DE1475400C - Mechanische Betätigungsvorrichtung für eine hydraulisch zu betätigende Reibungsbremse, insbesondere Teilbelagscheibenbremse für Kraftfahrzeuge - Google Patents
Mechanische Betätigungsvorrichtung für eine hydraulisch zu betätigende Reibungsbremse, insbesondere Teilbelagscheibenbremse für KraftfahrzeugeInfo
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Description
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Die Erfindung bezieht sich auf eine mechanische Betätigungsvorrichtung für eine hydraulisch zu betätigende
Reibungsbremse, insbesondere Teilbelag-Scheibenbremse für Kraftfahrzeuge, mit entweder
einem in einem Bremszylinder verschiebbar geführten, eine Bremsbacke beaufschlagenden Kolben oder zwei
in einem Bremszylinder gegensinnig verschiebbar geführten, auf Bremsbacken wirkenden Kolben.
Bekanntlich wird heutzutage, insbesondere im Kraftfahrzeugbau, gefordert, den hydraulischen
Bremsen jeweils eine mechanische Bremsbetätigungseinrichtung zuzuordnen, damit die Bremsanlage auch
als Feststell- bzw. Notbremse verwendet werden kann. Bei den bekannten Anordnungen der hier in
Frage stehenden Art wirkt auf die Kolben jeweils ein durch den Zylinderboden hindurchgeführtes und mit
dem Kolben etwa koaxiales oder achsparalleles stößelartiges Betätigungsglied, das von außen in
axialer Richtung auf den Kolben zu und von diesem weg verschoben wird, hierbei mehr oder weniger tief
in den Druckraum des Arbeitszylinders eindringt und den Kolben in axialer Richtung verstellt. Bei diesen
bekannten Anordnungen ändert sich jedoch das effektive Volumen des Druckraums des Arbeitszylinders
in. Abhängigkeit von der Eindringtiefe des Betätigungsgliedes in den Arbeitszylinder, da bei
Betätigung des Betätigungsgliedes, somit bei einem tieferen Eindringen dieses Gliedes in den Druckraum,
ein größerer Volumanteil dieses Druckraums vom Betätigungsglied eingenommen und somit ein Teil
des im Druckraum befindlichen Druckmediums verdrängt wird. Dies ist jedoch unerwünscht. Außerdem
ist das Betätigungsglied in dem Falle, daß die Bremse hydraulisch betätigt wird, in axialer Richtung durch
den Druck des hydraulischen Mediums besonders stark belastet; ein Ausgleich des auf den Stößel wirkenden
Druckes ist nicht möglich. Beim Auswechseln der Beläge, wenn also der Kolben mit dem Bremsbelag
von der Bremsscheibe abgerückt werden muß, können bei den bekannten Anordnungen darüber
hinaus Verluste am Druckmedium entstehen. Bei einer anderen, zum Stande der Technik gehörenden
mechanischen Betätigungsvorrichtung für eine hydraulische Scheibenbremse ist ein gekröpfter
Schwenkhebel vorgesehen, dessen gekröpfter Teil in die hohl ausgebildete Kolbenstange zwischen dem
Kolben und dem Belagträger eingreift. Beim Betätigen des Schwenkhebels legt sich die Kröpfung gegen eine
mit einem Stempel verbundene Platte an, so daß der Stempel und damit der über das Bremsgehäuse mit
ihm in Verbindung stehende Bremsbelag an die Bremsscheibe gepreßt wird. Diese bekannte Vorrichtung ist zum größten Teil außerhalb des Druckraums
des Bremszylinders angeordnet, so daß die Einzelteile der Gefahr der Verschmutzung ausgesetzt sind. Auch
verändert sich, wenn auch nur in geringem Maße, das effektive Volumen des Druckraums bei der
Betätigung der mechanischen Bremsvorrichtung, was zu Druckschwankungen im Hydrauliksystem führt.
Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht darin, eine mechanische Betätigungsvorrichtung zu
schaffen, die die oben angeführten Nachteile nicht aufweist, die also insbesondere einfach im Aufbau,
sicher in der Funktion und vor Verschmutzung geschützt ist, bei der bei Betätigung Druckschwankungen
im Druckraum des Zylinders sowie im Hydrauliksystem mit Sicherheit vermieden v/erden und die von
den jeweils im Arbeitszylinder herrschenden Drücken der Hydraulikflüssigkeit beeinflußt wird.
Zur Lösung dieser Aufgabe wird erfindungsgemäß vorgeschlagen, daß die mechanische Betätigungsvorrichtung
aus einer den Druckraum des Bremszylinders senkrecht zu seiner Achse durchquerenden, am
Bremszylinder verdrehbar gelagerten Betätigungswelle besteht, die beim Verdrehen mittels eines
an ihr außerhalb des Zylinders befestigten Schwenkhebels einem mit dem oder den Kolben verbundenen
Druckstück eine axiale Verstellbewegung erteilt.
