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Artikulator Die Erfindung betrifft einen zur Durchführung sagittaler
und lateraler Bewegungen geeigneten Artikulator mit einem mit dem Träger für das
Unterkiefermodell versehenen Unterteil und einem gegenüber dem Unterteil allseitig
beweglichen Oberteil, das durch Einführen eines Verriegelungsgliedes in in beiden
Teilen vorgesehene Aussparungen gegenüber dem Unterteil mindestens gegen eine Drehbewegung
um die senkrechte Achse verriegelbar ist und an dem der um eine Querachse schwenkbare
Träger für das Oberkiefermodell befestigt ist.
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Bei einem bekannten Artikulator der vorbeschriebenen Art ist das
mit dem Träger für das Unterkiefermodell versehene Unterteil mit dem Oberteil, an
dem der Träger für das Oberkiefermodell um eine Querachse schwenkbar befestigt ist,
durch zwei parallele Schraubenfedern verbunden, welche infolge ihrer Biegsamkeit
Artikulationsbewegungen des Oberkiefermodells gegenüber dem Unterkiefermodell in
jeder Richtung zulassen. Im Ober- und Unterteil dieses Artikulators sind in der
Achsrichtung der Schraube benfedern verlaufende durchgehende Bohrungen vorgesehen,
welche in ihrem Durchmesser dem Lichtdurchmesser der Schraubenfedern entsprechen
und welche zusammen mit den Lichtdurchgängen der Schraubenfedern die Aufnahmen für
zwei durch ein Querhaupt zu einem Doppelstecker miteinander verbundene Steckstifte
bilden. Dem in den Artikulator einsteckbaren Doppelstecker fällt die Aufgabe zu,
das das Oberkiefermodell tragende Oberteil gegenüber dem das Unterkiefermodell tragenden
Unterteil zwecks Sicherung der Okklusionsstellung der beiden Kiefermodelle und zwecks
Wiederherstellung der Okklusionsstellung nach einer vorangegangenen Artikulation
zu fixieren.
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Bei diesem Artikulator hat sich jedoch herausgestellt, daß die für
eine präzise Arbeit erforderliche genaue Fixierung des Oberteils gegenüber dem Unterteil
wegen des aus herstellungsmäßigen Gründen unvermeidlichen Steckerspiels in der Aufnahme
und der Nachgiebigkeit der Schraubenfedern in der Zugrichtung nicht erreicht werden
kann. Man hat zwar versucht, die Schraubenfedern verstärkt auszubilden, um ein Nachgeben
derselben in der Zugrichtung auszuschließen, wovon aber wieder abgegangen werden
mußte, da diese Maßnahme der Forderung nach einer leichtgängigen Beweglichkeit des
Oberkiefermodelis gegenüber dem Unterkiefermodell zuwiderläuft.
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Ein weiterer Nachteil dieses Artikulators besteht in seiner zweiteiligen
Ausbildung, welche im Laborbetrieb zu unliebsamen Komplikationen führen kann.
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Bei einem anderen bekannten Artikulator ist das
Oberteil mit dem Unterteil
über ein Scharnier mit waagerechter Schwenkachse verbunden. Zwischen diesem Scharnier
und dem Träger für das Oberkiefermodell sind zwei Kugelgelenke eingeschaltet, welche
durch Lösen einer Schraube freigegeben werden können, so daß Kaubewegungen annähernd
ungehindert nachahmbar sind. Der prinzipielle Nachteil dieses bekannten Artikulators
ist darin zu sehen, daß beim darauffolgenden Anziehen dieser Schraube zwar die Kugelgelenke
wieder starr werden, jedoch die ursprüngliche Okklusionsstellung nicht wieder automatisch
wiedergefunden wird, sondern erst durch mühsame Versuche und dann ungenau ermittelt
werden muß.
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Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Artikulator zu schaffen,
welcher eine leicht gängige Artikulation zuläßt und bei welchem eine leicht herzustellende
genaue und spielfreie, gegen äußere-Kräfte widerstandsfähige Fixierung des mit dem
Träger für das Oberkiefermodell versehenen Oberteils gegenüber dem mit dem Träger
für das Unterkiefermodell versehenen Unterteil möglich ist, und der eine Fixierung
des schwenkbar ausgebildeten Trägers für das Oberkiefermodell in der Okklusionsstellung
der Kiefermodelle ermöglicht.
