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Einrichtung zum passerhaltigen Ausrichten des Die Erfindung betrifft
eine Einrichtung zum passer- Bogens an Tiegeldruckpressen haltigen Ausrichten des
Bogens an Tiegeldruckpressen, bei denen die An- und Ablage der zu bedruckenden Bogen
durch schrittweise um jeweils 90'
parallel zur Tiegelebene gedrehte und mit
dem Tiegel mitschwingende Greifer erfolgt, mit einer links vom Tiegel angeordneten
Seitenmarke sowie mit Anlegemarken, die zum vertikalen Ausrichten sowie zum Anlegen
des Bogens gegen die Seitenmarke von Steuermitteln in geeigneter Weise bewegt werden.
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Es sind automatisch arbeitende Tiegeldruckpressen mit einer Einrichtung
zum passerhaltigen Ausrichten des auf den Drucktiegel zugeführten Bogens bekannt,
bei denen der Bogen zum vertikalen Ausrichten gegen zwei Anlegemarken befördert
wird, während das horizontale oder seitliche Ausrichten des Bogens eine Seitenmarke
bewirkt, die den Bogen vor dem Druck in seine genaue Lage schiebt. Auf diese Weise
arbeiten insbesondere Tiegeldruckpressen, deren zu bedrukkende Bogen durch hin-
und herschwingende Sauger vom Anlegestapel unmittelbar zu den Anlegemarken am Drucktiegel
befördert werden.
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Ferner sind Tiegeldruckpressen der eingangs erwähnten Art bekannt,
bei denen das Ausrichten des zugeführten Bogens zu dem Drucktiegel durch eine schräg
nach oben gerichtete Bewegung der Anlegemarken mit dem Bogen in Richtung zur Seitenmarke
erfolgt. Da der Bogen während des Druckvorganges im Bereich des Greifers bleiben
muß, damit er nach durchgeführtem Druck sofort wieder erfaßt und zum Ablegestapel
befördert werden kann, ist die Seitenmarke bei dieser Art Tiegeldruckpressen nur
auf der Seite des Tiegels bzw. des Bogens angeordnet, an welcher der Greifer den
Bogen erfaßt.
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Hierbei tritt der Nachteil auf, daß bei Drucksachen, die einen übereinstimmenden
Vorder- und Rückseitendruck erhalten sollen, verschiedene Seitenkanten des Papiers
an der Seitenmarke zur Anlage kommen. Dadurch können sich Schnittdifferenzen im
Papier beim Drucken der Rückseite nachteilig auf den Passer zur Vorderseite auswirken.
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Dieser Nachteil ist ebenfalls denjenigen Tiegeldruckpressen eigen,
die - wie schon erwähnt - nur eine Seitenmarke aufweisen. Auch bei
diesen Vorrichtungen wird bei der Bedruckung der Rückseite eines Bogens die andere
Seitenkante an die Seitenmarke angelegt.
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Mit der Einrichtung nach vorliegender Erfindung werden diese Nachteile
beseitigt. Die Erfindung besteht darin, daß eine weitere einstellbare Seitenmarke
parallel zur Druckfläche verschiebbar und senkrecht dazu verschwenkbar am Tiegel
angebracht ist, wobei die Seitenmarke in ihre Wirkstellung auf die rechte Tiegelfläche
im Takt der Tiegelbewegung aufgesetzt und davon abgehoben wird und wobei die vom
Antrieb der Tiegeldruckpresse betriebenen Steuermittel zur Bewegung der Anlegemarken,
beispielsweise Nockensteuerung oder Kulissensteuerungen, umschaltbar ausgebildet
sind.
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Die Einrichtung nach vorliegender Erfindung ist in zwei Ausführungsbeispielen
dargestellt und beschrieben. Der Unterschied in den beiden Lösungen besteht darin,
daß bei der zuerst beschriebenen Ausführung der seitliche Schiebeweg der unteren
Anlegemarken durch eine auf die die Anlegemarken tragende Schiene aufklemmbare Hilfsschiene
und einsetzbare Steuerkurve in die entgegengesetzte Bewegungsrichtung verwandelt
wird. Bei der zweiten Lösung ist die Steuerkurve für die Bewegung der unteren Anlegemarken
umschaltbar eingerichtet, um die normale Linksausrichtung in eine Rechtsausrichtung
umzuformen.
