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Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Herstellen von formbeständigen
Wickelballen als losem, halmförmigem Erntegut, insbesondere Gras oder Heu, mit einem
Wickelraum, an dessem Umfang Wickelwalzen angeordnet sind und in dem axial ein auf
den Ausgang des Wickelraumes gerichteter, drehbar gelagerter und gegebenenfalls
angetriebener Dorn vorgesehen ist, und einer am Ausgang des Wickelraumes angeordneten
Trennvorrichtung zum Abteilen des austretenden Wickelstranges in Wickelballen, wobei
der Dorn den Wickelraum vollständig durchsetzend über dessen Ausgang hinaus verlängert
sowie innerhalb des Wickelraumes auf dessen Ausgang sich verjüngend und außerhalb
des Wickelraumes mit gleichbleibendem Querschnitt ausgebildet ist und das den Wickelraum
überragende Dornende mit einer Ringnut zum Eingreifen des Schneidwerkzeuges der
Trennvorrichtung ausgestattet ist, nach Patent 1246309.
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Bei derartigen Wickelvorrichtungen ist es erforderlich, daß eine möglichst
hohe Formbeständigkeit der Wickelballen nach dem Austreten aus dem Wickelraum und
dem Trennvorgang erhalten bleibt. Es hat sich gezeigt, daß insbesondere der Trennvorgang
hohe Anforderungen an diese Formbeständigkeit stellt.
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Nach dem Hauptpatent ist der den Wickelraum durchsetzende Dorn über
den Wickelraum hinaus verlängert und zur Erzielung einer vollständigen Trennung
des Wickelballens vom Wickelstrang mit einer Ringnut ausgestattet, in die das Trennwerkzeug
eintritt. Es hat sich dabei gezeigt, daß einerseits die mit dem Austreten aus dem
Druckbereich der Wikkelwalzen verbundene plötzliche Entspannung des Wickelstranges
und andererseits die Beanspruchungen während des Trennvorganges eine Beeinträchtigung
der Formhaltigkeit des hohlen Wickelballens verursachen.
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Es ist ferner bekannt, dem Wickelraum einer Wikkelvorrichtung einen
zylindrischen Preßkanal nachzuschalten, den der Wickelstrang durchsetzt, wobei er
durch eine in Austrittsrichtung wirkende Abreißvorrichtung in Wickelballen aufgeteilt
wird. Das Abreißen kann nur bei nicht fest gewickeltem Gut erfolgen, wobei die Abreißflächen
der Ballen außerdem sehr faserig sind, so daß eine schüttgutfähige Formbeständigkeit
nicht erzielbar ist. Der Preßkanal weist ferner ein Mehrfaches der Wickelraumlänge
auf und erzeugt dadurch auf den Wickelstrang einen erheblichen Reibungswiderstand,
der den Wickelvorgang hemmt. Letzteres soll durch einen sich direkt an den Wickelraum
anschließenden, zwangläufig angetriebenen Preßkanalteil vermindert werden. Dadurch
erhöht sich jedoch der Aufwand für eine solche Preßvorrichtung (deutsche Auslegeschrift
1179 415).
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Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, mit einfachen Mitteln die
Formbeständigkeit des Wickelballens zu erhöhen, so daß er Schüttgutfähigkeit erhält
und auch beibehält.
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Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß die Ringnut
als Abstufung ausgebildet ist und der Dorn ein mit dem verringerten Durchmesser
bis zum Ende weitergeführtes Dornende aufweist, wobei der austretende Wickelstrang
vor Erreichen der Abstufung in ein an sich bekanntes zylindrisches Führungsrohr
eintritt.
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Eine besonders gute Formbeständigkeit der Wandung des Hohlraumes im
Wickelballen wird erreicht, wenn nach einer weiteren Ausbildung der Erfindung das
abgestufte Teil des Dorns etwa die Länge eines Wickelballens aufweist.
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Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der Zeichnung schematisch
dargestellt und wird im folgenden näher beschrieben. Es zeigt F i g. 1 eine Draufsicht
auf die gesamte Vorrichtung zum Herstellen der Wickelballen, F i g. 2 eine vergrößerte
Schnittansicht der Wickelvorrichtung, F i g. 3 eine Ansicht der Wickelvorrichtung
gemäß Fig.2.
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Nach F i g.1 weist die Vorrichtung ein einachsiges Fahrgestell t auf,
das über einen Ausleger einen Aufnehmer 2 bekannter Art und einen Rahmen 3 trägt,
auf dem die eigentliche Wickelvorrichtung 4 befestigt ist. Die Verbindung zwischen
dieser und dem Aufnehmer 2 bildet eine Zuführung 5, während die fertigen Wickelballen
6 auf eine Schräge 7 gelangen und dadurch einem Ladegerät 8 zugeführt werden, das
sie in einen nachgeschalteten Sammelbehälter oder Transportwagen 9 fördert.
