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Schaltungsanordnung für kleine Fernsprechnebenstellenanlagen Die Erfindung
bezieht sich auf eine Schaltungsanordnung für Fernmeldeanlagen, insbesondere kleine
Fernsprechnebenstellenanlagen, mit einer direkt an die den Anrufanreiz von einer
Anschlußleitung aufnehmenden Teilnehmerschaltung bzw. Amtsübertragung anschaltbaren,
auf Grund der von einer Sprechstelle gegebenen Kennzeichen die weitere Verbindungsherstellung
bestimmenden zentralen Einrichtung.
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Auch in kleinen Fernsprechnebenstellenanlagen, in denen für den Fernsprechverkehr
zum öffentlichen Amt eine Amtsübertragung mit einer Amtsleitung und für den internen
Verkehr der Nebenstellen untereinander eine oder zwei Innenverbindungseinrichtungen
zur Verfügung stehen, ist es gewöhnlich so, daß beim Abheben des Handapparates eines
Nebenstellenteilnehmers eine freie Innenverbindungseinrichtung an seine Teilnehmerschaltung
angeschaltet wird. Dieses geschieht auch dann, wenn der Nebenstellenteilnehmer die
Amtsleitung erreichen will. Gibt er nach dem Abheben des Handapparates ein Amtskennzeichen
(z. B. Erdtastendruck) ab, so wird ihm unter Abschaltung der Innenverbindungseinrichtung
die Amtsübertragungseinrichtung zur Verfügung gestellt, aus der er nun die Amtswählzeichen
erhält' Sind alle Innenverbindungseinrichtungen belegt, so erhält der Teilnehmer
nach Abheben seines Handapparates Besetztzeichen aus einem Hilfssatz. Er kann aber
dennoch bei freier Amtsübertragung durch Abgabe des Amtskennzeichens die Amtsübertragung
belegen.
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Will ein Nebenstellenteilnehmer dieser Anlage eine Internverbindung
herstellen, so werden die Wahlkennzeichen, die er zu diesem Zweck aussendet, in
der angeschalteten Innenverbindungseinrichtung ausgewertet. Es folgt dann die Markierung
und die Frei-Besetzt-Prüfung des angewählten Teilnehmers. Wird der angewählte Teilnehmer
besetzt gefunden, so war die bisherige Belegung der Innenverbindungseinrichtung
umsonst.
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Es ist weiterhin eine Schaltungsanordnung bekannt (deutsche Auslegeschrift
1263 108), bei der nach Aufnahme eines besonderen Kennzeichens (Wahl vor
Abheben des Hörers) in einer Wahlempfangseinrichtung diese zum Zwecke des Aufbaues
einer Direktrufverbindung über einen Koppler direkt ohne Zwischenschaltung einer
Innenverbindungseinrichtung mit der Teilnehmerschaltung verbunden bleibt. Diese
direkt an die Teilnehmerstation angeschaltete Wahlempfangseinrichtung beeinflußt
nun eine Steuereinrichtung, welche sofort nach Empfang aller Wahlkennzeichen den
Sprechweg zu einem gewünschten Teilnehmer über den Direktweg durchkoppelt. Diese
Direktrufverbindungen werden häufig für solche Verbindungswege verwendet, die sofort
ohne Teilnehmerruf als Sprechweg durchgeschaltet werden.
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Die neuere Entwicklung in der Relaistechnik hat Relais hervorgebracht,
welche sich von den herkönunlichen, bisher in der Femmeldetechnik verwendeten Relais
wesentlich unterscheiden (siehe z. B. deutsches Patent 1209 205). Die wesentlichsten
technologischen Unterschiede liegen in den kleinen Abmessungen und in dem geringen
Gewicht derartiger, neuer Relais. Wegen dieser Eigenschaften lassen sich diese Relais
vorteilhafterweise auch in einer Technik verwenden, die mit geätzten Leiterplatten
arbeitet, da sie ähnlich wie andere kleine, leichte Bauelemente (z. B. Widerstände,
Kondensatoren) auf den Leiterplatten untergebracht werden können.