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In den F i g. 1 bis 10 ist die erste Ausführung dargestellt,
und zwar zeigt F i g. 1 eine Aufsicht auf den Drucktiegel einer Tiegeldruckpresse
der Art, bei welcher die zu bedruckenden Bogen durch periodisch bewegte Greifer
zugeführt und abgelegt werden und die gemeinsam mit dem Drucktiegel die öffnungs-
und Schließbewegung des Tiegels mitausführen. Die Ausrichtung des angelegten Bogens
erfolgt durch eine rechte Seitenmarke gemäß der Erfindung, F i g. 2 den Drucktiegel
im Querschnitt gemäß der Linie II-II der F i g. 3 mit dem Steuerinechanismus
für die Anlege- und Seitenmarken, F i g. 3 eine teilweise Seitenansicht des
Drucktiegels mit den Anlegemarken in der Stellung vor Druck, F i g. 4 dieselbe
Ansicht wie F i g. 3, jedoch mit nach abwärts bewegten Anlegemarken. Diese
Stellung wird eingenommen, wenn sich der Drucktiegel geöffnet hat, also nicht mit
der Druckfläche senkrecht
steht, wie es der Einfachheit halber in
F i g. 4 dargestellt ist, F i g. 5 Details der rechten Seiterunarke
in der Aufsicht, F i g. 6 diese Teile in der Seitenansicht, und zwar im Schnitt
durch die obere und untere Schiene für die Anlegemarken, F i g. 7 die Seitenansicht
eines der beiden Führungsstücke für die untere Anlegemarkenschiene, F i
g. 8 eine Aufsicht des Steuerkurvenstückes für das Abheben der Seitenmarke
vom Aufzug bzw. Tiegel, damit die Greifer passieren können, F i g. 9 eine
der beiden Anlegemarken für den Bogen in der Aufsicht, F i g. 10 dieselbe
in der Seitenansicht.
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Die folgenden F ig. 11 und 12 gelten für beide Ausführungsbeispiele,
soweit sie die Steuerung der Anlegemarken betreffen, und zwar zeigt Fig.
11 eine teilweise Seitenansicht der Tiegeldruckpresse in Druckstellung des
Drucktiegels mit dem Bewegungsmechanismus der unteren Anlegemarken und Seitenmarken,
die für beide Ausführungsbeispiele gelten, F i g. 12 eine Seitenansicht wie
F i g. 11, jedoch in der Offenstellung des Drucktiegels mit nach unten bewegten
Anlegemarken sowie gesenkter oder abgehobener Seitenmarke.
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In den F i g. 13 bis 18 ist die zweite Ausführung dargestellt,
und zwar zeigt # F i g. 13 eine Aufsicht auf den Drucktiegel, ähnlich wie
F i g. 1, jedoch mit umstellbarer Steuerkurve für die Bewegung der Anlegemarken,
F i g. 14 den Drucktiegel im Querschnitt gemäß der Linie XIV-XIV der F i
g. 15,
F i g. 15 eine teilweise Seitenansicht des Drucktiegels
mit den Anlegemarken in Druckstellung für die Bogenausrichtung zur linken Seitenmarke,
F i g. 16 einen Teilschnitt gemäß der Linie XVI-XVI der F i g. 15
mit der für Linksausrichtung eingestellten Steuerkurve, F i g. 17 eine teilweise
Seitenansicht ähnlich wie F i g. 15, jedoch mit für die Ausrichtung nach
rechts umgestellter Steuerkurve, F i g. 18 einen Teilschnitt gemäß der Linie
XVIII-XVIII der F i g. 17.
