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Verfahren zur Herstellung von Kunststoff-Dekorationsplatten Die Erfindung
betrifft ein Verfahren zur Herstellung von Kunststoff-Dekorationsplatten, bei dem
mehrere Lagen aus kunstharzgetränktem Natronpapier mit einem ebenfalls kunstharzgetränkten
Dekorationspapier und gegebenenfalls einem Überzugspapier im Warmpreßverfahren zusammen
verpreßt werden.
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Die gebräuchlichste Zusammensetzung der zwischen je zwei polierten
Stahlpreßblechen E, E' liegenden Stapel von imprägniertem Papier geht
aus F i g. 1
hervor. A, A' bezeichnet ein mit Melaminharz
imprägniertes weißes Zellulose- oder Baumwollpapier (überzugspapier), welches die
Aufgabe hat, das darunterliegende Dekorationspapier B, B' in der fertigen
Platte vor mechanischen Einflüssen zu schützen. Das Dekorationspapier
B, B' ist ein mit Farbpigment gefülltes, gegebenenfalls mit einem Muster,
beispielsweise einem Edelholz- oder Gesteinschliffmuster od. dgl., das fotografisch
oder in entsprechender Weise aufgetragen sein kann, bedrucktes Zellulose-oder Baumwollpapier,
welches ebenfalls mit Melaminharz imprägniert ist (Dekorpapier). Die Bogen
A, A' und B, B' bilden in der fertigen Platte die sogenannte
»Dekorationsschicht«.
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Unter dem Dekorationspapier B, B' lie gt eine Reihe von mit
Phenolharz, Kresolharz oder ähnlichen Harzen imprägnierten Bögen von Natronpapier
(C, bis C., C,' bis CJ). Die Gesamtheit der mit Phenolharz imprägnierten
Bögen bildet in der fertigen Platte den sogenannten »Kern«. Dieser Kein könnte bereits
in einem Vorpreßvorgang leicht angehärtet sein, um danach mit der Dekorationsschicht
fertig verpreßt und ausgehärtet zu werden, wie dies bereits von anderen verziertenHarzgegenständen
aus einem Grundkörper und darauf aufzubringendem Dekorationspapier bekannt ist.
Eine solche Vorbehandlung des Kerns ändert bei sonst gleichbleibenden Verfahrensschritten
nichts am fertigen Erzeugnis.
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Nach den Kernpapieren folgt ein stark geleimtes dünnes NatronpapierD
(Schutzpapier), welches aus Zellulose von hohem Mahlungsgrad hergestellt wird und
daher für Kunstharz undurchlässig ist. Wie aus der F i g. 1 ersichtlich,
liegen zwei derartige Papiere aneinander. Sie besitzen die Funktion, die zwei Rilkken
an Rücken liegenden Stapel während des Pressens vor dem Zusammenkleben zu schützen,
so daß die »Zwillingsplatte« nach erfolgter Pressung in ihre beiden Einzelplatten
getrennt werden kann. Die Rückseite der auf diese Weise erhaltenen Platten ist infolge
der sowohl im Papier vorhandenen als auch der beim Preßvorgang auftretenden Ungleichmäßigkeiten
im Fließverlauf des Harzes wellig. Versucht man, eine solche Platte auf eine Unterlage
von Holz aufzuleimen, so haftet sie nur sehr unvollkommen,
teils wegen der
welligen Struktur der Rückseite, teils weil der Leim sich in der glatten und porenfreien
Rückseite der Platte nicht verankern kann. Um eine gute Verleimbarkeit zu erzielen,
ist man gezwungen, die Rückseite der Platte abzuschleifen. Hierdurch wird die sogenannte
Preßhaut beseitigt. Die hierbei erzielte rauhe und rillige Oberfläche, auf der die
Zellulosefasern von der überkleidung durch das Kunstharz befreit sind, gibt dem
Leim genügend Verankerungsmöglichkeit. Das Abschleifen verursacht jedoch infolge
der Welligkeit der Rückseite recht hohe Materialverluste in der Größenordnung von
100 bis 150 g/m2. Das Pressen der Platten geschieht in Etagenpressen,
wobei in jeder Etage eine größere Anzahl von Platten hergestellt wird. Die von der
Imprägniermaschine kommenden imprägnierten Papierbahnen werden in Querschneidemaschinen
in Bögen aufgeteilt und diese dann in der oben angegebenen Folge zwischen die Preßbleche
E, E' von Hand eingelegt.
