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Die Erfindung betrifft eine Seilführungsvorrichtung für Seilwinden,
bei der ein mit einer beispielsweise durch Rollen gebildeten Seilführung versehener
Schlitten in Längsrichtung der Seiltrommel abwechselnd in beiden Richtungen durch
Endschalter gesteuert bewegbar ist, wobei der Schlitten über eine Steuerspindel
angetrieben ist, welche über eine Schaltkupplung in beiden Richtungen drehbar ist
und bei der dem von der Seilführung zur Trommel verlaufenden Seilstück an dem Schlitten
zwei Kontakte zugeordnet sind, die bei relativ zu dem auf der Trommel aufgewickelten
Teil des Seiles voreilendem oder nacheilendem Schlitten durch das zwischen der Seilführung
und der Trommel verlaufende Seilstück betätigt werden und mit der Schaltkupplung
zum Ausgleich der Voreil- bzw. der Nacheilbewegung des Schlittens wirkverbunden
sind.
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Eine solche bekannte Seilführungsvorrichtung für Seilwinden (schweizerische
Patentschrift 363 773) weist zur Steuerung der Seilführung bzw. zur Änderung der
Drehrichtung der die Seilführung treibenden Steuerspindel zwei Magnetkupplungen
auf, die über von einem Fühlerarm betätigte Kontakte entsprechend geschaltet werden.
Über mindestens einen weiteren Kontakt wird die Bewegung der Seilführung in bezug
auf den auf die Trommel aufgewickelten Teil des Seiles gesteuert. Seilwickelvorrichtungen
dieser Art sind jedoch aufwendig, sehr teuer und störanfällig.
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Bei einer weiter bekannten Seilführungsvorrichtung (deutsche Patentschrift
1094 425) sind zur Bestimmung des Drehsinnes der Steuerspindel, die zum wahlweisen
Bewegen der Seilführung in Abhängigkeit vom Seilverlauf auf der Seiltrommel vorgesehen
ist, zwei pneumatische oder hydraulische Kupplungen vorgesehen. Diese sind über
eine Tasteinrichtung, welche das auf die Trommel auflaufende Seil abtastet und dessen
Auflaufwinkel auf Ventile überträgt, gesteuert. Bei entsprechender Betätigung eines
Ventils kommt die diesem zugeordnete Kupplung zur Wirkung und bestimmt den Drehsinn
der Steuerspindel. Seilführungsvorrichtungen dieser Art sind ebenfalls kompliziert
und störanfällig. Auch ist zur Betätigung der Kupplungen eine Druckmittelquelle
notwendig.
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Weiter sind Seilführungsvorrichtungen bekannt, die eine starre Antriebsverbindung
mit der Seiltrommel aufweisen, so daß sich die Seilführung in einer vorbestimmten
unveränderbaren Geschwindigkeit relativ zur Drehgeschwindigkeit der Seiltrommel
bewegt. Solche Seilführungsvorrichtungen sind deshalb nur für eine bestimmte Seilstärke
geeignet. Werden dünnere Seile verwendet, so werden diese nicht dicht und platzsparend
genug aufgewickelt, während zu dicke Seile ungleichmäßig übereinander aufgewickelt
werden.
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Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, bei einer Seilführungsvorrichtung
der eingangs beschriebenen Art die zusätzlichen Kupplungen einzusparen, ohne auf
den Vorteil zu verzichten, daß unabhängig von der Dicke des aufzuwickelnden bzw.
abzuwickelnden Seiles stets ein gleichmäßiges dichtes Aneinanderliegen der Seilwindungen
auf der Seiltrommel und eine genaue Führung beim Abwickeln des Seiles gewährleistet
ist. Weiter soll die Vorrichtung einfach im Aufbau und billig in der Herstellung
sein.
