DE1234052B - Einrichtung zur Ermittlung der Feuchtigkeit von Getreide od. dgl. - Google Patents
Einrichtung zur Ermittlung der Feuchtigkeit von Getreide od. dgl.Info
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Description
- Einrichtung zur Ermittlung der Feuchtigkeit von Getreide od. dgl.
- Die Erfindung bezieht sich auf eine Einrichtung zur Ermittlung der Feuchtigkeit von Getreide od. dgl. aus einer Probemenge, die zerkleinert in einen Meßbehälter gefüllt und verdichtet wird, wobei der Meßbehälter eine Anordnung zur Messung des elektrischen Widerstandes der Probemenge und eine Temperaturmeßeinrichtung aufweist.
- Bei der Trocknung und Lagerung von Getreide od. dgl. ist es erforderlich, den Feuchtigkeitsgehalt in regelmäßigen Abständen oder laufend zu messen. Im allgemeinen sind diese Messungen bei der Anlieferung von Getreide od. dgl. zur Lagerung erforderlich, da die Feuchtigkeit des Getreides maßgebend für die Lagermöglichkeit und den Preis ist. Ergeben solche Messungen einen zu hohen Feuchtigkeitsgehalt, so muß das Getreide od. dgl. einem Trockner zugeführt werden und nach dem Trocknen wieder der Feuchtigkeitsgehalt festgestellt werden. In derPraxis werden im allgemeinen die Meßproben manuell dem Getreideförderstrom in zeitlichen Abständen entnommen, eventuell geschrotet und dann im Labor, z. B. mittels einer Widerstandsmeßeinrichtung, gemessen. Von der Entnahme der Probe bis zur Feststellung des Meßergebnisses geht aber je nach Räumlichkeit eine gewisse Zeit verloren, in der eventuell Getreide od. dgl. mit einem unerwünschten Feuchtigkeitsgehalt den Lagerstellen, dem Trockner od. dgl. zugeführt wird.
- Außerdem werden die Proben einer sehr großen Getreidemenge entnommen und weisen, obwohl die Menge gut gemischt wird, nicht immer die tatsächliche Feuchtigkeit der ganzen Menge auf, wie die Praxis gezeigt hat. Da die Proben manuell entnommen werden, und zwar im allgemeinen nur halbstündlich, ist auch keine Gewähr dafür gegeben, daß tatsächlich für jede Getreidemenge die richtigen Feuchtigkeitsgehalte aufgezeichnet werden.
- Es ist allerdings auch schon vorgeschlagen worden, die manuelle Entnahme der Meßproben zu mechanisieren, indem beispielsweise Walzen vorgesehen werden, zwischen denen das Meßgut hindurchläuft und welche die Meßelektroden für die Widerstandsmessung darstellen. Derartige Walzen dienen dabei gleichzeitig als Zerkleinerungswerkzeuge und üben während des Meßvorgangs einen gewissen Preßdruck auf das Gut aus. Bei derartigen Meßvorrichtungen, bei denen gegebenenfalls auch der Meßbehälter mit dem Mahlwerk zur Zerkleinerung des Meßgutes verbunden sein kann, wird also das Gut während der Messung bewegt. Es ist also kein definierter Meßraum vorhanden, in dem sich das verdichtete Meßgut befindet, so daß die Feuchtigkeitsmessungen häufig äußerst ungenau ausfallen.
- Es ist daher die Aufgabe der Erfindung, eine Einrichtung zu schaffen, mit der in kurzen Zeitabständen vollautomatisch Probemengen aus einem Gutstrom von Getreide od. dgl. auf ihren Feuchtigkeitsgehalt untersucht werden können und bei der die Messung in einem genau definierten Meßraum erfolgt. Gleichzeitig soll erreicht werden, daß die Messungen äußerst schnell und ohne weitere Beeinflussung des Feuchtigkeitsgehaltes der Meßproben während des Meßvorganges durchgeführt werden können.