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In den F i g. 1 bis 12 ist das Grundgestell mit 1 bezeichnet,
in dem der Drucktiegel 2 in bekannter Weise schwingbar gelagert ist. Die zu bedruckenden
Bogen 3
werden abwechselnd durch Greifer 4 über den Drucktiegel 2 zu den Anlegemarken
7 und 8 befördert. Das Schaltwerk 5, welches das Greiferpaar
4 periodisch um jeweils 90' dreht, ist am Drucktiegel 2 befestigt. Während
der Schließbewegung des Drucktiegels 2 wird der Bogen 3 durch den Greifer
4 in einer Drehung von 90' um den Drehpunkt 6 auf den Drucktiegel
zur Druckstellung befördert, wie es in F i g. 1
zu sehen ist. Die Greifer
4 öffnen sich in dieser Stellung einige Millimeter, so daß der Bogen 3 auf
die beiden Anlegemarken 7 und 8 fällt und auf diesen frei aufsitzt
und die einige Millimeter schräg nach oben gerichtete Bewegung der beiden Anlegemarken
7
und 8 entweder in Richtung zur Seitenmarke 9 oder
10 mitausführt, bis er mit einer Seitenkante an 9 oder 10 anliegt.
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Die beiden Anlegemarken 7 und 8 sitzen verschiebbar
auf einer Schiene 11, die parallel zur Unterkante .des Tiegels 2 von zwei
Hebeln 12 und 13 getragen wird. Letztere sind auf einer Welle 14 (F i
g. 2) verstiftet, die auf einer Seite in der Lagerbüchse 15 drehbar
im Drucktiegel 2 gelagert ist, während sich die zweite Lagerbüchse 16 für
die Welle 14 in einem Lagerböckchen 17 befindet, welches am Drucktiegel 2
angeschraubt ist. Auf der Welle 14 ist weiter der Rollen- und Kurvenhebel
18 befestigt, der eine Rolle 19 trägt, die durch Druckfeder 20 stets
gegen die Steuerkurve 21 für die seitliche Bewegung der Anlegemarken gezogen wird.
Außerdem besitzt der Hebel 18 noch eine Kurve 22. Diese steuert die Heb-und
Senkbewegung des Seitenmarkenhebels 24 mit Seitenmarke 10 mittels Rolle
23. Durch Bolzen 25 ist Teil 24 beweglich am Drucktiegel 2 gelagert.
Der Seitenmarkenhebel 24 mit der Seitenmarke 10 wird bei Linksausrichtung
benutzt. Die Seitenmarke 10
wird so gesteuert, daß sie in die Ausfräsung des
Greifers 4 schwingt, sobald der Greifer 4 in der senkrechten Stellung angelangt
ist und somit die Seitenmarke einen Anschlag für die linke Bogenkante bilden kann.
Nach Druck schließt sich der Greifer 4, und bevor seine weitere Bewegung einsetzt,
um den bedruckten Bogen zum Ablegestapel zu befördern, bewegt sich die Seitenmarke
10 nach unten, gesteuert durch Rolle 23 auf Kurve 22.
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In F i g. 2 ist die Seitenmarke 10 nicht dargestellt,
da - wie F i g. 1 zeigt - die Einrichtung für Bogenausrichtung
durch die rechte Seitenmarke 9 eingestellt ist. Die Anlegemarken
7 und 8 samt der Schiene 11
usw. werden bei der öffnungs- und
Schließbewegung des Drucktiegels 2 gehoben und gesenkt. Der Antrieb dazu erfolgt
über eine Zugstange 26, die mittels Bolzen 27 mit einem Hebel
28 gelenkig verbunden ist. In den Hebel 28 greift ein Indexbolzen
29 ein, der mittels Griff 30 die Kupplung zwischen dem Hebel
28,
der lose auf der Welle 14 gelagert ist, und dem Indexbolzen
31 herstellt, welcher fest mit der Welle 14 verbunden ist.
