DE1291505B - Verfahren zur Herstellung von Formkoerpern, insbesondere von Platten aus Vegetabilien - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von Formkoerpern, insbesondere von Platten aus VegetabilienInfo
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Classifications
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Description
- Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von Formkörpern, insbesondere von Platten, aus Vegetabilien, wobei die Platten zur Dämmung gegen Wärme, Kälte und Schall sowie als Zwischenlagen dienen sollen.
- Zur Herstellung von Platten oder anderen Formkörpern aus Holzstoffen oder ähnlichen faserhaltigen Vegetabilien sind seit langem die verschiedensten Verfahren bekannt. Am gebräuchlichsten sind die Verfahren zur Herstellung von Holzfaserplatten und Spanplatten.
- Bei der Herstellung von Holzfaserplatten muß der Rohstoff, vorwiegend Holzabfälle oder Einjahrespflanzen, mechanisch zerkleinert, thermochemisch behandelt und danach nochmals gemahlen werden.
- Darauf wird bei den meisten Verfahren dem derart aufbereiteten Rohstoff ein Bindemittel, vorwiegend Kunstharz, zugegeben, worauf dann die sogenannte Flotte, das ist der Faserbrei in großer Verdünnung, auf einer Siebanlage zu Platten geformt wird. Danach wird dem Formling soweit wie möglich das Wasser entzogen und dieser in einer Heißpresse bei einer Temperatur von etwa 2000 C und bei Drücken von 30 bis 50 kp/qcm zur fertigen Hartfaserplatte gepreßt.
- Im Gegensatz zu diesem sogenannten Naßverfahren ist die Herstellung von Spanplatten ein Trockenverfahren, wobei der Rohstoff ebenfalls vorwiegend aus Holzabfällen oder Einjahrespfianzen besteht.
- Auch hierbei wird, wie in dem zuerst genannten Verfahren zur Herstellung von Faserplatten, der Rohstoff auf eine zweckmäßige Größe zerkleinert, getrocknet und mit Bindemitteln, meistens mit Kunstharzen, benetzt. Der derart vorbereitete Rohstoff wird dann zu Kuchen geformt und in einer Heißpresse zu fertigen Spanplatten gepreßt.
- All diesen Verfahren ist gemeinsam, daß der Rohstoff vorwiegend mit Bindemitteln versehen wird, damit eine gute Haltbarkeit erzielt werden kann. Darüber hinaus sind beim Preßvorgang verhältnismäßig große Drücke notwendig, wodurch aufwendige und komplizierte Preßanlagen erforderlich werden.
- Schließlich ist noch hervorzuheben, daß der Rohstoff vor der Verarbeitung erst einem umfangreichen Aufbereitungsprozeß unterworfen werden muß, der den Einsatz weiterer Maschinen zur Folge hat.
- Diese Nachteile werden durch das Verfahren gemäß der Erfindung beseitigt, indem Kokosmark - ohne oder mit in an sich bekannter Weise verwendeten Kokosfasern vermischt - in leicht feuchtem Zustand verformt und das Formstück bei einer Temperatur von etwa 1500 C und etwa 3 bis 15 kp/qcm je nach gewünschter Dichte fertiggepreßt wird.
- Das Verfahren benutzt als Rohstoffe Kokosmark oder ein Gemisch aus Kokosmark und Kokosfasern.
- Diese beiden Materialien bilden zusammen die äußere dicke Schale der Kokosnuß, die als Isolationsschicht dient und in der das Kokosmark von den Kokosfasern durchzogen ist. Man erhält die Rohstoffe entweder durch das Aufschlagen der äußeren dicken Schale der Kokosnuß oder als Rückstände bei der Gewinnung von Kokosfasern aus der genannten Schale. Das Kokosmark fällt dabei fast durchwegs in der Form an, wie es später zur Verarbeitung gemäß der Erfindung benötigt wird. Bisher konnte das Kokosmark zu nichts weiter verwendet werden, da dieser Stoff weder verrottet oder ver- brannt werden kann noch für irgendwelche anderen Zwecke zu gebrauchen war. Durch das Verfahren wird das Kokosmark erstmals einer nutzbringenden Verwendung zugeführt, wobei die Aufbereitung des Kokosmarks oder des Gemisches aus Kokosmark und Kokosfasern überraschend einfach ist.
