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Die Erfindung bezieht sich auf eine Verstell-und Andrückvorrichtung
zum Parallelverstellen der Walzen von Walzenstühlen mit auf die Walzenlager einwirkenden
und zur Aufrechterhaltung eines bestimmten Walzenabstands steuerbaren hydraulischen
Kolben-Zylinder-Einheiten und mit zur Ermittlung der Verstellung der Kolben-Zylinder-Einheiten
dienenden Meßeinrichtungen.
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Derartige Vorrichtungen werden insbesondere bei Reibmaschinen, Kalandern
und ähnlichen Walzenstühlen verwendet. Untersuchungen, insbesondere bei der Herstellung
von Druckfarben, Farbstoffen, Seifen, Schokoladen und anderen pastenförmigen Erzeugnigsen,
haben gezeigt, daß für die Qualität des im Walzenstuhl bearbeiteten Erzeugnisses
die genaue Einhaltung des Walzenspaltes von ausschlaggebender Bedeutung ist. Bereits
eine Veränderung des Walzenspaltes in der Größenordnung von Mikron kann ungünstige
Folgen auf die Qualität der Bearbeitung der hindurchgehenden Masse haben.
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Die Faktoren, die zu einer Veränderung des Walzenspaltes führen können,
sind im wesentlichen die Eigenschaften der zu bearbeitenden Masse, insbesondere
die Viskosität, die Drehgeschwindigkeit der Walzen und die Dehnung oder Auffederung
des Maschinenrahmens, d. h. die Größe, um die sich die Walzenlager unter
Wirkung der auf sie ausgeübten Anpreßkräfte infolge der Elastizität des Maschinenrahmens
voneinander entfernen. Es besteht ein besonderes Problem darin, diese Faktoren zur
Aufrechterhaltung des gewünschten Walzenspaltes genau zu beherrschen und damit ein
einwandfreies Erzeugnis zu gewährleisten.
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Bei einer bekannten Vorrichtung der eingangs angegebenen Art werden
parallele Verschiebungen der beiden Kolben-Zylinder-Einheiten dadurch erzeugt, daß
ein Differenzmechanismus verwendet wird, der durch mit den Kolbenstangen verbundene
Zahnstangen betätigt wird und in Abhängigkeit davon die Zufuhr von Druck in die
Kolben-Zylinder-Einheiten steuert. Ein derartiger Differenzmechanismus mit den beschriebenen
Bauelementen ist nicht geeignet, die Walzenspalte mit der vorstehend angegebenen
geforderten großen Genauigkeit zu regeln oder gleichzuhalten, insbesondere ist es
nicht möglich, die aufgezeigten, für die Veränderung des Walzenspaltes verantwortlichen
Faktoren gleichzeitig zu berücksichtigen und zu beherrschen.
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Es ist ferner bei einer ähnlichen Vorrichtung bekannt, einen annähernd
konstanten Walzenspalt und eine Unabhängigkeit von den auf die Lager ausgeübten
Verriegelungskräften dadurch zu gewährleisten, daß differentiell tarierte Auslaßventile
an den Druckkammern der Hydraulikzylinder vorgesehen sind, die diese Verriegelungskräfte
auf die beiden Walzenenden geben. Diese bekannte Vorrichtung bietet keine Möglichkeit,
den Walzenspalt zwischen den Walzen gleichzuhalten. Es fehlt der bekannten Vorrichtung
die Möglichkeit, den Unterschieden der Walzenspalte Rechnung zu tragen, die sich
daraus i ergeben, daß die Walzen nur an einer Seite für ihren Umlauf angetrieben
werden.