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Soll eine Schaltungstechnik mit derartigen Relais aufgebaut werden,
so ist dabei zu beachten, daß diese Relais nur eine sehr geringe Anzahl von Kontakten
(am häufigsten nur einen Kontakt) aufweisen. Aus diesem Grunde wirft die Konzeption
einer Schaltkreistechnik ganz andere Probleme auf als bei einer Schaltkreistechnik,
die mit Relais mit beliebig vielen Kontakten aufgebaut wird.
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Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, unter Erfüllung des oben
beschriebenen Gesichtspunktes eine kleine Nebenstellenanlage zu bauen, die wirtschaftlicher
als die bekannten Anlagen verwirklichbar ist.
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Dies wird nach der Erfindung dadurch erreicht, daß die zentrale Einrichtung
nach Aufnahme von Kennzeichen der anrufenden Sprechstelle mit der der angewählten
Anschlußleitung zugeordneten Teilnehmerschaltung für die Frei-Besetzt-Prüfung verbunden
wird und' bei Freiprüfung der angewählten
Anschlußleitung und Kennzeichnung
einer für die herzustellende Verbindung belegbaren Verbindungsleitungsübertragung
die Kopplung der anrufenden Sprechstelle mit der Verbindungsleitungsübertragung
und der angewählten Anschlußleitung steuert.
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Ein Vorteil der erfindungsgemäßen Schaltungsanordnung ist, daß die
zum Nerbindungsaufbau notwendigen Schaltfunktionen aus den Innenverbindungseinrichtungen
entfernt werden und somit eine Entlastung und schaltungstechnische Vereinfachung
der Innenverbindungseinrichtungen in Fernsprechnebenstellenanlagen herbeigeführt
wird. Eine Innenverbindungseinrichtung wird also zum Aufbau eines Gesprächsweges
oder zum Belegen einer für alle Nebenstellenteilnehmer vorhandenen Einrichtung nicht
mehr benötigt. Dieses wirkt sich vor allem günstig in kleinen Fernsprechnebenstellenanlagen
aus, in denen nur ein oder zwei Innenverbindungseinrichtungen zur Verfügung stehen.
Beim Herstellen eines Intemgespräches wird die Innenverbindungseinrichtung erst
dann an die Teilnehmerschaltungen der anrufenden und angewählten Sprechstelle angeschaltet,
wenn die angewählte Sprechstelle und die Innenverbindungseinrichtung durch die gemeinsame
zentrale Einrichtung auch tatsächlich frei gekennzeichnet wurden. Da bei einer abgehenden
Amtsverbindung das Amtskennzeichen (z. B. Erdtastendruck) von der gemeinsamen zentralen-Einrichtung,
welche ohne eine Innenverbindungseinrichtung an die anrufende Teilnehmerschaltung
angeschaltet ist, ausgewertet wird, kommt ein abgehendes Amtsgespräch in jedem Falle
ohne irgendwelche Inanspruchnahme einer Innenverbindungseinrichtung zustande.
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Bei dieser neuartigen Konzeption einer kleinen Fernsprechnebenstellenanlage,
bei der alle Anschlußschaltungen, z. B. Teilnehmerschaltungen, direkt über --in
Leitungsvielfach zum Austausch von Informationen mit einer zentralen Einrichtung
in Verbindung treten können, müssen natürlich sehr viele Funktionen, die in herkömmlichen
Anlagen von - Verbindungssätzen ausgeführt wurden, z. B. Erkennen von Anforderungsanreizen,
Aufnahme und Weitergabe von Wahlinformationen, Zeichengabe usw., in den Anschlußschaltungen
selbst durchgeführt werden. Das bedeutet aber, daß, wie aus der weiter unten folgenden
Beschreibung noch hervorgehen wird, beispielsweise die verwendeten Teilnehinerschaltungen
gegen--, -über den bekannten Teilnehinerschaltungen erwiltd6 werden müssen,
d. h. daß der Aufwand an Relais in den Teilnehmerschaltungen größer ist.
