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Einrichtung zur Abdruckregulierung an Typenhebel-Schreibmaschinen
Gegenstand der Erfindung ist eine Einrichtung zur getrennten Typenabdruckregulierung
in beiden Umschaltstellungen des Typenhebelkorbes bei kraftangetriebenen Schreibmaschinen.
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Um ein gleichmäßiges Schriftbild zu erhalten, müssen bekanntlich die
flächenmäßig größeren Schriftzeichentypen, wie die Großbuchstaben, einen stärkeren
Antrieb erhalten als die der Kleinbuchstaben. Hierfür sind Einrichtungen bekannt,
die bei kraftangetriebenen Schreibmaschinen eine gesonderte Abdruckeinstellung für
jede der beiden Umschaltstellungen des Typenkorbes zulassen. Dabei werden bei den
bekannten Einrichtungen dieser Art in den meisten Fällen die für den Einzelabdruck
der Typenhebel einjustierten Einrichtungen für die Umschaltstellungen des Typenkorbes
in gleichem Maße abstandändernd verstellt.
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Dies ermöglicht aber nur eine Abdruckregulierung für beide Umschaltstellungen
des Typenkorbes, die dem Mittelmaß der erforderlichen Abdruckstärke für Groß- bzw.
Kleinbuchstaben entspricht.
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Demgegenüber muß beispielsweise, um ein gleichmäßiges Schriftbild
zu erhalten, ein Typenhebel mit den Schriftzeichen »r« in Normalstellung und »R«
in Umschaltstellung des Typensegments in der umgeschalteten Lage einen stärkeren
Abdruckantrieb erhalten als in der Normalstellung. Ein anderer Typenhebel trägt
z. B. die Zeichen »8« in der Normalstellung und » - « in der Umschaltstellung
des Typensegments; hierbei muß umgekehrt der Antrieb des Typenhebels in der Normalstellung
stärker sein als in der Umschaltstellung.
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Um eine Typenabdruckreguliermöglichkeit getrennt für jede der beiden
Umschaltstellungen des Typensegments zu schaffen, ist eine Einrichtung bekannt.
Hierbei ist eine Steuerwalze mit zwei justierbaren Anschlagschrauben versehen, die
um 90' zueinander versetzt auf dieser angeordnet sind und somit dem jeweiligen
Antriebsnocken der Typenhebelgetriebe als Anschlagnase zur Unterbrechung des Antriebshubes
dienen. Die Umschalteinrichtung des Typenhebelseginents bringt dabei die der jeweiligen
Umschaltsteltung zugeordnete Anschlagschraubenreihe zu dem Antriebsnocken in Wirkstellung.
Zusätzlich ist die Steuerwalze mit zwei weiteren Anschlagschraubenreihen versehen,
die für eine zweite Schreibbedingung statt der erstgenannten durch eine gesonderte
Einrichtung in Wirkstellung gebracht werden können. Eine andere Handbetätigungseinrichtung
dient außerdem zur Gesamtabdruckregulierung der Schriftzeichen, indem sie über einen
Exzenter derart auf die Steuerwalze wirkt, daß sich der Ab-
stand zwischen
den Anschlagschrauben und den Antriebsnocken ändert.
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Da diese Einrichtung aus einer Vielzahl von zu justierenden Einzelteilen
besteht und außerdem in ihrem gesamten Aufbau äußerst kompliziert ist, läßt sich
diese wegen ihres großen Aufwandes nur an Sonderschreibmaschinen verwenden.
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Auch benötigen Justierschrauben stets einer besonderen Sicherung ihrer
Justierstellung, sei es durch Gegenmuttern oder Klemmschrauben, sei es durch strammes
Einpassen in ihr Muttergewinde, also eines besonderen diesbezüglichen Aufwandes.
