DE1550054C - Pneumatisches Verzogerungsventil - Google Patents
Pneumatisches VerzogerungsventilInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein pneumatisches Verzögerungsventil. Solche Ventile finden insbesondere bei
Druckgasschaltern Verwendung, wenn es darauf ankommt, z. B. die Trennkontakte gegenüber den
Löschkontakten zeitlich verzögert zu betätigen. Der pneumatische Befehl für das Ausschalten wird beispielsweise
unmittelbar den Löschkontakten zugeführt, während die in Reihe mit den Löschkontakten
liegende Spannungstrennstelle erst dann geöffnet werden darf, wenn an den Löschkontakten die Stromunterbrechung
bereits stattgefunden hat. Es wird also die Zufuhr des Druckgases für den Antrieb der
Trennkontakte über ein Verzögerungsventil geleitet.
Es sind Verzögerungsventile mit Membranantrieb bekannt, bei welchen die mit dem beweglichen Ventilorgan
verbundene Membran einen Raum abschließt, in den das Druckgas über einen engen Kanal
einströmt und auf diese Weise die Membran verzögert zur Durchbiegung bringt und damit das Ventil
verzögert öffnet. Diese Ausführung benötigt jedoch ao ziemlich viele Teile mit genauer Bearbeitung und ist
deshalb kompliziert und teuer. Außerdem zeigen sich nach längerer Betriebsdauer Ermüdungserscheinungen
bei den elastischen Teilen, wie Rückstellfeder und Membran, wodurch sich unerwünschte Streuun- as
gen in der Verzögerungszeit ergeben. Es wurde auch ein Verzögerungsventil vorgeschlagen, das aus wenigen
einfachen Teilen besteht. Zwischen einem Gehäuseoberteil mit Einströmkanal und Entlüftungsstutzen und einem Gehäuseunterteil mit Verzöge-
rungsraum und Auslaßstutzen befindet sich eine mit einer Bohrung versehene frei bewegliche Ventilplatte,
welche durch den im Verzögerungsraum sich langsam aufbauenden Druck schließlich angehoben wird und
so den Durchgangsweg durch das Ventil freigibt. Dieser Ausführung haftet jedoch der Nachteil an, daß
die Verzögerungszeiten je nach Schaltfolge des Schalters stark streuen. Ferner findet während der (Verzögerungszeit
ein unerwünschtes Abströmen des Druckgases ins Freie statt und schließlich besitzt
das Ventil ungünstige Strömungsverhältnisse.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde ein Verzögerungsventil zu schaffen, das trotz einfachen Aufbaues
vor allem geringe Streuungen in der Verzögerungszeit aufweist. Erfindungsgemäß wird vorgeschlagen,
daß zwischen der Zuström- und Abströmseite des Ventilgehäuses eine als ungleicharmiger Doppelhebel
ausgebildete Klappe angeordnet ist, deren kürzerer Arm dem Abschluß bzw. der Freigabe des Durchgangsweges
dient und deren längerer Arm den Ab-Schluß eines mit Verzögerung auffüllbaren Raumes
bildet, welcher sich auf der der Zuströmseite abgekehrten Seite der Klappe befindet. An Hand der
Zeichnung, welche ein Ausführungsbeispiel gemäß der Erfindung wiedergibt, sei diese im folgenden
näher erläutert. Es zeigt
F i g. 1 einen Aufrißschnitt des Ventils mit geschlossener Klappe,
F i g. 2 den dazugehörigen Seitenriß im Schnitt und
F i g. 3 einen weiteren Aufrißschnitt, bei dem die Klappe den Durchgang durch das Ventil freigibt.
Tn F i g. 1 ist mit 1 das obere Gehäuseteil bezeichnet, welches den Einströmstutzen 2 besitzt. Das
Gehäuseteil 1 besitzt eine Erweiterung 3, in welcher sich die Klappe 4 befindet. Den unteren Abschluß
bildet das Gehäuseteil 5. welches mit dem Teil 3 fest
verbunden ist, beispielsweise durch eine nicht näher dargestellte Verschraubung. Das Gehäuseteil 5 weist
auf der Abströmseite eine Bohrung 6 auf. Wie aus F i g. 2 näher hervorgeht, gleiche Teile sind mit den
gleichen Bezugsziffern wie in F i g. 1 versehen, sind die Gehäuseteile 1 und 5 so ausgebildet, daß ein
Raum 7 entsteht, welcher über die Öffnung 8 mit dem Raum 9 unterhalb der Klappe 4 kommuniziert. Über
die einstellbare Drosselstelle 10 ist der Raum 7 mit der Zuströmseite des Ventils verbunden. Die Klappe 4
besitzt Lagerzapfen 11, die in entsprechende Aussparungen im Gehäuse 1 hineingreifen. Die Drehachse
der Klappe ist so angeordnet, daß sie außermittig zum Einströmstutzen 2 liegt, wobei der längere Arm der
als Doppelhebel ausgebildeten Klappe unterhalb des Einstrittsstutzens 2 zu liegen kommt. Außerdem besitzt
die Klappe 4 seitliche Stege 4 a, wodurch eine konkave Form entsteht, wobei die muldenförmige
Ausnehmung dem Einströmstutzen 2 zugekehrt ist. Die F i g. 3 unterscheidet sich von F i g. 1 lediglich
dadurch, daß die Klappe 4 so steht, daß der Durchgang durch das Ventil freigegeben ist.
