-
Handwerkzeug zum Teilen von Bausteinen Die Erfindung bezieht sich
auf ein Handwerkzeug zum Teilen von insbesondere aus Bimsbaustoffen bestehenden
Bausteinen od. dgl., mit auswechselbaren Messern.
-
Bei Gebäuden, die aus Bausteinen größeren Formats, z. B. Hohlblocksteinen,
erstellt werden, sind an Wanddurchbrüchen, wie Türen und Fenstern, und an den Enden
der Wände in den meisten Fällen Bausteine kleineren Formats bzw. Teilstücke von
solchen erforderlich. Hierzu werden in der Regel die sonst verwendeten großformatigen
Bausteine mit dem Maurerhammer in der erforderlichen Größe zugerichtet, beispielsweise
halbiert oder in Teile anderer Größe zerlegt. Das Teilen von Bausteinen mit dem
Maurerhammer ist umständlich, mühsam und zeitraubend. Die saubere Teilung, beispielsweise
in zwei Hälften, gelingt selten und ist stets mit beträchtlichem Anfall von Bruch
verbunden, für den kaum Verwendungsmöglichkeiten bestehen. Durch das notwendige
Zurichten bzw. Teilen der Steine auf der Baustelle wird der bei der Verwendung von
großformatigen Bausteinen erzielte Gewinn an Arbeitszeit gegenüber der grundsätzlichen
Verwendung von Bausteinen kleineren Formats zum großen Teil wieder hinfällig.
-
Es sind bereits verschiedenartig ausgebildete Geräte bekanntgeworden,
die es ermöglichen sollen, Bausteine ohne wesentliche Handarbeit auf der Baustelle
schnell und sauber zu teilen. Ein bekanntes Trenngerät besteht aus einem mit Standfüßen
versehenen vertikalen Rahmen, in dem im Abstand übereinander zwei Messerbalken horizontal
angeordnet sind, von denen der obere ortsfest, der untere mit Führung im Standrahmen
vertikal auf und ab beweglich ist. Zwischen den beiden Messern ist im Standrahmen
auf horizontaler, höhenverstellbarer Achse ein Tisch winkelbeweglich, jedoch feststellbar
gelagert, der in der Rahmenebene einen Schlitz genügender Breite und Länge für den
Durchtritt der Schneiden aufweist. Zur Handhabung wird der zu teilende Baustein
auf den in der vorgesehenen Winkel-und Höhenlage festgestellten Tisch aufgelegt
und der untere Messerbalken mittels mechanischer oder ölhydraulischer Triebwerkseinrichtungen
hochgefahren. Dieses Gerät ist, abgesehen davon, daß es schwierig ist, bei Bausteinen
mit größerer Höhe durch die nur auf zwei gegenüberliegende Seiten ausgeübte Druckbeanspruchung
und die dadurch erzeugte Kerbwirkung der Schneiden eine insgesamt ebene Bruchfläche
zu erreichen, nicht der engen Gattung der Handwerkzeuge zuzurechnen, auf die sich
die Erfindung bezieht. Da das Gerät wegen seiner Größe nicht am jeweiligen wechselnden
Arbeitsplatz aufgestellt werden kann, muß jeder zu teilende Baustein zum Standort
des Geräts und müssen die geteilten Steine zur Einbaustelle gebracht werden.
