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Gerät zum Entwickeln von Filmbändern Die Erfindung betrifft ein Gerät
zum Entwickeln von Filmbändern, bei welchen der Film schraubenförmig über obere
und untere Rollensätze durch mehrere getrennte Behandlungsbehälter läuft.
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Es sind Geräte zum Entwickeln von Filmen bekanntgeworden, bei welchen
mindestens einer der Bädertanks wenigstens eine zwischen den schraubenförmig verlaufenden
Filmabschnitten hindurchgehende Trennwand aufweist. Mit dieser Ausgestaltung wird
eine dreifache Aufgabenstellung verfolgt: Einmal soll der Durchlauf des Films den
fotografischen Behandlungszeiten in den einzelnen Bädertanks besser angepaßt werden,
zum anderen soll die Durchlaufzeit des Films durch sämtliche Bädertanks verkürzt
werden, und drittens soll auch die Anlage als solche sowohl in der Herstellung als
auch im Betrieb wirtschaftlicher gestaltet werden. Die bekannten Anlagen dieser
Art sind aber ausnahmslos mit Obenantrieb ausgerüstet. Es ist bisher nicht möglich
gewesen, auch für derartige Geräte sich diejenigen Vorteile nutzbar zu machen, die
ein Untenantrieb gegenüber einem Obenantrieb aufweist.
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Bekannt sind auch Filmentwicklungsmaschinen, bei welchen der Film
ohne Verwendung einer Perforation desselben lediglich mittels der Reibung zwischen
Film und Transportrollen durch die Maschine geführt wird (sogenannte Friktionsmaschinen).
Bei derartigen Maschinen ist die technische Entwicklung zwei scharf voneinander
zu trennende Wege gegangen. Zunächst wiesen derartige Maschinen einen Aufbau auf,
bei welchem in den einzelnen Tanks auch einzelne Filmtransporteinrichtungen eingesetzt
sind, welche als Einzelelemente herausgenommen werden können. Bei allen Maschinen
dieser Art sind jedoch die oberen Transportachsen angetrieben. Jeder Obenantrieb
von Friktionsrollen weist aber einen entscheidenden Nachteil auf. Es ist nämlich
praktisch unmöglich, den Reibungskoeffizienten der zahlreichen in Betracht kommenden
Rollen gleichzugestalten. Infolgedessen ist der Schlupf der einzelnen Rollen verschieden
groß. Da nun bei den oben angetriebenen Transportrollen der Film auf der Rolle aufliegt,
entstehen notwendig unkontrollierbare Filmspannungen.
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Wegen dieses schwerwiegenden Nachteils der oben angetriebenen Transportachsen
ist man zu Maschinen übergegangen, bei welchen die in den Tanks unten befindlichen
Achsen angetrieben sind. Dabei ist aber der rahmenartige Aufbau verlassen worden.
Vielmehr bildet das gesamte Getriebe von beispielsweise zwanzig oder dreißig Tanks
eine Einheit, die nur gemeinsam mittels hydraulischer Hebemittel aus den Tanks herausgezogen
werden kann. Der wesentliche Nachteil derartiger Maschinen besteht darin, daß das
gesamte Getriebe aus den Tanks herausgehoben werden muß, um einen Schaden auch nur
an einer einzigen Stelle dieses großen Getriebeblocks beheben zu können. Darüber
hinaus ist aber auch sowohl die Instandhaltung als auch die Reinigung derartiger
Anlagen umständlich. Schließlich ist auch noch der technische Aufwand für eine derartige
Maschine unverhältnismäßig groß.
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Bei der Erfindung ist erstmals die Aufgabe gestellt, die an sich bekannten
Konstruktionsprinzipien: a) Antrieb der unteren Rollensätze, b) quergeteilte Behandlungsbadbehälter,
c) unabhängig vom Antrieb anderer Einheiten herausnehmbare Rahmen als Träger der
Rollensätze und der Antriebsmittel für den Antrieb der unteren Rollen, in einem
einzigen Gerät zu vereinigen. Die Lösung der gestellten Aufgabe durch die Erfindung
besteht darin, daß für sämtliche mit quer zu den Rollenachsen liegenden Trennwänden
angeordnete Behandlungsbadbehälter eine gemeinsame, als obere Rollenträger dienende
Antriebsachse und für jeden einzelnen Behandlungsbadbehälter eigene, sich über dessen
gesamte Länge erstreckende untere Rollenachsen angeordnet sind, die in einem gemeinsamen,
gabelförmigen, die Trennwand bzw. Trennwände übergreifenden Rahmen gelagert sind.
