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Schleppstempel für die Abspannung von Rückzylindern Die Erfindung
betrifft einen Schleppstempel für die Abspannung von Rückzylindern für bergbauliche
Förderer, wobei der Schleppstempel durch ein Federelement in geraubtem Zustand gegenüber
seinem gelenkig mit ihm und dem Rückzylinder verbundenen Stützfuß in einer zum Versatz
gerichteten Schräglage gehalten wird und als Federelement eine Blattfeder Verwendung
findet.
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Der Gedanke, den vom Rückzylinder nachgezogenen Schleppstempel in
geraubtem Zustand am Umkippen zu hindern und ihn in einer schräg zum Versatz gerichteten
Lage zwangszuführen, ist nicht neu. Es ist hierbei bekanntgeworden, für diesen Zweck
starre Anschläge zu verwenden, die dem Stempel nur eine gewisse Bewegungsfreiheit
lassen. Derartige starre Elemente haben den entscheidenden Nachteil, daß bei extremen
Schräglagen des Schleppstempels die vom Hangenden über den Stempel auf den Stützfuß
übertragenen Kräfte über die Hebelwirkung der starren Elemente eine vorteilhafte
Führung des Stützfußes am Liegenden unmöglich machen.
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Weiter ist es bekannt, den Schleppstempel gegen das Abkippen zur Versatzseite
über Blattfedern zu hindern, die einerseits fest mit dem Stützfuß verbunden sind
und gegen die sich der Schleppstempel mit seiner dem Versatz zugekehrten Seite anlegt.
Da sich der Schleppstempel hierbei nur bergstoßseitig an der Blattfeder abstützt,
kann ihn die Blattfeder nicht am Kippen zum Kohlenstoß hin hindern. Andererseits
werden bei einer extremen Schräglage des Stempels zur Versatzseite über die Blattfeder
Kräfte in den Stützfuß geleitet, die bei einer unschwenkbaren Verbindung des Stützfußes
mit dem Rückzylinder in den Rückzylinder eingeleitet werden (britische Patentschrift
946120) und bei einer schwenkbaren Verbindung des Stützfußes mit dem Rückzylinder
den Stützfuß kohlenstoßseitig vom Liegenden abheben (deutsche Auslegeschrift 1136
965).
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Der Stützfuß kann also nicht mehr seiner eigentlichen Funktion nachkommen
und sich dem Liegenden anpassen.
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Weiter ist ein Schleppstempel bekannt, der mit seinem Stützfuß durch
eine in einem Zylinder geführte Schraubenfeder verbunden ist. Diese Anordnung verhindert
zwar ein Abkippen des Schleppstempels sowohl zur Versatz- als auch zur Kohlenstoßseite,
andererseits kann jedoch infolge der festen Verbindung des die Schraubenfeder aufnehmenden
Zylinders mit dem Schleppstempel der Schleppstempel nicht im Bedarfsfall gegen den
Kohlenstoß geschwenkt und beispielsweise zum Zweck von Arbeiten in der Hobelgasse
so gesetzt werden, daß der Förderer über die Rückzylinder vom Kohlenstoß abgezogen
werden kann. Die hier vorgesehene Schraubenfeder würde den Schleppstempel sofort
mit erheblicher Vorspannung in eine zum Versatz geneigte Lage zurückziehen (deutsche
Patentschrift 975 639).
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Schließlich ist eine Vorrichtung bekannt, bei der der Schleppstempel
sich an einem unmittelbar am versatzseitigen Ende des Rückzylinders angeschlossenen
Stützfuß abstützt und mittels einer etwa auf halber Höhe des Schleppstempels angeschlossenen
und am kohlenstoßseitigen Ende des Rückzylinders befestigten Schraubenfeder gegen
Abkippen zur Versatzseite gehindert wird. Diese Schraubenfeder ist nicht geeignet,
den Schleppstempel am Abkippen gegen den Kohlenstoß zu hindern. Außerdem zeigt diese
Schleppstempelanordnung nicht das als vorteilhaft erkannte Prinzip der schwenkbaren
Verbindung zwischen dem Stützfuß und dem Rückzylinder (deutsche Patentanmeldung
M 11238 VI a / 5 d).
