DE1443992C - Verfahren zur Sulfonierung von Fett saureestern mehrwertiger Alkohole - Google Patents
Verfahren zur Sulfonierung von Fett saureestern mehrwertiger AlkoholeInfo
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Description
Gegenstand der Erfindung ist ein Verfahren zur Herstellung von Sulfonierungserzeugnissen durch Sulfonieren
von Estern aus 6 bis 28, vorzugsweise 8 bis 18 Kohlenstoffatome enthaltenden gesättigten Fettsäuren
und mehrwertigen Alkoholen, insbesondere den Triglyceriden dieser Fettsäuren, die, abgesehen vom inständigen
Kohlenstoffatom des Fettsäurerestes, keine weiteren sulfonierbaren oder sulfatierbaren Gruppen
enthalten, durch Behandeln derselben mit überschüssigen Mengen gasförmigen, nicht adduktmäßig gebundenen
mit Luft, Stickstoff oder Kohlendioxid verdünnten Schwefeltrioxids, und Neutralisieren des Sulfonierungsproduktes,
wobei man die Sulfonierung in Gegenwart von Estern aus Fettsäuren der oben angegebenen
Art und einwertigen, höchstens 5 Kohlenstoffatome enthaltenden Alkoholen bei Temperaturen von
70 bis 100° C durchführt, und diese Fettsäureester in Mengen von 10 bis 85% des Gewichts des zu sulfonierenden
Gemisches vorhanden sind und die angewandte Schwefeltrioxidmenge 1,8 Mol pro Mol im
Ausgangsmaterial vorhandener Fettsäureester nicht übersteigt. Das Verfahren ist dadurch gekennzeichnet,
daß man als Ester mehrwertiger Alkohole die Ester, die außer den Resten der oben definierten
Fettsäuren solche von Fettsäuren mit weniger als 6 Kohlenstoffatomen enthalten, einsetzt.
Die mehrwertigen Alkohole enthalten 2 oder mehr Hydroxylgruppen. Vorzugsweise verarbeitet man GIyceride;
daher wird die Erfindung jetzt für den Fall der Glyceride beschrieben. Diese Angaben gelten sinngemäß
für die Ester anderer mehrwertiger Alkohole.
Die von dem Glycerin und anderen mehrwertigen Alkoholen mit wenigstens 3 Hydroxylgruppen abgeleiteten
Ester können sowohl die Reste der höheren als auch die Reste der niederen Fettsäuren im Überschuß
enthalten. Man erhält derartige Ester entweder durch direkte Veresterung des Glycerins mit einem
Gemisch aus höheren und niederen Fettsäuren oder durch Veresterung der in Glycerinteilestern niederer
bzw. höherer Fettsäuren noch vorhandenen freien Hydroxylgruppen mit höheren bzw. niederen Fettsäuren.
Diesen Glyceriden setzt man nun die Ester der freien
ίο höheren Fettsäuren mit Monoalkoholen zu. Die obenerwähnten
Veresterungs- oder Umesterungsverfahren lassen sich allerdings auch derart führen, daß man direkt
zu Gemischen aus den zu sulfonierenden Triglyceriden und höheren Fettsäureestern kommt.
π Für die Sulfonierung gelten die Angaben des Hauptpatents. Die dort angegebenen molaren Mengen
an Sulfonierungsmittel, die 1,1 bis 1,8, vorzugsweise 1,2 bis 1,6 Mol Schwefeltrioxid pro Mol Fettsäurerest
betragen, beziehen sich in erster Linie auf die vorhandenen höheren Fettsäurereste. Es ist allerdings
ungewiß, ob bevorzugt die höheren Fettsäurereste sulfoniert werden; selbstverständlich kann das
Schwefeltrioxid auch mit Resten niederer Fettsäuren reagieren, und es besteht daher die Möglichkeit, daß
Reste höherer Fettsäuren unsulfoniert bleiben. Diese Tatsache ist für die Brauchbarkeit der erfindungsgemäß
erhaltenen Sulfonierungsprodukte meist ohne Belang, weil ja die an niederen Fettsäureresten befindlichen
Sulfonsäuregruppen das Estermolekül auch dann wasserlöslich machen, wenn es unsulfonierte
Reste höherer Fettsäuren enthält. Allerdings sollte praktisch jedes Estermolekül wenigstens eine Sulfonsäuregruppe
enthalten und vorzugsweise sollte die Zahl der vorhandenen Sulfonsäuregruppen wenigstens
V3 der Zahl der vorhandenen Reste höherer Fettsäuren betragen. Legt man aber Wert darauf, auch die
Reste der niederen Fettsäuren in größerem Umfang zu sulfonieren, so sind entsprechend größere Schwefeltrioxidmengen
anzuwenden, so daß sich die angegebenen Schwefeltrioxidmengen auf insgesamt vorhandene
Fettsäurereste beziehen können.
