DE1201925B - Verfahren zur Erzeugung von Phosphor P - Google Patents
Verfahren zur Erzeugung von Phosphor PInfo
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- G21—NUCLEAR PHYSICS; NUCLEAR ENGINEERING
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Description
BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND
DEUTSCHES
PATENTAMT
AUSLEGESCHRIFT
Int. α.:
G21g
Deutsche Kl.: 21g-21/11
Nummer: 1201925
Aktenzeichen: E 27248 VIII c/21 g
Anmeldetag: 19. Juni 1964
Auslegetag: 30. September 1965
Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zui Erzeugung von HF durch Beschüß des Isotops HS
des Schwefels mit Neutronen, der zur Reaktion S33(n,p)P33 führt.
Das Isotop HF des Phosphors hat eine Halbwertzeit
von 25 Tagen und wandelt sich unter Emission von Betastrahlung von250keV in Schwefel HS um.
Es hat gegenüber dem Isotop ?§P den Vorzug einer
längeren Halbwertzeit, was insbesondere die Durchführung länger dauernder Versuche ermöglicht und
auch die Möglichkeiten der Lagerung verbessert. Da weiterhin seine Betastrahlung weniger energiereich
ist, führt das bei gleicher Aktivität zu einer geringeren Strahlungsdosis. P33 hat im übrigen gegenüber
P 32 den Vorteil, daß er ein besseres radiographisches Auflösungsvermögen aufweist.
Die Anwendung dieses Isotops führt zu vielen interessanten Möglichkeiten, wie etwa der Markierung
ein und desselben Moleküls an verschiedenen Stellen mit P 32 und P 33 oder auch der Markierung
zweier verschiedener Moleküle mit dem einen oder anderen dieser Isotope.
Eine der Reaktionen, die es ermöglichen, das Isotop P 33 zu erhalten, ist s3S(n,p)33P. Diese Reaktion
kann mit thermischen Neutronen herbeigeführt werden. Es ist jedoch auf Grund der parasitären
Reaktion 32S(n,p)32P unmöglich, P 33 frei von P 32
zu erhalten, wenn man den Schwefel in einem Reaktor bestrahlt. So konnte man, wenn man in einem
Reaktor 1 kg Schwefel 1 Monat lang unter einem Neutronenfluß von 7,5 · 1011 n/cm2 bestrahlte, nur
eine Ausbeute von 12 Mikrocurie P 33 mit einer Reinheit von 27% erhalten. Man hat auch versucht,
den Unterschied auszunutzen, der zwischen den Halbwertzeiten der Phosphorisotopen P 32 und P 33
besteht, indem man die Bestrahlung so lange fortsetzte, bis die Bildung von P 33 ein Maximum erreichte,
und das Produkt dann lagerte, bis der größte Teil der Aktivität von P 32 abgesunken war. Es liegt
aber auf der Hand, daß dieses Verfahren unrentabel ist. Auch der Versuch der Trennung einer Mischung
aus P 32 und P 33 mit Hilfe eines elektromagnetischen Isotopentrenners hat nur P 33 geliefert, der
noch immer 44% P 32 enthielt.
Die Anreicherung des natürlich vorkommenden Schwefels, der 0,75% S 33 enthält, auf 25,1% ist
ein kostspieliges Verfahren, das trotzdem durch Bestrahlung nur ein Produkt liefert, das immer noch
eine große Menge P 32 enthält.
Bei dem eingangs genannten Verfahren zur Erzeugung von P 33 soll daher die gleichzeitige Bildung
einer großen Menge P 32 verhindert werden. Dies Verfahren zur Erzeugung von Phosphor 33P
Anmelder:
Europäische Atomgemeinschaft (EURATOM)
Brüssel
Vertreter:
Dipl.-Ing. R. Müller-Börner
und Dipl.-Ing. H.-H. Wey, Patentanwälte,
Berlin 33, Podbielskiallee 68
Als Erfinder benannt:
Serge Godar, Brüssel
Serge Godar, Brüssel
Beanspruchte Priorität:
Belgien vom 19. Juni 1963 (507585)
wird erfindungsgemäß dadurch erreicht, daß mit Hilfe eines Teilchenbeschleunigers Protonen erzeugt
werden, die in der Reaktion Li7(p,n)Be7 zur Erzeugung
von Neutronen verwendet werden, worauf diese Neutronen mit dem Schwefel 33S zur Reaktion
gebracht werden. Dabei müssen die folgenden Bedingungen eingehalten werden:
1. Das Ausgangsmaterial soll eine möglichst große Menge S 33 enthalten.
2. Die Reaktionswahrscheinlichkeit (Sigma-Einfang) soll so groß wie möglich sein (Neutronenenergie
zwischen etwa 5 · 105 eV und 1,3 MeV).
3. Zur Verhütung der Reaktion 32S(n,p)32P muß
die Neutronenenergie auf maximal 1 bis 1,5 MeV beschränkt werden.
4. Verwendung eines monokinetischen Neutronenflusses, um jedem Neutron eine maximale Reaktionsmöglichkeit
zu geben.
5. Hohe Intensität des Neutronenflusses.
6. Kurze Bestrahlungsdauer.
Da die Anreicherung des natürlichen Schwefels als zu teuer angesehen werden muß, verwendet das
Verfahren nach der Erfindung als Ausgangsmaterial natürlichen Schwefel, schließt aber auch die Verwendung
angereicherten Schwefels nicht aus.
