DE1211643B - Verfahren zur Dampfphasenveresterung von gegebenenfalls halogen substituierten aliphatischen Carbonsaeuren - Google Patents
Verfahren zur Dampfphasenveresterung von gegebenenfalls halogen substituierten aliphatischen CarbonsaeurenInfo
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Description
DEUTSCHES
PATENTAMT
AUSLEGESCHRIFT
Int. α.:
C07c
Deutsche Kl.: 12 ο-27
Nummer: 1211643
Aktenzeichen: B 66259IV b/12 ο
Anmeldetag: 8. März 1962
Auslegetag: 3. März 1966
Es ist bekannt, daß man Carbonsäureester durch Umsetzung von Carbonsäuren mit Alkoholen im
flüssigen Zustand und in Gegenwart eines sauren Katalysators, wie Schwefelsäure oder p-Toluolsulfansäure,
erhält. Im allgemeinen führt man die Veresterung bei der Siedetemperatur des Umsetzungsgemisches durch. Auch die Verwendung von festen
Katalysatoren, die sich in dem Reaktionsgemisch nicht lösen, ist bereits bekannt. Solche Katalysatoren
sind z. B. Sulfosäuregruppen enthaltende Ionenaustauschharze. Diese Katalysatoren haben den Vorteil,
daß sie leicht durch Filtration abgetrennt werden können und keine Neutralisation des Reaktionsgemisches erfordern.
Die Veresterung von Carbonsäuren ist bekanntlieh eine Gleichgewichtsreaktion, in der das Gleichgewicht
oft erst nach Stunden erreicht wird. Man kann das Gleichgewicht in Richtung auf den erwünschten
Ester verschieben, wenn man die Carbonsäure oder den Alkohol im Überschuß verwendet
oder aber das entstehende Wasser laufend, gegebenenfalls mit Hilfe eines Schleppmittels, aus dem
Gleichgewicht entfernt. In jedem Fall erfordert die Veresterung eine lange Reaktionsdauer.
Man hat auch schon die Veresterung von Carbonsäuren im Dampfzustand an festen Katalysatoren
durchgeführt. So sind beispielsweise Verfahren zur Herstellung von Äthylacetat bekannt, bei denen
Essigsäure und Äthanol bei einer Temperatur von 200 bis 25O0C bzw. von 250 bis 3000C an Kieselsäuregel
als Katalysator umgesetzt werden. Bei niedrigeren Temperaturen als 200° C, z. B. 150° C, sind
die Ausbeuten noch unbefriedigend, aber auch bei den genannten Temperaturen erzielt man eine weitgehende
Veresterung nur dann, wenn man eine der beiden Komponenten in beträchtlichem Überschuß
verwendet.
Bei einem anderen bekannten Verfahren setzt man die Carbonsäure und den Alkohol bei einer Temperatur
zwischen 250 und 3200C in Gegenwart eines Salzes eines Metalls, das in der Spannungsreihe oberhalb
des Wasserstoffs steht, um. Auch bei diesem Verfahren werden gute Ausbeuten an Ester nur bei
beträchtlichem Überschuß einer der beiden Reaktionsteilnehmer erzielt. So ergibt z. B. die Umsetzung
von Essigsäure und n-Butanol eine 90°/oige Ausbeute nur dann, wenn Alkohol und Säure im Molverhältnis
2 : 1 angewandt werden.
Andere bekannte Katalysatoren für die Veresterung von Carbonsäuren im Dampfzustand sind
Zirkondioxyd, Vanadinpentoxyd, Cobaltoxyd, Ceroxyd, Titandioxyd, Magnesiumoxyd und Mangan-Verfahren
zur Dampfphasenveresterung von
gegebenenfalls halogen substituierten
aliphatischen Carbonsäuren
gegebenenfalls halogen substituierten
aliphatischen Carbonsäuren
Anmelder:
Badische Anilin- & Soda-Fabrik
Aktiengesellschaft, Ludwigshafen/Rhein
Als Erfinder benannt:
Dr. Konrad Rauch, Limburgerhof (Pfalz)
dioxyd. Auch diese Katalysatoren erfordern im allgemeinen eine Temperatur um ober oberhalb von
2500C. Keiner von ihnen hat technische Bedeutung
erlangt.
