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DE1568757B - Verfahren zur Herstellung von 1,2 Dichlorathan - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von 1,2 Dichlorathan

Info

Publication number
DE1568757B
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Authority
DE
Germany
Prior art keywords
ethylene
reaction
iron
chlorine
none
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Pending
Application number
Other languages
English (en)
Inventor
Shigeru Hirakata Tsutsumi (Japan). C07c
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
Kanadevia Corp
Original Assignee
Hitachi Zosen Corp

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Description

1 2
Äthylendichlorid ist ein wertvolles Ausgangsmate- Erfindungsgemäß ist es erforderlich, den Druck des rial für die Synthese verschiedener organischer Verbin- Reaktionssystems immer auf 300 bis 600 mm Hg zu düngen, ferner ist es ein ausgezeichnetes Lösungsmittel. halten. Liegt der Druck über 600 mm Hg, dann wird Gegenwärtig wird Äthylendichlorid in technischem es schwierig, das erfindungsgemäße Verfahren wegen Maßstabe insbesondere zur Herstellung von Vinyl- 5 des wahrscheinlichen Auftretens einer Explosionschlorid durch thermische Crackung verwendet. gefahr und/oder Bildung von Polychloriden durchzu-
Bisher war zur Herstellung von Äthylendichlorid führen. Ist der Druck niedriger als 300 mm Hg, dann
ein Verfahren bekannt, bei dem Chlor auf Äthylen in sind die Reaktionsgeschwindigkeiten gering, außerdem
Äthylendichlorid als Lösungsmittel in Gegenwart ist der Reaktor nicht ausgelastet. Daher wird ein Druck
einer Eisen enthaltenden Substanz einwirkte. Ver- io zwischen 300 und 600 mm Hg, insbesondere von
fahren, die auf einer derartigen Umsetzung beruhen, 560 mm Hg, bevorzugt.
werden beispielsweise in der »Japanese Patent Appli- Die Umsetzung wird in der Gaspahse ohne eine cation Publication Official Gazette No. 3665« (1964) Erhitzungsvorrichtung, lediglich durch Einwirkung der und in der USA.-Patentschrift 2 929 852 beschrieben. bei der Umsetzung von Äthylen mit Chlor frei werden-Gemäß den in den vorstehenden Literaturstellen be- 15 den Reaktionswärme, durchgeführt. Dabei ist es erschriebenen Verfahren wird Äthylen mit Chlor in forderlich, daß der Auslaß des Reaktionsrohres oder flüssiger Phase unter Verwendung eines Reaktions- dessen nähere Umgebung mittels einer geeigneten Vormediums umgesetzt, das aus 1,2-Dichloräthan oder richtung, wie beispielsweise Bestrahlung oder Wasseraus 1,2-Dichloräthan, das einen geeigneten Kataly- kühlung, auf einer Temperatur von 60 bis 150° C gesator, wie beispielsweise Eisen(III)-chlorid, enthält, 20 halten wird. Übersteigt die Temperatur 150° C, dann besteht. Diesen Verfahren haftet jedoch der Nachteil werden merkliche Mengen an Polychloriden, wie beian, daß Nebenreaktionen auftreten, so daß eine spielsweise Äthylentrichlorid, gebildet, die mit dem Rektifikation erforderlich ist, um die Nebenprodukte Produkt vermischt sind. Sinkt andererseits die Auslaß- und/oder den Katalysator zu entfernen. Daher unter- temperatur auf einen Wert unterhalb 6O0C, dann wird scheiden sich diese Verfahren grundsätzlich von dem 25 die Reaktion so langsam, daß das erfindungsgemäß erfindungsgemäßen Verfahren, bei dem kein Äthylen- angestrebte Ergebnis nicht mehr erreicht wird,
