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DE1669531A1 - Verfahren zur Herstellung von Faserstoff aus Kollagenrohmaterialien - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Faserstoff aus Kollagenrohmaterialien

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DE1669531A1
DE1669531A1 DE19661669531 DE1669531A DE1669531A1 DE 1669531 A1 DE1669531 A1 DE 1669531A1 DE 19661669531 DE19661669531 DE 19661669531 DE 1669531 A DE1669531 A DE 1669531A DE 1669531 A1 DE1669531 A1 DE 1669531A1
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DE
Germany
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raw materials
collagen
pulp
production
fibers
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DE19661669531
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English (en)
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DE1669531B2 (de
DE1669531C3 (de
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Frantisek Belohradsky
Zdenek Eckmayer
Jan Vasek
Rudolf Vilcek
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Svit np
Original Assignee
Svit np
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Publication date
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    • DTEXTILES; PAPER
    • D01NATURAL OR MAN-MADE THREADS OR FIBRES; SPINNING
    • D01FCHEMICAL FEATURES IN THE MANUFACTURE OF ARTIFICIAL FILAMENTS, THREADS, FIBRES, BRISTLES OR RIBBONS; APPARATUS SPECIALLY ADAPTED FOR THE MANUFACTURE OF CARBON FILAMENTS
    • D01F4/00Monocomponent artificial filaments or the like of proteins; Manufacture thereof
    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C08ORGANIC MACROMOLECULAR COMPOUNDS; THEIR PREPARATION OR CHEMICAL WORKING-UP; COMPOSITIONS BASED THEREON
    • C08LCOMPOSITIONS OF MACROMOLECULAR COMPOUNDS
    • C08L89/00Compositions of proteins; Compositions of derivatives thereof
    • C08L89/04Products derived from waste materials, e.g. horn, hoof or hair
    • C08L89/06Products derived from waste materials, e.g. horn, hoof or hair derived from leather or skin, e.g. gelatin
    • DTEXTILES; PAPER
    • D01NATURAL OR MAN-MADE THREADS OR FIBRES; SPINNING
    • D01CCHEMICAL OR BIOLOGICAL TREATMENT OF NATURAL FILAMENTARY OR FIBROUS MATERIAL TO OBTAIN FILAMENTS OR FIBRES FOR SPINNING; CARBONISING RAGS TO RECOVER ANIMAL FIBRES
    • D01C3/00Treatment of animal material, e.g. chemical scouring of wool

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  • Treatments For Attaching Organic Compounds To Fibrous Goods (AREA)

Description

  • "Verfahren zur Herstellung von Faserstoff aus Kollagenrohmaterialien" Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von Faserstoff gus Kollagenrohmaterialien, deren Quelle nicht nur iernäute sind, sondern auch Abfallrohstoffe der Gerbereiverarbeitung von Häuten zu Leder, also insbesondere Spalt, Unterhautbindegewebe, Maschinenleimgut, Abschnitzel nach Entfernung der Oberseite von Haut, gegebenenfalls auch Flechsen.
  • Zur Herstellung von Kollagenfaserstoff, welcher zur weiteren tecnnologischen Verarbeitung geeignet wäre, wurden bisher einige Verfahren ausgearbeitet und publiziert. Ihr gemeinsames Kennzeichen besteht in einer Verarbeitung des Kollagenrohstoffes mit Chemikalien, bei deren Einwirkung es zur Aufloc@erung der Fasern ommt. Die stark überschwollene Kollagenmasse bildet eine Dispersion, aus welcher einzelne Fasern durch Sltwasserung gewonnen werden können, wozu man Salzlösungen oder Lösungen der organischen Lösungsmittel, welche mit Wasser mischbar sind, verwendet. Die gewonnenen Fasern werden vorwiegend nach den-in der Lederindustrie bekannten technologischen Methoden gegerbt und dann nach den in der Textilindustrie bekannten Methoden weiter verarbeitet. Aus dem so gewonnenen Faserrohmaterial kann man Vlies herstellen, welches weiter in eine ganze Reihe von Erzeugnissen verarbeitet werden kann, z. B. in Kunstleder und dgl.
