DE1221767B - Praezisionsformgiessverfahren - Google Patents
PraezisionsformgiessverfahrenInfo
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Description
DEUTSCHES
PATENTAMT
AUSLEGESCHRIFT
Int. α.:
B22d
Deutschem, 31c-5/01p^ ^ '
Nummer 1221767 *ΚΪΖ.
Aktenzeichen: P 34143 VI a/31 c
Anmeldetag: 28. April 1964
Auslegetag: 28. Juli 1966
Die Erfindung bezieht sich allgemein auf den Präzisionsformguß
und betrifft im besonderen ein besseres Verfahren und bessere Formen zum Präzisionsgießen
von Stählen.
Ein bisher bestehendes allgemeines Problem in der Präzisionsformgußindustrie war die Erzeugung von
Stahlformgußstücken mit einer unbearbeiteten Gußoberflächenbeschaffenheit hoher Qualität. Insbesondere
ist es anerkannt, daß bestimmte Präzisionsformgußstähle einer Oberfiächenanfressung, Oberflächenabzehrung
bzw. Höhlenformung an der Oberfläche, welche eine Hauptursache der als Ausschuß verworfenen
Gußstücke war, unterliegen. Dieser Zustand der Oberfiächenanfressung wird häufig als Chromanfressung
bezeichnet, da alle rostfreien bzw. korrosionsbeständigen Stähle der Typenserie 400 zumindest
bis zu einem gewissen Grad als zur Oberflächenanfressung neigend anzusehen sind. Der genannte
Zustand ist bei rostfreien Stählen der Typen 410 und 416 besonders schlimm, und im Falle von martensitischen
rostfreiem Stahl der Type 410 wird er speziell »410-Anfressung« genannt.
Wie es den mit diesem Problem Vertrauten bekannt ist, nimmt der Zustand der Anfressung oft die Form
von kreisförmigen Löchern bzw. Vertiefungen mit Durchmessern von bis zu 0,79 mm oder mehr an.
Manchmal sind einzelne Löcher bzw. Vertiefungen durch eine glatte Oberfläche von 3,18 bis 6,35 mm
getrennt, während ein anderes Mal die Löcher bzw. Vertiefungen so dicht beieinanderliegen, daß die
gesamte Oberfläche des Gußstückes rauh erscheint. Im allgemeinen sind jedoch die Löcher bzw. Vertiefungen
dann größer und tiefer, wenn sie weniger zahlreich sind, und sie haben die Neigung, flacher und
kleiner zu sein, wenn sie näher zueinander liegen. Es können beide Arten von Anfressungen an verschiedenen
Teilen desselben Gußstückes festgestellt werden.
Der Vorgang des die Anfressung hervorrufenden Angriffes ist nicht völlig klar, obwohl es anzunehmen
ist, daß es sich um eine Reaktion zwischen dem Metall und dem Formmaterial, welche nach dem Festwerden
auftritt, handelt. Diese Reaktion erwies sich als sehr temperaturabhängig. So kann der Zustand bei
Legierungen, welche nur eine geringe Neigung zur »410-Anfressung« haben, wie den Typen 420 und 440,
im allgemeinen durch Vermeidung von übermäßigen Temperaturen während des Gießens gesteuert bzw.
beeinflußt werden. Bei den Typen 410 und 416 muß jedoch eine zusätzliche Einwirkung zur Vermeidung
der Oberfiächenanfressung vorgenommen werden.
Auf Grund der Tatsache, daß die Ursachen der Oberfiächenanfressung nicht völlig klar sind, wurden
Präzisionsformgießverfahren
Anmelder:
Precision Metalsmiths, Inc.,
Cleveland, Ohio (V. St. A.)
Vertreter:
Dipl.-Chem. Dr. St. G. Beszedes, Patentanwalt,
Dachau bei München, Am Heideweg 2
Als Erfinder benannt:
Robert Andrew Horton,
Chesterland, Ohio (V. St. A.)
