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Elektrophotographisches Verfahren zur automatischen und kontinuierlichen
Reproduktion von Vorlagen und Vorrichtung zu dessen Ausführung Die vorliegende Erfindung
bezieht sich auf ein elektrophotographisches Verfahren, das es gestattet, vorzugsweise
von Filmnegativen, die in eine Filmsortkarte eingefügt sind, mit Hilfe von Kommandokarten
automatisch und kontinuierlich Kopien im Format bis DIN A 3 herzustellen. Die Erfindung
bezieht sich ferner auf eine Vorrichtung zur Ausführung dieses Verfahrens.
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Es sind bereits Verfahren und Apparaturen bekannt, die eine kontinuierliche
Reproduktion mittels eines bandförmigen elektrophotographischen Materials in Kontaktbelichtung
bzw. mit optischer übertragung erlauben. Hierbei ist es jedoch notwendig, vor dem
Reproduktionsprozeß jeweils die Vorlagen getrennt einzulegen, worauf lediglich die
elektrophotographischen Verfahrensschritte: Aufladung, Belichtung, Entwicklung und
Fixierung, selbsttätig ablaufen. Falls von einer Vorlage mehrere Kopien erhalten
werden sollen, ist es erforderlich, den Kopiervorgang für den jeweiligen Fall durch
Einlegen und Auswahl der Vorlage von Hand getrennt auszulösen.
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Es wurde weiterhin schon vorgeschlagen, Filmnegative in einem Magazin
zu stapeln und von der Kopiervorrichtung daraus die einzelnen Negative entnehmen
zu lassen. Es war auch bekannt, Filmnegative zu verwenden, die in Filmsortkarten
eingefügt sind. Es besteht nun in der Technik, insbesondere bei solchen der Dokumentation
dienenden Filmvorlagen, die in Filmsortkarten eingefügt sind, das Bestreben, in
möglichst praktischer Weise und mit möglichst viel Zeit- und Arbeitsersparnis Reproduktionsvorgänge
ablaufen zu lassen, unter anderem auch die Anzahl und das Format der herzustellenden
Kopien nach Bedarf wechseln zu können.
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Man hat bei solchen kontinuierlich arbeitenden Vorrichtungen auch
bereits eine Meßvorrichtung verwendet, welche die Belichtungsintensität entsprechend
dem optischen Dichtewert der Vorlage gesteuert hat. Ferner kann man bei den bisher
bekannten optischen Kopiergeräten der genannten Art die Projektion von der kontinuierlich
bewegten Vorlage auf ein kontinuierlich bewegtes Kopiermaterial vornehmen.
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Diesen Verfahrensweisen bzw. Vorrichtungen haften unter anderem die
Mängel an, daß sie verhältnismäßig leicht von Störungen befallen werden und daher
hinsichtlich Genauigkeit und Zuverlässigkeit nicht allen Wünschen entsprechen können.
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Ein Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist ein elektrophotographisches
Verfahren zur automatischen und kontinuierlichen Herstellung von Reproduktionen
bis zu einem Format DIN A 3 von transparenten Vorlagen, die als formatgerechte Negative
oder Positive in Filmsortkarten eingefügt und gestapelt sind und von dort optisch
auf ein aufgeladenes elektrophotographisches Material übertragen, entwickelt, fixiert
und formatmäßig abgeschnitten werden. Gemäß der Erfindung ist das Verfahren dadurch
gekennzeichnet, daß die Filmsortkarten abwechselnd mit Kommandokarten, die die jeweils
dafür gewünschten Reproduktionskommandos nach dem Lochkartenprinzip verschlüsselt
tragen, in einem Eingabekopf gestapelt werden, von dort selbsttätig aufeinanderfolgend
dem Abfühlsystem bzw. dem optischen Teil zugeführt werden, wobei der jeweils spezifische
Impuls der Kommandokarte über ein elektrisches System gespeichert und der nachfolgenden
Filmsortkarte im optischen Teil wieder zugeleitet wird, daß ein Prismenwechselsystem
entsprechend der Bildgröße derart in den Strahlengang eingeschwenkt wird, daß für
eine Abbildung im DIN-A3-Format ein Dachkantprisma und für eine Abbildung im DIN-A4-Format
ein Halbwürfelprisma und ein Spiegel zur Wirkung kommen und daß die Papierbahn an
der Projektionsfläche bewegungslos gehalten wird, während sie gleichzeitig bei allen
anderen Verfahrensschritten kontinuierlich weitertransportiert wird.