- Darüber hinaus ist besonders bemerkenswert, daß den Rohstoffen gemäß der Erfindung keine Bindemittel, wie bei den bisher bekannten Verfahren zugesetzt werden müssen. Schließlich wäre noch hervorzuheben, daß die notwendigen Pressen wesentlich einfacher und kleiner ausgebildet sein müssen als bei den bisherigen Herstellungsmethoden und daß, im ganzen gesehen, die maschinelle Einrichtung für eine Fertigungsanlage weit billiger ist als die für die Verarbeitung von Holz oder Einjahrespflanzen notwendigen Maschinen.
- Bei Verwendung eines Gemisches aus Kokosmark und Kokosfasern als Rohstoff ist es zweckmäßig, wenn der Anteil der Kokosfasern etwa 10 bis 40o beträgt, da dadurch eine gleichmäßige Dichte und Struktur der Formkörper erreicht wird. Daneben sind natürlich auch andere Mischungsverhältnisse möglich.
- Normalerweise ist es nicht notwendig, die Rohstoffe besonders aufzubereiten, wodurch sich die sonst erforderlichen Anlagen für die Zerkleinerung und entsprechende Vorbehandlung erübrigen. In manchen Fällen ist es jedoch von Vorteil, wenn die Kokosfasern vor dem Verformen auf eine Faserlänge zerkleinert werden, die ein Zusammenballen verhindert. Im allgemeinen sollte die Faserlänge höchstens 15 mm betragen.
- Gewöhnlich werden die Rohstoffe in leicht feuchtem Zustand verformt. Um jedoch eine einheitliche Feuchte zu erhalten, ist es zweckmäßig, wenn die Rohstoffe vor dem Verformen getrocknet und danach entsprechend gleichmäßig angefeuchtet werden. Der Vorgang ist dann der gleiche wie bisher geschildert.
- Die in dem Kokosmark und den Kokosfasern enthaltenen Rohstoffe ergeben unter Mitwirkung von Wasserdampf eine Bindung, die auch dann nicht nachläßt, wenn die nach dem erfindungsgemäßen Verfahren hergestellten Platten oder anderen Formkörpern den normalen äußeren Beanspruchungen beispielsweise einer Dämmplatte bekannter Bauart ausgesetzt werden. Die Platte aus Kokosmark ist stabil in ihrer Festigkeit und beständig in ihrer Form. Selbst nach einer Feuchtigkeitsaufnahme, durch die sie zum Quellen gebracht wird, geht sie in ihre ursprüngliche Form wieder zurück, ohne an Festigkeit verloren zu haben. Darüber hinaus ist die Platte stark feuerhemmend und brennt nicht mit einer Flamme.
- Die Platte ist als dünne oder dicke Bauplatte für Dämmzwecke für Wärme, Kälte und Schall zu verwenden.
Claims (4)
- Patentansprüche: 1. Verfahren zur Herstellung von Formkörpern, insbesondere von Platten, aus Vegetabilien, d a -durch gekennzeichnet, daß Kokosmark - ohne oder mit in an sich bekannter Weise verwendeten Kokosfasern vermischt - in leicht feuchtem Zustand verformt und das Formstück bei einer Temperatur von etwa 1500 C und etwa 3 bis 15 kp/qcm je nach gewünschter Dichte fertiggepreßt wird.
- 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß bei Verwendung eines Gemisches aus Koksmark und Kokosfasern der Anteil der Kokosfasern vorzugsweise etwa 10 bis 40e/o beträgt.
- 3. Verfahren nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Kokosfasern vor dem Verformen auf eine Faserlänge bis etwa 15 mm zerkleinert werden, die ein Zusammenballen verhindert.
- 4. Verfahren nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Rohstoffe vor dem Verformen getrocknet und danach gleichmäßig angefeuchtet werden.
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1964
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Non-Patent Citations (1)
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