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Die Erfindung bezieht sich auf eine Klaviatur-Jacquardkartenschlagmaschine
zum querreihenweisen Schlagen von Jacquardkarten für mehrfarbige Gewebe, insbesondere
Teppiche, mit einer Einrichtung zur Erleichterung des gleichzeitigen Lesens und
Schlagens aller Farben der Patrone, bei welcher beim Lesen der Patronenpunkte eine
der Farbe derselben zugeordnete Klaviaturtaste gedrückt wird, die einer Tastengruppe
angehört, welche eine der Zahl der zu lesenden Farben entsprechende Zahl von unmittelbar
nebeneinanderliegenden Tasten umfaßt.
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Die bekannten Kartenschlagmaschinen zur Herstellung von Jacquardkarfen
ohne Einrichtung zur Erleichterung des gleichzeitigen Lesens und Schlagens aller
Farben dei# Patrone sind üblicherweise mit einer sechzehntastigen Klaviatur ausgerüstet,
wobei jeder Taste ein Lochstempel. zugeordnet ist, der bei Betätigung der Taste
in Arbeitsstellung zu bringen ist. Nachdem sämtliche für einen Schlag erforderlichen
Lochstempel in Arbeitsstellung gebracht sind, wird ein Schlagwerk betätigt, durch
das die in Arbeitsstellung befindlichen Lochstempel in die Jacquardkarten entsprechende
Löcher einschlagen. Nach erfolgtem Schlag wird die Jacquardkarte für den nächsten
Schlag ein kleines Stück weitergerückt, und der vorbeschriebene Vorgang erfolgt
dann von neuem. Beim Schlagen von Jacquardkarten zur Herstellung mehrfarbiger Waren,
insbesondere Teppichen, wird bei diesen Maschinen so vorgegangen, daß sämtliche
Farben direkt ohne Vorkarten auf eine Karte geschlagen werden. Dabei werden jeder
Farbe so viele Lochstempel zugeordnet, wie der Beziehung »Gesamtzahl der Stempel
zu Anzahl der Farben« entspricht. Das heißt also', daß beim Schlagen einer fünffarbigen
Ware auf einer sechzehntastigen Kartenschlagmaschine für jede Farbe, gemäß der Beziehung
16: 5 = 3, Rest 1, drei Lochstempel und damit drei Tasten zur Verfügung
stehen. Der sechzehnte Lochstempel wird dabei ungenutzt gelassen. Bei einer vierfarbigen
Ware wären es vier Lochstempel, bei einer dreifarbigen fünf Stempel usw. Bei einer
vierfarbigen Ware würde natürlich auch der sechzehnte Stempel benutzt, da 16 durch
4 teilbar ist.
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Das Folgende bezieht sich auf eine fünffarbige Ware. Es gilt aber
analog auch für zwei-, drei-, vierfarbige Waren usw. Für das Schlagen einer fünffarbigen
Ware stehen also, wie erwähnt, für jede Farbe drei Lochstempel zur Verfügung. Für
einen Schlag können daher auch immer nur drei Lochstempel in Arbeitsstellung gebracht
werden. Nach erfolgter Lochung mit diesen drei Lochstempeln muß die Karte für den
nächsten Schlag um ein entsprechendes Stück weitergerückt werden. Sind nun beispielsweise
der Farbe I die Tasten 1, 2, 3, der Farbe II die Tasten 4, 5, 6, der Farbe III die
Tasten 7, 8, 9, der Farbe IV die Tasten 10, 11, 12 und der Farbe V die Tasten 13,
14, 15 zugeordnet und erscheinen auf der das fünffarbige Teppichmuster enthaltenden
Patrone für einen Schlag hintereinander jeweils die gleichen Farben, so sind sämtliche
zu dieser Farbe gehörigen Tasten zu drücken. Erscheint jedoch beispielsweise zunächst
die Farbe III, dann die Farbe II und dann vielleicht die Farbe IV, so ist für die
Farbe III die zugehörige erste Taste 7, für die Farbe II die zugehörige zweite Taste
5 und für die Farbe IV die dritte Taste 12 zu drücken. Es ist beim Schlagen also
nicht nur darauf zu achten, daß die richtige Farbe angeschlagen, sondern auch noch
darauf, daß innerhalb der zu einer Farbe gehörigen Tastengruppe entsprechend der
Reihenfolge der Farben auf der Patrone die richtige Taste gedrückt wird. Das erfordert
eine sehr große Konzentration, da man sich bei den vorhandenen sechzehn Tasten sehr
leicht verschlagen kann. Der Einsatz von geübten Hilfskräften ist praktisch unmöglich.
