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Vergrößerungs-, Betrachtungs- und Kopiervorrichtung für Filmtransparente
Die Erfindung betrifft eine Vergrößerungs-, Betrachtungs- und Kopiervorrichtung
für Filmtransparente, mit der man insbesondere rasch und preiswert Vergrößerungen
und Kopien verschiedener Formate herstellen kann.
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Bei den üblichen Vergrößerungsgeräten stellt man Vergrößerungen in
veränderlichen Maßstäben einfach dadurch her, daß man die Entfernung des lichtempfindlichen
Papiers von dem Linsensystem ändert und von Hand oder automatisch scharf einstellt.
Derartige Vergrößerungsgeräte sind verhältnismäßig groß und lassen sich nur in einer
Dunkelkammer betreiben.
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Es ist bereits ein Vergrößerungsgerät für Filmtransparente bekannt
mit einem lichtdichten Gehäuse, das einen Betrachtungsschirm sowie eine Filmbühne
(Projektionsöffnung) für die Filmtransparente an der Vorderseite des Gehäuses enthält,
und mit einem im Innern des Gehäuses angeordneten Vergrößerungsobjektiv sowie einem
zur Einstellung der Bildweite verschiebbaren Reflektor, der in dem Strahlengang
des Vergrößerungsobjektivs auf der Bildseite derart angeordnet ist, daß er die aus
dem Objektiv austretenden Strahlen auf den Betrachtungsschirm zurückwirft, und mit
einer außerhalb des Gehäuses angeordneten Lichtquelle zum Beleuchten der Filmbühne.
Diese Vorrichtung läßt sich zwar kompakt aufbauen, hat jedoch den Nachteil, daß
sie nur für einen bestimmten Abbildungsmaßstab geeignet ist.
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Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung der eingangs
genannten Art zu schaffen, welche eine Veränderung des Vergrößerungsmaßstabes bei
feststehender Bildebene und Filmbühne ermöglicht, kompakt aufgebaut ist und eine
automatische Schärfeneinstellung gewährleistet.
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Die Lösung dieser Aufgabe ist darin zu sehen, daß das Vergrößerungsobjektiv
in Richtung seiner opitschen Achse verschiebbar ausgebildet ist und daß ein Kupplungsmechanismus
zwischen dem Reflektor und dem Objektiv vorgesehen ist, der die Bewegung des Objektivs
in Abhängigkeit von der Verstellung des Reflektors derart steuert, daß die Gegenstandsweite
und die Bildweite des Objektivs immer die Schärfenbedingung erfüllen.
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Vorzugsweise ist ein Schwenkkopf mit mehreren Objektiven vorgesehen,
die sich wahlweise in den Strahlengang einschalten lassen, und die Kupplungseinrichtung
weist eine der Anzahl der Objektive entsprechende Anzahl von Kupplungselementen
auf, wobei eine Einstelleinrichtung vorgesehen ist, die die Vorrichtung zum Verstellen
eines bestimmten Objektivs jeweils mit einem bestimmten Kupplungselement in Eingriff
bringt. Hierdurch läßt sich ein besonders großer Vergrößerungsbereich erzielen.
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Gemäß einer besonderen Ausführungsform sind der Reflektor und die
Vergrößerungsobjektive auf Schlitten geführt. Diese Maßnahme läßt einen einfachen
Aufbau der Kupplungseinrichtung zu.
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Außer dem Betrachtungsschirm kann noch eine Vorrichtung zum Aufnehmen
photographischen Papiers vorgesehen sein, um Vergrößerungen von Filmtransparenten
anfertigen zu können.
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Die Erfindung ist im folgenden an Hand schematischer Zeichnungen an
einem Ausführungsbeispiel ergänzend beschrieben. In den Zeichnungen ist F i g. 1
die Ansicht eines Vertikalschnittes durch ein Tageslicht-Vergrößerungsgerät nach
der Erfindung mit einem Druckgerät, wobei sich das Gehäuse für die Lichtquelle in
der Betriebsstellung befindet, F i g. 2 die Ansicht eines Horizontalschnittes durch
das Gerät und die Druckvorrichtung nach F i g. 1 längs der Linie 2-2, wobei der
Kasten für die Lichtquelle abgenommen ist, F i g. 3 eine schaubildliche Darstellung
des Schlittens mit der Projektionslinse, dem Nocken für die Okularfokussierung und
dem einstellbaren Nockenfühler, F i g. 4 die Ansicht eines Querschnitts durch den
Bereich für die Belichtung und Betrachtung nach Linie 4-4 der F i g. 1, F i g. 5
eine schaubildliche Darstellung des einstellbaren Filmhalters und der Blende,
F
i g. 6 die Ansicht eines Querschnitts durch den abnehmbaren Kasten mit der Lichtquelle,
F i g. 7 eine Seitenansicht der abnehmbaren Lichtquelle, wobei einige Teile aufgebrochen
gezeichnet sind, um die mechanische Vorrichtung zur Justierung der Stellung des
Lampenkolbens zu zeigen, F i g. 8 eine schaubildliche Darstellung des Geräteteils
für die Entwicklung und die Messung der Filmlängen, F i g. 9 die Ansicht eines schematischen
Schnitts durch die Entwicklerwalzen und die Entwicklervorrichtung einschließlich
des Filmbads und F i g. 10 die Seitenansicht des Meßgeräts für den Film oder das
Papier; hier sind einzelne Teile aufgebrochen gezeichnet, um Einzelheiten zur Darstellung
zu bringen, während andere Teile im Interesse der einfacheren Darstellung nur schematisch
gezeichnet sind.
