DE1209242B - Verfahren zur Herstellung von elastischen Faeden - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von elastischen FaedenInfo
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Description
DEUTSCHES
PATENTAMT
AUSLEGESCHRIFT
Int. α.:
DOIf
Deutsche Kl.: 29 b-3/65
Nummer: 1209 242
Aktenzeichen: M 39479IV c/29 b
Anmeldetag: 3. November 1958
Auslegetag: 20. Januar 1966
Die Herstellung von linearen Mischpolymeren von «-Olefinen mit hohem Molekulargewicht, insbesondere
Propylen, und mit Äthylen und die Herstellung von vulkanisierten Elastomeren aus diesen Mischpolymeren
mit Hilfe von verschiedenen Verfahren ist in den belgischen Patentschriften 556 902 und 568 581
beschrieben. Insbesondere ist in der belgischen Patentschrift 556 962 die Herstellung von Elastomeren durch
Sulfochlorierung solcher Mischpolymeren und darauffolgende Vulkanisation der sulfochlorierten Produkte
in Gegenwart von Metalloxyden beschrieben. Die so erhaltenen vulkanisierten Produkte haben Eigenschaften,
die in gewisser Hinsicht den .Eigenschaften von elastischem Gummi ähnlich sind; insbesondere
weisen sie hohe elastische Dehnungswerte gleichzeitig mit ausgezeichneten Elastizitätswerten auf.
Die Erfindung sieht die Herstellung von elastischen Fäden vor, die aus einem vulkaniserten, sulfochlorierten
linearen Propylen-Äthylen-Copolymeren mit hohem Molekulargewicht besteht, und zwar durch
Verspinnen einer Lösung eines sulfochlorierten Propylen-Äthylen-Mischpolymeren
mit hohem Molekulargewicht in einem organischen Lösungsmittel, die ein- oder mehrwertige Metalloxyde, Mono- oder
Polyprimäre, sekundäre oder tertiäre Amine oder Erdalkalisalze von nichtflüchtigen, schwachen organischen
oder anorganischen Säuren enthält und eine solche Viskosität aufweist, daß eine Kugel aus
rostfreiem Stahl mit einem Gewicht von 0,1295 g für ihren vertikalen Fall von 10 cm Höhe durch die
Lösung eine Zeit von 600 bis 1200 Sekunden benötigt, in Bädern oder auf trocknem Wege und Behandlung
der Fäden bei Temperaturen zwischen 125 und 170° C.
Die durch die Erfindung erhaltenen elastischen Fäden besitzen mechanische Eigenschaften, die sich
vorzüglich mit denen von Fäden aus Naturgummi und bestimmten synthetischen Gummiarten vergleichen
lassen; sie stellen aber gegenüber derartigen Fäden einen beträchtlichen Fortschritt dar, da sie gegenüber
Sauerstoff, Ozon, ultraviolettem Licht und Witterungseinflüssen wesentlich widerstandsfähiger sind.
Infolge dieser Eigenschaften können die Fäden ohne jeglichen Schutzüberzug verwendet werden.
Vorzugsweise enthält das Mischpolymere 30 bis 80% Äthylen, hat ein Molekulargewicht von 50 000
bis 300 000, einen Schwefelgehalt von 1 bis 3% und einen Chlorgehalt von 4 bis 15%.
Die Herstellung eines Fadens mit verschiedener Anzahl von Einzelfäden (die sehr niedrig sein kann)
aus sulfochlorierten Copolymeren wird dadurch möglieh, daß sie sich in bestimmten organischen Lösungsmitteln
lösen. Die geeignetsten Spinnlösungen sind Verfahren zur Herstellung von elastischen Fäden
Anmelder:
Montecatini Societä Generale per l'Industria
Mineraria e Chimica, Mailand (Italien)
Mineraria e Chimica, Mailand (Italien)
Vertreter:
Dr.-Ing. A. v. Kreisler, Dr.-Ing. Schönwald
und Dr.-Ing. Th. Meyer, Patentanwälte,
Köln 1, Deichmannhaus
und Dr.-Ing. Th. Meyer, Patentanwälte,
Köln 1, Deichmannhaus
Als Erfinder benannt:
Enzo di Giulio,
Francesco Denti, Mailand (Italien)
Beanspruchte Priorität:
Italien vom 6. November 1957 (15 794)
ziemlich verdünnt und haben eine Konzentration von 3 bis 20%, je nach dem Molekulargewicht des Polymeren.