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Zur Erleichterung des vorstehend beschriebenen komplizierten Lese-
und Schlagvorganges bei Benutzung einer sechzehn Tasten aufweisenden Maschine ohne
Sondereinrichtung ist bereits eine Maschine der eingangs genannten Art geschaffen
worden (deutsches Gebrauchsmuster 1786 400). Dieselbe weist an Stelle der bekannten
Klaviatur, bei der die Tasten in einer Reihe nebeneinander liegen, gruppenweise
untereinander angeordnete Tasten auf, wobei jede Gruppe eine Farbe umfaßt. Dabei
bleibt jedoch der Nachteil bestehen, daß alle sechzehn Tasten, also für jede Farbe
mehrere Tasten, bedient werden müssen.
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Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine Kartenschlagmaschine
ohne diesen Nachteil dieser bekannten Maschine zu schaffen.
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Die Lösung dieser Aufgabe besteht darin, daß eine einzige, eine der
Zahl der zu lesenden Farben entsprechende Zahl von Tasten umfassende Tastengruppe
zur Steuerung sämtlicher Lochstempel vorgesehen ist, daß diese Tastengruppe beim
aufeinanderfolgenden Lesen der Patronenpunkte nacheinander an entsprechend große
Lochstempelgruppen mittels Schalteinrichtung zur Steuerung des der gedrückten Taste
innerhalb der Lochstempelgruppe entsprechenden Lochstempels anschließbar ist und
daß die Schaltungen der Schalteinrichtung jeweils durch das Drükken der Tasten beim
Lesen der aufeinanderfolgenden Patronenpunkte auslösbar sind. Da insgesamt nur so
viele Tasten zu betätigen sind, wie Farben vorkommen, braucht sich die Bedienungsperson
jeweils nur auf das Lesen eines Patronenpunktes zu konzentrieren. Dadurch wird das
fehlerfreie Schlagen der Jacquardkarte sehr erleichtert. Ungeübte Bedienungspersonen
können sich leicht einarbeiten und zudem von Anfang an schneller arbeiten als bisher.
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Bevorzugte weitere Ausführungsformen der Erfindung ergeben sich aus
den Unteransprüchen. Nachfolgend ist ein Ausführungsbeispiel der Erfindung an Hand
der Zeichnung beschrieben. In dieser zeigen F i g. 1 bis 3 eine Vorderansicht, eine
Draufsicht und eine Seitenansicht einer erfindungsgemäßen Maschine, F i g. 4 bis
11 Einzelheiten des mechanischen Teiles der Maschine, in vergrößertem Maßstab verschiedener
Ansichten und Schnitte, F i g. 12 ein elektrisches Schaltschema der Maschine und
F i g. 13 eine Schemaskizze zur Verdeutlichung dei Arbeitsweise des Erfindungsgegenstandes.
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Die erfindungsgemäße Maschine 1 weist einen elektrischen Steuerungsteil,
dessen wesentliche Teile irr Schaltschrank 2 untergebracht sind (F i g. 1), sowie
einen mechanischen Teil, dessen Einzelheiten in der F i g. 4 bis 11 näher dargestellt
sind und auf die nachfolgend zuerst eingegangen werden soll, auf.
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An einem üblichen Maschinengestell 3 ist eir Wagen 4 mit dem zu lochenden
Jacquardkarten. band 5 (beispielsweise System Verdol) in Längsrich. tung des Gestelles
3 verfahrbar angeordnet (F i g. 4,5)
Das Jacquardkartenband ist
auf einer Abwickelrolle 6 und einer Aufwickelrolle 7 montiert und führt sich beiderseits
eines starr mit dem Gestell 3 verbundenen Lochtisches 8 in steuerbaren Walzen 9
und 10, die mit den Walzen in entsprechende in dem Jacquardkartenband 5 vorgesehene
Löcher 11 eingreifen.
