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Greifer zur Entleerung von Silos Die Erfindung betrifft einen Greifer
zur Entleerung von Silos, bei dem mehrere sternförmig angeordnete Greifarme auf
ihrer Länge an einem heb-und senkbaren, glockenförmigen Träger und mit ihren Innenenden
an einer zentralen, in bzeug auf den Träger heb- und senkbaren Betätigungsstange
angelenkt sind.
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Die bekannten Greifer, die zum Aufnehmen von faserigem Gut in der
Landwirtschaft dienen, sind im wesentlichen zangenförmig ausgebildet. Sie bestehen
entweder aus an ihren freien Enden oder zusätzlich noch an wenigstens einem Punkt
ihrer Länge lösbar befestigten oder einstückig angeformten, Zinken tragenden Greifarmen.
Bei einem bekannten Greifer stehen sich vier winkelhebelartig geformte Greifarme
mit in Form von Abwinkelungen der freien Enden gebildeten Zinken sternförmig gegenüber.
Die Greifarme dieser bekannten Greiferausführungsarten werden beim öffnen und Schließen
entweder um das bei zwei Greifarmen vorhandene gemeinsame Gelenk oder bei der Sternanordnung
der Greifarme um ein Gelenk auf der Länge der Greifarme verschwenkt.
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Wenn die bekannten Greifer in geöffnetem Zustand auf dem aufzunehmenden
Gut liegen und geschlossen werden, indem ihre Greifarme um den Drehpunkt verschwenkt
werden, dringen die Zinken oder Zinkensätze der Greifarme in grabender Wirkung in
das Gut ein. Bei geschlossenem Greifer bilden dann die Zinken einen käfigartigen
Körper, der eine bestimmte Gutmenge umgibt. Die vom Greifer umschlossene Gutmenge
steht jedoch infolge der faserigen Struktur mit dem nicht von den Greiferzinken
umgebenen Gut in Verbindung, so daß das Entnehmen der erfaßten Gutmenge nur durch
ein Herausreißen des Greifers möglich ist. Nach dem Entfernen des Greifers verbleibt
im Gut eine Vertiefung.
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Bei Dung, Heu, Stroh und anderen landwirtschaftlichen faserigen Gutarten
ist es nicht nachteilig, wenn die Oberfläche des Gutstapels oder -haufens unregelmäßig
ist. Bei in Silos befindlichem Gut ist die Aufrechterhaltung einer glatten und ebenen,
den Silo ohne Vertiefungen überdeckenden Oberfläche anzustreben. Bei rauher, unebener
Oberfläche kann Siliergut nämlich, beispielsweise durch Austrocknen, Qualitätsminderungen
erleiden. Die genannten bekannten Greifer sind weder zur Schaffung noch zur Aufrechterhaltung
einer ebenen, glatten Oberfläche des Gutes in einem Silo geeignet.
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Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die geschilderten Nachteile
bekannter Greifer zu vermeiden und einen Greifer der einleitend genannten Bauart
so
auszubilden, daß er bei einem Silo eine den gesamten Siloquerschnitt erfassende
gleichmäßige Abtragung und Austragung des Gutes ermöglicht und zugleich eine weitgehend
ebene, glatte Oberfläche des Gutes hinterläßt.
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Diese Aufgabe wird bei einem Greifer der eingangs genannten Art erfindungsgemäß
dadurch gelöst, daß die Greifarme etwa geradlinig ausgebildet und am Träger über
starr an ihnen befestigte Zwischenstücke sowie an der Betätigungsstange über Zwischenlenker
derart gehalten sind, daß die Greifarme bei offenem Greifer zumindest im Bereich
ihrer Innenenden flach auf dem Gut aufliegen und mit auf der Länge verteilten Zinkensätzen
in das Gut eingreifen und daß beim Schließen des Greifers die Zinkensätze eine im
wesentlichen parallel zur Gutoberfläche und zur Greifermitte hin verlaufende Harkbewegung
ausführen, während der die radial inneren Zinkensätze allmählich von der Gutoberfläche
abheben.
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Durch die Art der Anlenkung der Greifarme über Zwischenlenker und
über Zwischenstücke an einem glockenförmigen Träger wird eine Harkbewegung der einzelnen
Greifarme mit ihren Zinken erzwungen.