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Das geschlossene Gehäuse 2 besitzt einen Betrachtungsschirm 3, ist
an einer Grundplatte 4 befestigt und enthält zwei parallel zueinander verlaufende
Schienen, die ein Geleise 5 bilden, welches an der Grundplatte 4 befestigt ist,
einen einstellbaren Filmhalter 6 in der Nähe des einen Endes des Geleises und senkrecht
zu diesem einen Schlitten 7 für den reflektierenden Spiegel, der gleitbar auf dem
Geleise angeordnet ist, sowie einen Schlitten 8 für die Projektionslinse, der ebenfalls
auf dem Geleise angeordnet ist. Das Innere des Gehäuses umfaßt im wesentlichen den
Projektionsbereich 9, den Bereich 10 für die Umkehrung des optischen Lichtweges,
den Bereich 11 für die Belichtung und die Betrachtung sowie den Bereich 51 für die
Filmentwicklung.
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Der Bereich für die Projektion ist an der Grundplatte 4 an dem Vorderende
bzw. Betrachtungsende des Gehäuses 2 angeordnet. Der Filmhalter für das zu vergrößernde
Transparent ist, wie F i g. 5 zeigt, sowohl in einer vertikalen als auch in einer
horizontalen Richtung einstellbar. Die horizontale Einstellung wird durch seitliche
Verschiebung des Filmhalters 6 erreicht. Die vertikale Einrichtung erzielt man durch
die gleichzeitige Drehbewegung der die Muttern 13 tragenden Leitspindeln 12; die
Muttern tragen seitliche Ansätze 78 für den Filmhalter 6. Ein außen angebrachter,
nicht dargestellter Knopf (Knebel) ist mit einer der Leitspindeln über ein biegsames
Kabel verbunden und bewirkt deren Drehung. Eine gleichzeitige Drehbewegung der beiden
Leitspindeln 12 wird mit Hilfe der Kette 14 und der Sprossenräder 15 herbeigeführt.
Eine einstellbare Blende 16 ist durch ein Reibungsgetriebe mit der Gummiwalze
17 verbunden, die in den Führungsschienen 13 läuft und eine Beschneidung
oder Abdeckung des projizierten Bildes sowohl bei der Betrachtung auf dem Schirm
als auch beim Projizieren auf den Film oder das lichtempfindliche Papier ermöglicht.
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Ein für sich geschlossener und abnehmbarer äußerer Bauteil 19 für
die Lichtquelle und den Kondensor, der im folgenden kurz als »Lichtquelle« bezeichnet
werden soll, befindet sich außerhalb des geschlossenen Gerätegehäuses und ist mit
Hilfe von Führungen 20
auf der Grundplatte gehalten. Wie man aus den F i g.
6 und 7 ersieht, sind die Lichtquelle und der Kondensor in dem Bauteil 19 untergebracht,
welcher eine Glühlampe 22, einen Reflektor 23 und entsprechende Kondensorlinsen
enthält, so daß das Licht durch das Fenster 24 und von da durch das in dem Filmhalter
6 gehaltene Transparent geworfen werden kann. Die Kühlung wird mit Hilfe eines Ventilators
25 bewirkt, der über einen Riementrieb von dem Antriebsmotor 26 angetrieben wird.
Ein wesentliches Merkmal der Lichtquelle und des Kondensors besteht in der genau
einstellbaren Lichtquelle, wobei die Anordnung so getroffen ist, daß man das Licht
jeweils mit mehr als einer Projektionslinse verwenden kann, wie dies später noch
näher beschrieben werden soll. Die Glühlampe 22 und der Reflektor 23 sind über mechanische
Gelenke mit dem Stift 27 in der Hülse 21 verbunden, die in F i g. 7 in ihrer nach
unten ragenden Stellung wiedergegeben ist. Durch Handbetätigung der gelenkigen Verbindung
kann der Stift 27 in eine obere Stellung gebracht werden, die durch eine Ausnehmung
in dem Gehäuse 19 ermöglicht ist; durch diese Bewegung werden die Glühlampe 22 und
der Reflektor 23 näher an die Kondensorlinsen herangeschoben, so daß auf diese Weise
eine wirksamere Lichtquelle für abwechselnd benutzte und komplementäre Projektionslinsen
entsteht.
