DE1469111C - Verfahren zur Herstellung von hochfe sten Faden aus kristallinen Polyolefinen - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von hochfe sten Faden aus kristallinen PolyolefinenInfo
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Herstellung von Mono- und Plurifilen aus kristallinen
Olefinpolymeren und insbesondere aus mit stereospezifischen Katalysatoren hergestelltem Polypropylen
nach dem Schmelzspinnverfahren.
In früheren Vorschlägen ist die Herstellung von Mono- und Plurifilen durch Auspressen von Olefinpolymeren,
insbesondere Polypropylen, im geschmolzenen Zustand bereits beschrieben. Die nach den bekannten
Verfahren erhaltenen Mono- und Plurifile besitzen bereits eine beträchtliche Zugfestigkeit, die jedoch
im allgemeinen nicht über 6 bis 7 g/den liegt.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung war es nun, Polyolefinfäden mit einer noch höheren Zugfestigkeit
zu erzeugen.
Gegenstand der Erfindung ist ein Verfahren zur Herstellung von hochfesten Fäden auf der Basis von
kristallinen Polyolefinen, die gegebenenfalls Färbemodifikatoren, Stabilisatoren, Mattierungsmittel, Pigmente
oder Farbstoffe enthalten, durch Schmelzspinnen und anschTTeßendes Verstrecken, das dadurch
gekennzeichnet ist, daß man die aus der Düse austretenden Fäden durch eine unmittelbar hinter der
Spinndüse angeordnete, auf Temperaturen im Bereich zwischen 130 bis 300° C erhitzte rohrförmige Vorrichtung,
deren Durchmesser 2 bis 5 cm größer als der der Spinndüse und die 2 cm bis 1 m lang ist, leitet, danach
. mit Streckverhältnissen zwischen 1:2 und 1:10 bei Temperaturen zwischen 80 und 150°C in mit Heißluft,·
Dampf oder einem ähnlichen Medium beheizten Streckvorrichtungen oder über eine erhitzte Platte
verstreckt und im Falle der Verwendung von Färbemodifikatoren enthaltenden Polyolefinen die Fäden
gegebenenfalls vor oder nach dem Verstrecken mit'
ίο Formaldehyd, Isocyanaten oder Diepoxyverbindungen
behandelt. ._ ■ > .
Das erfindungsgemäße Verfahren kann sowohl auf Polyolefine allein, als auch auf Mischungen von Polyolefinen
mit Zusatzstoffen, wie Färbemodifikatoren, Stabilisatoren, Mattierungsmittel, Pigmente oder Farbstoffe,
angewendet werden.
Vorzugsweise verwendet man als kristallines Polyolefin im wesentlichen isotaktisches Polypropylen mit
einer Grenzviskosität zwischen 2 und-5.
Als Färbemodifikatoren werden vorzugsweise durch Kondensation von Epichlorhydrin mit Aminen erhaltene
basische Stickstoffverbindungen verwendet, während als Stabilisator eine aus 0,02 bis 2 Gewichtsprozent,
bezogen auf das Polymere, eines aliphatischen Thioesters, einem Dialkylphenolsulfid
Zusammensetzung der Mischung
a) Polypropylen %
Grenzviskosität (bestimmt in Tetrahydronaphthalin bei 130°C)
Aschegehalt
Rückstand nach Heptanextraktion
b) Calciumstearat %
c) Stabilisator %
Laurylthiodipropionat
4,4'-Thio-bis-3-tert. butyl-metacresol
Spinnbedingungen:
Schneckentemperatur
Spinnkopftemperatur
Spinndüsentemperatur
Spinndüsentyp .....
Temperatur der erhitzten rohrförmigen Vorrichtung unterhalb der Spinndüse
Maximaldruck (kg/cm2)
Aufwickelgeschwindigkeit (m/Min.)