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In F i g. 11 und 12, die in bezug auf die Heb- und Senkbewegung
der Anlegemarken für beide Ausführungsbeispiele zutreffen, ist zu sehen, daß die
Zugstange 26 durch Bolzen 32 mit dem Rollenhebel 33
verbunden
ist. Dieser ist durch Bolzen 34 drehbar am Grundgestell 1 gelagert. Die Rolle
35 arbeitet mit einer Nockenscheibe 36 zusammen, die fest mit dem
Antriebsrad 37 verbunden ist und eine Umdrehung pro Druck in der angegebenen
Pfeilrichtung ausführt. Die Umdrehung des Zahnrades 37 erfolgt durch das
Schwungradritzel 38. Das Zahnrad 37 treibt in bekannter Weise eine
Kurbelwelle und Kniehebel an, die zur Hin- und Herbewegung des Drucktiegels 2 dienen.
Durch Federstange 39, die am Rollenhebel 33
angelenkt ist, und die
Druckfeder 40, die durch ein nicht dargestelltes Gegenlager abgestützt wird, welches
am Grundgestell befestigt ist, wird die Rolle 35 stets an die Nockenscheibe
36 angepreßt.
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F i g. 11 zeigt die Anlegemarken 7 und 8 in der
obersten Stellung, während F i g. 12 die Anlegemarken 7 und
8 in der nach unten gesenkten Stellung zeigt. Werden Druckarbeiten. erledigt,
die ohne Benutzung der Anlegemarken verarbeitet werden sollen, z. B. Kuverts in
Doppellage, dann wird der Indexbolzen 29 mittels Griff 30 angehoben,
und die Kupplung zum Antriebshebel 28 ist dadurch unterbrochen. Der Hebel
28 führt in diesem Fall seine Bewegung auf der Welle 14 lose aus, während
die Anlegemarken 7 und 8 in der nach unten geschwenkten Lage, die
F i g. 12 zeigt, stehenbleiben. Die Zugfeder 65, die am Indexhebel
31 angreift, hält die abgestellten Anlegemarken
nach unten;
das nicht gezeigte Ende der Zugfeder 65 ist am Grundgestell 1 angehängt.
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Ergänzend wird noch bemerkt, daß in F i g. 12 Ziffer
62 die Saugstange darstellt, welche jeweils den obersten Bogen vom Anlegestapel
63 abhebt und an die Greifer 4 abwechselnd übergibt.
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In -F i g. 4 ist die gesenkte Stellung der Anlegemarken
7 und 8 gezeigt und die Wegstrecke mit Winkel y bezeichnet.
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In den F i g. 1 bis 10, die das erste Ausführungsbeispiel
behandeln, ist außer der Schiene 11 eine weitere Führungsschiene 41 vorgesehen,
die in Klemmstücken 42 und 43 geführt wird. Diese Klemmstücke sind in F i
g. 7 im Detail dargestellt. Mittels Schraube 44 und Platte 45 ist das Klemmstück
42 fest und unverschiebbar mit der Schiene 11 verbunden, während die untere
Schiene 41 in den Klemmstücken 42 und 43 verschiebbar ist.
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Wie in F i g. 9 und 10 ersichtlich, sind mit der unteren
Schiene 41 auch die Anlegemarken 7 und 8
fest verbunden. Dazu dient
ebenfalls eine Schraube 46 mit Platte 47. Eine dünne gebogene Stahlnadel 48, die
in entsprechenden Bohrungen der Anlegemarken 8
eingeführt ist, dient in bekannter
Weise dazu, um zu verhindern, daß der angelegte Bogen von der Anlegemarke beim Ausrichten
abrutscht.
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Wie in F i g. 3 und 4 dargestellt ist, ist die äußere Anlegemarke
7 mit einem Zapfen 49 versehen, der in eine Nut 50 des gebogenen Winkelstückes
51, welches am Drucktiegel 2 angeschraubt ist, eingreift. Bei der Auf- und
Abbewegung der gesamten Einrichtung für die Anlegemarken führt dadurch die Schiene
41 mit den auf dieser festgeklemmten Anlegemarken 7 und 8
eine seitliche
Bewegung in Richtung zur Seitenmarke 9
aus. Die Seitenmarke 9 selbst,
die auf der Schiene 11
festgeklemmt ist (F i g. 1 und 5), bewegt
sich in entgegengesetzter Richtung, wie durch Pfeil in F i g. 1
angedeutet
ist, infolge der Bewegung, die die Kurve 21 über die Rolle 19 dem Hebel
18 und damit der Welle 14 erteilt.
