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Objektivblende, insbesondere für photographische Kameras. Die Erfindung
bezieht sich auf eine Objektivblende, insbesondere für photographische Kameras,
bestehend aus mehreren Lamellen, die mittels eines der Einstellung der Blende dienenden
Ringes in gleichen Einstellintervallen von Blendenstufe zu g
Blendenstufe
beeinflußbar sind, wobei dieser Ring gegenüber einem ortsfesten sowie axial zu ihm
angeordneten Ring drehbeweglich ist. Die mit dem Erfindungsgegenstand zu lösende
Aufgabe wird darin gesehen, mit einfachen Mitteln eine, Objektivblende zu schaffen,
die sich durch ein besonders niedriges, zur Einstellung der Blendenlamellen erforderliches
Stellmoment und außerdem durch einen relativ kurzen Stellweg des Blendeneinstellers
auszeichnet.
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Bei Objektivblenden der genannten Gattung hat man sich bisher zur
Einstellung der Blendenlamellen meist mit unterschiedlichem Anstieg versehener Steuerkurven
bedient. Diese Kurven haben in dem Bereich, welcher den Werten der größten Blendenöffnungen,
beispielsweise von »2,8« bis »4«, zugeordnet ist und in welchem die Blendenlamellen
beim überwechseln vom einen Blendenwert auf den nächstfolgenden einen relativ großen
Bewegungsweg zurückzulegen haben, einen verhältnismäßig steilen, fast an die Grenze
der Selbsthemmung heranreichenden Kurvenanstieg. Dies hat den Nachteil, daß zur
Einstellung der Blendenlamellen in dem vorgenann" ten Bereich verhältnismäßig große
Stellkräfte aufgebracht werden müssen. Es ist auch schon eine aus mehreren Blendenlamellen
aufgebaute, Blende für photographische oder kinematographische Aufnahmekameras bekannt,
deren Blendenlamellen durch zwei in verschiedenen Stellringen vorgesehene Schlitzführungen
geführte Stellstifte betätigbar sind. Dies allerdings nur zu dem Zweck, um unmittelbar
an der Blende noch weitere die Belichtung beeinflussende Faktoren, wie beispielsweise
Filterfaktoren, Filmempfindlichkeitswerte, Belichtungskorrekturwerte oder den Einfluß
der Entfernung bei Blitzleitzahleinstellungen, berücksichtigen zu können.
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Zur Lösung der gestellten Aufgabe wird gemUß der Erfindung vorgeschlagen,
daß jede der Blendenlamellen auf ihrer einen Seite mit zwei Stellstiften versehen
ist, die mit in einem der Ringe angebrachten Schlitzführungen zusammenwirken, und
daß jeweils einer der beiden Stellstifte zusätzlich in einem radialen oder einem
annähernd radial verlaufenden Schlitz des anderen Ringes geführt ist. Auf diese
Weise sind die Voraussetzungen dafür geschaffen worden, daß die Einstellung der
Blendenlamellen über den ganzen Einstellbereich mit geringen Stellkräften durchgeführt
werden kann, ferner für den Blendeneinsteller nur noch ein relativ kurzer Einstellweg
vorgesehen zu werden braucht. Durch die Verwendung von zwei Führtingsstiften für
jede Blendenlamelle erhält diese zwei Angriffspunkte, an welchen die Stellkräfte
angreifen können. Die durch diese Kräfte erzeugten Stellbewegungen überlagern sich
auf der Lamelle, so daß für den Blendeneinsteller ein relativ kleiner Stellweg vorgesehen
werden kann.
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Was die Anordnung der Schlitzführungen im einzelnen anbetrifft, so
können diese in einem Ring angeordnet sein, der mit dem Blendengehäuse fest verbunden
ist, während die radialen Schlitze in dem der Blendeneinstellung dienenden Ring
vorgesehen sind. Zweckmäßigerweise wird hierbei der mit den Schlitzführungen versehene
Ring vom Boden des Blendengehäuses gebildet. Man könnte aber auch so verfahren und
die radialen Schlitze in einem mit dem Blendengehäuse fest verbundenen Ring, die
Schlitzführungen hingegen in dem der Blendeneinstellung dienenden Ring anordnen,
wobei der mit den radialen Schlitzen versehene Ring ebenfalls den Boden des Blendengehäuses
bilden könnte.