-
Ein weiteres im wesentlichen nach dem gleichen technischen Prinzip
arbeitendes bekanntes Gerät zum Teilen von Bausteinen besteht aus einem rechteckigen
Rahmen, an dem zwei gegenüberliegende in Gebrauchslage horizontale Schneiden befestigt
sind. Die in Gebrauchslage untere Schneide steht fest, während die obere Schneide
beweglich geführt und oben mit einer verbreiterten und verstärkten Schlagfläche
versehen ist. Zum Gebrauch wird der Baustein auf die untere Schneide aufgelegt,
die obere Schneide bis zur Anlage auf dem Baustein herabgeführt und sodann der Baustein
durch Hammerschläge geteilt. Dieses Gerät besitzt gegenüber dem zuvor besprochenen
Gerät den Vorteil, daß es als Handwerkszeug an jeder beliebigen Stelle des Bauplatzes
eingesetzt werden kann. Als von zwei gegenüberliegenden Seiten angreifendes Schneidgerät
gibt es aber wie das zuerst beschriebene Gerät nicht die Möglichkeit, den Verlauf
der Bruchfläche genügend genau festzulegen. Auch bereitet die Handhabung einige
Schwierigkeiten, da das Gerät zum Gebrauch in Vertikallage auf eine genügend harte
Unterlage aufgesetzt werden und in dieser Lage gehalten werden muß. Der auf die
untere Schneide aufgelegte, entlang einer geraden Linie gelagerte Baustein muß offenbar
ebenfalls von Hand gehalten werden, bevor die Teilung durch Hammerschläge erfolgen
kann.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein als Handwerkzeug
ausgebildetes Gerät zum Teilen von Bausteinen zu schaffen, das die Teilung mit ebenen,
regelmäßigen Trennflächen ermöglicht und auch von ungelernten Personen ohne Zuziehung
von Helfern leicht und rasch gehandhabt werden kann. Diese Aufgabe wird an einem
Handwerkzeug der eingangs erwähnten Gattung gelöst durch einen U-förmigen Stahlbügel,
dessen Schenkelabstand der Breite der Bausteine entspricht, der die Messer in einer
gemeinsamen Schnittebene liegend innenseitig am Quersteg und an den Schenkeln aufweist
und bei dem die an den Schenkeln angeordneten Messer in geringem Maß zum Schenkelansatz
konvergieren.
-
Die Anwendung dieses Handwerkzeugs ist überaus einfach. Zum Gebrauch
wird es auf den Baustein, beispielsweise den Hohlblockstein aus Bimsbeton, mit der
Öffnung des Stahlbügels nach unten weisend aufgesetzt und durch einige Hammerschläge
auf den Quersteg abwärts getrieben. Da der Schenkelabstand des Stahlbügels der Größe
des Bausteins entspricht und die Messer in Richtung nach oben leicht konvergieren,
wird der Baustein entlang der Seitenflächen durch die Messer mit Einschnitten versehen,
durch die die Schnittebene festgelegt ist. Beim Auftreffen des an dem Quersteg befestigten
Messers auf die obere Fläche des Bausteins bricht dieser zuverlässig in der vorbereiteten
Schnittebene auseinander.
-
In einer bevorzugten Ausführungsform des Handwerkzeugs sind die Messer
an den seitlichen Schenkeln gezahnt, so daß sie auf die seitlichen Flächen des Bausteins
eine sägende Wirkung ausüben, die die Teilung sehr begünstigt.
-
Zur Fixierung der Lage der auswechselbaren Messer und zur Erzielung
eines rauhen Beanspruchungen widerstehenden Sitzes ist in weiterer Ausbildung der
Erfindung ferner vorgesehen, daß die Messer in Längsnuten und bzw. oder falzartigen
Ausnehmungen der Schenkel und des Querstegs des Stahlbügels mit Nieten, Schrauben
od. dgl. befestigt sind.
-
Zur weiteren Erleichterung der Handhabung sieht die Erfindung ferner
vor, daß die Enden der Schenkel des Stahlbügels über die unteren Enden der an ihnen
befestigten Messer hinaus verlängert sind und dadurch Führungen zum Ansetzen des
Werkzeugs am Baustein bilden.
-
Da die Öffnung des Stahlbügels dem Querschnitt bzw. der Größe der
zu teilenden Bausteine angepaßt sein muß, ist für jede handelsübliche Bausteingröße
ein entsprechendes Handwerkzeug erforderlich. Dieser Aufwand wird jedoch durch die
zu erzielenden Vorteile weitaus aufgewogen. Die Arbeitszeit zur Zerlegung bzw. Teilung
der Mauersteine wird auf einen Bruchteil der bisher benötigten Arbeitszeit verringert.
