DE1298280B - Verfahren zur Herstellung von Formgebilden, insbesondere Wursthuellen, aus kollagenhaltigem Material - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von Formgebilden, insbesondere Wursthuellen, aus kollagenhaltigem MaterialInfo
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Description
für die Haltbarkeit der Wurst äußerst wesentlich. Außerdem haben die künstlichen Därme nicht die
gute Gleitfähigkeit, die für die Wurstfabrikation in großen Wurstmaschinen wesentlich ist.
Es sind auch andere Verfahren zur Herstellung von verschiedenen Formkörpern aus kollagenhaltigem
Material bekannt. Bei allen diesen Verfahren wird das Ausgangsmaterial vor der Verformung zerfasert.
wiedergegeben wird. Zur Durchführung einer Kaltverformung liegen bei unbehandeltem Kollagengewebe
die Fließ- und die Bruchgrenze einander zu nahe, daher ist die Dauerverformbarkeit zu klein, wie auch
5 aus F i g. 6, Kurve A, hervorgeht. Es ist somit eine Vorbehandlung des Kollagengewebes erforderlich.
Die Dauerverformbarkeit ω ist, abhängig von der Dauer t äer Belastung, in der Kurve wiedergegeben.
F i g. 2 gibt den Verlauf der Fließgrenze α und anzuwenden, die aus gequollenen zerfaserten Haut- ίο der Bruchgrenze b in bezug auf die Zeit während
abfallen hergestellt werden. Dazu ist es erforderlich, der Behandlung in einem alkalischen Bad mit NaOH
daß das zu verarbeitende Material zerfasert wird, als Elektrolyten an. Man benutzte hier Rinderdarm
damit es anschließend unter hohem Druck durch (appendix) eines holländischen Rindes. Der pH-Wert
Ringdüsen gepreßt werden kann, um ein rohrförmi- wurde immer 6 pH-Einheiten über dem isoelektrischen
ges Ganzes zu erhalten. Das Material wird danach 15 Punkt IP (IP = 5,5 bis 7,2, pH = IP + 6) gehalten,
in einem Gerbbad oder in einem Gerbraum gehärtet Die Temperatur betrug 150C. Die Bruchgrenze b
und anschließend getrocknet. Diese künstlichen Dar- sinkt infolge einer weiterschreitenden Zersetzung der
me haben den Nachteil, daß zu ihrer Herstellung ein Moleküle dauernd ab. Der Maximalabstand (b — a)
kompliziertes Verfahren erforderlich ist und daß sie zwischen der Fließ- und der Bruchgrenze ist angegenicht
die Membranwirkung von Naturdärmen be- 20 ben mit Δ σ. Die Bruchfestigkeit beträgt in diesem
sitzen. Diese Wirkung ist für das Räuchern und auch Punkt etwa 75% des Anfangswertes. Die maximale
Dauerverformbarkeit ω liegt bei einmaliger Dehnung nach einer Minute Belastung bei 14% und nach
einer Stunde Belastung bei 18% (s. F i g. 6, Kurve B). F i g. 3 und 6, Kurve C, zeigen analoge Werte
bei einer sauren Behandlung (pH = IP — 4,8) eines Hautstreifens des Kopfes eines holländischen Rindes.
Als Elektrolyten benutzte man CH3COOH bei einer Temperatur von 15° C. Die Zersetzung der Kollagen-
Nach einem Verfahren wird das zerfaserte Material 30 moleküle ist hier günstiger. Außer einem etwas größegestreckt,
ren und ausgesprocheneren Δ σ beträgt die Bruch-Gemäß der Erfindung werden nun Formgebilde, festigkeit hier noch etwa 85%·
insbesondere Wursthüllen, aus natürlichem, unzer- F i g. 4 und 6, Kurve D, zeigen die Ergebnisse einer
fasertem, kollagenhaltigem Material, wie Därme, thermischen Vorbehandlung bei einer Verleimungs-Blasen
oder Hautabfälle, unter Messung der Fließ- 35 temperatur T = 6TC. Man verwendete hier einen
und Bruchgrenze des Materials und Bestimmung Darm eines holländischen Rindes. Der pH-Wert
deren Differenz dadurch erhalten, daß das Material entsprach dem isoelektrischen Punkt. Die Molekülin
bekannter Weise einer thermischen, chemischen zersetzung setzt sofort ein und verläuft rasch. Im
und/oder enzymatischen Behandlung unterworfen günstigsten Falle für möglichst großen Δ σ beträgt
wird, bei der die Kollagenmoleküle bzw. -kristallite 40 die Bruchfestigkeit nur 50%· Diese Bruchfestigkeit
gegeneinander verschiebbar werden, und die Behänd- läßt sich jedoch bis auf einen Wert von 80% durch
lung abgebrochen wird, wenn die Differenz zwischen anschließende Gerbung mit aldehydhaltigen Stoffen
Fließ- und Bruchgrenze des behandelten Materials verbessern.
praktisch maximal ist, worauf das so behandelte F i g. 5 und 6, Kurve E, zeigen die Ergebnisse
Material in bekannter Weise verformt und gegebenen- 45 enzymatischer Vorbehandlung mit Hilfe von Ananasfalls
durch Gerbung gehärtet wird. saft. (Ein solches Verfahren ist an sich bekannt.)