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Das erfindungsgemäße Verfahren soll im folgenden näher erläutert werden.
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Zunächst muß die transparente Vorlage in eine geeignete Form gebracht
werden, um in der Maschine verarbeitet werden zu können. Dies geschieht
bei
Filmnegativen, die im vorliegenden Fall vorzugsweise verwendet werden, durch Einfügen
bzw. Einkleben in eine Lochkarte mit einem der Vorlage entsprechenden Fenster, sogenannte
Filmsortkarte. Eine Filmsortkarte, wie sie beispielsweise im vorliegenden Fall Verwendung
finden kann, ist mit ihren Maßen in A b b. 6 gezeigt. Als Negative kommen für die
eben genannte spezielle Filmsortkarte unperforierte Filme 32 - 45 mm oder perforierte
Filme 24 - 36 mm etwa in Frage. Besonders brauchbar sind unperforierte Filme. Das
vorliegende Verfahren ist jedoch nicht auf die Verwendung der eben genannten normalen
Filmnegative mit den erwähnten Maßen beschränkt, es können vielmehr auch andere
transparente Vorlagen, die etwa die genannte Größe besitzen, reproduziert werden.
Es spielt keine Rolle, ob die Vorlagen optimal - oder mehr oder minder schlecht
- belichtet sind, sofern sie überhaupt reproduzierbar sind. Diese Vorlagen können,
sofern sie Ablichtungen von Originalvorlagen sind, diese positiv oder negativ zeigen.
Wie später ausgeführt werden wird, ist es möglich, durch entsprechende Wahl des
Toners, d. h. Positiv- oder Umkehrtoner, in allen Fällen ein der Vorlage entsprechendes
Bild zu erhalten.
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Die genannte Filmsortkarte, die die Vorlage trägt, wird nun in ein
speicherähnliches Kartenmagazin eingelegt. Unter diese Filmsortkarte wird die ihr
zugehörige sogenannte Kommandokarte gelegt. Diese Kommandokarte besitzt die gleichen
Ausmaße und trägt Aufdrucke, die in bekannter Weise eine Markierung mittels Lochstempels
ermöglichen. Diese Markierung wird mittels eines vorgegebenen Schlüssels so vorgenommen,
daß das unten erwähnte Abfühlsystem daraus die entsprechenden Impulse abzuleiten
vermag. Diese Kommandokarte soll den Zweck erfüllen, die Zahl der Kopien, die von
einer Vorlage angefertigt werden sollen, festzulegen.
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Dadurch wird es möglich, bei Verwendung z. B. einer Kommandokarte
mit zwei Zehnerdekaden bis zu 99 Kopien anfertigen zu lassen. Bei einem Mehrbedarf
an Reproduktionen einer Vorlage wird z. B. eine Kommandokarte mit einer Einteilung
in drei Zehnerdekaden angewendet, die dann bis zu 999 Kopien liefert.
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In der angegebenen Weise werden nun die zu reproduzierenden Vorlagen
mit der jeweils für sie spezifischen Kommandokarte nacheinander im Kartenmagazin
gestapelt. Es lassen sich so sehr viele Karten, etwa bis zu 600, stapeln. Nun wird
durch ein messerartiges Abziehsystem, dem sogenannten Kartenmesser, jeweils eine
Karte dem erwähnten Magazin entnommen, d. h. also zuerst jeweils die Kommandokarte,
die nun über ein Kontaktabfühlsystem, das die Karte nach gelochten Markierungen
abgreift, weiterläuft. Diese von der Karte abgegriffenen Kommandos werden im elektrischen
System in bekannter Weise gespeichert, während die Kommandokarte selbst ausgeworfen
und in einem Auffangbehälter gesammelt wird, ohne in dieser Phase das optische System
auszulösen.
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Kurz darauffolgend wird von dem erwähnten Kartenmesser die zur Kommandokarte
zugehörige Filmsortkarte ebenfalls abgezogen und durch ein mechanisch angetriebenes
Rollensystem dem op- i tischen Teil zugeführt. Im optischen Teil wird die Bewegung
der Karte genau an der Stelle zum Stillstand gebracht, die unter der Durchlichtungseinrichtung
liegt. In diesem Abschnitt des Verfahrensablaufes wird die Durchlichtung ausgelöst.
