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Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung hohler Glaskörper Die Erfindung
betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Herstellung hohler Glaskörper, wie
beispielsweise Kathodenstrahlröhrenhüllen, aus einer Charge geschmolzenen Glases,
das in einer drehbaren Form durch Preßstempel verformt und in der Form geschleudert
wird.
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Es sind Verfahren und Vorrichtungen zur Herstellung von Kathodenstrahlröhrenhüllen
bekannt, bei denen die Form und der Preßstempel mit unterschiedlichen Drehzahlen
während des Schleudern umlaufen können, was natürlich voraussetzt, daß die Innenform
des Gegenstandes im Querschnitt rund sein muß.
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Die Erfindung ist nicht auf derartige Glaskörper mit rundem Querschnitt
gerichtet, sondern auf solche, die im wesentlichen sich pyramidenstumpfförmig erweiternde
Wände aufweisen.
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Der vorzugsweise mit der Erfindung zu erzeugende Gegenstand ist eine
sehr weitwinklige, im Querschnitt rechteckige Kathodenstrahlröhre mit geringer Tiefe,
so daß der Ablenkungswinkel des Elektronenstrahles sehr groß ist, wobei kritische
Raumverhältnisse im Inneren der kleinen Scheitelzone der Röhre auftreten, wo der
zylindrische Halstubus sich an den weitwinkligen Teil anschließt. Obwohl die äußere
Fläche der Scheitelzone zwischen dem Halstubus und der auseinanderstrebenden Wandung
der Röhre im Querschnitt kreisförmig ist, muß die innere Fläche, wie dies noch ersichtlich
werden wird, eine nicht kreisförmige Querschnittsform mit Ausnehmungen aufweisen.
Es ist nicht nur erforderlich, daß die Innenform der Röhre und die Dicke der Röhrenwandungen
in dieser Scheitelzone genau geformt sein müssen, sondern es muß auch die Ausrichtung
dieser Ausnehmungen im Scheitel der Röhre mit den rechtwinkligen Ecken der Röhre
außerordentlich genau sein. Die Herstellungstoleranzen in dieser Jochzone müssen
in sehr engen Grenzen gehalten werden, um eine genügende Freiheit für den Elektronenstrahl
zu schaffen, der in ein weitwinkliges Muster vom Inneren des zylindrischen Halstubus
abgelenkt werden muß.
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Es ist zur Herstellung derartiger hohler Glaskörper mit nicht kreisförmigem
Querschnitt auch bekannt, einen an dem geschmolzenen Glas angreifenden Preßstempel
zu verwenden, der sich mit der Form synchron dreht, wobei sich jedoch herausgestellt
hat, daß bei der Herstellung von Kathodenstrahlröhren die mit diesen bekannten Vorrichtungen
erzielbare Genauigkeit unzureichend ist, was auf den erforderlichen Antrieb für
die Form und den Preßstempel zurückzuführen ist. Beim Herstellen von Kathodenstrahlröhren
muß die Beschleunigung der Schleudergußform, nachdem das geschmolzene Glas und der
Preßstempel an der geschmolzenen Glascharge anliegend in die Form eingebracht sind,
sehr groß sein, damit das Glas an den Seiten der Form hochfließt und nicht vorzeitig
fest wird. Die bei der hohen Beschleunigung auftretenden sehr großen Trägheitskräfte
bewirken während der Beschleunigungsperiode unvermeidlich eine geringe Relativbewegung
zwischen dem Preßstempel und der Form, es sei denn, es werden sehr komplizierte
Vorkehrungen getroffen, um die Geschwindigkeiten des Preßstempels und der Form ständig
genau zu synchronisieren. Das bei Zahnradgetrieben normalerweise auftretende Zahnspiel
verursacht eine geringe Relativbewegung zwischen dem Preßstempel und der Form, wenn
letztere beschleunigt wird. Diese geringfügige Relativbewegung genügt bereits, daß
unannehmbare Abweichungen von den engen Herstellungstoleranzen in der kritischen
Scheitelzone der weitwinkligen Kathodenstrahlröhre auftreten.
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Einige der Herstellerfirmen von Kathodenstrahlröhren haben es nicht
gescheut, sehr teuere und in der Konstruktion komplizierte Schleudergußformen zu
schaffen, bei denen die unabhängigen Antriebsvorrichtungen für den Preßstempel und
die Schleudergußform genau synchronisiert sind. Es wurde jedoch festgestellt, daß
mit einer Ausrüstung, die wesentlich einfacher im Aufbau ist, viel befriedigendere
Resultate erzielbar sind.