  • Die bisher bekannten Ver-fahren weisen vom Standpunkt der technologischen Verarbeitung viele ttängel auf. Durch Einwirl : ung der Mittel, welche eine starke Uberschwellung des Kollagenfaserstoffes hervorrufen, ommt es nämlich zur Störung der Bindungen zwischen einzelnen Lollagenuntereinheiten, so daß das Endprodukt im Vergleich mit Kollagenfasern in fertigem Leder verschlechterte physikalisch-mechanische Eigenschaften aufweist. Damit die einzelnen Chemikalien gleichmäßig einwiri. en können und es nicht zu einer intensiveren Bearbeitung der schwach,-en Stellen und zu einer unvollkommenen Bearbeitung der stärkeren Stellen kor. unt, ist es nötig, ein gleichmäßiges und womöglich auch von gleichen topographischen Teilen stammendes Rohmaterial zur Herstellung der Koliagenmasse tu wählen und dabei nicht nur die Stärke des Materials, sondern auch seine vorhergehende Verarbeitung zu berücksichtigen.
  • Die entwässerte Faserrohmasse, welche nach der vorhergehenaen chemischen Verarbeitung gewonnen wurde, schwellt sehr leicht und verhältnismäßig beträchtlich schon in estilliertem Wasser.
  • Es ist darum ein schwieriges Problem, das Ausgerben so durchzuführen, daß es nicht zu einer weiteren Verschlechterung der physii : alisch-mechanischen Eigenschaften des Kollagenfaserstoffes kommt. Außerde sind die bisher veröffentlichten technologischen Verfahren ziemlich anspruchsvoll hinsichtlich der Ixiaschinenausstattung. Diese erfordert mit Rücksicht auf aie Empfindlichl : eit des zu verarbeitenden llaterials eine aubierordentlich sorgfältige und qualifizierte Bedienung. Bei einigen bekannten Verfahren sind auch die Kosten der verwendeten Cheui-@ alien ziemlich hOc} le Ferner ge@@ aus der Patentli@@atur @ervor, daß sich nach den bisher bekannen Verfahren hauptsächlich die minderwertigsten Gerbereiabfälle, welche in der grösten M@@@e zur Verfürun stehen, wie das Maschinenleimgut, nicht verarbeiten lassen. Das Haupthimdernis ihrer Verarbeitung ist eine beträchtliche Ungleichmäßigkeit und Ungleichartig@eit des Ausgangsmaterials.
  • Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die angeführten Hängel zu beseitigen und eine Möglichkeit auch für die Verarbeitung der minderwertigsten Gerbereiabfälle zu schaffen, durch die das Kollagenfaser@aterial nicht besc@ädigt wird.
  • Das Wesentliche der Erfindung beste@t darin, daß man die an@egebenen Rohmaterialien mit einer Calciumhydrloxydlösung, gegebenenfalls unter Zusatz von Caluiumsulfid solange äschert, bis sie bei der analytischen Bestimmung einen Gehalt an Amidstickstoff von 0,1 - 0,5 % (nach Gewicht) aufweisen, worauf man sie ausgerbt, in einem ÜberschuB von Wasser der mechanischen Zerfaserung unuerwirft, aus den Fasern Wasser bis auf einen Gehalt von 30-35 % Feuchtigkeit entfernt, die feuchten Fasern auflockert, trocknet und auf eine in der Textilindustrie übliche Weise weiter verarbeitet. Statt der nachträglichen Äscherung kann man das Rohmaterial auch einer enzymatischen Verarbeitung unterwerfen.
  • Die Hauptmaßnahme des erfindungsgemäßen Verfahrens, aas zur Gewinnung der Kol@@agenfasern in natürlichem Zustand führt, stellt die mechanische Zerfaserung von vorher zubereiteten Kolfagenrohmaterialien dar. Hit Rücksicht darauf, daß die chemische Verarbeitung auf das unerläßlich nötige Minimum beschränkt wird, tritt nur eine geringe Denaturierung des KolLagens ein und außerdem werden andere i@ Leder anwesende hochmolekulare Stoffe erhalten, welche die Sta@ilität des Kollagens beeinflussen.