Hierbei wird eine punktförmige Lichtquelle - vorzugsweise einer Quecksilberhochdrucklampe
zugehörig - über ein Kondensorsystem in der Eintrittspupille des Objektivs abgebildet.
Zwischen Objektiv und Kondensorsystem liegt hierbei die Vorlage, deren Bildebene
in bekannter Weise über ein optisches Prismenwechselsystem um 90° gedreht und darauffolgend
der bildmäßig differenzierte Strahlengang um 90° geknickt wird. Dies bringt große
Vorteile, da damit, wie weiter unten gezeigt werden wird, ein die ganze Breite des
im Strahlengang stehenden bandförmigen elektrophotographischen Materials bedeckendes
Bild erzeugt wird, wodurch eine volle Ausnutzung der Bandbreite im Falle der Anwendung
des Formates DIN A 4 erzielt wird, ohne daß dabei die Vorlage, die ja in den am
häufigsten angewandten Fällen von Filmnegativen 32 - 45, wie sie in der Dokumentation
verwendet werden, mit ihrer langen Bildkante parallel zur Längskante der Filmsortkarte
eingefügt ist, im optischen Teil gedreht werden müßte. Falls auf ein Format DINA3
vergrößert werden soll, wird im Prismenwechselsystem der Strahlengang nur um 90°
geknickt, Bildgröße und Bildschärfe erfolgen durch Verstellung der Ebene für das
latente Bild und des Objektivs.
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Um eine Erhitzung des Negativs und damit eine Beschädigung zu vermeiden,
wird der Strahlengang der erwähnten punktförmigen Lichtquelle über einen sogenannten
Kaltlichtspiegel geleitet, der die Ultrarotstrahlen ableitet und lediglich die Strahlen
des sichtbaren und ultravioletten Bereichs für die Durchlichtung nutzbar macht.
Um eine genaue Belichtungszeit zu erreichen, ist eine sogenannte Lichtdosiereinrichtung
angebracht. Diese Einrichtung mißt das reflektierte oder auffallende Licht an den
Rändern des projizierten Bildes, d. h. an den dunkelsten Stellen des Bildes, und
macht so die Werte, die die Angaben über den Belichtungsspielraum zeigen, dem optischen
System zugänglich. Ist die optimale Lichtmenge erreicht, wird von dem Lichtdosiergerät
die Belichtung unterbrochen. Damit ist die Belichtung der weiter unten speziell
noch beschriebenen elektrostatisch aufgeladenen Photohalbleiterfläche des elektrophotographischen
Materials beendet.
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Durch ein weiteres, automatisch folgendes Kommando wird sodann die
Vorlage weitertransportiert und ebenfalls dem Auffangbehälter zugeführt. Liegen
nun von der Kommandokarte gespeicherte Kommandos vor, die eine mehrmalige Reproduktion
fordern, so wiederholt sich dieser Vorgang mit der gleichen Vorlage ohne Weitertransport
so oft wie gewünscht.
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Es folgt sodann die nächste Kommandokarte mit der nächsten Filmsortkarte
in der gleichen Weise wie angegeben. Dieser Vorgang wiederholt sich so lange, bis
das Kartenmagazin entleert ist. Der Ablauf der einzelnen Vorgänge wird nahezu so
rasch durchgeführt, wie es die mechanische Beanspruchung der Karte bzw. der Vorlage
zuläßt.
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Vor jeder Belichtung wird gleichzeitig das bei der vorhergehenden
Durchlichtung differenzierte elektrophotographische Material weitertransportiert,
so daß darauffolgend wieder aufnahmebereite, elektrostatisch aufgeladene Photoleiterfläche
vorliegt.
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Das obengenannte elektrophotographische Material wird vor seiner Belichtung
in üblicher Weise
durch eine Aufladevorrichtung mit einer elektrostatischen
Ladung versehen. Es besteht aus einem bandartigen Material. Nach der vorerwähnten
Beendigung der Belichtung, nach der das latente elektrostatische Bild erzeugt worden
ist, wird das elektrophotographische Material nun mit gleichförmiger Geschwindigkeit
weitertransportiert und den folgenden Behandlungsstationen zugeführt, während der
in Bewegungsrichtung nachfolgende Teil des Materials während seiner Belichtung stillsteht.