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Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung der eingangs
angegebenen Art zu schaffen, bei der eine genaue Anzeige über die tat- i sächliche
Größe des Walzenspaltes geliefert wird und an Hand dieser Anzeige von Hand oder
selbsttätig derart auf die Walzenanpreßkräfte und/oder auf die Umlaufgeschwindigkeit
der Walzen eingewirkt werden kann, daß alle Veränderungen des Walzenspaltes sogleich
berücksichtigt werden können, so daß die einzelnen Faktoren, die für die Änderung
des Walzenspaltes verantwortlich sind, beherrscht werden. Es soll dadurch mit größtmöglicher
Sicherheit ein einwandfreies Endprodukt aus der zu bearbeitenden Masse gewonnen
werden. Dies soll nicht nur während der Bearbeitung einer Charge, sondern auch während
der Bearbeitung mehrerer aufeinanderfolgender Chargen ermöglicht werden.
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Erreicht wird dies nach der Erfindung dadurch, daß die Meßeinrichtungen
hydraulisch ausgebildet und an die Anpreßkräfte der Walzen aufnehmenden und als
Meßräume wirkenden Kammern der Kolben-Zylinder-Einheiten angeschlossen sind und
daß mit Hilfe von Verstelleinrichtungen die auf die Walzenlager ausgeübten Anpreßkräfte
und/oder die Drehgeschwindigkeit der Walzen zur Einhaltung eines bestimmten gemessenen
Abstandswertes regelbar sind. Dadurch wird ermöglicht, daß der tatsächlich bestehende
Abstand der Walzenlager mit großer Genauigkeit gemessen wird und die auf die Lager
ausgeübte Anpreßkraft und/oder die Drehgeschwindigkeit der Walzen in Abhängigkeit
von dieser genauen Messung geregelt werden können, so daß der Walzenspalt mit größter
Genauigkeit für den je-
weiligen Anwendungsfall gleichgehalten werden kann.
Es wird durch die Erfindung ermöglicht, gleichzeitig das Federn des Maschinenrahmens
zu berücksichtigen und von Hand oder selbsttätig die an den Lagern der Walzen auftretenden
Druckdifferenzen zu korrigieren. Da an beiden Walzenlagern gemessen wird und auf
diese Walzenlager eingewirkt wird, kann erreicht werden, daß sich ein über die Länge
der Walzen konstanter Spalt ergibt, und zwar trotz der Einwirkungen eines nur auf
einer Walzenseite angeordneten Antriebs.
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Wegen der Genauigkeit der Messung und der Genauigkeit der Regelung
ist es möglich, die geforderte Genauigkeit des Walzenspaltes in der Größenordnung
von Mikron zu erreichen.
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Nach einer Ausführungsform. der Erfindung bestehen die Meßeinrichtungen
aus einem in die Meßräume verbindende Meßleitungen eingeschalteten Druckmeßgerät
(Manometer), das zur Ermittlung der Differenzbewegung zwischen den Kolben-Zylinder-Einheiten
dient und über Verstelleinrichtungen auf die Walzenanpreßkräfte einwirkt. Mit Hilfe
dieses Druckmeßgeräts und der erzeugten Differenzmessung ist eine besonders hohe
Genauigkeit in der Einhaltung des Walzenspaltes zu erreichen.
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In weiterer Ausbildung der Erfindung ist an die Meßleitungen des Manometers
ein weiteres Manometer angeschlossen, das auf den Absolutwert des Walzenspaltes
und die Walzendrehzahl einwirkt. Hierdurch kann einerseits die Größe des Walzenspaltes
auf einem bestimmten Wert gehalten werden und andererseits die Walzendrehzahl zur
Einhaltung des Walzenspaltes herangezogen werden.
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Nach einer weiteren Ausführungsform der Erfindung sind zweckmäßig
die Meßleitungen steuerbar mit einem Auslaß oder einem Druckspeicher verbunden.
In weiterer Ausbildung der Erfindung ist es vorteilhaft, daß das die Differenzbewegung
ermittelnde Druckmeßgerät an eine die Walzenanpreßkraft an der nicht angetriebenen
Walzenseite
beeinflussende Verstelleinrichtung angeschlossen ist.
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Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in der Zeichnung dargestellt.
