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Die Erfindung betrifft ein Gerät zum Aufsetzen von Läufern und insbesondere
von ohrenförmigen Läufern auf die Ringe von Spinn- und Zwirnmaschinen mit einer
auf den Ring aufsetzbaren Werkzeuggabel und einem verschwenkbar gelagerten Betätigungshebel,
an welchem eine Klinke aasgelenkt ist, die an ihrem freien Ende einen zum inneren
Angreifen an einer der beiden Krümmungen des aufzusetzenden Läufers bestimmten Aufziehhaken
trägt.
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Bei bisher bekannten derartigen Geräten (z. B. deutsche Patentschrift
1028 919) wird der Läufer zweckmäßig von innen her über die Lauffläche des Ringes
geschoben. Hierbei läßt sich leicht eine Deformation durch Zusammendrücken des Läufers
vermeiden; dennoch verbleibt der Nachteil, daß beim Aufdrücken des Läufers auf den
Ring die eine Läuferkante auf der Lauffläche des Ringes entlangschabt, was zu einer
Beschädigung der in der Regel hochglanzpolierten Lauffläche führt.
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Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, bei einem Gerät der eingangs
genannten Art vorstehend genannte Nachteile zu vermeiden, nämlich die Läufer unter
Ausschließung einer Bruchgefahr durch Deformation möglichst ohne Schaben auf der
Ringgleitfläche auf den Spinnring aufzubringen.
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Diese Aufgabe ist bei dem Gerät nach der Erfindung dadurch gelöst,
daß sich die Klinke bei am Ring angesetztem Gerät angenähert parallel zur Ringachse
erstreckt mit einer am Ring vorbeiführenden Richtung der Folgebewegung bei Verschwendung
des Betätigungshebels, wobei in einer Aufsetzphase, bei welcher die andere Krümmung
des Läufers eine Ringkante umgreift, die Klinke und der Läufer ein Hebelsystem bilden,
dessen ortsfester Drehpunkt die Auflagestelle des Läufers auf der Ringkante ist.
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Bei einem solchen erfindungsgemäß ausgebildeten Gerät wird der Läufer,
nachdem seine Krümmung die Ringkante umgreift, mit seinem anderen Ende durch die
Einwirkung der Klinke bogenförmig um den Ring herumgeschwenkt, so daß die Krümmung
des Läufers nicht mehr auf der Lauffläche des Ringes schleifen kann, es sei denn
in der letzten Phase, unmittelbar bevor das Läuferende hinter der unteren Kante
des Ringes einschnappt. Dies ist möglich durch die Wirkverbindung von Klinke und
Läufer zu einem Hebelsystem, bei welchem die Auflagestelle des Läufers auf der Ringkante
den Drehpunkt und die Krümmung des Läufers mit dem Aufziehhaken an der Klinke die
Gelenkstelle des Hebelsystems bilden. Der hierdurch erzielte technische Fortschritt
liegt nicht zuletzt auch in der Minderung des Kraftbedarfs zum Aufbringen des Läufers
auf den Ring; dieser Kraftbedarf beschränkt sich hier nämlich auf eine momentane
Streckung des Läufers am Ende der Bewegungsphase unmittelbar vor dem Herumführen
des Läuferendes um die Ringkante.
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In der Zeichnung ist ein Gerät der Erfindungsgemäßen Art in beispielsweise
gewählten Ausführungsformen schematisch veranschaulicht. Es zeigt F i g. 1 das Gerät
in Seitenansicht im Schnitt in Ausgangslage, F i g. 2 einen Abschnitt des Gerätes
gemäß F i g. 1 in Draufsicht im Schnitt, F i g. 3 einen Abschnitt des Gerätes gemäß
F i g. 1 im Schnitt in Seitenansicht in größerem Maßstab, F i g. 4 das Gerät gemäß
F i g. 1 nach Beendigung der Aufsetzphase, F i g. 5 einen Abschnitt in Vorderansicht
einer Ausführungsvariante des Gerätes teilweise im Schnitt und F i g. 6 die Ausführungsvariante
gemäß F i g. 5 in Seitenansicht.