Dies wird durch eine sich bildende und abnehmende Vorratsschlaufe bewirkt.
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Das das latente Bild tragende Material durchläuft nun die Entwicklungsstation,
wo es in bekannter Weise mit einer sich auf einer Magnetbürste befindenden Entwicklermischung
in Berührung gebracht wird. Hierbei kann eine Vorspannung angewendet werden. Als
Toner können solche Verwendung finden, die gleichsinnig oder nicht gleichsinnig
mit den nicht vom Licht getroffenen Flächen aufgeladen sind. Es entsteht dabei ein
UmkehrbUd bzw. ein den aufgeladenen Flächen entsprechendes Bild.
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Das so sichtbar gemachte latente Bild wird in einer darauffolgenden
Station durch einen Infrarotbrenner, der durch einen diesen umgebenden elliptischen
Reflektor den Glühfaden auf der Oberfläche des elektrophotographischen Papiers abbildet,
einer Wärmebehandlung unterworfen. Das auf diese Weise fixierte Bild wird nun weitergefördert,
wobei, durch zwei Marken gesteuert, ein Abschneiden der einzelnen Formate vorgenommen
wird. Die fertige Kopie fällt in einen Vorratsbehälter und ist dort zu entnehmen.
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Ein weiterer Gegenstand der Erfindung ist eine Vorrichtung zur Ausführung
des Verfahrens gemäß der Erfindung. Die kennzeichnenden Merkmale der Vorrichtung
sind ein Prismenwechselsystem, eine Lichtdosiereinrichtung 31 zur Steuerung
der Belichtungszeit, eine zusätzliche Steuermarken erzeugende Belichtungsvorrichtung
55, eine unter der Projektionsfläche liegende Steckwalze zur Aufnahme des bandförmigen
elektrophotographischen Materials, eine in Bewegungsrichtung nach der genannten
Vorlageebene liegende diskontinuierlich angetriebene Antriebswalze 34 und eine weitere
kontinuierlich angetriebene Walze 43, zwischen denen sich eine Pendelwalze
42 zum Ausgleich der Diskontinuität befindet, eine durch obige Steuermarken
gesteuerte -Formatschneidvorrichtung 50 und einen Auffangbehälter 58.
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Die erfindungsgemäße Vorrichtung zur Ausführung des Verfahrens soll
im folgenden an Hand von Zeichnungen näher beschrieben werden.
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A b b. 1 zeigt im Längsschnitt den Eingabekopf, A b b. 2 das optische
System im Seitenschnitt, A b b. 3 das Prismenwechselsystem in Vorderansicht, A b
b. 4 die Papierführung und Verfahrensvorrichtung im Längsschnitt, A b b. 5 den Antrieb
im Längsschnitt, A b b. 6 die Filmsortkarte mit genauen Maßen und A b b. 7 die Kommandokarte.
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Im Kartenmagazin 3 a der A b b. 1, das eine größere Anzahl von Filmsortkarten
und Kommandokarten bis zu etwa 600 Stück faßt, sind übereinanderliegend Kommandokarten
und Filmsortkarten eingelegt, wobei die das Negativ steuernde Kommandokarte jeweils
räumlich unter der Filmsortkarte liegt. Falls die Kommandokarte für mehrere Filmsortkarten
gleichzeitig gelten soll, sind über dieser Kommandokarte die entsprechenden Filmsortkarten
angeordnet. Die Ausmaße des Kartenmagazins sind vorzugsweise den Ausmaßen der verwendeten
Karten angepaßt, günstigerweise werden solche Formate, wie sie in den A b b. 6 und
7 gezeigt werden, angewendet. Es ist jedoch prinzipiell möglich, auch andere Karten
mit veränderten Ausmaßen in der vorliegenden Apparatur zu verwenden.
