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Siebvorrichtung Die Erfindung betriff t vibrierende Vorrichtungen
zum Sieben und Seihen.
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Es sind derartige Vorrichtungen bekannt, bei denen die Siebfläche
durch ein Unwuchtgewicht in Schwingungen versetzt wird, welches von einem Elektromotor
gedreht wird und an einem die Siebfläche tragenden Rahmen befestigt ist, wobei das
Unwuchtgewicht um eine vertikale oder nahezu vertikale Achse rotiert, so daß die
Siebfläche in Schwingungen in einer horizontalen Ebene mit einer kreisförmigen Bahnbewegung
versetzt wird. Es wurde ferner vorgeschlagen, das Unwuchtgewicht so anzuordnen,
daß es um eine horizontale Achse rotiert und die Siebfläche zu einer kreisförinigen
oder elliptischen Schwingungsbewegung in einer vertikalen Ebene anregt.
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Gemäß der Erfindung ist eine Vorrichtung züm Sieben oder Seihen vorgesehen,
die einen feststehenden Rahmen, einen daran federnd und in allen Richtungen
- d. h. sowohl auf und ab als auch in jeder seitlichen Richtung
- beweglich befestigten Schwingrahmen und eine an diesem befestiate Siebfläche
aufweist und dadurch gekennzeichnet ist, daß ein von einem Motor anoretriebenes
Unwuchtgewicht an dem Schwingrahmen mittels einer Halterung befestigt ist, die seine
Einstellung um zwei zueinander und zur Drehachse des Unwuchtgewichts senkrechte
Achsen ermöglicht. Durch diese Vorrichtung ist es möglich. den Rahmen willkürlich
in jeder Ebene schwingen zu lassen, welche beliebig, und zwar durch die jeweilige
Einstellung des Unwuchtgewichtes, relativ zu dem C Schwingrahmen wählbar ist.
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In einer vorzugsweisen Ausführungsform besteht die Halteruna, die
die Winkeleinstellun des Unc- 9
wuchterregers ermöglicht, aus einer Kardanaufhängung,
die den Schwingmotor in dem Schwin-rahmen trägt.
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Im folaenden wird an Hand der Zeichnung eine beispielsweise Ausführungsform
der Erfindung beschrieben.
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F i g. 1 zeigt eine Seitenansicht einer schwin gfähigen
Siebvorrichtung mit aufgesetztem Siebrahmen mit Sieb; F i g. 2 ist eine perspektivische
Ansicht der in F i g. 1 gezeigten Vorrichtung; F i g. 3 ist
eine perspektivische Ansicht eines Teiles der Vorrichtung in größerem und zeigt
die Kardanaufhängung der Unwucht(Tewichte; C, C
F i g. 4 ist ein Längsschnitt
durch den Siebrahmen. Die Vorrichtung umfaßt einen äußeren, feststehenden Rahmen,
der allgemein mit 11 bezeichnet ist. Er ist aus Rechteckrohreil aufgebaut
und besteht aus einem oberen, quadratischen Rahmen 12 mit an den Ecken angeschweißten
Diagonalplatten 13. Dieser obere Rahmen wird an jeder Ecke von
je einem senkrechten Stab 14 getragen und mit einem unteren quadratischen,
ebenfalls aus Rohrelementen bestehenden Rahmen 15 verbunden, der mit Füßen
16 an jeder Ecke auf dem Boden aufsteht.
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Innerhalb des äußeren, feststehenden Rabmens ist ein innerer, quadratischer
Schwingrahmen angeordriet, der allgemein mit 17 bezeichnet ist. Der innere
C
Rahmen besteht wie der äußere aus rechteckigen Rohrprofflen. Er umfaßt ein
unteres, waagerechtes Quadrat 18 (mit abaeschnittenen Ecken), welches etwas
kleiner als das untere Oradrat 15 des äußeren Rahmens ist. Es ist im Inneren
des Außenrahmens mit federnden Aufhängungen an den dia 'gonalen Eck-
platten
13 des Oberteils 12 des Außenrahmens aufgehängt. Auf die federnde Aufhängung
wird in der weiteren Beschreibung näher eingegangen werden. In der e bl
c -
Mitte von jeder Seite des Innenralimens ist ein aufrecht stehender Hohlstab
19 angeordnet. Diese Hohlstäbe sind von solcher Länge, daß sie einen oberen
quadratischen Hohlrahmen 20 tragen, der sich etwas höher als das obere Ende des
feststehenden Rahmens befindet. Auf diesem oberen quadratischen Rahmen ist eine
allgemein mit 21 bezeichnete Siebeinheit befestigt. Die Siebeinheit 21 kann jede
gewünschte Beschaffenheit haben, sie kann beispielsweise rund, mit oder ohne Spiralführung
auf der Siebfläche, oder rechteckig sein.