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In dem Projektionsbereich 9 sind zwei Projektionslinsen
28 und 29 auf einem Schwenkkopf 30 angeordnet. Dieser Schwenkkopf
30 ist mit dem Schlitten 8 für die Projektionslinse über den Stift 31 verbunden,
wie dies F i g. 3 zeigt, derart, daß jede beliebige der vorhandenen Projektionslinsen
in Betriebsstellung gebracht werden kann. In dieser Figur der Zeichnung befindet
sich die Linse 28 in Betriebsstellung. Der Betätigungshebel 32 ist um eine Achse
33 drehbar, ragt aus dem Gehäuse 2 zwischen den Führungen 20 heraus und läuft in
eine Gabel aus, die zum Eingriff mit dem Stift 27 an dem Lichtquellengehäuse 19
bestimmt ist, sobald sich der Stift m seiner nach unten ragenden Stellung befindet,
die in F i g. 7 wiedergegeben ist. Das andere Ende des Betätigungshebels 32 ist
ebenfalls gegabelt und umfaßt einen Stift 34, der von dem Schwenkkopf 30 nach unten
ragt. Befindet sich die Lichtquelle 19 auf den Führungen 20 in der Nähe des Filmhalters,
wobei sich der Stift 27 in seiner oberen bzw. zurückgezogenen Stellung befindet,
dann wird der Betätigungshebel 32 durch eine Feder 35 in Berührung mit dem Anschlag
36 gehalten, wodurch die Projektionslinse 28, wie die F i g. 7 zeigt, in ihrer Betriebsstellung
festgehalten wird. Befindet sich der Stift 27 dagegen in seiner nach unten ragenden
Stellung, wenn die Lichtquelle 21 in ihre Betriebsstellung auf den Führungen
20 kommt, dann wird der Stift 27 von dem gegabelten Ende des Betätigungshebels
32 erfaßt und verschwenkt den Schwenkkopf 30 und damit die Projektionslinse 29 in
ihre Betriebsstellung. Durch diese Anordnung gelangt die Lampe gleichzeitig in ihre
richtige Stellung, so daß man auf diese Weise die beste Lichtausbeute für jede der
entsprechenden Projektionslinsen erhält.
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Eine drehbare Welle 37, die von einem Elektromotor 41 angetrieben
wird, trägt ein Antriebszahnrad 38 und die Nocken 39 und
50 und ist auf der Schlittenseite für den Reflektor des Projektionslinsenschlittens
8 angeordnet. Ein Fokussierungsblock 42 für die Feineinstellung an dem Linsenschlitten
8 weist in einem dort angebrachten horizontalen Schlitz einen Nockenfühler 43 auf,
der nur seitliche Bewegungen ausführen kann und durch die bestehende Verbindung
mit dem Linsenschwenkkopf 30 über die Stange 44 bewegt wird. Die Fläche des Nockenfühlers
wird auf diese Weise automatisch so eingestellt, daß er abwechselnd entweder mit
dem Nocken 39 oder mit dem Nocken 40 zusammenwirkt, je nachdem, welche der
Projektionslinsen
sich in Betriebsstellung befindet. Der Schlitten für die Projektionslinse steht
unter der Wirkung einer Feder 45, die in Richtung auf die Nocken zu wirkt,
von denen einer mit dem Nockenfühler in Berührung steht. Ein Antriebszahnrad 38
rotiert zusammen mit dem Nocken und treibt eine Zahnstange 46 an, die an
dem Schlitten 7 für den Reflektor angebracht ist. Der Schlitten 7 trägt zwei Spiegel
47 und 48, von denen jeder einen Winkel von 45° mit einer vertikalen
Ebene einschließt, so daß auf diese Weise die Richtung der projizierten Bilder umgekehrt
wird und ein scharfes Bild auf dem Betrachtungsschirm 3 entsteht. Die Gestalt der
Nocken 39 und 40 ist so gewählt, daß die in Betrieb befindliche Projektionslinse
sich in ihrer richtigen Fokussierungsstellung befindet, sobald der Reflektorschlitten
7 bei einem kurzen oder längeren Projektionsweg auf den Geleisen steht, so daß ein
kleineres oder größeres projiziertes Bild auf dem Betrachtungsschirm 3 in Erscheinung
tritt. Endschalter 100 und 102 begrenzen den Weg des Reflektorschlittens 7 und schalten
die Stromzuführung zu dem Motor 41 ab. Eine Feineinstellung für die Fokussierung
wird durch die Bewegung der Welle 49 erreicht, indem der Block 42 für die Feineinstellung
und der darin befindliche Nockenfühler relativ zu dem Schlitten für die Projektionslinsen
weiter nach vorwärts oder rückwärts bewegt werden. Der Block 42 für die Feineinstellung
der Fokussierung gleitet auf einer Führung 50, die dauernd an dem Linsenschlitten
befestigt ist. Die Welle 49 ist an eine außen angebrachte Betätigungsvorrichtung
über ein nicht dargestelltes biegsames Kabel angeschlossen. Der Linsenschlitten
8 umfaßt außerdem noch einen Stift 80, der von einem Sperrklinkenhebel79 erfaßt
wird. Der Sperrklinkenhebel 79 weist auch eine Sperrklinke 81 zum Festhalten der
Lichtquelle in ihrer Betriebsstellung oder in ihrer neutralen Stellung auf.