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Dies wird mit dem Verfahren gemäß der Erfindung dadurch erreicht,
daß bei Stillstand der Form der
Scheitelabschnitt des Glaskörpers
durch Einführen des Preßstempels in die geschmolzene Glascharge in die endgültige
Gestalt gepreßt wird und der so gepreßte Scheitelabschnitt so weit abgekühlt wird,
daß eine Verformung dieses Teiles während des nachfolgenden Schleuderns vermieden
wird, worauf der Stempel aus der Form zurückgezogen und der noch nicht verfestigte
Chargenteil durch Schleudern geformt wird.
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Die Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach der Erfindung
zeichnet sich durch einen Preßkolben aus, der eine nicht zylindrische Kühlfläche
aufweist und der bei Stillstand der Form mit dem geschmolzenen Glas in Berührung
gebracht und nach Verformung und Kühlung des Scheitelabschnittes des Glaskörpers
vor dem Schleudern der noch nicht verfestigten Glascharge aus der Form entfernt
werden kann.
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In zweckmäßiger Ausgestaltung sieht die Erfindung vor, daß eine an
der Außenseite der Form angreifende Verriegelungsvorrichtung vorgesehen ist, die
in der Verriegelungsstellung die Form gegenüber dem Preßstempel ausrichtet und daß
die Verriegelungsvorrichtung gleichzeitig mit der Entfernung des Preßstempels aus
der Form entriegelbar ist.
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Gemäß der Erfindung wird der Preßstempel nur dazu benutzt, den Scheitelabschnitt
fertig zu formen und ihn dann vor dem Schleudern der Form mit dem verbleibenden,
nicht erstarrten Teil der Glascharge aus der Form herauszuziehen. Da nur die Scheitelzone
der wettwinkligen Kathodenstrahlröhre mit derart hohen Herstellungstoleranzen gefertigt
werden muß, ist es gelungen, durch Preßformen der endgültigen Form und Abschrecken
dieser Zone und darauffolgendes Zurückziehen des Stempels vor dem Schleudern des
verbleibenden weniger kritischen Abschnittes der Röhre diese wesentlich billiger
herzustellen, wobei der Ausschuß erheblich reduziert wird.
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Mehrere Ausführungsbeispiele des Erfindungsgegenstandes sind in den
Zeichnungen dargestellt. F i g. 1 ist eine Draufsicht auf einen im wesentlichen
rechtwinkligen Trichterkörper einer Kathodenstrahlröhrenhülle mit nicht kreisförmigen
Innenflächen an ihrem kleinen Ende, die gemäß der Erfindung geformt sind; F i g.
2 ist ein Teilschnitt durch eine umlaufende Form und eines mit ihr zusammenwirkenden
Preßformgerätes zur Bildung eines Trichterkörpers, wobei die Form in ihrer Anordnung
zu Beginn der Beschickung gezeigt ist; F i g. 3 ist ein senkrechter Teilschnitt
und zeigt das Preßformgerät in seiner Zusammenwirkung mit der umlaufenden Form in
stillstehender Lage während des Preßvorganges; F i g. 3 A ist eine Ansicht ähnlich
der F i g. 3 und zeigt das Preßgerät teilweise aus seiner Formstellung zurückgezogen;
F i g. 4 ist eine Ansicht ähnlich der F i g. 3 und zeigt die Form und den geformten
Gegenstand nach dem Umlauf mit völlig zurückgezogenem Preßgerät; F i g. 5 ist eine
schaubildliche Darstellung einer Kathodenstrahlröhre, welche im Bereich des kleinen
Endes eine nicht kreisförmige Form besitzt; F i g. 6 ist eine Seitenansicht einer
solchen Röhre; F i g. 7 ist ein waagerechter Schnitt des Jochabschnittes der Röhre
nach der Linie 7-7 der F i g. 6; F i g. 8 ist eine Ansicht ähnlich der F i g. 7
und zeigt eine Abwandlung des Jochbereiches der Röhre.
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Wie es in der F i g. 2 gezeigt ist, ist eine mit einem Hohlkörper
11 und einem kurzen rohrförmigen Stößel oder einer Verlängerung 12 versehene Form
10 auf einer senkrechten drehbaren Welle 13 zum Umlauf mit derselben um ihre senkrechte
Achse angeordnet. Die Welle 13 ist in Lagern gelagert und mit einer auf ihr angeordneten
Riemenscheibe 14 versehen, die von einem Motor 15 und einem endlosen Riemen 16 oder
einer anderen Kraftquelle angetrieben werden kann.