Robert Andrew Horton,
Chesterland, Ohio (V. St. A.)
in der Vergangenheit viele verschiedene Verfahren und
Theorien als Versuche, mit diesem Problem fertigzuwerden, entwickelt. Eine der üblichsten Arbeitsweisen
des Standes der Technik war die Zugabe von Halogenkohlenwasserstoffen in den heißen Formhohlraum
unmittelbar vor dem Gießen. Zu diesem Zweck wurden im allgemeinen Flüssigkeiten, wie Trichloräthylen,
Chloräthan und Tetrachlorkohlenstoff, verwendet, obwohl auch feste Materialien, wie Polytetrafluoräthylen-
bzw. Teflondrehspäne, eingesetzt wurden. Es wurde angenommen, daß die Verdampfung und
teilweise Verbrennung dieser Materialien innerhalb des Formhohlraumes eine reduzierende Atmosphäre
erzeugte, welche die Anfressungsreaktion zwischen dem Metall und der Form hinderte.
Dieses herkömmliche Verfahren hatte nur einen Teilerfolg und ist schwer zu steuern. Wenn eine nicht
ausreichende Menge des Inhibitors verwendet wird oder wenn ein zu langer Zeitraum zwischen dem Zeitpunkt
seiner Zugabe zum Formhohlraum und dem Gießen des Metalls verstreicht, so daß das Material
verbrennt oder entweicht, dann wird die erwünschte Wirkung nicht erzielt. Andererseits besteht, wenn zuviel
Inhibitor zugesetzt wird, die Gefahr, daß das Material vor dem Gießen nicht verdampft und daß in
das Gußstück Gas eingeschlossen wird. Ferner ist es, wenn die Gestalt der Form kompliziert ist, schwierig,
eine gleichmäßige Verteilung des Inhibitors im Formhohlraum zu erhalten.
Das oben beschriebene herkömmliche Verfahren hat andere ihm eigene Nachteile. Es umfaßt einen
zusätzlichen Arbeitsvorgang für den Gießer gerade im Augenblick, wenn er mit anderen Arbeiten beschäftigt
ist. Wenn es notwendig ist, zwecks Erleichterung
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der Füllung von engen Stellen bzw. Gängen ein par- modellen wird-eine allgemein als Schnell- bzw. Blitz-
tielles Vakuum um die Form anzuwenden, dann neigt entwachsen bekannte Yeriahrensweise zur Entfernung
das Vakuum zum Hinausziehen des Inhibitors durch des Modellmaterials von der Schalenform verwendet,
die Poren der Form vor dem Gießen des Metalls. Gemäß dieser Verfahrensweise wird die Hohlform in
Schließlich erzeugt die Verbrennung der Halogen- 5 einen Ofen mit erhöhter Temperatur, beispielsweise
verbindungen Dämpfe, -welche lästig und in manchen 871,1 bis 982,2°'C, eingebracht. Unter diesen Bedin-
Fällen giftig sind. Beispielsweise kann sich aus Tetra- gungen tritt eine rasche Wärmeübertragung durch die
chlorkohlenstoff, Trichlorethylen u. dgl. Phosgen Formschale ein, so daß eine Oberflächenhaut von
bilden. ,---.- ·, Wachs schmilzt, bevor sich die Masse des Wachses so
Es ist ein Ziel der Erfindung, ein^Präzisionsgieß- io genügend erhitzt, daß sie sich ausdehnen und die
verfahren und Präzisionsgießformen zum Erhalten Hohlform sprengen bzw. zerbrechen könnte. Während
einer hohen Oberflächenqualität im Bereich der Stahl- sich die Masse des Wachses erhitzt, fließt das geschmol-
gußlegierungen bereitzustellen. zene Oberflächenmaterial entweder aus der Form aus,
Weiterhin richtet sich die Erfindung auf ein Präzi- oder es sickert bzw. dringt durch die Hohlform. Dies
sionsgießverfahren und Präzisionsgießformen, welche 15 ergibt einen Raum für die Anpassung bzw. Aufnahme
den bisher bei vielen präzisionsformgegossenen Legie- der anschließenden Ausdehnung der Masse des
rungen auftretenden Zustand der Oberflächenanfres- Wachses in solcher Weise, daß sie die Hohlform nicht
sung im wesentlichen ausschalten. sprengt bzw. zerbricht. .