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Der nachstehend beschriebenen Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde,
mit geringsten Mitteln eine Abdruckreguliereinrichtung für beide Umschaltstellungen
des Typenkorbes zu schaffen, die sich zum Einbau in serienmäßig ausgestattete Schreibmaschinen
eignet. Hierzu findet ein an sich bekanntes Typenhebelgetriebe, vorzugsweise mit
Zahnwellenantrieb, Verwendung.
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Erfindungsgemäß besteht die Abdruckreguhcreinrichtung aus einem Paar
fest miteinander verbundenen Anschlagkammleisten, mit durch Biegen justierbaren
Zinken, die quer unter den Antriebshebeln eines Typenhehelgetriebes, liegen und
umschaltbar derart ausgebildet sind, daß den Anschlagarmen der Antriebsklinken
je einer der abgewinkelten Zinken beiderAnschlagkammleisten, entsprechend
den beiden Stellungen des Typensegments, gegenüberstellbar ist.
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Das Biegen von Kammzinken zum Zweck der Justierung der Eingriffstiefe
einer Antriebsklinke für ein Typenhebelgetriebe in eine antreibende Zahnwalze ist
bekannt; der Doppelkamin dieser bekannten Anordnung ist jedoch gestellfest angeordnet
und nicht steuerbar.
Bei der Anordnung nach der Erfindung wird also
die an sich für Schraubjustierung bekannte Schwenkbarkeit des Justiermittelträgers
durch die Umschaltvorrichtung der Schreibmaschine kombiniert mit der ebenfalls an
sich bekannten und für Justierzwecke besonders vorteilhaften, da keiner besonderen
Sicherung der Justierstellung benötigenden Biegbarkeit von steifen Kammzinken.
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Zwar ist auch die Anwendung von biegbaren Kammzinken für Justierzwecke
bei der Abdruckjustierung bekanntgeworden, jedoch handelt es sich in diesem Fall
um elastische Kammzinken, die der Verstellung je einer Justierschraube federnd
folgen.
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Bei der Erfindung handelt es sich jedoch um in sich biegesteife Kammzinken,
die bei der Justierarbeit um einen zur Erzielung einer angestrebten Justierstellung
erforderlichen Biegewinkel gebogen werden, um aus der, die Streckgrenze des Kammerwerkstoffes
überschreitenden in die spannungsfreie Biegelage nur wenig zurückzufedern, als Anschlag
aber ebenso starr wirken wie eine Justierschraube.
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Ein weiteres Merkmal der Erfindung ist es, daß die umklappbaren Anschlagkammleisten
unmittelbar in Schlitzen der Stellhebel einer an sich bekannten Handeinstelleinrichtung
für die Gesamtabdruckregulierung in Form einer in verschiedenen Stellungen rastbaren
Wippe gelagert sind und daß die Stellhebel Anschlagnasen tragen, gegen die eine
an einem Umschaltzapfen der fest miteinander verbundenen Anschlagkammleisten angreifende
übertotpunktfeder dieselben in ihren der jeweils eingestellten Umschaltstellung
entsprechenden Lagen zur Anlage bringt.
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Ein zusätzliches Kennzeichen der Erfindung ist, daß der Umschaltzapfen
der Anschlagkammleisten in einer als Langloch ausgebildeten Öse eines übertragungsgliedes
der Umschalteinrichtung liegt, die ein freies Durchfallen der Anschlagkammleisten
nach überwindung der übertotpunktfeder während des Umschaltvorganges bis an die
jeweils zugeordnete Anschlagnase gewährleistet.
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Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist nachstehend zeichnerisch
dargestellt und beschrieben. F i g. 1 zeigt die Seitenansicht eines Typenhebel-"etriebes
Cr mit der Umschalteinrichtung einer Typen abdruckreguliereinrichtung, F i
g. 2 die Seitenansicht einer Typenabdruckreguliereinrichtung mit Handverstelleinrichtung
in Umschaltstelluno, des Typensegments, C
F i g. 3 die Seitenansicht
einer Typenabdruckreguliereinrichtung in Norinalstellung und F i g. 4 eine
Darstellung der Kammleisten im Schnitt.