Die Erfindung ist in der nachfolgenden Beschreibung an Hand der in der Zeichnung dargestellten
Ausführungsbeispiele erläutert. Es zeigt
F i g. 1. eine Anordnung gemäß der Erfindung in einer Seitenansicht in einem senkrechten Schnitt in
Teildarstellung,
F i g. 2 die Anordnung nach F i g. 1 in einem
Schnitt gemäß der Linie H-II in F i g. 1,
Fig. 3 eine abgewandelte Ausführungsform des Gegenstandes der Erfindung in einer Seitenansicht
in einem senkrechten Schnitt und
F i g. 4 die Anordnung nach F i g. 3 in einem Schnitt gemäß der Linie IV-IV in F i g. 3.
In der Zeichnung ist ein hydraulische Bremse gezeigt, wie sie insbesondere bei Kraftfahrzeugen verwendet
wird. Sie enthält nach Fig. 1 und 2 mindestens zwei in entsprechenden hydraulischen Arbeitszylindern 1 geführte Kolben 2, die in den Arbeitszylindern hin und her beweglich geführt sind und
sich in jeweils entgegengesetzten Richtungen bewegen. Bei der Bewegung des Kolbens 2 in Richtung des
Pfeiles 3 legt sich der Bremsbelag 4 an die Bremsscheibe 5 an. Diese hydraulische Bremse kann, wie
in der Zeichnung dargestellt, als Scheibenbremse mit Festsattel, oder auch als mit einem Schwimmsattel
ausgerüstete Scheibenbremse oder als Trommelbremse ausgebildet sein. Um ein Bremsen auch bei
Ausfall des Hydraulikkreislaufes zu ermöglichen, sind den hydraulischen Bremsen mechanische
Betätigungsvorrichtungen zugeordnet, die von Hand betätigt werden.
Erfindungsgemäß besteht diese zusätzliche mechanische Betätigungsvorrichtung gemäß F i g. 1 und 2
aus einer Betätigungswelle 7, die am Bremszylinder verdrehbar gelagert ist und ihn senkrecht zu seiner
Achse durchquert. Die Betätigungswelle 7 ist mit einem Schwenkhebel 20 verbunden und verlagert
beim Verdrehen ein mit dem Kolben 2 verbundenes Druckstück 6 in axialer Richtung gemäß Pfeil 31.
Dieses Druckstück 6 ist als prismatischer Körper ausgebildet, der zum Kolben 2 koaxial oder achsparallel
liegt und eine zahnstangenartig ausgebildete Partie 10 besitzt. Die Betätigungswelle 7 weist eine
als Zahnrad ausgebildete Partie 8 auf, die mit der Zahnstange 10 des Druckstückes 6 kämmt, wobei die
Drehbewegung der Betätigungswelle 7 im Sinne des
Pfeiles 9 in eine axiale Bewegung des Kolbens 2 in Richtung des Pfeiles 31 umgewandelt wird. Das
Druckstück 6, das als Stößel ausgebildet sein kann, ist mit dem Kolben 2 gelenkig verbunden, indem die
dem Kolben 2 zugewandte Seite des freien Endes 11 des Druckstückes 6 ballig ausgebildet ist und in eine
muldenartige Ausnehmung 12 an der zugewandten Seite des Kolbens 2 eingreift. Das ballige Ende 11
liegt dabei am Boden 13 der Ausnehmung 12 an, und das Druckstück 6 ist mit Hilfe des Sprengringes
14 in der Ausnehmung 12 gehalten. Am entgegengesetzten Ende ist das Druckstück 6 in der Ausnehmung
15 des Zylinders geführt, dessen Stirnwand 16 als Anschlag für die Bewegung des Druckstücks 6
dienen kann. An den Lagerstellen der Betätigungswelle 7 sind zur Abdichtung Dichtringe 17 und 18
vorgesehen; die als Zahnrad ausgebildete Partie 8 der Betätigungswelle 7 liegt etwa in der Mitte zwischen
den Lagerstellen. Das freie Ende 19 der Betätigungswelle, das aus dem Arbeitszylinder 1 hervorsteht,
kann in hier nicht weiter dargestellter Weise von außen her über einen Bowdenzug od. dgl., der die
Verbindung zum Handbremshebel herstellt und am Schwenkhebel 20 angreift, betätigt werden. Durch
Verdrehen der Welle 7 wird der Kolben 2 in Bremsstellung vorgeschoben; die Nachstellung infolge
hydraulischer oder mechanischer Betätigung erfolgt selbsttätig.