Ein weiteres Ziel der Erfindung ist die Bereitstellung Aus synthetischen Harzen hergestellte entfernbare
eines Präzisionsgießverfahrens mit den oben beschrie- 20 Modelle können aus Hohlformen durch anfängliches
benen Vorteilen, welches einfach, billig und schnell Erweichen des Modellmaterials mit einem brauchbaren
durchgeführt werden kann. Lösungsmittel für synthetische Harze mit Erfolg ent-
Ferner richtet sich die Erfindung auf ein Verfahren fernt werden. Daraufhin wird die Hohlform in einer
zur Ausschaltung der Oberflächenanfressung im oxydierenden Atmosphäre erhitzt, um die letzten
wesentlichen bei präzisionsformgegossenen Stählen, 25 Überbleibsel des Modenmaterials abzutreiben und
welches mit .bekannten keramischen Hohlformguß- die Form zur Aufnahme des geschmolzenen Metalls
bzw. Schalengußverfahren zum Präzisionsgießen ver- fertigzustellen.- ·-..-.
einbar ist und welches die Verwendung der üblichen Erfindungsgemäß wird die Hohlform mit einem feuerfesten Materialien für Hohlformen bzw. Schalen Überzug von einem Desoxydationsmittel versehen, gestattet. 30 nachdem sie zur Aufnahme des geschmolzenen Metalls ■ Es besteht in der Präzisiönsformgießindustrie eine ausreichend ausgebrannt und auf etwa Raumtemperazunehmende Neigung zur Verwendung von kera- tür gekühlt worden ist. Dies wird vorzugsweise durch mischen Formschalen an Stelle der herkömmlichen Überziehen der Hohlform bzw. Gußschale mittels unhandlichen bzw. massiven Präzisionsgießformen, Eintauchens in eine geeignete Aufschlämmung und und die vorliegende Erfindung eignet sich für dieses 35 darauffolgendes- Bewerfen des Überzuges von der moderne Schalengießverfahren zum Präzisionsgießen Aufschlämmung im noch feuchten Zustand mit Teilbesonders. Da das Schalenformverfahren dem Fach- eben· von grobem Desoxydationsmittel bewerkstelligt, mann klar ist, wird zur Erläuterung nur die folgende Die Aufschlämmung soll zum Erhärten bei Raumkürze Zusammenfassung dieses Verfahrens gegeben. temperatur unter Bildung eines Überzuges zum Halten
einbar ist und welches die Verwendung der üblichen Erfindungsgemäß wird die Hohlform mit einem feuerfesten Materialien für Hohlformen bzw. Schalen Überzug von einem Desoxydationsmittel versehen, gestattet. 30 nachdem sie zur Aufnahme des geschmolzenen Metalls ■ Es besteht in der Präzisiönsformgießindustrie eine ausreichend ausgebrannt und auf etwa Raumtemperazunehmende Neigung zur Verwendung von kera- tür gekühlt worden ist. Dies wird vorzugsweise durch mischen Formschalen an Stelle der herkömmlichen Überziehen der Hohlform bzw. Gußschale mittels unhandlichen bzw. massiven Präzisionsgießformen, Eintauchens in eine geeignete Aufschlämmung und und die vorliegende Erfindung eignet sich für dieses 35 darauffolgendes- Bewerfen des Überzuges von der moderne Schalengießverfahren zum Präzisionsgießen Aufschlämmung im noch feuchten Zustand mit Teilbesonders. Da das Schalenformverfahren dem Fach- eben· von grobem Desoxydationsmittel bewerkstelligt, mann klar ist, wird zur Erläuterung nur die folgende Die Aufschlämmung soll zum Erhärten bei Raumkürze Zusammenfassung dieses Verfahrens gegeben. temperatur unter Bildung eines Überzuges zum Halten
Formschalen werden im allgemeinen durch Ein- 40 des Desoxydationsmittels fähig sein und bei der Gießtauchen
eines entfernbaren Modells, welches eine temperatur des Metalls nicht zerfallen bzw. nicht
Wiedergabe des zu gießenden Teiles ist, einschließlich abgebaut werden. Die verwendete Aufschlämmung
der notwendigen Eingüsse bzw. ■ Einlaufrinnen und kann gegebenenfalls die Aufschlämmung des feuer-Steigetrichter
in eine Aufschlämmung von feuerfestem festen Materials, welche zum Aufbau der Hohlform
Material, bestehend im wesentlichen aus einer Suspen- 45 in der oben beschriebenen Weise verwendet wurde,
si'on eines feinen feuerfesten Pulvers in einer geeigneten sein.