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Die Einrichtung besteht aus zwei fest miteinander verbundenen Kammleisten
1 und 2, die mit einem gemeinsamen Bolzen 3 in den Führungsschlitzen
4a und 5a zweier in dem Schreibmaschinengestell gelagerten und durch eine Welle
6 fest miteinander verbundenen Winkelhebel 4 und 5 aufgehängt sind.
Die Anschlagkammleisten :t und 2 sind derart ausgeklinkt, daß einem Anschlagarm
17a einer Typenhebelantriebsklinke 17 je ein Zinken der freien Schenkel la
bzw. 2a beider Anschlagkammleisten 1
und 2 zugeordnet ist.
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Die Typenhebelantriebsklinke 17 ist um ihren Drehpunkt
17 b an einem Antriebshebel 21 schwenkbar gelagert und wird durch eine Zugfeder
23 an den abgewinkelten Nasen 20c und 20d eines ebenfalls an dem Antriebshebel
21 drehbar angeordneten übertragungshebels 20 in Ruhestellung gehalten. Der Zahn
17c der Typenhebelantriebsklinke ist der motorisch angetriebenen Zahnwelle 22 zugeordnet.
Eine Auslösenase 20a des übertragungshebels 20 liegt in Wirkstellung der Nase 19a
eines Tastenhebels 19 gegenüber.
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Die Winkelhebel 4 und 5 sind an ihrem linken Ende mit zwei
abgewinkelten Nasen 4 b und 4 c bzw. 5b und 5c versehen, die als Anschlag
für eine je-
weilige Umschaltstellung der fest miteinander verbundenen Anschlaakammleisten
1 und 2 dienen. An den Nasen 4 d und 5 d der Winkelhebel
4 und 5 und den Umschaltnasen Ila und llb der Anschlagkammleisten
1 und 2 ist je eine Übertotpunktfeder 12 derart angelenkt, daß die
Anschlagkammleisten in ihren Umschaltstellungen in Anlage an den Anschla-nasen 4
b bzw. 4 c und 5 b bzw. 5 c der Winkelhebel
4 und 5 gehalten werden. An seinem oberen Ende trägt der Winkelhebel 4 auf
einem Bolzen 7
eine Rolle 8, auf die ein Handeinstellhebel
9 mit seiner Rastverzahnung 9a wirkt. Eine Zugfeder 10
hält den Winkelhebel
4 ständig in Eingriffstellung mit dem Handeinstellhebel 9. Die Umschaltnase
lla der Anschlagkammleisten 1 und 2 liegt in der als Langloch ausgebildeten
Öse 13a eines übertragungsgliedes 13, das an seinem anderen Ende
13b mit einem gestellfest gelagerten Winkelhebel 14 in Bewegungszusammenhang
steht. Die Öse 13 a des Übertragungsgliedes 13 ist deshalb
als Langloch ausgebildet, um während des Umschaltvorganges ein freies Durchfallen
der Anschlagkammleisten 1 und 2 nach überwindung der Totpunktfeder 12 zu
gewährleisten. Der Schenkel 14a des Winkelhebels 14 ist wiederum über einen Lenker
15 und einen Bolzen 16 an dem Typenhebelsegment 18 angelenkt.
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Die Umschaltung des Typenkorbes bewirkt also gleichzeitig die Umschaltung
der Anschlagkammleisten 1 und 2. Dadurch ergibt sich folgende Wirkun-sweise:
Bei der Einzelabdruckregulierung wirkt in bekannter Weise die Nase 19a des Tastenhebels
19 auf die Auslösenase 20a des an dem Antriebshebel 21 gelagerten übertragungshebels
20 und verschwenkt diesen um seinen Bolzen 20b im Gegenuhrzeigersinn. Hierbei
wirkt die Nase 20c des übertragungshebels 20 auf die ebenfalls an dem Antriebshebel
21 gelagerten Antriebsklinke 17 und verschwenkt diese um ihren Drehpunkt
17b so weit nach rechts, bis der Zahn 17c der Antriebsklinke 17 in
die motorisch angetriebene Zahnwelle 22 greift.