- Entsprechend dieser Aufgabe besteht die Erfindung im wesentlichen darin, daß der Meßbehälter und ein Mahl- oder Zerkleinerungswerk in fester gegenseitiger Anordnung miteinander verbunden und gemeinsam um eine im wesentlichen horizontale Achse kippbar sind und ihre Innenräume gegeneinander absperrbar so miteinander verbunden sind, daß die Probemenge beim Kippen vom Mahlwerk zum Meßbehälter und umgekehrt fließt. Vorteilhaft wird dabei so vorgegangen, daß der Meßbecher zwei je durch einen Schieber absperrbare Öffnungen aufweist, von denen die eine mit dem Innenraum des Mahl- und Zerkleinerungswerkes in Verbindung steht und die andere einen Einlaß für die Probemenge bildet. Dadurch wird erreicht, daß eine Probemenge ohne manuelles Zutun aus der geförderten Getreidemenge entnommen werden und in das Mahl- oder Zerkleinerungswerk geleitet werden kann, dann nach der erfolgten Zerkleinerung automatisch in den Meßbehälter gelangt und mittels der in diesem vorgesehenen Meßelektroden gemessen wird. Durch die Schwenkbewegung des Meßbechers und Mahlwerkes können in vorteilhafter Weise alle für die Messung erforderlichen Funktionen in Abhängigkeit von der Winkelstellung des Meßbechers und des Mahlwerkes gesteuert werden, so daß die Meßeinrichtung selbsttätig arbeitet. Es ist auf Grund dieser Tatsache möglich, die erfindungsgemäße Einrichtung in den Förderer selbst einzubauen oder an diesen anzubauen, so daß Transportwege für die Probemenge von der Entnahmestelle zum Labor od. dgl. wegfallen können. Damit ist eine fortlaufende Messung bzw. eine Messung in sehr kurzen Zeitabständen von wenigen Minuten möglich, so daß zwischen den einzelnen Messungen nur geringe Mengen des Meßgutes bzw. des Fördergutes die Probeentnahmestelle passieren. Bei dem Einsatz von Trocknern können die ermittelten Feuchtigkeitswerte für den Trockner umgewandelt werden.
- Es sind mit der Einrichtung nach der Erfindung große Möglichkeiten zu besonderen Aufzeichnungs-und Steuermethoden für Förderung und Trocknung gegeben, die nachstehend an Hand der Zeichnung zusammen mit einem Ausführungsbeispiel der Erfindung beschrieben werden. Es zeigt Fig. 1 eine schematische teilweise geschnittene Ansicht der erfindungsgemäßen Meßeinrichtung, Fig.2 einen Teilschnitt durch den Meßbehälter und das Mahlwerk der erfindungsgemäßen Einrichtung.
- Die Meßeinrichtung besteht im wesentlichen aus den zwei wichtigen Teilen, dem Mahlwerk 1 und dem Meßbehälter 2. Die Innenräume des Mahlwerkes und des Meßbehälters sind miteinander verbunden, so daß eine Probemenge vom Meßbehälter zum Mahlwerk und umgekehrt gelangen kann. Es ist der Meßbehälter 2 in an sich bekannter Weise mit zwei elektrischen Meßelektroden 3 sowie mit einer Temperaturmeßeinrichtung 4, welche ein Thermometer, ein Thermoelement od. dgl. sein kann, versehen. Die Meßelektroden 3 sind über nicht dargestellte Leitungen ebenso wie die Temperaturmeßeinrichtung 4 mit einem elektrischen Meßgerät verbunden, welches entweder die ermittelten Temperaturen oder Widerstandswerte des im Meßbehälter befindlichen Gutes aufschreibt oder direkt in Steuerimpulse, Warnsignale od. dgl. umwandelt.
- Der Meßbehälter 2 und der Innenraum des Mahlwerkes 1 sind durch einen Schieber 5 voneinander zu trennen. Außerdem ist eine zweite Öffnung 6 des Meßbehälters durch einen zweiten Schieber 7 zu schließen. Die Öffnung 6 ist mit einem Probemengenzulauf 8 in Überdeckung bringbar, so daß eine vorher abgemessene, selbsttätig aus dem Fördergutstrom entnommene Probemenge über den Meßbehälter 2 bei geöffneten Schiebern 5 und 7 in das Mahlwerk 1 gelangen kann. Das Mahlwerk 1 kann ein beliebiges, z. B. ein elektrisches Mahlwerk sein und wie im Fall des Beispieles mit dem zylindrischen Meßbehälter 2 achsgleich angeordnet sein. Die Schieber 5 und 7 können beliebige Schieber sein oder auch andere beliebig betätigte und gesteuerte Verschlüsse.
