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In Fernsehgeräten wird im allgemeinen eine Vertikalrücklauf-Austastspannung
benötigt, um die Bildröhre während der Vertikalrücklaufzeit dunkel zu steuern. Diese
Austastspannung muß negative Polarität, eine Amplitude von etwa 120 V und außerdem
eine ausreichende Flankensteilheit haben, damit die Bildröhre möglichst während
der ganzen Rücklaufzeit mit Sicherheit dunkelgesteuert ist, jedoch kein Bildinhalt
am Bildbeginn verlorengeht. Man ist bemüht, diese Spannung mit möglichst wenig zusätzlichem
Aufwand aus der Vertikalablenkschaltung abzuleiten. Bei Vertikalablenkschaltungen
mit einem Ausgangsübertrager zwischen der Endstufe und der Ablenkspule ist es bekannt,
die Austastspannüng von einer Wicklung dieses übertragers abzuleiten.-Durch entsprechende
Bemessung und Polung dieser Wicklung läßt sich immer' ein. Impuls .genügender Amplitude
und gewünschter Polarität gewinnen.
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Bei transistorierten eisenlosen Vertikalablenkschaltungen ohne Ausgangsübertrager
bereitet die Ableitung einer Austastspannung ausreichender Amplitude Schwierigkeiten,
weil wegen des Fehlens des Transformators Amplitude und Polarität der entnehmbaren
Spannung nicht mehr wählbar sind. Die in solchen Schaltungen verfügbaren Impulse,
z. B. an der Ausgangselektrode der Endstufe, haben, da Transistoren bei einer verhältnismäßig
niedrigen Betriebsspannung arbeiten, oft keine ausreichende Amplitude und oft auch
falsche Polarität.
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Bei einer bekannten Vertikalablenkschaltung (deutsche Auslegeschrift
1238 951) mit Transistoren und ohne Ausgangsübertrager-wird ein Ladekondensator
periodisch über,einen an die Betriebsspannung =angeschlossenen Ladekreis während
der Hinlaufzeit langsam und über einen mit einer Ausgangselektrode an den Ladekreis
angeschlossenen Schalttransistor während der Rücklaufzeit schnell umgeladen. Hierbei
ist die Ablenkschaltung mittels eines Rückkopplungsweges vom Ausgang der Ablenkendstufe
zur Steuerelektrode des Schalttransistors selbstschwingend ausgebildet. Der Ladekondensator
ist mit einem Ende mit der Basis eines dle Endstufe steuernden Treibertransistors
verbunden. Dieser bekannten Schaltung läßt sich ohne weiteres kein Austastimpuls
ausreichender Amplitude entnehmen, weil an keiner Stelle der Schaltung während der
Rücklaufzeit ein zur Dunkelsteuerung der Bildröhre ausreichender Impuls auftritt.
Am Kollektor des Schalttransistors kann sich beispielsweise kein Impuls ausreichender
Amplitude ausbilden, weil dieser Kollektor mit der Basis des Treibertransistors
verbunden ist, die keine großen Spannungssprünge zuläßt.
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Bei einer Abwandlung dieser bekannten -Schaltung ist der Kollektor
des .Schalttransistors mit der. Basis, des Treibertransistors; an den auch der Ladekridensator
angeschlossen ist, über eine Diode verbunden, die durch den Schalttransistor nur
während der Rücklaufzeit zwecks Entladung des Ladekondensators leitend gesteuert
und während der Hinlaufzeit nichtleitend ist und den Schalttransistor von dem Ladekondensator
und dem Treibertransistor trennt.
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Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, diese bekannte Schaltung
so abzuwandeln, daß ihr ein Austastimpuls entnommen werden kann, der sowohl eine
ausreichende Amplitude als auch eine genügend große Flankensteilheit aufweist.
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Die Erfindung geht aus von einer Schaltung zur Ableitung einer Vertikalrücklauf-Austastspannung
aus - einer selbstschwingenden Vertikalablenkschaltung mit einen3 Rückkopplungsweg
von der Endstufe zur Steuerelektrode eines Schalttransistors und einem Ladekondensator,
der während der Hinlaufzeit über einen an die Betriebsspannung angeschlossenen Ladewiderstand
langsam und während der Rücklaufzeit über den Schalttransistor schnell umgeladen
wird, wobei die Ausgangselektrode des Schalttransistors über einen Arbeitswiderstand
an die Betriebsspannung und über eine nur während der Rücklaufzeit leitende Diode
an den Ladekondensator angeschlossen° ist.
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Die Erfindung besteht darin, daß die Ausgangselektrode des Schalttransistors
an einen Abgriff des Ladewiderstandes angeschlossen und die Austastspannung von
dieser Ausgangselektrode abgenommen ist. -.
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Die Erfindung und die durch sie erzielten Vorteile, insbesondere hinsichtlich
der Flankensteilheit, werden an Hand der Zeichnung erläutert. Darin zeigt F i g.