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Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß als Schaltkupplung
eine Umkehrratsche vorgesehen ist, deren eines Kupplungsglied hin und her schwenkend
mit einem angetriebenen Kurbeltrieb antriebsverbunden ist und daß das Umstellglied
der Umkehrratsche mit den Kontakten in Steuerverbindung steht. Infolge dieser Anordnung
stehen beide möglichen Drehrichtungen stets zur Verfügung und müssen lediglich von
dem Kupplungsglied abgegriffen werden. Dieses Abgreifen der jeweils gewünschten
Drehrichtung erfolgt durch die Umkehrratsche, die je nach Stellung des Umstellgliedes
das mit der Steuerspindel verbundene Kupplungsglied nur in der vorbestimmten einen
Drehrichtung im Takt der Bewegung des Kurbeltriebes mitnimmt. Dadurch ergibt sich
ein sehr einfacher Aufbau der Seilführungsvorrichtung, und es ist nur eine Kupplung
einfacher Konstruktion erforderlich, die eine störungsfreie Funktion der Seilführungsvorrichtung
gewährleistet.
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Eine besonders einfache Ausführungsform des Erfindungsgegenstandes
ergibt sich, wenn das Umstellglied der Umkehrratsche mit zwei Steuermagneten verbunden
ist, die von den Kontakten, vorzugsweise über ein Relais, gesteuert sind. Je nachdem,
welcher der Kontakte des Steuerschlittens betätigt wird, wird das Umstellglied der
Umkehrratsche durch den einen Steuermagnet einmal in die eine Einstellage und durch
den anderen Steuermagnet in die andere Einstellage bewegt. Zweckmäßig ist das Umstellglied
als Schwenkhebel ausgebildet, der mit den beiden Steuermagneten verbunden ist.
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In Weiterbildung der Erfindung ist die Umkehrratsche mit einem Zahnrad
verbunden, das seinerseits mit einem an der Steuerspindel angeordneten Zahnrad kämmt,
so daß bei relativ kleiner Dimensionierung des Kurbeltriebes eine ausreichend große
Geschwindigkeit der Steuerspindel erzielt werden kann, Nach einem weiteren Merkmal
der Erfindung ist der Kurbeltrieb von der Seiltrommel direkt angetrieben, so daß
die erfindungsgemäße Seilführungsvorrichtung auch beim Abziehen des Seiles von der
Seiltrommel durch Angreifen einer Fremdkraft in der beschriebenen Weise arbeitet.
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In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel der Ausbildung gemäß
der Erfindung dargestellt. Es zeigt F i g. 1 die erfindungsgemäße Seilführungsvorrichtung
in Draufsicht, F i g. 2 die Seilführungsvorrichtung gemäß F i g. 1 in Seitenansicht,
F i g. 3 eine Ansicht von links der Darstellung gemäß F i g. 2, F i g. 4 das Schaltorgan
gemäß F i g. 1 in perspektivischer Darstellung.
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Wie die F i g. 1 bis 4 zeigen, weist die erfindungsgemäße Seilführungsvorrichtung
einen an zwei parallel verlaufenden Steuerspindeln 2 und 3 mit Spindelmuttern 4
gelagerten Führungsschlitten 1 auf, der mit einem durch zwei drehbar gelagerte Rollen
6 gebildeten Seilführungsfenster 7 versehen ist. Die Steuerspindeln 2 und 3 sind
an zwei seitlichen Platten 8 gelagert und tragen jeweils an einem Ende ein Zahnrad
9 bzw. 10, das mit einem größeren Zahnrad 11 kämmt.
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Das Zahnrad 11 ist mit einer Umkehrstufe 12 verbunden, die über einen
Kurbeltrieb 13 von einer der Seilführungsvorrichtung zugeordneten Seiltrommel 14
angetrieben wird. Die an einem Exzenterhebel 16 der Seiltrommel 14 angelenkte Pleuelstange
15 des Kurbeltriebes 13 ist an einem Hebel 17 des einen Kupplungsgliedes der Umkehrratsche
12 angelenkt, deren anderes Kupplungsglied in nicht näher dargestellter
Weise
mit dem Zahnrad 11 verbunden ist. Der Kurbeltrieb 13 ist so ausgelegt, daß der Hebel
17 und damit das an diesem vorgesehene Kupplungsglied der Umkehrratsche 12
innerhalb eines bestimmten Schwenkwinkels hin und her geschwenkt wird.
