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Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Umrollen von Rohfilm von
einem Abwickelteller auf einen Aufwickelteller. Dieses Umrollen ist z. B. nötig,
wenn Rohfilm, sowohl Positiv- als auch Negativfilm, in einer gewünschten Länge von
einem Filmvorrat abgemessen werden soll.
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Der Antrieb bei bekannten Umrolltischen besteht aus einem Motor für
den Aufwickelteller. Dieser Motor läuft mit einer mehr oder weniger konstanten Drehzahl,
so daß die Filmgeschwindigkeit zunächst sehr klein ist, bei nahezu vollem Aufwickelteller
aber recht groß wird. Bei hohen Filmgeschwindigkeiten besteht die Gefahr statischer
Aufladungen durch Reibungselektrizität, durch die ein Verblitzen der lichtempfindlichen
Schicht hervorgerufen werden kann.
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Zur Aufladung führende Reibungselektrizität entsteht beim Umrollen
von Filmen dadurch, daß zur Prüfung des Films auf mechanische Schäden der Film mit
einer behandschuhten Hand ergriffen wird. Der unbeschädigte Film gibt der parallel
zu der Filmebene, senkrecht zur Filmlaufrichtung ausgeübten Kraft in bestimmten
Maße nach, und beim Auftreten einer mechanischen Beschädigung gibt der Film stärker
nach, so daß die mechanische Beschädigung bemerkbar wird. Durch dieses Ergreifen
des Filmes wird eine Reibungselektrizität erzeugt, die zu statischer Aufladung des
aufgewickelten Films führt.
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Ferner entsteht schon durch das Aufwickeln selbst, wobei sich ein
gegenseitiges Verschieben einzelner Filmlagen gegeneinander nicht vermeiden läßt,
eine weitere statische Aufladung.
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Wird nun der umgerollte Rohfilm wieder abgewickelt, beispielsweise
in einer Kopiermaschine, so treten bei der Trennung einzelner Lagen voneinander
Entladungserscheinungen auf, die zu einer unerwünschten Schwärzung der Schicht führen;
diese Schwärzung wird wegen ihrer Form als »Verblitzen« bezeichnet.
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Die Erfindung beruht auf der Erkenntnis, daß es grundsätzlich möglich
ist, diese statischen Aufladungen wenigstens so stark herabzusetzen, daß die gefürchteten
Verblitzungen nicht mehr auftreten, wenn erfindungsgemäß der Rohfilm. auf dem Wege
vom Abwickelteller zum Aufwickelteller mit konstanter Geschwindigkeit angetrieben
wird.
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Die zu den statischen Aufladungen führenden Erscheinungen sind bei
weitem noch nicht ausreichend geklärt, eine theoretische Begründung der Tatsache,
daß die statischen Aufladungen beim erfindungsgemäßen Verfahren vermieden werden,
kann deshalb nicht gegeben werden, es muß auch offen gelassen werden, ob mehr der
Antrieb zwischen Aufwickel-und Abwickelteller oder mehr die konstante Geschwindigkeit
zum Erfolg beiträgt.
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Mit der Verwendung einer konstanten Bahngeschwindigkeit des Filmes
ergibt sich jedenfalls ein zusätzlicher Vorteil. Bei der bisher üblichen ungleichmäßigen
Filmgeschwindigkeit je nach Größe des Filmwickels auf dem Aufwickelteller mußte
nämlich der Umrolltisch eine unterschiedliche Zeit vor Erreichen der vorgesehenen
Meterzahl angehalten werden, weil je nach Masse und damit Trägheit des Filmwickels
auf dem Aufwickelteller der Umrolltisch noch einige Umdrehungen nachlief. Wenn man
nicht mit einem gewissen Sicherheitszuschlag arbeiten wollte, der wegen der Materialkosten
unerwünscht ist, mußte deshalb bisher der Umrolltisch noch mehrmals angehalten werden,
wodurch unnötig viel Zeit für das Umrollen benötigt wird.
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Zum Erzielen eines Antriebs mit konstanter Geschwindigkeit wird ein
Umrolltisch zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens analog zu einem Tonbandgerät
aufgebaut, nämlich mit einem Antrieb, zweckmäßig in Form einer Zahntrommel, und
einem diese antreibenden Motor konstanter Drehzahl sowie einem Nachwickelantrieb
für den Aufwickelteller. Dieser Aufbau ergibt sich aus dem gewünschten Verfahren
für den Fachmann von selbst. Der Nachwikkelantrieb kann dabei entweder ein getrennter
Wickelmotor sein oder auch eine vom Antriebsmotor angetriebene Schlupfkupplung od.
dgl.