1 die zuletzt beschriebene bekannte Schaltung, F i g. 2 die gemäß der'trfindung
zwecks Gewinnung der Austastspannung abgewandelte Schaltung nach F i g. 1 und F
i g. 3 ein Sch altunbeispiel der vollständigen Ablenkschaltung. ' Fig. 1 zeigt einen
als Ladekreis dienenden Widerstand 1 für einen Ladekondensator 2, der über einen
Widerstand 3 als Millerkapazität an eine Ausgangselektrode der Ablenkendstufe angeschlossen-
ist. Der Kondensator 2 kann als parallel zur Basis-Emitter-Strecke des Transistors
11 liegender Kondensator mit etwa um den Verstärkungsfaktor der Endstufe
vergrößerter Kapazität betrachtet werden. An den Ladekondensator ist die Ausgangselektrode
eines Schalttransistors 4 über eine Diode 5 angeschlossen, wobei der Kollektor des
Transistors 4 über einen Widerstand 6 an die Betriebsspannung angeschlossen
ist. Der Ladekondensator 2 wird" während der Hinlaufzeit über die Widerstände 1,
3 langsam und während der Rücklaufzeit über den Schalttransistor 4 und die dann
leitend gesteuerte Diode 5 schnell umgeladen. Die gesamte Schaltung ist über einen
Rückkopplungsweg 10 von dem Ausgang der Ablenkendstufe selbstschwingend ausgebildet
und wird von einer Klemme 12 mit Vertikalsynchronimpulsen synchronisiert. Die am
Ladekondensator 2 und an der Basis eines Treibertransistors-l@ entstehende sägezahnförmige
Spannung bewirkt über die an die Ausgangselektroden des Treibertransistors 11 angeschlossene
Ablenkendstufe den sägezahnförmigen Ablenkstrom in den Ablenkspulen. -In F. i. g.
2 ist gemäß der Erfindung der Kollektor des'Schälttränsistors 4 an einen Abgriff
21 des Ladewiderstandes angeschlossen, der jetzt aus der Reihenschaltung der Widerstände
6,1 besteht, und die Austastspannung 9 wird an einer Klemme 8 über einen Widerstand
7 vom Kollektor des Schalttransistors 4 abgenommen. Der Widerstandswert der Reihenschaltung
der Widerstände 6, 1, 3 ist so bemessen, daß während der Hinlaufzeit wieder
der gewünschte Ladestrom wie in F i g. 1 in den Ladekondensator 2 fließt. Durch
diese Schaltungsmaßnahme wird folgendes erreicht: Wenn zu Beginn des Rücklaufes
der Schalttransistor 4 leitend wird, verringert sich sofort der Ladestrom über den
Widerstand 1, weil die Spannung am Verbindungspunkt 21 der Widerstände 1, 6 absinkt.
Durch
die Verringerung des Ladestromes verlangsamt sich der Ablenkspannungsverlauf, was
ein weiteres Leitendwerden des Schalttransistors 4 bewirkt, wodurch die Spannung
am Verbindungspunkt 21 weiter absinkt. Es entsteht also in erwünschter Weise ein
kumulativer Vorgang, der eine Erhöhung der Flankensteilheit der Austastimpulse 9
gegenüber F i g. 1 bewirkt. Die Anstiegsdauer der Vorderflanke der Austastimpulse
9 beträgt bei dieser Schaltung etwa 100 gs. Da zwischen dem vertikalen Schwarzschulterbeginn
und dem ersten Vertikalsynchronimpuls im Videosynchronsignalgemisch 160 gs liegen,
kann durch die Austastspannung 9, die mit der Schaltung nach F i g. 2 erzeugt wird,
kein Bildinhalt verlorengehen. Die Schaltung nach F i g. 1 würde am Kollektor des
Transistors 4 Austastimpulse mit einem Mehrfachen dieser Flankendauer liefern. Die
zu geringe Flankensteilheit läßt sich folgendermaßen erklären: Wenn zu Beginn des
Rücklaufes der Schalttransistor 4 in bekannter Weise leitend wird, so ist die Diode
5 zunächst noch nichtleitend, so daß der Transistor 4 zunächst noch nicht
auf den Ladeweg 1, 2, 3 einwirkt, d. h. der Rückkopplungsweg noch nicht geschlossen
ist und der Transistor 4 als reiner Verstärker arbeitet. Da es sich also um einen
nicht kumulativen Vorgang handelt, ist die Geschwindigkeit, mit der der Transistor
4 leitend wird, d. h. mit der sich die negative Flanke der Austastimpulse 9 ausbildet,
zu gering. Durch den erfindungsgemäßen Anschluß des Transistors 4 an den Punkt 21
wird also der nicht kumulative Vorgang von F i g.1 in einen kumulativen Vorgang
verwandelt.
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F i g. 3 zeigt eine vollständige Vertikalablenkschaltung mit der Schaltung
nach F i g. 2. Die über den Rückkopplungsweg 10 selbstschwingend ausgebildete Ablenkschaltung
wird von einer Klemme 12 über ein Synchronteil 13 synchronisiert. Der Treibertransistor
11 steuert zwei Endtransistoren 14,15 an die über einen Koppelkondensator 16 die
Ablenkspulen 17 angeschlossen sind. Die Diode 19 bewirkt zusammen mit dem angeschlossenen
Widerstandsnetzwerk und dem RC-Glied 20 die richtige Ansteuerung des Endtransistors
15 gemäß der deutschen Auslegeschrift 1236 559. Die Hilfsspannung, an die der Widerstand
6 angeschlossen ist, ist beispielsweise die Booster-Spannung der Zeilenablenkschaltung.
Mit dieser Maßnahme wird erreicht, daß die Amplitude der Vertikalablenkung und der
Zeilenablenkung im gleichen Maße bei Netzspannungsschwankungen schwanken und das
Bildformat stabilisiert wird.