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Sofern bei den bekanntgewordenen Ausführungsformen die Stützfeder
mit dem Schleppstempel einerseits und dem Stützfuß andererseits verbunden ist, greift
die aus der Feder resultierende Kraft stets am Stützfuß selbst an. Dies gilt auch
dann, wenn der Schleppstempel sich lediglich gegen die Feder abstützt, sofern nämlich
der Schleppstempel eine extreme, zum Versatz gerichtete Lage einnimmt. Sofern die
Verbindung zwischen Schleppstempel und Feder zug- und druckfest ist und sofern die
Feder bergestoßseitig angeordnet ist, nimmt sie ebenfalls bei einer extremen Schräglage
des Stempels zum Kohlenstoß den Stützfuß mit und dreht ihn um den Bolzen, der die
Verbindung zwischen Stützfuß und Rückzylinder darstellt. Hierbei ist es wiederholt
zum
Umkippen des Schleppstempels in Richtung auf den Kohlenstoß gekommen. Die gleiche
Wirkung tritt ein, wenn die Feder kohlenstoßseitig am Schleppstempel angeordnet
ist, da sie bei einer Schräglage des Schleppstempels zum Kohlenstoß entlastet wird
und ihre eigentliche Funktion nicht mehr erfüllen kann.
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Die Erfindung hat sich die Aufgabe gestellt, die vorbeschriebenen
Nachteile zu beseitigen, d. h. insbesondere zu verhindern, daß eine aus der Abspannung
zwischen Hangendem und Liegendem resultierende Kraft über den Schleppstempel und
die Feder auf den Stützfuß übertragen wird und bei ungünstiger Lage des Schleppstempels
dazu führt, daß der Schleppstempel zur Fördererseite hin umkippt. Selbstverständlich
soll hierbei die allgemein als vorteilhaft erkannte gelenkige Verbindung zwischen
Stützfuß und Rückzylinder erhalten bleiben. Die den Schleppstempel in seiner geraubten
Lage schräg zum Bergestoß haltende Kraft soll in Größe und Angriffspunkt so gewählt
sein, daß dem Scl-leppstempel bezüglich seiner Schräglage zum Kohlenstoß hin Grenzen
gesetzt sind, so daß mit Sicherheit ein Umkippen in Richtung auf den Kohlenstoß
sowie auch zur Versatzseite vermieden wird. Weiter soll die Vorrichtung auch geeignet
sein, ohne nennenswerten Aufwand den Schleppstempel in eine Lage zu bringen, die
beispielsweise zum Zweck von Arbeiten in der Hobelgasse ein Setzen des Schleppstempels
gegen den Kohlenstoß gekippt ermöglicht, so daß mittels der Rückzylinder der Förderer
vom Kohlenstoß abgezogen werden kann.
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Die Erfindung löst die gestellte Aufgabe bei einem Schleppstempel
für die Abspannung von Rückzylindern für bergbauliche Förderer, wobei der Schleppstempel
durch ein Federelement in geraubtem Zustand gegenüber seinem gelenkig mit ihm und
dem Rückzylinder verbundenen Stützfuß in einer zum Versatz gerichteten Schräglage
gehalten wird und als Federelement eine Blattfeder Verwendung findet dadurch, daß
die Blattfeder den Rückzylinder mit dem Schleppstempel verbindet und den Stützfuß
des Schleppstempels verbindungslos durchgreift und über an sich bekannte feststellbare
Halterungen, wie Schellen od. dgl., mit dem Schleppstempel und/oder dem Rückzylinder
verbunden ist.
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Nach der erfindungsgemäßen Lösung sind somit durch die Blattfeder
Schleppstempel und Rückzylinder derart verbunden, daß der Stützfuß durch die ihn
durchgreifende Blattfeder stets am Liegenden gehalten wird. Dabei gewährt die den
Stützfuß durchgreifende Blattfeder diesem so viel Spiel, daß er sich allen Unebenheiten
des Liegenden anpassen kann. Es ist einleuchtend, daß bei einer derartigen Anordnung
der Blattfeder auch bei einer Schräglage des Stempels zum Kohlenstoß der Stützfuß
in seiner Lage am Liegenden nicht verändert wird.