Werden aber, wie schon gesagt, Kleinstrelais verwendet, welche leicht auf geätzten
Leiterplatten untergebracht werden können, die z. B. steckbar mit der Anlage verbunden
werden können, so ist der schaltungstechnische Aufwand. pro Teilnehmerschaltung,
volumenmäßig gesehen, nicht größer als bei herkömmlichen Teilnehmerschaltungen.
Gerade diese Konzeption weist aber auch den Vorteil auf, daß Teilnehmerschaltungen,
deren Baueleinente auf einer Leiterplatte untergebracht sind, in leichter Weise
ausgewechselt werden können oder daß weitere, neue Teilnehmer in die Anlage aufgenommen
werden können, ohne daß größere Eingriffe in die Anlage erforderlich wären. Wie
aus der weiter unten folgenden Beschreibung weiter hervorgehen wird, sind sogar
die zu einer Teilnehmerleitung gehörenden Koppelrelais zu den Teilnehinerschaltungen
gezählt. Bei Änderungen (Auswechseln von Teilnehmerplatten, Erweitern der Anlage)
ist dadurch nicht einmal ein Eingriff in das Koppelfeld notwendig.
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Bei einer ankommenden Amtsverbindung wird die zentrale Einrichtung
durch den Amtsrufstrom vom Amt über die Amtsübertragung zwecks Durchkopplung der
Amtsübertragung zu einer als Hauptstelle gekennzeichneten Teilnehmerstation angefordert.-Ebenso
wird die zentrale Einrichtung bei Einleiten eines Rückfragegespräches durch Erdtastendruck
zwecks Kopplung des rückfragenden mit dem rückgefragten Teilnehmer angefordert.
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Eine aus wirtschaftlichen Gründen erforderliche, möglichst rasche
Durchkopplung wird in diesen Fällen gemäß einer weiteren Ausbildung der Erfindung
dadurch erreicht, daß bei einer ankommenden Amtsverbindung sowie bei Einleitung
eines Rückfragegespräches die für den Aufbau eines Interngespräches belegte, aber
sofort für andere Vorgänge notwendige zentrale Einrichtung nur dann ausgelöst werden
kann, wenn der Koppelvorgang zum Durchkoppeln einer Internverbindung noch nicht
eingeleitet ist, d. h. wenn das den Koppelvorgang einleitende, der zentralen
Einrichtung zugeordnete SchaltmitteI noch nicht eingeschaltet ist.
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Der Vorteil dieser weiteren Ausbildung der Erfindung ist die sofortige
Freischaltung der zentralen Einrichtung bei ankommender Amtsverbindung und bei Einleitung
eines Rückfragegespräches während der Wahl des anrufenden Teilnehmers und während
Markierung und Frei-Besetzt-Prüfung des angewählten Teilnehmers und der Innenverbindungseinrichtung
und die Nichtfreischaltung der zentralen Einrichtung während des Koppelvorganges,
nachdem der angewählte Teilnehmer sowie die Innenverbindungseinrichtung frei gekennzeichnet
wurden, da der nun folgende Koppelvorgang sehr schnell beendet ist und die zentrale
Einrichtung danach automatisch ausgelöst werden.
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In den Zeichnungen ist ein Ausführungsbeispiel der erfindungsgemäßen
Schaltungsändirdnifüg- dargestellt.