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Das untere Ende der Form ist durch ein Ausstoßventil 18, welches zur
Ausübung einer Tätigkeit in senkrechter Richtung innerhalb der Verlängerung 12 angeordnet
ist, geschlossen.
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Im Bereiche der Form 10 ist zur Bewegung in den Formhohlraum
hinein und aus ihm heraus ein Preßwerkzeug 20 angeordnet. Das Werkzeug 20 ist auf
einer starren Welle 21 angeordnet, die in einem Schwingarm 22 gelagert ist.
Der Schwingarm 22 ist so angeordnet, daß er sowohl eine Seitwärtsbewegung
in waagerechter Richtung als auch eine Hin-und Herbewegung in senkrechter Richtung
in den Formhohlraum hinein und aus ihm heraus ausüben kann, um das Werkzeug 20 in
eine Preßstellung hinein und aus ihr herauszubewegen. Der Arm 22 wird durch ein
Gelenk an einer hin- und hergehenden Kolbenstange 23 betätigt, die entweder mechanisch
oder pneumatisch beeinflußt werden kann. Die Abwärtsbewegung des Armes 22 kann durch
einen nicht gezeigten einstellbaren Anschlag, welcher auf einer Zapfenwelle aufgeschraubt
sein kann, begrenzt werden. Der Kolben 25 wird innerhalb des Zylinders 24 hin- und
herbewegt, so daß er durch das in den Zylinder 24 eingeführte pneumatische Strömungsmittel
seine vorgeschriebenen oberen und unteren Lagen einnimmt, wobei pneumatische Strömungsmittel
durch Einlaß- und Auslaßleitungen 26 und 27 ein- und abgeführt und die Kolbenstange
23 dadurch senkrecht bewegt wird.
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Die seitliche Verschiebung des Armes 22 von der Form 10 fort
gestattet die Einführung einer Charge geschmolzenen Glases in die Form. Wie es in
der F i g. 2 gezeigt ist, ist eine Charge 40 geschmolzenen Glases in die
Form 10 eingelegt worden, wobei das Preßwerkzeug 20 in gebrochenen Linien
in ausgezogener Stellung unmittelbar darüber zur Einleitung des Preßvorganges dargestellt
ist.
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Das Preßwerkzeug 20 weist einen kurzen zylindrischen Abschnitt 20a
auf, der aus einem Stück mit einem allgemein kegelstumpfförmigen Abschnitt 20b gebildet
ist und in diesen übergeht, wobei der Abschnitt 20 b im allgemeinen die Form des
Trichterscheitels hat. Die kegelstumpfförmige Oberfläche 20 b weist eine Reihe radial
vorspringender Erhöhungen oder Ansätze 20c auf, die die mittleren oberen Flächen
der Glascharge während des Pressens mit nach oben gewendetem auf dem Umfang verteiltem
rechteckigem Muster radialer Nuten oder Ausnehmungen formen. Das Werkzeug 20 hat
im wesentlichen eine genaue zylindrische Oberfläche 20d oberhalb der kegelstumpfförmigen
Oberfläche 20b, die eine Verteilerfunktion auf einen oberen Teil der Glascharge
ausübt. Das Werkzeug 20 wird für den Preßvorgang in Verbindung mit der Form beständig
in einer bestimmten Lage auf der Welle 21 gehalten.
Das große offene
Ende des Formkörpers 11 hat allgemein rechtwinklige Form mit einem vorstehenden
Rand 11 a, der von einem zylindrischen Ring 17 umgeben ist. Der vorstehende Rand
11a des Formkörpers und der Haltering 17 dienen zum Zurückhalten des oberen Abschnittes
des Glases während des Schleuderns zur Bildung eines zusammenhängenden Abfallrandes
und zur Verhinderung einer unbeabsichtigten Abgabe der Charge aus der Form während
des Schleuderns.