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Nach einem weiteren Merkmal der Erfindung sind die mit der Blattfeder
verbundenen Halterungen am Schleppstempel längsverschieblich geführt. Sinkt also.
der Stützfuß durch beispielsweise hohen Druck aus dem Hangenden in das Liegende
ein, so verschiebt sich die mit der Blattfeder verbundene Halterung am Schleppstempel,
so daß die Feder nicht zusätzlich durch die aus dem Hangenden, resultierenden Kräfte
belastet wird und stets nur das durch die Schräglage des Schleppstempels bewirkte
Gewicht aufzunehmen hat. Das am Schleppstempel angreifende Ende der Blattfeder ist
nach einem weiteren Merkmal der Erfindung in einer Langlochbohrung geführt, derart,
daß der Schleppstempel manuell in geraubtem Zustand in eine schräg zum Kohlenstoß
gerichtete Lage gekippt werden kann. Eine gewünschte Schräglage des Schleppstempels
gegen den Kohlenstoß, bei dem der Schleppstempel kraftschlüssig zwischen Hangendem
und Liegendem verspannt ist, ist aber erforderlich zum Abziehen des Förderers vom
Kohlenstoß, sofern beispielsweise in der Hobelgasse Arbeiten verrichtet werden sollen.
Die Länge sowie die Lage des Langloches können dabei so gewählt werden, daß einerseits
eine leichte manuelle Betätigung möglich ist, daß andererseits die dem Stempel gestattete
Schwenkbewegung begrenzt ist.
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Nach einem weiteren Merkmal der Erfindung ist bei Verwendung einer
schamierartig aufklappbaren Schelle als Halterung für den Schleppstempel der Schleppstempel
über eine Haltekette mit der Schelle verbunden, wobei die Länge der Haltekette eine
Schrägstellung des Schleppstempels zum Kohlenstoß ermöglicht. Diese insbesondere
für mächtigere Flöze vorteilhafte Ausführungsform begrenzt ebenfalls den Schwenkbereich
des Schleppstempels. Sofern der Schleppstempel in einer Schräglage zum Kohlenstoß
gesetzt ist, kann auch hierbei in vorteilhafter Weise für Arbeiten in der Hobelgasse
der Förderer mit Hilfe des Rückzylinders vom Kohlenstoß abgezogen werden.
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F i g. 1 zeigt in einem Ausführungsbeispiel einen Schleppstempel nach
der erfindungsgemäßen Lösung; F i g. 2 zeigt den Schnitt A-B nach F i g. 1 und F
i g. 3 den Schnitt C-D nach F i g. 1; F i g. 4 zeigt in einem Ausführungsbeispiel
der erfindungsgemäßen Lösung den Schleppstempel in seiner zum Versatz gekippten
Lage und F i g. S den Schnitt A-B nach F i g. 4; F i g. 6 zeigt den Schleppstempel
nach F i g. 4 in seiner schräg zum Kohlenstoß gekippten Lage und F i g. 7 den Schnitt
C-D nach F i g. 6.
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Der Rückzylinder 1 ist mit dem Schleppstempel 2 über eine Blattfeder
3 verbunden. Die Blattfeder 3 durchgreift den Stützfuß 4 des Schleppstempels verbindungslos
und ist über an sich bekannte verstellbare Halterungen 5, die beispielsweise als
Schellen ausgebildet sein können, mit dem Schleppstempel 2 und/oder dem Rückzylinder
1 verbunden. Bei dem Ausführungsbeispiel nach F i g. 1 sind die mit der Blattfeder
3 verbundenen Halterungen 5 am Schleppstempel 2 längsverschieblich geführt. Der
Schleppstempel 2 kann bei Nachgeben des Stützfußes 4 bei dem aufgezeigten Ausführungsbeispiel
also in der Schelle gleiten. Nach dem Ausführungsbeispiel nach F i g. 4, das vornehmlich
in niedrigen Flözen Verwendung finden kann, ist dieses Gleiten nicht erforderlich.
Das am Schleppstempel 2 angreifende Ende 6 der Blattfeder 3 ist in einer Langlochbohrung
7 geführt, die derart angeordnet ist, daß der Schleppstempel 2 manuell in geraubtem
Zustand in eine schräg zum Kohlenstoß gerichtete Lage gekippt werden kann. Bei der
Ausführungsform nach F i g. 1 dient eine Haltekette 8, die einerseits mit dem Schleppstempel
2 und andererseits mit der Schelle verbunden ist, dazu, den Schleppstempel 2 in
seiner Schräglage zum Kohlenstoß zu halten. Hierbei kann bei entsprechender Beaufschlagung
des Rückzylinders der
Förderer in vorteilhafter Weise vom Stoß abgezogen
werden.