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Es ist überraschend, daß die an sich bereits seit Jahrzehnten bekannte
Anordnung der oberen und unteren Rollensätze in einem Rahmen als Bauelement herangezogen
werden kann, um in einem unterteilten
Bädertank einen Untenantrieb
zu verwirklichen. Denn ein derartiger Rahmen verbietet es an sich von Hause aus,
an das Einziehen einer Trennwand zu denken, die zwei verschiedene fotografische
Lösung:.r. flüssigkeitsdicht voneinander getrennt halten muß. '.s ist bei rahmenlosen
Geräten zwar auch bekannt gewesen, den unteren Rollensatz zu unterteilen und jeden
Teil unabhängig von dem anderen durch Schlitten frei ausladend zu tragen und höhenverschiebbar
zu führen: Diese Maßnahmen werden dort aber zu einem ganz anderen Zweck getroffen,
nämlich, um gegenüber einer anderen vorher bereits bekannten Ausführung mit vier
Filmschleifen pro Filmantriebsachse, bei welcher die Rollen des unteren Rollensatzes
auf einer gemeinsamen Welle angeordnet sind, die mit ihren Enden durch Trägerschlitten,
die durch ihr Eigengewicht in den Filmschleifen hängen, höhenverschiebbar in einem
Tank geführt ist, die Filmschleifenanzahl auf sechs, ja sogar acht pro Antriebsachse
zu erhöhen, ohne daß sich durch die Reibung der Rollen eine flaschenzugartige Wirkung
ergibt. Die angestrebte Erhöhung der Fihnschleifenzahl pro Achse, d. h. pro Bad,
lenkt aber geradezu davon ab, daran zu denken, den Bädertank mit einer Trennwand
auszurüsten, also die Schleifenzahl pro Bad zu verringern. Bei dem Gerät nach der
Erfindung sind die einem jeden Behandlungsbadbehälter zugeordneten unteren Rollenachsen
keineswegs geteilt. Jeder Teilbehälter besitzt viehmehr eine eigene, sich über die
gesamte Teilbehälterlänge erstreckende untere Achse. Völlig neu gegenüber dem Stand
der Technik ist schließlich auch das Lösungsprinzip, wonach erstmals gelehrt wird,
für mehrere Behandlungsbadbehälter eine gemeinsame obere Rollenachse vorzusehen.
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In einer besonders vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung ist
jede der an den Rahmengabeln gelagerten unteren Rollenachsen in an sich bekannter
Weise höhenverstellbar geführt und mittels eines verkürzbaren endlosen Antriebselementes,
z. B. einer Gliederkette aus säurebeständigem Kunststoff, angetrieben. Die Höhenverschiebbarkeit
der unteren Rollenachsen dient im Rahmen der vorliegenden Erfindung dazu, ein weiteres
Mittel in der Hand zu haben, um die Durchlaufzeit des Films dem Behandlungszweck
nochmals besser anpassen zu können, als es durch das Einziehen der Trennwand in
wenigstens einen der Bädertanks bereits möglich ist.
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Da jeder Rahmen unabhängig vom Antrieb der anderen Einheiten herausnehmbar
in dem Gerät gelagert ist, wird durch die Unterteilung der Bädertanks durch Trennwände
in keiner Weise der Vorteil des unten angetriebenen Rahmens, der schnellstens gegen
einen neuen Rahmen ausgewechselt werden kann, beeinträchtigt.
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Vorteilhaft sind die Böden der verschiedenen Abteilungen der Bädertanks
erfindungsgemäß in verschiedener Höhe angeordnet. Hierdurch ist der Vorteil vermittelt,
daß die Leitungen für den Bäderzulauf auf der Rückseite des Gerätes angeschlossen
werden können.
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Die Erfindung ist in der nachstehenden Beschreibung an Hand der Zeichnung
in einer Ausführungsform beispielhaft erläutert.
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F i g. 1 ist ein teilweiser Schnitt durch einen vollständigen, in
einem Bädertank eingesetzten Rahmen mit seinen Teilen sowie seinem Anschluß an das
Maschinenantriebsrad des Antriebsaggregates und F i g. 2 einen Schnitt entlang der
Linie C-D in F i g. 1; F i g. 3 zeigt Einzelteile.
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Die Filmentwicklungsmaschine besteht aus einer Anzahl von Tanks, von
welcher jeder zur Aufnahme verschiedener Bäder bestimmt ist. Ein solcher Tank ist
mit 1 bezeichnet. Jeder Tank enthält einen gabelförmigen Rahmen 2 oder auch mehrere
Rahmen. -Die einzelnen Rahmen der verschiedenen Tanks stehen untereinander nicht
in Verbindung und können daher ohne weiteres nach oben oder nach vorn aus dem Tank
herausgenommen werden.
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Jeder Rahmen 2 ist mit einer oberen Filmtransportrollenachse 3 sowie
unteren,-- jeweils für sich an den Rahmengabeln gelagerten Filmtransportrollenachsen
4, 4' ausgerüstet. Auf den Achsen 3, 4, 4' sind Filmtransportrollen, z. B. 5 und
6, sowie Antriebskettenräder 7 bis 10 angeordnet. Die unteren Filmtransportrollen
6 sind fest und die oberen Filmtransportrollen 5 lose auf den Rollenachsen angeordnet.