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Das Winkelstück 51 kann vom Drucktiegel 2 abgeschraubt werden,
und nach Einsetzen einer Schraube 52 in das Klemmstück 42 (F i
g. 5) wird die relative Beweglichkeit der unteren Schiene 41 ausgeschaltet
und diese starr mit der oberen Schiene 11
verbunden. Durch diese Maßnahmen
führen die Anlegemarken 7 und 8 bei der Auf- und Abbewegung durch
die Kurve 21 usw. eine seitliche Bewegung in der Richtung zur linken Seitenmarke
10 aus, die in einen Ausschnitt im Tiegelgreifer 4 eingreift (F i
g. 1).
Die rechte Seitenmarke 9 wird in diesem Fall von der Schiene
11 abgeklemmt und aus der Maschine genommen. Einzelheiten darüber sind in
F i g. 5, 6 und 8
dargestellt. Die Seitenmarke 9 ist in einem
Klemmstück 53 gelagert, welches mittels der Schrauben 54 fest mit der Schiene
11 verbunden ist. Der abgebogene Schenkel 55 der Seitenmarke
9 trägt am Ende einen Hebel 56, dessen Zapfen 57 in eine Kurve
58 eingreift, die sich im Klemmstück 59 befindet, welches mittels
Schrauben 60 auf der Schiene 41 aufgeklemmt ist. Außerdem ist das abgebogene
Ende 55 der Seitenmarke 9 mit einem Gewinde versehen, und mittels
einer gerändelten Stellmutter 61 läßt sich die Seitenmarke zur Feineinstellung
in seitlicher Richtung bewegen. Da die Schienen 11 und 41 beim Ausrichten
des angelegten Bogens eine entgegengesetzt gerichtete Bewegung ausführen, gelangt
der Stift 57 während der Senkbewegung der Anlegemarken in den abgewinkelten
Teil der Kurve 58. Dadurch wird, wie F i g. 6 zeigt, die Seitenmarke
9 um einen kleinen Betrag x zusätzlich gedreht, d. h. zusätzlich von
der Druckfläche des Drucktiegels 2 entfernt. Dies ist notwendig, damit die Greifer
4, die sich mit dem neu anzulegenden Bogen über die Tiegelfläche 2 bewegen, ungehindert
an der Seitenmarke 9 passieren können.
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Bei Nichtbenutzung der rechten Seitenmarke 9 werden die beiden
Schrauben 54 gelöst, und das Klemmstück 53 läßt sich samt der daran gelagerten
Seitenmarke 9 und Hebel 56 mit Zapfen 57 herausheben. Das Kurvenstück
59 dagegen kann auf der Schiene 41 festgeklemmt bleiben. Je nach der Formatgröße,
die verarbeitet wird, erfolgt das Festklemmen der Seitenmarke 9 auf der Schiene
11 und Kurvenstück 59 auf Schiene 41.
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In den F i g. 13 bis 18 ist die zweite Ausführungsform
dargestellt. Wie bereits erwähnt, wird hier die Umstellung der seitlichen Bewegungsrichtung
der beiden Anlegemarken 107 und 108 durch eine Verstellung der Steuerkurve
121 vorgenommen, die anders in der Form gestaltet ist als die Steuerkurve 21 im
ersten Ausführungsbeispiel.