  • Als Rohmaterialien kann man verschiedene tierische Gewebe mit einen hohen Gehalt an faserigem Kollagen verwenden. Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren werden die Materialien vorgezogen, welche bei der Ldererzeugung abfal-en, wie z. B. Maschinenleimgut, Abfallspalt und dgl. Andere geeignete Rohmaterialien sind z. B. die Flechsen.
  • Vor der eigentlichen Zerfaserung muß man die Kollagenmaterialien in einer bestimmterr Weise vorbereiten. Diese Vorbereitung besteht in folgenden Oparationen : Waschen in fließendem Wasser mit dem Zweck, Verunreinigungen zu entfernen.
  • Kalkung, welche intensiver sein muß als die Gerbergäscherung, deren Zweck es ist, den unerläßlich notwendigen Anteil der Zwischenfasersubstanz zu beseitigen. Diese Substanz wird, wie angenommen, aus Mukopolysacchariden gebildet, welche ein Bindemittel erzeugen und einzelne Fasern zusammenkleben. Zu demselben Ziel führt auch die Verarbeitung der Rohmaterialien mit proteolytischen Enzyme, welche als Gerberei-Beizung bekannt ist.
  • Es folgt Entkalkung, Pickeln und Gerben. Bei diesen Operationen kann man übliche in der Gerberei bel-annote Arbeitsvorgänge verwenden. Z. Bo bei der Entkalkung benützt man eine Ammoniumsulfatlösung, Milchsäure-oder schwache Salzsäurelösung und dgl. Die Dauer der Entkalkung ist von der Stärke des Rohmaterials abhängig und macht etwa 1 bis 5 Stunden aus.
  • Beim Picheln kann man von einem üblichen Pickel mit Anwendung von Salz-oder Schwefelsäure in Kombination mit Natriumchlorid Gebrauch machen. So z. B. kann man einen Pici : el bestehend aus 15-3o%Schwefelsäureund7-10%Natriumchloridverwenden.
  • Die Dauer des Pickelns beträgt je nach der Materialstärke 2 bis 24 Stunden.
  • Das Gerben kann man auf alle bekannten und in der Gerberei benützten Weisen durchführen. Es wurde z. B. ermittelt, daß beim Gerben eines Nollagenmaterials mit einer Chrombrühe der Gehalt an Chrom (III)-oxyd in der fertigen Trockensubstanz etwa 2 bis 4 % ausmacht.
  • Das technologische Verfahren nach der Erfindung ermöglicht gleichfalls die Verarbeitung solcher Rohmaterialien, welche eine große l, longe von Fett enthalten, wie z. B. Haschinenleimgut, das in der Trockensubstanz bis 50 % Fett enthält. Die Entfettung des haschsnenleimgutes kann man im voraus oder erst nach dem Ausgerben durchfuhren, wenn man auch bei der Arbeit nach dern erfindungsgemäßen Verfahren die Entfettung erst nach dem Ausgerben und Trocsnen vorzieht. In diesem Falle nämlich ist es möglich, das Fett in effektiver Weise auch bei höheren Temperaturen, ungefähr bei 50 C zu extrahieren. Zum Entfetten dient am zweckmäßigsten die Extraktion mit Fett-Lösungsmitteln wie z. B. Extraktionsbenzin, Trichloräthylen, Perchloräthylen und dgl. Nach der beendeten Extraktion wird das Lösungsmittel abdestilliert, der Rest von Lösungsmittel aus der Kollagenmasse im Vacuum abgedampft und die entfettete Kollagenmasse wird durch Weichen in Wasser hydratisiert, womit sie zur Zerfaserung vorbereitet wird.