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Der Bereich 11 für die Belichtung und Betrachtung, der in F i g. 4
im Querschnitt dargestellt ist, enthält einen Schwingspiegel 52, der an einen
geschlitzten Spiegelarm 53 angeschlossen ist, der seinerseits um einen Stift 54
verschwenkbar ist. Ein Elektromotor 55, der unter dem Boden des Bereichs 11 untergebracht
ist, treibt den Hebelarm 56 und die darauf befestigte Rolle 57 auf einer kreisförmigen
Bahn an. Die Rolle 57 ragt in einen Schlitz 58 in dem Spiegelarm 53 und treibt auch
den geschlitzten Spiegelarm 53 an. Bei jeder vollen Umdrehung oder bei jedem vollen
Umlauf des Hebelarms 56 wird der Spiegel 52 aus seiner heruntergeklappten bzw. nicht
reflektierenden Stellung, die in F i g. 4 in strichpunktiertem Linienzug gezeichnet
ist, in seine Betriebsstellung, in der er als Reflektor wirkt, wie dies in F i g.
4 in ausgezogenen Linien gezeichnet ist, und hierauf wieder zurück in die andere
Stellung gebracht, in der er kein Licht reflektiert. Die Schalter 59 und 60 werden
abwechselnd durch die Bewegung des Spiegels 52 während jeder halben Umdrehung des
Hebelarms 56 betätigt. Eine Rollblende oder eine Mattscheibe 61 ist über einen Seilzug
62, der über Haken oder Scheiben 63 läuft, sowohl am oberen als auch am unteren
Ende des Spiegels 52 an dem Gehäuse 2 befestigt. In F i g. 4 ist nur der obere Seilzug
zu sehen. Diese Seile sind so an dem Spiegel befestigt, wie man es in der Seitenansicht
gemäß F i g. 1 sieht. Der Film oder das lichtempfindliche Papier 64 wird von einer
Vorratsrolle, die nicht dargestellt ist, zwischen einem Vorhang 61 und der Wand
des Gehäuses 2 in den Bereich 51 für die Entwicklung geführt, wie dies später noch
im einzelnen beschrieben werden soll.
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Der Vorderteil mit dem Beobachtungsschirm des Bereichs für die Belichtung
und die Beobachtung ist in F i g. 4 weggebrochen gezeichnet, um die einstellbare
Abdeckung in dem Projektionsbereich 9 zu zeigen.
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Unter der Filmseite des Bereichs 11 für die Belichtung und
Beobachtung und längs der Seitenwand des Gehäuses mit dem lichtempfindlichen Papier
64 befindet sich der Ort für die Entwicklung, der aus F i g. 8 zu ersehen ist. Eine
Walze 6 aus plastischem Schaumstoff für den Entwickler taucht in die in dem Bad
65 enthaltene Entwicklerlösung ein. Eine poröse saugfähige Benetzungswalze 71 aus
plastischem Schaumstoff auf der Antriebswelle 68 läuft auf porösen, aus plastischem
Schaumstoff bestehenden Entwicklerwalzen 66 und ist an deren Umfang einstellbar
gelagert, wie dies F i g. 9 zeigt. Ein Elektromagnet 72
betätigt den Hebel
73, der über ein passendes mechanisches Getriebe mit dem einen Ende des Hebelarms
74 verbunden ist, dessen anderes Ende bei 75 an dem Gestell drehbar
gelagert ist. Die Welle 68 der Benetzungswalze 71 ist in einem Hebelarm 74 drehbar
gelagert, derart, daß die Einschaltung des Elektromagneten 72 die Benetzungswalze
71 in Berührung mit dem belichteten lichtempfindlichen Papier bringt, welches sich
während des Entwicklungsvorganges mit der oberen Druckwalze 70 in Berührung
befindet.