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Die Kommandokarte wird mit einem sogenannten Kartenmesser 3 in bekannter
Weise erfaßt und mittels Zahnstangen und Zahnsegment über einen Kurbeltrieb durch
Rolle 4 und Rollenmesser 5 hindurch dem ersten Transportwalzenpaar
6, 7 zugeführt. Diese Kommandokarte wird in der Abfühlstation, bestehend
aus einer Kontaktwalze 8 und Abfühlbürsten 9, abgefühlt und der Impuls, der
sich auf die Anzahl der von einer Vorlage zu fertigenden Kopien bezieht, über ein
elektrisches System in bekannter Weise gespeichert. Die Kommandokarte wird anschließend
über das optische System hinweg, ohne weitere Reaktionen auszulösen, ausgeworfen.
Dies wird wie folgt bewirkt: Ein Photowiderstand mit Geberlampe 10 ist so angeordnet,
daß die Kante der Kommandokarte ihn schaltet, bevor die erste Lochreihe über Abfühlbürste
9 und Kontaktwalze 8 ist und damit den Stromkreis der Abfühlstation schließt. über
ein Zeitglied wird der zweite Photowiderstand 11 erst dann eingeschaltet, wenn die
Kommandokarte über das Walzenpaar 12, 13 und 14, 15 gelaufen ist.
Von dort gelangt sie in den Auffangbehälter 16. Nun treten die erwähnten Vorrichtungsmerkmale,
Kartenmesser 3, Rolle 4 und Rollenmesser 5, ,erneut in Tätigkeit und
ziehen die nächstfolgende Filmsortkarte von dem Stapel des Magazins. Diese läuft
bis zur Durchlichtungszone und schaltet mit ihrer Kartenkante über Photowiderstand
11 den Antriebsmotor 17 mittels Magnetkupplung aus. Das vorher von der Kommandokarte
gegebene und gespeicherte Kommando wird freigegeben und öffnet den Objektivverschluß
für die Belichtungsdauer. Dieser Vorgang wiederholt sich so oft, wie es das gespeicherte
Kommando vorschreibt. Dann läuft die Filmsortkarte ebenfalls in den Auffangbehälter
16.
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In A b b. 2 wird das optische System gezeigt. Dieses optische System
läßt sich unterteilen in lichtoptische Teile und Vorrichtungen, die den Strahlengang
weiterleiten.
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Der lichtoptische Teil besteht aus einer Lichtquelle 18, z. B. einem
Höchstdruck-Quecksilberdampfstrahler mit sehr kleinem Brennfleck, dem Kaltlichtspiegel
19, dem Kondensorsystem 20, dem Objektivverschluß 21 und dem
Objektiv 22. Der Kaltlichtspiegel sorgt dafür, daß der Film möglichst wenig
thermisch beansprucht wird, da er die Ultrarotstrahlen durchläßt und nur die zur
Bilderzeugung wichtigen sichtbaren Strahlen für die Durchlichtung reflektiert. Solche
Spiegel werden z. B. in einer Firmendruckschrift der Jenaer Glaswerke Schott &
Gen., Mainz, beschrieben. Ein Kühlgebläse 23 bewirkt ausreichende Kühlung von Lampe
und Kaltlichtspiegel. Der optische Strahlengang läuft vom Negativ 24 über
Verschluß und Objektiv zu einem Prismenwechselsystem, wie es in A b b. 3 gezeigt
wird. Dieses Prismenwechselsystem, das den Strahlengang weiterleitet, ist, um 90°
drehbar, über Lagerung 25 am Prismenhalter 26 befestigt.
Bei Projektion
für das DIN-A3-Format läuft der Strahlengang über ein Dachkantprisma 27 zur Vor-lag
enebene 28. Das von oben betrachtete, lesbare Negativ wird dadurch lesbar auf der
Vorlagenebene als Längsformat abgebildet.
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Bei Projektion für das DIN-A4-Format wird eine Bilddrehung um 90°
verlangt, da es als Querformat (Halbblattformat) zur Papierbahn abgebildet werden
muß. Diese Bilddrehung wird bei gleichbleibender Lage des Negativs über einen Halbwürfel29
und einen Oberflächenspiegel 30 erzeugt. Die dabei auftretende Versetzung
des Objektivs 22 wird durch Verschiebung des Eingabekopfes ausgeglichen. Bildgröße
und Bildschärfe erfolgen durch Verstellung der Vorlagenebene 28 und des Objektivs
über justierte Rastpunkte.
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In den A b b. 4 und 5 wird schematisch die Papierführung mit Antrieb,
die Papierschneidvorrichtung und die verfahrenstechnischen Einrichtungen beschrieben.