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Der obere Teil der Formverlängerung 12 ist mit einer im Außenbereich
gebildeten Ausnehmung 12 a versehen, um die Zusammenwirkung mit einer Feststellvorrichtung
30 zu ermöglichen, um die Form in eine genau ausgerichtete Preßstellung mit dem
Preßwerkzeug 20 zu biegen. Die Feststellvorrichtung 30
besteht aus
einem Luftmotor 31 mit einem Führungsansatz 32, der zur genauen axialen Ausrichtung
zwischen Form und Preßwerkzeug in die Ausnehmung 11 b hinein vorsteht. Damit ist
eine zwangläufige Winkelausrichtung zwischen der Form 10 und dem Preßwerkzeug
20 erreicht. Wo das große offene Ende der Form 11 eine rechteckige Form symmetrisch
zu ihrer senkrechten Achse aufweist, kann der untere Bereich der Form zwei Ausnehmungen
12a haben, die einander gegenüberliegend angeordnet sind, um die Form in die eine
oder andere von zwei Stellungen zu führen.
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Gemäß dem Verfahren wird eine Charge 40 geschmolzenen Glases in eine
hohle Form 10 eingelegt, während die Form stillsteht oder mit sehr geringer
Drehzahl (F i g. 2) umläuft. Um der Charge ein ruhiges Absetzen in dem Scheitel
der Form zu gestatten und die Form 10 und das Preßwerkzeug 20
richtig
miteinander auszurichten, ist eine kurze Zeitspanne vorgesehen. Wahlweise kann die
Form vor der Beschickung und vor der richtigen senkrechten Ausrichtung des Preßwerkzeuges
in ihre richtige Lage geführt werden.
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Die vorgeschriebene Ausrichtung besteht darin, daß die beiden Diagonalen
an dem großen rechtwinkligen Ende der Form koradial mit den radial verlaufenden
Vorsprüngen 20c auf der kegelstumpfförmigen Oberfläche des Preßwerkzeugs sind. Wenn
sich die Form und das Preßwerkzeug sowohl axial als auch mit Bezug auf den Winkel
in der richtigen Ausrichtung befinden, dann wird das Werkzeug durch den Kolben 25
in dem Zylinder 24 nach unten bewegt, um durch Formpressen, wie es in der F i g.
3 gezeigt, einen örtlich begrenzten mittleren Bereich der Glascharge 40 in eine
nicht kreisförmige Form zu verformen. Der zylindrische Abschnitt 20a des Preßwerkzeuges
dringt in den unteren Bereich des Scheitels sowie in den zylindrischen Abschnitt
des Formkörpers 11 und in die senkrecht mit ihm ausgerichtete Formverlängerung 12
ein. Die Formoberflächen können in diesem Bereich entweder einen zylindrischen oder
rechteckigen waagerechten Querschnitt aufweisen, die in den Zeichnungen wie die
vorhergehenden angedeutet sind. Das Preßwerkzeug 20 weist eine genau geformte obere
Zone 20d auf, die als im wesentlichen genau zylindrisch dargestellt ist, um den
ungepreßten oberen Teil 40a der Glascharge, welcher für eine kurze Zeit zum anschließenden
Schleudern flüssig und bearbeitbar bleibt, genau zu verteilen.
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Unmittelbar im Anschluß an die Bildung des mittleren örtlich begrenzten
Abschnittes 40b der Glascharge in dem Scheitelbereich der Form wird das Preßwerkzeug
20 im wesentlichen aus der Berührung mit dem Glas zurückgezogen, und zwar durch
die Betätigung des Luftmotors und die Aufwärtsbewegung der Kolbenstange 23. Der
Glasabschnitt 40 b, welcher dünn gepreßt worden ist, wird durch die kombinierte
Wirkung des Werkzeugs und der Form gekühlt oder abgeschreckt, um eine anfängliche
Setzbedingung zu schaffen, während der verbleibende obere Teil 40 a der Charge,
welcher die größere Masse darstellt, noch eine geringere Viskosität hat. Nach einem
teilweisen Zurückziehen des Werkzeuges 20, wie es in der F i g. 3 A gezeigt
ist, wird der Feststellansatz 32 aus seiner Berührung mit der Formausnehmung 12a
zurückgezogen, und die Form wird sofort schnell um ihre senkrechte Achse gedreht,
um durch die Wirkung der Zentrifugalkraft das verbleibende Glas 40 a über die Seiten
der Form zu verteilen. Die Form wird während einer ausreichenden Zeitspanne mit
ausreichender Winkelgeschwindigkeit gedreht, um das verbleibende Glas über die nach
außen geweiteten Seitenwände der Form zu verteilen und zu formen. Je nach der Eigenart
des entsprechenden heiß erweichten zu verformenden Materials kann das Zurückziehen
des Werkzeuges 20 nach oben nach dem Pressen auch so gesteuert werden, daß ein Teil
der oberen Glascharge 40a mit der oberen zylindrischen Oberfläche 20d des Werkzeuges
20 während der Beschleunigungszeit der Form wenigstens teilweise in Berührung
bleibt, um die Charge daran zu hindern, sich nach innen in dem gepreßten Bereich
zu setzen. Die Werkzeugoberfläche 20d
kann auch solche Außenlinien aufweisen,
daß sie eine nicht zylindrische Form zur Verteilung der oberen Charge, die in eine
rechteckige Form geformt werden soll, bilden und die Charge nur durch Zentrifugalkräfte
verteilt.