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Oberhalb des Lochtisches 8 ist ein Schlagwerk 12 angeordnet, das über
ein Gestänge 13 auf und ab bewegbar ist und von vier Zapfen 14 geführt ist. In die
Bodenplatte 15 des Schlagwerkes 12 sind Lochstempel 16 lose in entsprechende Führungslöcher
eingehängt. Mit ihrer Spitze sind die Lochstempel 16 in einer starr mit dem Gestell
3 verbundenen und oberhalb des Lochtisches 8 gelegenen Platte 17 geführt. Weder
bei abgesenktem Zustand der Platte 12, wenn das Jacquardkartenband gelocht wird,
noch bei angehobenem Zustand (F i g. 4., 6) können die Lochstempel 16 aus dieser
Platte 17 herausrutschen, so daß sie immer sicher geführt sind.
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Jeder der beiden parallel verlaufenden Reihen aus acht Lochstempeln
16 sind zwischen der Bodenplatte 15 und der Kopfplatte 18 des Schlagwerkes 12 Druckleisten
19 zugeordnet, wobei zu jedem Lochstempel 16 eine Druckleiste 19 gehört. Die Druckleisten
19 sind derart verschiebbar angeordnet, daß sie entweder über die zugehörigen Lochstempel
16 (Arbeitsstellung) oder aber außerhalb von diesen zu bringen sind. Die
Verschiebung der Leisten 19 erfolgt über Stangen 20, 21, wobei die Stangen 21 durch
Magneten 22 zu betätigen sind. In der Arbeitsstellung befindet sich beispielsweise
in F i g. 6 die Druckleiste 191y, während die Druckleiste 191 sich außerhalb der
Arbeitsstellung befindet. In F i g. 7 läßt sich derselbe Sachverhalt erkennen; hier
sind für sämtliche Druckleisten 19 der rechten Hälfte die Arbeitsstellung und für
die linke Hälfte die Außerarbeitsstellung veranschaulicht.
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Beim Niedergehen des Schlagwerkes 12 senken sich zunächst alle Lochstempel
16 ab; während jedoch diejenigen Lochstempel, über denen sich keine Druckleiste
19 in Arbeitsstellung befindet, beim Auftreffen auf das Sacquardkartenband 5 stehenbleiben
und sich bei weiterer Absenkung des Schlagwerkes 12 durch die Bodenplatte 15 in
die Kopfplatte 18 hineinbewegen, werden die übrigen Lochstempel 16 von den in Arbeitsstellung
befindlichen Druckleisten 19 erfaßt und schlagen ein Loch in das Jacquardkartenband
5. Auf die Steuerung der Druckleisten 19 bzw. der Magneten 22 wird später bei Erörterung
des Schaltschemas noch näher eingegangen.
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Der jeweilige Arbeitstakt, das Absenken des Schlagwerkes 12, erfolgt,
nachdem sämtliche bei dem betreffenden Schlag zu betätigenden Druckleisten 19 in
Arbeitsstellung gebracht worden sind; bei einer fünfchorigen Ware sind dies also,
entsprechend der Beziehung 16: 5=3, Rest 1, drei Druckleisten 19, bei einer
vierchorigen Ware vier Druckleisten 19, bei einer dreichorigen Ware fünf Druckleisten
19 usw. Nach dem Arbeitstakt wird beim Wiederanheben des Schlagwerkes 12 der Wagen
4 um ein kleines Stück verschoben, so daß das Jacquardkartenband 5 für einen neuen
Schlag freigegeben ist. Nachdem auf diese Weise ein Feld des Bandes - auch als Einzelkarte
bezeichnet - vollgeschlagen ist, wird der Wagen 4 wieder zurückgefahren und werden
von Hand die Walzen 9 und 10 betätigt, so daß die nächste Einzelkarte gelocht werden
kann. Die Betätigung der Walzen 9 und 10 könnte selbstverständlich auch automatisch
erfolgen. Wie schon angedeutet, erfolgt die Betätigung des Schlagwerkes 12 über
das Gestänge 13. Dieses Gestänge 13 wird von einem Exzenter 23 bewegt, der über
einen Riementrieb 24 von einem Motor 25 anzutreiben ist (F i g. S bis 11). Zwischen
dem Riementrieb 24 und dem Exzenter 23 ist eine Kupplung 26 vorgesehen, die von
einem steuerbaren Magneten 27 über eine Sperrklinke 28 betätigt wird. Bei angehobener
Sperrklinke 28 wird die Kupplung 26 angeschaltet. Nach genau einer Umdrehung - dabei
hat sich das Schlagwerk 12 einmal ab- und wieder aufwärts bewegt - rastet die Sperrklinke
28 wieder ein und schaltet dabei die Kupplung 26 aus.