  • Die eigentliche Zerfaserung wird an den Desintegratoren in nassem Zustand durchgeführt, z. B. am Stiftdesintegrator des Typus"Condux" Die zerfaserte Masse wird durch Zentrifmgieren oder Auspressen zwischen den Gurarliwalzen auf eine Feuchtigkeit von 30 - 35 % entvJässert. Es folgt dann Auflockerung und Vertrocknung der Fasern auf einen Feuchtigkeitsgehalt von 15 - 18 %, Einigung der Fasern auf einer zugerichteten Karde. So gewonnene Fasern werden weiter auf eine in der Textilindustrie übliche Weise verarbeitet.
  • In weiterem ist das erfindungsgemäße Verfahren in einigen Durchführungsbeispielen näher erläutert.
  • Beispiel 1 Rindspalt, das ist Rindschwarte (Corium) aus dem Halsteil ohne Backen, wurde nach der Gerberei-Äscherung in fließendem Wasser gewaschen und auf Schnitzel von einer Größe etwa 10 x 10 cri zerschnitten. Die Entkalkung wurde mit einer 0,3 %-igen Amm oniumsulfatlösung ausgeführt, der Flüssigkeits@oeffizient machte dabei 200 %, die Temperatur 25°C, die Dauer der Operation 4 Stunden aus.
  • Die Entkalkung verlief bei den starken Schnitzeln etwa zu 2/3.
  • Dann folgte die Beizung, der Flüssig@@eits@o@ffizient betrug 200%, es wurden 2 % eines enzymatischen Präparats "Pelin" auf das Gewicht der Blöße und 833 Kaseineinheiten zugesetzt. Die Dauer der Beizung maciite 24 Stunden aus. Nach dieser Zeit wurde das Beizbad ausgetauscht, worauf dieselbe irische Flüssigkeit und uieseibe Menue des Beizpräparats verwendet wurde und die Schnitzel weitere 24 Stunden gebeizt wurden. Nach der beendeten Beisung wurde die Blöße 30 Minuten lang bei einer Temperatur von 25°C in fließenden. Wasser gewaschen. Dann foire das Pickeln in einem Bad, enthaltend 90% Wasser, 7 % Natriumchlorid und 1, 5 % Schwefelsäure, das Pickeln dauerte 2 Stunden. Die Kol@agenmasse wurde in einer Chromalaunbrühe von einer Basizität 28°Sch zu einem Gehalt von 2 % Chrom (III)-oxyd auf das Gewicht der Blöße gegerbt, mit 0,4 4 Soda 1 Stunde lang neutralisiert, worauf die gegerbte Kollagenmasse 2 Stunden in reinem fließenden Wasser gewaschen wurde. Es folgte die Zerfaserung der Masse an einem Desintegrator des Typus Condux HZ-8. Die Zerfaserung wurde unter Zusatz von Wasser bei einem Verhältnis Wasser : Faserstoff = 2 : 1 durchgeführt. Nach der beendeten Zerfaserung wurde die Fasermasse durch Auspressen zwischen den Gurnrniwalzen entwässert, aufgelockert, vorgetrocknet, die einzelnen Fasern wurden geeinigt, ausgetrocknet und zur Verarbeitung zu Koilagenvlies vorbereitet.
  • Beispiel 2 Spaltleimgut wurde nach der Berberei-Ascherung 3 monte lang durch Kall ung zum Zwecke der Gelatineerzeugung verarbeitet, die Entkalkung das Gutes wurde auf die in der Leimindustrie übliche Weise und die weitere Verarbeitung ähnlich, wie im Beispiel 1 angegeben, durchgeführt, nur mit Ausnahme einer Verarbeitung mit proteolytischen Enzymen, welche mit Rücksicht auf die lange Äscherung völlig ausgelassen wurde. Zum Pickeln wurde ein Bad bestehend aus 150 % Wasser, 3 % technischer Salzsäure und 6 % Natriumchlorid (auf das Gewicht der Blöße) verwendet. Die Dauer der Operation betrug 20 Stunden uIltS Rühren. Die Blöße wurde mit einer reduzierten Brühe in einer Menue von 2 % Chrom (III)-oxyd (auf das Gewicht der Blöße) mit einer Basizität von 35 - 45°Sch gegerbt.