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Die Wickelvorrichtung 4 besteht aus zwei parallel und mit Abstand
zueinander angeordneten Walzenträgern 10 und 11, die auf dem Rahmen 3 befestigt
sind. In den Walzenträgern 10 und 11 sind eine oder auch mehrere Wickelwalzen
12 am Umfang eines Wickelraumes 13 gelagert. Den Ausgang des Wickelraumes
13 bildet eine entsprechend große öffnung 14 im Walzenträger 11. Konzentrisch zu
den Wickelwalzen 12 ragt ein im Walzenträger 10 drehbar gelagerter Dorn 15 in den
Wickelraum 13 und durchsetzt diesen auf seiner ganzen Länge. Der Dom 15 wird,
beispielsweise von der Zapfwelle des Zugfahrzeugs, in Drehung versetzt. Im dargestellten
Ausführungsbeispiel ist mit dem Dorn 15 ein Zahnrad 16 verbunden, das mit einem
Zahnrad 17 der, z. B. mit gesteuerten Förderzinken ausgestatteten, als Zuführwalze
dienenden Wickelwalze 12' kämmt. Auf diese Weise sind die Zuführwalze 12' und der
Dorn 15 zwangläufig angetrieben. Denkbar ist es selbstverständlich auch, nur den
Dorn 15 oder nur die Wickelwalzen 12 anzutreiben. Aus Zweckmäßigkeitsgründen ist
die mit der Zapfwelle gekuppelte Antriebswelle 18 in der dargestellten Zwillingsausführung
der Wickelvorrichtungen 4 an das Zahnrad 17 der Zuführwalze 12' angeschlossen und
über eine Zwischenwelle 18' zur gegenüberliegenden Zuführwalze 12' der zweiten
Wickelvorrichtung 4 verlängert, so daß über ein weiteres Zahnradpaar 16,17
dessen Dorn 15 angetrieben wird.
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Am Ausgang des Wickelraumes 13 ist eine Trennvorrichtung angeordnet,
die den austretenden Wikkelstrang in die Wickelballen 6 aufteilt. Diese Trennvorrichtung
besteht aus einem etwa radial auf den Wickelstrang wirkenden Trennwerkzeug 19, das
z. B. am inneren Walzenträger 11 oder einer besonderen, auf dem Rahmen 3 ruhenden
Lagerung längsverschiebbar geführt ist und von einem Kurbeltrieb 20 in Bewegung
gesetzt wird. Letzterer kann mit dem Ladegerät 8 in Antriebsverbindung stehen, das
wiederum auf beliebige und daher nicht dargestellte Weise von der Antriebswelle
18 angetrieben ist.
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Der Dorn 15 ist vorzugsweise auf den Ausgang des Wickelraumes 13 zu
sich konisch verjüngend ausgebildet und überragt den Wickelraum 13 mit dem Teil
15'. In Schnittebene des Trennwerkzeugs 19 ist eine Abstufung 27 vorgesehen, wonach
das Dornende 15" mit dem verringerten Durchmesser bis zum Ende
weitergeführt
ist. Dieses zylindrische Dornende 15" weist etwa die Länge eines Wickelballens 6
auf. Zweckmäßig ist es, vor der Abstufung 27 einen im Durchmesser gleichbleibenden
Bereich 15"' vorzusehen, der etwa auf Höhe der am Wickelraumausgang liegenden Stirnflächen
der Wickelwalzen 12 beginnt.
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In die Öffnung 14 des Walzenträgers 11 ist ein zylindrisches oder
etwa zylindrisches Führungsrohr 28 eingesetzt, in das der aus dem Wickelraum 13
herauskommende Wickelstrang eintritt. Für das Trennwerkzeug 19 ist im Führungsrohr
28 eine Eintrittsöffnung 28' vorgesehen. Um das Einführen des Wickelstrangs in das
Führungsrohr 28 zu erleichtern, ist dieses auf seiten des Wickelraumes 13 nach Art
eines Trichters 28" erweitert, der bis in den Bereich zwischen den Wickelwalzen
12 hineingezogen sein kann. Das Führungsrohr 28 reicht in seiner Länge vorzugsweise
mindestens bis zum Ende des Dorns 15. Zweckmäßig hat es sich erwiesen, dem nach
der Abstufung 27 am Dorn 15 gelegenen Teil des Führungsrohrs 28 etwa die Länge von
zwei Wickelballen 6 zu geben.
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Das Führungsrohr 28 kann feststehend, gemäß F i g. 2, ausgeführt oder
auch im wesentlichen drehbar gelagert sein, wie in F i g. 1, rechte Seite, angedeutet
ist. Hierbei ist lediglich das vor dem Trennwerkzeug 19 gelegene Teil des Rohrs
28 mit dem Trichter 28" fest am Walzenträger 11 angeordnet, während
das dem Trennwerkzeug 19 nachgeordnete Rohrteil 28... frei drehbar gelagert
ist und sich mit dem Wickelstrang mitdrehen kann.
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Die mit der Erfindung erzielten Vorteile bestehen insbesondere darin,
daß der austretende Wickelstrang sowohl an seiner Umfangsfläche als auch im Hohlraum
geführt ist, wodurch eine hohe Festigung dieser Flächen herbeigeführt wird. Diese
Führung des Wikkelstranges besteht vor allem während des Trennvorgangs, so daß dieser
und die damit verbundenen Beanspruchungen ohne Einfluß auf die Formbeständigkeit
des abzutrennenden hohlen Wickelballens bleiben. Der Wickelballen verläßt somit
nach einer gewissen Beruhigungszeit innerhalb seines Gefüges zunächst das Dornende
und tritt anschließend aus dein Rohr aus. Der Hohlwickel behält auf diese Weise
seine vorgegebene Form bei.