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Der neue Greifer liegt mit seinen Greifarmen und den Zinkensätzen
in geöffnetem Zustand spinnennetzartig auf der Oberfläche des im Silo befindlichen
Gutes auf. Durch entsprechende Bemessung der Greifarme wird sichergestellt, daß
in geöffnetem Zustand der gesamte Querschnitt des Silos bzw. des im Silo befindlichen
Gutes von Greifarmen und Zinkensätzen bedeckt und umschlossen wird. Beim Schließen
des Greifers führen die Greifarme die bereits erwähnte Harkbewegung aus und schleppen
dabei eine dünne Gutschicht in Richtung auf die Greifermitte.
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In der Greifermitte entsteht eine Anhäufung, von Gut, die im Zuge
der allmählichen Schließbewegung und gegenseitigen Annäherung der Greifarme bei
Beendigung des Schließvorganges erfaßt und zwischen den Greifarmen gehalten wird.
Das Abheben-- des Greifers mit dem zusammengeharkten Gut vollzieht sich ohne ein
Herausreißen aus der Masse des Gutes.
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Die Greifarme mit den Zinkensätzen hinterlassen infolge der Harkbewegung
eine glatte, weitgehend ebene Oberfläche des Gutes, die frei von Vertiefungen ist
und die sich über den gesamten Siloquerschnitt erstreckt.
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Wesentlich ist, daß infolge der Arbeitsweise des neuen Greifers eine
--Aufnahme - von Gut ohne - eine Grabwirkung der Greiferzinken möglich ist. Das
bedeutet, daß beispielsweise auch anderes landwirtschaftliches Gut vo- Bo,den -oder
vom Acker oder anderweitig aufgenommen werden kann, ohne daß Verunreinigungen vom
Boden mit hochgerissen werden. Der neue- Greifer-ist daher sehr vielseitig im Rahmen
seiner Eigenschaften verwendbar. - Dadurch, daß der neue Greifer infolge der Bemessung
seiner Greifarme ohne besonderes Zutun Gut auf der gesamten von der Silowandung
umgebenen Oberfläche abträgt, eignet er sich vorzüglich zum Einsatz in automatisch
arbeitenden Anlagen; denn eine obere wachung der Gutentnahme aus dem Silo ist unter
derartigen Umstaänden nicht nötig. Bei entsprechender Ausbildung der Greifarme zentriert
sich der Greifer beim Einfahren in einen Silo selbsttätig und führt die gewünschte
einwandfreie Gutentnahme aus, ohne daß Qualitätsminderungen des Gutes im Silo befürchtet
werden müssen.
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Eine besonders vorteilhafte Harkwirkung läßt sich bei einer weiteren
Ausgestaltung des neuen Greifers erfindungsgemäß dadurch erzielen, daß die Greif
arme in Greifrichtung erhaben gekrümmt ausgebildet sind.
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Um sicherzustellen, daß das Gut auf der gesamten Oberfläche lückenlos
von den Zinkensätzen der Greif arme erfaßt wird, ohne daß nichtberührte Zwischenräume
entstehen, sieht die Erfindung bei einer weiteren zweckmäßigen Ausgestaltung vor,
daß die Zinkensätze benachbarter Greifarme gegeneinander versetzt sind. Diese Ausbildung
gewährleistet außerdem auch die nötige Bewegungsfreiheit der Greifarme, die erforderlich
ist, um ein sehr enges Schließen der einzelnen Greifarme zu ermöglichen.
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Um die von dem neuen Greifer überdeckte Fläche möglichst lückenlos
von den Zinkensätzen durch die Harkbewegung abtragen zu können, sieht die Erfindung
bei einer weiteren Ausgestaltung vor, daß der zugehörige Zentriwinkel für alle Zinkensätze
gleich groß ist.
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Bevorzugt wird eine Ausgestaltung des neuen Greifers, die sich dadurch
kennzeichnet, daß zum Heben und Senken der Betätigungsstange ein Spindelgetriebe
und ein Elektromotor vorgesehen sind.
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Eine andere Ausführungsform des Greifers kennzeichnet sich dadurch,
daß zum Heben und Senken der Betätigungsstange ein hydraulisches oder pneumatisches
Arbeitsglied vorgesehen ist.
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Besonders klein im Hinblick auf die Abmessungen in Höhenrichtung
läßt sich der neue Greifer dann ausbilden, wenn das hydraulische Arbeitsglied zum
Heben und Senken der Betätigungsstange in die Stange selbst verlegt wird oder wenn
die Betätigungsstange weggelassen und an ihrer Stelle ein hydrau-
lisches oder pneumatisches
Arbeitsglied oder' ein anderes gleichwertiges Antriebselement verwendet wird.
