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Die Erfindung betrifft eine Raketenabschußrampe in einem allseitig
gepanzerten Fahrzeug mit einer die Raketen senkrecht ausfahrenden Hubvorrichtung
für die im Inneren des Fahrzeuges gelagerten Raketen, die von schwenkbaren Abschußgestellen
außerhalb des Fahrzeuges abzuschießen sind, und mit je einer elektromotorisch angetriebenen,
hydraulischen Betätigungsanlage mit einer Folgeschaltung für die Bewegungsvorgänge
.des Abschußgestells, das die Hubvorrichtung für die Raketen trägt.
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Eine derartige Raketenabschußrampe ist bekannt. Mit ihr ist es möglich,
die Raketen im Inneren des allseitig gepanzerten Fahrzeuges auf die Abschußrampe
zu setzen und abschußbereit zu machen, indem die elektrischen Zündleitungen im Inneren
des Fahrzeuges an der Rakete befestigt werden und dort auch an den Verschwenkmitteln
die endgültige Einstellung der Abschußrampe vorgewählt wird, worauf die Rakete dann
abschußbereit aus dem gepanzerten Raum ausgefahren und oberhalb desselben abgeschossen
wird. Die Betätigung der Rampe kann elektrohydraulisch erfolgen. Dazu werden Arbeitszylinder
vorgesehen, welche das Öffnen der Ausfahrluke im Fahrzeug, das Hochfahren des Abschußgestells
mit der Rakete aus der Stellung im Inneren des Fahrzeuges durch die Luke, das Schließen
der Raketenausfahrluke, das Verschwenken des ausgefahrenen Abschußgestells in die
eingestellte Höhenstellung und das Verschwenken in die vorgewählte Seitenstellung
bewirken.
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Die Arbeitszylinder, welche zu einem Abschußgestell gehören, sind
an eine Druckquelle, d. h. eine Motorpumpe, angeschlossen. Die Zu- und Rückleitung
eines jeden Zylinders ist durch jeweils ein Steuerorgan (Magnetschieber) überwacht,
der seinerseits durch Kontakte oder Anschläge geschaltet wird, deren Stellung vorgewählt
ist. Damit wird die vorstehend wiedergegebene zeitliche Folge der einzelnen Vorgänge
beim Ausschwenken einer Rakete automatisch sichergestellt, ebenso wie die umgekehrte
Reihenfolge beim Einfahren.
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Im einzelnen kann eine derartige elektrohydraulische Betätigungsanlage
so aufgebaut sein, daß eine Motorpumpe aus einem Vorratsbehälter Hydraulikflüssigkeit
ansaugt und über ein Rückschlagventil in einen Speicher drückt, der über ein Speichersperrventil
mit den Arbeitszylindern in Verbindung steht, und zwar über zueinander parallelgeschaltete
Leitungen, die von dem Speichersperrventil ausgehen und jeweils durch einen Magnetschieber
überwacht werden, der gleichzeitig auch die Rückleitung des entsprechenden Zylinders
überwacht. Die Rückleitungen laufen von den Magnetschiebern zu einer gemeinsamen
Rücklaufleitung zusammen, die in den Vorratsbehälter mündet. Sind mehrere Abschußgestelle
vorgesehen, dann werden in dem gepanzerten Fahrzeug entsprechend viele derartige
Betätigungsanlagen angeordnet. Derartige Anlagen fallen aus, wenn der elektrische
Steuerteil oder die Motorpumpe versagen.
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Es ist bereits ein hydraulischer Arbeitszylinder, insbesondere für
Hebezeuge, bekannt, welcher über eine Druckleitung an eine Motorpumpe angeschlossen
und über eine absperrbare Rückleitung mit dem Arbeitsflüssigkeitsbehälter verbunden
ist, in den die Saugleitung der Motorpumpe mündet, wobei in der Druckleitung vor
dem Arbeitszylinder ein zu diesem hin öffnendes Rückschlagventil vorgesehen ist
und zwei Handpumpen parallel zur Motorpumpe geschaltet sind, d. h. jeweils mit ihrer
Saugleitung in den erwähnten Flüssigkeitsbehälter münden und mit ihrer Druckleitung,
in der jeweils ebenfalls ein zum Arbeitszylinder hin öffnendes Rückschlagventil
vorgesehen ist, mit dem Arbeitszylinder in Verbindung stehen. Diese Handpumpen dienen
in erster Linie zur genauen Einstellung der Höhe des Arbeitszylinderkolbens, können
jedoch auch als Hilfspumpen beim Ausfall der Motorpumpe benutzt werden.