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F ig. 1 zeigt einen übersichtsplan für eine kleine Fernsprechnebenstellenanlage
mit zwei bis zehn Teilnehmem, mit einer Innenverbindungseinrichtung (1-IausübertragungHUe),
mit einer Amtsübertragung AUe, mit einein RückfragesatzRF, mit einem KoppelfeldKF
und mit einer zentralen Einrichtung, von nun an in der Beschreibung Einsteller (ES7)
genannt. Für die Baustufe mit zehn Teilnehmern läßt sich die Anlage auf zwei Hausübertragungen
erweitern. Dies ist jedoch der Einfachheit halber nicht dargestellt. Die Teilnehmer
(TI ... T 0) sind über ihre Sprechadem mit ihren Teilnehmerschaltungen
(TS 1 ... TS0) verbunden, welche über ein Leitungsvielfach den Einsteller
erreichen.
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über Koppelpunkte des Koppelfeldes werden die Teilnehmerschaltungen
beim Aufbau einer Verbindung untereinander und mit den einzelnen Verbindungsleitungsübertragungen
verbunden. Die Koppelpunkte sind hier durch die Kreuzungspunkte der von den Teilnehmerschaltungen
ausgehenden waagerechten Linien (Sprechadern) mit den senkrechten Linien, die von
den Verbindungsleitungsübertragungen ausgehen, dargestellt.
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Die Teilnehmerschaltungen der erfindungsgemäßen Schaltungsanordnung
sind gegenüber den üblich bekannten Teilnehmerschaltungen so erweitert, daß von
ihnen alle Teilnehmerinformationen aufgenommen
und an den Einsteller
weitergegeben werden können. Eine Teilnehmerschaltung hat folgende Aufgaben zu erfüllen:
Beim Abheben des Handapparates muß sie die Schleife erkennen und dadurch den Einsteller
anfordem (Leitung 1 der Teilnehmerschaltungen zum Einsteller).
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Aufnahme und Erkennen der Wahlimpulse und Weitergabe zum Einsteller
(Leitung 3).
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Aufnahme des Erdtastendrucks für Amtsbelegung und Weitergabe zum Einsteller
(Leitung 4). Die Berechtigung ist in der Teilnehmerschaltung verdrahtet. Somit entfällt
die Identifizierung bei Amtsbelegung zur Abfrage der Berechtigung.
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In allen Besetztfällen [angewählte Teilnehmer besetzt, Verbindungsleitungsübertragungen
(HUe, A Ue) besetzt, Einsteller besetzt] wird der Besetztton
zu
dem rufenden Teilnehmer aus dessen Teilschaltung gesendet. Aussenden des
Rufstromes und Freitones aus der Teilnehmerschaltung. Rufabschaltung bei Melden
des angewählten Teilnehmers in der Teilnehmerschaltung des angewählten Teilnehmers.
Nach dem Gesprächsaufbau Durchschalten zu einer Verbindungsleitungsübertragung,
die die Speisung übernimmt.
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Die Leitung 2 zwischen Teilnehmerschaltungen und Einsteller überträgt
das Anfangsquittungszeichen nach der Anforderung des Einstellers zu der anfordernden
Teilnehmerschaltung (Einsteller besetzt oder frei).
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Der Einsteller (ESt) dient zur Steuerung der Nebenstellenanlage. Er
erhält Steuer- und Wahlimpulse von den Teilnehmerschaltungen und der Amtsübertragung,
zählt die Wahlimpulse aus und veranlaßt dann entsprechende Einstellvorgänge. Eine
Blockierung des Einstellers ist durch eine Belegungszeitbegrenzung verhindert. Dies
ist jedoch nur hier erwähnt, da es für den Erfmdungsgedanken unwichtig ist. Nach
Schluß der einstelligen Wahlserie markiert der Einsteller den angewählten Teilnehmer,
stellt eine Prüfverbindung zu der Teilnehmerschaltung her und prüft, ob der Teilnehmer
frei oder besetzt ist (Leitung 6). Bei Freiprüfung der angewählten Sprechstelle
und bei Freisein einer entsprechenden Verbin-Jungsleitungsübertragung steuert der
Einsteller die zur Verbindungsherstellung notwendigen Koppelvorgänge.
