DE1341C - Rotirende Dampfmaschine - Google Patents
Rotirende DampfmaschineInfo
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- DE1341C DE1341C DE000000001341DA DE1341DA DE1341C DE 1341 C DE1341 C DE 1341C DE 000000001341D A DE000000001341D A DE 000000001341DA DE 1341D A DE1341D A DE 1341DA DE 1341 C DE1341 C DE 1341C
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Description
1877.
AUGUST WINKLER in BRESLAU. Rotirende Dampfmaschine.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 12. Juli 1877 ab.
Das wesentlich Neue an dieser Dampfmaschine ist die Einrichtung, dafs der Kolben bei jedem
Hub ein Gewicht hebt, durch dessen Fallen die Welle gedreht wird und dafs als zu hebendes
Gewicht das Schwungrad dient, welches, dem vorerwähnten Principe entsprechend, also fest
mit dem Kolben verbunden wird. Es wird also durch jeden Hub das Schwungrad um die Höhe
des Hubes gehoben und gleichzeitig um die halbe Hubhöhe excentrisch verschoben, so also,
dafs die obere Hälfte des Schwungrades, wenn man sich dasselbe aus zwei Hälften construirt
denkt, von denen jede an einem Ende der doppelt durchgehenden Kolbenstange befestigt
ist, am langen Hebel, die untere am kurzen Hebel wirkt und die obere fallende Hälfte daher
durch ihr Uebergewicht die untere steigende heben und die Welle drehen kann.
Der Zweck dieser Construction ist die Herstellung einer rotirenden Maschine, also Wegfall
der Kurbel und dementsprechende Vergröfserung des Nutzeffects, unter gleichzeitiger Bewahrung
der gewöhnlichen vorteilhaften Cylinderconstruction und überhaupt grofser Vereinfachung
der gesammten Construction, da insbesondere auch der Steuerungsmechanismus ein sehr einfacher wird.
Die Maschine ist vorzüglich für solche Werke bestimmt, welche auch gut durch Wasserkraft zu
betreiben sind, also für Mühlen, Spinnereien etc.
Die gezeichnete Maschine hat zwei Cylinder und zwei mit jedem Kolben durch den Kolben
verschiebbare Schwungräder. In der Zeichnung sind nur die für das Princip der Maschine
wesentlichen Theile enthalten. Alle Vorrichtungen zum Schmieren, Ablassen des condensirten
Wassers und alle Befestigungen sind nicht aufgeführt. Es bezeichnet Fig. 1 den Durchschnitt
der Maschine mit dem Dampfzuströmungs- und dem Dampfausströmungsrohre für den hinteren
Cylinder.
Fig. 2 dasselbe für den vorderen Cylinder.
Fig. 3 die Maschine mit ihren beiden Schwungrädern in Bewegung und Vorderansicht der
Dampfzu- und Ausströmung,
Fig. 4 die Maschine in Ruhe, mit Offenlegung der Dampfzu- und Ausströmungsrohre.
Fig. 5 und 6 die Dampfzu- und Ausströmung im Hauptdampfrohre D nach Schnitt t u und vw.
Fig. 7 die untere Ansicht der zu Fig. 5 und 6 gehörigen drei Dampfschieber.
Fig. 8 die Dampfzu- und Ausströmung im Längsdurchschnitt.
Fig. 9 die Ansicht der Maschine von aufsen.
Fig. 10 zeigt dasselbe Princip der Maschine mit abgeändertem separatem Dampfab- und Zuführungsrohr.
KK1 bezeichnet in Fig. 1 und 2 einen parallelepipedischen
Körper, der mit zwei Ansätzen, die zur festen Lagerung dienen, versehen ist,
rechts mit dem vollen Ansatz W1 und links mit dem gleichzeitig zur Aufnahme des Dampfrohres
bestimmten hohlen Ansätze JV2. In dem Körper KK' befinden sich die beiden Cylinder
A und B, die senkrecht zu einander gebohrt bezw. eingesetzt sind und im rechten Winkel
zu den beiden Ansätzen W1 und W^ stehen.