Bindemittelflüssigkeit, hergestellt. Das Bindemittel ist Nach· dem Trocknen des endgültigen Überzuges
ein solches, welches zur Härtung während des Trock- wird die Hohlform auf die erwünschte Temperatur
nens bei Raumbedingungen fähig ist. Nach dem Ein- zum Fertigmachen der HobJform für das Gießen
tauchen wird die überschüssige Aufschlämmung vom 50 erhitzt. Das Erhitzen bzw. Brennen der Form wird in
überzogenen Modell abgezogen bzw. ablaufen gelassen, einer Atmosphäre, welche von hinreichend redu-
und der Überzug· von der Aufschlämmung wird ,zierender Art ist, um das plötzliche Verbrennen bzw.
besandet, *d. h. mit gröberem feuerfesten Material- Wegbrennen des Desoxydationsmittels zu verhindern,
teilchen7 beworfen bzw. überzogen; Diese Arbeitsgänge durchgeführt. Wenn die Hohlform hinreichend erhitzt
des Tauchens und Bewerfens werden wiederholt, bis 55 ist, dann wird sie aus dem Ofen entfernt, und es wird
eine Hohlform aus feuerfestem Material mit einer an der Luft in üblicher Weise gegossen.
Dicke, die: ausreicht, um den bei anschließenden Beispiele für die erfindungsgemäß verwendeten
Arbeitsgängen erfolgenden Beanspruchungen zu wider- Desoxydationsmittel sind Graphit, auch in Form von
stehen, um das Modell ■ aufgebaut ist. Die übliche Schuppen, zerkleinerte bzw. vermahlene Kohleelek-
Dicke der Formsehale-beträgt 3,18 bis 12,7 mm, ob- 60 troden, Korkteilchen, Holzkohle und Polystyrolkörner,
wohl für spezielle Fälle auch dünnere oder dickere wobei Graphit und zerkleinerte bzw. vermahlene
Formschalen hergestellt werden können. Das ent- Kohleelektroden bevorzugt sind. Erfindungsgemäß ist
fernbare Modell wird anschließend von der Hohlform Graphit ganz besonders vorteilhaft,
entfernt und die Form für den Gießvorgang fertig- Es wird angenommen, daß die starke Hitze, sobald
gestellt bzw. bereitgemacht. ■■■ ■· 65 das geschmolzene Metall die Form füllt, eine rasche
Die entfernbaren Modelle werden gewöhnlieh aus Verbrennung des Desoxydationsmittels herbeiführt,
einem brennbaren Material, wie Wachs oder einem welches den nahen bzw. örtlichen Sauerstoff aufbraucht
synthetischen Harz, hergestellt. Im Falle von Wachs- und die Hohlform mit einer reduzierenden Atmosphäre
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überdeckt. Diese reduzierende Atmosphäre verhindert Die Kunststoffmodelle und Teile des Wachsbaumes
die Reaktion zwischen dem Metall und der Form, bis wurden durch Tränken der Form mit bzw. Einweichen
die Temperatur auf einen so genügend niedrigen Wert derselben in einem Trichloräthylenbad entfernt. Nach
fällt, daß keine weitere Neigung zur Anfressung dem im wesentlichen vollständigen Lösen der Kunstbesteht.