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Die bekannte Fablikation besteht also, im ganzen gesehen, aus folgenden
Arbeitsoperationen: 1. Imprägnieren des Papiers; 2. Querschneiden'des imprägnierten
Papiers auf auf einer Querschneidemaschine; 3. Einlegen der imprägnierten
Papiere zwischen die Preßbleche (Eintafeln); 4. Einführen der zwischen den Blechen
liegenden imprägnierten Papiere in die Etagen der Presse; 5. Preßvorgang;
6. Herausnehmen der zwischen den Blechen liegenden fertiggepreßten Plattenpakete;
7. Abheben der Bleche von den Platten (Austafeln).
Gegenstand
der nachstehend beschriebenen Erfmdung ist ein Verfahren, durch. welches das relativ
teuere Schutzpapier überflüssig, der Materialverlust beim Schleifen auf ein Minimum
reduziert und Harz durch Einarbeiten von Rohpapier in den Kern gespart wird. Ferner
kann das Verfahren teilweise kontinuierlich gestaltet werden.
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Für die Lösung der nach der Erfindung gestellten Aufgabe und
die praktische Verwirklichung der aufgezeigten, in beträchtlichen Material- und
Arbeitsersparnissen liegenden Vorteile wird nach der Erfindung das herkömmliche
Verfahren zur Herstellung von Kunststoff-Dekorationsplatten in der Weise abgewandelt,
daß die Natronpapierlagen vor dein Vera pressen mit dem Dekorationspapier zwischen
zwei nicht getT:gTlkti#" gohpqpier.e gelegt, aus diesem Paket eine Kernschicht gepreßt
wird, -wobei das Kunstharz in bekannter Weise nur angehärtet wird, und dann die
Oberflächen der gepreßten Kernschicht beiderseits leicht abgeschliffen werden.
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Bei der Vorpressung des in den obigen Ausführungen als Kein bezeichneten,
aus den Papierlagen C,
bis C., CI bis C, bestehenden Teiles
der Platte in einer Presse mit erwärmten, polierten Preßtischen genügt eine sehr
kurze Preßzpit, u4# die imprägnigten Kernpapiere zusammenzubinden. Als oberste und
unterste Lage verwendet man ein nicht imprägniertes Papier. Beim Preßvorgang gerät
das Harz der iinprägnierten Kernpapiere ins Fließen, bindet die einzelnen Kernpapiere
untereinander zusammen und bindet auch die beiden Rohpapiere, die hierbei
glei#Iizeitig von dem in Fluß gergtenen Harz durchtränkt werden.
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Der auf diese Weise vorizei)reßte Kein besitzt im Gegensatz zu der
welligen Oberfläche, welche beim bekannten Verfahren auftritt, eine auf beiden Seiten
glatte Oberfläche. Die5,e beiden Oberfläjhe"n werden nun mit einer Schleifmaschinp
schwach abgeschliffen, wobei die Materialverliiste infolg-e- der Q--Iätt-e dieser
Oberfläche relativ unerheblich sind. Die Preßhau t wird hieidi4rch entfernt. Gegenüber
dem bekannten Verfahren bedeutet das eine erheblich bessere Materialausmitzung.