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Die untere Andruckrolle 76 auf der angetriebenen Welle 69 hält den
Anpreßdruck mit der oberen Andruckwalze 70 aufrecht und wird über ein passendes
Getriebe von dem Elektromotor 77 angetrieben, wie dies F i g. 8 zeigt. Der Motor
77 liefert in ähnlicher Weise den Kraftantrieb für die Drehbewegung der Benetzungswalze
71. Eine nicht dargestellte Elektrode taucht in die Entwicklerlösung in dem Bad
65 ein und ist als Kathode an eine veränderbare Gleichstromquelle angeschlossen.
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Das lichtempfindliche Kopierpapier, welches in dem Gerät nach der
Erfindung zur Anwendung gelangt, besitzt eine photoelektrisch stark leitende Schicht
eines photoelektrischen Leiters, beispielsweise aus Zinkoxyd usw., welches in einem
geeigneten Bindemittel sorgfältig dispergiert ist, beispielsweise ein Polymer des
Butadiens und des Styrols (Handelsbezeichnung »Pliolite S-7«), wobei diese photoelektrisch
leitende Schicht mit einer elektrisch stromleitenden Rückseite versehen ist, beispielsweise
einer Aluminiumfolie oder einem mit Aluminium überzogenen plastischen Werkstoff
an der Rückseite belegt bzw. mit diesem überzogen ist. Derartige photoelektrisch
leitende Kopierfolien, die man bei dem elektrolytischen Verfahren für Bildreproduktionen
verwendet, sind im einzelnen in der USA.-Patentanmeldung Serial-Nr. 692 529 beschrieben,
die am 28. Oktober 1957 eingereicht worden ist. Das Kopierpapier, das von einer
nicht dargestellten Vorratsrolle abgewickelt wird, wird hinter der Blende 61 hindurchgeführt,
wie dies oben bereits .erwähnt worden ist, und dann in den Entwicklungsbereich eingeleitet,
woselbst es in Berührung mit der porösen, einen Elektrolyten enthaltenden Walze
71 kommt, wenn es rings um die Andruckwalze 70 läuft, und wird dann zwischen der
oberen Andruckwalze 70 und der unteren getriebenen Andruckwalze 76 hindurchbefördert.
Der zuletzt beschriebene Verfahrensschritt
ist etwas anschaulicher
in F i g. 9 dargestellt. Die elektrisch leitende Schicht der Kopierpapierwalze ist
als Anode an dieselbe obenerwähnte Gleichstromquelle angeschlossen, die in Verbindung
mit dem Entwicklerband 65 beschrieben worden ist; der elektrische Anschluß erfolgt
hierbei an der metallischen Vorratsrolle für das Kopierpapier.
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Zur Inbetriebsetzung des Geräts wird ein negatives oder positives
Transparent in den Filmhalter 6 eingelegt und seitlich durch Handbetätigung des
Filmhalters verschoben und in vertikaler Richtung mit Hilfe der vertikalen Verstellvorrichtung,
wie dies oben beschrieben ist. Die Lichtquelle 19 wird für die spezielle Projektionslinse,
die hier verwendet werden soll, durch Herausziehen oder Zurückziehen des Stiftes
27 eingestellt. Hat man nun die Lichtquelle auf den Schienen oder Führungen
20 in die richtige Stellung gebracht, dann gelangt der Stift 27 für den Fall,
daß er ausgefahren worden ist, zum Eingriff mit dem gegabelten Ende des Betätigungshebels
32 und verschwenkt die jeweils gewünschte Projektionslinie 29 in die Betriebsstellung.
Ist der Stift 27 zurückgezogen, dann drückt die Feder 35 den Betätigungshebel
32
gegen den Anschlag 36, und damit wird die Projektionslinse 28 in ihrer
Betriebsstellung festgehalten. Die Lampe der Lichtquelle wird, wie oben bereits
erwähnt, durch die Stellung des Stiftes 27 automatisch eingestellt. Vor Einstellung
oder Wegnahme der Lichtquelle muß der Sperrklinkenhebel in seine neutrale Stellung
bewegt werden, die in F i g. 2 in gestricheltem Linienzug dargestellt ist; hierbei
wird der Linsenschlitten 8 zurückgezogen und die Feder 45 zusammengedrückt,
außerdem wird der Nockenfühler 43 von dem Nocken entfernt und die Sperrklinke 81
freigegeben. Die Zurückziehung des Linsenschlittens 8 ermöglicht eine unbeschränkte
seitliche Bewegung des Nockenfühlers 43 im Interesse einer Ausrichtung mit
den speziellen Nocken, welche der zu verwendenden Projektionslinse entspricht. Solange
der Sperrklinkenhebel sich in seiner neutralen Stellung befindet, verhindert die
Sperrklinke 81 sowohl die Entfernung als auch das Einsetzen in die Betriebsstellung
der abnehmbaren Lichtquelle 19 und verhindert auf diese Weise eine Beschädigung
der Nocken und des Nokkenfühlers.
