DE1295243B - Verfahren und Vorrichtung zur serienmaessigen Bestimmung des Stickstoff- und Sauerstoffgehaltes von Metallproben - Google Patents
Verfahren und Vorrichtung zur serienmaessigen Bestimmung des Stickstoff- und Sauerstoffgehaltes von MetallprobenInfo
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Description
1 2
Vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren und baren Tiegel, einer mit dem Ofenraum verbundenen
eine Vorrichtung zur serienmäßigen Bestimmung des Gassammeipumpe, einer an diese angeschlossenen
Stickstoff- und Sauerstoffgehaltes von Metallproben. Wärmeleitfähigkeits- und einer Kohlenmonoxyd-Normalerweise
werden derartige Proben in einem gehalts-Meßeinrichtung sowie einem Schaltmano-Kohle-
oder Graphittiegel unter Vakuum auf eine 5 meter, welche dadurch gekennzeichnet ist, daß das
hohe Temperatur erhitzt oder geschmolzen und geben Schaltmanometer mit einem Steuergerät und dieses
dabei die in ihnen enthaltenen Gase ab. Diese Gase mit einem steuerbaren Ventil in einer Zuleitung zur
werden durch eine Pumpe gesammelt und Gasana- Wärmeleitfähigkeitsmeßeinrichtung in Verbindung
lysengeräten zugeführt, in denen mit verschiedenen steht und daß die Zuleitung an einen Wasserstoffvorphysikalischen
oder chemischen Methoden die Men- ίο ratsbehälter angeschlossen ist.
gen der einzelnen Gaskomponenten bestimmt werden. Hierdurch wird das eingangs beschriebene Pro-
Für den üblichen Fall, daß hauptsächlich die Gase blem auf eine überraschend einfache Weise gelöst.
Wasserstoff, Stickstoff und Sauerstoff abgegeben und Man hat es erfindungsgemäß nämlich in der Hand,
bestimmt werden, kann die Wärmeleitfähigkeit des sich durch Zumischung von Wasserstoff auf eine
extrahierten Gasgemisches als Analysen-Meßgröße 15 bestimmte, mit höchster Genauigkeit ausmeßbare,
dienen. Die Bestimmung dieser Größe nach der bis- vorgewählte Isobare des Menge-Leitfähigkeits-Diaherigen
Methode ist umständlich, weil zahlreiche gramms zu begeben und kann jedwede Interpolations-Faktoren
berücksichtigt werden müssen, wenn man arbeit vermeiden. Bei Benutzung des erfindungsdie
Anzeige einer Wärmeleitfähigkeits-Meßanordnung gemäßen Verfahrens empfiehlt es sich, eine hinsichtrichtig
interpretieren will. Sie hängt ab von dem 20 lieh des Meßbereiches der gerade vorliegenden
Gehalt der Probe an Wasserstoff (mit großer Wärme- Wärmeleitfähigkeitsmeßanordnung bequem zugängleitfähigkeit)
einerseits und dem Gehalt an anderen liehe Isobare, z. B. die 50-Torr-Isobare, mit großer
Gasen (mit niedrigerer Wärmeleitfähigkeit) anderer- Genauigkeit auszumessen und alsdann bei allen weiteseits,
wobei N2 und CO zufällig eine fast gleiche ren Serienmessungen nur diese eine Isobare zu beWärmeleitfähigkeit
aufweisen. Sie hängt weiter ab 25 nutzen. Dadurch, daß die sehr zeitraubende und mühvon
den Dimensionen der gerade verwendeten Meß- same Erstellung einer ganzen Kurvenschar bei der
apparatur. Man kann für jedes Gerät ein Diagramm Eichung des Gerätes wegfällt, kann die ausgewählte
erstellen, in welchem der Druck in der Wärmeleit- Isobare mit um so größerer Sorgfalt und Präzision
fähigkeitsmeßkammer als Parameter einer Kurven- ermittelt werden. Außerdem ist die selbsttätige Einschar
in Erscheinung tritt, welche die in einer Probe 30 stellung eines der gewählten Isobare entsprechenden
enthaltene Menge des N2 und CO (Sauerstoff fällt Druckes in der Wärmeleitfähigkeits-Meßeinrichtung
beim Schmelzen in einem Graphit- oder Kohltiegel mit Hilfe von automatischen Druck- und Schaltals
CO an) in Abhängigkeit von der Wärmeleitfähig- geräten sehr genau und ohne großen apparativen
keit angibt. Man muß also den zu einer jeden Wärme- Aufwand durchführbar, so daß Meßfehler durch Erleitfähigkeitseinzelmessung