- Sobald die Probemenge in das Mahlwerk 1 gelangt, wird dieses in Betrieb gesetzt. Bei der gezeichneten Ausführung kann das Mahlwerkl sich auch bereits in Betrieb befinden, wenn die Probemenge hineingelangt. Danach wird der obere Schieber 7 geschlossen, so daß die Probemenge unter Luftabschluß gemahlen wird und keine Feuchtigkeit entweichen oder zusätzlich in die Probemenge gelangen kann.
- Das Schließen des Schiebers 7 wird zweckmäßig dadurch erreicht, daß das Mahlwerk zusammen mit dem Meßbehälter um eine Schwenkachse 9 im Mittelpunkt des gezeichneten Schwenkkreises 10, im Fall des Beispieles entgegen dem Uhrzeigersinn verschwenkt wird und der Schieber 7 auf einem Steuernocken 11 im Punkt aufläuft. Danach schwenkt das Mahlwerk mit dem Meßbehälter weiter in der gleichen Richtung bis zum Punkt B, in welchem der Antrieb des Mahlwerkes ausgeschaltet wird. Bei der nach der Ausschaltung weiterhin erfolgenden Schwenkbewegung ändert sich die Lage des Meßbehälters 2 gegenüber dem Innenraum des Mahlwerkes 1, so daß das im Mahlwerk befindliche zerkleinerte Gut in den Meßbehälter 2 gelangt. In der Stellung C ist alles Gut in den Meßbehälter 2 hineingelangt, und es wird der Schieber 5 oder ein ähnlicher Verschluß durch den Steuernocken 12 geschlossen. Damit ist die Probemenge im Meßbehälter 2 eingeschlossen, und der Meßvorgang kann beginnen.
- Zum Meßvorgang gehört auch die Verdichtung des zerkleinerten Probegutes, wozu man bei der Erfindung so vorgeht, daß ein teleskopartiger, abgefederter, koaxialer Ansatz 13 des Meßbehälters 2 in Achsrichtung in Richtung des Meßbehälters gedrückt wird.
- Dieser Ansatz 13 beherbergt den Schieber 7, so daß der Innenraum des Meßbehälters 2 verkleinert und das Gut verdichtet wird. Das Anpressen des teleskopartigen Ansatzes 13 kann man in einfacher Weise durch einen Steuernocken 14 erreichen. Nach erfolgter Verdichtung im Punkt D werden die elektrischen Meßelektroden und die Temperaturmeßeinrichtung eingeschaltet und die Messung vorgenommen, während vorübergehend die Schwenkbewegung des Mahlwerkes und des Meßbehälters unterbrochen wird.
- Diese Unterbrechung kann elektronisch oder durch Kontaktsteuerung bewirkt werden und wird aufgehoben, wenn die Messung beendet ist. Mahlwerk und Meßbehälter setzen sich dann wieder in Bewegung, und die Verdichtung des Meßgutes wird aufgehoben, indem beispielsweise der teleskopartige Ansatz 13 von dem Steuernocken 14 gegebenenfalls unter hartem Aufschlag abgleitet. Der harte Aufschlag begünstigt die Lockerung der im Meßbehälter zusammengepreßten Probemenge, worauf im PunktE sodann die Schieber 5 und 7 geöffnet werden und über die Leitung 15 Druckluft in den Innenraum des Mahlwerkes 1 geleitet wird. Das Probegut wird dadurch ausgeblasen und fällt durch die Öffnung 6 und die Entleerungsöffnung 16 in einen Sammelbehälter.
- Gleichzeitig kann das Mahlwerk 1 wieder eingeschaltet werden, um durch seine Bewegung das Ausblasen der gemessenen Probemenge zu begünstigen. Im Punkt wird die Druckluftzufuhr ausgeschaltet, und Meßbehälter und Mahlwerk kehren nach weiterer Verschwenkung in die in F i g. 1 gezeichnete Stellung zurück, in der die Achse des Mahlwerkes und zylindrischen Meßbehälters im wesentlichen aufrecht steht.