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Nach dem Formen der vollkommen nach außen geweiteten Seitenwände 40
c des Gegenstandes durch Schleudern wird die Umlaufgeschwindigkeit der Form vermindert,
die Form angehalten und der geformte Gegenstand gekühlt und in der endgültigen Form
gehärtet. Wie es in der F i g. 4 gezeigt ist, ist das Glas über die vollkommene
Seitenwandoberfläche des Formkörpers 11 und über seinen vorstehenden Rand 1l a hinweg
nach oben bewegt worden, wobei das darüber befindliche Glas einen zusammenhängenden
Abfallrand des fertigen Gegenstandes aufweist, der im Anschluß daran entfernt werden
kann. Während des Schleuderns bleibt der durch Preßformen hergestellte nicht kreisförmige
Scheitelbereich des geformten Gegenstandes unberührt, da er durch die Verdünnungswirkung
der Form und des Werkzeugs in sölchem Maße abgekühlt ist, daß die Zentrifugalkraft
die nicht kreisförmige Ausbildung des Glases in diesem Bereich beim Schleudern nicht
nachteilig berührt. Durch dieses vorherige Pressen des Jochbereiches des Röhrentrichters
in eine nicht kreisförmige Form wird die erforderliche Steuerung des Lichtstrahlspaltes
in dem fertigen Gegenstand erreicht.
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Das aus dem Preßvorgang stammende überflüssige Glas wird entweder
in die Formverlängerung 12 nach unten gedrückt, um den rohrförmigen oder
knopfförmigen (»nubbin«) Abschnitt des Gegenstandes zu bilden, oder wird von der
kegelstumpfförmigen Oberfläche des Werkzeuges nach oben gedrückt. Der untere kurze
rohrförmige Abschnitt des Gegenstandes
kann im Anschluß daran von
ihm entfernt und eine größere Länge eines rohrförmigen Halses in nachfolgenden Arbeitsgängen
daran befestigt werden. Wie es in den F i g. 1 und 5 gezeigt ist, hat der frisch
gebildete rechteckige Trichterkörper 40' eine rechteckige Musterung radialer Nuten
40 b, die in derselben Richtung gebildet sind wie die Diagonalen seines großen rechteckigen
offenen Endes.
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Im Anschluß an die Bildung des Trichters 40'
kann dessen großes
offenes Ende innen eingeschnitten werden, während der Gegenstand noch in der Form
gehalten wird und die Form sich langsam dreht. Nach diesem Einschneidvorgang wird
das im Boden der Form befindliche Auswerfventil18 nach oben bewegt, um den geformten
Gegenstand von den Seitenwänden der Form zu entfernen. Der Trichter wird dann in
einer bequemen Lage gehalten, um aus der Form entfernt zu werden. Nach der Entfernung
des Trichters aus der Form kann der Abfallrandteil 40d des Trichters, der oberhalb
des vorstehenden Randes 11a gebildet ist, in jeder beliebigen Weise, wie beispielsweise
durch ringförmiges Abbrechen, durch unterschiedliche Kühlung des Glases oberhalb
und unterhalb der Markierungslinie entfernt werden.