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In dem in der Zeichnung dargestellten Fall einer rechteckigen Siebeinheit
besteht eine vorteilhafte Ausführungsform
aus einem rechteckigen,
oben offenen Blechrahmen 22, der mit einem Bügel 23 an dem oberen Quadrat
des Schwingrahmens in der Nähe einer seiner Kanten bei 24 schwenkbar befestigt ist,
und zwar so, daß ein Ende des Blechrahmens über den Schwingrahmen und dem feststehenden
Rahmen hinausragt. Dieses Ende weist eine Auslaßrinne 25 für das in der Vorrichtung
behandelte Grobgut und eine weitere Auslaßrinne 26 für das Feingut auf. In
der dargestellten Ausführungsform sind zwei Siebflächen 28, 29 vorhanden
und eine weitere Auslaßrinne 27
für Gut von mittlerer Korngröße vorgesehen.
Das andere Ende der Siebeinheit ruht auf Vorsprüngen 30
an der Oberseite des
Schwingrahmens, welche schwenkbar befestigte, mit einem Längsschnitt versehene Arme
31 tragen. Durch die Schlitze 32 der Arme 31 sind Kopfschrauben
33 in den Rahmen 22 geführt, so daß die Siebeinheit 21 angehoben oder gesenkt
und ihre Neigung gegenüber der Waagerechten verändert werden kann. Die Siebflächen
28, 29 im Innem der Siebeinheit haben verschiedene Maschengröße, die obere
Siebfläche 28 ist die gröbere. Die obere Siebfläche 28 führt an ihrem
unteren Ende, welches auf einer Seite über die Vorrichtung hinausragt, zu der Austrittsöffnung
25 für das Grobgut.
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Die unterhalb der oberen Siebfläche angeordnete untere Siebfläche
29 führt zu der Austrittsöffnung 27,
die, wie dargestellt, in der Rückseite
der die beiden Siebflächen trennenden, umlaufenden Wand 34 vorgesehen ist. In dem
Boden der Siebeinheit unterhalb der Siebfläche 29 ist ein nach unten gerichteter
Stutzen 26 als Austrittsöffnung für das Feingut vorgesehen. Ein Deckel
35 überdeckt die Siebflächen und ist mit einer Zuführöffnung 36 für
das zu behandelnde Gut versehen.
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Die Vorrichtung zur elastischen Aufhängung des Schwingrahmens
17 in dem feststehenden Rahmen 1,1
ist wie folgt ausgebildet: An den
Ecken des feststehenden Rahmens tragen die Diagonalplatten oder Eckplatten
13 je zwei nach unten gerichtete Gewindestangen 40. Diese sind so groß, daß
sie starr sind, d. h., ihr Durchmesser beträgt etwa 2,5 cm. Sie erstrecken
sich nach unten über den größten Teil des Abstandes zwischen dem oberen und unteren
Quadrat des Außenrahmens. Jedes Paar von Gewindestangen ist durch je eine
längliche Platte 41 geführt, welche in der Nähe ihrer beiden Enden öffnungen von
genügender Größe aufweist, daß die festen Stangen 40 ohne Berührung hindurchtreten
können. Oberhalb der länglichen Platte ist jede Gewindestange von einer Schraubenfeder
42 umgeben, und unterhalb der länglichen Platte ist eine zweite Schraubenfeder 43
vorgesehen. Unterhalb der beiden unteren Schraubenfedern 53 ist eine zweite
längliche Platte 44 über die Gewindestangen verschiebbar geführt und wird durch
darunter auf die Gewindestangen 40 aufgeschraubte Muttern 45 und Gegenmuttern 46
gegen ,die Federn gedrückt. Mit diesen Muttern können die Federn in erforderlichem
Maße zusammengedrückt werden, und dadurch kann die erstgenannte, zwischen den Federn
42, 43 gehaltene längliche Platte 41 in einem durch die Elastizität der Federn bestimmten
Maße auf und ab bewegt werden. Die länoche Platte 41 trägt in ihrer Mitte zwischen
den beiden Federpaaren eine Halterung 47 für eine Gummimuffe, welche an einer nach
unten gerichteten Aufhängestange 48 befestigt ist. Die Aufhängestange erstreckt
sich nach unten durch eine große Öffnung in der unteren länglichen Platte 44 und
trägt am unteren Ende eine zweite Gummimuffe in einer Metallhalterung 49. Die unteren
Halterungen 49 der vier Aufhängestangen 48 sind, je eine an jeder Ecke des
Rahmens, an Vorsprüngen 50 befestigt, die an den Ecken des inneren oder Schwingrahmens
vorgesehen sind. Die Gummimuffen im Inneren der Halterungen 47, 49 der Aufhängestangen
48 lassen den Rahmen 17 in horizontaler Ebene in jeder Richtung frei schwingen,
und die Federn 42, 43 ermöglichen eine Schwingung der Aufhängestangen 48 und damit
des Innenrahmens 17 in vertikaler Richtung. Der Innenrahmen 17 kann
somit in jeder Richtung frei schwingen.