  • Das ausgegerbte MateriaX wurde mit 0, 4% Natriumcarbonat neutralisiert, 2 Stunden lang in fließendem Wasser gewaschen, dann folgte die Zerfaserun und Verarbeitung des Xollagenmaterials, wie im vorh@@@e@enden Beispiel 1 an@@@eben.
  • Beispiel 3 Geweichte Abschnitzel aus den Rohhäuten-Rindbacken-wurden 48 Stunden lang in einem Bad folgender Zusammensetzung allalisch verarbeitet: Flüssigkeitskoeffizient 250%, Calciumhydroxyd 3, 0 bis 3, 5 % t Natriumsulfid 2, 0-2, 5 % (auf das Gewicht der Abschnitzel), die Temperatur des Bades machte 25-29°C aus. Nach dem Enthaaren und Entfernen der Oberschicht wurde das Rohmaterial 48 Stunden lang in einem Bad, enthaltend 3,5 % Calciumhydroxyd, 3, 5 % Natriumsulfat nachgeäschert. Darauf wurde in das Bad 5 % Natriumhydroxyd (auf das Gewicht der Abschnitzel) zugesetzt und diese wurden im Bad weitere 48 Stunden lang belassen. Es folgte ein Durchwaschen mit fließendem Wasser, was 2-4 Stunden dauerte, und weitere Aufarbeitung, wie im Beispiel 2 angegeben, nur mit Ausnahme der Entkalkung, welche mit Ammoniumsulfatlösung durchgeführt wurde, wie im Beispiel 1 angegeben.
  • Beispiel 4 Unterhautbindegewebe aus geäscherter Rindhaut und/oder aus Maschinenleimgut wird etwa 2 Stunden lang in fließendem Wasser gewaschen. Das Material wird auf einen pH-Wert von 6, 0-6, 5 unter . w Rühren angesauert, ausgequetscht und mit Benzin extrahiert, das eine kleine Menge von 0, 5 - 1,0 % Netzmittel enthält. Man kann auch einen anderen Bettlöser verwenden. Nach der Durcnführung der Extraktion wird der Rest von Benzin im Vakuum abgedampft, das Material mit Wasser hydratisiert und in einem Bad, enthaltend 100 % Wasser, 10 % Natriumchlorid und noch eine solche Menge einer Säure, daß das Material einen pH-Wert von 3-4 aufweist, gepickelt. Das Material wurde mit einer reduzierten Chrombruhe auf einen Gehalt von etwa 2 % Chrom (III)-oxyd in der Trockensubstanz gegerbt. Nach dem Ausgerben wird die Kollagenmasse zerfasert ; weiter verfährt man in gleicher Weise, wie im Beispiel 1 angegeben.
  • Beispiel 5 Unterhautbindegewebe aus geäscherter Rindhaut und/oder Maschinenleimgut wird mit fließendem Wasser etwa 2 Stunden lang durchgewaschen. Es folgt das Pickeln unter Rühren in einem Bad, enthaltend 10 % Natriumchlorid und eine solche Menge von Salzsäure, daß das Bad einen pH-Wert von 3-5 aufweist. Das Material wird mit einer reduzierten Chrombrühe gegerbt, bis der Gehalt an Chrom (III) -oxyd in der Trockensubstanz 2 % ausmacht. Nach dem Ausgerben wird das Material zwischen den Gummiwalzeh ausgepresst und in einer Trockenanlage bei einer Temperatur von 40-50°C ganz ausgetrocknet. Das Material wird mit Benzin zur völligen Beseitigung des Fettes extrahiert. Nach der Entfettung wird der Rest des Lösungsmittels mit Hilfe von Vakuum abgedampft. Das extrahierte Material wird dann hydratisiert und zerfasert, wie im Beispiel 1 angegeben.
