DE19722523A1 - Verfahren und Vorrichtung zur hydraulisch-elektrischen Spaltregelung - Google Patents
Verfahren und Vorrichtung zur hydraulisch-elektrischen SpaltregelungInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zur hydraulisch-elektrischen
Regelung des Walzenspaltes bei Walzwerken, insbesondere bei Mehrwalzwerken zur
Verarbeitung von flüssigen bis hochpastösen Farben und anderen Medien.
In der früheren DE 30 16 785 der Anmelderin ist ein hydraulisches Mehrwalzwerk mit
zwei oder mehreren Walzen, deren Stirnlager durch eine Hydraulik-Kolben-Zylinder-An
ordnung miteinander verbunden sind, offenbart. Durch Anlegen von Hydraulikdruck
an die Klemm- oder Lösekammer der Hydraulik-Kolben-Zylinder-Anordnung werden
die Walzen aufeinander zu oder voneinander weg mit einer Klemm bzw. Lösekraft
beaufschlagt, wobei durch Voreinstellung des maximalen Drucks in den Klemmkam
mern eine minimale Spaltbreite fest voreingestellt wird. Die Schwankungen der Spalt
breite im Betrieb werden durch Verstellen eines Druckreduzierventils für die Löse
kammern entsprechend verkleinert bzw. vergrößert. Dieser Druckreduzierventil wird
durch einen Walzenspaltgeber angesteuert.
In einer weiteren DE 30 16 786 der Anmelderin ist ein Verfahren und eine Vorrichtung
zur Regelung der Spaltbreite zwischen zwei in einem Mehrwalzwerk zusammenarbei
tenden Walzen beschrieben. Die Einstellung des Walzenspaltes beruht auf folgen
dem Prinzip. Bei einer Veränderung der Spaltbreite während des Walzenvorgangs
wird zunächst unter Beibehaltung des Walzendrucks die Kühl- bzw. Heizintensität in
dem Sinne verändert, daß der Spalt die vorbestimmte Breite wieder aufnimmt, und
daß, falls der Variationsbereich der Kühl- bzw. Heizintensität nicht ausreicht, der
Walzendruck zur Herstellung bzw. Wiederherstellung der vorbestimmten Spaltbreite,
wie in der oben genannten DE 30 16 785 verändert wird.
Jede der Walzen hat ein eigenes Steuersystem bzw. Regler. Dem Regler der ersten
Walze wird ein Ist-Signal über einen Temperaturfühler der Walze und ein Soll-Signal
über einen Sollwertgeber zugeführt.
Am Ausgang des Reglers entsteht somit ein Temperatursteuersignal, welcher an
einen Steuerschieber angelegt wird. Ein weiteres Temperatursignal aus dem Regler
ist an eine Differenztemperatur - Einstellstufe angelegt und ein am Ausgang dieser
Stufe erstelltes Signal stellt für die zweite Walze ein Solltemperatursignal. Dieses
Signal wird dem Regler der zweiten Walze zugeführt. Ein Ausgangssignal dieses
Reglers wird einem weiteren Steuerschieber analog dem ersten Schieber zugeführt,
welcher den Querschnitt des Wasserrohres so abdeckt, daß die Temperatur der
Walze auf einen vorgegebenen Sollwert eingeregelt wird. Nachteilig bei dieser be
kannten Vorrichtung sind Kühl- oder Heizwasserrohre, wobei für jede Walze eine
Kühl- oder Heißwasserrohr vorgesehen ist. Ferner ist nachteilig der Übergang von
dem ersten Kühl- bzw. Heizvariationsbereich zu dem zweiten Variationsbereich, wo
mit dem Walzendruck und dessen Änderungen zur Veränderung der Spaltbreite ge
arbeitet wird.
Die Praxis zeigt, daß die minimale Spaltbreite vor Beginn der Produktion grundsätz
lich mechanisch, z. B. mit Zahnrädern eingestellt wird. Die Spaltschwankungen, wel
che durch die Viskositätänderungen des bearbeitenden Produktes auftretenden, erst
nachdem Produktionsabschluß d. h. außerhalb des Betriebes neu eingestellt wer
den.
Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist die gewünschte Spaltbreite zwischen
mindestens zwei in einem Mehrwalzwerk zusammenarbeitenden Walzen im Betrieb
wiederherzustellen bzw. reproduzierbar zu machen. Bei Schwankungen der Spalt
breite infolge Störgrößen wird diese nicht, wie in den bekannten Lösungen außer
halb des Betriebs oder im Betrieb eingestellt, sondern die für ein bestimmtes Produkt
vorgegebenen Parameter für die Einstellung der schwankenden Spaltbreite abberu
fen werden.