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Von dem Exzenter 23 wird neben dem Gestänge 13 auch gleichzeitig noch
ein weiteres Gestänge 29 betätigt. Das Gestänge 29 hat die Aufgabe, den Wagen 4
nach einer erfolgten Lochung des Jacquardkartenbandes 5 um einen Schritt weiter
zu befördern, damit die nächste Lochung erfolgen kann. Das Gestänge 29 besitzt zunächst
einen Hebel 29a, der starr auf der Welle 30 sitzt, die er mit dem Gestänge 13 gemeinsam
hat und die bei einer Bewegung des Exzenters 23 ausgelenkt wird. Dadurch wird eine
Stoßstange 29 h in Bewegung gesetzt, die mit ihrem einen Ende einen Schalter 31
zu betätigen vermag, der die Magneten 22 abschaltet, wodurch sämtliche sich in Arbeitsstellung
befindlichen Druckleisten 19 wieder in die Außerarbeitsstellung gebracht werden.
Ferner wird von der Stoßstange 29b noch ein weiteres Teilgestänge 29 c betätigt,
das mit einer an dem Wagen 4 starr befestigten Zahnstange 32 in Verbindung steht
und somit den Wagen 4 entsprechend dem Exzenterhub jeweils um einen Schritt vorzuziehen
vermag. Es ist erforderlich, daß die Betätigung des Teilgestänges 29c so einreguliert
ist, daß die Zahnstange 32 erst in Bewegung gesetzt wird, wenn sich das Schlagwerk
12 wieder nach oben bewegt. Dies läßt sich leicht durch eine entsprechende Einstellung
von Anschlagstücken 29d, in die das Teilgestänge 29c eingreift, erreichen. Ferner
ist darauf zu achten, daß auch der Schalter 31 erst betätigt wird, wenn die Lochung
vollzogen ist.
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Insgesamt kann der Arbeitsablauf in der Maschine 1 wie folgt zusammengefaßt
werden: 1. Einrücken in Arbeitsstellung sämtlicher füj einen Schlag erforderlichen
Druckleisten 19.
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2. Lösen der Sperrklinke 28 und damit Ausführung des Schlages durch
das Schlagwerk 12 über das Gestänge 13.
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3. Nach erfolgtem Schlag beim Hochgehen des Schlagwerkes 12 Betätigung
der Zahnstange 32 über das Gestänge 29 sowie gleichzeitig Außerarbeitsstellungbringen
der Druckleiste 19 über einen von der Stoßstange 29b zu betätigenden Schalter 31.
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Von diesen genannten drei Arbeitsgängen erfolgt lediglich der erste
teilweise manuell durch Betätigung von entsprechenden Kontakttasten, während alle
anderen automatisch gesteuert werden. Und zwar erfolgt die manuelle Betätigung derart,
daß für eine mehrchorige Ware jedem Chor nur eine mechanisch von Hand zu betätigende
Taste 33 einer an dem Maschinengestell 3 angebrachten Tastatur zugeordnet ist.
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Gemäß dem Schaltschema (F i g. 12) ist der elektrische Teil der Maschine
für eine fünfchorige Ware eingerichtet. Von den sechzehn Magneten 221 bis 22".j
sind jeweils drei Magneten einer der Tasten 31
zugeordnet, und zwar
Magnet
221 bis 22,11 Taste 33"
Magnet 221v bis 22,1 Taste 33,I, Magnet 22v" bis 221x
Taste 3311, usw.