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Von der Abwicklung 32 läuft die Papierbahn zunächst über eine Aufladevorrichtung
- dies kann in bekannter Weise, wie im vorliegenden Fall, eine Coronadrahtanordnung
33 sein - zur Belichtungsebene 28 und Transportwalze 34. Der Papiertransport erfolgt
folgendermaßen: Der Antriebsmotor 35 treibt über ein Vorgelege 36 die Kurbelschwinge
37 an. Über Kurbelstange 38 mit Gleitkopf 39 wird Kette 40 hin und her bewegt. Kettenrad
41, welches auch im Sinne der hin- und hergehenden Kette nach rechts und links gedreht
wird, nimmt über einen Freilauf die Transportwalze 34 nur nach links mit. Dadurch
bewegt sich die Papierbahn über die Belichtungsebene 28 diskontinuierlich. Ihre
Bewegung erfolgt über den Kurbeltrieb sinusförmig, so daß ein Nachlauf der Rolle
32 nicht erfolgt.
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Die Papierbahn läuft weiter über Pendelwalze 42
zu den Drillingswalzen
43. Die Drillingswalzen werden über Zwischenrad 44 angetrieben. Von hier
aus über Umlenkwalzen 45, 46, Zwillingswalzenpaar 47 mit angeflanschtem Spulmotor
läuft die Papierbahn kontinuierlich. Zwischen beiden Bewegungsformen wird eine Schlaufe
gebildet, die während der Belichtungszeit fortgezogen wird. Der kontinuierliche
Papierlauf ist aus verfahrenstechnischen Gründen für die Entwicklung und die Fixierung
sowie für die Abschneidevorrichtung 50 notwendig.
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Die Entwicklung kann vorzugsweise durch eine Magnetwalzenanordnung
mit Umwälzrad 48 ausgeführt werden.
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Zum Fixieren durch eine Einbrennvorrichtung 49 wird vorteilhafterweise
ein Quarzbrenner verwendet, der mit einer Strahlungsreflexionsfläche umgeben ist,
die so geformt ist, daß die Summe der Infrarotstrahlung auf der Oberfläche des Papiers
konzentriert wird.
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Zum Schutz von Nacherhitzung wird bei Stromlosigkeit der Infrarotquelle
in den Reststrahlengang eine Schutzklappe eingeschoben. Diese Schutzklappe wird
bei Arbeitsstellung der Infrarotquelle durch einen stromdurchflossenen Elektromagneten
aus dem Strahlengang gezogen. Bei Stromunterbrechung fällt diese Klappe mechanisch
in den Strahlengang zwischen Infrarotquelle und elektrophotographischem Material.
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In der Abschneidevorrichtung 50 wird eine Transportwalze
51 über einen Kettentrieb von Drillingswalze 43 angetrieben. Eine Oberwalze
52, durch einen Hubmagnet zum Andruck gebracht, sorgt für den Papiertransport bzw.
Stillstand während des Schnittvorganges. Ein fest eingebautes Untermesser 53 mit
einem Hubmesser 54 erzeugt den Papierschnitt. Eine durch Kontaktbelichtung 55 erzeugte
Marke an der Vorlagenebene 28 wird mit einem Photowiderstand 56 durch Reflexmessung
abgetastet und löst den Messerschnitt aus. Nachfolgend wird das Format DIN A 3 oder
DIN A 4 ausgestoßen. Dieses fällt dann in die Auffangmulde 58. Eine Anzahl elektronischer
Analogglieder sorgen in bekannter Weise für den genauen zeitlichen Ablauf dieser
Vorgänge.
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Die elektrophotographische Papierrolle besitzt eine Breite, die es
gestattet, DIN-A3- und DIN-A4-Formate abzubilden, wobei DIN A 3 als Längsformat
und DIN A 4 als Querformat abgebildet wird. Die Rolle besitzt ein größeres Fassungsvermögen.
Es ist möglich, Papierrollen bis zu 300 m anzuwenden. Es ist Vorsorge getroffen,
daß die Rolle mit wenigen Handgriffen ausgewechselt werden kann. Das Ende der auslaufenden
Papierbahn kann in einfacher Weise mit dem Anfang der neuen Papierbahn verbunden
werden, so daß ein weiterer kontinuierlicher Ablauf gewährleistet ist und das Einziehen
einer neuen Papierrolle vermieden wird.