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Die Umkehrratsche 12 weist ein Umstellglied 18 in der Form eines Schwenkhebels
auf der mit zwei sich gegenüberliegenden Steuermagneten 19 und 20 verbunden ist.
Je nachdem, in welcher Lage sich das Umstellglied 1.8 befindet, wird das Zahnrad
11 durch die Umkehrratsche 12 einmal in der einen Richtung und im anderen Fall in
der entgegensetzten Richtung mitgenommen. Entsprechend wird dann auch der Führungsschlitten
1 mit dem Seilführungsfenster 7 in entgegengesetzten Richtungen bewegt.
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An dem Führungsschlitten 1 befinden sich auf der zur Trommel 1.4 hin
gerichteten Seite des Seilführungsfensters 7 zwei Endschalter 22 und 22 a, die zu
beiden Seiten des Seilstückes 24 liegen, das sich von dem Seilführungsfenster 7
zur Seiltrommel 14 erstreckt. Bei etwa senkrecht zur Längsrichtung der Seiltrommel
14 verlaufendem Seilstück 24 haben die Kontakte 22 und 22 a gleichen Abstand vom
Seil 24, d. h., das Seilstück 24 verläuft, in Draufsicht gesehen, in der Mitte zwischen
den Kontakten 22 und 22 a.
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An dem Führungsschlitten 1 ist im Bereich des Seilführungsfensters
7 ein Schaltorgan in Form eines Schwenkhebels 25 um eine senkrecht zur Längsrichtung
des Seilstückes 24 und zur Längsrichtung der Spindel 2 liegende Achse 26 schwenkbar
angelenkt.
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Der Schwenkhebel 25 weist an seinem freien Ende eine Gabel 27 auf,
die sich in der Nähe der Seiltrommel 14 befindet und das Seilstück 24 umgreift.
Dadurch führt der Hebel 25 ebenso wie das Seilstück 24 bei vor- oder nacheilendem
Schlitten 1 relativ zu diesem Schwenkbewegungen aus. Die Endschalter 22 und 22a
liegen im Bewegungsweg bzw. im Schwenkweg des Schwenkhebels 25 und bei dessen Normallage
gemäß F i g. l symmetrisch zu diesem.
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Eilt der Schlitten 1 beim Aufwickeln (oder Abwickeln) des Seiles 24a
relativ zu dem auf der Trommel 14 aufgewickelten Teil 24 b des Seiles vor, so wird
bei der Aufwickelrichtung gemäß F i g. 1 der Schwenkhebel 25 gemeinsam mit dem Seilstück
24 relativ zum Schlitten 1 um die Achse 26 nach rechts geschwenkt, bis der Kontakt
22a durch den Schwenkhebel 25 betätigt wird. Bei Betätigung des Kontaktes
22a wird durch diesen über ein Relais 21 der Steuermagnet 19 bzw. 20 betätigt, durch
welchen das Umstellglied 18 der Umkehrratsche 12 in die Lage geschwenkt wird, bei
welcher der Führungsschlitten 1 gemäß F i g. 1 nach rechts bewegt wird. Eilt der
Führungsschlitten 1 dagegen in bezug auf das auf der Trommel 14 aufgewickelte Teil
24 b des Seiles nach, so wird in entsprechender Weise der andere Kontakt 22 betätigt,
so daß durch Umstellen des Umstellgliedes 18 der Umkehrratsche 12 durch den entsprechenden
Steuermagnet 20 bzw. 19 sich der Führungsschlitten 1 gemäß F i g. 1 nach links bewegt.
Der Steuerschlitten 1 wird also laufend durch das Seilstück 24 selbst in seiner
Bewegungsgeschwindigkeit gesteuert, so daß das Seil unabhängig von seiner Stärke
dicht und gleichmäßig auf die Trommel 14 aufgewickelt bzw. gleichmäßig von dieser
abgewickelt werden kann.