Es wurde ein weiterer Schweinsdarm chinesischer Herkunft verwendet. Δ σ liegt bei 70% der ursprünglichen
Bruchfestigkeit. Eine Verbesserung der Bruchfestigkeit durch eine Nachbehandlung in einem Gerbbad
scheint bei dieser Vorbehandlung nicht möglich zu sein. Eine oxydative Nachbehandlung nach obigem
bekanntem Verfahren führt nach einer solchen Behandlung eine völlige Vernichtung des Gewebes
kann. Zur Erläuterung des Verfahrens gemäß der 55 herbei. Dennoch eignet sich diese Vorbehandlung
Erfindung dient die Zeichnung, in der F i g. 1 eine namentlich für die Herstellung äußerst dünner Membranen
einer äußerst homogenen und walzbaren Qualität.
Die verschiedenen Vorbehandlungsmethoden kön-
holländischen Schweines, zeigt. Vom Nullpunkt bis 60 nen auch unter sich mit gutem Ergebnis kombiniert
" werden. Auch können die hergestellten Produkte
in einer späteren Stufe getrocknet werden.
Die Kaltverformung kann durch Pressen, Walzen, Ziehen u. dgl. erfolgen, wobei außer Arbeits- und
Apparaturersparnis auch eine wesentliche Qualitätsverbesserung erreicht wird.
Es ist bei dem erfindungsgemäßen Verfahren wichtig, die Vorbehandlung zu einer geeigneten und
vorbestimmten Zeit zu unterbrechen, die durch das Messen der Fließ- und Bruchgrenze bestimmt werden
Kurve der charakteristischen Abhängigkeit von Spannung σ und Dehnung ε für noch nicht aufgeschlossenes
Kollagengewebe, herrührend von der Blase eines
zur Fließgrenze α findet eine elastische Dehnung
statt, die durch ε = -V- · 100% wiedergegeben wird.
Ό
Nach Entspannung nimmt das Kollagengewebe allmählich wieder seine alte Form an, aber oberhalb
der Fließgrenze α bis zur Bruchgrenze b findet eine
ti
Dauerverformung statt, die durch ω = -V- ■ 100%
•η
Eine Probe eines Rinderdarmes wurde bei 15° C
4 Tage lang in einem Natronlaugebad mit einem pH-Wert von 12 gehalten, worauf an den Enden
des Darmes eine Zugspannung von 0,7 kg/mm2 an-
gelegt wurde. Der Darm wurde hierbei unter entsprechender
Verjüngung um 17% gestreckt und konnte als Wursthülle verwendet werden.
Eine Probe eines aus Rinderhaut geschnittenen Fadens wurde bei einem seinem isoelektrischen Punkt
entsprechenden pH-Wert etwa 30 Sekunden lang auf der Verleimungstemperatur von etwa 670C gehalten
und dann durch Anlegen einer Zugspannung von etwa 0,45 kg/mm2 um 10% gestreckt. Die Bruchfestigkeit
des Fadens, die durch die Wärmebehandlung vermindert wurde, konnte durch anschließende
Aldehydgerbung wieder erhöht werden.
Eine Probe eines Schweinedarmes wurde nach der in der USA.-Patentschrift 2 314 313 beschriebenen
Weise einer enzymatischen Vorbehandlung mit Hilfe von Ananassaft unterworfen und dann nach
Aufschneiden zu einer dünnen Membran ausgewalzt.
Claims (1)
- Patentanspruch:Verfahren zur Herstellung von Formgebilden, insbesondere Wursthüllen, aus natürlichem, unzerfasertem, kollagenhaltigem Material, wie Därme, Blasen oder Hautabfälle, unter Messung der Fließ- und Bruchgrenze des Materials und Be-Stimmung deren Differenz, dadurch gekennzeichnet, daß das Material in bekannter Weise einer thermischen, chemischen und/oder enzymatischen Behandlung unterworfen wird, bei der die Kollagenmoleküle bzw. -kristallite gegeneinander verschiebbar werden, und daß man die Behandlung abbricht, wenn die Differenz zwischen Fließ- und Bruchgrenze des behandelten Materials praktisch maximal ist, worauf man das so behandelte Material in bekannter Weise verformt und gegebenenfalls durch Gerbung härtet.Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
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