DE1568367C - Verfahren zur Herstellung von Aryl sulfoxiden - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von Aryl sulfoxidenInfo
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Description
Es ist bekannt, daß sich Sulfoxide hauptsächlich durch Oxydation der entsprechenden Sulfide, vorwiegend
mittels Sauerstoff in Gegenwart von Stickstoffoxiden als Katalysatoren oder mittels Wasserstoffperoxid,
herstellen lassen. Nach der deutschen Patentschrift 1 133 723 werden Dialkylsulfoxide auch mit
Hilfe von Alkylaluminium-Verbindungen und Thionylchlorid hergestellt. Ein Verfahren, das zu unterschiedlich substituierten Sulfoxiden führt und dabei von
Sulfonsäurehalogeniden ausgeht, ist bisher noch nicht
bekanntgeworden. Die Grignard-Reaktion mit aromatischen Sulfonsäurechloriden führt zu keinen einheitlichen
Produkten und gestattet auch nicht die technische Herstellung von Sulfoxiden.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zur Herstellung von Arylsulfoxiden zu entwickeln,
das von technisch leicht zugänglichen Ausgangsprodukten ausgeht und sich der aluminiumorganischen
Verbindungen bedient.
Erfindungsgemäß werden Arylsulfoxide der allgemeinen
Formel ·
R —SO —R',
in der R einen aromatischen Rest und R' einen aliphatischen, cycloaliphatischen, araliphatischen oder
aromatischen Rest bedeutet, hergestellt, indem man eine aluminiumorganische Verbindung.der allgemeinen
Formel
R'„A1C13_„,
30
in der η 1 bis 3 ist, im Molverhältnis 2:1 mit einem
entsprechenden aromatischen Sulfonsäurechlorid der allgemeinen Formel
R — SO2 — Cl
35
gegebenenfalls in einem aliphatischen, cycloaliphatischen oder teilweise halogenierten Kohlenwasserstoff
als Lösungsmittel umsetzt und das Reaktionsgemisch in üblicher Weise hydrolytisch aufarbeitet.
Die Reaktion verläuft z. B. für Äthylaluminiumdichlorid nach folgender Gleichung:
R — SO2CI + C2H5AlCl2
-* R — SO2 — AlCl2 + C2H5Cl
R-SO2- AlCl2 -J- C2H5 — AlCl2
-* R — SO — C2H5 + Cl2Al — O -T
45
Die Umsetzung ist sowohl in Gegenwart von inerten Lösungsmitteln als auch ohne Lösungsmittel durchführbar.
Das entstandene Reaktionsgemisch wird anschließend mit Wasser oder Alkohol hydrolysiert.
[Das erfindungsgemäße Verfahren kann ein- oder zweistufig durchgeführt werden.
Wird einstufig gearbeitet, so erhält man in einem Arbeitsgang aus J Mol aromatischem Sulfonsäurechlorid
und 2 Mol der aluminiumorganischen Verbindung I Mol Arylsulfoxid.
Arbeitet man zweistufig, so wird in der ersten Stufe nach einem bereits vorgeschlagenen Verfahren aus
1 Mol aromatischem Sulfonsäurechlorid und 1 Mol leicht herstellbarem Äthylaluminiumsesquichlorid oder
Äthyluluminiumdichlorid das entsprechende Aluminiumsulfinat erhalten, wobei Äthylchlorid entweicht.
In der zweiten Stufe wird dieses Aluminiumsulfinat
mit der erforderlichen aluminiiimorganischen Verbindung
/um entsprechenden Arylsulfoxid alkyliert.
Als Beispiele für bevorzugte verwendete Aluminium
alkyle seien genannt: Triäthylalummium,- Äthylalu miniumsesquichlorid, Tri-n-hexylaluminium, Di-n-he
xylaluminiumchlorid und Gemische höherer Alumi niumtrialkyle aus der Addition niederer Aluminium
trialkyle an Äthylen und daraus hergestellte Alkyl aluminiumhalogenide. Vorzugsweise eingesetzte aro
matische ■ Sulfonsäurehalogenide sind Benzolsulfon Säurechlorid und p-Toluolsulfonsäurechlorid.