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Zu den Magneten 22 gehören auch noch Relais 34, die genau wie die
Magneten 22 in Dreiergruppen je einer der Tasten 33 -zugeordnet sind.
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Als Stromquelle dient ein an ein Stromnetz anschließbarer Transformator
35 mit (nicht gezeichnet) vorgeschaltetem Gleichrichter. Die Minusphase der Stromquelle
führt zunächst zu den Kontakten 36 der Tasten 33. Je nachdem, welcher der Kontakte
36 geschlossen ist, fließt die Minusphase über einen der Stecker 37 zu der entsprechenden
Relaisgruppe 34. In dem Ausführungsbeispiel ist der Einfachheit halber nur die Verdrahtung
für die Taste 33, eingezeichnet; bei einem Druck auf die Taste 331 schließt sich
der Kontakt 361, so daß die Minusphase über die Stecker 371 an den Relais
341 und 34111 anliegt.
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-7- Die Plusphase der Stromquelle liegt direkt an allen Relais
34 an, so daß bei einem Druck auf eine entsprechende Taste 33 ein die zugehörige
Relaisgruppe 34 enthaltender Stromkreis geschlossen ist und dadurch die Kontakte
34" der Relais angezogen werden. Gemäß dem Schaltschema werden also bei einem Druck
auf die Taste 331 sämtliche Kontakte 34" 1 bis 34,13 der Relaisgruppe 341 bis 34111
angezogen. über die geschlossenen Kontakte 34" soll die Plusphase der Stromquelle
an die Magneten 22 angeschlossen werden. Obwohl jedoch bei einem Druck, beispielsweise
auf die Taste 331, sämtliche Kontakte 34", bis 34, 3 geschlossen werden, findet
nur über einen einzigen dieser Kontakte ein Stromfluß zu dem entsprechenden Magneten
der zugehörigen Gruppe von Magneten 221 bis 22111, die mit. ihrer Minusphase direkt
an der Stromquelle liegt, statt, so daß auch nur dieser eine Magnet 22 angezogen
wird und damit nur eine einzige Druckleiste 19 in Arbeitsstellung gebracht wird.
Die Steuerung der über die Kontakte 34" zu den Magneten 22 fließenden Plusphase
geschieht auf die folgende Weise: Von der Stromquelle führt die Plusphase zunächst
zu einem Schaltband 38 und fließt von hier je nach der Stellung des zugehörigen
Schaltbandkontaktes 38" über die Leitungen a, b oder c zu einer der Steckerreihen
39, bis 39, (in der gezeigten Stellung führt die Plusphase über die Leitung
a zu der Steckerreihe 39a). An der Steckerreihe 39, wird die Plusphase so
verzweigt, daß sie mit den Kontakten 34"l, 34"4> 34"7y 34.1. usw. verbunden ist
(in der Zeichnung ist der Einfachheit halber nur die Verbindung mit dem -Kontakt
34" 1 und 34,14 gezeichnet). Von der Steckerleiste 39b wird die über die Leitung
b fließende Plusphase so verteilt, daß sie an den Kontakten 34"" 34"" usw. liegt,
und in analoger Weise findet von der Steckerleiste 39, eine solche Aufteilung statt,
daß die über die Leitung c fließende Plusphase mit den Kontakten 34"", 34" , usw.
verbunden ist.
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Bei einem Druck auf die Taste 33, kann also entsprechend der Stellung
des Schaltkontaktes 38" lediglich ein Plusstrom über den Kontakt 34a 1 zu dem Magnet
221 fließen und diesen dadurch anziehen. Bei einem Druck auf die Taste 3311 würde
entsprechend über den Kontakt 34a4 ein Strom zu dem Magneten 221v, also ebenfalls
den ersten Magneten der zweiten Relais-Gruppe 221v bis 22v, fließen und diesen anziehen.