Es wurde nun gefunden, daß man Carbonsäureester durch Umsetzen von aliphatischen Carbonsäuren
mit 1 bis 6 Kohlenstoffatomen, die gesättigt oder einfach olefinisch ungesättigt und durch Halogen
substituiert sein können, mit Alkoholen im Dampfzustand an festen, sauren Katalysatoren vorteilhaft
erhält, wenn man die Veresterung bei einer Temperatur zwischen 80 und 2000C, vorzugsweise zwischen
100 und etwa 18O0C, an einem stark sauren,
anorganischen Katalysator, gegebenenfalls unter Verwendung eines inerten Schleppmittels für das
Wasser, durchführt.
Ein wesentlicher Vorzug des Verfahrens nach der Erfindung gegenüber den Verfahren, die im flüssigen
Zustand arbeiten, besteht darin, daß die Gleichgewichtslage bedeutend schneller erreicht wird. Während
dies, wie bereits erwähnt, in flüssigem Zustand oft mehrere Stunden erfordert, finden sich bei der
Veresterung von Essigsäure mit n-Butanol in der Dampfphase bei 1250C an einem säureaktivierten
Montmorillonit schon nach 7,7 Sekunden Kontaktdauer 90,8 °/o der Theorie Ester im Reaktionsprodukt. In ähnlicher Weise erhält man Äthylacetat
in 90,2°/oiger Ausbeute, wenn man Essigsäure und Äthanol im Molverhältnis 1:1,1 bei 1040C in
Dampfform über einen säureaktivierten Bentonit leitet.
Es ist ein besonderer Vorzug des Verfahrens nach der Erfindung, daß hohe Esterausbeuten und gute
Raum-Zeit-Ausbeuten auch dann erhalten werden,
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wenn Carbonsäure und Alkohol in annähernd stöchiometrischen Mengen umgesetzt werden. Die
Aufarbeitung der Reaktionsgemische wird dadurch nämlich sehr erleichtert. Man erhält z. B. bei der
Umsetzung von Essigsäure mit n-Butanol ein Gemisch, das sich nach der Verflüssigung in eine wäßrige
und eine organische Schicht trennt. Man trennt die organische Schicht ab, neutralisiert sie und
destilliert sie fraktioniert. Zunächst geht dabein ein ternäres Gemisch über, das aus Wasser, n-Butanol
und n-Butylacetat besteht. Anschließend folgt das binäre Gemisch n-Butanol-n-Butylacetat mit 53 Gewichtsprozent
n-Butylacetat. Es ist verständlich, daß beträchtliche Mengen n-Butylacetat in Form dieser
Azeotrope entfernt werden müssen, wenn das Reaktionsgemisch größere Mengen an n-Butanol enthält,
d. h., wenn n-Butanol bei der Umsetzung in größerem Überschuß verwendet wurde. Eine Arbeitsweise mit
Butanol und Essigsäure im Molverhältnis 2 : 1, wie sie bei einem der erwähnten bekannten Verfahren
vorgeschlagen wurde, ist daher ausgesprochen unwirtschaftlich. Bei dem Verfahren nach der Erfindung
erhält man n-Butylacetat in Ausbeuten um 90% der Theorie auch dann, wenn der Alkohol in
nur geringem, d. h. etwa 10%igem Überschuß über die stöchiometrische Menge verwendet wird. Man
destilliert dann das ternäre und binäre Azetrop ab und erhält mehr als 50% der Theorie an reinem
n-Butylacetat. Das n-Butylacetat und das Butanol, die in den erwähnten Azeotropen vorhanden waren,
führt man nach Abtrennung des Wassers wieder in das Verfahren zurück, so daß die Gesamtausbeuten
an reinem n-Butylacetat bei 90% der Theorie liegen.