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Auf der Leitung 5 wird ein Trennimpuls zur Auslösung rufender
Teilnehmerschaltungen übertragen, z. B. bei Belegtsein der Verbindungsleitungsübertragungen
oder bei Besetztsein angewählter Teilnehmer. Die Steuerung des ersten Rufes erfolgt
über die Leitung 8, die des Weiterrufes aus einem Taktgenerator
TG über die Leitung 9. Der Taktgenerator erhält aus dem Einsteller
ein Anlaßkriterium.
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Die Amtsübertragung A Ue ist in bekannter Weise aufgebaut.
Ihre Funktionen sind Erkennen des Amtsanrufs, Anforderungsanreiz zum Einsteller
geben (Leitung 11), die mit ihr verbundenen Sprechstellen zu speisen, einen
Rückfrageweg mittels einer Rückfrageweiche herzustellen. Auf der Leitung 12 wird
das Quittungszeichen nach vorheriger Anforderung des Einstellers zu der Amtsübertragung
übertragen.
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In F i g. 2 ist ein Ausführungsbeispiel dargestellt, das durch
Beschreibung einzelner Schaltvorgänge zum Verständnis der erfindungsgemäßen Schaltungsanordnung
dienen soll. Hierfür nicht notwendige Einzelheiten sind nur angedeutet oder weggelassen.
Internverbindung Es sei angenommen, daß Teilnehmer Tl eine Intemverbindung zu Teilnehmer
T2 herstellen will. Teilnehmer T 1 erreicht über die Sprechadern a
1
und bl seine Teilnehmerschaltung TS1. Nach Ab-
heben des Handapparates
wird die Teilnehmerschleife geschlossen, und in der Teilnehmerschaltung werden die
Relais R 1 und R 2 eingeschaltet. Durch Umlegen des Kontaktes 1
r 1 wird Relais B 1 eingeschaltet und über die Kontakte3t,
1r1 und 24 und RelaisA wird auf freien Einsteller ESt geprüft (Leitung
1, 2). Bei freiem Einsteller ist das im Einsteller angeordnete Relais B 2
ausgeschaltet, und es kommt somit ein Einschaltestromkreis für Relais
A zustande, wodurch Relais B 1 wieder ausgeschaltet wird. Bei belegtem
Einsteller ist Relais B 2 eingeschaltet und Relais A
kann deshalb nicht ansprechen.
über Kontakt 4 b 1
wird in diesem Falle Besetztton zu dem Teilnehmer
T 1 aus einer mit allen Teilnehmerschaltungen verbundenen Ruf- und
Signaleinrichtung (RS) gesendet.
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Durch das Einschalten des Relais A in der Teilnehmerschaltung
spricht im Einsteller Relais J an, während für Relais A selbst ein Haltestromkreis
mittels der Kontakte 7a und Sa zustande kommt. über Kontakt 5 i
werden im Einsteller in weiterer Folge die Relais B 2 und B eingeschaltet. Relais
B ist durch die der Wicklung parallelgeschaltete Kondensator-Widerstand-Reihenschaltung
so abfallverzögert, daß es während der Wahlimpulse, die Relais J empfängt,
nicht abfällt. über Kontakt 6 b wird ein Stromkreis für Relais V vorbereitet.
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Wählt Teilnehmer Tl -nun eine Ziffer, so pendeln im Wahlrhythmus die
Relais R 1 und R 2 in d er Teilnehmerschaltung und somit auch das
Relais J im Einsteller (verursacht durch Kontakt 9 r 2). Beim ersten
Abfall des Relais J wird Relais V im Einsteller eingeschaltet und in weiterer
Folge auch das Relais WH (über Kontakt 10 v). Beide Relais sind derart abfallverzögert,
daß sie erst nach. dem Ende der Wahlimpulsserie verzögert abfallen. Die Impulse
werden mit Hilfe einer Zählkette ZK abgezählt, und nach Ende der einstelligen Zahl
wird eines der der Zählkette zugeordneten Hilfsrelais (H1 ... HO) eingeschaltet.