Es können verschiedene Lösungsmittel verwendet werden, wie Benzol, Chlorbenzol oder Tetrachlorkohlenstoff.
In der Praxis kann, da die Sulfochlorierung im allgemeinen in Lösung durchgeführt wird,
die verdünnte Lösung aus der Sulfochlorierung nach Zusatz geeigneter Vulkanisationsmittel zum Verspinnen
verwendet werden. Es können übliche Vulkanisationsbeschleuniger und Vulkanisationsreguliermittel
verwendet werden.
Das Verspinnen der Lösung kann auf übliche Weise durch geeignete Spinndüsen durchgeführt
werden, und das Lösungsmittel kann durch Verdampfen in der Spinnsäule oder durch Ausfällen in
einem geeigneten Bad von den Fäden entfernt werden.
Zu einer Lösung, die durch Sulfochlorierung in Tetrachlorkohlenstoff eines Äthylen-Propylen-Mischpolymeren
mit einem Gehalt von 40 Gewichtsprozent Äthylen bis zu einem Schwefelgehalt von 1,9% und
einem Chlorgehalt von 7,8 % erhalten wurde und die eine Konzentration an sulfochloriertem Mischpolymerem
von 7 % aufweist (Fallzeit der Kugel aus rost-
509 779/412
freiem Stahl 700 Sekunden [10 cm]), werden folgende Substanzen zugesetzt (die Gewichtsprozente beziehen
sich auf das sulfochlorierte Mischpolymere):
PbO (= Vulkanisator) 40%
Hydriertes Harz (=Weichmacher) 2,5 %
N-CyclohexyW-benzothiazolsulfamid
(Beschleuniger) (J. Van Alphen Rubber
Chemicals Elsevier Publishing Company [1956], S. 52) 0,25%
(Beschleuniger) (J. Van Alphen Rubber
Chemicals Elsevier Publishing Company [1956], S. 52) 0,25%
IO
Das Verspinnen wird in einer Apparatur durchgeführt, wie sie schematisch in der Zeichnung dargestellt
ist. Hierin bedeutet 1 einen Tank, aus dem die Lösung zugeführt wird, 2 eine Getriebepumpe, 3 einen
Spinnkopf, 4 eine Spinndüse, 5 einen Tank für das Fällbad, 6 Leerlaufrollen, über die die Fäden geführt
werden, und 7 eine Spule zur Aufnahme der Fäden.
Es wird eine becherförmige Spinndüse mit 18 Löehern von je 0,2 mm Durchmesser verwendet, die mit
einem Netz mit 13 000 Maschen/cm2 als Filter versehen ist, um die Spinnlösung zu filtrieren, bevor sie
zur Spinndüse gelangt. Das Netz wird von zwei weiteren Netzen mit 900 bzw. 1500 Maschen/cm2 unterstützt.
Der Fälltank ist 3 m lang und enthält Methanol. Das Ausfällen, dessen Dauer von der Einzelfädenzahl
des Fadenbündels abhängt, kann in verschiedenen Bädern, z. B. aus Methanol, durchgeführt werden. Die
Fäden werden nach Ausfällen und Trocknen in einem Autoklav mit Hilfe von überhitztem Dampf 30 Minuten
bei 145° C vulkanisiert.
Die charakteristischen Eigenschaften zweier Fadenmuster mit etwas verschiedener Anzahl von Einzelfäden
nach der Vulkanisation sind in Tabelle 1 angegeben.
Tabelle 2 zeigt die Ergebnisse einer Prüfung der Stabilität eines Fadens unter ultraviolettem Licht.
Bei diesem Versuch werden die Muster während der angegebenen Zeit dem Licht einer 100-Watt-Quarzlampe
ausgesetzt, die im Brennpunkt eines Parabolspiegels angeordnet ist, wobei die Muster in einer
horizontalen Ebene angeordnet sind, die normal zur Lichtrichtung und zur Längsachse des Spiegels vorliegt
und einen Abstand von 30 cm vom Brennpunkt des Spiegels aufweist. Wie ersichtlich, bleiben die
charakteristischen Eigenschaften der Fäden auch nach langer Belichtung sehr gut.