gehörigen Wert der ge- 35 müdung oder sonstige menschliche Unzulänglichnannten Menge durch graphische oder mathe- keiten völlig ausgeschaltet werden,
matisch-analytische Interpolation mit großer Ge- Die überraschende Tatsache, daß man die Menge
nauigkeit numerisch bestimmen. Es ergibt sich von des zugemischten H, nicht zu kennen braucht, obselbst,
daß ein derartiges Verfahren nicht nur sehr wohl die Bestimmung des N2- und CO-Gehaltes über
zeitraubend ist, sondern auch eine große Zahl von 40 die Messung der Wärmeleitfähigkeit, die bekanntlich
Fehlerquellen in sich birgt und geschultes Bedie- vom Wasserstoffgehalt maßgeblich beeinflußt wird,
nungspersonal erfordert. Auch dann noch hat man durchgeführt wird, erklärt sich folgendermaßen: N2
sich meist mit ungenauen Interpolationen zu be- und CO besitzen mit hinreichender Genauigkeit das
gnügen, so daß mit dem erwähnten Verfahren nicht gleiche Wärmeleitvermögen, das wesentlich kleiner ist
die Genauigkeit erzielt wird, welche sie an sich zu 45 als das von H2. Bei einem Gemisch, das die drei Kombieten
vermöchte. Ganz besonders geltend machen ponenten H2, N2 und CO enthält, stellt deshalb die
sich die beschriebenen Schwierigkeiten dann, wenn Herabsetzung der Wärmeleitfähigkeit gegenüber derdas
bekannte Verfahren automatisiert werden soll, jenigen reinen Wasserstoffes infolge des N8- und
wozu man infolge Personalmangel immer mehr ge- CO-Gehaltes ein eindeutiges Maß für deren Summe
zwungen ist. 50 dar, wenn der Druck bekannt ist.
Das erfindungsgemäße Verfahren zur serienmäßi- Durch die Zumischung von H2 im Sinne der Er-
gen Bestimmung des Stickstoff- und Sauerstoffgehal- findung wird ein bestimmter Druck eingestellt; die
tes von Metallproben, insbesondere mittels automati- Wärmeleitfähigkeit der Mischung für diesen Druck
sierter Gasanalysengeräte, bei dem die Proben in ist dann, ohne daß bestimmt werden muß, wieviel H2
einem kohlenstoffhaltigen Tiegel unter Vakuum ge- 55 zur Erreichung dieses Druckes zugesetzt werden
schmolzen, die Wärmeleitfähigkeit und der Kohlen- mußte, ein Maß für den prozentualen Gehalt der
monoxydanteil des im Ofen gebildeten Gasgemisches Mischung an N2 und CO, woraus sich bei bekanntem
gemessen und die Gesamtmenge an Stickstoff und Druck die absolute Menge dieser Gase berechnen
Kohlenmonoxyd des entstandenen Gasgemisches so- läßt. Die Unterscheidung zwischen N2 und CO gewie
die Einzelanteile des in der Probe enthaltenen 60 schieht dann durch andere bekannte Methoden.
Stickstoffs und Sauerstoffs errechnet werden, ist da- Im Falle der Verwendung vollautomatisierter Gas-
durch gekennzeichnet, daß das zu untersuchende Gas- analysegeräte macht sich der durch die Erfindung
gemisch durch Zumischung von Wasserstoffgas auf erzielte technische Fortschritt ganz besonders bemerkeinem
vorbestimmten konstanten Totaldruck wäh- bar. Es würde einen erheblichen Aufwand bedeuten,
rend der Wärmeleitfähigkeitsmessung gehalten wird. 65 wollte man — was nach dem bisherigen Stand der
Zur Durchführung dieses Verfahrens dient eine Technik in diesem Falle nötig wäre — den Infor-Vorrichtung,
bestehend aus einem evakuierbaren mationsgehalt der ganzen, einem bestimmten Gerät
Ofengehäuse, einem in diesem angeordneten beheiz- zugeordneten Eichkurvenschar in einem Rechen-
gerät speichern; entweder müßte eine sehr große Zahl von genau ausgemessenen Eichkurven festgehalten
werden, oder das Rechengerät müßte so ausgebildet werden, daß es die mathematisch-analytische Interpolation
mit hinreichender Genauigkeit durchzuführen imstande wäre. Beide Wege wären offensichtlich
sehr aufwendig. Benutzt man dagegen die erfindungsgemäß vorgeschlagene Bestimmungsmethode, genügt
es, eine oder einige wenige (für verschiedene Meßbereiche anzuwendende) Eichkurven zu ermitteln und
in das Rechengerät einzuspeichern, ohne daß eine Einbuße an Genauigkeit in Kauf genommen werden
muß.