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Ferner gehört ein Raketenabschußturm zum Stand der Technik, bei dem
die Raketen innerhalb eines Raumes unterhalb des Abschußgestells konzentrisch um
dieses herum angeordnet sind und über eine Kettenfördervorrichtung auf das Abschußgestell
gebracht werden. Es sind zwei Abschußgestelle vorhanden, die an den beiden Enden
eines um eine senkrechte Achse drehbaren, waagerechten Armes um eine waagerechte
Achse verschwenkbar angeordnet sind. Alle Bewegungen des bekannten Raketenabschußturmes
bzw. seiner Teile werden mittels hydraulischer Antriebsmittel zustande gebracht,
die über Ventile auf elektrischem Wege gesteuert werden. In der Regel ist der ganze
Bewegungsablauf durch entsprechende Ausbildung der elektrischen Schaltungen von
vornherein festgelegt und muß lediglich durch ein bestimmtes Befehlssignal ausgelöst
werden. Bei dieser bekannten Anlage ist auch an einen Notbetrieb von Hand gedacht.
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Aufgabe der Erfindung .ist es, eine Raketenabschußrampe der eingangs
genannten Art derart auszubilden, daß auch bei einem Versagen des elektrischen Steuerteils
oder der Motorpumpen beide Abschußgestelle der Abschußrampe weiter einsatzfähig
bleiben, d. h. ein solcher Ausfall überbrückt werden kann, wobei eine möglichst
einfache Anordnung angestrebt wird.
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Dies ist erfindungsgemäß dadurch erreicht, daß zwischen zwei unabhängig
voneinander ausfahrbaren Hubvorrichtungen mit schwenkbaren Abschußgestellen, die
durch je eine Motorpumpe gespeist sind, zum Notbetrieb eine doppeltwirkende Handpumpe
vorgesehen ist, deren beide Zylinderseiten saugseitig jeweils mit den Vorratsbehältern
und druckseitig über jeweils ein zum Handpumpenzylinder hin schließendes Rückschlagventil
und eine Sammeldruckleitung mit den Druckleitungen der beiden Motorpumpen verbunden
sind, wobei in den beiden Anschlußleitungen zwischen der Sammeldruckleitung und
den Druckleitungen je ein zur Sammeldruckleitung hin schließendes Rückschlagventil
liegt. Dabei können in weiterer Vervollkommnung der Erfindung die beiden für die
Steuerung der Folgeschaltung erforderlichen und zu einem Schieberblock zusammengefaßten
Magnetschieber über eine Nockenwelle von Hand steuerbar sein.
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Beide Abschußgestelle der Raketenabschußrampe sind auch dann einsatzbereit,
wenn die elektrischen Teile der Anlage oder die Motorpumpe ausgefallen sind. Dabei
erfolgt die Steuerung der Schieber bzw. Ventile über je eine Nockenwelle sowie die
Erzeugung des für eine Betätigun- erforderlichen Druckes über eine einzige Handpumpe
von Hand. Sowohl im normalen Betrieb mit Motorpumpen als auch im Notbetrieb mit
Handpumpe ist die Möglichkeit gegeben, bei Sperrstellung der Magnetschieberblocks
zuerst die beiden Speicher zu füllen, und zwar mit der Handpumpe gemeinsam und gleichzeitig.
Andererseits
kann aber auch durch Betätigung der Nockenwellen der
Magnetschieberblocks sofort Druck auf die Arbeitszylinder gegeben werden, welche
daran angeschlossen sind.
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Im folgenden wird die Erfindung an Hand der Zeichnungen beispielsweise
beschrieben. Dabei zeigt F i g. 1 in schematischer Darstellung einen Magnetschieberblock
einer bekannten Raketenabschußrampe sowie die zugehörigen Arbeitszylinder derselben;
F i g. 2 gibt eine schematische Ansicht der erfindungsgemäßen Anordnung zweier Magnetschieberblöcke
nach F i g. 1 mit den beiden zugehörigen Motorpumpen sowie der gemeinsamen Handpumpe
wieder.
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In F i g. 1 ist eine Raketenabschußrampe dargestellt, und zwar mit
ausgezogenen Linien in Grundstellung (Rakete im Fahrzeuginneren) und gestrichelt
in Abschußstellung (Rakete feuerbereit). Dabei ist die Rakete 1 auf einem Abschußgestell
2 angeordnet, welches nach öffnen des Raketenlukendeckels 3 im gepanzerten Fahrzeug
mittels eines Aufzuges, bestehend aus einer Aufzugsschiene 4, in welcher der das
Gestell tragende Aufzugswagen 5 läuft, und einer Aufzugskette 6, herausgefahren
wird, um dann nach Schließen des Raketenlukendeckels 3 in die vorgewählten Höhen-
und Seitenstellung verschwenkt zu werden. Zur Durchführung der vorstehend erläuterten
Bewegungen dienen die Arbeitszylinder 7, 8, 9 und 10. Beim Arbeitszylinder 7 handelt
es sich um einen kombinierten Hub- und Drehzylinder, der das Heben und Ausschwenken
bzw. Senken und Einschwenken des Raketenlukendeckels 3 bewerkstelligt. Der Arbeitszylinder
8 ist ein doppeltwirkender Drehzylinder, der über die Aufzugskette 6 das Heben bzw.