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Befindet sich die Lichtquelle in der Betriebsstellung und der Verriegelungshebel79
in der geschlossenen Stellung, dann kann der Motor 41 durch äußere Steuergeräte
eingeschaltet werden, um die Welle 37 in jedem beliebigen Richtungssinn anzutreiben.
Das Antriebszahnrad stellt auf diese Weise den Schlitten 7 mit dem Reflektor ein
und verändert den Vergrößerungsmaßstab des Bildes auf dem Betrachtungsschirm 3.
Gleichzeitig und im Gleichlauf mit der Einstellung des Reflektorschlittens hält
der Kontakt zwischen dem Nockenfühler und dem ausgewählten Nocken die Scharfeinstellung
des Bildes unverrückbar fest. Eine Feineinstellung von außen her kann durch Bewegung
der Welle 49 herbeigeführt werden und die sich ergebende Rückstellung des
Nockenfühlers in bezug auf den Schlitten, der die Projektionslinse trägt. Eine Gummiwalze
17 kann über äußere Getriebeteile betätigt werden, um den nicht benutzten oder nicht
gewünschten Teil des Betrachtungsschirmes mit der Gleitmaske 16 abzudecken. Soll
nun eine Kopie des Bildes hergestellt werden, welches auf dem Betrachtungsschirm
erscheint und eine Größe hat, welche diesem Bild entspricht, dann wird eine Folge
von Belichtungs- und Entwicklungsvorgängen mit Hilfe einer außerhalb angeordneten
Steuervorrichtung eingeleitet. Es können auch rein elektrische Hilfsmittel benutzt
werden, um die Belichtungs- und Entwicklungsvorgänge automatisch zu steuern, während
die verschiedenen Verfahrensstufen einzeln durch Handbetätigung von außen und elektrische
Steuergeräte eingeleitet werden. Bei ausgeschaltetem Licht wird der Motor 55 betätigt,
und ein Hebelarm 56 verdreht sich um etwa 180° oder auch so lange, bis der Hebelarm
53 mit dem Spiegel den Schalter 60 berührt,worauf die Zuleitung zu dem Elektromotor
55 unterbrochen wird. Dies führt den reflektierenden Spiegel aus seiner heruntergeklappten,
nicht reflektierenden Stellung in seine reflektierende oder Betriebsstellung, und
es wird dadurch gleichzeitig die Blende 61 geöffnet, so daß das lichtempfindliche
Papier 64 belichtet werden kann. Nach erfolgter Belichtung mit der erforderlichen
Belichtungszeit wird das Licht ausgeschaltet und der Motor 55 erneut eingeschaltet,
dieser dreht den Spiegel 52 in seine nicht reflektierende oder zurückgeklappte Stellung,
worauf der Motor 55 durch die Berührung des Spiegels mit dem Schalter 59 ausgeschaltet
wird. Die Blende wird gleichzeitig noch einmal ausgefahren, um das lichtempfindliche
Papier gegen weitere Lichtbeeinflussung während der nachfolgenden Beobachtungen
zu schützen.
