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Die Erfindung betrifft eine Nachstellvorrichtung für Inenbackenbremsen,
bei der die Enden beider Bremsbacken von je einer doppelt wirkenden Betätigungsvorrichtung
beaufschlagt sind, bei der jeweils ein Ende einer Bremsbacke unmittelbar und das
andere Ende der Bremsbacke mittels einer Nachstellschraube mit Rändelscheibe an
einem am Bremsschild befestigten Widerlager abgestützt ist, wobei die Rändelscheibe
mit einem am Bremsschild schwenkbar angeordneten und mittels eines an einer Bremsbacke
angelenkten, nur auf Zug ansprechenden Gestänges betätigten Klinkenhebel unter der
Kraft einer Feder derart zusammenwirkt, daß beim Betätigen der Bremse der Klinkenhebel
im Sinne eines Eingriffs mit dem nächsten Zahn der Rändelscheibe bewegt und beim
Lösen der Bremse die Nachstellschraube von dem Klinkenhebel unter der Kraft der
Feder im Nachstellsinn beaufschlagt wird, und bei der die Rändelscheibe durch eine
von der Bremsbackenbewegung betätigte Sperre beim Überschreiten eines bestimmten
Bremslüftspiels freigegeben wird.
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Bei einer Servobremse, bei der zwischen den beiden der Betätigungsvorrichtung
abgelegenen Enden der Bremsbacken eine Nachstellschraube angeordnet ist (USA.-Patentschrift
2 762 463), soll ein unbeabsichtigtes Verdrehen der Nachstellschraube mittels
einer Feder vermieden werden, deren Enden an den Bremsbacken befestigt sind, und
deren Windungen gegen eine Rändelung der Nachstellschraube drücken. Diese Feder
soll aber ein Verdrehen der Nachstellschraube im Nachstellsinn nicht verhindern,
wenn der Klinkenhebel in Eingriff mit dem nächsten Zahn an der Nachstellschraube
gelangt. Sie ist auch dazu nicht in der Lage, da die Feder ohne weiteres seitlich
ausweichen kann. Die Nachstellschraube wird daher stets dann verdreht, wenn der
Klinkenhebel hinter den nächsten Zahn gelangt. Dies ist jedoch nicht immer erwünscht,
da es unter Umständen zu einer zu starken Einstellung der Bremse führt.
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Die Erfindung geht aus von einer Einrichtung, die auf einen Vorschlag
des Erfinders zurückgeht (deutsche Patentanmeldung 1276 477). Dort wird die
jeweils zwischen einer Bremsbacke an einem Widerlager angeordnete Nachstellschraube
am Drehen im Nachstellsinn durch einen Sperrhebel so lange gehindert, bis bei überschreiten
eines bestimmten Bremslüftspiels und bei einer Drehrichtung, die der Rückwärtsfahrt
eines Fahrzeuges entspricht, der Sperrhebel beim Betätigen der Bremse die Rändelscheibe
der Nachstellschraube freigibt, so daß beim nachfolgenden Lösen der Bremse der bei
der Bremsbetätigung in Eingriff mit dem nächsten Zahn der Rändelscheibe gebrachte
Klinkenhebel die Nachstellschraube im Nachstellsinn verdreht.
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Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die Sperre zum Freigeben
der Nachstellschraube in einfacher und zweckmäßiger Weise auszubilden. Diese Aufgabe
ist erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß die Sperre als auf dem Bremsbackensteg gleitend
geführter Schieber ausgebildet ist, dessen eines Ende mittels einer Feder im Eingriff
mit einer Riffelung an der Stirnseite der Rändelscheibe gehalten ist, und dessen
anderes Ende derart in eine Ausnehmung im Bremsbackensteg greift, daß bei Bremsbetätigung
und entsprechendem Belagverschleiß sich das Ende des Schiebers in Anlage an die
der Nachstellschraube zugekehrte Wand der Ausnehmung anlegt und dadurch der Schieber
außer Eingriff mit der Nachstellschraube gelangt.