Es zeigt F i g. 1 eine schematische Seitenansicht einer Reibmaschine, F i
g. 2 die Reibmaschine im Schnitt nach der Linie A -A der F
i g. 1, ausgerüstet mit der Verstell-und Andrückvorrichtung nach der Erfindung,
F i g. 3 schematisch das Schaltbild einer Ausführungsform der Verstell- und
Andrückvorrichtung. Die dargestellte Reibmaschine weist in bekannter Weise drei
in Richtung der Pfeile mit progressiven Geschwindigkeiten umlaufende Walzen
1, 2 und 3
auf, d. h., die Walze 3 dreht sich schneller
als die Walze 2, die ihrerseits schneller umläuft als die Walze 1. Die zu
bearbeitende Paste 4, z. B. zur Herstellung einer Druckfarbe, tritt zwischen der
langsamen Walze 1 und der mittleren Walze 2 ein, bleibt an der Walze 2 bei
4 a infolge der höheren Geschwindigkeit haften und geht dann bei 4 b auf
die noch schneller umlaufende Abzugswalze 3 über, von der sie durch einen
Abstreicher 5 abgenommen wird.
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Die Walze 1 läuft in zwei feststehenden Wangen 1
a, 1 b. Die Walze 2 ist »schwebend« gelagert, d. h., sie läuft
in zwei Wangen 2 a, 2 b, die um eine Achse 6 schwenkbar sind.
Auch die Walze 3 läuft in zwei um eine Achse 7 schwenkbaren Wangen
3 a, 3 b.
Bei dieser Anordnung mit schwebender Mittelwalze 2
wird diese zwischen die Walze 1, deren Lager feststehen, und die Abzugswalze
3 gedrückt, die durch Kolben-Zylinder-Einheiten 8, 9 zusammengehalten
werden. Die Reibmaschine kann ferner eine hier schematisch dargestellte Verstelleinrichtung
10 aufweisen, durch die die Achse 6 verstellbar ist, um die Stellung
der Mittelwalze 2 gegenüber den Walzen 1
und 3 zu verändern.
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Die Walzen werden mit verschiedenen Umlaufgeschwindigkeiten durch
ein auf der Seite der Wangen 1 b, 2 b, 3 b angeordnetes
und in F i g. 2 schematisch dargestelltes Rädergetriebe 11 angetrieben.
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Die Andrückvorrichtung weist in bekannter Weise zwei Kolben-Zylinder-Einheiten
8,9 auf, deren Zy-
linder 8 a, 9 a an feststehenden
Wangen 1 b bzw. 1 a
der Walze 1 und deren Kolbenstangen
8 b, 9 b an die beweglichen Wangen 3 b bzw.
3 a der Abzugswalze 3
angeschlossen sind. Die Kammern
8 d, 9 d können zum Andrücken der Walzen unter Druck gesetzt werden.
Das Unterdrucksetzen erfolgt bei der dargestellten Ausführungsform dadurch, daß
die aus einer Wanne 12 entnommene und durch eine Pumpe 13 auf konstanten
Druck gebrachte Flüssigkeit durch ein Rohr 14 und ein Druckregelventil
15 geleitet wird, das parallel einerseits eine mit einem Druckmesser
16 a versehene und in die Kammer 8 d der Kolben-Zylinder-Einheit
8 mündende Leitung 16 und andererseits eine mit einem Druckmesser
17 a versehene und unter Zwischenschaltung eines Druckreduzierventils
18 in die Kammer 9 d der Kolben-Zylinder-Einheit
9 mündende Leitung 17 speist.
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Jedes der Ventile 15 und 18 gestattet es, den stromabwärts
von ihm herrschenden Druck dadurch einzustellen, daß in bekannter Weise ein Teil
der Flüssigkeit in Ableitungen 15 a bzw. 18
a und zur Wanne 12 zurückgeleitet wird. Die Ventile 15 und
18 bilden daher eine Verstelleinrichtung zur Regelung der auf die Walzenlager
ausgeübten Anpreßkräfte.
