutern die Erfindung. In den Beispielen sind die angegebenen Teile Gewichtsteile, die Werte für die Kaltdruckfestigkeit sind in kg/cm2 ίο bei Zimmertemperatur angegeben und stellen Durchschnittswerte dar.
Beispiel 1
Herstellung von Schiefertonsteinen
Drei Parallelansätze wurden hergestellt:
1. 100 Teile sortiertes Schiefertonmagerkorn (<4 mm Größe) wurden mit 1 Teil Dextrin, gelöst in 5 Teilen Wasser, vermischt;
2. 100 Teile des gleichen Schiefertonmagerkorns wurden mit 1 Teil Dextrin, 5 Teilen Titan-dibutylphosphat und 5 Teilen Wasser vermischt;
3. 100 Teile des gleichen Schiefertonmagerkorns wurden mit 5 Teilen Titan-dibutyl-phosphat und 5 Teilen Wasser vermischt.
Von jedem Ansatz wurde eine Anzahl von Steinen (23 χ 11,5 χ 6,5 cm) durch Formung in einer hydraulischen Presse bei einem Druck von 1 t/cm2 hergestellt. Die Steine wurden bei 1100C getrocknet, und jede Charge von Steinen wurde in drei Gruppen unterteilt, die bei 200,600 bzw. 1600° C gebrannt wurden.
Die Kaltdruckfestigkeit dieser Steine ist in der nachfolgenden Tabelle I angegeben.
Tabelle I
Charge Kaltdruckfestigkeit (kg/cm2) 600° C 1600°C
Brenntemperatur 50 600
200° C 315 600
1) 150 225 600
2) 150
3) 5
Aus der Tabelle ist ersichtlich, daß Steine, die Dextrin als Grünfestigkeitsbindemittel, jedoch kein erfindungsgemäßes Zusatzmittel enthielten, eine sehr geringe Druckfestigkeit beim Brennen auf 6000C hatten, eine Temperatur, die im kritischen Temperaturbereich für Schieferton liegt. Das Gemisch mit Zusatzmittel ohne Dextrin ergab eine sehr geringe Grünfestigkeit, jedoch eine zufriedenstellende Festigkeit im kritischen Temperaturbereich. Das Gemisch mit sowohl Dextrin als auch dem Zusatzmittel ergab sowohl gute Grünfestigkeit als auch gute Festigkeit in dem kritischen Temperaturbereich. Nach dem Brennen bei der Sintertemperatur von 16000C hatten alle drei Gruppen von Steinen die gleiche Druckfestigkeit.
Beispiel 2
Herstellung von Korundofenträgern
Diese Träger für Ofenausrüstungen liegen in Form von Stäben von 4 χ 4 χ 12 cm vor. Der für diesen Zweck verwendete Korund enthielt 96% Al2O3, 3% TiO2, 0,3% Fe2O3, 0,2% CaO+ MgO und eine kleine Menge anderer Verunreinigungen. Die Teilchengröße dieses Materials betrug 2,4 bis 0,044 mm.
709 530/172
Es wurden zwei Ansätze hergestellt:
1. 100 Teile Korund wurden mit 0,5 Teilen trockener Sulfitlauge, gelöst in 5 Teilen Wasser, vermischt;
2. 100 Teile Korund wurden mit 0,5 Teilen getrockneter Sulfitlauge und 5 Teilen Magnesium-diisopropyl-phosphat, gelöst in 5 Teilen Wasser, vermischt.
10
Aus beiden Ansätzen wurde eine Reihe von Trägern in einer Stahlform bei 1 t/cm2 hergestellt. Die Träger wurden bei 110°C getrocknet und in Gruppen unterteilt, die bei 400,600,800,1000 bzw. 14000C gebrannt wurden. Die Kaltdruckfestigkeit der gebrannten Stäbe ist in der nachfolgenden Tabelle II zusammengestellt.
Tabelle II Kaltdruckfestigkeit (kg/cm2)
Brenntemperatur
U0°C 400°C
20
260
600° C 800° C 1000°C 1400°C
Ansatz 80
80
15
350
40
400
200
600
850
1250
1)
2)
Entsprechende Ergebnisse wurden erhalten, wenn Magnesium-isooctyl-phosphit, Mg(J-CsHu)POa, als Zusatzmittel anstelle des Magnesium-diisopropyl-phosphats verwendet wurde. In diesem Falle wurde mit dem erfindungsgemäßen Zusatzmittel eine ausgesprochen verbesserte Druckfestigkeit in dem kritischen Temperaturbereich erzielt.
Beispiel 3
Herstellung von Quarzsteinen
Steine für säurefeste Auskleidungen wurden aus Quarzsand mit einer Teilchengröße von 0,84 bis 0,12 mm hergestellt. Drei Chargen wurden zubereitet:
1. 100 Teile Quarzsand wurden mit I Teil trockener Sulfitlauge, gelöst in 5 Teilen Wasser, vermischt;