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Somit hält der Schieber die Nachstellschraube in einer bestimmten
Stellung fest. Die Nachstellschraube kann vom Klinkenhebel nur dann verdreht werden,
wenn der Schleber die Nachstellschraube freigibt, was allein in Abhängigkeit vom
Bremslüftspiel erfolgt, da der Schieber unmittelbar von der Bewegung der Bremsbacke
bewegt wird. In vorteilhafter Weise ist ferner der Schieber an der Bremsbacke angeordnet,
so daß die Montage der Bremse erleichtert ist. Der Eingriff des Klinkenhebels in
den nächsten Zahn der Rändelscheibe erfolgt bei Bremsbetätigung und einer Drehrichtung
der Bremstrommel, die beispielsweise der Vorwärtsfahrt eines Fahrzeuges entspricht,
während beim Lösen der Bremse in der gleichen Drehrichtung das Nachstellen bei einer
Freigabe der Nachstellschraube durch die Sperre erfolgt.
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Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist nachstehend an Hand der
Zeichnung näher erläutert. Es zeigt F i g. 1 einen Schnitt durch die Innenbackenbremse
gemäß der Erfindung mit gelösten Bremsbacken, F i g. 2 einen vergrößerten
Teilschnitt ähnlich F i g. 1 mit den Bremsbacken in Bremsstellung, F i
g. 3 einen Teilschnitt nach der Linie 3-3 der Fig. 1,
Fig.4
einen Teilschnitt nach der Linie4-4 der F i g. 3,
Fig.5 einen Teilschnitt
nach der Linie5-5 der F i g. 2 mit dem Sperrelement im Eingriff mit der Nachstellschraube
und F i g. 6 einen Teilschnitt nach der Linie 5-5 der F i
g. 2 mit dem Sperreleinent außer Eingriff mit der Nachstellschraube.
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In F i g. 1 bezeichnet 10 die Bremstrommel,
11 das Bremsschild, 12 und 13 die Bremsbacken mit den Bremsbelagträgern
14 und 15 zur Befestigung der Bremsbeläge 16 und 17, sowie
mit den Stegen 18 und 19, 20 je eine Betätigungsvorrichtung
mit zwei Kolben 21, die durch eine schwache Feder 22 auseinandergedrückt werden
und Stößel 23 betätigen, die die Bremsbacken 12 und 13 beaufschlagen.
Rückziehfedern 24 halten die Bremsbacken im Eingriff mit den Stößeln 23 und
mit den Widerlagern 40. Für den richtigen Abstand der Bremsbacken 12 und
13
vom Bremsschild 11 sorgt die Niederhaltevorrichtung 30.
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Je ein Widerlager 40 ist mittels Nieten oder Schrauben 40 am Bremsschild
11 starr befestigt und besteht aus der Querstrebe 41 und den beiden Armen
42 und 43. Der Arm 43 ist mit einem Schlitz oder einer Ausnehmung 45 versehen, in
die der Bremsbackensteg 46 greift. Der andere Arm 42 des Widerlagers 40 ist mit
einer Gewindebohrung 48 (F i g. 3) versehen, in die die Nachstellschraube
49 mit ihrem mit Gewinde versehenen Schaft 50 eingeschraubt ist. Der Kopf
der Nachstellschraube 49 ist als Rändelscheibe 51 in Form eines Zahnrades
oder Sternrades ausgebildet und weist an seiner flachen Stirnseite eine Riffelung
53 auf. Die Nachstellschraube 49 stützt sich gegen den Steg 18 der
benachbarten Bremsbacke 12.
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Die Rändelscheibe 51 wirkt mit dem Abschnitt 60
der Klinke
61 zusammen, die mittels des Stiftes 62
an dem Arm 42 des Widerlagers
40 schwenkbar befestigt ist. Die Klinke 61 hat im wesentlichen die Form eines
Kniehebels und ist mit einem seitlich
verlaufenden Arm
63 versehen. Durch eine zwischen dem Arm 63 und einem Befestigungsstift
65 am Arm 43 des Widerlagers 40 angeordneten Feder 64 erfolgt das Verdrehen
der Nachstellschraube 49 über den Abschnitt 60 und die Rändelscheibe
51.
