DE1464280A1 - Verfahren und Einrichtung zur Erzielung kontrollierter Atomkernverschmelzung - Google Patents
Verfahren und Einrichtung zur Erzielung kontrollierter AtomkernverschmelzungInfo
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Description
Ing. Karl Nowak in Wien
Verfahren und "Einrichtung zur Erzielung kontrollierter
Atomkernverschmelzung
Angemeldet am J
Priorität der Anmeldung in Österreich (A 4797-61) vom 21.6.1961 beansprucht.
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Erzielung kontrollierter Atomkernverachmelzung und eine zur Durchführung
dieses Verfahrens dienende Einrichtung und besteht darin, daß auf einen Strahl beschleunigter Atomionen, in welchem
3 die Abstände der Atomionen bereits wesentlich unter 10 cm
und vorzugsweise in der Größenordnung 10 J cm liegen, ein
Elektronenstrahl zur Einwirkung gebracht wird. Insbesondere
wird unter Verwendung von zwei Strahlen gegeneinander beschleunigter, zur Verschmelzung bestimmter Atomionen auf die
bereits in Kontakt stehenden Atomionenstrahlen ein freier Strahl von Elektronen gerichtet, dessen Stärke und/oder
Zeitdauer kontrolliert wird.
Durch die Verschmelzung leichter Atomkerne ersoheint
es gemäß der geltenden Theorie möglich, wesentlich größere Energieanteile freizusetzen, als durch die übliche Spaltung
schwerer Kerne in den Atomreaktoren. Außerdem ist der hiefür besonders geeignete Wasserstoff als Energielieferant praktisch
unbegrenzt vorhanden und es entfällt ferner das Problem der
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Beseitigung der in Kernreaktoren entstehenden gefährlichen Abfallaktivitäten.
Es wurde bereits vorgeschlagen, eine Kernverschmelzung durch Kontraktion von Entladungsströmen (Pinch-Effekt) oder
durch Gegeneinanderführung beschleunigter Atomionen, insbea.
Wasserstoff- Deuterium- oder Tritiumionen zu erzielen. Besonders vorteilhaft erscheint dabei die Herbeiführung einer
Begegnung der zur /Verschmelzung bestimmten Atomionen in eich
überschneidenden Spiralbahnen (vgl. französische Patentschrift Nr. 1,243.242 des Anmelders ).
Der Anmelder hat nun erkannt, daß es möglich ist, die Herbeiführung der Verschmelzungsreaktion dadurch entscheidend
zu begünstigen, daß die zur Verschmelzung bestimmten Atomionen,erst nachdem bereits eine starke Annäherung derselben
erzielt ist, mit einem lilektronenstrom in Berührung
gebracht werden.
Während sich freie Kernionen normalerweise durch Berührung mit Elektronen neutralisieren und einen Atomverband
bilden, ist dies nach der Erkenntnis des Anmelders bei vorheriger genügend starker gegenseitiger Annäherung der Atomionen
nicht mehr bzw. nicht mehr ausschließlich oder wesentlich der Fall. Vielmehr begünstigen die Elektronen in diesem
Falle eine Kernverschmelzung, indem sie mit ihrer negativen Ladung als Bindeglied zwischen den positiven Atomionen wirken.
Im Atomverband bewirken die umlaufenden Atomelektronen
eine Distanzierung der Atome auf einen Abstand von der
—ft
Größenordnung 10" cm. Wird diese Distanz durch die Strahl-
Größenordnung 10" cm. Wird diese Distanz durch die Strahl-
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kontraktion, Wellenlänge und insbesondere Gegeneinanderführung
beschleunigter Atomionen in Abwesenheit von Elektronen wesentlich unterschritten, insbesondere eine Annäherung
-I^ auf eine Distanz der Größenordnung 10 J cm oder weniger
bzw. wenig darüber erreicht, so tritt wie erwähnt durch die erst dann erfolgende Zufuhr von Elektronen an die Stelle
einer Distanzierungswirkung eine Verschmelzungswirkung für
die Atomionen (also vorzugsweise für leichte Atomkerne oder deren Isotope) ein.