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Bei stillstehenden Walzen wird die Anpreßkraft dadurch geregelt, daß
mittels des Ventils 15 der durch die Leitungen 16 und 17 in
die Kammern 8 d
und 9 d geleitete Druck geregelt wird, bis die
Walzen 1, 2, 3 in der in der Zeichnung dargestellten Stellung aneinandergedrückt
sind. Die auf den Druckmessern 16 a und 17 a abgelesenen Drücke
sind dann gleich. Wenn die Walzen sich drehen und die Paste 4 mitnehmen, ist, wie
oben bereits erklärt, der von den Walzen auf die Paste ausgeübte Druck größer an
der nicht angetriebenen Seite, d. h. an der Seite der Wangen 1
a, 2 a, 3 a, als an der durch das Getriebe 11 angetriebenen
Seite. Daher wird mit dem Ventil 18 der Druck in der Kammer 9 d verringert,
um die Anpreßkraft an der nicht angetriebenen Seite zu verringern.
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Zur Erzielung einer genauen Regelung der Anpreßkräfte, die automatisch
sein kann, wird die in F i g. 2 dargestellte Vorrichtung verwendet. Ein Differenzdruckmeßgerät
19 ist durch die Meßleitungen 20 und 21 mit den als Meßräume wirkenden Kammern
8 c und 9 c verbunden, die mit Öl gefüllt sind, so daß das
Druckmeßgerät 19 den Druckunterschied zwischen den beiden Kammern
8 c und 9 c anzeigt. Zwischen den Meßleitungen 20 und 21 liegt eine
Nebenschlußleitung 22, die durch zwei Hähne 20 a, 21 a absperrbar ist und
in einen durch den Hahn 23 a betätigten regelbaren Auslaß 23
mündet.
Von der Meßleitung 20 ist über einen Hahn 24 a ein Hilfsdruckmeßgerät 24
abgezweigt.
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Zur Benutzung dieser Vorrichtung wird bei stillstehender Maschine
und voneinander entfernten Walzen zunächst durch Hähne, wie 25 (F i
g. 1), Öl
in die beiden Kammern 8 c und 9 c gefüllt.
Darauf werden diese Hähne 25 geschlossen. Wenn man bei der vorläufigen, bei
stillstehenden Walzen erfolgenden Andrückung in der üblichen Weise vorgeht, werden
die Hähne 20 a, 21 a geöffnet und der Auslaß 23
durch den Hahn
23 a in der Weise geöffnet, daß der Druck in den Kammern
8 c und 9 c, der, da die Kolben der beiden Kolben-Zylinder-Einheiten
beim Zusammenführen der Walzen gleichzeitig und mit gleicher Geschwindigkeit vorgehen,
im wesentlichen gleich ist und auf dem Druckmeßgerät 24 abgelesen wird, nicht einen
Wert erreicht, bei dem das Differenzdruckmeßgerät 19 beschädigt werden könnte.
Wenn die drei Walzen sich berühren und mit dem gewünschten Druck, der an den Druckmeßgeräten
16 a und 17 a abgelesen wird, angedrückt sind, wird zunächst der Hahn
23 a geschlossen, damit die Drücke in den Meßräumen 8 c und
9 c sich durch die Nebenschlußleitung 22 genau ausgleichen. Darauf werden
die Hähne 20 a und 21 a geschlossen. In dieser Stellung sind die Walzen gegeneinandergedrückt,
und der öldruck in den Kammern 8 c und 9 c ist genau gleich.
Das Druckmeßgerät 19 zeigt also einen Differenzdruck Null an.
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Wenn die Walzen in Drehung versetzt werden, geht die Paste 4 zuerst
zwischen den Walzen 1 und 2 und danach zwischen den Walzen 2 und
3 hindurch. Die Walzen entfernen sich auf der Seite der Wangen
1 b, 2 b, 3 b infolge des dort angeordneten Antriebs
mehr voneinander als auf der Seite der Wangen 1 a,
2 a,
3 a. Dadurch verschieben sich die Kolben der beiden Kolben-Zylinder-Einheiten
etwas nach unten (F i g. 1) unter Verringerung der Drücke in den Kammern
8 c und 9 c, wobei der Druck in der Kammer 8 c stärker
absinkt als in der Kammer 9 c.