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Die Klinke 61 ist mittels der Zugstange 67 mit dem Bremsbackensteg
18 verbunden. Gemäß F i g. 3
weist die Zugstange 67 am einen
Ende einen halbrunden Kopf 69 auf, der sich in eine entsprechende Ausnehmung
70 im Arm 63 der Klinke 61 legt, während das andere Ende
71 mit dem Bremsbackensteg 18 schwenkbar verbunden ist. Bewegt sich
dann die Bremsbacke 12 in Richtung des Pfeiles A in F i g. 1,
dann
wird die Klinke 61 über die Zugstange 67 so verschwenkt, daß der Abschnitt
60 entgegen der Kraft der Feder 64 verschwenkt und zur Vorbereitung der nachfolgenden
Nachstellbetätigung gespannt wird. Bei einem Fahrzeug bedeutet die Pfeilrichtung
A die Vorwärtsfahrt. Die Nachstellschraube ist in der nachstehend beschriebenen
Weise gegen unbeabsichtigtes Verdrehen gesichert. Erst wenn diese Sicherung aufgehoben
ist und der Abschnitt 60 so weit verschwenkt ist, daß er sich hinter dem
nächsten Zahn der Rändelscheibe 51 der Nachstellschraube 49 befindet, kann
anschließend zur Nachstellung der Bremsbacke 12 die Klinke 61 sich im Gegensinn
verschwenken und dabei die Nachstellschraube 49 um eine Zahnteilung nachstellen.
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Die gleitende Verbindung zwischen der Zugstange 67 und der
Klinke 61 ermöglicht es der Klinke in der gespannten Stellung zu bleiben
und eine Relativbewegung zwischen der Zugstange 67 und der Klinke
61 bei der normalen Bremsbetätigung auszuführen.
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Zur Sicherung der Nachstellschraube 49 gegen unbeabsichtigtes Verdrehen
dient ein Sperrelement 80,
das gleitend auf dem Steg 18 der Bremsbacke
12 angeordnet ist und einen sich seitwärts erstreckenden Endabschnitt
81 mit einer aufgerauhten Oberfläche 82 aufweist, die mit der Riffelung
53 der Nachstellschraube 49 zusammenwirkt. Zur gleitenden Führung des Sperrelements
80 am Steg 18 ist ein Bügel 83
in Form eines elastischen Stanzteiles
vorgesehen, das durch eine Ausnehmung 84 im Steg 18 greift und mittels sich
entgegengesetzt erstreckender Lappen 85
und 86 festgehalten wird. Der
Bügel 83 ist mit einem Schlitz 87 mit offenem Ende versehen, in dem
ein Stift 88 mittels der Schraube 88 a befestigt ist. Der Bügel
83 ist mit einem abstehenden Lappen 89 versehen, der ein Widerlager
für eine Feder 90 bildet, die an dem Endabschnitt 81 angreift und
das Sperrelement 80 gegen die Riffelung 53 drückt. Dadurch ist die
Nachstellschraube 49 gegen unbeabsichtigtes Drehen gesichert. In dieser Sperrstellung
ragt der Stift 88 frei durch die Ausnehmung 84 im Bremsbackensteg
18.
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Bei der normalen Bremsbetätigung bewegt sich der Stift 88 in
der Ausnehmung 84 von der in F i g. 4 gezeigten in die in F i g. 5
gezeigte Stellung und das Sperrelement 80 bleibt im Eingriff mit der Riffelung
53 der Nachstellschraube 49. Tritt jedoch infolge E
des Bremsbelagverschleißes
eine größere Bewegung der Bremsbacke bei der Bremsbetätigung ein, so bewegt sich
das Sperrelement 80 von der in F i g. 5
gezeigten Stellung in
die in F i g. 6 dargestellte Lage, in der das Sperrelement 80 von
der Riffelung 53
abhebt, so daß die Klinke 61 über den Abschnitt
60
die Nachstellschraube 49 verdrehen und die Bremsbacke so einstellen kann,
daß der Belagverschleiß ausgeglichen wird.
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Die Breite der Ausnehmung 84 ist so bemessen, daß beim normalen Betrieb
der Bremsbacken das Sperrelement nicht freigegeben wird. Die Gleitverbindung zwischen
der Zugstange 67 und der Klinke 61
ermöglicht eine Bewegung der Zugstange
67 während des normalen Betriebes der Bremse ohne Bewegung der Klinke
61. Für eine Nachstellung jedoch legt sich der Stift 88 gegen die
rechte Seite der Ausnehmung 84 in F i g. 3, so daß das Sperrelement in die
in F i g. 6 dargestellte Lage gerät und die Sperrung der Nachstellschraube
49 freigibt. Die Nachstellung durch Drehung der Nachstellschraube mittels der Klinke
61
erfolgt dann durch die Zugfeder 64.
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Die gleiche Einrichtung ist, wie aus F i g. 1 ersichtlich,
auch zwischen dem Widerlager 40 und der Bremsbacke 13 vorhanden.