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Hat TeilnehmerT1 z.B. die Ziffer2 gewählt, so wird Relais H2 eingeschaltet,
und über den Kontakt 11 h 2 wird ein Prüfstromkreis,
d. h. ein Ansprechstromkreis für das Relais BS, welches den Teilnehmerzustand
des angewählten Teilnehmers T2 in dem Einsteller ESt anzeigt, vorbereitet (Leitung
6).
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Für diese Betrachtungen sei angenommen, daß die dargestellte Teilnehmerschaltung
TS1 ebenso für den angewählten Teilnehmer T2 gelten soll.
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Während des verzögerten Abfalls des Relais WR nach Ende der Wahlimpulsserie
und Einschalten des Relais H2 wird die Frei- und Besetztprüfung des angewählten
Teilnehmers T2 vorgenommen. Ist Teilnehmer l'2 besetzt, d. h., ist Relais
T in der Teilnehmerschaltung TS2 eingeschaltet, so spricht Relais BS an in dem Stromkreis
Erde, 3 t, Leitung 6, 11 h 2, Relais BS, 12 wh,
-.
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Das Relais T in der Teilnehmerschaltung kennzeichnet den Besetztzustand
eines Teilnehmers. Es ist während des Gespräches eingeschaltet.
Nach
Einschalten des Relais BS wird mittels des Kontaktes 13 bs Erdpotential über
die Leitung 5 auf den Punkt TR gelegt, wodurch Relais R 4 in der Teilnehmerschaltung
TS1 des rufenden Teilnehmers eingeschaltet, Relais A und im Einsteller Relais
J ausgeschaltet werden. Über Kontakt 4 b 1 wird Besetztton
zu dem rufenden Teilnehmer gesendet. Die Teilnehmerschaltung wird in den Fangzustand
gebracht, und durch Ausschalten von Relais J wird die Freischaltung des Einstellers
eingeleitet. Durch Zurückkehren des Kontaktes 5 i in die Ruhelage
wird Relais B ausgeschaltet, und nach Rückkehren des Kontaktes 12 wh in die Ruhelage
kann Relais E deshalb nicht ansprechen.
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Bei freiem Teilnehmer T2 kann Relais BS nicht ansprechen, und nach
dem verzögerten Abfall des Relais WH wird nun Relais E eingeschaltet. Durch
nicht dargestellte Schaltungsmaßnahmen ist verhindert, das Relais E schon
beim Belegen des Einstellers (Relais B eingeschaltet, Relais WH noch nicht eingeschaltet)
anspricht.
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Es sei nun angenommen, daß die Hausübertragung HUe frei ist,
was durch das nicht eingeschaltete Relais H im Einsteller gekennzeichnet wird. Nach
Einschalten von Relais E wird über Kontakt 14 e Relais K eingeschaltet. Kontakt
15k legt -über den Kontakt 11h2 und Leitung 6 Erdpotential an die
den Gleichrichtem Gl, G2, G3 zugeordneten Anschlußklemmen der Wicklungen
der Koppelrelais (KA zur Ankopplung der Amtsübertragung A Ue, KH zur Ankopplung
der Hausübertragung HUe, KR zur Ankopplung des Rückfragesatzes RF).
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In dem beschriebenen Fall eines Interngespräches spricht Koppelreläis
KH in der Teilnehmerschaltung des angewählten Teilnehmers an in dem Stromkreis
+, 14 e, 16 i, 17 h, Leitung 7, Relais KH,
G 2, Leitung 6, 11 h 2, 15 k, Erde.