Da das Verfahren nach der Erfindung bei niedrigeren Temperaturen ausgeführt wird als die
bekannten Verfahren, die unter Verwendung fester Katalysatoren arbeiten, lassen sich auch viele
empfindliche Säuren und Alkohole verestern.
Carbonsäuren, die nach dem Verfahren umgesetzt werden können, sind beispielsweise: Ameisensäure,
Essigsäure, Buttersäure, Isovaleriansäure, Capronsäure, Crotonsäure, Chloressigsäure, «-Brompropionsäure
und a-Chlor-isobuttersäure.
Die besten Ergebnisse erzielt man bei der Umsetzung von aliphatischen Alkoholen, die wie die
Carbonsäuren 1 bis 6 Kohlenstoffatome im Molekül enthalten und gesättigt oder einfach olefinisch ungesättigt
sind. Diese Alkohole können Gruppen oder Atome enthalten, die unter den Bedingungen des
Verfahrens inert sind, wie Alkoxygruppen mit 1 bis 4 Kohlenstoffatomen oder Halogenatome. Geeignete
Alkohole sind unter anderem Methanol, Äthanol, Isopropanol, Butanol, Isoamylalkohole,
Cerylalkohol, Allylalkohol, Äthylglykol, Äthylenchlorhydrin und l-Brompropanol-(2).
Man wendet den Alkohol und die Carbonsäure zweckmäßig im Molverhältnis 1:1 bis 1,5: 1 an.
Die bevorzugten Molverhältnisse liegen zwischen 1:1 und 1,2 : 1, oder umgekehrt.
Es ist zweckmäßig, ein inertes Schleppmittel in Mengen bis zu etwa 20 Gewichtsprozent, bezogen
auf die Summe der Gewichte von Alkohol und Säure, mitzuverwenden. Geeignete Schleppmittel sind
z. B. Benzol, Toluol, Cyclohexan, n-Heptan, Chloroform und Trichloräthylen. Es ist überraschend,
daß auch bei der Veresterung in dampfförmigem Zustand der Zusatz eines Schleppmittels für Wasser
eine weitere Erhöhung des Veresterungsgrades bewirkt. So läßt sich die Ausbeute an Äthylacetat
durch Zusatz von 10% Benzol zu den Reaktionsteilnehmern von 87,3% auf 90,5% der Theorie
steigern. Welche Vorgänge dieser Ausbeuteerhöhung zugrunde liegen, ist nicht bekannt.
Geeignete Katalysatoren sind z. B. solche, die man durch Tränken eines inerten Trägermaterials, wie
Bimsstein, mit einer hochsiedenden starken oder
ίο mittelstarken anorganischen Säure, wie 90%iger
Phosphorsäure, und anschließendes Erhitzen auf 200 bis 380° C erhält. Auch saures Borphosphat ist
ein geeigneter Katalysator. Besonders hohe Ausbeuten an Estern und hohe Reaktionsgeschwindigkeiten
erzielt man, wenn man als Katalysator einen säureaktivierten Ton, wie Bentonit oder Montmorillonit,
benutzt. Diese säureaktivierten Tone ergeben Raum-Zeit-Ausbeuten bis zu 50 Mol Ester
je Liter Katalysatorraum und Tag. Die Raum-Zeit-
Ausbeute liegt damit beträchtlich höher als diejenige, die bei den bekannten Verfahren unter vergleichbaren
Bedingungen erzielt wird.