Streckbedingungen:
Temperatur
Medium
Streckverhältnis
Eigenschaften der verstreckten Faser:
Zugfestigkeit (g/den)
' Dehnung (%)
| 3,00 | 2,50 |
| 0,01% | 0,02% |
| 94,00% | 94,50A |
| 0,3 | 0,3 |
| 0,6 | 0,6 |
| 0,2 | 0,2 |
| 230° C | 230° C |
| 235 °C | 230° C |
| 285° C | 270° C |
| 40/0,8-16mm | 40/0,8· 16 mm |
| 160° C | 140°C |
| 30 | 25 |
| 600 | 600 |
| 130°C | 130°C |
| Dampf | Dampf |
| 1:8,3 | 1:8,5 |
| 9 | 8,8 |
| 18 | 20 |
3 4
und Calciumstearat bestehendes Gemisch bevorzugt einem Schmelzpunkt von 17O0C, einem spezifischen
wird. Gewicht von 0,915 und einer Kristallinität, bestimmt
Nach dem Verstrecken können die Fäden thermi- durch Röntgenuntersuchung, von 50% werden in
sehen Formstabilisierungsbehandlungen unter Bedin- einem Henschel-Mischer mit 30 g Calciumstearat,
gungen einer freien oder gehinderten Schrumpfung 5 60 g Laurylthiodipropionat und 20 g 4,4'-Thio-bis-
sowie üblichen Endbehandlungen unterworfen werden. 3-tert. butyl-metacresol gemischt. Anschließend wird
Auf die aus Mischungen von Polyolefinen mit Färbe- das Gemisch in einem Werner-Extruder bei 210° C
modifikatoren erhaltenen Fäden kann man außerdem granuliert und das Granulat in einer Schmelzspinnvor
oder nach dem Verstrecken beispielsweise Form- vorrichtung bei einer Schneckentemperatur von 230°C,
aldehyd, Diisocyanate oder Diepoxy verbindungen ein- io einer Spinnkopftemperatur von 235° C und einer Spinnwirken
lassen, düsentemperatur von 285° C schmelzgesponnen. Die
Die Erfindung wird in dem folgenden Beispiel 1 verwendete Spinndüse hatte 40 Bohrungen, die jeweils
sowie den weiteren tabellarisch zusammengestellten einen Durchmesser von 0,8 mm und eine Länge von
Beispielen erläutert. Beispiel 6 zeigt die kritische 16 mm aufwiesen. Die Temperatur des erhitzten
Grenze der erfindungsgemäßen Behandlung. Über- 15 Rohres unterhalb der Spinndüse betrug 160° C. Aus-
raschenderweise wurde festgestellt, daß eine Behänd- gepreßt wurde mit einem Maximaldruck von 30 kg/cm2;
lung unterhalb 130° C in merklicher Weise die Zug- die Aufwickelgeschwindigkeit betrug 600 m/Min. Das
festigkeit der Polypropylenfasern herabsetzt. versponnene Garn wurde dann bei 130°C in Gegenwart
von Dampf mit einem Streckverhältnis von 1:8,3
B e i s ρ i e 1 1 ao verstreckt. Das verstreckte Garn hatte folgende mechanische
Eigenschaften:
890 g kristallines Polypropylen einer Grenzviskosi-
tat, bestimmt in Tetrahydronaphthalin bei 135°C, llter 5,04 den
von 3,00, einem Aschegehalt von 0,01 %, einem Rück- Zugfestigkeit 9 g/den
stand nach der Extraktion mit n-Heptan von 94 %, 25 Dehnung 18 %·
| Beispiel 3 | Beispiel 4 | Beispiel 5 | Beispiel 6 (Vergleich) |
| 3,00 | 3,00 | 2,00 | 3,00 |
| 0,01 »/0 | 0,04% | 0,02% | 0,01% |
| 94,00% | 95,6% | 96,1% | 94,00% |
| 0,3 | 0,3 | 0,3 | 0,3 |
| 0,5 | 0,6 | 0,5 | 0,6 |
| 0,2 | 0,2 | 0,2 | 0,2 |
| 230°C | 24O0C | 230° C | 230° C |
| 23O0C | 240° C | 240° C | 235°C |
| 25O0C | 2950C | 285° C | 285°C |
| 50/1,3 · 26 mm | 20/0,4 · 8 mm | 20/0,4-0,8 mm | 40/0,8· 16 mm |
| 130°C | 280° C | 270° C | HO0C |
| 30 | 45 | 35 | 30 |
| 80 | 240 | 320 | 600 |
| 150°C | 130°C | 135°C | 130°C |
| Dampf | Warmluft | Warmluft | Dampf |
| 1:10 | 1:6,28 | 1:10 | 1:8,3 |
| 9,5 | 14,5 | 11,5 | 5,8 |
| 12 | 23 | 20 | 14 |
Claims (3)
1. Verfahren zur Herstellung von hochfesten Fäden auf der Basis von kristallinen Polyolefinen,
die gegebenenfalls Färbemodifikatoren, Stabilisatoren, Mattierungsmittel, Pigmente oder Färbstoffe
enthalten, durch Schmelzspinnen und anschließendes Verstrecken, dadurch gekennzeichnet,
daß man die aus der Düse austretenden Fäden durch eine unmittelbar hinter der Spinndüse angeordnete, auf Temperaturen im
Bereich zwischen 130 bis 3000C erhitzte rohrförmige Vorrichtung, deren Durchmesser 2 bis 5 cm
größer als der der Spinndüse und die 2 cm bis 1 m lang ist, leitet, danach mit Streckverhältnissen
zwischen 1:2 und 1:10 bei Temperaturen zwischen 80 und 1500C in mit Heißluft, Dampf oder einem
ähnlichen Medium beheizten Streckvorrichtungen oder über eine erhitzte Platte verstreckt und im
Falle der Verwendung von Färbemodifikatoren enthaltenden Polyolefinen die Fäden gegebenenfalls
vor oder nach dem Verstrecken mit Formaldehyd, Isocyanaten oder Diepoxyverbindungen behandelt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man als kristallines Polyolefin im
wesentlichen isotaktisches Polypropylen mit einer Grenzviskosität zwischen 2 und 5, bestimmt in
Tetrahydronaphthalin bei 135° C, verwendet.
3. Verfahren nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß man Polymerisate verwendet,
die als Stabilisator Gemische aus 0,02 % eines aliphatischen Thioesters, einem Dialkylphenolsulfid
und Calciumstearat enthalten.
Family
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