Es wurden Gußstücke aus rostfreiem Stahl 5 Stoffmodelle wurde die Hohlform bzw. Gießschale
der Type 410 durch dieses Verfahren im Groß- aus dem Lösungsmittelbad entfernt und in einer oxyfertigungs-
bzw. Produktionsmaßstab hergestellt, dierenden Atmosphäre auf 1093,3° C (2000°F) erhitzt,
welche völlig frei von »Chromanfressung« waren, um den Rest des Wachses und Kunststoffes zu entwährend
aus derselben Schmelze zur selben Zeit und fernen und ein vollständiges Ausbrennen bzw. Ausin
herkömmlichen Hohlformen hergestellte gleiche ie> glühen der Hohlform herbeizuführen.
Gußstücke so angefressen waren, daß sie verworfen Die Hohlform wurde dann gekühlt und mit einem werden mußten, da sie den Oberflächenanforderungen zusätzlichen Überzug der Aufschlämmung des feueran Präzisionsformgußstücke nicht entsprachen. festen Materials versehen. Der feuchte Überzug von
Gußstücke so angefressen waren, daß sie verworfen Die Hohlform wurde dann gekühlt und mit einem werden mußten, da sie den Oberflächenanforderungen zusätzlichen Überzug der Aufschlämmung des feueran Präzisionsformgußstücke nicht entsprachen. festen Materials versehen. Der feuchte Überzug von
In fast allen Fällen ist ein einziges Aufbringen des der Aufschlämmung wurde mit grobem Graphit, und
Desoxydationsmittels ausreichend. Gegebenenfalls 15 zwar mit dem bei The United States Graphite Com-
kann jedoch mehr als ein Überzug aus feuerfestem pany erhältlichen Nr. 8-Mexican-Graphite, beworfen.
Material aufgebracht und mit Desoxydationsmittel Die Teilchengrößenverteilung des Graphites war wie
beworfen werden. Außer der Ausschaltung des Zu- folgt:
Standes der Oberflächenanfressung im wesentlichen Sieböffnung in Millimeter »/„ zurückgehalten
haben der zusätzliche Desoxydationsmittelüberzug 20
bzw. die zusätzlichen Desoxydationsmittelüberzüge ~>^ 1^11
25,0
den zusätzlichen Vorteil des Versiegeins bzw. Ab- ηί?™"1
7
dichtens von jeglichen Sprüngen bzw. Rissen, die sich ^'^™1 · ^
an der Hohlform während der Entfernung des ent- ^™
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fernbaren Modellmaterials gebildet haben könnten. 25 u,U44mm 0,6
Wenn erfindungsgemäß nur eine gelegentliche % hindurchgegangen
Hohlform hergestellt wird, kann die erforderliche Durch 0,044 mm 1,3
reduzierende Atmosphäre, in welcher die Form erhitzt
wird, zweckmäßigerweise durch Anordnen der mit Nach dem Trocknen des abschließenden, mit
Desoxydationsmittel beworfenen Hohlform auf einer 30 Graphit beworfenen Überzuges wurde die Hohlform
Platte aus feuerfestem Material und Streuen von auf eine Platte aus feuerfestem Material gebracht, es
zusätzlichem grobem Desoxydationsmittel, beispiels- wurden etwa 0,227 kg lockerer Graphit um die Hohlweise von grobem Graphit, um die Form erhalten form gestreut und eine hitzebeständige Metalldose
werden. Dann kann ein brauchbarer Deckel über der über der Hohlform und dem Graphit angeordnet.