Gemäß der Erfindung erfolgt die Zufuhr der Elektronen
vorzugsweise in Form eines freien beschleunigten Elektronenstrahls,
der auf äff Strahl von einander begegnenden, vorzugsweise·
ineinander verschraubt bewegten Atomionen trifft. Die negativen Elektronen werden in diesen Strahl sozusagen
eingesaugt und bewirken bzw. begünstigen Kernverschmelzung.
Durch kurzzeitigen Zusatz geeigneter Elektronenportionen kann die Reaktion in jeder gewünschten Weise kontrolliert
werden, wobei vorzugsweise auch die Atomionen portionsweise in den Reaktionsraum eingeführt werden.
Der Tirfindungsgegenstand wird an Hand der Zeichnung
näher erläutert. Es zeigen die Fig. 1 das angewendete erfindungsgemäße Prinzip, Fig. 2 ein Detail der zweckmäßigen
Gestaltung des erfindungs gemäß en Verfahrens. In der Pig. 3 ist ein Ausführungsbeispiel der erfindungsgemäßen Einrichtung
schematisch dargestellt.
Gemäß Fig. 1 treffen sich in einem Reaktionsrohr H zwei Strahlen J, und Jg beschleunigter Atomionen. Es
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werden vorzugsweise gleichartige und gleichstark "beschleunigte
Atomionen verwendet, vorzugsweise Wasserstoff-, Deuteriumoder Tritiumionen. Die Beschleunigungsspannung kann zwischen
einigen kV oder einigen hundert kV oder auch darüber betragen.
Nach dem Aufeinandertreffen der beiden Ionenstrahlen
wird ein Elektronenstrahl E dieser gegeneinandergerichteten Ionenströmung zugeführt. Ss handelt sich zweckmäßig um einen
freien Strahl beschleunigter Elektronen, ähnlich dem Strahl in einer Braun'sehen Röhre. Die Strahldimension ist zweckmäßig
der Dimension der Ionenstrahlen.angeglichen, die Beschleunigungsspannung
der Elektronenbewegung liegt z.B. in der Größenordnung 1000 V oder gegebenenfalls auch wesentlich
höher. Die Zufuhr der beschleunigten Elektronen erfolgt vorteilhaft
nur kurzzeitig und in kontrollierten kleinen Mengen, um die Reaktion unter Kontrolle zu halten. Auch die Ionenstrahlen
selbst werden vorteilhaft aus dem gleichen Grund nur in kurzen Impulsen ausgesendet, also gewissermaßen in
Portionen.
Die Ionenstrahlen J-, , Jp ' wer^en vorteilhaft vor
oder bei ihrem Aufeinandertreffen durch Spulen F, und Pp
beeinflußt, welche gleichen Wirkungssinn d.h. einheitliche Feldrichtung besitzen, also von den Ionenstrahlen je in
entgegengesetzter Polrichtung durchlaufen werden. Dies ist durch die Angabe der magnetischen Polungsrichtung NS - NS
in der Zeichnung ersichtlich. Solche Spulen dieser gleichartigen Polungsrichtung befinden sich vorteilhaft auch schon
vor dem Eingang der Beschleuniger. Die Wirkung der Spulen
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3?1 , F2 erstreckt sich ferner zweckmäßig über den ganzen
Reaktionsraum.
Gemäß Pig. 2 begegnen sich die Atomionen der beiden Ionenstrahlen J, und J2 au^ gleichsinnigen Wendelbahnen,
welche unter Verwendung einer einheitlichen magnetischen Feldrichtung NS - NS von Beeinflussungsspulen F, ,. P2
erzielbar sind und auf Zylindermantelflächen verlaufen. In der Verschmelzungszone, wo sich diese Bahnen überschneiden,
erfolgt der Zusatz des Elektronenstromes E . Die Elektronen werden dort von den 3Chlauchartigen, ineinanderfließenden
Ionenströmungen deren positiven Potential zufolge gewissermaßen aufgesaugt und bewirken bzw. begünstigen als negative
Bindeglieder zwischen den positiven Atomionen deren Verschmelzung;
Die für die Verschmelzungswirkung erforderliche große Annäherung der Atomionen wird durch die Wahl der Beschleunigungsspannung
und der Feldstärke eines konzentrierenden Magnetfeldes erreicht. Beide genannten Paktoren erhöhen
die Frequenz der mit der Bewegung elektrisch geladener Korpuskel verknüpften "Materiewelle" bzw. verringern die
relativen Bahnabstände einer Wendelbahn. Das Magnetfeld bewirkt auch eine Verkleinerung der Strahldimension bzw.
des Wendelbahndurchmessers.