- Die Meßeinrichtung wird vorteilhaft so aufgebaut, daß sie sich mit Ausnahme der elektronischen Meßeinrichtung in einem geschlossenen Zylinderring 10 befindet, der direkt an die Probeentnahmestelle angeschlossen werden kann. Von den beschriebenen Nockensteuerungen kann abgewichen werden, und sie können zweckmäßig durch elektromagnetische und hydraulische Steuerung ersetzt sein. Ebenso ist es möglich, das Mahlwerk auszuschalten, um eventuelle Messungen nach der Ganzkornmethode vorzunehmen.
- Der Antrieb für die Schwenkbewegung kann aus einem Elektromotor bestehen, dessen Getriebe an die Schwenkwelle9 angreift. Die elektrischen Zuleitungen zu dem Motor des Mahlwerkes 1 und zu den Meßelektroden3 sowie zu dem Thermometer 4 können über Schleifkontakte geführt sein. Bei der Verwendung von biegsamen Zuleitungen bzw. Zuleitungskabeln ist es möglich, die Schwenkbewegung des Meßbehälters und Mahlwerkes auf einen Winkel von unter 3600 zu beschränken und das Mahlwerk nach erfolgtem Ausstoß des Meßgutes wieder in entgegengesetzter Richtung in die aufrechte Stellung zurückkehren zu lassen.
Claims (8)
- Patentansprüche: 1. Einrichtung zur Ermittlung der Feuchtigkeit von Getreide od. dgl. aus einer Probemenge, die zerkleinert in einen Meßbehälter gefüllt und verdichtet wird, wobei der Meßbehälter eine Anordnung zur Messung des elektrischen Widerstandes der Probemenge und eine Temperaturmeßeinrichtung aufweist, d a durch g e k e n n -zeichnet, daß der Meßbehälter(2) und ein Mahl- oder Zerkleinerungswerk (1) in fester gegenseitiger Anordnung miteinander verbunden und gemeinsam um eine im wesentlichen horizontale Achse kippbar sind und ihre Innenräume gegeneinander absperrbar so miteinander verbunden sind, daß die Probemenge beim Kippen vom Mahlwerk zum Meßbehälter und umgekehrt fließt.
- 2. Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Meßbehälter (2) zwei je durch einen Schieber (5, 7) absperrbare Öffnungen aufweist, von denen die eine mit dem Innenraum des Mahl- oder Zerkleinerungswerkes (1) in Verbindung steht und die andere einen Einlaß für die Probemenge bildet.
- 3. Einrichtung nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Stellung der Schieber (5, 7) in Abhängigkeit von der Winkelstellung des schwenkbaren Meßbechers und Mahlwerkes gesteuert ist.
- 4. Einrichtung nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß das Volumen des Meßbehälters (2) durch verschiebbare Organe (13) während der Schwenkbewegung des Meßbehälters und Mahlwerkes reduziert ist.
- 5. Einrichtung nach Anspruch 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Antrieb des Mahlwerkes (1) sowie die elektrische Anschaltung der Meßelektroden (3) und Temperatureinrichtung (4) des Meßbehälters (2) in Abhängigkeit von der Winkelstellung des Meßbehälters und Mahlwerkes gesteuert ist.
- 6. Einrichtung nach Anspruch 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß der Meßbehälter(2) zylindrisch ausgebildet ist und in aufrechter Stellung oberhalb des Mahlwerkes liegt, dessen Innenraum einen konischen Übergang zum Meßbehälter besitzt.
- 7. Einrichtung nach Anspruch 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß ein zur Schwenkachse (9) konzentrischer Zylinderring (10) vorgesehen ist, der die Meßeinrichtung umgibt und auf dessen Innenseite Führungen und mechanische Steuernocken für die Schieberfunktionen usw. vorgesehen sind.
- 8. Einrichtung nach Anspruch 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß der Einlaß (6) für die Probemenge mit einem Einlaufstutzen (8) und einer Auslauföffnung (16) in Überdeckung bringbar ist.In Betracht gezogene Druckschriften: Deutsche Patentschrift Nr. 711 748; USA.-Patentschriften Nr. 2 654054, 1 826 247.
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