2. 100 Quarzsand wurden mit 2 Teilen Kalk (CaO) und 1 Teil getrockneter Sulfitlauge, gelöst in 5 Teilen Wasser, vermischt;
3. 100 Teile Quarzsand wurden mit 4 Teilen Aluminium-dibutyl-phosphat als Zusatzmittel und 1 Teil trockener .Sulfitlauge, gelöst in 5 Teilen Wasser, vermischt.
Eine Anzahl von Steinen von 30 χ 15 χ 8 cm wurden aus jeder Charge bei einem Druck von 300 kg/cm2 geformt, bei 1100C getrocknet und aufeinanderfolgend bei 200, 600, 800 und 14000C gebrannt. Die Kaltdruckfestigkeit ist in der nachfolgenden Tabelle III angegeben.
Tabelle III
Charge
Kaltdruckfestigkeit (kg/cm2)
Brenntemperatur 600° C 800° C HOO0C 480
200° C 20 zersprungen 450
D 150 100 150
2) 160 160 300
3) 150
Beispiel 4
Herstellung von Porzellanplatten
Platten von 4 χ 4 χ 20 cm wurden aus zermahlenen Prozellanabfällen (Teilchengröße < 0,10 mm) hergestellt. Zwei Parallelansätze wurden zubereitet:
1. 100 Teile gemahlenes Prozellan wurden mit 0,5 Teilen handelsüblicher Carboxymethylcellulose, gelöst in 5 Teilen Wasser, vermischt;
2. Das gleiche Gemisch wie in Ansatz 1 wurde weiterhin mit 5 Teilen Magnesium-di-butyl-phosphat als Zusatzmittel versetzt.
Mehrere Platten wurden durch Trockenformung in einer hydraulischen Presse bei einem Druck von 500 kg/cm2 geformt, in einem Ofen bei HO0C getrocknet und dann bis zu 12500C gebrannt.
Die Kaltdruckfestigkeit ist in der nachfolgenden Tabelle IV gezeigt.
Tabelle IV
Ansatz
Die bei 14000C gebrannten Steinen der Chargen 2 und 3 wurden Korrosionsprüfungen durch Eintauchen in wäßrige Säurelösungen für verschiedene Zeitspannen unterzogen. Die Steine der Charge 2 zeigten eine beträchtliche Schwächung und sogar ein spontanes Zerbröckeln, während diejenigen der Charge 3 ihre ursprüngliche Festigkeit beibehielten.
Kaltdruckfestigkeit (kg/cm2)
Brenntemperatur
200°C 400° C 800° C 1250° C
1) 70 30 25 600
2) 70 190 250 630
Beispiel 5
Herstellung von Porzellanplatten
Es wurde nach der in Beispiel 4 beschriebenen Arbeitsweise gearbeitet, doch wurden anstelle der handelsüblichen Carboxymethylcellulose Dextrin und als Zusatzmittel Lithium-bis-hydroxypropyl-phosphat verwendet. Die Kaltdruckfestigkeiten sind in der nachfolgenden Tabelle V angegeben.
Tabelle V
Ansatz Kaltdri'.ckfestigkeit (kg/cm2)
Brenntemperatur
200°C 600° C 800° C 1400° C
1) 170 90 50 525
2) 170 250 325 675
Beispiel 6 Herstellung von Magnesiasteinen
Die in Beispiel 4 beschriebene Arbeitsweise wurde angewendet, doch wurde als Zusatzmittel Magnesiumdibutyl-hypophosphat [Mg(C4H9O)2P2O4] verwendet.
Nach dem Brennen war die Kaltdruckfestigkeit der Steine wie folgt:
Tabelle VI
Temperatur 200°C 400°C 600°C 1400°C 1700°C
Kaltdruckfestigkeit (kg/cm2)
150
610
1080
1300
Beispiel 7 Herstellung von Siliciumcarbidstücken
Stücke von 38 χ 45 χ 2,5 cm zur Verwendung in 20 Tabelle VII
Ofenausrüstungen wurden aus Siliciumcarbid mit einer
Teilchengröße von 1,2 bis 0,035 mm hergestellt. Drei Parallelansätze wurden zubereitet:
1. 100 Teile SiC wurden mit 1 Teil Dextrin und 5 Teilen Wasser vermischt;
2. Das gleiche Gemisch wie in Ansatz 1 wurde weiter mit 5 Teilen Calcium-bis(2,3-dichlorpropyl)-phosphat als Zusatzmittel versetzt;
3. 100 Teile SiC wurden mit 15 Teilen Bindeton und 5 Teilen Wasser vermischt.
Die Stücke wurden in einer Stahlform durch Stampfen per Hand geformt, bei 110° C getrocknet und dann aufeinanderfolgend bei 200, 600, 800, 1000 und 1400° C gebrannt. Ihre Kaltdruckfestigkeit wurde an kleinen Stücken, die aus den Formungen mit einem Diamantrad ausgeschnitten wurden, bestimmt. Sie sind in der folgenden Tabelle VII angegeben.
Ansatz Kaltdruckfestigkeit (kg/cm2) Brenntemperatur