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Diese Aufgabe wird nach der Erfindung dadurch gelöst, daß die mit
einer Trennfläche direkt aneinanderliegenden Unter- und Oberteile an dieser Trennfläche
endigende, miteinander fluchtende Führungskanäle aufweisen, wobei in dem Führungskanal
des einen Teiles ein Gleitstein verschiebbar gelagert ist, welcher bis zum Auftreffen
an einem Anschlag eine begrenzte Wegstrecke über die Trennfläche hervortreten kann,
und daß eine an dem anderen Teil angeordnete, über ein Verbindungsstück flexibel
mit dem Gleitstein verbundene Spanneinrichtung beim Spannen erst den Gleitstein
in den Führungskanal dieses anderen Teiles zieht und ausschließend die beiden Teile
an der Trennfläche aneinanderpreßt.
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Vorzugsweise weist er Gleitstein einen rechteckigen Querschnitt auf
und ist an seinem- Kopf, mit welchem er in den Führungskanal des anderen Artikulatorteils
hineinragt, mit einer sphärischen Abrundung versehen.
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In weiterer Ausgestaltung der Erfindung ist der Ober- bzw. Unterteil
des Artikulators -an der Trennfläche mit mindestens einem Vorsprung versehen, der
in eine an der Trennfläche ausgebildete Vertiefung des anderen Teils spielfrei eingreift
und dadurch eine absolut spielfreie Fixierung des Oberteils gegenüber dem Unterteil
ermöglicht.
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Der Forderung nach einer leichtgängigen Artikulation wird durch das
flexible Verbirrdungsstück zwischem dem Gleitstein und der Spannvorrichtung entsprochen,
durch welches bei gelöster Spannvorrichtung eine freie Beweglichkeit des Oberteils
gegenüber dem Unterteil in beliebiger Richtung gewährleistet ist.
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In besonderer Ausgestaltung der Erfindung ist der schwenkbar ausgebildete
Träger für das Oberkiefermodell zwecks Einstellung der Okklusionsebene durch eine
Kurvenscheibe abgestützt, die auf einer mit einem Betätigungshebel versehenen Welle
sitzt, welche durch eine Klemmschraube in jeder Drehstellung feststellbar ist.
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Weitere Einzelheiten der Erfindung -sind aus der nachstehenden Beschreibung
des in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispieles zu entnehmen. In der Zeichnung
zeigt F i g. 1 eine perspektivische Ansicht des Artiklators in fixiertem Zustand,
Fig.2 einen Schnitt nach der Linie 2-2 gemäß Fig. 1, Fig.3 einen Schnitt nach der
Linie 3-3 gemäß Fig. 2, Fig.4 einen Schnitt nach der Linie 4-4 gemäß F i g. 3 in
größerem Maßstab.
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Der erfindungsgemäße Artikulator besteht aus einem Sockel 10 mit
dem Träger 11 für das Unterkiefermodell, dem Aufsatz 12 und einem um die Achse 13
des Aufsatzes 12 schwenkbaren Gabelarm 14, der an seinem vorderen Ende den Träger
15 für das Oberkiefermodell haltert. Der Sockel 10, der von einem Kunststoffgehäuse
gebildet wird, besitzt eine im wesentlichen ebene und horizontal verlaufende Stützfläche
16, auf welcher eine entsprechend gestaltete Stützfläche des Aufsatzes 12 ruht.
Durch Aufsatzl2 und Sockel 10 verläuft eine durchgehende geradlinige Bohrung, die
in der Nähe der Stützflächen von Sockel und Aufsatz zu einer im Querschnitt quadratischen
Führung 17 erweitert ist. Die Führungen 17, die z. B. aus einer Messingbuchse bestehen
können, führen einen im Querschnitt entsprechend quadratisch ausgebildeten axial
durchbohrten Gleitstein 18, der sich mit einem unteren Flansch 19 an der Stützfläche
20 am Ende der Führung 17 abstützt. In dem Gleitstein 18 ist das eine Ende eines
Drahtseiles 21 festgelegt, dessen anderes Ende in einer Spannschraube22 festgelegt
ist, die in eine Gewindebuchse 23 des Aufsatzes 12 mittels eines außen vorstehenden
Handhabeknopfes 24 einschraubbar ist.