Man hat festgestellt, daß, bezogen auf andere Faktoren, die Reaktionsbedingungen dann optimal
509 689/324
i 201
sind, wenn man einen Beschleuniger benutzt, der Neutronen durch die Reaktion 7Li(p,n)7Be erzeugt.
Die Energie der in diesem Gerät erzeugten Neutronen liegt zwischen 29,4 keV (Protonen von
1,88 MeV) und 1,305 MeV (Protonen von 3 MeV). Nach dem Verfahren der Erfindung kann man Protonen
verschiedener Energie benutzen, es ist aber vorzuziehen, solche mit einer Energie von etwa
2,7 MeV zu verwenden. In diesem Falle haben die durch die Reaktion 7Li(p,n)7Be erzeugten Neutronen
eine Energie von etwa 995 keV. Bei Protonenenergien nahe 2,7 MeV kann man pro Mikroampere
Stromstärke 1,5 · 109 Neutronen pro Sekunde erhalten.
Die neuesten Beschleuniger erzeugen eine Bündelintensität zwischen 50 und 500 Mikroampere,
was einer Neutronenproduktion von 7,5 · 1010 bis 7,5 · 10u n/sec entspricht. Es gibt sogar schon Beschleuniger,
die eine Stromstärke von 1,4 Milliampere erzeugen können, was einem Neutronenfluß
von 2 · 1012 n/sec entspricht. Es ist im übrigen nicht ausgeschlossen, daß diese Stromstärke in naher Zukunft
noch überschritten wird.
Benutzt man einen Teilchenbeschleuniger als Neutronenquelle, so kann die Bestrahlungsdauer für
die Reaktion 33S(n,p)33P auf etwa 1 Tag herabgesetzt
werden, wenn man mit den heute zur Verfügung stehenden Geräten auch längere Bestrahlungszeiten
möglich machen kann.
Man hat berechnet, daß man 1,5 · 10~7 Curie P 33
pro Gramm Schwefel und pro Tag erhalten kann oder 150 Mikrocurie P 33 pro Kilogramm Schwefel
und pro Tag.
Die Vorteile, die das Verfahren nach der Erfindung aufweist, sind die folgenden:
1. Man erhält P 33 frei von P 32. 35 S.
2. Als Ausgangsmaterial wird natürlicher Schwefel oder gegebenenfalls auch angereicherter Schwefel
verwendet.
3. Es ist keine Wartezeit erforderlich, in der die Aktivität von Nebenprodukten abnehmen müßte.
4. Nach der Bestrahlung ist eine elektromagnetische Trennung der Isotopen überflüssig.
5. Der Schwefel befindet sich während der Bestrahlung auf gewöhnlicher Temperatur, so daß
fast alle Verfahren zur Trennung von Phosphor und Schwefel zur Anwendung kommen können,
die an sich bekannt sind.
Claims (3)
1. Verfahren zur Erzeugung von f|P durch Beschüß des Isotops f|S des Schwefels mit Neutronen,
der zur Reaktion 33SOi1P)33P führt, dadurch
gekennzeichnet, daß mit Hilfe eines Teilchenbeschleunigers Protonen erzeugt
werden, die in der Reaktion 7Li(p,n)7Be zur
Erzeugung von Neutronen verwendet werden, worauf diese Neutronen mit dem Schwefel 33S
zur Reaktion gebracht werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß Protonen verwendet werden,
die eine Energie von nahezu 2,7 MeV haben.
3. Verfahren nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß natürlicher Schwefel
verwendet wird.
In Betracht gezogene Druckschriften:
Britische Patentschrift Nr. 765 489;
J. Inorg. Nucl. Chem., 1959, Vol. 11, S. 86;
Journal of Applied Physics, September 1953,
1076.
Britische Patentschrift Nr. 765 489;
J. Inorg. Nucl. Chem., 1959, Vol. 11, S. 86;
Journal of Applied Physics, September 1953,
1076.
509 689/324 9.65 © Bundesdruckerei Berlin
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| BE507585 | 1963-06-19 |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE1201925B true DE1201925B (de) | 1965-09-30 |
Family
ID=3844806
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DEE27248A Pending DE1201925B (de) | 1963-06-19 | 1964-06-19 | Verfahren zur Erzeugung von Phosphor P |
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| GB (1) | GB1057154A (de) |
| LU (1) | LU46214A1 (de) |
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Citations (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| GB765489A (en) * | 1954-09-25 | 1957-01-09 | Atomic Energy Authority Uk | Improvements in or relating to production of radioactive phosphorus |
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-
1964
- 1964-05-27 FR FR975973A patent/FR1397673A/fr not_active Expired
- 1964-06-01 LU LU46214D patent/LU46214A1/xx unknown
- 1964-06-15 NL NL6406760A patent/NL6406760A/xx unknown
- 1964-06-16 GB GB24972/64A patent/GB1057154A/en not_active Expired
- 1964-06-19 DE DEE27248A patent/DE1201925B/de active Pending
Patent Citations (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| GB765489A (en) * | 1954-09-25 | 1957-01-09 | Atomic Energy Authority Uk | Improvements in or relating to production of radioactive phosphorus |
Also Published As
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|---|---|
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| BE633780A (de) | |
| FR1397673A (fr) | 1965-04-30 |
| GB1057154A (en) | 1967-02-01 |
| NL6406760A (de) | 1964-12-21 |
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