Diese Aufgabe wird mit den Merkmalen des Anspruches 1 gelöst. Das neue Verfah
ren zeichnet sich dadurch, daß der Kolbenweg in der Hydraulik-Kolben-Zylinder-An
ordnung und die Ventileinstellung während des Walzenvorgangs erfaßt und korri
giert werden, so daß der Spalt die vorbestimmte Breite wieder annimmt. Die vorbe
stimmte Spaltbreite ist in einem Vergleicher am Eingang des ersten Regelkreises ein
gespeist. Ferner sind auch Stellungen des Kolbens S, eingespeist. Ein erster Weg
messer erfaßt die Kolbenstellung während des gesamten Walzenvorganges und
liefert entsprechende Ist-Signale an den ersten Regler, welcher mit einem Stellsignal
eine neue Einstellung des Kolbens bestimmt. Nach dem neuen Verfahren wird neben
dem Kolbenweg auch die Ventilstellung erfaßt und korrigiert. Dieses wird mit dem
zweiten Regelkreis gelöst. Ein weiterer Wegmesser registriert die Ventilstellung und
schickt Ist-Signale an einen zweiten Regler. In einem Vergleicher am Eingang des
zweiten Reglerkreises wird das Einstellsignal für das Ventil mit dem Ist-Signal für das
Ventil verglichen und an den zweiten Regler gegeben so, daß am Ausgang des
zweiten Reglers ein Stellsignal für das Ventil ausgeht. Damit werden das Ventil und
dementsprechend der Zylinder neu geregelt. Dieses Verfahren weist mehrere Vorteile
gegenüber der früheren Anmeldung der Anmelderin der DE 30 16 786. Zu einem ent
fällt die erste Stufe des bekannten Verfahrens, nämlich die Einstellung der Spaltbreite
mit Hilfe der Kühl- bzw. Heizintensität samt komplizierten und kostspieligen Kühl-
oder Heizwasserrohren, zu anderem entfallen auch mehrere Druckreduzierventile und
der Gegendruckreduzierventil für die zweite Einstellvariante mit dem Walzendruck.
Der überragende Vorteil ergibt sich jedoch daraus, daß nach dem neuen Verfahren
der Spalt während des Walzenvorgangs frei wählbar ist und der Sollwert geregelt
wird.
Ferner betrifft die Erfindung eine neue Vorrichtung zur Ausführung des Verfahrens.
Die Vorrichtung weist ein Ventil, welches an der Hydraulik-Kolben-Zylinderanordnung
angeordnet ist, auf. Zwei gekoppelten Regelkreise erfassen und korrigieren den Kol
benweg des Zylinders und die Ventilstellung. Bevorzugt sind ein P-Regler für den
Regelkreis für den Zylinder und ein PID-Regler für den zweiten Regelkreis für das
Ventil. Diese Vorrichtung eignet sich insbesondere für Verwendung in Walzwerken.
Die Erfindung wird im folgenden anhand der Zeichnungen beschrieben; in dieser
zeigt
Fig. 1 eine schematische Darstellung eines Zweiwalzwerkes in Stirnansicht
und
Fig. 2 eine schematische Darstellung nach Art eines Blockschaltbildes der
erfindungsgemäßen Regelkreisen.
In Fig. 1 sind zwei parallel zueinander angeordnete und miteinander einen Walzen
spalt h bildende Walze 6, 7 dargestellt, welche durch eine Hydraulik-Kolben-Zylin
deranordnung auf einen vorbestimmten mehr oder weniger geringer Abstand gehal
ten sind. Jedem Walzenpaar ist beidseitig an der Stirnseite jeweils eine Kolben-Zylin
deranordnung vorgesehen. Jeder Kolben-Zylinderanordnung ist ein Ventil 10, welches
die erstmalige Einstellung des Zylinders 1 wiederherstellt, angeordnet.