Die Mittelpunkte der Cylinder A und B fallen in die Mittellinie der Ansätze W1 und W"2,
und es drehen sich die Cylinder in Gemeinschaft mit den beiden Ansätzen. In dem Ansätze
W2 sind die vier Dampfkanäle, die den Dampf nach und von den Cylindern A und B
führen, rechtwinklig zu einander in c c c c angebracht, und zwar zu A die Kanäle a1 und a~
und zu B die entsprechenden h% und b2. Die
vorerwähnten vier Kanäle bilden also die Verbindung der hohlen Welle W2 mit ihrem betreffenden
Cylinder. Die Dampfkanäle sind in der Welle W'z durch einen länglichen Einschnitt
befestigt und werden in ihrer rechtwinkligen Biegung in Höhe des parallelepipedischen Körpers
KK1 breit abgedrückt, um die Höhe der
ganzen Maschine zu verringern und um doch einen gleichen Querschnitt der Kanäle bis zur
Einströmung in die Cylinder beizubehalten. — Die Kanäle selbst drehen sich mit der Welle
und dem Cylinder gleichmäfsig.
Mit den Kolbenstangen der Cylinder sind die Schwungräder P1 und P'1 fest verbunden und
zwar P1 mit der Kolbenstange von A und P'1
mit der von B (Fig. 1 bis 4). Parallel mit den
Kolbenstangen sind noch aufserhalb des Körpers KK1, also zwischen dem Körper und dem
Dampfkanale, in jedem Schwungrade zwei Führungsstangen angebracht, die das seitliche
Schwanken des Rades verhindern, den Seitendruck auf den Kolben, die Stopfbüchsen und
Deckel, beseitigen und die hier nicht anwend-
baren Speichen ersetzen sollen, in P1:/1 und
/2 und in P1:/3 und/4.
Die Dampfzu- und Ausströmung erfolgt durch das festliegende Rohr D, das genau in die
Höhlung IV1 eingepafst ist (Fig. ι, 2 und 8).
D ist vermittelst einer Scheidewand d in zwei Theile getheilt, von denen der untere 60 ° umfafst
und zur Dampfzuleitung E und der obere zur Dampfableitung F dient. In dem oberen
Theile F sind im rechten Winkel zu einander innerhalb der Welle W'1 drei Ausschnitte von
gleicher Dimension, wie die Dampfkanäle a1 a2
b' b 2, und zwar so angebracht, dafs der mittlere
genau am höchsten Punkte von F seine Mittellinie hat. Die Ausschnitte von F passen genau
auf die Ausschnitte der Dampfkanäle. Drei der Dampfkanäle treffen immer gleichzeitig auf die
Einschnitte von F. Der untere Theil des Dampfrohres D, als zur Zuleitung E dienend,
hat drei längliche gleiche Oeffmmgen, die wieder jede denselben Durchschnitt, wie die Dampfkanäle
haben und genau auf diese passen (Fig. 3 bis 8). Diese Oeffnungen in E sind durch
drei Schieber el e2 e3 verschliefsbar, und es
wird durch Oeffnen bezw. Zuschieben derselben der Dampf eingelassen bezw. abgesperrt. In
Fig. 7 sind zwei der Schieber geschlossen und einer geöffnet gezeichnet. Die Schieber sind in
den unteren Theil der Wandung von D eingelassen.
Fig. 10 zeigt dasselbe Princip der Dampfzu- und Ausströmung, mit dem Unterschiede nur,
dafs beide Rohre von einander getrennt sind. Die Maschine ruht dabei nicht auf der hohlen
Welle W~, sondern auf der Welle W, die durch W'1 hindurchgeht. W'1 hat hierbei lediglich den
Zweck, die Dampfkanäle ai a'1 b1 b"~ und das
Zuführungsrohr E aufzunehmen, ebenso das Ausströmungsrohr F. Die Regulirung des
Dampfes erfolgt, wie oben schon beschrieben, ebenfalls durch die drei Schieber el e'1 e3. Es
sind hier gleichzeitig die Dampf kanäle mit gleichem Querschnitt fortgeführt, bis zur Einströmung
in ihre Cylinder.
Nach dieser Beschreibung der wesentlichsten Theile der Maschine werde ich in Nachstehendem
die Bewegung derselben darlegen.