Es ist erforderlich, daß die Umsetzung im Dampfzustand durchgeführt wird, weil die zur Gleichgewichtseinstellung
erforderliche Zeit beträchtlich vermehrt und die Lage des Gleichgewichts außerdem
merklich zuungunsten der Esterbildung verschoben wird, wenn der Katalysator feucht wird. Man arbeitet
daher im Dampfzustand, d. h. bei einer Temperatur, die oberhalb der Taupunktes des Umsetzungsgemisches
unter dem jeweiligen Reaktionsdruck liegt. Stellt man z. B. einen Carbonsäureester her, dessen
Siedepunkt bei dem Reaktionsdruck unterhalb von 1000C liegt, so ist eine Rekationstemperatur oberhalb
von 1000C empfehlenswert. Wenn das Reaktionsprodukt oberhalb von 1000C siedet,
wählt man vorteilhaft eine Reaktionstemperatur, die zwischen 100° C und der Siedetemperatur des reinen
herzustellenden Esters liegt. Der Siedepunkt (oder Taupunkt) der Umsetzungsgemische liegt nämlich infolge
der Bildung von Azeotropen in der Regel unterhalb des Siedepunkts (oder Taupunkts) der
reinen Komponenten des Gemisches.
Wenn es einerseits erforderlich ist, die Reaktionstemperatur so hoch zu wählen, daß der Katalysator trocken bleibt, so führen andererseits zu hohe Reaktionstemperaturen ebenfalls zu schlechten Ausbeuten. Dies geht aus der folgenden Tabelle hervor, in der die Ausbeute an n-Butylacetat bei der Umsetzung von n-Butanol und Essigsäure im Molverhältnis 1,1:1 unter Atmosphärendruck an säureaktiviertem Montmorillonit als Katalysator in Abhängigkeit von der Temperatur angegeben ist:
Wenn es einerseits erforderlich ist, die Reaktionstemperatur so hoch zu wählen, daß der Katalysator trocken bleibt, so führen andererseits zu hohe Reaktionstemperaturen ebenfalls zu schlechten Ausbeuten. Dies geht aus der folgenden Tabelle hervor, in der die Ausbeute an n-Butylacetat bei der Umsetzung von n-Butanol und Essigsäure im Molverhältnis 1,1:1 unter Atmosphärendruck an säureaktiviertem Montmorillonit als Katalysator in Abhängigkeit von der Temperatur angegeben ist:
| 55 | Temperatur | Ausbeute an n-Butylacetat |
| 0C | °/o der Theorie | |
| 100 | 71,7 | |
| 125 | 90,8 | |
| 60 | 130 | 87,9 |
| 200 | 59,3 | |
| 300 | 12,6 | |
| 400 | 0,9 |
Man erkennt, daß die besten Ausbeuten
n-Butylacetat bei 125 bis 1300C erzielt werden.
n-Butylacetat bei 125 bis 1300C erzielt werden.
Man führt das Verfahren nach der Erfindung bei einer Temperatur zwischen 80 und 200° C, insbeson-
dere zwischen 100 und 18O0C durch. Die günstigste
Reaktionstemperatur für die Herstellung eines bestimmten Esters und für einen bestimmten Reaktionsdruck
läßt sich durch einen Vorversuch leicht ermitteln.
Da die Veresterung im Dampfzustand schwach exotherm ist, braucht man in der Regel keine Wärme
zuzuführen, wenn die Umsetzung erst einmal in Gang gekommen ist. Die Reaktion läßt sich durch
entsprechende Zuführung und Vorwärmung der Reaktionskomponenten bei geeigneter Gestaltung
und Isolierung des Reaktionsraumes gegen Wärmeabstrahlung autotherm steuern.
Das Verfahren wird vorzugsweise unter Atmosphärendruck ausgeführt. Verminderter Druck ist
insbesondere bei der Veresterung höhermolekularer Carbonsäuren und bzw. oder höhermolekularer
Alkohole empfehlenswert. Der Taupunkt wird dann entsprechend herabgesetzt, so daß man auch bei
verhältnismäßig niedrigen Temperaturen arbeiten kann. Manchmal, z. B. bei der Umsetzung von
niederen Carbonsäuren mit niederen Alkoholen, werden auch die Gleichgewichtslage und der Durchsatz
durch Anwendung erhöhten Druckes, d. h. bis zu 20 at, günstig beeinflußt.