Laut Fig. 2 registriert ein Wegmesser 2 den Kolbenweg während des Walzenvor
gangs und schickt ein Ist-Signal xi an einen Vergleicher 3, der mit dem Eingang eines
ersten Reglers 4 verbunden ist. In dem Vergleicher 3 sind die Sollwerte xs für den
Kolbenweg von außen vorgegeben, z. B. von einer Steuerung 5, und eingespeist. Der
Vergleicher 3 gibt ein Differenzsignal xw aus Signalen xi und xs an den ersten Regler
4, welcher ein Stellsignal xst an einen weiteren Vergleicher 8 abgibt. Ein zweiter
Wegmesser 11 liefert die Ventilstellung yi an den zweiten Vergleicher 8. Dieser gibt
ein Differenzsignal yw aus den Signalen yi und xst an einen weiteren Regler 9, welcher
ein Stellsignal yst an das Ventil 10 abgibt. Auf diesem Wege wird der vorbestimmte
Walzenspalt h bzw. dessen Veränderungen während des Walzenvorgangs korrigiert,
so daß optimale Qualität des Produktes gewährleistet wird. Bei Verwendung der er
findungsgemäßen gekoppelten Regelkreise entfallen auch der in oben zitierten frü
heren Lösungen verwendete Gegendruckreduzierventile. Weitere Kosteneinsparun
gen entstehen daraus, daß auch die Druckreduzierventile für die Klemmkammern
der Kolben-Zylinderanordnung entfallen. Die erstmalige Einstellung bzw. die Wie
derstellung des Walzendrucks in den Klemm- und Lösekammern der Kolben-Zylin
deranordnung erfolgt mit Hilfe eines einzigen Ventils, d. h. für jede Kolben-Zylinder-
Anordnung ist ein in der Fig. 2 gezeigter gekoppelter Regelkreis vorgesehen.
1
Zylinder
2
erster Wegmesser
xi
xi
Regelgröße (Kolbenweg)
3
erster Vergleicher
xs
xs
Sollwert für den Kolbenweg (wird von außen vorgegeben)
xw
xw
Regelabweichung (xw
= Xi
-Xs
)
4
erster Regler (P-Regler)
xst
xst
Stellgröße für den Kolbenweg
5
Steuerung
6
,
7
Walzen
8
weiterer Vergleicher
9
zweiter Regler (PID-Regler)
10
Ventil
11
zweiter Wegmesser
yi
yi
Regelgröße (Ventilposition)
ys
ys
Sollwert für Ventilposition
yw
yw
Regelabweichung
h Walzenspaltbreite
h Walzenspaltbreite
Claims (11)
1. Verfahren zum Abstimmen des Spaltes auf das Produkt während des
Walzenvorganges zwischen mindestens zwei in einem Walzwerk zusammenarbei
tenden Walzen, welche durch zwischen auf den Walzenstirnseiten vorgesehenen
Hydraulik-Kolben-Zylinderanordnungen gegenseitig klemmbar bzw. voneinander lös
bar sind, wobei ein dem Produkt angepaßter vorbestimmter Walzendruck und Wal
zenspalt eingestellt wird, dadurch gekennzeichnet, daß bei einer Veränderung der
Spaltes h während des Walzenvorgangs der Kolbenweg und die Ventilstellung erfaßt
und korrigiert werden, so daß der Spalt die vorbestimmte Breite annimmt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Walzenspalt
(h) über zwei Regelkreise erfaßt und eingestellt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß der erste Re
gelkreis den Kolbenweg und der zweite Regelkreis die Ventilstellung erfaßt und ein
stellt.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet,
daß die Regelkreise gekoppelt sind.
5. Verwendung des Verfahrens nach einem der vorhergehenden Ansprüche in
einem hydraulischen Walzwerk.
6. Vorrichtung zur Ausführung des Verfahrens nach einem der vorhergehenden
Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß ein Ventil (10) am Zylinder (1) angeordnet
ist und daß dem Ventil (10) und dem Zylinder (1) jeweils ein Regelkreis zugeordnet
ist.
7. Vorrichtung nach Anspruch 6 dadurch gekennzeichnet, daß der erste Re
gelkreis für den Zylinder (1) den Zylinder (1) selbst, einen Wegmesser (2), einen er
sten Regler (4), einen zweiten Regler (9) und ein Ventil (10) umfaßt.
8. Vorrichtung nach Anspruch 7 dadurch gekennzeichnet, daß der zweite Re
gelkreis für das Ventil (10) das Ventil (10) selbst, einen zweiten Wegmesser (11), und
den zweiten Regler (9) umfaßt.
9. Vorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß der erste
Regler vorzugsweise ein P-Regler ist.
10. Vorrichtung nach Anspruch 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet, daß der
zweite Regler vorzugsweise ein PID-Regler ist.
11. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 6 bis 10 gekennzeichnet durch Ver
wendung in einem hydraulischen Walzwerk.
Priority Applications (3)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1997122523 DE19722523A1 (de) | 1997-05-30 | 1997-05-30 | Verfahren und Vorrichtung zur hydraulisch-elektrischen Spaltregelung |
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| PCT/CH1998/000175 WO1998053913A1 (de) | 1997-05-30 | 1998-04-30 | Verfahren und vorrichtung zur hydraulisch-elektrischen spaltregelung |
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Publications (1)
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