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Die EintafelunLy mit diesen voTgeprpßten Kerjqen in die Presse erfolgt
gemäß F i g. 2.. In dieser Figur be.-deutet A, A' das über?:ugsp4pier,
B, B' das impragnierte Dekorationspap#pr lind C#, C' die aneinanderliegenden
vor-gepreßten Kerne. Während sigh überzugs- und Dekorationspapier ge-nag
so wie beim bekannten Verfahren vollkomm n einwandfrei mit der aufgerauhten Vorderseite
des Kerns verbinden verschmelzen überraschenderweise die 'beiden aufgerauhten
Rückseiten der Kerne, beim Preßprozeß nicht miteinan er, 0 . BgiM Austafeln
lassen sich daher die Zwillingsplatten ohne Schwierigkeiten voneinander abheben.
Die Bindung der Dekorschicht an den vorgepreßten und abgeschliffenen Kein ist so
zu erklären, daß sich das ins Fließen geratene Melaminharz des Dekorationspapiers
in der von der Preßhaut befreiten angeschliffenen Schicht des vorgepreßten Kerns
verankert. Daß die beiden gegeneinanderliegenden > angeschliffenen Kemschichten
sich nicht miteinander vereinigen, beruht hingegen daraui,'daß infolge der
bei der Vorpressung stattgefundenen Vorhärtung des Kernharzes dieses beim eigentlichen
Preßvorgang nicht mehr so weit plastisch'wird, daß eine Verbindung Zwischen den
aneingiiderliegenden Schichten eintreten kann. Die. Herstellung des vorgepreßten
Kerns kann auf kontinuierliche Weise erfoigen. F i g. 3 zeigt das Prinzip
dieser Erzeugung. Auf den Rollen 1 und 8 sind die nicht ünprägnierten
Rohpapiere auf den Rollen 2 bis 7 die mitPli#golliarz imp.fäginerte.a Natronpapierp.
Die #ap#erÜahnen weräen gemeinsam in die Presse P eingeführt. Beim Schließen der
erwärmten Presse Werden die einzelnen Schichten verbunden. Je nach Art des benutzten
Phenolharzes wird bei einer Preßtemperatur von 120 bis 180' C gearbeitet,
wobei der Preßvorgang nicht mehr als 1 Nhnute dauern soll. Nach öffnen der
Presse wird ein der Länge des Preßtisches entsprechender Teil der Platte in der
Schleifmaschine S beiderseitig aufgerauht und der auf2 gerauhte Plattenabschnitt
dann durch die Schere X abgeschnitten. Die Schleifmaschine S kann bei dieser
Operation gleichzeitig die Funktion einer Transportanordnung übernehmen, da durch
die Schleifoperatipn die Platte vorwärts bewegt -wird und dadurch die Papi#rbahnen
in die Presse P hineingezogen werden, Sobald der nächste Abschnitt der Papierbahnen
entr sprechend einer Tischlänge in der Presse liegt, er-folgt die nächste Pressung.
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GegeAüber einem bereits bekannten Verfahren bestehen folgende Unt
-schiede und Vorteile: . . er. - -. .
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Bei diesem bekannten Verfahren wird der Papierr stapel während der
halben Preßzeit vorgepreßt und nach Verschiebung um eine halbe Plattenlänge fertiggepreßt.
Dieser Vorgang unterscheidet sich von dem im vorliegenden Verfahren beschriebenen
in doppelter Hinsicht: 1. Bei diesem Preßvorgang wird die Härtung währ rend
relativ langer Zeit bis zu einem relativ hohen Grad geführt, während bei dem vorliegend
den Verfahren nur eine äußerst kurze Vorpressung erfolgt, bei der zwar die Oberfläche
der vorgepreßten Kernschicht an Plastizität verliert, die -vorgepreßte Kernschicht
jedoch bleibt, als Ganzes betrachtet, für den späteren eigentlichen Preßvorgang
noch genügend plastisch.
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2. Der Zweck der Vorpressung ist bei dem bekannten Verfahren ein izrundsä#tzlich
anderer, da es sich bei diesem Verfahren um die Herstellung von technischen Platten
in größeren Längen als die Länge des Preßtisches handelt und nicht um die Herstellung
von Kernen für Kunststoff-Dekorationsplatten, die in eimem zweiten Preßvorgang ohne
Anwendung von Schutzpapier paarweise gepreßt werden können.