Nach der Auffassung des Anmelders besteht im übrigen
eine Identität zwischen der "Materiewelle" und einer wendelbahnförmigen Bewegung von Ladungsträgern. Die Wellenlänge
der "Materiewelle" ist ohne magnetische Beeinflussung mit
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der de Broglie-Wellenlänge gleichzusetzen, kann aber durch
magnetischen Einfluß wesentlich verkleinert werden.
Auch die Bewegung des i!lektronenstromes ist wendelbahnförmig
anzunehmen, jedoch entsprechend der geringeren ^lektronenmasse mit relativ geringeren Wendelbahndurchmeßser,
30 daß diese Erscheinung hier nicht notwendigerweise- besonders
berücksichtigt zu werden braucht.
Ein Ausführungsbeispiel der zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens dienenden erfindungsgemäßen
Einrichtung zeigt schainatisch die Fig. 3 · Das die Reaktion
umschließende Rohr 1 besitzt hier eine Absorptionsschicht für die aus der Reaktion freiwerdende Strahlung bzw. ITeutronenenergie
und ist von einem Kühlgefäß 2 zur Abnahme der gewonnenen Wärmeenergie umgeben. Innerhalb des Kühlmantels
befindet sich eine geteilte opulo mit den Wicklungen 3a und
3b, welche die aufeinandertreffenden Atomionenstrahlen
konzentriert und deren Frequenz erhöht bzw, die Steigung und den Durchmesser auftretender Wendelbahnen vermindert.
Die Ionen-Kanalstrahlröhren, dio Beschleuniger und die Vakuumapparatur sind, ale dom Fachmann geläufig, zur Vereinfachung
v/eggelassen (Details vgl. auch die vorgenannte Patentschrift des französischen Patentes Nr. 1,243.242 des
Anmelders). Im Reaktionsrohr herrscht zweckmäßig ein gutes
Hochvakuum, es sind sodann im Gegensatz zu den Verhältnissen des Gasentladungspinches technisch gesehen keine bzw. nur
vereinzelte Gasmoleküle vorhanden. Bemerkt wird, daß zweckmäßig schon vor den Beschleunigern Beeinflussungsspulen
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F- , Fp angewendet werden, welche analog Pig. 1 mit den
Spulen 3a und 3b eine einheitliche Feldrichtung (NS -NS-N3
- NS ) besitzen.
In das Reaktionsrohr 1 mündet ein Ansatzrohr 4, welches den Ausgang eines "Slektronenbe schleunigere bildet,
der hier aus einer K&thodonröhre 5 mit Steuergitter und
Lochanoden, einem Uialenkmagnet 6 und einer Konzentrationsspule 7 gebildet wird. Der Umlenkmagnet ist zusammen mit
einem Schirm 8 mit Vorteil vorgesehen, um den Austritt von aus dem Reaktionsraum stammender Strahlung zu verhindern.
In gleicher Weise dient vorteilhaft ein nur beim Eintritt des Ansatzrohres 4 unterbrochener Schirmring 9 dem gleichen
Zweck, sowie der Verhinderung des Austrittes eines Streuflus3e3 des magnetischen Feldes der getrennten Spulen 3a und 3^ in
der Di3tanzzone derselben.
Die große Annäherung der Atomionen auf eine Distanz vorteilhaft der Größenordnung 10" cm muß nicht unbedingt
durch Gegeneinanderführung von zwei Atomionenstrahlen erzielt werden, vielmehr können auch starke Beschleunigungen und
TCigenkontraktionen einzelner Atomionenstrahlen oder magnetische
Konzentration derselben vor dem Zusatz des Elektronenatromes
zur Durchführung des erfindungagemäßen Verfahrens dienen.