Das Differenzdruckmeßgerät
19 zeigt also einen geringeren
Druck in der Kammer
8 c als in der Kammer 9 c an. Durch das Ventil 18 verringert
man den Druck in der Kammer 9 d der Kolben-Zylinder-Einheit 9, damit
die durch diese Einheit auf die Walzen ausgeübte Anpreßkraft und dadurch den von
den Walzen an der nicht angetriebenen Seite auf die Paste ausgeübten Druck. Der
Gegendruck der Paste vergrößert etwas den Abstand der Walzen auf dieser Seite, und
der Kolben der Einheit 9 verschiebt sich etwas nach unten (F i
g. 1) und vermindert so den Druck in der Kammer 9 c. Wenn der auf
dem Differenzdruckineßgerät 19 angezeigte Differenzdruck zwischen den Kammern
8 c und 9 c den Wert Null erreicht, wird das Korrigieren durch
das Ventil 18 eingestellt. Es ist so gewährleistet, daß die Summe der Abstände
zwischen den Walzen 1 und 2 und zwischen den Walzen 2 und 3 auf der
Seite der Kolben-Zylinder-Einheit 9 die gleiche ist wie auf der Seite der
Kolben-Zylinder-Einheit 8. Mit der gleichen Maßnahme wird die Gleichheit
der durch die Walzen auf die Paste ausgeübten Drücke auf beiden Seiten hergestellt.
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An Stelle der manuellen Betätigung des Ventils 18
zum Einstellen
der Anzeige des Differenzdruckmeßgeräts 19 auf den Wert Null wird vorzugsweise,
wie durch die strichpunktierte Linie 26 dargestellt, der Differenzdruck zwischen
den Kammern 8 c und 9 c
dazu verwendet, eine Steuerverrichtung
zu betätigen, die das Ventil 18 in der Weise regelt, daß der Differenzdruck
auf dem Wert Null gehalten wird. Das Differenzdruckmeßgerät 19 kann z. B.
mit elektrischen Kontakten versehen sein, die einen Servomotor steuern, der das
Ventil 18 betätigt. Es sind aber auch andere Arten von Steuerungen verwendbar,
die den Differenzdruck als Eingangssignal verwenden.
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Das Auseinandergehen der Walzen unter der Wirkung der zwischen ihnen
hindurchgehenden Paste bewirkt eine in F i g. 2 nach unten gerichtete Verschiebung
der Kolben der beiden Kolben-Zylinder-Einheiten 8 und 9. Diese Verschiebungen,
die bei der beschriebenen Ausführungsfonn deshalb möglich sind, weil die Ventile
U und 18 in den Kammern 8 d
und 9 d konstante
Drücke aufrechterhalten, sind sehr klein. Bei Reibmaschinen für Druckfarben liegen
die Verschiebungsdifferenzen der beiden Kolben in der Größenordnung von Mikron,
Jedoch sind die sich aus diesen Verschiebungen in den Kammern 8 c und
9 c ergebenden Druckdifferenzen ausreichend, daß sie auf dem Differenzdruckmeßgerät
19 angezeigt werden oder ein Steuersignal für das Ventil 18 erzeugen.
Jede Änderung der Reaktion des Getriebes 11, z. B. infolge einer Änderung
der Geschwindigkeit der Walzen, bewirkt eine Änderung des Differenzdrucks auf dem
Druckmeßgerät 19, die gestattet, mittels des Ventils 18 an beiden
Kolben-Zylinder-Einheiten den gleichen Druck herzustellen.
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Es ist hierbei zu bemerken, daß die eine Änderung des Differenzdrucks
verursachende Änderung der Walzengeschwindigkeit gewollt und beabsichtigt sein kann
und somit vom Willen der Bedienungsperson oder der Programmierung des Arbeitsganges
abhängig ist. Dagegen bewirken ein Unterschied in der Homogenität der Paste oder
eine Temperaturdifferenz# die sich als Unterschied in der Viskosität der Mischung
auswirkt, unvorhergesehene Änderungen des Differenzdrucks. Es ist einer der Vorteile
der Erfindung, daß sie die fortlaufende Korrektur der Differenzdrücke in Abhängigkeit
von den Änderungen der Reaktionen der Betätigungsvorrichtungen gestattet, die ihrerseits
von den Änderungen der Leistung abhängen, die im Verlauf desselben Arbeitsganges
aufgenommen wird.