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Wie die, F i g. 15 bis 18 im Detail erkennen lassen,
ist die Steuerkurve 121 mit einem Indexbolzen 170
versehen, der wahlweise
in eine von zwei Bohrungen im Drucktiegel 102 gerastet wird. Nach Lösen der Schraube
173 läßt sich die Steuerkurve 121 entweder in die Stellung nach F i
g. 15 bringen oder in die nach F i g. 17. Im ersteren Fall wird die
Welle 114 samt der damit verbundenen Teile einschließlich der beiden Anlegemarken
107 und 108 in der Richtung zur linken Seitenmarke 110- bewegt,
wie es F i g. 16 zeigt. Die Rolle 119 steht in der oberen Endstellung
der beiden Anlegemarken 107 und 108 auf dem Nocken 175 (F i
g. 16). Im zweiten Fall der Einstellung der Steuerkurve 121 nach F i
g. 17 ist die Rolle von der zweiten Erhöhung 174 (F i g. 18) abgelaufen
und steht in der Vertiefung der Steuerkurve 121. Dadurch wurde während des Hochgehens
der Anlegemarken 107 und 108 mit den auf den Anlegemarken abgelegten
Bogen 103 eine Schrägbewegung nach rechts, also zur rechten Seitenmarke
109 ausgeführt. Die Anordnung der Seitenmarke 109 geht aus F i
g. 13 hervor. Diese ist auf einer Schiene 176 mit Schlitz
177 je
nach der Papierbreite seitlich einstellbar. Nach Lösen der Schraube
178 läßt sich die Seitenmarke 109 samt der Schiene 176 aus
der Maschine herausnehmen, wenn z. B. mit der linken Seitenmarke 110 gearbeitet
wird. Der Zapfen der Schiene 176 wird in der Bohrung eines Bolzens
179 aufgenommen, der im Lagerböckchen 117 gelagert ist. Am Ende des
Bolzens 179
ist der Steuerhebel 180 verstiftet, der die Aufgabe hat,
die Seitenmarke 109 auf den Aufzug des Drucktiegels 102 mit leichtem Druck
aufzusetzen und während der Zuführung eines neuen Bogens durch die Greifer 104 die
Seitenmarke 109 vom Aufzug abzuheben. Diese abgehobene Stellung der Seitenmarke
109 ist auch in F i g. 12 gezeigt, in der Offenstellung des Drucktiegels,
während F i g. 11 die Seitenmarke 109 aufsitzend auf dem Aufzug des
Drucktiegels zeigt. Die Antriebsteile für die gesamte Bewegung der Anlegemarken,
wie in F i g. 11 und 12 dargestellt, sind für beide Ausführungsbeispiele
gleich.
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Zur Arbeitsweise der beiden Einrichtungen ist kurz folgendes zu sagen:
Normalerweise werden alle Druckarbeiten mit der im Bereich der Greifer 4 bzw. 104
angeordneten Seitenmarke 10 bzw. 110 erledigt.
Sollen
jedoch Druckarbeiten nach dem Bedrucken der Vorderseite auch auf der Rückseite bedruckt
werden, z. B. Tabellenformen, die mit den auf der Vorderseite gedruckten genau übereinstimmen
müssen, dann wird die Seitenmarke 9 bzw. 109 verwendet. Dadurch erfolgt
das seitliche Ausrichten des Bogens beim Rückseitendruck an derselben Seitenkante
wie beim Vorderseitendruck. Schnfttdifferenzen irn Papier können sich nicht auswirken,
und der Druck der Rückseite stimmt genau mit der Vorderseite überein. Nach dem Ausführungsbeispiel
1 ist es in diesem Fall notwendig, das Winkelstück 51 am Drucktiegel
anzuschrauben (F i g. 1) und die Schraube 52 (F i g. 5)
herauszuschrauben,
damit die Beweglichkeit der Schiene 41 mit den beiden Anlegemarken 7 und
8 entgegengesetzt zur Bewegungsrichtung der Schiene 11
mit der Seitenmarke
9 wiederhergestellt ist. Der vom Greifer 4 über den Drucktiegel 2 zugeführte
Bogen, der nach geringem öffnen der Greifer 4 auf den Anlegemarken 7 und
8 aufsitzt, wird während der restlichen Hochgehbewegung der beiden Anlegemarken
durch die Kurve 50 und Zapfen 49 an der Anlegemarke 7 um einen kleinen
Betrag nach rechts in der Richtung zur Seitenmarke 9 bewegt. Der Bogen
3, der vom Greifer 4 z. B. 5 mrn gefaßt ist, wird hierbei etwa um
1 mm nach rechts bewegt, bis die Seitenmarke 9
an der rechten
Kante des Bogens anstößt, und da. diese Seitenmarke 9 eine geringe, nach
links gerichtete Bewegung ausführt, wird der Bogen 3 wieder um einen geringen
Betrag nach links geschoben. Jedenfalls bleibt der Bogen 3 beim Ausrichten
mit seiner greiferseitigen Kante im Bereich des Greifers 4, der den Bogen durch
eine geringe öffnungsbewegung zum Ausrichten und Bedrucken freigibt. Nach erfolgtem
Druck schließen sich die Greifer 4 wieder und erfassen die linke Bogenkante zum
Abtransport des bedruckten Bogens auf den Ablegestapel. Bei Verwendung der Seitenmarke
9 wird die Seitenmarke 10 vom Seitenmarkenhebel 24 abgeschraubt, wie
es in F i g. 3
und 4 dargestellt ist.