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Es wurde bereits erwähnt, daß je nach Größe des Wickels auf dem Aufwickelteller
ein bekannter Umrolltisch mit direktem Antrieb für den Aufwickelteller nach dem
Abschalten mehr oder weniger nachläuft. Das ist besonders unangenehm, wenn der Filmvorrat
zu Ende ist oder der Film reißt. Das freie Ende des Wickels auf dem Aufwickelteller
wird dann nämlich mehrfach umhergeschleudert und dabei beschädigt, unter Umständen
kann es auch weitere Schäden hervorrufen. Bei einem bekannten Umrolltisch ist es
mehr oder weniger sinnlos, einen Filmendschalter und/oder einen Fihnrißschalter
vorzusehen, der bei Filmende bzw. Filmriß den Antrieb abschaltet und einen Schnellstop
wie bei den bekannten Tonbandgeräten betätigt, eben weil der Aufwickelteller bei
großem Wickel nachläuft. Bei einem erfindungsgemäßen Umrolltisch kann jedoch dank
der konstanten Filmgeschwindigkeit ein wirksamer Schnellstop vorgesehen werden,
so daß es auch sinnvoll ist, einen Filmendschalterund/oderFilmrißschalter vorzusehen.
Der letztere dürfte allerdings praktisch überflüssig sein, weil gerade bei konstantem
Antrieb Filmrisse praktisch nicht vorkommen dürften.
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Bei einem erfindungsgemäßen Umrolltisch ist es also aus Sicherheitsgründen
nicht mehr erforderlich, daß eine Bedienungsperson den Umrolltisch ständig überwacht,
es muß- lediglich noch darauf geachtet werden, daß die richtige Meterzahl abrollt.
Mit der Möglichkeit, einen wirksamen Schnellstop einzubauen, ist es weiter möglich,
den Umrolltisch automatisch abschalten zu lassen, indem ein auf einen gegebenen
Wert voreinstellbarer Zähler statt des einfachen mitlaufenden Zählers verwendet
wird, der bei Erreichen der voreingestellten Meterzahl den Antrieb abschaltet und
einen Schnellstop betätigt.
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Es ist dann möglich, daß eine Bedienungsperson einen Umrolltisch in
Gang setzt und ihn allein laufen läßt, bis er sich automatisch abschaltet und auf
diese Weise mehrere Umrolltische gleichzeitig bedienen kann.
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Die Erfindung soll, an Hand der Zeichnung noch näher erläutert werden.
Es zeigt F i g.1 eine Vorderansicht eines erfindungsgemäßen Umrolltisches, F i g.
2 eine Seitenansicht des Umrolltisches nach F i g.1, und F i g. 3 eine Aufsicht
auf einen Umrolltisch nach Fig. 1.
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Der in der Zeichnung dargestellte Umrolltisch besteht aus einem Gestell
10 mit einer Tischplatte 11, einem Abwickelteller 12, einem Aufwickelteller 13,
einem Antrieb 14 und einem Zählwerk 15. Im Gestell 10 ist ein Kasten 15 angeordnet,
der den Antriebsmotor für den Antrieb 14, eine mechanische Schlupfkupplung
für
den Aufwickelteller 13 und auf die Achsen der Wickelteller 12 und 13 und des Antriebes
14 mechanisch wirkende Bremsen enthält. Unter dem Kasten 15 ist ein weiterer
Kasten 16 angeordnet, der die Steuerung enthält, soweit sie nicht im Zähler 15 und
im Bereich der Antriebe im Kasten 15 untergebracht werden kann.
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Der Antrieb 14 enthält eine, der übersichtlichkeit halber nicht dargestellte,
Zahntrommel, die den von der Abwickeltrommel 12 durch einen Schlitz 17 im Antrieb
zum Aufwickelteller 13 laufenden Film antreibt. Die Zahntrommel selbst ist mit einem
Antriebsmotor konstanter Drehzahl formschlüssig gekuppelt; Einzelheiten sind in
der gleichen Weise ausgebildet wie bei Tonbandgeräten, so daß eine nähere Darstellung
nicht erforderlich sein dürfte.
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Die erwähnte Zahntrommel bildet einen Teil eines elektrischen Meterzählers,
dessen Umdrehungen gezählt und in der Logik im Kasten 16 in Meterangaben umgerechnet
werden. Diese Meterangaben werden im eigentlichen Zähler 15 mit dem eingegebenen
Wert verglichen; Einzelheiten solcher Umdrehungszähler, Rechner zur Umwandlung in
Längeneinheiten und Koinzidenzzähler sind bekannt und brauchen deshalb hier nicht
beschrieben zu werden.
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Wie bereits erwähnt, wird bei Koinzidenz des Zählergebnisses mit dem
voreingestellten Wert, d. h., bei Erreichen der bestellten Meterzahl, ein Schnellstop
betätigt, so daß der Tisch bei Erreichen der voreingestellten Meterzahl stehenbleibt.
Gleichzeitig kann noch ein akustisches Signal eingeschaltet werden, das das Bedienungspersonal
darauf aufmerksam macht, daß dieser Tisch abgeschaltet hat. Auf der dem Abwickelteller
12 zugewandten Seite des Antriebes 14 ist noch eine Rolle 18 vorgesehen, die mittels
einer Feder 19 in die in F i g. 3 dargestellte Extremlage gedrängt wird. Wenn ein
Film vom Abwickelteller 12 über die Rolle 18 zum Antrieb
14
läuft, wird dieser gegen die Wirkung der Feder 19
nach innen gedrängt
und gibt damit einen nicht dargestellten Schalter frei, der normalerweise den Schnellstop
betätigt. Reißt beim Umspulen der Film, oder geht der Film zu Ende, läuft die Rolle
18 unter der Wirkung der Feder 19 wieder in die dargestellte Stellung und betätigt
den Schnellstop.