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Bei Maschinen mit mechanischer Andrückung könnte das Differenzdruckmeßgerät
19 eingeschaltet sein zwischen den Kammern 8 c und 9 c entsprechenden
Meßräumen, die an den Lagern der Walze 1 und deren Kolben an den Lagern der
Walze 3 befestigt sind.
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Bei der in F i g. 3 dargestellten Ausführungsform tragen Teile,
die die gleiche Funktion haben wie in F i g. 2, die gleichen Bezugszeichen.
Die Leitung 22, die in F i g. 2 dazu bestimmt war, die Volumenverringerung
der Kammern 8 c und 9 c zu ermöglichen und beim im Stillstand
erfolgenden Andrücken der Walzen die Druckgleichheit in den Kammern herzustellen,
ist hier vervollkommnet. Die Hähne 20 a und 21 a sind ersetzt durch die elektrisch
betätigbaren Ventile 27 und 28, und der Auslaß 23 ist durch
einen hydropneumatischen Druckspeicher 29
ersetzt. Außerdem ist die Nebenschlußleitung
22 an einen Hahn 30 angeschlossen, mit dem die in der Gesamtanlage enthaltene
Ölnienge verändert werden kann.
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Bei dein im Stillstand erfolgenden vorläufigen Andrücken sind die
beiden Ventile 27 und 28 geöffnet. Das durch die Verkleinerung des
Volumens der Kammern 8 c und 9 c ausgedrückte
Öl wird in den Speicher 29 geleitet. Nach Beendigung der vorläufigen
Andrückung werden die durch einen elektrischen Kreis (nicht dargestellt) betätigbaren
Ventile 27 und 28 gleichzeitig geschlossen, so daß gewährleistet ist,
daß die Drücke in den beiden Kammern 8 c und 9 c gleich sind.
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In F i g. 3 sind auch der Motor 13 a der Pumpe
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und ein Filter 13 b dargestellt, der auf der Ansaugseite der Pumpe
in der Wanne 12 angeordnet ist. Das Ventil 18 ist ein über eine Leitung
26 durch das Differenzdruckmeßgerät 19 gesteuertes, elektrisch betätigbares
Ventil. Das Ventil 15 ist gleichfalls elektrisch betätigbar. Ein an die Leitung
16 angeschlossener manometrischer Kontaktgeber 31 gestattet durch
(nicht dargestellte) das Ventil 15 oder die Pumpe 13 betätigende elektrische
Leitungen die Unterbrechung der Unterdrucksetzung der Anlage in dem Fall, daß der
Druck anomal steigt. In F i g. 2 mißt das Druckmeßgerät 24 den Druck in der
Kammer 8 c und gibt somit einen Wert an über den Abstand, den die Walzen
unter der Wirkung der zwischen ihnen befindlichen Paste einnehmen. Durch Betätigung
des Ventils 15 in der Weise, daß dieser Druck auf einem bestimmten Wert gehalten
wird, ist es also möglich, den Walzen den gewünschten Abstand zu geben. Bei der
Ausführungsfonn nach F i g. 3 ist eine Regelung der Anpreßkräfte in Abhängigkeit
vom Abstand der Walzen vorgesehen und schematisch durch ein Druckmeßgerät mit elektrischen
Kontakten 32 dargestellt das von der Meßleitung 20 abzweigt und durch eine
elektrische Steuerleitung 33 mit dem Regelventil 15
und einer Verstelleinrichtung
für die Walzendrehzahl 33 a verbunden ist Eine derartige Regelung
gestattet, den Druck, dem die Paste zwischen den Walzen tatsächlich unterliegt,
auf dem gewünschten Wert zu halten. Bei Maschinen mit Walzen ohne diese Regelung
läßt sich
die Dicke der auf der Abzugswalze 3 gebildeten
Schicht durch Kontrolle des während eines gegebenen Zeitraumes geförderten Stoffgewichtes
bestimmen. Man braucht dazu nur das spezifische Gewicht des Stoffes, also der Paste
4, zu kennen und die Tangentialgeschwindigkeit und die Breite der auf der Abzugswalze
erhaltenen Schicht in Rechnung zu stellen. Aber diese Schichtdicke ist keine Angabe
über die Größe des Abstands zwischen den zwei letzten Walzen oder zwischen den vorhergehenden
Walzen. Es wurde festgestellt, daß bei einer Maschine mit Walzen mit progressiven
Geschwindigkeiten diese Abstände deutlich kleiner sind als die Dicke der gewonnenen
Schicht.
