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Geaenstand des Patentes 1277 053 ist ein Zapfloch-Zwangsverschluß
für ein mittels eines Stechdegens zu entleerendes Faß, der an seinem freien Ende
einen Pechfänger trägt, wobei das Faß mit einem Korken aus elastischem Material
verschließbar ist. Der zum Verschließen in das Spundloch einzusetzende Pilzkorken
hat hierbei eine Sacklochöffnung zum Verankern eines Korkspießers, und der Korkspieß
ist im Innern des Pechfängers angelenkt. Hierdurch hat der Pilzkorken eine lösbare
Halterung.
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In den Brauereien wird vor dem Füllen der Bierfässer das Zapfloch
mittels eines Korkens verschlossen; neuerdings sind auch Kunststoffkorken im Einsatz.
Das Anstechen beim Wirt wird mittels eines Stechdegens durchgeführt, indem der Korken
oder Kunststoffkorken in das Faß gestoßen wird, und diese Korken bleiben beim Entleeren
im Faß liegen, so daß bei der Lagerung im leeren Zustand sowie beim Rücktransport
zur Brauerei das Zapfloch offen ist. Die Folge davon ist, daß Luft in das Faß eindringt
und die Bierreste eintrocknen läßt. In der Brauerei entstehen dadurch bei der Reinigung
Schwierigkeiten; die eingetrockneten Bierreste lassen sich schlecht lösen und stellen
einen Infektionsherd dar.
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Mit dem Gegenstand des Hauptpatentes wird die Aufgabe gelöst, das
Faß mit oder ohne Inhalt zwangsweise verschlossen zu halten, wodurch die geschilderten
Nachteile nicht auftreten können. Der Spezial-Gummistopfen oder Kunststoffstopfen
wird beim Anstechen von dem Stechdegen aufgenommen, in das Faß hineingestoßen, wo
er während des Entleerens des Fasses bleibt und wird beim Herausziehen des Stechdegens
wieder in das Zapfloch eingezogen, worauf sich Stopfen und Stechdegen voneinander
trennen. Luft und Unreinigkeiten können in das Faß nicht mehr eintreten. Nach dem
Zapfen bleibt CO'-'-Gas unter überdruck im Faß, was vollends die Verkrustung der
Bierreste verhütet. Eine vorzügliche Reinigung kann mit geringeren Mitteln erfolgen,
und eine Infektionsgefahr oder sonstige Verunreinigungsgefahr ist ausgeschlossen.
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Nach dem Hauptpatent ist der Korkspieß an dem Pechfänger angelenkt,
wodurch die gesamte Vorrichtung empfindlich ist und leicht zerstört werden kann.
Diesem Mangel wird nach der Erfindung dadurch abgeholfen, daß der Korkspieß und
der Pechfänger einstückia mit dem Stechde-en verschraubt sind und C CD
daß
der Korkspieß zusammen mit dem Pilzkorken einen Hohlraum umschließt, der durch Öffnungen
in der Wand des Pilzkorkens und durch Öffnungen in der Wand des Pechfängers über
den Innenraum des Pechfängers mit dem Innern des Degens und mit dem Faßinneren verbunden
ist. Mit dieser erfinderischen Maßnahme wird auch noch erreicht, daß der Pilzkorken
eine ähnliche Funktion ausübt, wie der eigentliche Pechfänger. Dabei bleibt nach
wie vor gewährleistet, daß die Eintrittsbohrungen für das Bier immer ganz dicht
am Boden des Fasses liegen.
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Eine besondere Ausbildung der Erfindung besteht darin, daß der das
Ende des Pechfängers bildende Korkspieß am Außenumfang ein dem Zapfloch des Fasses,
vom Faßinneren her gesehen, zugewendete Schulter hat und daß der Pilzkorken am Eingang
seines Innenraumes eine wulstförmige Einschnürung hat, die zum Einschnappen über
die Schulter bemessen ist. Die Bemessung von Wulst und Schulter kann so getroffen
werden, daß der Korken mit Sicherheit im Zapfloch bleibt, bis sich der Korkspieß
darin verankert hat, und daß der Korkspieß beim Wiederverschließen des Fasses mit
Sicherheit erst aus der Verankerung freigegeben wird, wenn der Pilzkorken wieder
fest im Zapfloch sitzt.
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Der Gegenstand der Erfindung wird weiter verbessert durch einen Ansatz,
mit dem der Korkspieß von seiner Schulter bis zum Ende des Ansatzes etwa die gleiche
Länge erhält, die die Öffnung des Pilzkorkens von der Innenseite der Einschnürung
bis zu ihrem Boden hat. Hiermit wird erreicht, daß der Korken beim Einstoßen des
Korkspießes nicht ge-,taucht. sondern gelängt wird und dadurch dem Einstoßen weniger
Widerstand entgegensetzt. In umgekehrter Richtung wird analog das gleiche bewirkt,
weil der Pilzkorken vom Korkspieß nachgeschleppt wird.
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Die Wirksamkeit dieser Maßnahme wird erfindungsgemäß durch eine konvex
gewölbte Verjüngung des offenen Endes des Pilzkorkens verbessert, dessen größter
Durchmesser größer ist als der Zapfdurch messer. Hierzu kommt noch ein Kragen an
seinem geschlossenen Ende, der größer ist als dieser größte Durchmesser. Der Pilzkorken
kann durch diese Maßnahme stets bequem in das Zapfloch hineingezogen werden, kann
aber nicht ohne besondere Maßnahmen herausgeholt werden, da er mit seinem Kragen
innen am Zapflochrand anschlägt. Die Größe des größten Durchmessers gewährleistet
den festen Sitz im Zapfloch, der Kragen gewährleistet die bestmögliche
Ab-
dichtung, zumal er von innen her von dem Druck des C02-Gases beaufschlagt
ist. An seinem kragenseitigen Ende darf der Pilzkorken etwas konvex eingezogen sein.