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Die ganze Vorrichtung ist mit einem lichtdichten Gehäuse umgeben.
Zur leichteren Zugänglichkeit sind auf beiden Längsseiten Türen angebracht, die
den zwischen zwei Seitenwänden liegenden inneren Aufbau erreichen lassen. Die genannten
Seitenwände tragen Durchbrüche, die zur leichten und reibungslosen ersten Einführung
des elektrophotographischen Papiers dienen. Diese Durchbrüche sind sowohl in unbenutztem
als auch Betriebszustand durch Lichtfilterplatten, die trotzdem eine Beobachtung
des inneren Ablaufs gestatten, abgedeckt. Dadurch wird selbst beim Öffnen der Türen
während des Betriebes keine Störung des Kopiervorganges verursacht.
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Ferner sind die Teile, wie Coronavorrichtung, Entwicklungsvorrichtung
und Einbrennvorrichtung, als solche herausnehmbar, so daß bei eventueller Betriebsstörung,
die durch diese stark beanspruchten Elemente verursacht werden könnte, ein rasches
Auswechseln des jeweiligen gesamten Elementes möglich wird. Ferner können bei Störungen
im elektrischen System die einzelnen Schaltelemente als solche ausgewechselt werden,
da diese durch eine Blockverschaltung im Schubkastensystem angebracht sind.
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Das erfindungsgemäße Verfahren und die Vorrichtung lassen das automatische
und kontinuierliche Kopieren von Vorlagen zu. In besonders vorteilhafter Weise können
dabei von den jeweiligen Vorlagen variierende Zahlen von Kopien gefertigt werden.
Vor allen Dingen spielen hierbei die Dichtewerte der Vorlage, die in der Praxis
infolge der verschiedenen Herkunft und Aufnahmezeiten häufig sehr schwankt, keine
Rolle. Es wird selbsttätig in jedem Fall die bestmögliche Kopie erhalten.
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Besonders günstig ist der Umstand, daß Filmsortkarten, wie sie in
Dokumentationsabteilungen verwendet werden, als solche ohne Änderung verwendet werden
können. Ferner wird durch den Kaltlichtspiegel und durch das mechanische Transportsystem
eine schonende Behandlung der Negative gewährleistet.
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Darüber hinaus arbeitet das erfindungsgemäße Verfahren und die Vorrichtung
außerordentlich
schnell, d. h., es geht keinerlei Zeit durch BeobachtÜngen
und manuelles Eingreifen in den Ablauf des Verfahrens verloren, beispielsweise können
im vorliegenden Fall 600 Kopien im DIN-A4-Format innerhalb längstens 40 Minuten
gefertigt werden. Ferner ist es möglich, mehrere Kartenmagazinfüllungen mit dem
in der Vorrichtung vorhandenen Papiervorrat zu verarbeiten. Die Ausnutzung des bandförmigen
elektrophotographischen Materials ist durch die Anpassung der Bildachse an die geforderten
Formate in optimaler Weise gewährleistet.
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Auch ein diskontinuierlicher Betriebsablauf läßt sich mit der vorliegenden
Apparatur durchführen. Einrichtungen, wie die erwähnte Schutzklappe vor dem Infrarotbrenner
oder z. B. ein Abrißschalter für die Papierbahn, verhindern einen unbeabsichtigten
störenden oder zerstörenden Gebrauch des elektrophotographischen Materials sowie
der Vorrichtung, vor allem im Falle des beabsichtigten und unbeabsichtigten plötzlichen
Stillstandes der Vorrichtung. Ferner sind sämtliche Teile, die einer erhöhten Beanspruchung
unterworfen sind, wie Aufladevorrichtung, Entwicklungsteil, Einbrennvorrichtung,
Formatschnittanordnung und elektrische Schaltelemente, als Ganzes leicht auswechselbar,
so daß bei Unvorhergesehenem ein Auswechseln dieser Teile und damit eine sofortige
Wiederaufnahme des Betriebes gewährleistet wird. Es wird gemäß der Erfindung zur
gewerblichen Verwendung also möglich, durch geringsten Aufwand an Arbeitskräften
eine kontinuierliche Durchführung der anfallenden Aufträge zu gewährleisten.