Das gilt .in analoger Weise für sämtliche andere Tasten. Jedesmal würde beim Druck
auf eine der Tasten 33 in der gezeigten Stellung des Schaltkontaktes 38" jeweils
der erste Magnet der zugehörigen Relaisgrüppe angezogen werden.
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Gleichzeitig mit dem Anziehen eines Magneten 22 wird noch ein von
dem bewegten Weicheisenkern 22" dieses Magneten betätigter sogenannter Selbsthaltekontakt
40 eingeschaltet, der bewirkt, daß jetzt die Plusphase von der Stromquelle direkt
zu diesen Magneten 22 und nicht über die Kontakte 34" fließt. Das ist aus folgendem
Grund erforderlich. Beim Loslassen der gedrückten Taste 33 löst sich auch sofort
wieder der zugehörige Kontakt 34" des entsprechenden Relais 34, 'so daß der Stromfluß
über den Kontakt 34" zu dem gerade betätigten Magneten 22 wieder unterbrochen wird.
Der Magnet 22 muß aber so lange angezogen bleiben, bis alle drei für einen Schlag
erforderlichen Magneten 22 bzw. Druckleisten 19 in Arbeitsstellung gebracht und
der Schlag ausgeführt ist; erst dann dürfen sich die Magneten wieder lösen und damit
in Außerarbeitsstellung gebracht werden. Dies geschieht, wie schon bei Erläuterung
des mechanischen Teiles ausgeführt, durch Betätigung des Schalters 31, wodurch die
zu den Magneten führende Minusphase wieder unterbrochen wird.
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Beim Herunterdrücken einer der Tasten 33 wird mit geringer Verzögerung
gegenüber der Schließung der Kontakte 36 über einen Hebel 41 noch ein weiterer Kontakt
42 geschlossen. Dadurch bekommt eine Kupplung 38b eines während des Betriebes
der Anlage ständig laufenden (nicht gezeichneten) Motors Strom, wodurch der Schaltkontakt
38" um ein kleines Stück weitergerückt wird (in der Zeichnung von der Leitung
a zu der Leitung b). Dadurch wird erreicht, daß beim zweiten Herunterdrücken
einer der Tasten 33 jeweils der zweite Magnet einer Relaisgruppe angezogen wird,
also Magnet 2211 oder 22v usw. Beim dritten Tastendruck, bei dem der über das Schaltband
38 fließende Plusstrom über die Leitung c geführt wird, betätigt der Kontakt 42
neben der Kupplung 381, noch gleichzeitig die Kupplung 26, die das Schlagwerk
12, wie anfangs erwähnt, in Tätigkeit setzt.
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Mit der Maschine wird wie folgt gearbeitet: Gegeben sei die in der
F i g. 13 rechts dargestellte Patrone einer fünffarbigen bzw. fünfchorigen Ware.
Die fünf vorgesehenen Farben Weiß, Grün, Gelb, Blau und Rot sind auf der Patrone
mit den Buchstaben a, b, c,
d, e, auf der Tastatur 33 sowie den entsprechend
zugeordneten je drei Lochstempeln (in der Zeichnung mit Platine bezeichnet) mit
I, 1I, 11I, IV und V bezeichnet.
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Für den ersten Schlag erscheinen auf der Patrone die Farben Grün,
Grün, Rot. Diese werden wie folgt geschlagen: Zunächst wird die der Farbe Grün entsprechende
Taste II der Tastatur 33 gedrückt, wodurch, wie aus dem Schaltplan in F i g. 12
ersichtlich, der Schaltkontakt 38" des Schaltbandes 38, der an der Leitung a anliegt,
den zugehörigen Magneten 221v in die Arbeitsstellung bringt. Anschließend wird die
Taste II nochmals gedrückt, nachdem das Schaltband 38 mit seinem Schaltkontakt
38, von der Leitung a zu der Leitung b gerückt ist. Dadurch wird der Magnet
22v, also der zweite Magnet, der zu der Taste II gehörenden Magnetgruppe 221v bis
22v, in Arbeitsstellung gebracht. Nunmehr wird die Taste V gedrückt, nachdem wiederum
das Schaltband 38 um ein kleines Stückchen vorgerückt ist und der Schaltkontakt
38" an der Leitung c anliegt. Bei dieser Stellung des Schaltbandes 38 wird der Magnet
22xv in Arbeitsstel-
Jung gebracht, also der dritte Magnet der zu
dieser Taste gehörenden Magnetgruppe 22g111 bis 22X1..