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In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel dargestellt. Es zeigt
F i g. 1 ein verschlossenes Faß, geschnitten, C
F i g. 2 die
Einzelheit A aus F i g. 1, vergrößert, F i g. 3 ein Faß mit
Zapfeinrichtung, geschnitten, F i g. 4 die Einzelheit B aus F i
g. 3, vergrößert, F i g. 5 das Faß mit der Zapfeinrichtung nach F
i g. 3, kurz vor dem Anstechen oder kurz vor dem Wiederverschließen.
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In den Zeichnungen ist in die Oberseite des Fasses 1 ein Einsatz
mit dem Zapfloch 2 eingeschweißt, in das der Pilzkorken3 mittels einer Korkmaschine
von außen her einzusetzen ist und aus dem er von außen her in das Faß hineingestoßen
werden kann. Der Pilzkorken ist aus elastischem Material hergestellt und hat einen
Innenraum 4, dessen Öffnung durch einen Wulst 5 eingeengt ist. Der geschlossene
Boden 6 ist von einem Kragen 7 umgeben. In der Nähe des Kragens ist
die Wand 8
des Innenraumes 4 von Öffnungen 9 durchsetzt.
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Im unteren Teil der F i g. 5 ist der Pilzkorken in seiner entspannten
Form zu sehen, im oberen Teil in seiner elastisch ein 'gezogenen Form. Den größten
Durchmesser hat der entspannte Pilzkorken 3 bei 10.
Bei 11 und
12 ist es konvex aewölbt. Im eingezogenen Zustand in F i g. 5 oben
hat der Pilzkorken eine im wesentlichen zylindrische Wand 8, da er unter
Druck an der Wand des Zapfloches 2 anliegt.
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In das untere Loch des Stechdegens 13 ist ein Pechfänger 14
mit Gewinde eingeschraubt. Sein unteres Ende, einstückig mit dem oberen Ende, ist
als Korkspieß 15 ausgebildet. Hierzu ist im Beispiel eine Nut in den Mantel
des Pechfängers eingedreht,
so daß eine Schulter 16 gebildet
wird, die dazu bestimmt ist, unter den Wulst 5 des Korkens zu greifen und
sich dort zu verankern.
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Auch der Pechfänger 14 hat einen Innenraum 17,
der durch Bohrungen
18 mit dem Innenraum 4 des Korkens und über die Bohrungen 9 mit dem
Inneren des Fasses 1 in Verbindung steht.
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In F i g. 5 oben ist noch ein Teil der Armatur 19
zu
sehen, mit der das Faß an die Druckgasflasche angeschlossen ist. Der Korkspieß
15 endet in einem Ansatz 20, wodurch ein Teil des Innenraumes 4 des Korkens
3 stets erhalten bleibt. Die Öffnungen 9 und 18, durch die
hindurch das Bier in den Pechfänger 14 und in den Stechdegen 13 eintritt,
werden nicht abgedeckt und bleiben offen.
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Zum Anstechen des Fasses wird die Armatur 19
in das Zapfloch
2 eingesetzt. Dann wird der Stechdegen 13 nach unten geschoben, so daß sich
der Korkspieß 15 in den Raum 4 hineindrückt und sich seine Schulter
16 unter dem Wulst 5 des Pilzkorkens 3
verankert. Bei weiterem
Vorschieben drückt der Stechdegen 13 mit dem Ansatz 20 des Korkspießes
15 auf den Boden 6 des Pilzkorkens 3. Dieser haftet noch an
der Wand des Zapfloches 2. Mit steigendem Nachdrücken des Ansatzes 20 längt sich
der Pilzkorken 3, so daß sein Druck auf die Wand des Zapfloches nachläßt
und er leicht daraus herausgleitet. Zusammen mit dem Korkspieß und dem Degen wird
der Pilzkorken 3 auf dem Boden des Fasses abgestellt, wo ein kleiner Kanal
21 (F i g. 3) angeprägt ist.
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Durch die Armatur 19 tritt, am Stechdegen 13 entlang,
Druckgas, meistens Kohlensäure, in das Faß ein, beaufschlagt die Oberfläche des
Bieres und treibt die Biersäule durch die Bohrungen 9, den Raum 4, die Bohrungen
18, den Innenraum 17 des Pechfängers und das Innere des Stechdegens
13 in die Bierleitung. Gewisse Verunreinigungen, das Pech, wird in den Räumen
4 und 14 zurückgehalten.
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Das Bier wird bis auf einen kleinen Rest, der in dem Kanal 21 stehenbleibt,
aus dem Faß 1 herausgetrieben, das noch unter dem Druck der Kohlensäure steht,
die durch die Armatur 19 eintritt. Nun wird der Stechdegen 13 aus
dem Zapfloch 2 herausgezogen, wobei der Pilzkorken 3 mit in das Zapfloch
2 hineingenommen wird. Beim Durchziehen durch dieses Loch wird der Pilzkorken
3 unter der ziehenden Wirkung, die die Schulter 16 des Korkspießes
auf den Wulst 5 des Korkens ausübl, gelängt und schlüpft bis zum Anschlagdes
Kragens 7 in das Zapfloch hinein. Der Kragen 7 liegt dichtend an,
und die Bohrungen 9 des Pilzkorkens 3 werden von der Wand des Zapfloches
2 abgedeckt. Bei kräftigem Ziehen an dem Stechdegen 13 gibt der Wulst
5 nach und gibt den Korkspieß 15 aus seiner Verankerung frei. Der
Innenraum 4 des Korkens 3 kann nun leicht gereinigt werden.