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Ein Ausführungsbeispiel des neuen Greifers ist in den Zeichnungen
dargestellt.
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F i g. 1 zeigt eine Seitenansicht des Greifers in geöffneter Stellung,
F i g. 2 stellt eine Ansicht des Greifers gemäß F i g. 1 dar, in welcher der Greifer
eine geschlossene Stellung einnimmt, und Fig.3 zeigt eine Draufsicht auf einen Silo
und den in ihm befindlichen Greifer.
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Die Fig. 1,2 und 3 zeigen einen Silol, in den ein Greifer 2 eingefahren
ist. Wie insbesondere aus den F i g. 1 und 3 ersichtlich ist, überspannt der Greifer
2 in voll geöffneter Stellung den gesamten Querschnitt des Silos 1.
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Der Greifer 2 besteht aus einer Anzahl sternförmig zur Silomitte
verlaufender Greifarme3, von denen wenigstens vier Greifarme, die gemeinsam ein
Kreuz bilden, an ihren Außenenden mit Führungsrollen 4 ausgerüstet sind, welche
an den Silowandungen ablaufen. Auf der Länge der Greifarme 3 sind ZwischenstückeS
starr befestigt, die an einem im wesentlichen glockenförmigen Träger 6 angelenkt
sind. Die zur Silomitte weisenden Enden der Greifarme 3 sind über Zwischenlenker
7 mit einer Betätigungsstange 8 verbunden. Diese Betätigungsstange 8 ist mittels
eines Spindelgetriebes 9 und eines Elektromotores 10 in Richtung der Pfeile 11 heb-und
senkbar.
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Die Greifarme 3 sind mit Zinkensätzen 12 ausgerüstet. Diese Zinkensätze
12 sind nicht nur in einstellbaren und veränderbaren Abständen auf den Greifarmen
3 lösbar befestigt, sondern auch wahlweise austauschbar, d. h., sie können durch
Zinkensätze 12 mit Zinken anderer Länge vertauscht werden. Diese Maßnahme ist erforderlich,
um den Greifer 2 an unterschiedliches Siliergut anzupassen.
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Wie die Fig. 3 zeigt, sind die Zinkensätze 12 benachbarter Greifarme
3 auf Lücke gesetzt, so daß beim Schließen des Greifers 2 ein gegenseitiges Behindern
benachbarter Greifarme3 vermieden wird.
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Aus der F i g. 3 ist weiterhin ersichtlich, daß die Zinkensätze 12
kreisbogenförmig gekrümmt sind und daß jedem Zinkensatz 12 der gleiche Zentriwinkel
zugeordnet ist. Es ist erkennbar, daß auf diese Weise eine lückenlose Bedeckung
des Siloquerschnittes erzielt wird.
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Bei einer Betrachtung der F i g. 1 und 2 ist erkennbar, daß die Greifarme
3, um aus der Lage, die sie in Fig. 1 einnehmen, in die Lage, die sie in Fig.2 einnehmen,
zu wechseln, nicht nur eine Schwenkbewegung, sondern auch eine Bewegung längs zu
sich selbst ausführen. Um diese Bewegung möglichst groß zu halten, sind die Zwischenstücke
7 vorgesehen. Begünstigt wird diese Bewegung der Greifarme 3 außerdem durch ihre
gekrümmte Ausbildung. Die Bewegung, die die Greifarme 3 neben der Schwenkbewegung
ausführen, sorgt dafür, daß Siliergut von den Randbereichen des Silos zur Mitte
getragen wird, wobei die Zinkensätze 12 harkenartig wirken. Auf diese Weise wird
eine gleichmäßige und den gesamten Querschnitt des Silos erfassende Entleerung gewährleistet.
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Am Träger 6 oder auch an der Betätigungsstange 8 kann ein Haken oder
eine Öse angebracht sein, mit welcher der Greifer 2 an einem Kranhaken befestigt
werden
kann. Dieser in den Zeichnungen nicht dargestellte Kranhaken, der sich an einer
Laufkatze befinden kann, ermöglicht es, Siliergut aus dem Silo zu entnehmen und
an geeigneter Stelle auf Fahrzeuge od. dgl. abzuladen.