Hohlform und dem losen Desoxydationsmittel ange- 35 Der gesamte Aufbau wurde in einen gewöhnlichen
bracht und der gesamte Aufbau in einen gewöhnlichen Ausbrennofen eingebracht und dort 1 Stunde lang
Ofen eingebracht werden. Wenn Großfertigungs- bzw. auf 1093,3° C (2000° F) gehalten. Die Hohlform wurde
Produktionsmengen von Hohlformen zu gießen sind, entfernt und in eine Gießkammer eingebracht, und
dann ist es bevorzugt, einen Ofen, welcher zur Auf- es wurden 9,185 kg rostfreier Stahl der Type 410 bei
rechterhaltung einer brauchbaren reduzierenden Atmo- 4° 16350C in die Hohlform eingegossen. Es wurde
Sphäre bei den erwünschten Temperaturen fähig ist, während des Gießens zur Erleichterung der Füllung
vorzusehen. , eine Saugwirkung von 50,8 mm Hg an die Hohlform
Spezielle Beispiele für das erfindungsgemäße Ver- angelegt. Mit dem Saugen wurde aufgehört, sobald
fahren sind im folgenden wiedergegeben: ' der Guß vollständig war, und man ließ das Gußstück
Es wurde ein Modellaufbau von achtundvierzig auf 45 festwerden und an der Luft abkühlen,
einen hohlen zylindrischen Wachsbaum montierten Während des Kühlens wurde beobachtet, daß der Polystyrolmodellen hergestellt. Auf den Modellaufbau Graphit so lange brannte, bis die Hohlform rotglühend wurden durch Eintauchen desselben in eine Auf- war. Nach dem Kühlen wurde die Hohlform entfernt schlämmung, die aus 3 Teilen Zirkonpulver und und in ein geschmolzenes Salzbad gebracht, und das 2 Teilen geschmolzenem Siliciumdioxydpulver bzw. 50 Gußstück wurde mit dem Sandstrahlgebläse gereinigt, Hartfeuerporzellanpulver, welche in einer Bindemittel- wodurch sich eine ausgezeichnete unbearbeitete Gußflüssigkeit, bestehend im wesentlichen aus einem oberfläche mit keiner Anfressung, und zwar weder an kolloidalen Silicasol, einer kleinen· Menge eines orga- den Gußstücken noch am Baum, zeigte. In einer nischen Filmbildners und geringen Mengen eines ähnlichen Hohlform, jedoch ohne Graphit, wurde zur Netz- und Antischaummittels, suspendiert waren, 55 selben Zeit dieselbe Schmelze gegossen, und die Gußhergestellt war, sechs Überzüge von feuerfestem stücke waren so übel angefressen, daß sie nicht anMaterial aufgebracht. Die ersten beiden Überzüge nehmbar waren.
einen hohlen zylindrischen Wachsbaum montierten Während des Kühlens wurde beobachtet, daß der Polystyrolmodellen hergestellt. Auf den Modellaufbau Graphit so lange brannte, bis die Hohlform rotglühend wurden durch Eintauchen desselben in eine Auf- war. Nach dem Kühlen wurde die Hohlform entfernt schlämmung, die aus 3 Teilen Zirkonpulver und und in ein geschmolzenes Salzbad gebracht, und das 2 Teilen geschmolzenem Siliciumdioxydpulver bzw. 50 Gußstück wurde mit dem Sandstrahlgebläse gereinigt, Hartfeuerporzellanpulver, welche in einer Bindemittel- wodurch sich eine ausgezeichnete unbearbeitete Gußflüssigkeit, bestehend im wesentlichen aus einem oberfläche mit keiner Anfressung, und zwar weder an kolloidalen Silicasol, einer kleinen· Menge eines orga- den Gußstücken noch am Baum, zeigte. In einer nischen Filmbildners und geringen Mengen eines ähnlichen Hohlform, jedoch ohne Graphit, wurde zur Netz- und Antischaummittels, suspendiert waren, 55 selben Zeit dieselbe Schmelze gegossen, und die Gußhergestellt war, sechs Überzüge von feuerfestem stücke waren so übel angefressen, daß sie nicht anMaterial aufgebracht. Die ersten beiden Überzüge nehmbar waren.
aus feuerfestem Material wurden mit körnigem Zirkon Es wurden zahlreiche weitere Hohlformen, die
beworfen und die übrigen Überzüge mit einem gemah- sowohl mit Wachsmodellen als auch mit Kunststoff-
lenen groben Schamottestein bzw. Feuerton. 60 modellen gebildet wurden, erfindungsgemäß hergestellt.