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Jetzt erfolgt das Stanzen der drei Löcher für die ersten drei Patronenpunkte,
wie auf der Karte in F i g. 13 eingezeichnet, und anschließend wird die Karte unter
dem Schlagwerk 12 um ein Stückchen verschoben und kann nun für den zweiten Schlag
vorbereitet werden. Gleichzeitig hat der nächstfolgende Schaltbandkontakt 38a des
Schaltbandes 38 die Leitung a erreicht. Auf der Patrone erscheinen jetzt nacheinander
die Farben Rot, Weiß, Weiß. Demzufolge ist zunächst die Taste V (Rot) zu drücken,
so daß der zugehörige Magnet 22g111 betätigt wird, also der erste der zu der Taste
V gehörenden Magnetgruppe 22g111 bis 22g1-. Auf der Patrone folgt jetzt die Farbe
Weiß, so daß die Taste 1 zu drücken ist, nachdem der Schaltbandkontakt 38" zu der
Leitung b gelangt ist. Dadurch wird der Magnet 2211, also der zweite der zu der
Taste I gehörenden Magnetgruppe 221 bis 221,1, in Arbeitsstellung gebracht. Da jetzt
auf der Patrone nochmals die Farbe Weiß erscheint, wird die Taste I nochmals gedrückt,
nachdem das Schaltband 38 mit seinem Kontakt 38, an der Leitung c anliegt, so daß
der Magnet 22111 betätigt wird. Durch Austausch des Schaltbandes 38 und entsprechende
andere Verdrahtung bzw. Umstöpselung der Steckerreinen 39 und 37 läßt sich der Erfindungsgegenstand
auf das Schlagen von Mustern verschiedener Farbenzahl umstellen. Handelt es sich
z. B. um ein dreifarbiges Muster, stünden also für jede Farbe entsprechend der Beziehung
16: 3 = 5, Rest 1, fünf Lochstempel zur Verfügung, so wären zunächst an Stelle
der Steckerreihen 39" bis 39, zwei weitere Steckerreihen zu belegen. Dabei würden
jedoch von jeder dieser Reihen zur Verzweigung des Stromes nur drei Stecker benötigt.
Von der ersten Reihe müßte nämlich die betreffende Phase jeweils an die Kontakte
34a 1, 34.. und 34.1. angelegt werden, von der zweiten Steckerreihe an die Kontakte
34, =, 34a 7 und 34",l. USW.
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Ferner müßten dadurch, daß fünf Steckerreihen 39 zu benutzen sind,
entsprechend auch fünf Leitungen a, b, c usw. mit diesen in Verbindung stehen.
Demzufolge müßte auch der Abstand der einzelnen Kontakte 38,l zueinander gegenüber
der Darstellung in der F i g. 12 vergrößert werden, so daß erst nach einem fünfmaligen
Rücken des Schaltbandes 38 ein nächster Kontakt 38" wieder an eine mit der Steckerreihe
39, verbundene Leitung zu liegen kommt.
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Bei einer dreichorigen Ware wären entsprechend auch die Stecker
37 sinngemäß umzustöpseln, da lediglich drei Tasten 33 benötigt werden. Die
Umstöpselung müßte so erfolgen, daß an dem zu der Taste 331 gehörigen Schalter 361
einmal die Relais-Gruppen 341 bis 34v, von dem Schalter 3611 die Relais-Gruppe 34v,
bis 34g und von dem Schalter 3611, die Relais-Gruppe 34g1 bis 34gv angeschlossen
sind. Sofern an Stelle einer dreifarbigen Ware nur eine zweifarbige Ware vorliegt,
müssen wieder entsprechende Umstöpselungen erfolgen, da für eine zweifarbige Ware
nur zwei Tasten 33 benötigt werden, andererseits jedoch acht Leitungen
a, b, c usw. und acht Steckerreihen 39.