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Mit einer Werkzeuggabel 10 ist ein im wesentlichen hohler,
im Gebrauch nach unten offener Handgriff 11 fest verbunden, in welchem ein als Griffstück
ausgebildeter Abzug 12 um die Schwenkachse 13 verschwenkbar gelagert ist. Die Verschwenkung
des Abzuges 12 erfolgt hierbei nach oben in den Handgriff 11 hinein gegen die Vorspannung
einer Feder 14, welche den Abzug 12 in seine untere Extremlage drückt.
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An der innenseitigen ebenen Fläche der Werkzeuggabel 10 ist im wesentlichen
parallel zu dieser ein Hebel 15 angeordnet, welcher um die Schwenkachse
16 verschwenkbar mit der Werkzeuggabel 10 verbunden ist. Ferner ist
der Werkzeughebel 15 an seinem innenseitigen, stufenförmig abgesetzten Ende über
einen Führungsstift 18 an dem einen Ende eines Lenkers 19 aasgelenkt. Das andere
Ende des Lenkers 19 ist hingegen mit einem Bolzen 20 an einem mit
dem Abzug 12 fest verbundenen, etwa U-förmigen Zwischenstück 21 aasgelenkt. Die
Betätigung des Abzuges 12 bewirkt somit über das Zwischenstück 21 und den Lenker
19 eine Schwenkbewegung des Werkzeughebels 15 im Uhrzeigerdrehsinn um die
Achse 16, wie F i g. 4 zeigt. Zur Begrenzung des Weges des Werkzeughebels
15 dient ein verstellbarer Anschlag 22 in Form einer Schraube mit exzentrischem
Anschlagzapfen, der mit dem einen Schenkel des U-förmigen Zwischenstückes 21 zusammenwirkt.
Die automatische Rückstellung des Werkzeughebels 15 erfolgt durch Loslassen des
Abzuges 12, welcher bei seiner Bewegung in die Ruhelage den Werkzeughebel 15 über
das Zwischenstück 21 und den Lenker 19 im Gegenuhrzeigersinn zurückbewegt.
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Am freien, von der innenseitigen Fläche der Werkzeuggabe110 abgesetzten
Ende des Werkzeughebels 15 ist mit diesem verschiebbar ein sich angenähert rechtwinklig
zum Hebel erstreckendes Stoßorgan 23 angeordnet. Zur Aufnahme des Stoßorgans 23
ist das Hebelende mit einem Schlitz 24 (F i g. 2) versehen, in den das eine Ende
des Stoßorgans 23 mit seitlichem Spiel hineinragt und um die Drehachse 26 schwenkbar
im Schlitz 24 gelagert ist. Das seitliche Spiel des Stoßorgans 23 wird von einer
Feder 25 kompensiert. Das Stoßorgan 23 ist somit in zwei Richtungen relativ zum
Hebel 15 bewegbar. Einmal ist es in der Bewegungsebene des Hebels 15 um die
Achse 26 verschwenkbar und ferner quer zur Bewegungsebene des Hebels 15 gegen die
Federkraft der Feder 25 verschiebbar. Das freie Ende des Stoßorgans 23 ist mit einem
gegen die innenseitige Fläche der Werkzeuggabel 10 gerichteten Aufziehhaken 27 versehen,
wie F i g. 3 und 5 mehr im einzelnen veranschaulichen und dessen Zweck nachfolgend
noch näher beschrieben wird.
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Für die Aufnahme einer Mehrzahl von Läufern ist an der äußeren Seitenfläche
der aus dem Handgriff 11 herausragenden Werkzeuggabel 10 quer zur Bewegungsrichtung
des Hebels 15 ein Magazinstab 30 angeordnet, auf welchem die Läufer 31 aufgeschoben
sind (F i g. 2). Der Transport der Läufer in Richtung der Werkzeuggabel erfolgt
dabei durch einen Schieber 32, welcher auf einem parallel zum Magazinstab 30 angeordneten,
als Gleitbahn für den Schieber dienenden Führungsrohr 33 federnd gelagert ist.
Innenseitig
zwischen dem abgesetzten Ende des Werkzeughebels 15 und der Werkzeuggabel 10 ist
an letzterer ein Anschlag 34 angeordnet, an welchem der jeweils auf einen Spinnring
35 aufzusetzende Läufer anschlägt. Um das Gerät auf die verschiedenen Läuferbreiten
einstellen zu können, ist eine Stellmutter 36 (F i g. 2) vorgesehen, welche mit
einem mit dem Anschlag 34 fest verbundenen Gewindezapfen 37 zusammenwirkt und sich
gegen eine Feder 38 außenseitig an der Werkzeuggabel 10 abstützt. Ein den
Anschlag 34 durchdringender, mit der Gabel 10 verbundener Führungsstift 39 verhindert
dabei ein Verschwenken des Anschlages 34.