Eingesetzte inerte Lösungsmittel sind insbesonder;
alipahtische Kohlenwasserstoffe, wie η-Hexan unc Benzine, cycloaliphatische Kohlenwasserstoffe, v/k
Cyclohexan, und teilweise halogenierte Kohlenwasser stoffe, wie Methylenchlorid. Die Umsetzung erfolg
zweckmäßigerweise in einer Schutzgasatmosphäre beispielsweise aus Stickstoff oder Edelgas, bei eine:
Temperatur zwischen O und 5O0C. Die Reaktion kanr
im allgemeinen aber auch innerhalb eines großer. Temperaturbereichs zwischen —50 und +1500C aus
geführt werden.
Gearbeitet wird am günstigsten wie folgt: Beineinstufigen Verfahren werden auf 1 Mol Sulfonsäure
halogenid 2 Mol der aluminiumorganischen Verbin dung eingesetzt.
Beim zweistufigen Verfahren wird zuerst zu 1 Mo Sulfonsäurehalogenid 1 Mol der leicht zugänglichei
äthylaluminiumorganischen Verbindung zugegebei und dann 1 Mol des erforderlichen Aluminiumalkyls
Zweckmäßigerweise wird ein Reaktionspartner ii Lösung oder verdünnt vorgelegt und der ander.
Reaktionspartner, ebenfalls in Lösung oder unver dünnt, unter Rühren und Überleiten eines Inertgase^
in dem angegebenen Temperaturbereich zugesetzt Bei einigen Umsetzungen ist es angebracht, nach de
Reaktion, sofern diese bei niederen Temperature) ausgeführt wird, noch kurze Zeit auf 50 bis 1500C
zu erwärmen.
Die Arylsulfoxide werden erhalten nach dem Ver dünnen des Reaktionsgemisches mit organische]
Verdünnungsmitteln, wie Äther oder Benzin, durcl Hydrolyse mit Wasser oder Alkoholen bei vorwiegen«
0 bis 200C, Ansäuern mit verdünnter Mineralsäure wie Schwefelsäure, Extraktion der wäßrigen Lösun;
mit einem organischen Lösungsmittel und Frak tionierung des Rückstandes nach Verdampfen de
Lösungsmittels bei vermindertem Druck. Die Aus beuten liegen zwischen 60 und 85°/0 der Theorie
Zuweilen treten als Vorlauf bei der Destillation gering'. Mengen der entsprechenden Sulfide auf, die sich abe
einfach bei der Fraktionierung von den Arylsulfoxidei trennen lassen. Das beim einstufigen Arbeiten al
Nebenprodukt anfallende Alkyl-, Cycloalkyl-Aralkyl- oder Arylchlorid ist von hoher Reinheit unc
kann leicht mittels Destillation abgetrennt werden Beim zweistufigen Arbeiten entsteht stets Äthyl
chlorid, das für eine Neudarstellung des Ausgangs Produktes Äthylaluminiumsesquichlorid einzusetzer
ist. Das erfindungsgemäße Verfahren erfordert somi beim zweistufigen Arbeiten für die erste Stufe zun
überwiegenden Teil nur den Einsatz von Aluminium da bei Verwendung von Äthylaluminiumsesquichlork
maximal zwei Drittel und bei Verwendung von Äthyl aluminiumdichlorid sogar alle Äthylgruppen in Forn
von Äthylchlorid anfallen und zur Neudarstellun von Äthylaluminiumsesquichlorid zurVerfügung stehen
Der Vorteil des erfindungsgemäßen Verfahren besteht insbesondere darin, daß Arylsulfoxide i:
guten Ausbeuten aus den leicht zugänglichen aromati
sehen Sulfonsäurechloriden mit Hilfe von aluminiumorganischen
Verbindungen erhalten werden können.