200°C 600°C 800°C 1000°C 1400°C
1) 75 zersprungen 450 670 1005
2) 75 310 390 450 650
3) 150 280
Aus den mit den Ansätzen 2 und 3 hergestellten Stücken wurden mehrere Stäbe mit einer Breite von 5 cm ausgeschnitten und einer Biegeprüfung unter Belastung bei 1600° C unterzogen. Unter den Bedingungen der Prüfung behielten die Stäbe des Ansatzes 2 ihre Form bei, während diejenigen des Ansatzes 3 verformt wurden.
Beispiel 8 Herstellung von Mullitsteinen
j Geschmolzener Mullit, der auf eine Teilchengröße
von < 2,4 mm zerkleinert worden war wurde zur ' Herstellung von Steinen 23 χ 11,5 χ 6,5 cm verwendet. ψ Drei Parallelchargen wurden zubereitet:
1. 100 Teile geschmolzener Mullit wurden mit 0,5 Teilen »Smoked Kautschuk«, gelöst in 5 Teilen Benzol, vermischt;
2. Das gleiche Gemisch wie in Charge 1 wurde mit 5 Teilen SiIicium-tetrakis-(2,3-dichlorpropyl)-phosphat
{[O = P(OCH2CHCICh2CI)2O]4) Si
als Zusatzmittel versetzt;
45
3. Das gleiche Gemisch wie in Charge 1 wurde unter Zugabe von 5 Teilen Magnesium-isopropyl-titanat
[Ti(J-C3H7O)2OMgO]
hergestellt.
Die Steine wurden bei einem Druck von 1 t/cm2 geformt, bei HO0C getrocknet und bei verschiedenen Temperaturen bis zu 1700° C gebrannt. Die Kaltdruckfestigkeit ist in der nachfolgenden Tabelle VIII angegeben.
Tabelle VIII
Charge Kaltdruckfestigkeit (kg/cm2)
Brenntemperatur
200° C 400° C
800° C 1400°C
1700°C
1)
2)
3)
75
75
75
43
120
370
17 350 530 120
630
600
520
710
nicht bestimmt
Entsprechende
wurde.
Ergebnisse wurden erhalten, wenn Silicium-di-butyl-phosphat als Zusatzmittel verwendet
Ib Vl b 7 I
Beispiel 9 Herstellung von Magnesiasteinen
Gesinterte Magnesia mit einer Teilchengröße von 1,6 bis 0,054 mm wurde zur Herstellung von Steinen verwendet. Zwei Ansätze wurden zubereitet:
1. 100 Teile Magnesia wurden mit 0,5 Teilen handelsüblicher Carboxymethylcellulose, gelöst in 5 Teilen Wasser, vermischt;
2. Das gleiche Gemisch wie in Ansatz 1 wurde
weiterhin mit 5 Teilen Magnesium-cresyl-thiophos-
phat als Zusatzmittel vernetzt.
Mehrere Steine wurden aus jedem Ansatz bei einem Druck von 1 t/cm2 geformt, bei 1100C getrocknet und bis zu 14000C gebrannt. Die Kaltdruckfestigkeit ist in der folgenden Tabelle IX angegeben.
Tabelle IX
Temperatur 2000C 4000C
1000°C
1400°C
Kaltdruckfestigkeit (kg/cm2)
150 220
450
700
Beispiel 10 Herstellung von Silicumcarbidplatten
Siliciumcarbidplatten von 23 χ 23 χ 2,5 cm, wie sie in ölfeuerungsmuffelofen verwendet werden, wurden aus Silicumcarbid mit einer Teilchengröße von 1,2 bis 0,044 mm hergestellt. Zwei Ansätze wurden zubereitet:
1. 100 Teile Silicumcarbid wurden mit 1 Teil Sulfitlauge, gelöst in 4 Teilen Wasser, vermischt;
2. Das gleiche Gemisch wie in Ansatz 1 wurde weiter mit 5 Teilen Zinn(II)-dibutylphosphat, Sn[XGtHg)2 · POVI2, als Zusatzmittel versetzt.
Platten wurden durch Stampfen in eine geeignete Form gebracht und bei HO0C getrocknet Nach dem Trocknen wurden sie bei verschiedenen Temperaturen bis zu 14000C gebrannt. Die Kaltdruckfestigkeit ist in der nachfolgenden Tabelle X gezeigt.
Tabelle X
Ansatz.
Kaltdruckfestigkeit (kg/cm2)
Brenntemperatur
200°C 6000C 10000C
1400° C
1) 120 35 35 160
2) 100 170 280 820
Entsprechende Ergebnisse wurden erhalten, wenn
Natrium-di-butyl-phosphat als Zusatzmittel verwendet wurde.
Beispiel 11
Herstellung von Magnesiasteinen
Die on Beispiel 3 beschriebene Arbeitsweise wurde wiederholt, doch wurde Eisen(II)-dibutyl-phosphat als Zusatzmittel verwendet. Die Kaltdruckfestigkeit war die folgende:
Tabelle XI
Brenntemperatur 2000C 400°C 8000C
14000C 1700°C
Kaltdruckfestigkeit (kg/cm2)
220
740
1100
1280