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Für das Aufsetzen eines sogenannten ohrförmigen Ringläufers auf den
Spinnring 35 wird nun das Gerät an dem Spinnring angesetzt, wofür die Werkzeuggabel
10 an ihrem aus dem Handgriff 11 herausragenden Ende eine Nase 40 aufweist, welche
den Spinnring 35 an dessen unterer Stirnseite 35 a wenigstens teilweise umgreift
und an dessen inneren Mantelfläche 35 c anliegt, wogegen sich eine Aussparung
41 im freien Ende des Anschlages 34 auf der anderen, in der Darstellung oberen
Stirnseite des Spinnringes 35 abstützt, wie insbesondere F i g. 3 deutlich zeigt.
In dieser Auflagestellung des Gerätes auf dem Spinnring befindet sich der am Anschlag
34 anliegende Läufer 31 unmittelbar über der oberen Ringkante, wobei seine hakenförmigen
Enden gegen den Ring gerichtet sind.
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Für das Aufsetzen des Läufers 31 auf den Ring wird nun der Abzug 12
des mit einer Hand umspannten Handgriffes 11 in letzteren hineingedrückt, so daß
der Werkzeughebel 15 seine vorstehend beschriebene Schwenkbewegung ausführt.
Bei dieser Bewegung wird das Stoßorgan 23 in der Darstellung nach unten gedrückt,
wodurch der in Ruhelage des Gerätes sich in die kleinere Krümmung 50 des
am Anschlag 34 anliegenden Läufers 31 erstreckende Aufziehhaken 27 den Läufer ebenfalls
nach unten verschiebt. Der Läufer 31 wird hierbei verschwenkt und umgreift zunächst
mit seiner größeren Krümmung 52 die obere Ringkante 35 b. Nunmehr zieht der innen
am Läufer angreifende Aufziehhaken 27 das gekrümmte Ende 50 des Läufers in einem
Bogen um die innere Mantelfläche 35 c des Ringes herum. Diese Stellung ist in F
i g. 6 veranschaulicht. In der letzten Bewegungsphase des Stoßorgans 23 wird der
Läufer 31 so weit gestreckt, das sein Ende 50 hinter der unteren Ringkante
35 a einschnappt, womit das Aufbringen des Läufers 31 auf den Spinnring 35 beendet
ist. Die hierbei vom Gerät eingenommene Stellung veranschaulicht F i g. 4.
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Um während des vorstehend beschriebenen Vorganges zu vermeiden, daß
schon jetzt ein nachfolgender Läufer 31 vom Magazinstab zum Anschlag gelangt, ist
eine Zunge 60 (F i g. 1 und 2) vorgesehen, welche zwischen Werkzeuggabel 10 und
Hebel 15 beweglich angeordnet ist. Die Zunge 60 ist ebenfalls um die Drehachse
16 mit Hilfe einer Feder 61 verschwenkbar gelagert. In der in F i g.1 gezeigten
Ruhelage des Gerätes wird die Zunge 60 durch den sich in eine Längsnut 62
der Zunge 60 erstreckenden Stift 18 des Lenkers 19 in seiner oberen Extremlage gegen
die Kraft der Feder 61 gehalten. Die Betätigung des Abzuges 12 und die sich daraus
ergebende Bewegung des Lenkers 19 erlaubt der Zunge 60 eine mit dem Stoßorgan 23
synchrone Schwenkbewegung um die Achse 16, welche durch die Federkraft der Feder
61 veranlaßt wird. Die Bewegung der Zunge 60 ist durch einen Anschlag 63 begrenzt
und wird beendet, sobald der dem Anschlag gegenüberliegende Läufer genügend überdeckt
ist, um dessen Nachrutschen zu vermeiden.
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An dieser Stelle sei vermerkt, daß der Kraftbedarf und somit die Beanspruchung
des Gerätes beim Aufziehen des Läufers auf den Ring auf die vorstehend beschriebene
Art gegenüber den bekannten Methoden um mehr als 50 % verringert werden konnte.