Die Überzüge aus feuerfestem Material wurden Bei den Wachsmodellen war keine Zirkonacetat-1
Stunde zwischen den einzelnen Eintauchungen imprägnierung erforderlich, und sie wurden unmittelgetrocknet.
Nach dem Trocknen wurden die ersten bar durch ein Schnellausbrennen bei 1093,3° C entbeiden
Überzüge gegebenenfalls mit Zirkonacetat fernt. Die Atmosphäre für das Vorerhitzen der Hohlimprägniert. Jede aufgebrachte Schicht des Zirkon- 65 formen wurde durch Einstellen des Gas-Luft-Veracetates
wurde zur Bildung eines glasähnlichen, im hältnisses eines normalen Ausbrennofens, bis die
wesentlichen Lösungsmittelfesten Sperrfilmes härten Flamme rußig war, erreicht. Unter diesen Bedingelassen,
gungen wurde das Gas unvollständig verbrannt, wie
es sich durch die Tatsache zeigte, daß die durch die Spalte um die Tür und durch andere Teile des Ofens
entweichenden Gase weiterbrannten, während dieser Zustand beim normalen (oxydierenden) Betrieb des
Ofens nicht auftritt. In allen Fällen waren die Gußstücke frei von »410-Anfressung«.
Wie oben dargelegt wurde, kann der mit Graphit bzw. einem anderen Desoxydationsmittel beworfene
Überzug an der Hohlform durch einfaches Eintauchen der Form in die übliche Aufschlämmung von feuerfestem
Material und Bewerfen des Überzuges von der Aufschlämmung im feuchten Zustand mit Graphit
bzw. einem anderen Desoxydationsmittel erreicht werden. So ist die Erfindung mit bekannten Hohlformguß-
bzw. Schalengußverfahren und mit den üblichen feuerfesten Materialien für Hohlformen, wie
Siliciumdioxyd, Zirkon, Aluminiumoxyd usw., gut vereinbar. Ein anderer sehr wichtiger Vorteil besteht
darin, daß das erfindungsgemäße Verfahren keine speziellen Stufen bzw. Maßnahmen zur Zeit des
Gießens der Schmelze erfordert. Vielmehr wird mit den Formen in der üblichen Weise gegossen.
Weiterhin ist das erfindungsgemäße Verfahren im wesentlichen »narrensicher«-und sehr leicht zu steuern.
Darüber hinaus wird die erwünschte Wirkung der Erzeugung einer reduzierenden Atmosphäre während
des Festwerdens des Gußstückes unbeschadet der Kompliziertheit der Gestalt der Form erhalten.
Es sind viele Abwandlungen der Erfindung möglich.
Claims (6)
1. Präzisionsformgießverfahren, wobei man eine für das Präzisionsgießen von Metallen geeignete
Form aus feuerfestem Material mit einem Modellhohlraum herstellt und das Metall an der Luft
in die Form gießt, dadurch gekennzeichnet, daß man die Form mit einer Überzugsschicht
eines brennbaren Desoxydationsmittels überzieht, wobei man die Überzugsschicht nur
außerhalb des Modellhohlraumes vorsieht und den Hohlraum und »die den Hohlraum begrenzenden
Oberflächen der Form frei »vom Desoxydations- ■ mittel hält, daß man die Form zur Fertigstellung
derselben zum Gießen in einer reduzierenden Atmosphäre erhitzt, die Verbrennung des Desoxydationsmittels
zur Erzeugung einer reduzierenden Atmosphäre herbeiführt und das Gießen an der Duft unter Schutz der durch das brennende Desoxydationsmittel
erzeugten reduzierenden Atmosphäre durchführt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man die zum Präzisionsgießen von
Metallen geeignete Form aus feuerfestem Material um ein brennbares, entfernbares Modell herstellt
und das Modell unter Bildung eines Modellhohlraumes von der Form entfernt, wobei man die
Form in einer oxydierenden Atmosphäre zum Ausbrennen des Modellhohlraumes erhitzt.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß man als Form eine Hohlform
bzw. Gießschale verwendet.