dichlorid als Reaktionsmedium verwendet wird, son- Es ist unnötig, daß eine Eisen enthaltende Substanz dem bei dem die Umsetzung in der Gasphase durchge- in dem Reaktionssystem zugegen ist oder daß die führt wird; auf diese Weise ist es möglich, das bei der Innenseite der Wände des Reaktionsrohres aus Eisen Umsetzung gebildete Äthylendichlorid ohne ein Rekti- 30 hergestellt ist. Vorzugsweise werden die Rohrinnenfikationsverfahren direkt zur Herstellung von Vinyl- Seiten mit Glas, Quarz oder Porzellan, jedoch nicht chlorid zu verwenden. Bei den bekannten Verfahren mit Eisen oder Kupfer ausgekleidet. Daher kann ein ist es erforderlich, eine geringe Menge Chlor mit Eisen- oder Kupferreaktionsrohr verwendet werden, Äthylen umzusetzen, um eine Explosionsgefahr zu das im Inneren mit einer derart inerten Substanz ausvermeiden. Darüber hinaus ist es wegen der Tatsache, 35 gekleidet ist. Insbesondere ist es vorteilhaft, ein im daß Eisen(III)-chlorid mit dem hergestellten Äthylen- Inneren mit Glas ausgekleidetes Eisenrohr als Reakdichlorid vermischt ist, unmöglich, das erhaltene tionsrohr zu verwenden.
Produkt als Ausgangsmaterial zur Herstellung von Erfindungsgemäß ist es möglich, eine hohe Um-
Vinylchlorid zu verwenden, es sei denn, daß das Wandlungsgeschwindigkeit von Äthylen und eine aus-
Eisen(III)-chlorid durch ein Rektifikationsverfahren 40 gezeichnete selektive Ausbeute an Äthylendichlorid zu
entfernt worden ist. Wird von der Verwendung einer erhalten, ohne daß dabei die Gefahr einer Explosion
Eisen enthaltenden Substanz abgesehen, dann treten besteht, auch dann nicht, wenn eine, bezogen auf das
Substitutionsreaktionen an Stelle der. gewünschten Äthylen, theoretische oder höhere Chlormenge ver-
Additionsreaktionen auf, so daß als Nebenprodukte wendet wird. Es ist jedoch im allgemeinen zweck-
Äthylenpolychloride, hauptsächlich Trichlorid, erhal- 45 mäßig, die theoretische Menge oder eine etwas unter
ten werden. . . dieser Menge liegende Chlormenge (bezogen auf das
Das erfindungsgemäße Verfahren zur Herstellung Äthylen) zu verwenden.
von 1,2-Dichloräthan ist nun dadurch gekennzeichnet, Erfindungsgemäß wird das Reaktionssystem in daß man Äthylen mit ungefähr der stöchiometrischen zweckmäßiger Weise während der Umsetzung mit Menge an Chlor in Abwesenheit Eisen enthaltender 50 ultraviolettem Licht bestrahlt, wodurch die Reaktions-Stoffe in einem Reaktionsrohr unter einem Druck von geschwindigkeit derartig beschleunigt wird, daß es 300 bis 600 mm Hg unter Anwendung der bei der möglich ist, die Gaszufuhr pro Zeiteinheit bis auf das Reaktion entstehenden Wärme umsetzt, wobei man 172fache der Zeit zu steigern, die für die Zufuhr des den Auslaß des Reaktionsrohres auf 60 bis 150°C hält. gleichen Volumens, welches nicht mit ultravioletten
Beim erfindungsgemäßen Verfahren erfolgt nur eine 55 Strahlen bestrahlt wird, erforderlich ist.
geringfügige Bildung von Polychloriden, beispielsweise Das erfindungsgemäße Verfahren besitzt folgende
von Äthylentrichlorid. Da Äthylen Siedepunkte von Vorteile: .
ungefähr 56,5 und ungefähr 77°C unter Drücken von
300 bzw. 600 mm Hg besitzt kann das Äthylen in gas- L Eg ist mö Hch die Reaktionswärme in der Gas.
formiger Phase mit dem Chlor reagieren Es hat sich 60 hage ftuf die ^ Reaktionspartner die mitein.
ferner herausgestellt, daß es möglich ist, die Um- £nder ieren „ einwirken zu lassen.
Setzung vor sich gehen zu lassen, ohne daß dabei eine
Explosionsgefahr besteht, sogar dann, wenn eine 2. Es ist möglich, die Additionsreaktion in selektiver
praktisch theoretische Chlormenge verwendet wird. Weise zu beschleunigen, wobei nur geringe Sub-