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Der Gleitstein 18 ist an seinem oberen, in die Führung 17 des Aufsatzes
12 einstehenden Abschnitt zwecks besserer Führung und Beweglichkeit mit einem sphärischen
Kopf 25 versehen. Durch Anziehen der Spannschraube 24 können die beiden
Teile, d.
h. Sockel 10 und Aufsatz 12, starr miteinander verbunden werden, wobei diese Verbindung
kraftschlüssig durch die Reibung zwischen den Trennflächen 16 von Sockel 10 und
Aufsatz 12 erfolgen könnte. Zwecks-besserer Zentrierung weist jedoch die Stützfläche
16 des Sockelteils 10 eine Vertiefung 26 auf, in welcher ein entsprechendes Ansatzstück
27 des Aufsatzes 12 eingreifen kann.
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Im gegenseitig verspannten Zustand steht der Gleitstein 18 in die
quadratische Führungsbüchse 17 des Aufsatzes 12 ein. Um jedoch nach Lockern der
Spannschraube 22 mit Hilfe des Handhabeknopfes 24 die gewünschte Relativbewegung
zwischen Sockel und Aufsatz aufrechtzuerhalten, muß dieser Gleitstein aus der Führung
des Aufsatzes herausgehoben werden. Dies wird nach dem Ausführungsbeispiel durch
einen Federring 28 bewirkt, der zwischen dem Flansch 19 und der Stützfläche 20 ruht
und den Gleitstein 18 nach' unten zu ziehen trachtet. Im gelockerten Zustand der
Schraube steht lediglich-der sphärische Teil am Fuß der Führung 17 des Aufsatzes
ein, so daß die gewünschte Bewegung gegeben ist. Je nachdem, um welches Maß die
Spannschraube 22 gelockert wird; wird sich die Relativbeweglichkeit bzw. das Ausmaß
der möglichen gegenseitigen Verschiebungen ändern.
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Der eine Arm des Gabelarmes 14 ruht auf einer Kurvenscheibe 29, die
an einem Ende einer Welle 30 sitzt, die parallel zur Schwenkachsel3 des Gabelarmes
in dem Aufsatz 12 gelagert ist und mittels eines am anderen Ende aufgesetzten Betätigungshebels
31 gedreht werden kann. Hierdurch kann die Höheneinstellung der Okklusionsebene
bewirkt werden. Durch eine Klemmschraube 32 kann die Welle 30 in jeder Drehstellung
fixiert werden.
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Die Träger 11 bzw. 15 für das Unterkiefer- bzw.
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Oberkiefermodell sind mittels eines Knebelverschlusses leicht lösbar
mit dem Sockel 10 bzw. der Gabel 14 verbunden. Dieser Knebelverschluß wird an Hand
F i g. 3 und 4 für den Träger des Unterkiefermodells beschrieben. Jeder Träger weist
eine Anschlagplatte 33 auf, die an einer ebenen Anschlagfläche des Sokkels bzw.
der Gabel zu liegen kommt. Über die Anschlagplatte stehen Stifte 34 vor, die in
entsprechende Bohrungen eines Metalleinsatzkörpers 35 des Sockels bzw. in der Querschiene
der Gabell4 angeordnet sind. Rechtwinklig zu den letztgenannten Bohrungen weist
der Einsatzkörper 35 bzw. die Querschiene der Gabel 14 eine durchgehende Bohrung
36 auf, in der eine Welle 37 geführt ist, die an einem aus der Bohrung 36 vorstehenden
Ende einen Knebelgriff 38 trägt. Die Achsen der Bohrungen für die Stifte 34 und
die Welle 37 kreuzen sich, wie insbesondere aus Fig. 4 ersichtlich ist, senkrecht
in verschiedenen Höhenlagen. Die Welle 37 weist Abflachungen 39 auf, die so gewählt
sind, daß in entsprechender Schwenkstellung (F i g. 4 strichliert eingezeichnet)
ein freies Einschieben der Stifte 34 in ihre Bohrungen möglich ist. Nach Einschieben
der Stifte wird die Welle 37 gedreht, wobei sie sich in Ausnehmungen 40 der Stifte
einlegt und damit die Träger fixiert.
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Die Ausnehmungen 40 sind auf beiden Seiten der Stifte vorgesehen,
um den Träger in beiden möglichen Lagen einführen zu können. Die Drehbewegung der
Welle 37 wird zweckmäßigerweise durch in der Zeichnung nicht dargestellte Mittel
zwischen der Verriegelungs- und Entriegelungsstellung begrenzt.
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Der so ausgebildete Artikulator ist raumsparend und bequem mittels
weniger Betätigungshebel zu bedienen.