Die Herstellung von Glycidamid durch Umsetzen zurückgewinnen und dann wiederverwenden. Es ist
von Acrylsäurenitril mit Wasserstoffperoxid in wäß- '.-. zweckmäßig, das Reaktionsgemisch nach beendeter
riger oder wäßrig-alkoholischer Lösung bei einem Wasserstoffperoxidzugabe noch einer NachreaktionspH-Wert
von 6,0 bis 9,0 "wurde bereits mehrfach periode zu überlassen, um einen weitgehenden Verbeschrieben.
Bei allen bekannten Verfahren wird auf 5 brauch des Wasserstoffperoxids zu erreichen,
die Zerstörung nicht umgesetzten Wasserstoffperoxids Glycidamid findet Verwendung als Zwischenpronach
Beendigung der Reaktion hingewiesen. Nach dukt für die technische Herstellung von Textilhilfsdem
Verfahren der USA.-Patentschrift 3 053 857 mitteln,-Weichmachern, ...Farbstoffen und Pflanzenerfolgt
sie durch Behandlung mit Palladium auf Tier- Schutzmitteln,
kohle, nach dem Verfahren der deutschen Patent- io R · · ι ι
schrift 1154 086 durch Behandeln des Reaktions- . p
gemisches mit Oxiden des Mangans, Bleis oder ' Zu 795 g (15 Mol) Acrylsäurenitril und 4500 g
Vanadins. Als höchste Ausbeute wird bei diesen destilliertem Wasser läßt man unter kräftigem Rühren
bekannten Verfahren 58 % der Theorie angegeben. 459 g (13,5 Mol) Wasserstoffperoxid (1315 g einer
Es wurde nun gefunden, daß man Glycidamid 15 35°/oigen Wasserstoffperoxidlösung) innerhalb 1,5 Stundurch
Umsetzen von Acrylsäurenitril mit Wasserstoff- den so eintropfen, daß durch die frei werdende
peroxid bei einem pH-Wert von 7,0 bis. 8,0 in wäßriger Reaktionswärme eine Reaktionstemperatur von 45° C
Lösung bzw. wäßriger Suspension in wesentlich aufrechterhalten wird. Der pH-Wert wird durch
höheren Ausbeuten als bei den bekannten Verfahren, Zutropfen von wäßriger 2-Natronlaugelösung konauch
ohne nachfolgende Behandlung mit einem 20 stant auf 7,0 bis 7,6 gehalten. Die Konzentration des
Metall oder Metalloxid erhält, wenn man das Wasser- Wasserstoffperoxids übersteigt während der Reaktionsstoffperoxid
dem Acrylnitril fortwährend in dem periode 5 Gewichtsprozent, bezogen auf Acrylnitril,
Maße zuführt, daß der Wasserstoffperoxidgehalt im nicht. Das Reaktionsgemisch wird bei gleichem
Reaktionsgemisch 5 Gewichtsprozent, bezogen auf pH-Wert eine weitere Stunde bei der Temperatur von
vorhandenes Acrylnitril, nicht übersteigt. 25 45°C gehalten und anschließend unter vermindertem
Die Umsetzung des Acrylnitril erfolgt, indem man Druck, bei etwa 30 Torr und 4O0C, so weit wie möglich
Wasserstoffperoxid, vorzugsweise 3- bis 50gewichts- eingeengt, wobei 180 g (entsprechend etwa 3,4 Mol)
prozentige wäßrige Lösungen, dem in Wasser gelösten nicht umgesetztes Acrylnitril zurückgewonnen werden,
oder suspendierten Acrylnitril in dem Maße zuführt, Das im Rückstand befindliche Glycidamid wird in
wie es verbraucht wird. Das Verhältnis der Gewichts- 30 Aceton aufgenommen, die erhaltene Lösung mit
mengen Acrylnitril zu Wasser liegt im allgemeinen im Natriumsulfat getrocknet, das Lösungsmittel unter
Bereich 1:20 bis 1:2, insbesondere 1:10 bis 1:4. vermindertem Druck bei 400C abdestilliert und das
Man hält die Konzentration von Wasserstoffperoxid erhaltene Rohprodukt bei 0,2 Torr fraktioniert, wobei
im Reaktionsgemisch, bezogen auf jeweils vorhandenes 875 g reines Glycidamid mit einem Schmelzpunkt von
Acrylnitril, ständig unter 5 Gewichtsprozent. Es ist 35 33 bis 340C erhalten werden. Die Ausbeute beträgt
zweckmäßig, auch lokale Überschreitungen dieser 86,6 % der Theorie, bezogen auf verbrauchtes Acryl-
Konzentrationsgrenze zu vermeiden, z. B. durch nitril.