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In der F i g. 5 ist eine vollkommene sogenannte rechteckige Röhre
gezeigt, wobei der Körperteil aus einem Trichter 40' besteht, der gemäß dem vorhergehenden
Verfahren geformt wurde. Das große offene Ende des Trichters weist eine rechteckige
Vorderplatte 41 auf, die an seinem rechteckigen, großen, offenen Ende eingeschmolzen
ist, sowie einen rohrförmigen Halsteil 42, der an seinem kleineren Ende eingeschmolzen
ist. Die F i g. 6 zeigt eine vollkommene Röhre mit großem Winkel, bei welcher der
Trichter 40' nach dem obigen Verfahren hergestellt ist. Der Scheitelbereich des
Trichterkörpers im Bereiche des rohrförmigen Halsteiles 42 hat einen Querschnitt,
der an seinen Außenoberflächen zylindrisch ist und auf seinen Innenoberflächen ein
rechteckiges Muster radialer Ausnehmungen 40 b aufweist, wie
es in der F i g. 7 gezeigt ist. Diese Form des Jochbereiches gestattet eine Ablenkung
des Elektronenstrahls in einem im wesentlichen rechtwinkligen Abtastmuster zur Bombardierung
des rechtwinkligen Röhrenschirmes. Somit ist der abgelenkte Strahl bei der Abtastung
in einem rechtwinkligen Muster mit dem richtigen Spalt versehen, um eine Verminderung
der Gesamtlänge des Kolbens zu ermöglichen. Auch kann das umgebende Ablenkjoch näher
an den Ablenkungspunkt des Strahles herangerückt werden. Es kann ein bekanntes elektrisches
Jochelement mit einer kreisförmigen Öffnung verwendet werden, um diesen Bereich
der Hülle zu umgeben, damit die Kraft der Strahlablenkung besser ausgenutzt wird.
Das Verhältnis zwischen Tiefe und Breite der Ausnehmungen 40 b ist in keiner Weise
kritisch, soweit die Röhrenstärke betroffen ist und solange die Glasstärke genügend
groß gehalten wird, um bei richtiger Steuerung der Strahlablenkung eine übermäßige
Beanspruchung auf einen elektrischen Durchbruch zu vermeiden.' Eine abgewandelte
Form des Jochbereiches nach der F i g. 8 kann dadurch gebildet werden, daß der Scheitelbereich
der Form eine abgewandelte rechtwinklige Form aufweist, die geometrisch ähnlich
oder annähernd ähnlich der durch die Form des Strahlenweges in diesem Bereich vorgeschriebenen
Form ist und dieselbe Ausrichtung hat wie das große offene Ende des Trichters. Die
Eckbereiche 40e des rechteckig geformten kleinen Endes sind glatt abgerundet, damit
die Hülle den Kräften des atmosphärischen Druckes widersteht und eine Entwicklung
von Spannungen an diesem Teil verhindert wird. Das Preßwerkzeug 20 hat dann an Stelle
der radialen Vorsprünge eine abgewandelte Form, die geometrisch dem Scheitelbereich
der Form ähnlich ist. Die Formverlängerung 12 hat äuch eine ähnliche rechteckige
Querschnittsform. Die Zusammenwirkung dieser Teile erzeugt beim Pressen einen Jochbereich,
der eine im wesentlichen gleiche Wandstärke und eine genaue rechteckige Form aufweist,
die zur Aufnahme der Hülle der Elektronenstrahlwege ein Optimum darstellt. Wenn
die Außenflächen des Jochbereiches des Trichters eine rechteckige Form haben, kommt
in Verbindung mit ihnen ein elektrisches Jochelement mit einer rechteckigen Öffnung
zur Anwendung.
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Die Beschreibung erläutert eine Röhrenform und ein Verfahren zur Herstellung
ihres primären Körperabschnittes durch ein einmaliges Verfahren zur Formung thermoplastischer
Materialien, wie Glas mit einem Halsbereich von rechteckigem oder nicht kreisförmigem
Querschnitt, dessen Herstellung als zusammenhängender Gegenstand vor der Erfindung
nicht nur als schwierig, sondern bei großen im Schleuderguß hergestellten Werkstücken
als unmöglich angesehen wurde. Dies trifft insbesondere auf das Formen von Flächen
solcher Gegenstände zu, bei denen das Schwerkraftmoment, wie beispielsweise an dem
kleinen Ende eines hohlen Trichters, im Bereiche seiner Umdrehungsachse verhältnismäßig
gering ist.
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Die in Frage stehende Hülle, die wenigstens an den Innenflächen des
Jochbereiches eine nicht kreisförmige Umrißlinie aufweist, erzeugt keine Aufhäufung
statischer Ladungen in den Ecken des Halses, wenn das umgebende elektromagnetische
Feld errichtet wird. Ferner führt die Form nicht zu einem Verlust elektrischer Energie
oder nichtlinearen Verformungen des Elektronenstrahles.