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Wenn Druckarbeiten ohne Links- oder Rechtsschiebung erledigt werden
sollen, z. B. Kuverts in Doppelanlage, dann kann die gesamte Bewegung der Anlegemarken
samt Seitenmarke stillgesetzt werden, indem einfach der Indexbolzen 29 mittels
Griff 30
vom Antriebshebel 28 entkuppelt wird. Die Greifer 4 bleiben
bei dieser Arbeitsweise geschlossen. Die Umstellung erfolgt auf bekannte Weise.
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Es. ist auch möglich, die gesamte Einrichtung für die Rechtsschiebung
des Bogens aus der Maschine herauszunehmen, indem'das Winkelstück 51 vom
Drucktiege12 abgeschraubt wird, sowie nach Lösen der Lagerstücke 42 und 43 von der
Schiene 11. Ebenso kann die Seitenmarke 9 komplett nach Lösen des
Klemmstückes 53 von der Schiene 11 abgenommen werden. Bei häufig wechselnder
Verwendung der Links- und Rechtsschiebung bleibt die Einrichtung in der Maschine,
und lediglich durch Einsetzen der Schraube 52 (F i g. 5) wird die
Einrichtung für Rechtsschiebung außer Betrieb gesetzt. Das Winkelstück
51
muß jedoch vom Drucktiegel abgeschraubt werden.
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Die Umstellung von Links- auf Rechtsschiebung geht beirn zweiten Ausführungsbeispiel
rascher vonstatten, da es hierbei lediglich notwendig ist, die rechte Seitenmarke
109 herauszunehmen oder einzusetzen, wie es in F i g. 13 dargestellt
ist. Außerdem wird die Steuerkurve 121 nach Lösen der Schraube 173 verstellt,
indem der Indexbolzen 170 in eine der beiden Bohrungen im Drucktiegel 2 eingerastet
wird. Sobald der zugeführte Bogen 103 (F i g. 13) auf den beiden Anlegemarken
107 und 108 in Druckstellung nach geringer öffnung der Greifer 104
aufsitzt, führen die beiden Anlegemarken eine nach oben und rechts gerichtete oder
nach oben und links gerichtete Bewegung aus, je nachdem, wie die Einstellung
der Steuerkurve 121 erfolgt ist. Bei diesem zweiten Beispiel erfolgt zwischen Anlegemarken
und Seitenmarken keine entgegengerichtete Bewegung, da die Seitenmarke
109 keine seitliche Bewegung ausführt. Die Bewegung der Seitenmarke
109 besteht lediglich in einer Abhebebewegung vom Aufzug, wie es F i
g. 12 zeigt, damit die Greifer 4 passieren können. Der zugeführte Bogen
103 hat von der Seitenmarke 109 etwa 1 mm Abstand, und
durch die schräg nach oben gerichtete Bewegung der beiden Anlegemarken
107 und 108 mit dem darauf sitzenden Bogen 103 wird dieser
zur Seitenmarke 109 getragen, bis er anliegt. Der vom Greifer 104 gefaßte
Rand verringert sich hierbei um etwa 1 mm. Der Bogen bleibt jedoch mit seinem
Rand im Bereich des Greifers 104, damit er nach erfolgtem Druck (F i g. 11)
wieder erfaßt und zum Ablegestapel befördert werden kann.