Die Wirkungsweise ist folgende: Wenn Druckgas durch den Einströmstutzen 2 in das Ventil einströmt,
wird die Klappe 4 infolge des Strahldruckes in der in F i g. 1 gezeichneten Lage festgehalten. Je nach Einbaulage
des Ventils könnte die Klappe aber auch die in F i g. 3 gezeigte Stellung oder eine Zwischenstellung
einnehmen. Eine Feder, welche dafür sorgt, daß die Klappe 4, wenn sie nicht druckgasbeaufschlagt ist,
stets die Lage nach F i g. 1 einnimmt, ist jedoch entbehrlich. Angenommen die Klappe würde zu Beginn
die Lage nach F i g. 3 einnehmen, so würde die Klappe 4 unverzüglich durch den Gasstrahl in Verschlußstellung
geschleudert. Dabei erfolgt das Umkippen der Klappe derart rasch, daß in dieser kurzen
Zeit praktisch kein Druckgas in den Verzögerungsraum 7, 9 gelangt, da die seitlichen Stege 4 α an der
Klappe eine Umströmung der Klappe 4 über die Spalte zwischen Klappe und Gehäuseteil 1 weitgehend
verhindern. Im weiteren Verlauf gelangt nunmehr Druckgas über die Drosselstelle 10 in den Verzögerungsraum
7, 9. Es findet somit unterhalb der Klappe 4 ein Druckaufbau statt, so daß nach einer
durch die einstellbare Drosselstelle 10 vorgebbaren Zeit die auf den längeren Arm der Klappe resultierende
Kraft so klein wird, daß die auf den kürzeren Klappenarm wirkende Kraft überwiegt und damit ein
Umkippen der Klappe 4 in die Stellung gemäß F i g. 3 bewirkt. Damit wird die vorher offene Entlüftungsbohrung 6 verschlossen und gleichzeitig der Weg für
das Druckgas durch das Ventil schlagartig freigegeben.
Das Verzögerungsventil hat eine Reihe von Vorteilen. Es ist einfach im Aufbau und weist eine feinfühlige
Einstellbarkeit über einen großen Zeitbereich auf. Ferner ist die jeweils eingestellte Verzögerungszeit innerhalb eines großen Arbeitsdruckbereiches
konstant und die Strömungsverluste in der Arbeitsstellung des Ventils sind gering.
Claims (4)
1. Pneumatisches Verzögerungsventil, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen der
.Zuström- und der Abströmseite des Ventilgehäuses eine als ungleicharmiger Doppelhebel ausgebildete
Klappe angeordnet ist, deren kürzerer Arm dem Abschluß bzw. der Freigabe des Durchgangsweges
dient und deren längerer Arm den
Abschluß eines mit Verzögerung auffiillbaren Raumes bildet, welcher sich auf der der Zuströmseite
abgekehrten Seite der Klappe befindet.
2. Pneumatisches Verzögerungsventil nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der mit
Verzögerung auffüllbare Raum über eine einstellbare Drosselstelle mit der Zuströmseite des Ventilgehäuses
verbunden ist.
3. Pneumatisches Verzögerungsventil nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß sich auf
der Abströmseite des Ventilgehäuses eine Entlüftungsöffnung befindet, welche in Durchgangsstellung der Klappe von deren kürzerem Arm verschlossen
ist.
4. Pneumatisches Verzögerungsventil nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Klappe
eine der Zuströmseite zugewandte Ausnehmung besitzt und daß ihre Drehachse derart angeordnet
ist, daß der Gasstrahl den längeren Arm der Klappe trifft.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
Applications Claiming Priority (3)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| CH1730465A CH429342A (de) | 1965-12-15 | 1965-12-15 | Pneumatisches Verzögerungsventil |
| CH1730465 | 1965-12-15 | ||
| DEA0051314 | 1966-01-14 |
Publications (2)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE1550054B1 DE1550054B1 (de) | 1969-10-02 |
| DE1550054C true DE1550054C (de) | 1973-06-28 |
Family
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