Die Antriebsverbindung zwischen der oberen Rollenachse 3 sowie den unteren Rollenachsen
4, 4' erfolgt im dargestellten Ausführungsbeispiel mittels zweier Gliederketten
11,12 aus säurebeständigem Kunststoff geringer Quellfähigkeit.
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Die obere Rollenachse 3 durchragt den Rahmen 2
wenigstens
auf einer Seite und trägt dort das Antriebsrad 13, welches durch ein Zwischenstück
14 in Abstand zum Rahmen gehalten wird. Das Antriebsrad 13 des Rahmens greift
in das Hauptantriebszahnrad 15 ein, welches auf einer waagerechten Welle 16 gelagert
ist. Die Welle 16 ist mittels einer Lagerbüchse 17 durch die vordere Stirnwand 18
des Antriebsaggregates hindurchgeführt. Innerhalb des Antriebsaggregates erfolgt
der Antrieb mittels des fest auf der Welle 16 angeordneten Zahnrades 19.
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Dadurch, daß das Antriebsrad 13 seitlich am Rahmen angeordnet ist,
ist oben auf dem Rahmen Platz gewonnen, um einen Kühhnittelzulauf 20 sowie
einen Kühlmittelablauf 21 anzuschließen. Es handelt sich dabei um Schnellanschlüsse
(Bajonettverschlüsse), so daß das Herausnehmen jedes einzelnen Rahmens unabhängig
vom Antrieb der anderen Einheiten in keiner Weise beeinträchtigt ist.
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Der Rahmen 2 ist auf jeder Seite mit einer endlosen Gliederkette 11
bzw. 12 zum Antrieb der Rollenachsen 4, 4' ausgerüstet. Jede untere Rollenachse
ist für sich durch Schlitten 23, 24 bzw. 25, 26 frei ausladend getragen
undhöhenverschiebbar geführt. Durch die gabelförmige Ausbildung mit getrennten Achsen
4, 4' kann der Rahmen in einen durch eine Zwischenwand 22 geteilten Tank eingesetzt
werden. Zur größeren Versteifung des Rahmens sind zusätzliche Streben 27 bis 29
vorgesehen.
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An Stelle der Gelenkkette aus Kunststoff kann selbstverständlich auch
jedes andere endlose Antriebselement zur übertragung des Antriebs Verwendung finden,
z. B. Keilriemen, Zahnriemen, endlos gewebte Bänder, Gummi- oder Kunststoffschnüre.
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Ein weiterer Vorteil der Erfindung besteht darin, daß durch geringfügige
Änderung der Filmtransporteinrichtung auch der Obenantrieb verwirklicht werden kann,
wenn man auf den besonderen Vorteil des unteren Antriebs verzichten will. Die einzige
erforderliche Änderung besteht darin, daß die oberen Transportrollen 5 fest und
die unteren Transportrollen 6 lose auf ihren Wellen anzuordnen sind. Ferner können
die Gliederketten entfallen.
Der Bädertank 1 ist also durch
die Trennwand 22,
welche zwischen zwei Abschnitten des schraubenförmig verlaufenden
Films hindurchgeht, in zwei Abteilungen 30 und 31 unterteilt. Die beiden Abteilungen
sind flüssigkeitsdicht gegeneinander abgeschlossen, so daß in ihnen verschiedene
Bäder Aufnahme finden können, wodurch einerseits eine bessere Anpassung an die jeweilige
fotografische Behandlungszeit möglich ist, andererseits aber auch die Gesamtdurchlaufzeit
des Films verkürzt werden kann und schließlich die Anlage als solche kleiner gebaut
sowie weniger aufwendig gehalten werden kann. Es ist selbstverständlich gleichfalls
möglich, einen Bädertank mehrfach zu unterteilen. Der Rahmen 2 wird mit so vielen
in die Badflüssigkeit eintauchenden Gabelzweigen sowie mittels Schlitten an diesen
höhenverschiebbar geführten unteren Rollenachsen versehen, wie ein Bädertank 1 Abteilungen,
z. B. 30 und 31, aufweist.
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Für die Badabteilung 30 des Bädertanks 1 dient dessen
gemeinsamer Boden 32 als unterer Abschluß. Der im hinteren Teil des Bädertanks
1 gelegene Badabschnitt 31 weist demgegenüber einen selbständigen
Boden 33 auf, welcher gegenüber dem Boden 32
höher gelegen ist. Der
Bäderzulauf für den Radabschnitt 31 erfolgt durch die Leitung 34.
Da der Boden 33 des Badabschnittes 31 gegenüber dem Boden
32 des Badabschnittes 30 höher gelegt ist, kann auch die Leitung
35 für den Bäderzulauf zu dem vorderen Badabschnitt 30 an der Rückwand 36
des Bädertanks 1 angeschlossen werden. Ein gleichmäßiger und konstanter Badspiegel
in den einzelnen Bäderabschnitten wird für die Badabteilung 30 durch einen
Bäderüberlauf 37 und für die Radabteilung 31 durch einen Bäderüberlauf
38 gewährleistet.