intensives Mischen oder gleichmäßige, weitfiächige ....... B e i s d i e 1 2
Verteilung des Wasserstoffperoxids. Zur Überprüfung
der Wasserstoffperoxidkonzentration bzw. der Acryl- 40 In einen Rührbehälter von 501 Inhalt, der zur
nitrilkonzentration bestimmt man sie von Zeit zu besseren Vermischung mit einem äußeren Zwangs-Zeit,
z. B. durch jodometrische Titration bzw. durch umlauf versehen ist, läßt man zu 5,3 kg (100 Mol)
Gaschromatographie, und regelt dementsprechend die Acrylsäurenitril und 30 kg Wasser 3,06 kg (90 Mol)
Wasserstoffperoxidzufuhr. Die Einhaltung des pH- Wasserstoffperoxid (8,74 kg einer 35°/oigen Wasser-Wertes
erfolgt mit an sich bekannten Mitteln, wie sie 45 stoffperoxidlösung), wie unter Beispiel 1 angegeben,
bei den bereits bekannten Verfahren beschrieben einlaufen. Nach der Zugabe des Wasserstoffperoxids
worden sind. wird das Reaktionsgemisch noch 1 Stunde bei pH 7,0
Die Reaktion erfolgt zweckmäßig bei Raumtempe- bis 7,6 und 45° C gehalten und anschließend, wie
ratur oder wenig darüber, d. h. etwa im Bereich von unter Beispiel 1 beschrieben, aufgearbeitet.
30 bis 6O0C, insbesondere bei etwa 40 bis 500C. 50 Es werden 1,22 kg (entsprechend etwa 23 Mol)
Bei dem Verfahren nach der Erfindung bereitet es nicht umgesetztes Acrylnitril zurückgewonnen und
keine Schwierigkeit, die Temperatur auch bei größten 5,05 kg reines Glycidamid vom Schmelzpunkt 33 bis
„Ansätzen zu halten, während man bei bekannten Ver- 34°C .erhalten. Die Ausbeute beträgt 75,3.°/0 der
fahren Kohlendioxidkühlung anwenden mußte. Theorie, bezogen auf verbrauchtes Acrylsäurenitril.
Es ist überraschend, daß sich bei diesem Verfahren 55 . .' :
wesentlich kürzere Reaktionszeiten erreichen lassen, Patentanspruch:
als sie bisher angegeben wurden. Im allgemeinen ist
die exotherme Umsetzung nach IV2 Stunden voll- Verfahren zur Herstellung von Glycidamid durch
ständig. Bei größeren Ansätzen oder bei kontinuier- Umsetzen von Acrylsäurenitril mit Wasserstofflicher
Ausführung führt man außer dem Wasserstoff- 60 peroxid bei einem pH-Wert von 7,0 bis 8,0 in
peroxid auch Acrylnitril in dem Maß dem Reaktions- wäßriger Lösung oder wäßriger Suspension, dagemisch
zu, wie es verbraucht wird. Es ist von Vorteil, durch gekennzeichnet, daß das Wasserwenn
auch zum Schluß der Reaktion noch über- Stoffperoxid dem Acrylnitril fortwährend in dem
schüssiges Acrylnitril im Reaktionsgemisch vorhanden Maß zugeführt wird, daß der Wasserstoffperoxidist,
z. B. 5 bis 25 Molprozent, bezogen auf eingesetztes 65 gehalt im Reaktionsgemisch 5 Gewichtsprozent,
Acrylnitril. Man kann es bei der Aufarbeitung des bezogen auf vorhandenes Acrylnitril, nicht über-Reaktionsgemisches,
z. B. durch Destillation, leicht steigt.