Claims (4)

LO Il D I 1 Patentansprüche:
1. Verfahren zur Herstellung von selbstgebundenen Körpern aus teilchenförmigen Materialien, wie Oxiden, Carbiden, Boriden und Nitriden, mit einer erhöhten Kaltdruckfestigkeit in dem Temperaturbereich zwischen dem Zersetzungspunkt eines Zusatzmittels und der Selbstbindetemperatur des teilchenförmigen Materials durch Erhitzen eines geformten )0 Gemisches, welches das teilchenförmige Material und 1 bis 10% seines Gewichtes an einem Zusatzmittel enthält, dadurch gekennzeichnet, daß ein neutrales Metallorganophosphat, -phosphit oder -hypophosphat oder ein entsprechendes Thioanalogon davon, wobei der organische Rest durch P-O-C-, P-S-C- oder P-C-Bindungen an den Phosphor gebunden ist, als Zusatzmittel verwendet wird, das Gemisch 0 bis 6 Gew.-% Wasser, bezogen auf das teilchenförmige Material, enthält, und das teilchenförmige Material und das das Zusatzmittel enthaltende Gemisch Anfangsgrünfestigkeit ergebenden Bedingungen, unter denen das Zusatzmittel gegenüber anderen Bestandteilen des Gemisches nicht reaktiv ist, ausgesetzt und auf eine Temperatur erhitzt wird, bei der das Zusatzmittel thermisch zersetzt wird, und weiter auf eine höhere Temperatur erhitzt wird, bei der die Teilchen des teilchenförmigen Materials selbstbindend werden, wobei das Zusatzmittel beim Erhitzen mit dem teilchenförmigen Material im wesentlichen ohne vorheriges Verdampfen eine thermische Zersetzung erfährt und einen pyrolytischen anorganischen Rückstand in einer Menge von nicht weniger als 5 Gew.-% des unzersetzten Zusatzmittels 35; ausschließlich des freien Kohlenstoffs, der bei der Zersetzung ebenfalls gebildet wird, hinterläßt, der bis zu den Temperaturen, bei denen die Teilchen des teilchenförmigen Materials selbstbindend werden, im wesentlichen nicht flüchtig bleibt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Zusatzmittel vor der Formung des zu erhitzenden Körpers mit dem teilchenförmigen Material vermischt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Zusatzmittel nach der Formung des zu erhitzenden Körpers in das teilchenförmige Material eingemengt wird.
4. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß als Zusatzmittel
DE1966J0029809 1965-01-15 1966-01-12 Verfahren zur Herstellung von selbstgebundenen Korpern aus teilchenförmigen Materialien Expired DE1571571C3 (de)