Zunächst verweise ich auf Fig. 4, welche die Ruhelage der Maschine veranschaulicht. Man
erkennt hier, dafs sich, dem Zuge der Schwere nachgebend, beide Räder so eingestellt haben,
dafs die beiden langen Hebel derselben, d. h. die beiden aufserhalb der Cylinder liegenden
halben Kolbenstangen pi und/2, unter etwa
45° schräg nach unten gerichtet sind. Da der Ausschnitt in E 60 ° beträgt, die Spalten ecm
der Welle W'1 aber nur 90 ° von einander entfernt sind, so mufs immer eine Spalte c und
also irgend ein Dampfkanal vor einem der drei geschlossenen Schieber e, gewöhnlich, wie hier,
vor <?' stehen. Oeffnet man nun ^1 durch Zurückziehen
in die Lage der Fig. .8, so strömt der Dampf aus E in den Kanal b' und hebt
den Kolben und das Rad P'1 in der Richtung des Pfeiles h bis etwa in die Lage P3. Die
Folge dieser- Hebung von P% wird sein, dafs
nun die am längeren Hebel wirkenden Theile von P3 (gleich dem gehobenen P'z) und von P1
zu fallen beginnen und dadurch die Welle W drehen. Sobald die Maschine in Bewegung ist,
schliefst man den Schieber el und öffnet den senkrecht unter der Drehungsaxe liegenden
Schieber c3, so dafs nun jedesmal ein Hub beginnt, sobald ein Spalt vor e3 vorübergeht.
Oeffnet man mehrere der Schieber, so wird der Dampf nicht plötzlich eintreten, sondern allmälig,
so lange der Kanal vor den Oeffnungen e l e* oder e 3 vorbeigeht und dadurch die Hebung
des Schwungrades eine vollständigere werden, ohne einen Stofs in der Maschine zu bewirken.
Ist das Schwungrad auf seine höchste Höhe gehoben, so dreht sich die Welle und mit ihr
drehen sich die Dampfkanäle. Ist b l an der
Dampfeinströmungsöffnung e vorbei, so tritt an die Stelle von b1 a1; b1 kommt mit F in Verbindung,
wodurch der Dampf ausströmen kann. Dasselbe tritt ein, wenn αi bei e vorbei ist, es
kommt dann b~ an die Einströmungsöffnung etc.
Ist Schieber e3 geöffnet und e'2 und e1 geschlossen,
so wird jeder Hub bei einer der in Fig. ι und 4 gezeichneten Lage der Räder P1
und P'1 gleichartigen Lage beginnen und die Maschine in der in Fig. 4 angezeigten Richtung
rotiren. Nach je 90 ° Rotation wird dann ein Hub ■ stattfinden und werden die fallenden
Massen der Räder P1 und P2 genau wie zwei
zu einander senkrechte Kurbeln sich ergänzend auf die Welle drehend wirken.
Es wird nun vorläufig vorausgesetzt, dafs in der Zeit des Vorüberganges eines Spaltes c voider
Oeffmmg e 3 so viel Dampf in den betreffenden
Cylinder tritt, dafs '/4 Cylinderfüllung stattfindet.