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In der Zeichnung sind zwei nachstehend näher beschriebene Ausführungsbeispiele
des Erfindungsgegenstandes veranschaulicht. Es zeigt F i g. 1 eine Draufsicht
auf ein Blendengehäuse, dessen Deckel abgenommen ist, mit teilweise weggebrochenem
Blendenstellring und zwei sich in Offenstellung befindlichen Blendenlamellen, wobei
die der Einstellung dieser Lamellen dienenden Schlitzführungen im Gehäuseboden angeordnet
und als durchgehende Schlitze ausgebildet sind, F i g. 2 die gleiche Anordnung,
ebenfalls mit abgenommenem Gehäusedeckel, wobei die Blendenlamellen die der kleinsten
Blendenöffnung entsprechende Einstellage einnehmen, F i g. 3 einen Schnitt
entlang der in F i g. 1 einge# zeichneten Linie III-III,
F
i g. 4 einen Teilschnitt durch eine Blendenlamelle entlang der Linie IV-IV
in F i g. 1 in größerem Maßstab, F i g. 5 das zweite Ausführungsbeispiel
des Erfindungsgegenstandes in gleicher Darstellungsweise wie in F i g. 1,
im Gegensatz hierzu aber mit in den Blendeneinstellring eingearbeiteten Schlitzführungen,
F i g. 6 die gleiche Anordnung wie in F i g. 5 in einer der kleinsten
Öffnungsweite der Blendenlamellen entsprechenden Einstellage, F i g. 7 einen
Schnitt entlang der Linie VII-VII in F i g. 5.
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Im Ausführungsbeispiel nach F i g. 1 bis 3 könnte
1 der Gehäuseboden einer Objektivb1ende sein, welcher zur konzentrischen
Führung eines Blendenstellringes 2 mit einem Rand la versehen ist. Auf dem Rand
la ist ein Deckel 3 mittels Schrauben 4 befestigt. Das Blendengehäuse kann
auf bekannte Art, die hier nicht näher erläutert zu werden braucht, in ein der Einfachheit
halber nicht dargestelltes Verschlußgehäuse einer photographischen Kamera eingebaut
sein. Dem Blendeneinstellring 2 ist eine *Anzahl, beispielsweise fünf, Blendenlamellen
5 zugeordnet, die in nachstehend noch näher beschriebener Weise drehbeweglich
gelagert sind.
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Wie aus der Zeichnung ferner ersichtlich, erfolgen die Verstellbewegungen
der Blendenlamellen 5 durch Verdrehen des BlendensteHringes 2, der zu diesem
Zweck mit einem Arm 2 a versehen ist. Dieser Arm kann mit einem am Verschluß der
Kamera angeordneten, von Hand betätigbaren Blendeneinsteller oder mit dem Abtastschieber
einer in die Kamera eingebauten Belichtungsautomatik in Wirkverbindung stehen. Der
Arm 2 a ist in einer in den Rand la des Gehäusebodens 1 eingearbeiteten
Ausnehmung 1 b
geführt, deren Ausdehnung in Umfangsrichtung gesehen
dem Bewegungsweg angepaßt ist, den der Arm zur Einstellung der Blendenwerte, beispielsweise
von »2,8« bis »22« benötigt. Die Lamellen 5 sind durch Stift-Schlitz-Anordnungen
mit dem Blendenstellring 2 und mit dem Gehäuseboden 1 verbunden. Zu diesem
Zweck ist jede der Lamellen 5 mit zwei Stellstiften 5 a
und 5 b versehen. Entsprechend dem Ausführungsbeispiel nach F i
g. 1 bis 3 greifen die Stellstifte 5 a und
5 b in eine in etwa die Form eines langgestreckten S aufweisenden
Schlitzführung lc ein, die in den Gehäuseboden 1 eingearbeitet ist. Die Schlitzführungen
1 c könnten auch zweiteilig ausgebildet, d. h. aus zwei einzelnen
Schlitzen gebildet sein. Der Kurvenverlauf der Schlitzführungen 1 c ist so
getroffen, daß eine Linearisierung zwischen der Drehbewegung des Blendenstellringes
2 bzw. dessen Armes 2a und den Bewegungen der Blendenlamellen5 zustande kommt. Zur
übertragung der Drehbewegungen des Stellringes 2 auf die Lamellen 5
ist einer
der beiden Stellstifte5a und 5b, vorzugsweise der Stift5a, noch in einem
in diesem Ring vorgesehenen Schlitz2b geführt. Dieser Schlitz hat einen radial oder
annähernd radial zur Blendenmitte gerichteten Verlauf. Dem zweiten Stellstift
5 b jeder Blendenlamelle 5 ist in dem Blendenstellring 2 ein
Schlitz 2 c zugeordnet, der lediglich als Durchlaß für diesen Stift dient und daher
dessen Bewegung nicht beeinträchtigt.