Die Zerlegung der Mauersteine erfolgt mit sauberen Bruchkanten, so daß beide Teile
verwendet werden können. Durch die Vermeidung von Bruch wird ferner eine bedeutende
Materialersparnis erzielt.
-
In der Zeichnung ist eine vorteilhafte Ausführungsform des erfindungsgemäßen
Handwerkzeugs dargestellt. In dieser zeigt F i g. 1 das Handwerkzeug in Ansicht,
F i g. 2 einen Schnitt entlang der Linie II-11 in F i g. 1, F i g. 3 einen Schnitt
entlang der Linie III-III in Fig. 1.
-
Der U-förmige Stahlbügel 1 des Werkzeugs ist unter Berücksichtigung
der bei seiner Handhabung auftretenden Belastung so ausgebildet, daß er keine vorübergehenden
oder gar bleibenden Deformationen erfährt. Er hat daher die Form eines Joches mit
kräftigen, in Richtung vom freien Ende zur Ansatzstelle kontinuierlich verdickten
seitlichen parallelen Schenkeln 2, die in kurzer Krümmung in einen geradegestreckten
Quersteg 3 übergehen. Dieser ist wesentlich stärker ausgebildet als die seitlichen
Schenkel 2 und außenseits, vgl. F i g. 3 oben, zu einer amboßartigen Schlagfläche
4 verbreitert.
-
Die seitlichen Schenkel 2 sind an der Innenseite mit in der mittleren
Längsschnittebene des Stahlbügels verlaufenden Längsnuten 5 versehen, in die starke
gezahnte Messer 6 mit einander zugekehrten gezahnten Schneiden 7 eingesetzt und
mittels Schrauben 8 befestigt sind, wobei sie sich gegen die rechtwinkligen inneren
Endflächen 5 a der Längsnuten 5 abstützen. Die Längsnuten 5 sind so gearbeitet,
daß die mit Paßsitz eingesetzten Messer 6 mit geringer Neigung in Richtung zum Quersteg
3 konvergieren. Die seitlichen Schenkel 2 sind etwas länger als die Messer 6, so
daß ihre freien Enden 9, deren lichter Abstand der Breite des Bausteins entspricht,
beim Ansetzen des Werkzeugs als Führung dienen.
-
Der Quersteg 3 ist auf der Unterseite mit einer falzartigen Ausnehmung
versehen, an deren in der mittleren Längsschnittebene verlaufender Anlagefläche
10 ein Messer 11 mit großem Anstellwinkel mittels Schrauben 12 so befestigt ist,
daß die Schneidkante 13 des Messers ebenfalls in der mittleren Längsschnittebene
und damit in der gleichen Ebene wie die gezahnten Schneiden 7 der Messer 6 liegen.
-
Zum Gebrauch wird das Werkzeug auf den Baustein, z. B. einen Bimsbetonhohlblockstein,
mit der Öffnung des Stahlbügels 1 nach unten so aufgesetzt, daß seine Enden 9 an
beiden gegenüberliegenden parallelen Seiten des Steines entlanggleiten, wobei die
unteren Enden der Messer 6 zunächst auf der Oberfläche des Steines zur Anlage kommen.
Durch einige kurze Hammerschläge auf den Quersteg 3 des Stahlbügels 1 wird dieser
nach unten getrieben, bis das Messer 11 auf der Oberfläche des Steines zur Anlage
kommt. Mit einigen weiteren Schlägen wird sodann der Stein, dessen Seitenflächen
durch die konvergierenden gezahnten Messer 6 bereits tief eingeschnitten sind, abfallfrei
in zwei Teile mit verhältnismäßig glatten Bruchflächen geteilt.