Als Ausgangsmaterial diente ein Umesterungsprodukt von 2 Mol hydriertem Talg und 1 Mol Triacetin.
Im Umesterungsprodukt ggf. noch vorhandene flüchtige Bestandteile (nicht umgesetztes Triacetin)
wurden durch kurzes Erhitzen des Reaktionsproduktes im Vakuum entfernt. Das zu sulfonierende Gemisch
hatte, statistisch gesehen, die Zusammensetzung eines Monoacetofettes.
57 g dieses Monoacetofettes wurden im Gemisch mit 63 g des Äthylesters einer hydrierten Palmkernfettsäure
(JZ des Gemisches = 0,2) bei 80° C durch Einleiten eines 5% SO3 enthaltenden Luftstromes mit
einer Geschwindigkeit von 3001 Luft pro Stunde sulfoniert. Im Laufe einer Stunde wurden 52 g SO3 eingeblasen,
was einem Verhältnis von Reste höherer Fettsäuren : SO3 = 1 :1,45 bzw. gesamte Fettsäurereste
zu SO3 = 1 : 1,3 entsprach. Das Produkt blieb bis zum Ende der Sulfonierung flüssig und war auch
nach dem Erkalten auf Zimmertemperatur gut fließfähig. Das saure Sulfonierungsprodukt wurde mit 2,5 %
seines Gewichtes an H2O2 (als 40%ige wäßrige Lösung
angewandt) 60 Minuten lang bei 50 bis 55° gebleicht und dann mit Lauge neutralisiert. Der Sulfonierungsgrad
betrug 95%, im Lovibond-Tintometer wurden an einer 5 %igen wäßrigen Lösung in einer
4"-Küvette folgende Farbwerte gemessen: gelb: 1,0; jpt: 0,4; blau 0,0. .
3 4
Bei einem Versuch, das Monoacetofett ohne Zu- sehr zäh, dann fest. Dabei bildeten sich in dem Ge-
satz an Fettsäureester einwertiger Alkohole unter den misch Kanäle, durch die die schwefeltrioxidhaltige
oben angegebenen Bedingungen zu sulfonieren, wurde Luft hindurchging, ohne das Schwefeltrioxid an das,
kurze Zeit nach dem Beginn der Sulfonierung starkes zu sulfonierende Material abzugeben. Das erhaltene
Schäumen beobachtet. Nachdem etwa die Hälfte des 5 Reaktionsprodukt war daher nur unvollständig sulfo-
Schwefeltrioxids eingeblasen war, wurde das Produkt niert.
Claims (1)
- PatentanspruchVerfahren zur Herstellung von Suifonierungserzeugnissen durch Sulfonieren von Estern aus 6 bis 28, vorzugsweise 8 bis 18 Kohlenstoffatome enthaltenden gesättigten Fettsäuren und mehrwertigen Alkoholen, insbesondere den Triglyceriden dieser Fettsäuren, die, abgesehen vom α-ständigen Kohlenstoffatom des Fettsäurerestes, keine weiteren sulfonierbaren oder sulfatierbaren Gruppen enthalten, durch Behandeln derselben mit überschüssigen Mengen gasförmigen, nicht adduktmäßig gebundenen mit Luft, Stickstoff oder Kohlendioxid verdünnten Schwefeltrioxids, und Neutralisieren des Sulfonierungsprodukts, wobei man die Sulfonierung nach Zusatz von Estern aus Fettsäuren der oben angegebenen Art und einwertigen, höchstens 5 Kohlenstoffatome enthaltenden Alkoholen bei Temperaturen von 70 bis 100° C durchführt, und diese Fettsäureester in Mengen von 10 bis 85% des Gewichts des zu sulfonierenden Gemisches vorhanden sind und die angewandte Schwefeltrioxidmenge 1,8 Mol pro Mol im Ausgangsmaterial vorhandener Fettsäureester nicht übersteigt, dadurch gekennzeichnet, daß man als Ester mehrwertigerAlkohole die Ester, die außer den Resten der oben definierten Fettsäuren solche von Fettsäuren mit weniger als 6 Kohlenstoffatomen enthalten, einsetzt.
Applications Claiming Priority (2)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DEH0048393 | 1963-03-01 | ||
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Publications (2)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE1443992A1 DE1443992A1 (de) | 1969-03-20 |
| DE1443992C true DE1443992C (de) | 1973-07-26 |
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