Senken des Abschußgestells 2 mit Rakete 1 nach vorheriger öffnung des Raketenlukendeckels
verursacht. Der Arbeitszylinder 9 ist ein doppeltwirkender Schwenkzylinder und dient
dazu, daß nach durchgeführtem Anheben des Abschußgestells 2 samt Rakete 1
diese in die nach Höhe vorgewählte Abschußstellung einkippt bzw. aus dieser in die
Ausgangsstellung zurückkippt. Bei dem Arbeitszylinder 10 handelt es sich
schließlich gleichfalls um einen. doppeltwirkenden Drehzylinder. Dieser schwenkt
nach vollendetem Kippvorgang bzw. nach dem Ausfahren des Abschußgestells
2 samt Rakete 1 und Schließen des Raketenlukendeckels 3 das Gestell
samt Rakete in die seitlich vorgewählte Abschußrichtung. Derselbe Zylinder schwenkt
auch das Gestell samt Rakete aus der Abschußstellung in die Grundstellung zurück.
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Jeder Arbeitszylinder weist eine Druck- und eine Rückleitung
11,12 auf, über welche ihm die zur Betätigung nötige Druckflüssigkeit (Hydrauliköl)
zuaeführt wird bzw. abfließt. Diese Leitungen 11,12 sind von Magnetschiebern
13 überwacht, von denen aus sie zu einer gemeinsamen Rückleitung
14 bzw. einer gemeinsamen Druckleitung 15 zusammengefaßt sind. In der gemeinsamen
Druckleituna 15 ist ein weiterer Magnetschieber 16 vorgesehen, der als Sperrventil
dient. Die Magnetschieber 13 werden bei Normalbetrieb der elektrohydraulischen Betätigungsanlage
durch Anschläge derart geschaltet, daß die Schritte »öffnen des Raketenlukendeckels
3«; »Ausfahren des Abschußgestells 2 samt Rakete 1«; »Schließen des Raketenlukendeckels
3«; »Einschwenken des Gestells samt Rakete in die vorgewählte Höhenneigung«; »seitliches
Verschwenken des Gestells samt Rakete in die vorgewählte Seitenstellung«; beim Ausfahren
der Rakete automatisch in dieser Reihenfolge erfolgen und beim Einfahren gleichfalls
automatisch in umgekehrter Reihenfolge vor sich gehen. Diese Schaltelemente sind
in F i g.1 nicht dargestellt, da sie für die Erfindung keine Bedeutung haben.
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Wie aus F i g. 2 ersichtlich, sind erfindungsgemäß zwei Anordnungen
gemäß F i g. 1 vorhanden. Dabei führt die gemeinsame Rücklaufleitung 14 bzw.14 a
einer jeden Anordnung zu einem Vorratsbehälter 17 bzw. 17 a für die Hydraulikflüssigkeit.
In diesem ist jeweils eine Motorpumpe 18 bzw.18 a untergebracht, an welche die Druckleitung
15 bzw.15 a jeder Anordnung über einen Speicher 19 bzw.19 a und ein zur Motorpumpe
hin schließendes Rückschlagventil 20 bzw. 20 a angeschlossen ist. Bei normalem Betrieb
saugt die Motorpumpe 18 bzw.18 a aus dem Vorratsbehälter 17 bzw.17 a Hydraulikflüssigkeit
an und drückt sie über das Rückschlagventi120 bzw. 20 a in den Speicher
19 bzw.19 a. Für das Aufrechterhalten des Druckes im Speicher 19 bzw.19 a
sorgt das in der Druckleitung 15 bzw.15 a dem Speicher nachgeschaltete Speichersperrventil
16 bzw. 16 a. Nachdem im Innenraum des gepanzerten Fahrzeuges die Rakete 1 auf das
Abschußgestell 2 montiert wurde, die elektrischen Zündleitungen an sie angeschlossen
und die nicht dargestellten Schaltanschläge zur Vorwahl der Abschußstellung eingestellt
worden sind, wird das zugeordnete Speichersperrventil 16 bzw.16 a betätigt und das
Ausfahren läuft dann automatisch ab, wie vorstehend schon beschrieben wurde.
