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Vorrichtung zum Glühstrecken von Gittern elektrischer Entladungsröhren
Die Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung zum Glühstrecken von Gittern elektrischer
Entladungsröhren, die auf einer Gitterwickelmaschine kontinuierlich hergestellt
werden, indem eine Steigungszange die mit Gitterdraht zu bewickelnden Gitterstegdrähte
erfaßt und durch eine Wickelposition zieht, und die die Glühstreckvorrichtun,-aneinanderhängend
durchlaufen.
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Gitter elektrischer Entladungsröhren bestehen bekanntlich zumindest
aus zwei Gitterstegen, auf die ein Gitterdraht aufgewickelt ist. Die Einzelherstellung
derartiger Gitter ist unvorteilhaft, und es hat sich deshalb als zweckmäßig erwiesen,
auf zwei parallel zueinander durch eine Wickelvorrichtung gezogene Gitterstegdrähte
in Abständen nacheinander die Drahtwindungskomplexe einzelner Gitter aufzuwickeln.
Die ständig von zwei Vorratsrollen abgerollten Gitterstegdrähte durchlaufen die
Wickelposition und gelangen dann zu einer Glühstreckposition. In dieser Glühstreckposition
werden die Gitterstegdrähte zum Glühen gebracht und gestreckt, wobei unerwünschte
Drahtkrümmungen verschwinden.
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Die Gitterdrähte werden mittels einer Steigungszange durch die Wickelposition
gezogen. Ist ein vollständiges Gitter gewickelt, dann bleibt die Steigungszange
stehen. In diesem Augenblick ergreift zusätzlich eine in Zugrichtung der Gitterstegdrähte
vor der Steigungszange befindliche Streckzange im Ab-
stand von einer oder
mehreren Gitterlängen die Gitterstegdrähte. Während einer Zeit von etwa 176 Sekunde
wird daraufhin über die beiden Zangen durch die Gitterstegdrähte ein Aufheizstromimpuls
geschickt, der die Drähte zwischen den Zangen zum Aufglühen bringt. Nach Maßgabe
einer Programmsteuerung entfernt sich die Streckzange dann von der Steigungszange,
wobei die zwischen den beiden Zangen eingespannten glühenden Gitterstegdrähte gestreckt
werden. Für diesen ganzen Aufheiz- und Streckvorgang steht insgesamt, wenn die Wickelmaschine
gut ausgenutzt werden soll, eine Zeit von etwa 1,3 Sekunden zur Verfügung.
Diese kurzen Aufheiz- und Streckzeiten bedingen, daß mit großen Stromstärken gearbeitet
werden muß. Während die hohen Stromstärken einen besonderen technischen Aufwand
erfordern, wirkt sich die schnelle Erhitzung auf die Qualität der Gitter ungünstig
aus. Für eine rationelle Fertigung sind die den fortlaufenden Wickelvorgang ständig
unterbrechenden Aufheiz-und Streckzeiten nachteilig, da sie den Durchsatz der Wickelvorrichtung
herabsetzen.
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Diese Nachteile hat man bei Vorrichtungen zum Glühstrecken, die von
aneinanderhängenden Gittern durchlaufen werden, dadurch vermieden, daß in Zugrichtung
der gewickelten, aneinanderhängenden Gitter in ein- oder mehrfachem Gitterabstand
an der Steigungszange eine mit ihr gekuppelte, die Gitterstegdrähte erfassende Streckzange
vorgesehen ist, die während des Wickelvorganges die durch Stromdurchgang erhitzten
und mithin verformbaren Steadrahtabschnitte zwischen den Zangen durch Abrücken von
der Steigungszange streckt.
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Das Strecken der Gitter erfolgt auf diese Weise während der Wickelbewegung
der Steigungszange. Für das Strecken wird mithin keine besondere Ruhepause der Steigungszange
benötigt.
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Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine besonders zweckmäßig
aufgebaute und sicher arbeitende Vorrichtung der genannten Art zu schaffen.
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Diese Aufgabe ist bei einer Vorrichtung zum Glühstrecken von Gittern
elektrischer Entladungsröhren, die auf einer Gitterwickelmaschine kontinuierlich
hergestellt werden, indem eine Steigungszange die mit Gitterdraht zu bewickelnden
Gitterstegdrähte erfaßt und schrittweise durch eine Wickelposition zieht, und die
anschließend aneinanderhängend die Glühstreckvorrichtung durchlaufen, wobei in Zugrichtung
der gewickelten aneinanderhängenden Gitter in ein- oder mehrfachem Gitterabstand
vor der Steigungszange eine mit ihr gekuppelte, die Gitterstegdrähte erfassende
Streckzange vorgesehen ist, die während des Wickelvorganges die durch Stromdurchgang
erhitzten und mithin verformbaren Stegdrahtabschnitte zwischen den Zangen streckt,
erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß die Streckzange über mindestens. eine Schubstange
mit der Steigungszange gekuppelt ist und die Schubstange an der Steigungszange mit
einem in
einem Druckzylinder angeordneten Kolben versehen ist, der
während der gemeinsamen Zugbewegung der Zangen, bewirkt durch einen Überdruck in
den Zylindern, die Schubstange und die Streckzange von der Steigungszange wegdrückt.
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Die Erfindung wird an Hand des in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispieles
näher erläutert. Fig. 1 zeigt eine Seitenansicht der Vorrichtung nach der
Erfindung; F i g. 2 zeigt einen Schnitt durch die Vorrichtung nach F i
g. 1 längs der Linie II-II.