Man führt das Verfahren kontinuierlich durch, indem man das dampfförmige Gemisch der Ausgangsstoffe
über den festen, stark sauren Katalysator leitet, das Reaktionsgemisch verflüssigt, durch
Destillation aufarbeitet und die binären und/oder ternären Kondensate nach Abtrennung des Wassers
in das Veresterungsgefäß zurückführt.
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Als Katalysator wird ein Montmorillonit verwendet. Nach Aktivierung mit der dreifachen Gewichtsmenge
10%iger Salzsäure (8 Stunden bei Raumtemperatur) und gründlichem Waschen mit
Wasser wird er zu Kugeln von 4 mm Durchmesser verformt und getrocknet. Die Aktivität des Katalysators
wird durch Titration bestimmt. Eine Probe wird, zur Entfernung anhaftender Säure 1 Stunde auf
5000C erhitzt, im Exsikkator erkalten lassen. 1,00 g der Probe werden mit 50,0 cm3 n-Kalilauge
V2 Stunde geschüttelt. Nach dem Abfiltrieren wird ein aliquoter Teil des Filtrats mit 0,1 n-Salzsäure
zurücktitriert. Der Säuregehalt des Katalysators entspricht 0,7 Milliäquivalent je Gramm.
410 cm:! dieses Katalysators werden in ein Rohr
von 1000 mm Länge und 25 mm Durchmesser eingefüllt. Man erhitzt den Katalysator auf 130° C und
leitet stündlich 150 cm3 eines Gemisches aus n-Butanol und Essigsäure im Molverhältnis 1,1:1,
welches in einem Vorerhitzer verdampft wird, über den Katalysator. Sobald die Reaktion eingesetzt hat,
wird die Heizung abgeschaltet. Die Temperatur hält sich dann auf 122 bis 1250C. Das dampfförmige
Reaktionsgemisch wird verflüssigt. Das Kondensat trennt sich in zwei Schichten, die organische Schicht
wird durch Destillation aufgearbeitet. Das ternäre Gemisch, das als am leichtesten siedende Fraktion
erhalten wird, und das binäre azeotrope Gemisch Butanol-n-Butylacetat führt man nach Abtrennung
der wäßrigen Schicht in das Veresterungsgefäß zurück.
Nach 850 Stunden Laufzeit wurde der Versuch abgebrochen, ohne daß eine Verschlechterung der
Ausbeute zu beobachten war. Die mittlere Ausbeute an n-Butylacetat betrug 90,8 % der Theorie, bezogen
auf Essigsäure, bei Spitzenwerten bis zu 95°/o der Theorie.
Man verestert an dem im Beispiel 1 benutzten Katalyastor Äthanol und Essigsäure im Molverhältnis
1,1 : 1, wobei der stündliche Durchsatz 50 cm3 des Ausgangsgemisches beträgt. Die Temperatur
stellt sich auf 104° C ein. Man verfährt weiter,
wie im Beispiel 1 beschrieben, und erhält Äthylacetat in einer Ausbeute von 87,3% der Theorie, bezogen
auf Essigsäure.
Setzt man dem Gemisch der Ausgangsstoffe noch 10 Volumprozent Benzol zu, so beträgt die Ausbeute
an Äthylacetat unter sonst gleichen Bedingungen 90,5 °/o der Theorie.
Man setzt n-Butanol und Essigsäure im Molverhältnis 1,1 : 1 an 410 cm3 des im Beispiel 1 beschriebenen
Katalysators bei verschiedenen Drücken und Temperaturen um. Hierzu verwendet man ein mit
Silber ausgekleidetes Druckrohr von 22 mm innerem Durchmesser und 2 mm Länge. Das Rohr ist mit
einem Heizmantel umgeben, durch welchen eine auf 165 bzw. 175° C erwärmte Heizflüssigkeit — in vorliegendem
Fall Triglykol — gepumpt wird. Im mittleren Teil des Rohres befindet sich die 108 cm lange
Katalysatorschicht, entsprechend 410 cm3 Katalysator.