Applications Claiming Priority (1)

Application Number Priority Date Filing Date Title
IL2278565A IL22785A (en) 1965-01-15 1965-01-15 Method of bonding particulate materials

Publications (3)

Publication Number Publication Date
DE1571571A1 DE1571571A1 (de) 1970-02-12
DE1571571B2 true DE1571571B2 (de) 1977-07-28
DE1571571C3 DE1571571C3 (de) 1978-03-30

Family

ID=11043479

Family Applications (1)

Application Number Title Priority Date Filing Date
DE1966J0029809 Expired DE1571571C3 (de) 1965-01-15 1966-01-12 Verfahren zur Herstellung von selbstgebundenen Korpern aus teilchenförmigen Materialien

Country Status (11)

Country Link
JP (1) JPS4943681B1 (de)
AT (1) AT283993B (de)
BE (1) BE728159A (de)
CH (1) CH477378A (de)
DE (1) DE1571571C3 (de)
DK (1) DK127325B (de)
FR (1) FR1482858A (de)
GB (1) GB1109372A (de)
IL (1) IL22785A (de)
LU (1) LU50171A1 (de)
NO (1) NO122233B (de)

Families Citing this family (6)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
JPS5815985A (ja) * 1981-07-21 1983-01-29 Nippon Soda Co Ltd 複合オキシアルコキシド類の製造方法
JPS57193491A (en) * 1981-05-25 1982-11-27 Nippon Soda Co Ltd Complex oxyalkoxide and its preparation
WO1982004254A1 (fr) * 1981-05-25 1982-12-09 Kato Iwao Oxyalcoxydes composites et leurs derives
JPS62155297U (de) * 1986-03-24 1987-10-02
DE59800444D1 (de) * 1998-10-29 2001-02-22 Frank & Schulte Gmbh Verfahren zum Stückigmachen feinteiliger, anorganischer Feststoffe
CN112079606B (zh) * 2020-09-17 2021-12-21 成都精准混凝土有限公司 一种不发火混凝土及其制备方法