Während dieser Zeit soll der Dampf mit .vollem Druck das Rad P gerade noch mit
Leichtigkeit heben können. Während dieser ersten Dampfwirkung steigt nun P nahezu lothrecht
aufrecht. Hat nun der Spalt die Oeffnung e3 passirt und gelangt vor die geschlossenen
Schieber £2 und e1 und. die Wand von d,
so ist in dieser Zeit der eingetretene Dampf abgesperrt. Da nun diesem Fortschreiten des
Spaltes ein gleich grofses Neigen des Cylinders und also der Kolbenstange bis in die horizontale
Lage entspricht und mit diesem Neigen der Kolbenstange wieder eine fortschreitende
Verminderung des Druckes des Rades P auf den Kolben, bis zu Null in der horizontalen
Lage, eintritt, so kann der abgesperrte Dampf während dieses Neigens vollständig expandiren,
indem er je nach dem noch vorhandenen Drucke des Rades auf den Kolben diesen mit
seiner verminderten Spannung weiter bewegen wird. Es wird bei der Maschine eine stärkere
Cylinderfüllung als '/4 im allgemeinen nicht beabsichtigt,
um Stöfse der Kolben der gehobenen Räder gegen die Cylinderdeckel zu vermeiden. Sollte die gewählte Spaltbreite und Schieberbreite
nicht passend sein, so wäre dies nach
Claims (1)
- /ί3Η/1praktisch angestellten Versuchen zu ändern. Die Anzahl der Rotationen der Maschine pro Minute sei 15, dann ist die Zeit von einer Rotation 4 Secunden, und die Zeit des Passirens eines Spaltes vor der etwa 33 ° umfassenden Oeffnung e3 etwa '/3 Secunde.Eine Beschleunigung des Ganges der Maschine durch Vermehrung des Dampfdruckes wäre nicht oder doch nur sehr beschränkt möglich, weil die Rotationszeit nicht nur von der Kolbengeschwindigkeit, sondern hauptsächlich vom Uebergewicht der fallenden Radgewichte über die Belastung der Maschine abhängt.Die mit dem schnelleren oder langsameren Gange sich ändernde Hubzahl würde auf die pro Secunde zur Wirkung gelangende Dampfmenge ohne Einflufs sein; denn eine Vermehrung z. B. der Hubzahl durch schnelleren Umlauf würde ein entsprechend schnelleres Vorübergehen des Spaltes c vor e bewirken und also pro Hub eine entsprechend verminderte Dampfmenge in den Cylinder gelangen lassen. Bei langsamerem Gange dagegen findet das entgegengesetzte Verhältnifs statt. Aus diesem Grunde ist die Maschine für möglichst gleichmäfsige Leistungen bestimmt. Man könnte' allerdings durch Einrichtung einer beliebigen Aenderung des Gewichtes der Räder JF" und i32 auch den Gang der Maschine und den Effect derselben veränderlich machen.Die Maschine ist hier so beschaffen (Fig. 3), dafs eine Aenderung des Effects nur durch Aenderimg der lothrechten Höhe der Radhebimg stattfinden kann, die ihrerseits wieder nur von einer Aenderung der 'Dampfspannung und von der Weite der Austrittsöffnung e abhängig ist. Je höher die Dampfspannung, um so stärkere Cylinderfüllung tritt ein, und um so höher also wird die lothrechte Radhebung. Und je breiter e3 ist, oder je mehr Schieber man öffnet, desto mehr hat man ebenfalls lothrechte Radhebung. Hierbei ist zu beachten, dafs eine Verminderung der pro Hub eintretenden Dampfmenge durch Verengung von e die Wirkungsweise der Räder insofern unbeeinflufst läfst, als jedes Rad permanent drehend wirkt, und zwar nur je nach der Lage mit verschiedenem Effect.Der theoretische Effect der Maschine entspricht selbstverständlich pro Hub dem Gewichte des gehobenen Rades in die senkrechte Fallhöhe.Als Vortheile, die sich aus dieser Construction ergeben, hebe ich hervor: durch Herstellung einer direct rotirenden Maschine Beseitigung der Kurbel und der Kraftverluste, welche aus der Anwendung der Kurbel folgen und überhaupt die Vereinfachung der Maschine.Patent-Anspruch: Die Construction einer rotirenden Dampfmaschine, wie beschrieben, in welcher der Kolben nicht direct oder durch eine Kurbel auf die Welle wirkt, sondern in welcher Cylinder und Welle fest mit einander verbunden sind und um eine gemeinschaftliche Axe rotiren, in welcher mit dem Kolben des Cylinders ein Schwungrad fest verbunden ist, dessen Schwerpunkt durch jeden Hub um die lothrechte Höhe des Hubes gehoben und um die halbe Hubhöhe excentrisch verschoben wird und in welcher dieses verschiebbare Schwungrad durch das Fallen seines Schwerpunktes aus der höchsten Lage über der Welle bis in die tiefste Lage unter der Welle vor Beginn des neuen Hubes die Welle dreht.Hierzu 3 Blatt Zeichnungen.
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1341T | 1877-07-11 |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE1341C true DE1341C (de) |
Family
ID=70846791
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE000000001341DA Expired - Lifetime DE1341C (de) | 1877-07-11 | 1877-07-11 | Rotirende Dampfmaschine |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE1341C (de) |
-
1877
- 1877-07-11 DE DE000000001341DA patent/DE1341C/de not_active Expired - Lifetime
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