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In F i g. 1 sind auf einer Grundplatte 1 eine Steigungszange
3 und eine Streckzange 5 verschiebbar angeordnet. Die beiden Zangen
3 und 5 ruhen auf Führungsschienen 7. In Zugrichtung hinter
der Steigungszange 3 befindet sich die nicht dargestellte Wickelposition
für die herzustellenden Gitter mit dem dazugehörigen Wickelfinger. Die Steigungszange
3 zieht von ebenfalls nicht dargestellten Vorratsrollen abgewickelte Stegdrähte
9 durch die Wickelposition hindurch; sie ergreift die Steadrähte
9
dabei jeweils zwischen zwei gewickelten Gittern 11.
Die Streckzange
ergreift die Stegdrähte 9 der aneinandergereihten Gitter 11 ebenfalls
zwischen zwei Gittern, und zwar in einem Abstand von etwa drei Gitterlängen vor
der Steigungszange 3. In Zugrichtung der Drähte ist vor der Streckzange
5 noch eine Haltezange 13 vorgesehen, die die Stegdrähte
9 ebenfalls zwischen zwei Gittern erfassen kann.
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Die Streckzange 5 ist mit der Steigungszange 3
über Schubstangen
15 verbunden. Vor der Steigungszange 3 sind die in Druckzylindern
17 an den Schubstangen 15 vorgesehenen Kolben 19 angeordnet.
Wird über eine überdruckleitung21 in den Zylindern 17 ein Überdruck erzeugt,
dann haben die Kolben 19 das Bestreben, die Streckzange 5 nach vorn
von der Schrittzange 3 wegzudrücken. Liegen die Zylinder 17 nicht
am Überdruck, dann zieht eine Rückholfeder 23 die Streckzange 5 über
die Schubstangen 15 in ihre Ausgangsposition gegenüber der Schrittzange,
3.
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Die Klemmbacken in den Zangen 3 und 5 sind elektrisch
isoliert angeordnet; sie sind an die Pole einer elektrischen Spannungsquelle gelegt.
Auf diese Weise ist über die Klemmbacken durch die zwischen ihnen eingespannten
Stegdrähte ein Strom leitbar.
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Die Glühstreckvorrichtung nach der Erfindung arbeitet wie folgt: Bei
Beginn des Arbeitsvorganges herrscht in den Druckzylindem 17 zunächst kein
Überdruck. Die Feder 23 zieht die Streckzange 5 somit bis auf eine
vorgegebene Entfernung an die Steigungszange 3
heran. Sowohl die Steigungszange
3 als auch die Streckzange 5 erfassen in diesem vorgegebenen gegenseitigen
Abstand jeweils zwischen zwei Gittern 11 die die Vorrichtung durchlaufenden
Stegdrähte 9.
Nach Maßgabe eines Programmschalters und der Wickelgeschwindigkeit
eines Wickelgliedes in der Wickelposition zieht die mit der Streckzange
5 gekuppelte Steigungszange 3 dann die Stegdrähte 9
durch die
Wickelposition. Für die Dauer des Zieh-und Wickelvorganges wird über die Stromzuleitungen
25 durch die zwischen der Steigungszange 3
und Streckzange
5 befindlichen drei Gitter 11 ein Strom geschickt, der praktisch nur
die Stegdrähte 9
durchfließt. Die Stege aller drei Gitter werden damit während
der Wickelzeit eines neuen Gitters gleichmäßig erwärmt. Bei diesem ersten Durchgang
reicht der die Gitter durchfließende Strom nicht aus, um ihre Stege zum Glühen zu
bringen.
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Ist dieser Wickelvorgang beendet, dann ergreift die Haltezange
13 die Stegdrähte, die Zangen 3 und 5
ihrerseits geben die Stege
frei und verschieben sich um einen Gitterabstand entgegen der Zugrichtung, wonach
sie die Stegdrähte erneut ergreifen. Die Haltezange 13 gibt daraufhin die
Stegdrähte frei, und der Ziehvorgang beginnt von neuem, wobei die zwischen den Zangen
befindlichen Gitter von Strom durchflossen werden. Das beim ersten Ziehvorgang der
Steigungszange am nächsten gelegene Gitter wird dabei zum zweiten Male aufgeheizt
und auf eine höhere Temperatur gebracht, bei der die Stegdrähte jedoch noch nicht
aufglühen. Ist auch dieser zweite Ziehvorgang beendet, dann ergreift wieder die
Haltezange die Stegdrähte, die Zangen geben die Drähte frei und laufen um einen
Gitterabstand gegenüber der Zugrichtung zurück. Bei dem nunmehr einsetzenden dritten
Ziehvorgang werden die Zylinder 17
unter Druck gesetzt, und wieder wird durch
die drei zwischen den Zangen befindlichen Gitter ein Strom geschickt. Das bei dem
ersten Wickelvorgang unmittelbar vor der Steigungszange befindliche Gitter befindet
sich dieses Mal in Zugrichtung unmittelbar hinter der Streckzange und wird zum dritten
Male vom Strom durchflossen. Bei dem dreimaligen Stromdurchgang hat sich der Widerstand
der Stegdrähte dieses Gitters so stark erhöht, daß seine Stege nunmehr aufglühen.
Die Gitterstege werden dadurch verformbar, und die Streckzange, die infolge des
Druckes in dem Zylinder ständig das Bestreben hat, von der Steigungszange abzurücken,
reckt die Stegdrähte und beseitigt damit in ihnen vorhandene unerwünschte Krümmungen.
Der Streckvorgang wird begrenzt mittels eines mit der Steigungszange gekoppelten
Anschlages 27.
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Bei den nunmehr folgenden Streckvorgängen glüht immer jeweils das
vor der Streckzange befindliche Gitter am stärksten auf, während die in Zugrichtung
noch hinter diesem Gitter befindlichen Gitter weniger heiß werden, da in ihnen bei
erst einmaligem oder zweimaligem Stromdurchgang der elektrische Widerstand noch
nicht weit genug erhöht worden ist.