Also Published As

Publication number Publication date
GB1109372A (en) 1968-04-10
AT283993B (de) 1970-08-25
JPS4943681B1 (de) 1974-11-22
DE1571571A1 (de) 1970-02-12
DK127325B (da) 1973-10-22
NO122233B (de) 1971-06-01
CH477378A (de) 1969-08-31
IL22785A (en) 1968-09-26
BE728159A (de) 1969-07-16
FR1482858A (fr) 1967-06-02
LU50171A1 (de) 1967-06-29
DE1571571C3 (de) 1978-03-30

Similar Documents

Publication Publication Date Title
DE2446820C3 (de) Keramische Masse
DE2851083C2 (de) Verfahren zur Herstellung eines keramischen Wärmespeichersteins
DE1646945B1 (de) Gemisch zur Herstellung feuerfester Massen auf der Basis von Magnesiumoxid
DE1571571C3 (de) Verfahren zur Herstellung von selbstgebundenen Korpern aus teilchenförmigen Materialien
DE3105596C2 (de) Verfahren zur Herstellung eines Formteils und seine Verwendung
DE3105534A1 (de) &#34;formteile mit hoher mechanischer stabilitaet bei hohen temperaturen, verfahren zu ihrer herstellung und ihre verwendung&#34;
DE2113301A1 (de) Keramischer Gegenstand sowie Verfahren zu dessen Herstellung
DE1939908A1 (de) Feuerfester Formkoerper hohen Tonerdegehaltes
DE2732387C2 (de) Verfahren zur Herstellung von Isolierbauplatten
DE2801250C2 (de) Bei niedriger Temperatur gebranntes Porzellan und Verfahren zu dessen Herstellung
DE2028604A1 (de) Keramische Fritte und Verfahren zum Herstellen derselben
DE2162747C3 (de) Verfahren zur Herstellung von Wärmespeichersteinen
DE2836050A1 (de) Verfahren zur herstellung verdichteter koerper aus olivin-gestein
DE1471227A1 (de) Basisches feuerfestes Erzeugnis und Verfahren zu seiner Herstellung
EP1721877A1 (de) Verfahren zur Rezyklierung von Porzellanpressmasse
DE2325946A1 (de) Gebrannter feuerfester stein
DE4242610A1 (en) Mixt. for high value silicon carbide prods. - comprises silicon carbide, dextrin soln., alumina, corundum, amorphous silicic acid and refractory binding clay
DE2209476C3 (de) Verwendung von synthetischem Monocalciumsilikat
AT247775B (de) Verfahren zur Herstellung von feuerfesten Materialien erhöhter Feuerbeständigkeit aus nicht oder wenig feuerfesten Materialien, z. B. Ton oder andern aluminiumsilikathaltigen mineralischen Grundstoffen
DE1954399C3 (de) Verfahren zur Herstellung eines leichten, gebrannten, feuerbeständigen und isolierenden Formkörpers
DE2018329C3 (de) Masse und Verfahren zur Herstellung feuerfester Ziegel
DE2018328C3 (de) Masse zur Herstellung feuerfester Ziegel
DE2101129C3 (de) Masse für feuerfeste Ziegel
DE1571374C3 (de) Ansatz zur Herstellung von feuerfestem keramischem Material aus Schmelzkornmaterial
DE1671067B1 (de) Feuerfeste Masse auf Basis von Magnesiumoxyd

Legal Events

Date Code Title Description
C3 Grant after two publication steps (3rd publication)
EHJ Ceased/non-payment of the annual fee