Bei der Ausführungsform nach F i g. 3 und 4 ist das Druckstück 21 als mit dem Kolben 22 koaxialer
prismatischer Körper ausgebildet, der von der
ίο Betätigungswelle 23 angetrieben wird, indem diese an
einer etwa in Richtung der Vorschubbewegung liegenden zentralen Stelle des Druckstückes 21 angreift
und hierbei auf dieses eine axiale Kraft ausübt. Die innerhalb des Zylinders 24 befindliche Partie der
Betätigungswelle 23 besitzt an ihrer dem Druckstück 21 zugewandten Seite eine Abflachung 26, indem sie
bei 25 ausgefräst oder ausgeschnitten ist. Mit dieser Abflachung 26 liegt sie an dem dem Kolben 22 abgewandten
Ende des Druckstücks 21 an, das an dieser Stelle eine offene Ausnehmung 27 aufweist, die rechteckigen
Querschnitt besitzt.
Die Anordnung ist so getroffen, daß bei einer Verdrehung der Betätigungswelle 23 mit Hilfe des
Schwenkhebels 28 entgegen dem Uhrzeigersinn (F i g. 3) durch die Kante 29 der Welle 23 eine
Vorschubbewegung in Richtung des Pfeiles 30 des Kolbens 22 erzeugt wird, während die Rücklaufbewegung
z. B. durch Federwirkung hervorgerufen werden kann.
Bei allen in der Zeichnung gezeigten Ausführungsbeispielen bildet die Betätigungswelle 7 bzw. 23 mit
dem Druckstück 6,11 bzw. 21 eine dem Kolben vorgeschaltete Einheit, die als Rücklaufsperre für den
Kolben dient. Auf diese Weise wird verhindert, daß der Kolben sich an der Brems-Gegenfläche über ein
vorbestimmtes Maß hinaus wegbewegt.
Wenn die Bremsbeläge wegen Verschleiß ausgewechselt werden müssen, kann man gemäß F i g. 1
und 2 den Kolben — nach Ausrücken des Antriebs — an der Zahnstange zurückholen oder ihn
gemäß F i g. 3 und 4 mit Hilfe eines geeigneten Werkzeugs zurückschrauben. Die erfindungsgemäße
Betätigungsvorrichtung ist vollständig im Druckraum des Zylinders untergebracht, so daß keine Veränderung
des effektiven Rauminhaltes des Druckraums während der Betätigung stattfindet und keine Druckschwankungen
hervorgerufen werden. Sämtliche Elemente der Vorrichtung sind vor axialer Beanspruchung
durch den Hydraulikdruck bei hydraulischer Betätigung geschützt, da der Druck allseitig
auf die Vorrichtung einwirkt; Kraftkomponenten in einer bevorzugten Richtung sind nicht vorhanden.
Beim Auswechseln der Beläge ist eine einfache Rückholung des Kolbens ohne Flüssigkeitsverluste möglich.
Schließlich macht es die erfindungsgemäße Anordnung auch noch möglich, die automatische Nachstellung
sowohl bei mechanischer als auch bei hydraulischer Betätigung zu erreichen, ohne daß bei
der jeweiligen Umstellung zusätzliche Maßnahmen erforderlich sind.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
Claims (4)
1. Mechanische Betätigungsvorrichtung für eine hydraulisch zu betätigende Reibungsbremse, insbesondere
Teilbelag-Scheibenbremse für Kraftfahrzeuge, mit entweder einem in einem Bremszylinder
verschiebbar geführten, eine Bremsbacke beaufschlagenden Kolben oder zwei in einem
Bremszylinder gegensinnig verschiebbar geführten, auf Bremsbacken wirkenden Kolben, dadurch
gekennzeichnet, daß die mechanische Betätigungsvorrichtung aus einer den Druckraum
des Bremszylinders (1,24) senkrecht zu seiner Achse durchquerenden, am Bremszylinder verdrehbar
gelagerten Betätigungswelle (7, 23) besteht, die beim Verdrehen mittels eines an ihr
außerhalb des Zylinders befestigten Schwenkhebels (20, 28) einem mit dem oder den Kolben
verbundenen Druckstück (6,11; 21) eine axiale Verstellbewegung erteilt.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß auf der dem Kolben (22) abgewandten
Stirnseite des Druckstücks (21) eine offene Ausnehmung (27) mit rechteckigem Querschnitt
vorgesehen ist, in die die Betätigungswelle (23) eingreift, wobei die Betätigungswelle (23) im
Bereich dieser Stirnseite des Druckstückes (21) eine Abflachung (26) aufweist, die am Grund der
Ausnehmung (27) anliegt.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das vom Kolben (2) abgewandte
Ende des Druckstückes (6,11) als Zahnstange (10) und der in diesem Bereich liegende
Abschnitt der Betätigungswelle (7) als ein mit der Zahnstange kämmendes Zahnrad (8) ausgebildet
sind.
4. Vorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß das Druckstück (6,11) mit
einem ballig ausgebildeten Ende (11) in eine Ausnehmung (12) des Kolbens (2) eingreift und mit
dem balligen Ende in Anlage an dem Boden (13) der Ausnehmung durch einen Sprengring (14) gehalten
ist.
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