Der obere Teil des Rohres ist mit glasierten Porzellanringen gefüllt und dient zum Erwärmen und
Verdampfen des von oben zugepumpten Essigsäure-Butanol-Gemisches. Der untere Teil des Rohres ist
ebenfalls mit Keramikringen gefüllt. Dadurch, daß der Katalysator in der Mitte des Ofens liegt, ist eine
gleichmäßige Temperatur längs der gesamten Katalysatorschicht gewährleistet. Am oberen Teil des
Rohres ist eine Zuleitung für Stickstoff, der in einer Vorratsflasche mit 100 at verdichtet ist, angeschlossen.
Über ein Druckminderventil kann der jeweils gewünschte Druck eingestellt werden.
Das am unteren Ende des Rohres austretende Produkt wird über einen mit Wasser von 15 bis
200C betriebenen Kühler auf Zimmertemperatur gebracht und in einen Druckabscheider mit Schauglas
geführt. Bei konstant gehaltenem Stand im Schauglas wird das Produkt hieraus kontinuierlich
auf Atmosphärendruck entspannt.
Der Zulauf beträgt 150 cm3 flüssiges Gemisch an Alkohol und Säure. Man erhält die folgenden
Ergebnisse.
| Druck | Temperatur | Ausbeute |
| at | 0C | Voder Theorie |
| 3 | 165 | 88,3 |
| 3 | 175 | 87,9 |
| 5 | 165 | 91,2 |
| 5 | 175 | 93,8 |
| 6 | 175 | 87,5 |
| 7 | 175 | 85,8 |
| 10 | 175 | 82,8 |
| 12 | 175 | 71,2 |
| 14 | 175 | 70,6 |
170 g 85%ige Phosphorsäure werden mit 82 g Borsäure zu einer homogenen Masse verrührt, die
nach etwa 24 Stunden zu einer Gallerte erstarrt. Diese wird bei HO0C getrocknet und zu zylindrischen
Körpern von 8 mm Durchmesser und 8 mm Länge verpreßt. Der Katalysator wird mehrere
Stunden auf 3500C erhitzt.
650 cm3 des Katalysators werden in ein Rohr von 1400 mm Länge und 28 mm lichtem Durchmesser
gefüllt und auf 140° C erhitzt. Über den Katalysator werden je Stunde die Dämpfe von 150 cm8
eines n-Butanol-Essigsäure-Gemisches im Molverhältnis 1,1:1 geleitet. Die Ausbeute an n-Butylacetat
beträgt bei einmaligem Durchgang 87,2% der Theorie.
Mit 20% Phosphorsäure auf Kieselsäurestangen beträgt der Veresterungsgrad unter sonst gleichen
Bedingungen 84% der Theorie.
Man verfährt wie im Beispiel 1, leitet jedoch 50 cm3/Std. flüssiges n-Butanol-Propionsäure-Gemisch
im Molverhältnis 1,1:1 in Dampfform über den Katalysator, dessen Temperatur auf 140° C gehalten
wird. Die Veresterung beträgt 89,3%, die Raum-Zeit-Ausbeute 1,76 kg Ester je Liter Katalysator und
Tag.
Erhöht man den Durchsatz auf 150 cms/Std., so
geht der Veresterungsgrad auf 86,8%. zurück. Die Raum-Zeit-Ausbeute steigt jedoch auf 5,14 kg/1
Katalysator und Tag.