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Bei dem Entwicklungsvorgang rotiert die untere Andrückwalze 76, die
ihren Kraftantrieb von dem Motor 77 her erhält, und fördert eine vorgegebene Länge
lichtempfindlichen Papiers durch den Entwicklungsteil hindurch. Auf diese Weise
kommt das belichtete Papier, wenn es rings um die frei umlaufende oder angetriebene
obere Andrückwalze 70 herumläuft, an die poröse Andrückwalze 71, die durch Betätigung
des Elektromagneten 72 sowie die dazugehörigen Getriebeteile in Berührung mit der
Walze 70 gebracht worden ist. 'Nach erfolgter Entwicklung führt die Entregung
des Elektromagneten 72 die Entfernung der Entwicklerwalze 71 zu einer Entfernung
von der Berührung mit dem lichtempfindlichen Papier. Zur elektrolytischen Entwicklung
dient eine Gleichstromquelle, wobei die elektrisch leitende Rückseite des photoelektrisch
leitenden Papiers als Anode dient und eine geeignete Elektrode, die in die Entwicklerlösung
in dem Bad 65 eintaucht, als Kathode dient. Da die photoelektrische Leitfähigkeit
der Oberfläche des lichtempfindlichen Kopierpapiers sich direkt proportional mit
der Belichtungszeit ändert, wird ein Leitfähigkeitsmuster, welches dem projizierten
Lichtbild entspricht, auf das Kopierblatt als latentes Bild gedruckt. Sobald das
belichtete Papier in Berührung mit der Entwicklerwalze 71 kommt, findet eine Elektrolyse
statt, und es entsteht ein sichtbares Bild. Man kann dieses Verfahren mit Hilfe
einer großen Anzahl ionisierbarer Entwicklerlösungen durchführen, die einen elektrischen
Strompfad durch beide Entwicklerwalzen 66 und 68 schaffen und einen Stoff enthalten,
der seinen Farbwert durch Reduktion an den vom Licht getroffenen Teilen der photoelektrisch
leitenden Oberfläche ändert, so daß auf dem Kopierbogen farbige Niederschläge entstehen
und das latente Bild tatsächlich entwickelt wird. Derartige Entwickler enthalten
Silbersalze, Nickelsalze, Eisensalze, Leukos und andere Farbstoffe usw. Ist das
Papier dann zwischen den Andrückwalzen 70 und 76 hindurchgezogen worden, dann wird
der Überschuß an Entwickler entfernt. Der fertige Druck ist noch
etwas
feucht, trocknet aber rasch, nachdem er von der Rolle lichtempfindlichen Papiers
abgegeben bzw. getrennt worden ist. Bei dem elektrolytischen Verfahren werden stark
photoelektrische Kopierfolien verwendet, wie sie in der USA: Patentanmeldung Serial-Nr.
575 070 beschrieben sind, die am 30. März 1956 eingereicht worden ist.
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Da es von besonderem Vorteil ist, bei einem Vergrößerungsgerät der
beschriebenen Art den Verbrauch an lichtempfindlichem Papier auf ein Mindestmaß
herabzusetzen, enthält das neue Gerät auch eine Papiermeßvorrichtung, wie sie in
F i g. 10 dargestellt ist. Der Antriebsmotor 77 für die Entwicklereinrichtung enthält
einen überlastrotor, der auf einer Welle sitzt, die mit einem Kasten 82,
der ein Untersetzungsgetriebe enthält, zum Eingriff gebracht werden kann, jedoch
nur dann, wenn der Motor eingeschaltet ist. Die Antriebswelle 83 bzw. 83' überträgt
den Ausgang aus dem Kasten 82 mit dem Untersetzungsgetriebe auf das Getriebe
84 und auf das Getriebezahnrad 86
der Entwicklerwalze auf der Welle
83' über eine nur in einem Sinne wirkende Kupplung 85. Das Zahnrad 86 treibt sowohl
die untere Andrückwalze 76 als auch die Benetzungs- oder Entwicklerwalze 71 über
Zwischenzahnräder an, die aus F i g. 8 zu ersehen sind, und außerdem ist dieses
Zahnrad infolge der Einschaltung der nur in einem Sinne wirkenden Kupplung 85 nur
in einem Drehsinn drehbar. Eine Feder 91 ist auf der Welle 83 befestigt und so angeordnet,
daß sie sich dem durch den Motor hervorgerufenen Antriebssinn der Welle 83 widersetzt.
Das Zahnrad 84 überträgt die Antriebsleistung auf das Meßzahnrad 87, welches an
seinem äußersten Umfang einen Zapfen oder einen Buckel 88 aufweist. Das Meßzahnrad
87 ist drehbar auf dem freien Ende der Achse 82 angeordnet, während deren anderes
Ende an dem Rahmen oder einem anderen feststehenden Teil angeordnet ist. An dem
Meßzahnrad 87 ist ein Hebel 90 befestigt; wird der Motor nicht in Umdrehung versetzt,
dann wird dieser Hebel durch die Feder 91 in Berührung mit dem Anschlag 89 gehalten,
der aus dem Rahmen herausragt. Auf der anderen Seite des Meßzahnrades 87 und in
Ausrichtung mit dessen Welle befindet sich eine Hohlwelle 93, auf der ein Zahnrad
97 drehbar angeordnet ist. An diesem Zahnrad 97 ist ein U-förmiger Federarm 96 befestigt,
dessen freies Ende genau parallel zu der äußeren Fläche des Meßzahnrades 87 verläuft.