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Es wurde ferner festgestellt, daß bei gleicher Viskosität der Mischung
die Verringerung der Ab-
stände einen beträchtlichen Einfluß hat, einerseits
auf die Fließgeschwindigkeit im Inneren der Paste, die beträchtlich höher ist als
an der Berührungsstelle mit den Walzen, und andererseits auf den Höchstdruck im
Inneren der Paste, der sehr schnell steigt, wenn der Abstand der Walzen verringert
wird.
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Anderungen der Walzenabstände haben also bedeutenden Einfluß auf die
Güte der erzielten Erzeugnisse.
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Die in F i g. 3 schematisch dargestellte Regelung mit Hilfe
des Druckmeßgeräts 32 und der elektrischen Steuerleitung 33 gestattet
die automatische Einhaltung des Walzenabstands auf dem gewünschten Wert durch Einwirkung
einerseits auf die Anpreßkraft (durch die Verstelleinrichtung in Gestalt des Ventils
15) und andererseits auf die Drehzahl der Walzen (durch die Verstelleinrichtung
33 a) in Abhängigkeit von diesem Abstand, der durch den Druck in der
Kammer 8 c gemessen wird.
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Das Druckmeßgerät 32 weist z. B. mehrere elektrische Kontakte
auf, die so angeordnet sind, daß sie in die Steuerleitung 33 Signale abgeben,
die durch das Ventil 15 ausgewertet werden, um in der Kammer 8 d eine
Anpreßkraft zu erzeugen, die die Kammer 8 c auf dem gewünschten Druck hält,
wobei durch die oben beschriebene Steuervorrichtung der Druck in der Kammer
9 c auf der gleichen Höhe gehalten wird wie der in der Kammer 8
c.
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Wenn das Ventil 15 eine Forderung, den Andrückdruck zu erhöhen,
nicht mehr erfüllen kann (z. B. weil der Andrückdruck bereits gleich dem Druck der
Pumpe 13 ist), dann betätigt das Signal der Steuerleitung 33 die Verstelleinrichtung
33 a, die die Walzen langsamer laufen läßt. Die Verlangsamung bewirkt
eine Verringerung des Volumens der zwischen den Walzen gefaßten Paste. Das hat zur
Folge, daß der Abstand der Walzen sich verkleinert, bis der Druck in der Kammer
8 e, der diesen Abstand mißt, den gewünschten Wert erreicht hat. Die Kontakte
des Druckmeßgeräts 32 sind einstellbar, so daß der Druck beliebig regelbar
ist, der in der Kammer 8 c
durch die Regelvorrichtung automatisch beibehalten
wird. Die Erfindung ist anwendbar bei Maschinen mit nur zwei Walzen und bei solchen
mit mehr als drei Walzen. Sie ist auch anwendbar bei Maschinen, bei denen jede Walze
mit unabhängigen Andrückmitteln versehen ist und so der Abstand jedes zusammengehörigen
Walzenpaares selbständig regelbar ist.
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Die Erfindung ist nicht nur auf Maschinen wie Reibmaschinen und Kalander,
bei denen die Walzen mit progressiven Geschwindigkeiten umlaufen, sondern auch auf
Maschinen wie Kalander, Walzwerke usw. anwendbar, bei denen die Walzen mit gleichen
Geschwindigkeiten laufen.