Weiterhin ist es möglich, unabhängig vom aromatischen Rest, vorwiegend Arylalkylsulfoxide beliebiger
Kettenlänge herzustellen. Die erfindungsgemäß erhältlichen Arylsulfoxide können als Emulsionspolymerisationskatalysatoren,
als Insektizide und auch als Phärmazeutica eingesetzt werden.
Die Erfindung soll nachstehend an Ausführungsbeispielen näher erläutert werden.
Unter Rühren und Überleiten von Stickstoff werden bei Raumtemperatur 9,5 Gewichtsteile Triäthylaluminium
ohne Lösungsmittel in 7,0 Gewichtsteile Benzolsulfonsäurechlorid in 20 Gewichtsteilen. Methylenchlorid
getropft. Dabei wird das bei der Reaktion entstehende Äthylchlorid in einer Kühlfalle
aufgefangen. Das Reaktionsgemisch erwärmt sich bei der Umsetzung. Es wird durch Zutropfen des Triäthylaluminiums
am Sieden gehalten und unter Rühren anschließend noch 30 Minuten gekocht. Nach dem Verdünnen mit Benzin wird das Reaktionsgemisch unter Kühlung bei Raumtemperatur mit
Wasser zersetzt und mit verdünnter Schwefelsäure angesäuert. Benzinextraktion, Trocknen der organischen
Lösung,' Verdampfen der Lösungsmittel und Fraktionierung des fast reinen Rückstandes liefern
5,0 Gewichtsteile (81% der Theorie) Äthylphenylsulfoxid vom Sdp.0j025 = 81,5 bis 82° C; n%° = 1,5663.
Der Vorlauf enthält 0,6 Gewichtsteile (11% der Theorie) Äthylphenylsulfid vom Sdp.lo = 90cC.
Wie im Beispiel 1 werden 25,0 Gewichtsteile Äthylaluminiumsesquichlorid
in 25 Gewichtsteilen Benzin zu 19,0 Gewichtsteilen p-Toluolsulfonsäurechlorid in
20 Gewichtsteilen Benzin unter Auffangen des Äthylchlorids getropft. Das Gemisch wird während der
Reaktion bei einer Temperatur von 40 bis 50°.C gehalten. Die Beispiel 1 analoge Zusetzung und Aufarbeitung
liefert 12,8 Gewichtsteile (76% der Theorie) Äthyl-p-tolylsulfoxid vom Sdp.0>02 = (90,5 bis 91,5°C;
n%° = 1,5620. Der Vorlauf enthält 3,0 Gewichtsteile
(20 % der Theorie) Äthyl-p-tolylsulfid vom Sdp.5 = 81,5
bis 82°C. _ . . . -
B ei s ρ ι e 1 3
Entsprechend Beispiel 1 werden 23,0 Gewichtsteile Tri-n-hexylaluminium zu 7,1 Gewichtsteilen Benzolsulfonsäurechlorid
getropft. Das Reaktionsgemisch wird durch die exotherme Reaktion bei 40 bis 500C
gehalten und nach beendetem Zutropfen noch 30 min auf 70° C erwärmt. Dann wird bei vermindertem Druck
das n-Hexylchlorid (4,6 Gewichtsteile, das sind 94% der Theorie) abdestilliert und der Rückstand analog
Beispiel 1 zersetzt und aufgearbeitet. Die Fraktionierung ergibt 6,0 Gewichtsteile (70% der Theorie)
n-Hexylphenylsulfoxid vom Sdp.ooe = 105 bis 1100C;
nl° = 1,5233.
B e i s ρ i e 1 4
Entsprechend einem Molverhältnis von 1: 1 werden analog Beispiel 1 12,5 Gewichtsteile Äthylaluminiumsesquichlorid
unverdünnt zu 17,6 Gewichtsteilen Benzolsulfonsäurechlorid in 40 Gewichtsteilen Methylenchlorid
getropft und das bei der Reaktion entstehende Äthylchlorid in einer Kühlfalle aufgefangen.