In der Hohlwelle 93 ist ein Gleitzapfen 94 untergebracht und ragt etwas über-das
offene Ende der Hohlwelle hinaus. Das andere Ende des Zapfens 94 ist an dem Federschalter
95 befestigt, das diesen betätigt, wenn er heruntergedrückt wird. Der Schalter 95
liegt im Stromkreis für die Zufuhr der elektrischen Energie zu dem Motor 77. Das
Zahnrad 97 und damit auch der federnde Hebelarm 96 kann von einem außen angeordneten
Knebel oder einer anderen Betätigungsvorrichtung über ein biegsames Kabel 99 und
ein Zwischenzahnrad 98 in Umdrehung versetzt werden.
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Während des Betriebes wird diese Papierfördereinrichtung im allgemeinen
in Verbindung mit der Maske oder Blende 16 benutzt, da die Lage der Maske tatsächlich
die oberste Kante des projizierten Bildes festlegt und damit die Länge des lichtempfindlichen
Papiers, auf welches das projizierte Bild fällt. Die Papierfördereinrichtung kann
mit der Blende zusammengebaut werden, um auf automatischem Wege die richtige Länge
des lichtempfindlichen Papiers für eine bestimmte Konfiguration der Abdeckung einzustellen,
es kann aber auch der Betrachtungsschirm entsprechend kalibriert sein, und die Papierspeisevorrichtung
kann getrennt betätigt werden oder in Übereinstimmung mit der entsprechenden Skalenablesung,
die auf dem Betrachtungsschirm erscheint, gesteuert werden. Die von außen her erfolgende
Betätigung des biegsamen Kabels 99 ermöglicht eine Drehung des Zahnrades 97 und
eine Einstellung des freien Endes des Federarmes 96 auf irgendwelche Punkte in der
Nähe der Außenfläche des Meßzahnrades 87 an dessen Umfang. Nach erfolgter
Belichtung des lichtempfindlichen Kopierpapiers wird die Entwicklerstufe eingeschaltet,
der Motor 77 in Umdrehung versetzt, und der überlastrotor kommt mit der Zahnradkette
82 zum Eingriff und treibt das Zahnrad 86 über die Kupplung 85 an. Auf diese Weise
werden die untere Andrückwalze 76 und die Entwicklerwalze 71 in Umdrehung versetzt,
und das Papier wird durch den Entwicklerteil hindurchbefördert, wie dies oben bereits
beschrieben worden ist. Die Drehbewegung der Welle 83 überwindet auch die Gegenkraft
der Feder 91, vergrößert die Kraft in dieser Feder und treibt das Meßzahnrad
87 an, welches so lange umläuft, bis der Buckel 88 das freie Ende der biegsamen
Feder 96 berührt. Dadurch wird die Feder 96 von der Außenfläche des Zahnrades 87
weggedrückt und der Stift 94 heruntergedrückt und damit der Schalter 95 im
Sinne einer Ausschaltung des Motors 77 betätigt. Ist der Motor ausgeschaltet, dann
wird der überlastrotor aus der Kette 83 ausgerückt, so daß die Feder 91 die
Drehrichtung des Meßzahnrades 87 umkehren kann, bis der Hebelarm 90 von neuem mit
dem Anschlag 89 zur Berührung kommt, worauf die anfängliche Startstellung erreicht
ist. Während der umgekehrten Drehbewegung des Meßzahnrades 87 wird keine Kraft auf
das Zahnrad 86 übertragen, weil die nur in einem Sinne wirksame Kupplung 95 schlüpft.
Die Papierfördervorrichtung stellt sich nun von selbst auf den nächsten Entwicklungszyklus
ein.
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Aus der obigen Beschreibung ergibt sich, daß das Tageslicht-Vergrößerungsgerät
eine in sich geschlossene Vorrichtung ist, die in mannigfacher Weise abgeändert
werden kann, insbesondere aber auf automatischem Wege Vergrößerungen photographischer
Negative oder Transparente in hervorragender Qualität und in sehr kurzer Zeit, beispielsweise
in 10 bis 20 Sekunden, liefert, wobei derartige Abzüge in verschiedenen Vergrößerungsmaßstäben
hergestellt werdün können. Infolge der kompakten und völlig geschlossenen Anordnung
der verschiedenen Zwischenteile des Gerätes kann dieses überall dort verwendet werden,
wo Mangel an Raum und Unbrauchbarkeit der photographischen Entwicklungsausrüstung
und die Gegebenenheiten einer Dunkelkammer die Anwendung der üblichen Technik der
Vervielfältigung verhindern. Ein weiterer wesentlicher Vorteil des Erfindungsgegenstandes
besteht in seiner Eignung für vollautomatischen Betrieb, so daß das Gerät von verhältnismäßig
ungeübtem Bedienungspersonal benutzt und sogar als Münzgerät in der Öffentlichkeit
aufgestellt werden kann.