In Tabelle 3 sind die Ergebnisse eines Alterungsversuchs angegeben, der an zwei Mustern eines vulkanisierten
Fadens in Gegenwart von Sauerstoff (Bierer-Davies-Apparat) durchgeführt wurde. Der Apparat
besteht aus einer Reihe von kleinen Autoklaven, die in einem Thermostaten angeordnet sind. Die Muster
hängen an Tragvorrichtungen, die an den Deckeln angebracht sind. Die Versuche bestehen darin, daß
die Muster in Abwesenheit von Sauerstoff mit einem Druck von 21 Atmosphären eine bestimmte Zeit bei
700C gehalten werden. Hiernach wird an den Musterstücken
neuerlich Festigkeit, Dehnung und Nummer bestimmt.
Denier eines Fadens mit 18 Einzelfäden
Festigkeit, g/den
Bruchdehnung, %
Bleibende Verstreckung (nach
Strecken auf 200%), %
Strecken auf 200%), %
Elastizitätsmodul, g/den
190
0,16
475
475
2
0,018
0,018
194
0,14
420
420
2,5
0,02
0,02
| Zeit in Stunden | 24 | 72 | 96 | |
| 0 | 254 | 227 | 227 | |
| 240 | 0,10 | 0,07 | 0,07 | |
| 0,13 | 538 | 468 | 430 | |
| 478 |
120
Denier eines Fadens mit 18 Einzelfäden)
Festigkeit, g/den
Bruchdehnung, %
208
0,06
400
400
Zeit in Stunden
0 I 72
0 I 72
72
Denier eines Fadens mit 18 Einzelfäden
Festigkeit, g/den
Dehnung, % ·
Aus den Ergebnissen ist ersichtlich, daß die Festigkeit durch die Behandlung nicht geändert wird, während
bei natürlichem Kautschuk unter analogen Bedingungen bekanntlich eine merkliche Verschlechterung
der mechanischen Eigenschaften erfolgt.
Claims (4)
1. Verfahren zur Herstellung von elastischen Fäden, dadurch gekennzeichnet, daß
eine Lösung eines sulfochlorierten Propylen-Äthylen-Mischpolymeren
mit hohem Molekular-230
0,15
520
520
190
0,13
430
430
235
0,16
510
510
200
0,14
440
440
gewicht in einem organischen Lösungsmittel, die ein- oder mehrwertige Metalloxyde, Mono- oder
Poly-, primäre, sekundäre oder tertiäre Amine oder Erdalkalisalze von nichtflüchtigen, schwachen
organischen oder anorganischen Säuren enthält, mit einer solchen Viskosität, daß eine Kugel aus
rostfreiem Stahl mit einem Gewicht von 0,1295 g für ihren vertikalen Fall von 10 cm Höhe durch die
Lösung eine Zeit von 600 bis 1200 Sekunden benötigt, in Bädern oder auf trocknem Wege versponnen
und die Fäden bei Temperaturen zwischen 125 und 1700C behandelt werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß eine Lösung eines Mischpolymers
versponnen wird, das 30 bis 80% Äthylen enthält und ein Molekulargewicht von 50 000 bis 300 000,
einen Schwefelgehalt von 1 bis 3 °/0 und einen Chlorgehalt
von 4 bis 15% aufweist.
3. Verfahren nach Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Lösungsmittel Benzol,
Chlorbenzol oder Tetrachlorkohlenstoff ist.
4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Spinnlösungen Konzentrationen
von 3 bis 20% aufweisen.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
509 779/412 1.66 © Bundesdruckerei Berlin
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| IT3079218X | 1957-11-06 |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE1209242B true DE1209242B (de) | 1966-01-20 |
Family
ID=11436795
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DEM39479A Pending DE1209242B (de) | 1957-11-06 | 1958-11-03 | Verfahren zur Herstellung von elastischen Faeden |
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| Country | Link |
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| DE (1) | DE1209242B (de) |
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-
1958
- 1958-11-03 DE DEM39479A patent/DE1209242B/de active Pending
- 1958-11-03 US US771185A patent/US3079218A/en not_active Expired - Lifetime
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|---|---|
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