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Dabei wird über die Antriebsklinke 17 der Antriebshebel 21
so weit nach unten bewegt, bis der Anschlagarm 17a der Antriebsklinke
17 auf die Schenkel la bzw. 2a der Anschlagkammleisten 1
bzw. 2 trifft.
Durch die kinetische Energie fällt der Antriebshebel 21 weiter durch und schwenkt
somit den Zahn 17c der Antriebsklinke 17 aus der Zahnwelle 22. Die an dem
Übertragungshebel 20 und der Antriebsklinke 17 angelenkte Zugfeder
23 zieht die Antriebsklinke 17 in ihre Ruhelage zurück.
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Da die Zinken der Anschlagkammleisten 1 und 2 mittels eines
beliebigen Biegewerkzeuges abbiegbar angeordnet sind, läßt sich der Antriebshub
der Antriebshebel 21 für die einzelnen Schriftzeichen vergrößern bzw. verkleinern.
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Erfindungsgemäß wird die getrennte Einjustierung der Typenhebelanschläge
durch Verwendung von zwei fest miteinander verbundenen Anschlagkammleisten
1
und 2 dadurch gewährleistet, daß für beide Schaltstellungen des Typenhebelsegments
18 je ein Schenkel la bzw. 2a der Anschlagkammleisten 1
bzw. 2 vorgesehen
ist, und zwar Schenkel la für die Normalstellung und Schenkel 2a für die Umschaltstellung
des Typensegments.
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Bei dem Umschaltvorgang des Typensegments 18
wirkt das übertragungsglied
15 auf den Schenkel 14 a
des Winkelhebels 14 und verschwenkt diesen
im Gegenzeigersinn. Dabei wirkt das übertragungsglied 13 mit seiner langlochförmigen
öse 13 a auf die Umschaltnasella der Anschlagkammleistenl und 2 und
verschwenkt diese um ihren Drehpunkt3 im Uhrzeigersinn. Nach überwindung der Totpunktfeder
12 zieht diese die Anschlagkammleisten an die Anschlagnasen 4 c bzw.
5 c der Winkelhebel 4 und 5.
Beim Zurückschalten des
Typensegments in die Normalstellung werden die Anschlagkammleisten 1 und
2 an die Anschlagnasen 4 b bzw. 5 b der Winkelhebel 4 und
5 zurückgeklappt.
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Die Gesamtregulierung zur Erhöhung oder Verminderung der Abdruckstärke
erfolgt in bekannter Weise durch eine Handverstelleinrichtung, die neben dem Tastenfeld
angeordnet ist. Dabei wird ein Einstellhebel 9 um seinen Drehpunkt
9 b im Uhrzeigersinn derart verschwenkt, daß die radial ansteigenden Rasten
9a seines Schenkels 9c den Winkelhebel 4 stufenweise über dessen Rolle
8 ebenfalls im Uhrzeigersinn verschwenkt. Dadurch werden die an den Anschlagnasen
4 b und 5 b bzw. 4 c und 5 c der Winkelhebel 4 und
5 anliegenden Anschlagkammleisten 1 und 2 angehoben und verkürzen
somit den Antriebshub der Antriebsklinke 17 für den Antriebshebel 21 des
Typenhebelgetriebes. Die in den Zeichnungen stark gezeichnete Lage der Anschlagkammleisten
1 und 2 entspricht einem kräftigen und die strichpunktiert dargestellte Lage
einem leichten Ab-
druck der Schriftzeichen. Die Zugfeder 10 hält den
Winkelhebel 4 in jeder gewünschten Zwischenlage in Raststellung mit der Rastverzahnung
9 a des Handeinstellhebels 9.