4. Verfahren nach den Ansprüchen 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß man die Form mit
einer Aufschlämmung überzieht, den Überzug von der Aufschlämmung im feuchten Zustand mit dem
Desoxydationsmittel, vorzugsweise einem festen, bewirft, den beworbenen Überzug trocknet und
das Gießen des Metalls in der Form bei einer Temperatur oberhalb der Verbrennungstemperatur
des Desoxydationsmittels durchführt.
5. Verfahren nach den Ansprüchen 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß man als Desoxydationsmittel
Graphit einsetzt und zum Erhitzen der Form in der reduzierenden Atmosphäre eine Temperatur von etwa 1093,30C verwendet.
6. Verfahren nach den Ansprüchen 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß man die Herstellung
der Form in der Weise durchführt, daß man ein entfernbares Modell erzeugt, dieses mit einer Aufschlämmung
von feuerfestem Material überzieht, auf den Überzug von der Aufschlämmung ein Bewurfmaterial unter Bildung einer Hohlformschicht
von feuerfestem Material aufbringt und die erwähnten Stufen des Tauchens und Bewerfens
zur Bildung einer Hohlform wiederholt, und daß man nach der Entfernung des Modells von der
Form als anderen äußeren Überzug einen solchen von der genannten Aufschlämmung von feuerfestem
Material auf die Form aufbringt, zum Bewerfen desselben verhältnismäßig grobe Teilchen
von Graphit verwendet sowie das Gießen mit rostfreiem Stahl durchführt.
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Priority Applications (4)
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|---|---|---|---|
| NL646404583A NL141801B (nl) | 1964-04-24 | 1964-04-24 | Werkwijze voor het precisie-gieten en gietstuk, vervaardigd met deze werkwijze. |
| DEP34143A DE1221767B (de) | 1964-04-24 | 1964-04-28 | Praezisionsformgiessverfahren |
| CH575064A CH429043A (de) | 1964-04-24 | 1964-05-01 | Verfahren zur Herstellung eines Metallgussstückes |
| GB20354/64A GB995231A (en) | 1964-04-24 | 1964-05-15 | Improvements in or relating to casting |
Applications Claiming Priority (4)
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| NL646404583A NL141801B (nl) | 1964-04-24 | 1964-04-24 | Werkwijze voor het precisie-gieten en gietstuk, vervaardigd met deze werkwijze. |
| DEP34143A DE1221767B (de) | 1964-04-24 | 1964-04-28 | Praezisionsformgiessverfahren |
| CH575064A CH429043A (de) | 1964-04-24 | 1964-05-01 | Verfahren zur Herstellung eines Metallgussstückes |
| GB20354/64A GB995231A (en) | 1964-04-24 | 1964-05-15 | Improvements in or relating to casting |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE1221767B true DE1221767B (de) | 1966-07-28 |
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ID=19789926
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DEP34143A Pending DE1221767B (de) | 1964-04-24 | 1964-04-28 | Praezisionsformgiessverfahren |
Country Status (4)
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| CH (1) | CH429043A (de) |
| DE (1) | DE1221767B (de) |
| GB (1) | GB995231A (de) |
| NL (1) | NL141801B (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE1920724B1 (de) * | 1968-04-26 | 1971-03-11 | Monsanto Chemicals | Praezisionsgiessform und verfahren zu ihrer herstellung |
-
1964
- 1964-04-24 NL NL646404583A patent/NL141801B/xx unknown
- 1964-04-28 DE DEP34143A patent/DE1221767B/de active Pending
- 1964-05-01 CH CH575064A patent/CH429043A/de unknown
- 1964-05-15 GB GB20354/64A patent/GB995231A/en not_active Expired
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Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| NL6404583A (de) | 1965-10-25 |
| GB995231A (en) | 1965-06-16 |
| CH429043A (de) | 1967-01-31 |
| NL141801B (nl) | 1974-04-16 |
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