Anschließend wird das Reaktionsgemisch 30 Minuten am Sieden gehalten. Bei der gleichen Temperatur
werden dann entsprechend einem Molverhältnis von .1:1 23,5 Gewichtsteile Di-n-hexylaluminiumchlorid
zugetropft. Nach beendeter Reaktion wird das Gemisch von 1 Stunde erhitzt. Die Beispiel 1
analoge Zersetzung und Aufarbeitung liefert 13,0 Gewichtsteile'(62%
der Theorie) n-Hexylphenylsulfoxid vom Sdp.0>3 = 125 bis 130aC; „i° = 1,5228.
B e i s ρ i e I 5
Eine Lösung von 39,0 Gewichtsteilen Phenylaluminiumsesquichlorid
in Methylenchlorid wird analog Beispiel 1 zu 8,8 Gewichtsteilen Benzolsulfonsäurechlorid
in Methylenchlorid getropft. Während der Umsetzung wird die Temperatur 4O0C gehalten,
später bei 700C. Lösungsmittel und Chlorbenzol
werden anschließend bei vermindertem Druck abdestilliert und der Rückstand wie in Beispiel 1 zersetzt
und aufgearbeitet. Die Fraktionierung ergibt 5,0 Gewichtsteile (50% der Theorie) Diphenylsulfoxid
vom Sdp.10 = 198 bis 2010C; F, = 69 bis 7O0C.
B e i s ρ i e 1 6
Entsprechend einem Molverhältnis von 1: 1 werden analog Beispiel 4 13,0 Gewichtsteile Äthylaluminiumdichlorid
in 20 Gewichtsteilen Methylenchlorid zu 17,6 Gewichtsteilen Benzolsulfonsäurechlorid in 40 Gewichtsteilen
Methylenchlorid getropft, und das'bei der Reaktion entstehende Äthylchlorid wird in einer
Kühlfalle aufgefangen. Anschließend wild das Reaktionsgemisch 30 Minuten am Sieden gehalten. Bei
der gleichen Temperatur werden dann entsprechend einem Molverhältnis von 1:1 23,5 Gewichtsteile
Di-n-hexylaluminiumchlorid zugetropft. Nach beendeter
Reaktion wird das Gemisch noch 1 Stunde erhitzt. Die Beispiel 1 analoge Zersetzung und Aufarbeitung
liefert 11,5 Gewichtsteile (55% der Theorie) n-F-xyl-phenylsulfoxid vom Sdp.0p3 = 125 bis 1290C.
Claims (2)
1. Verfahren zur Herstellung von Arylsulfoxiden der allgemeinen Formel
R — SO — R',
in der R einen aromatischen Rest und R' einen aliphatischen, cycloaliphatischen, araliphatischen
oder aromatischen Rest bedeutet, dadurch
gekennzeichnet, daß man eine alüminiumorganische. Verbindung der allgemeinen Formel
R'«AICl3-n,
in der η 1 bis 3 ist, im Molverhältnis 2 : 1 mit einem
entsprechenden aromatischen Sulfonsäurechlorid der allgemeinen Formel
R-SO2-Cl
gegebenenfalls in einem aliphatischen, cycloaliphatischen oder teilweise halogenierten Kohlenwasserstoff
als Lösungsmittel umsetzt und das Reaktionsgemisch in üblicher Weise hydrolytisch
aufarbeitet.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß man zunächst 1 Mol Sulfonsäurechlorid mit 1 Mol Äthylaluminiumsesquichlorid
oder Äthylaluminiumdichlorid umsetzt und anschließend das entstandene 'Arylaluminiumsiilfmat
erneut mit 1 Mol einer aluminiumorganischen Verbindung umsetzt.
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