Es sei noch darauf hingewiesen, daß der Vorteil, nur eine einzige Eichkurve erstellen zu müssen, bei
den Analysengeräten der vorliegenden Art ganz besonders ins Gewicht fällt. Regelmäßige Nacheichungen
sind nämlich unerläßlich, und es macht deshalb einen großen Unterschied aus, ob jeweils riur wenige
oder eine große Zahl von Eichkurven genau ermittelt werden müssen.
Ein Beispiel einer Anordnung zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens ist in der Zeichnung
schematisch dargestellt. 1 bedeutet einen Vakuumheißextraktionsofen mit einem Tiegel 2, in welchem
eine Probe 3 erhitzt wird. Die abgegebenen Gase werden durch eine Pumpe 4 einer Wärmeleitfähigkeits-Meßeinrichtung
5 zugeführt. Diese besteht gewöhnlich aus einem Heizelement und einem Temperaturfühler;
je nach der Wärmeleitfähigkeit des umgebenden Gases ist die Temperatur, welche der
Temperaturfühler anzeigt, verschieden hoch. Es kann jede bekannte Meßeinrichtung zur Bestimmung der
Wärmeleitfähigkeit eines Gases herangezogen werden.
Mit der Wärmeleitfähigkeits-Meßeinrichtung 5 ist ein Schaltmanometer 6 verbunden, welches beim
Unterschreiten eines im Bereich zwischen etwa 10 bis 100 Torr vorwählbaren Druckes einen Schaltimpuls
an ein Steuergerät? abgibt. Dieses schaltet einem eingespeicherten Meßprogramm folgend oder auf
Handauslösung hin ein Magnetventil 8, welches die Zuleitung aus einem Wasserstoffvorratsbehälter 9 zur
Wärmeleitfähigkeits-Meßeinrichtung 5 öffnet und, sobald der gewünschte vorgewählte Druck darin erreicht
ist, wieder schließt.
In dem beschriebenen Ausführungsbeispiel sind ferner ein CO-Analysator 10, z. B. ein UR-Absorptionsmeßgerät,
sowie eine Pumpe 11 zur Vorevakuierung der ganzen Anordnung mit zugehörigen Ventilen
12 und 13 vorhanden.
Die Anzeige der Wärmeleitfähigkeits-Meßeinrichtung kann direkt in Gasmengen geeicht werden und
gibt die Gesamtmenge von CO und Stickstoff an. Nach der CO-Bestimmung mit dem CO-Analysator
kann die Stickstoffteilmenge berechnet werden. Der Sauerstoff ergibt sich aus der Menge des CO. Andere
Gase außer N2, H2 und CO treten, sofern bei hinreichend
niedrigen Drücken und hoher Entgasungstemperatur gearbeitet wird, praktisch nicht auf.
Betreffs weiterer Einzelheiten der Gasbestimmung durch Wärmeleitfähigkeitsmessung sei auf Archiv für
Eisenhüttenwesen, Bd. 33, 1962, S. 527 bis 531, verwiesen.
Claims (3)
1. Verfahren zur serienmäßigen Bestimmung des Stickstoff- und Sauerstoffgehaltes von Metallproben,
insbesondere mittels automatisierter Gasanalysengeräte, bei dem die Proben in einem
kohlenstoffhaltigen Tiegel unter Vakuum geschmolzen, die Wärmeleitfähigkeit und der Kohlenmonoxydanteil
des im Ofen gebildeten Gasgemisches gemessen und die Gesamtmenge an Stickstoff und Kohlenmonoxyd des entstandenen
Gasgemisches sowie die Einzelanteile des in der Probe enthaltenen Stickstoffs und Sauerstoffs
errechnet werden, dadurch gekennzeichnet, daß das zu untersuchende Gasgemisch durch Zumischung von Wasserstoffgas auf einem
vorbestimmten konstanten Totaldruck während der Wärmeleitfähigkeitsmessung gehalten wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß der Totaldruck des Gasgemisches auf weniger als 100 Torr gehalten wird. *
3. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens
nach Anspruch 1, bestehend aus einem evakuierbaren Ofengehäuse, einem in diesem angeordneten
beheizbaren Tiegel, einer mit dem Ofenraum verbundenen Gassammeipumpe, einer an diese angeschlossenen Wärmeleitfähigkeitsund
einer Kohlenmonoxydgehalts-Meßeinrichtung sowie einem Schaltmanometer, dadurch gekennzeichnet,
daß das Schaltmanometer (6) mit einem Steuergerät (7) und dieses mit einem steuerbaren
Ventil (8) in einer Zuleitung zur Wärmeleitfähigkeits-Meßeinrichtung (5) in Verbindung
steht und daß die Zuleitung an einen Wasserstoffvorratsbehälter (9) angeschlossen ist.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
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