Dies ist leicht einzusehen, wenn man bedenkt, daß das Stoßorgan 23 durch seine Beweglichkeit
in der Bewegungsebene des Werkzeughebels 15 relativ zu diesem in einer Folgebewegung
das vom Aufziehhaken erfaßte Läuferende praktisch berührungsfrei mit dem Ring um
diesen herumführt, so daß sich der Kraftbedarf zum Aufbringen des Läufers auf den
Ring auf eine momentane Streckung des Läufers am Ende der Bewegungsphase unmittelbar
vor dem Herumführen des Läuferendes um die Ringkante beschränkt. Dies bedeutet aber
auch eine wesentlich schonendere Behandlung der Läufer sowie des Ringes, was insbesondere
bei der Verwendung von Ringen aus Sintermetallen ins Gewicht fällt.
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Nach dem Aufbringen des Läufers 31 auf den Ring 35 wird nun der Abzug
12 wieder freigegeben, worauf dieser durch die Feder 14 in seine Ausgangsstellung
zurückkehrt. In der ersten Bewegungsphase der Aufwärtsbewegung des Stoßorgans 23
wird zunächst der Aufziehhaken 27 bzw. das Stoßorgan 23 gegen die Kraft der Feder
25 quer zur Bewegungsrichtung des Werkzeughebels 15 ausgelenkt, wobei der Aufziehhaken
außer Eingriff des auf den Ring aufgesetzten Läufers kommt. Ferner bewegt sich die
Zunge 60 noch vor Rückkehr des Stoßorgans 23 in die Ausgangsstellung so weit zurück,
daß ein nächster Läufer vom Magazinstab 30 zum Anschlag 34 gelangt, worauf das Stoßorgan
23 unmittelbar vor Erreichung seiner Ausgangsstellung nochmals quer zur Bewegungsrichtung
des Werkzeughebels 15 ausgelenkt wird, wobei der Aufziehhaken 27 über den
am Anschlag anliegenden Läufer hinweggleitet, so daß der Aufziehhaken 27 nach Erreichung
der Ausgangsstellung in das eine gekrümmte Läuferende eingreift. Nunmehr ist das
Gerät für ein neues Aufbringen eines Läufers auf einen Spinnring betriebsbereit.
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Zur Positionierung des freien Endes des Stoßorgans 23 in der vorstehend
beschriebenen Ausgangslage ist in der Anschlagplatte 34 eine Führungsnut
70 vorgesehen, an deren einen Seite sich der Aufziehhaken 27 und an deren
anderen Seite sich ein etwa parallel zum Aufziehhaken 27 erstreckender, am freien
Ende des Stoßorgans 23 angeordneter Vorsprung 71 abstützt. Dieser
Vorsprung 71 dient zugleich als Sicherung gegen ein Aushängen des beim Aufbringen
eines Läufers auf den Ring vom Aufziehhaken 27 geführten gekrümmten Läuferendes
50, insbesondere in der Bewegungsphase, in welcher der Läufer gestreckt wird, was
ein momentanes Auseinanderspreizen seiner Enden zur Folge hat und wobei das vom
Aufziehhaken beaufschlagte Läuferende ohne den Vorsprung vom Haken abgleiten könnte
(F i g. 4).
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Endlich sei noch erwähnt, daß die Beweglichkeit des Stoßorgans 23
quer zur Bewegungsebene des Betätigungshebels 15 neben der besseren Freigabe des
auf den Ring aufgebrachten Läufers auch gestattet, das Stoßorgan durch die beim
Aufsetzvorgang wirksame Querkraft in Kontakt mit der Innenfläche der
Werkzeuggabel
zu halten. Bei Fehlen der Querkraft übernimmt diese Funktion die Feder 25.
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Für einen zusätzlichen Schutz der unteren Ringkante, insbesondere
bei Verwendung von Ringen aus Sintermetallen, ist bei einer Ausführungsvariante
des Gerätes gemäß F i g. 5 und 6 an der Nase 40 der Werkzeuggabel
10 noch ein Auflaufnocken 40 a vorgesehen, auf welchen das vom Aufziehhaken
27 Transportierte Läuferende 50 während der Streckung aufläuft und von dort ohne
Berührung der Ringkante 35 a hinter dieser einspringt.