Man arbeitet wie im Beispiel 1, leitet jedoch stündlich 30 cm3 eines Gemisches aus a-Chloressigsäure
und n-Butanol im Molverhältnis 1:1,1 über
den auf 2000C erhitzten Katalysator. Die Ausbeute
an a-Chloressigsäure-n-butylester beträgt 80% der
Theorie.
Man arbeitet wie im Beispiel 1, setzt jedoch stündlich 30 cm3 eines Gemisches von Allylalkohol und
Essigsäure im Molverhältnis 1:1,1 um. Die Temperatur
am Katalysator beträgt 1340C. Man erhält Essigsäureallylester in einer Ausbeute von 59% der
Theorie.
Setzt man in der im Beispiel 1 beschriebenen Weise stündlich 30 cm3 eines Gemisches aus Essigsäure
und Äthylenchlorhydrin im Molverhältnis 1:1,1 um und hält eine Reaktionstemperatur von
1500C ein, so erzielt man eine Ausbeute an Essigsäure-yS-chloräthylester
von 51% der Theorie.
Claims (5)
1. Verfahren zur Dampfphasenveresterung von aliphatischen Carbonsäuren mit 1 bis 6 Kohlenstoffatomen,
die gesättigt oder einfach olefinisch ungesättigt und durch Halogen substituiert sein
können, mit Alkoholen an festen, sauren Katalysatoren, dadurch gekennzeichnet, daß
man die Veresterung bei einer Temperatur zwischen 80 und 2000C, vorzugsweise zwischen
100 und etwa 1800C, an einem stark sauren, anorganischen Katalysator, gegebenenfalls unter
Verwendung eines inerten Schleppmittels für das Wasser, durchführt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man als festen, anorganischen,
stark sauren Katalysator einen säureaktivierten Ton, wie Bentonit oder Montmorillonit, oder ein
saures Borphosphat verwendet.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß man die Carbonsäure
und den Alkohol in etwa molaren Mengen oder aber die eine der genannten Ausgangsverbindungen
in einem stöchiometrischen Überschuß bis zu etwa 50% benutzt.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß man bei
einem Druck bis zu 20 at arbeitet.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß man das
inerte Schleppmittel in einer Menge bis zu 20 Gewichtsprozent, bezogen auf die Summe der
Gewichte von Alkohol und Carbonsäure, verwendet.
In Betracht gezogene Druckschriften:
Gattermann, »Die Praxis des organischen
Chemikers«, 23. Auflage (1933), S. 1;
Chemikers«, 23. Auflage (1933), S. 1;
L. F. Fieser und M. Fieser, »Lehrbuch der organischen Chemie«, 3. Auflage (1957), S. 190.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DEB66259A DE1211643B (de) | 1962-03-08 | 1962-03-08 | Verfahren zur Dampfphasenveresterung von gegebenenfalls halogen substituierten aliphatischen Carbonsaeuren |
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|---|---|---|---|
| DEB66259A DE1211643B (de) | 1962-03-08 | 1962-03-08 | Verfahren zur Dampfphasenveresterung von gegebenenfalls halogen substituierten aliphatischen Carbonsaeuren |
Publications (1)
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|---|---|
| DE1211643B true DE1211643B (de) | 1966-03-03 |
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| DEB66259A Pending DE1211643B (de) | 1962-03-08 | 1962-03-08 | Verfahren zur Dampfphasenveresterung von gegebenenfalls halogen substituierten aliphatischen Carbonsaeuren |
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|---|---|
| DE (1) | DE1211643B (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE2904822A1 (de) * | 1978-02-08 | 1979-08-09 | Kyowa Yuka Kk | Verfahren zur abtrennung von estern aus reaktionsgemischen |
-
1962
- 1962-03-08 DE DEB66259A patent/DE1211643B/de active Pending
Non-Patent Citations (1)
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|---|
| None * |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE2904822A1 (de) * | 1978-02-08 | 1979-08-09 | Kyowa Yuka Kk | Verfahren zur abtrennung von estern aus reaktionsgemischen |
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