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Wie ersichtlich, besteht die gesamte Konstruktion aus vier federnden
Einheiten an den vier Ecken der Vorrichtung, die wiederum aus jeweils vier paarweise
anaeordneten Schraubenfedern (42, 42', 43, 43') bestehen, zwei oberhalb und zwei
unterhalb der die Aufhängestange 48 tragenden Platte 41.
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Zwei der Stäbe 19, die das untere Quadrat und das obere Quadrat
des Schwingrahmens miteinander verbinden, tragen, auf gegenüberliegenden Seiten
des Rahmens, Lager 51 (vgl. F i g. 3) für einen quadratischen hohlen
Kardanring 52, der in der Mitte von zwei gegenüberliegenden Seiten in diesen
Lagern befestigt ist. Die beiden anderen Seiten des Kardanrings tragen Lager
53 für einen Unwuchtantrieb 54.
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Der Unwuchtantrieb 54 besteht aus einem Elektromotor 55, dessen
Gehäuse an beiden Enden mit Flansehen versehen ist. Mit jedem Flansch ist ein Gehäuse
56 für eine Unwuchtscheibe verschraubt. Die beiden Unwuchtscheiben
selbst sind von üblicher Konstruktion, wie sie etwa bei Unwuchtantrieben von Sieben,
die in ihrer eigenen Ebene schwingen, verwendet wird. Die beiden Unwuchtscheiben
sind so an-eordnet, daß ihre Unwucht dieselbe Richtung und denselben Betrag hat.
Der Motor 55 mit den beiden Unwuchtscheiben ist in den Lagern 53 des
Kardanrings so gelagert, daß seine Achse in rechtem Winkel zu den Lagern steht.
Daher kann der aus dem Motor und den Schwungscheiben bestehende Unwuchtantrieb in
jedem beliebigen Winkel relativ zu dem Ring eingestellt werden.
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Die Kardanlager 53 des Unwuchtantriebs sind so ausgebildet,
daß sie nach der Einstellung durch Schrauben 58 festgeklemmt werden können,
und ebenso können die Lager 51, in denen der Kardanring gelagert ist, durch
Schrauben 57 festgeklemmt werden. Auf diese Weise kann der Ring
52 in jeder Ebene um eine horizontale Achse an dem Schwingrahmen
17 eingestellt werden, und der Unwuchtantrieb 54 kann in jeder Richtung bezüglich
einer Achse eingestellt werden, die durch die Lager 53 im rechten Winkel
zu der Justierachse des Kardanringes 52 verläuft. Die Achse der Lager
53 ist rechtwinklig zur Rotationsachse des Motors 55, und somit kann
die Richtung der Unwuchterregung in jede gewünschte Richtung relativ zur Siebeinheit
21 eingestellt werden.
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Die beschriebene Konstruktion ermöglicht es, die Richtung der Bahnbewegung
der Sieboberfläche in jeder gewünschten Ebene erfolgen zu lassen, je nachdem,
wie es sich für das zu behandelnde Material, zum Sieben von trockenen Pulvem oder
zum Seihen von Flüssigkeiten, am günstigsten erweist. Ferner können die Unwuchtgewichte
auf den Schwungscheiben des Antriebs 54 einstellbar ausgebildet werden, so daß auch
die die Schwingungsbewegung hervorrufende Kraft verändert werden kann. Eine solche
Einstellung
der Unwucht ist an sich bekannt und daher in den Zeichnungen
nicht dargestellt.