Die Gegeneinanderführung von zwei Atomionenstrahlen unter magnetischer Konzentration erscheint jedoch als einfachste
und zweckentsprechendste Voraussetzung für die Erzielung der erfindungsgemäßen Wirkung.
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Claims (8)
1. Verfahren ssur Erzielung kontrollierter Atomkernrerschmelsung, dadurch gekennzeichnet, daß auf einen Strahl (J^ , Jg)
beschleunigter Atomionen, in welchem die Abstände der Atom-
-8 ionen bereits wesentlich unter 10 cm und vorsugswei-se
in der Größenordnung 10""1^Cm liegen, ein Elektronenstrahl (E)
sur Einwirkung gebracht wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, "bei welchem zwei strahlen
gegeneinander beschleunigter, zur Verschmelzung bestimmter
Atoaionen verwendet werden, dadurch gekennzeichnet, daß
auf die boiden gegeneinandergerichteten und bereits in
Kontakt stehenden Atomionenstrahlen (J^ und Jg) ein freier
Strahl Ton Elektronen gerichtet wird, dessen Stärke oder/oder
Seitdauer kontrolliert wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 und/oder 2, unter Verwendung
Von rorteilhaft magnetisch konsentrlerten und in Spiralbahnen
bewegten Atomionen (Fig. 2), dadurch gekennzeichnet, daß deren Schleifenabetand oder Wellenlänge wesentlich unter
10 cm, T«rsugaweise in der Größenordnung 10" J on beträgt,
bevor die Zuführung eines Elektronenzusatses stattfindet.
4. Verfahren nach den Ansprüchen 1 bis 3 oder einem derselben, dadurch gkennseiohnet, daß die Wellenlänge der Ktrpuskularstrahlen (de Broglie-Wellenlänge unter Veränderung durch
magnetischen Einfluß bsw. der Schleif enabstand der Wendelbewegung) durch genügend hohe Beschleunigungsspannung unter
Zuhilfenahme einer magne ti sehen Beeinflussung auf einen
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Wert der Größenordnung 10"1^eBi herabgesetzt wird bzw. ist.
5. Verfahren nach den Anaprüohen 1 bio 4 oder einem derselben,
daduroh gekennzeichnet, daß gleichstark beschleunigte
gleichartige Atemionen Verwendung zur öegeneinanderführung
finden.
6. Verfahren nach den Ansprüchen 1 bis 5 oder einem derselben» dadureh gekennzeichnet, daß die Aussendung bzw. Segeneinanderführung der Atomionon portioniert (in form Ton einzelnen
Stromstößen J* , Jg) erfolgt und erat nach dem Zusammentreffen der Ionenmengen eine ebenfalls portionierte TClektronenmenge (B) hinzugeführt wird.
7. Verfahren nach den Ansprüchen 1 bis 6 oder einem derselben,
daduroh gekennzeichnet, daß dor Elektronenatrom als freier Strahl auf das Iorumbündel mittels Elektronenoptik od.dgl.
(Spule 7) konaentriert wird.
8. Einrichtung sur Durchführung dee Verfahrens naoh den Ansprüchen 1 bis 7 oder einem derselben, dadureh gekennzeichnet,
dad ein Reaktionärer (l) oder Beaktionsgeflfi einen seitlichen
Ansatz (4) fttr Ale Elektronenzefuhr besitzt, sowie τοη einer
lonzentratiensspule (3af 3b) umgeben ist.
9. Binriohtung nach Anspruch 8, dadureh gekennzeichnet, daß
die Elektronenquelle aus einem KathodengeflÄ (5), einer Usilenkeiariohtung (6) und eimer Konaentrationseinriohtung (7) besteht.
10. Verfahren umt T inriehtune^BaoA den Ansprachen 1 bis 9
oder einem derselben, w^Desokrieben «aid geeeiaknet.
BAD ORIGINAL Fil-r Sen Anmelder t
Jtien, u 20. Juni l$63r.
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