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Bei Ausfall der Motorpumpe 18 bzw.18 a oder der elektrischen Steuerung,
d. h. des elektrischen Teils der Magnetschieber 13, tritt Funktionslosigkeit der
vorstehend beschriebenen Anlage ein. Um trotzdem einen Notbetrieb aufrechterhalten
zu können, sind folgende Vorkehrungen getroffen. Eine doppeltwirkende Handpumpe
28 ist vorgesehen, welche über zwei Saugleitungen 22 und 22 a jeweils mit dem Vorratsbehälter
17 und 17 a verbunden ist und druckseitig nach ihren beiden zur Handpumpe
hin schließenden Rückschlagventilen 25 bzw. 25 a mit einer Sammeldruckleitung
29 in Verbindung steht, welche in zwei Anschlußzweigleitungen 30 und 31 ausläuft,
die an die Druckleitungen 15 bzw.15 a zwischen den Speichern 19 bzw.
19 a und dem Magnetschieberblock 26 bzw. 26 a angeschlossen sind. Die Vorratsbehälter
17 und 17 a sind über eine Ausgleichsleitung 32 miteinander verbunden. In den Anschlußzweialeitungen
30 und 31 ist jeweils ein Rückschlagventil 35 bzw.36 angeordnet, das zur Sammeldruckleitung
29 hin schließt.
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Die Magnetschieber 13 sind mit dem Speichersperrventil 16 bzw. 16
a zu einem Magnetschieberblock 26 bzw. 26 a zusammengefaßt, der mit einer Nockenwelle
27 bzw. 27 a versehen ist. Die in dem Magnetschieberblock 26 bzw.
26 a verdrehbar gelagerte Nockenwelle 27 bzw. 27 a ermöglicht die Schaltung
der zugeordneten Schieber 13 und des Ventils 16 bzw. 16 a auch bei Stromausfall
von Hand, indem die Welle 27 bzw. 27 a verdreht wird. Im Notbetrieb wird der erforderliche
Druck in dem System durch Betätigen der Handpumpe 28 erzeugt, wobei die Druckleitungen
11 der Arbeitszylinder 7 bis 10 jeder Anlage entsprechend der Verstellung der Nockenwelle
27 bzw. 27 a über die nunmehr mechanisch
betätigten Schieber 13
sowie das Sperrventil 16 bzw. 16 a in der gewünschten Reihenfolge beaufschlagt werden.
Das Einfahren jeder Rampe wird gleichfalls über die Nockenwelle 27 bzw. 27 a gesteuert.
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Das Betätigen der Handpumpe 28 bewirkt eine Füllung der Speicher 19
und 19 a, falls die Magnetschieberblocks 26 und 26 a sich in Sperrstellung befinden.
Dabei wird zunächst der Speicher mit dem niedrigeren Druck der Hydraulikflüssigkeit
gefüllt und eine gemeinsame Füllung erfolgt erst dann, wenn Druckgleichheit in den
beiden Speichern 19 und 19 a erreicht ist. Es kann aber auch sofort auf die Arbeitszylinder
Druck gegeben werden, wenn die Magnetschieberblocks 26 und 26 a betätigt werden.
In diesem Falle dienen die Speicher 19 und 19 a lediglich als Puffer.
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Während des Betätigens der Handpumpe 28 wird aus beiden Vorratsbehältern
17 und 17 a Hydraulikflüssigkeit angesaugt, solange sich welche darin befindet.
Im Leerzustand eines Vorratsbehälters 17 bzw. 17 a saugt ein Arbeitskreis
Hydraulikflüssigkeit aus dem vollen Behälter, während der andere Arbeitskreis Luft
nachsaugt. Auch in diesem Fall entsteht in der Sammeldruckleitung 29 ein Arbeitsdruck.
Im Falle von Undichtheiten bei einer der beiden elektrohydraulischen Betätigungsanlagen
kann mit der intakten Anlage durch Betätigen des zugehörigen Magnetschieberblocks
gearbeitet werden, über den das Rücköl auch zum zugehörigen Vorratsbehälter 17 bzw.
17 a zurückfließt. Da bei gefülltem Vorratsbehälter im Handnotbetrieb mehr Hydraulikflüssib
keit in den Behälter der intakten Seite zurückgefördert wird, als dieser aufnehmen
kann, ist die Ausgleichsleitung 32 vorgesehen, die in Höhe des Normalstandes an
den Vorratsbehältern 17 und 17a angebracht ist und für einen Niveau-Ausgleich sorgt.