  • Die technisch-ökonomischen Vorteile des erfindungsgemäßen Verfahrens bestehen insbesondere darin, daß die nach der Erfindung gewonnenen Fasern im Vergleich mit den Fasern, welche nach anderen technologischen Verfahren hergestellt wurden, eine ganze Reihe von besseren Eigenschaften haben. Vor allem wird eine wesentliche Verbesserung der Qualität der gewonnenen Fasern erreicht. Da eine verhältnismäßig drastische Verarbeitung der Kollagenmasse mit Chemikalien entfällt, erfolgt überhaupt nicht oder nur in einem ganz geringen Ausmaß eine Denaturierung und Degradation der Kollagenmoleküle. Die Fasern sind daher vom Standpunkt der physikalisch-mechanischen Eigenschaften von weit besserer Qualität. Weiter erreicht man eine gesamte VerKürzung des Prozesses.
  • Mit Rücl ; sicht darauf, daß die zeitmäßig anspruchsvolle Verarbeitung des Materials mit Chemikalien entfällt, bedeutet das erfindungsgemäße Verfahren eine wesentliche Verkürzung des Herstellung prozesses.
  • Außerdem ist das neue Verfahren hinsichtlich der Technologie nicht sehr anspruchsvoll und stelj-t keii : e außerordentlichen Anforderungen an das Bedienungspersonal oder an die Haschinenausrüstung. Das erfindungsgemäße Verfahren ermöglicht die Verarbeitung von allen Arten der Kollagenfaser-Materialien einschließlich auch der minderwertigsten Gerberei-Abfälle, wie z. B. liaschinenleimgut, @@@ches gemäß bisher be annten technolo-@ Verfahren ganz unverarbeitbar war. Das erfindungsgemäße technologische Verfahren gestattet die Verarbeitung von Koliagenrohmaterialien in eine :. nur wenig beschädigten Zustand, deshalb . : ann man alle bekannten technischen Gerbereiverfahren ausnützen.
  • Dieser Unstand stellt einen wesentlichen Unterschied und zugle-ch Vorteil in @ Vergleich mit anderen techno@ogischen Verfahren dar, bei denen es durch intensive Einwir@ung von Chemi@alien leicht zu übermäßigem Schwellen des Kollagenmaterials @ommt. Dieses tuberschwellen erhöht dann beträchtlich die Ansprüche an die Durchführung von allen weiteren notwendigen Operationen, wie z.B. das Gerben. Dessen ungeachtet sind die physialisch-mechanischen Werte der gewonnenen Fasern star. herabgesetzt. Das technologische Verfahren nach der Erfindung wird mit allen diesen Schwierigkeiten nicht belastet und die gewonnenen-Fasern sind von bedeutend höherer Qualität, ais die nach den bel : annten Verfahren hergestellten.
  • Sie sind dabei leichter zu Vlies verarbeitbar.

Claims (2)

  1. P a t e n t a n s p r ü c h e 1. Verfahren zur Hersteilung von Faserstoff aus Kollagenrohllaterialien, deren Quelle Tierhäute, Abfallrohstoffe der Gerberei-Verarbeitung von Häuten zu Leder, wie z. B.
    Spalt, Unterhautbindegewebe, IIaschinenleimgut, Abschnitzel nach Entfernen der Oberseite von Haut, gegebenenfalls auch Flechsen sind, dadurch gekennzeichnet, daß diese Rohmaterialien mit einer Calciumhydroxydldsung, gegebenenfalls unter Zusatz von Calciumsulfid solange geäschert werden, bis sie bei analytischer Bestimmung einen Gehalt an Amidstickstoff von 0, 1 bis 0,5 5 @ aufweisen, worauf sie gegerbt, dann im uberschuß von Wasser der mechanischen Zerfaserung unterworfen werden, überschüssiges Wasser aus den Fasern bis auf ihren Feuchtigkeitsgehalt von 30-35 % beseitigt wird, die feuchten Fasern aufgelockert, ausgetrocknet und auf die in der Textilindustrie übliche Weise verarbeitet werden.
  2. 2. Verfahren zur Herstellung von Faserstoff aus hollagenrohmaterialien nach Anspruch1, dadurch gekennzeichnet, da. die Rohmaterialien nach der Äscherung einer enzymatischen Beizung unterworfen werden.
DE1669531A 1965-06-04 1966-05-03 Verfahren zum Herstellen von Kollagenfasern Expired DE1669531C3 (de)

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