Wird Chlor in gasförmiger Phase mit Äthylen nur 65 stitutionsreaktionen auftreten; so kann Äthylenunter Anwendung der Reaktionswärme umgesetzt, dichlorid in einer ausgezeichneten Ausbeute bei dann wird im allgemeinen die Bildung von Poly- Abwesenheit einer Eisen enthaltenden Substanz in Chloriden begünstigt. dem Reaktionssystem hergestellt werden.
3. Durch die Tatsache, daß Chlor in einer theoretischen Menge oder in einer Menge in dieser Größenordnung (bezogen auf das Äthylen) verwendet wird, läßt sich eine hohe Umwandlungsgeschwindigkeit an Äthylen erzielen.
Das erfindungsgemäß hergestellte Produkt enthält wenig Eisen(III)-chlorid und Polychloride, so daß in einer ausgezeichneten Ausbeute durch direkte thermische Crackung ohne vorherige Rektifikation Vinylchlorid hergestellt werden kann.
Die folgenden Beispiele erläutern die Erfindung.
Beispiell
80 bis 85 l/Stunde Äthylen und 75 bis 80 l/Stunde Chlor wurden durch ein mit Glas ausgekleidetes Eisenrohr mit einem inneren Durchmesser von 10 cm und einer Länge von 40 cm unter einem verminderten Druck von 560 mm Hg geleitet. Der Auslaß des Rohres wurde auf einer Temperatur von 80° C gehalten. Der Umsatz an Äthylen betrug 98 bis 100%. Die Äthylendichlorid-Ausbeute, bezogen auf das Gewicht des umgesetzten Äthylens, betrug 98 bis 99%·
Beispiel 2
Dieses Beispiel wurde nach der im Beispiel 1 beschriebenen Weise durchgeführt, mit der Ausnahme, daß die Auslaßtemperatur auf 1500C gehalten wurde. Der Umsatz an Äthylen betrug 99 bis 100 %. Die auf das Gewicht des umgesetzten Äthylens bezogene Äthylendichloridausbeute wurde zu 98 % ermittelt.
Beispiel 3
Dieses Beispiel wurde nach der im Beispiel 1 beschriebenen Weise durchgeführt, mit der Ausnahme, daß das Innere des Rohres mit einer 40-Watt-UV-Lampe erhellt wurde..Bei diesem Beispiel war es möglich, die Fließgeschwindigkeit des Äthylens auf 105 l/Stunde zu steigern. Die auf das Gewicht des umgesetzten Äthylens bezogene Äthylendichloridausbeute betrug 99%.
In der folgenden Tabelle sind weitere Beispiele sowie deren Ergebnisse zusammengefaßt:
Fließgesc
keit der ga
Mater
iwindig-
sförmigen
ialien
Cl2
Druck
mmHg
Maximale
Tempe
ratur
Flüssige 1
Äthylen
dichlorid
Produkte
Poly
chloride
Nicht
umgesetztes
C2H4
Umsatz
an
Äthylen
Ausbeute an
1,2-Dichloräthan,
bezogen auf das
Gewicht des umge
Explosion
Mol/h Mol,h abs. 0C Mol/h Mol/h Mol/h setzten Äthylens
3,58 3,56 560 80 3,47 0,05 0,06 98,3 . 98,4 keine
3,62 3,59 560 148 3,52 0,07 0,03 99,2 98,0 keine
3,57 3,60 400 120 3,46 0,05 0,06 98,2 98,4 keine
3,56 3,57 350 95 3,41 0,05 0,10 97,1 98,3 keine
3,59 3,58 350 145 3,48 0,06 0,05 98,6 97,8 keine
3,62 2,53 560 91 2,46 0,02 1,14 68,5 99,0 keine
3,58 1,79 560 147 1,67 0,01 1,90 47,0 99,0 keine
3,58 4,12 560 140 3,34 0,22 99,5 93,8 0,02 keine
3,58 4,30 560 147 2,51 0,99 0,08 99,7 70,2 keine
4,67 4,65 560 147 4,56 0,05 0,06 98,7 98,9 keine1)
Eine 40-Watt-(2530-A)-UV-Lampe wird zur Bestrahlung verwendet (Durchmesser im Mittelpunkt 1,5 cm, Länge 30 cm).

Claims (2)

Patentansprüche:
1. Verfahren zur Herstellung von 1,2-Dichloräthan,^ dadurch gekennzeichnet, daß man Äthylen mit ungefähr der stöchiometrischen Menge an Chlor in Abwesenheit Eisen enthaltender Stoffe in einem Reaktionsrohr unter einem Druck von 300 bis 600 mm Hg unter Anwendung der bei der Reaktion entstehenden Wärme umsetzt, wobei man den Auslaß des Reaktionsrohres auf 60 bis 1500C hält.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man die Reaktion unter Bestrahlung mit ultraviolettem Licht durchführt.

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