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In F i g. 1 der Zeichnung befinden sich die Lamellen
5, von denen, wie bereits erwähnt, nur zwei veranschaulicht sind, in einer
Stellung, in welcher die volle Blendenöffnung 6 freigegeben ist. Hierbei
liegt der Arm 2a des Blendenstellringes 2 am einen Ende der Ausnehmung
1 b an, während die Stellstifte 5 a
und 5 b
die in dieser Darstellung veranschaulichte Lage in der Schlitzführung Ic einnehmen.
Durch die Bewegungen des von Hand einstellbaren Blendeneinstellers der Kamera bzw.
des Abtastschiebers der in die Kamera eingebauten Belichtungsautomatik wird der
Blendenstellring 2 vermittels des Armes 2a entsprechend verdreht. Dabei werden die
in den radialen Schlitzen 2 b geführten Stifte 5 a der
Lamellen 5 mitgenommen, die ihrerseits durch die Führung der Stifte
5 a und 5 b in den im Boden 1 angeordneten
Schlitzführungen lc beispielsweise nach innen gegen den Mittelpunkt der Blendenöffnung
6 bewegt werden, bis schließlich die kleinste Blendenöffnung erreicht ist.
Diese Lage ist in F i g. 2 gezeigt. In dieser Darstellung sind sämtliche
Lamellen veranschaulicht, so daß die kleinste Blendenöffnung gut erkennbar ist.
Dementsprechend befindet sich jetzt der Arm 2 a des BlendensteHringes 2 am anderen
Ende der Ausnehmung 1 b.
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Im Ausführungsbeispiel nach F i g. 5 bis 7 ist die Anordnung
der Schlitzführungen und des radial verlaufenden Schlitzes gegenüber dem vorbesehriebenen
Beispiel vertauscht. Gemäß der in diesen Darstellungen veranschaulichten Ausführung
ist ein Boden 11
eines Blendengehäuses vorgesehen, der einen Rand lla aufweist.
Ein von dem Boden 11 und dessen Rand 11 a geführter BlendensteUring
12 ist mit einem Arm 12 a versehen, der seinerseits in einer Ausnehmung llb des
Randes lagert. Dem Blendenstellring 12 ist eine Anzahl, beispielsweise fünf Blendenlamellen
13 zugeordnet, von denen in F i g. 5 der besseren übersicht wegen
wiederum nur zwei dargestellt sind. Entsprechend der Anzahl dieser Blendenlamellen
sind in dem Blendenstellring 12 eine gleiche Anzahl von Schlitzführungen 12
b angeordnet. Ebenso wie bei der vorbeschriebenen Anordnung können auch hier
die Schlitzführungen nicht nur aus einem, sondern aus zwei Schlitzen gebildet sein.
In die Schlitzführungen 12b ragen Stellstifte13a und 13 b jeder
Blendenlamelle 13 hinein. Jeder Stellstift 13 a ist
zusätzlich in einem in dem Boden 11 des Blendengehäuses eingearbeiteten radial
oder annähernd radial verlaufenden Schlitz llc geführt. Darüber hinaus ist im Bewegungsbereich
des zweiten Stellstiftes 13 b einer jeden Blendenlamelle 13 ein weiterer
Schlitz 11 d im Boden 11 des Gehäuses angeordnet. Dieser Schlitz ist
derart geformt, daß er die Bewegung des Stellstiftes 13 b während des Einstellvorganges
der Blendenlamellen 13 nicht behindert. Durch die Anordnung eines Schlitzes
11 d für jeden Stellstift 13 b kann dieser ebenso lang ausgeführt
werden wie der Stellstift 13 a, wodurch verhindert wird, daß der Stift
13 b an der Schlitzführung 12b außer Eingriff kommt. Auf die
Schlitzelld kann auch verzichtet werden, wenn die Stellstifte 13 b
entsprechend
kürzer dimensioniert werden. Auch beim Ausführungsbeispiel gemäß F i g. 5
bis 7 ist die Schlitzführung 12 b derart, daß die Bewegung der Blendenlaniellen
13 linearisiert wird. Zur axialen Führung des BlendensteHringes 12 und der
auf diesem sitzenden Blendenlamellen 13 ist auf dem Rand lla ein Deckel14
mittels Schrauben15 befestigt. Die Wirkungsweise der in den F i g. 5 bis
7 gezeigten Objektivblende ist die gleiche wie die der in F i g. 1
bis
3 dargestellten Ausführung, so daß sich diesbezügliche Erläuterungen erübrigen
dürften.