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Über die Kontakte 18 kh und 19 kh des Koppelrelais KH
werden die a- und b-Adem des Teilnehmers T2 an die Hausübertragung HUe angekoppelt.
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In der Teilnehmerschaltung TSI des rufenden Teilnehmers Tl
liegt Erdpotential über den Kontakt 20 a an den den Gleichrichtern G
1, G 2, G 3 zugeordneten Anschlußklemmen der Wicklungen
der Koppelrelais. Das Koppelrelais KH kann somit auch in der Teilnehmerschaltung
des rufenden Teilnehmers ansprechen und verbindet die a- und b-Adem mit der Hausübertragung.
Beide Teilnehmer sind nun untereinander über die Sprechadern und mit der Hausübertragung
zur gemeinsamen Speisung verbunden. Die Teilnehmerrelais T sprechen in beiden Teilnehmerschaltungen
TSI und TS2 nach Einschalten der Koppelrelais über Kontakte 21 kh der Koppelrelais
an. Nach Beendigung des Koppelvorganges sprechen in der Hausübertragung die Relais
S und C an.' "
Bei belegter Hausübertragung ist Relais H eingeschaltet
und -über den Stromkreis 4-, 14 e, 161, 17 h wird über die Leitung
5 Pluspotential auf den Punkt TR gelegt, wodurch die gleichen Trenn- und
Auslösevorgänge, wie oben bei dem Fall »besetzter Teünehmer« beschrieben, in der
Teilnehmerschaltung TSI des rufenden Teilnehmers T 1 und im Einsteller ESt
eingeleitet werden. Durch Einschalten des Relais-T in der Teilnehmerschaltung TS1
des. rufenden Teilnehmers TI werden die Stromkreise für die Relais A,
R 1, R 2 in der Teilnehmerschaltung und für das Relais J in dem
Einsteller unterbrochen.
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Nach Ausschalten des Relais J wird während des verzögerten
Abfalls des Relais B, während das Relais E ja noch eingeschaltet ist, der
erste Ruf zu dein angewählten Teilnehmer T2 gesendet. über den Stromkreis
+, 14 e, 16 i, Leitung 8, Relais L, 22 ra, Leitung
6, 11 h 2, 15 k, Erde werden Relais L und über
den Kontakt 231 Relais B 3 in der Teilnehmerschaltung TS 2
des angewählten Teilnehmers T2 eingeschaltet, wodurch über Kontakt 24
b 3 Rufstrom zu dem angewählten Teilnehmer T 2 und über den Kontakt
25 b 3 Freiton zu dem rufenden Teilnehmer TI gesendet wird. In der
Teilnehmerschaltung TS1 des rufenden Teilnehmers sind ja die Relais L und B
3 nicht eingeschaltet.
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Nach Abfall des Relais B wird der Einsteller ESt ausgelöst, und er
ist zur Aufnahme eines neuen Be# legungsanreizes frei.
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Durch Einschalten des Relais C in der Hausübertragung HUe und
nach Abfall des Relais J und des Relais B 2 kann Relais H, welches
den Belegtzustand der Hausübertragung anzeigt, über die Kontakte 26
c
und 27 b 2 ansprechen und sich bis zum Auslösen der Verbindung über
den Kontakt 28 h halten. Damit ist die Hausübertragung HUe als besetzt gekennzeichnet.
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Die Koppelrelais KH und die Relais T werden nach Auslösen des Einstellers
gehalten in dem Stromkreis Erde, 26 c, Leitung 7, Relais -KH,
21 kh, Relais T, -.
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Der Weiterruf nach Auslösen des Einstellers erfolgt aus einem Taktgenerator
TG, welcher Relais B 3
im Rhythmus des Rufes über Leitung
9 ein- und ausschaltet.
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Meldet sich der angewählte Teilnehmer T2, so spricht RelaisRA über
dessen Teilnehmerschleife an. Durch öffnen des Kontaktes 22 ra wird Relais L ausgeschaltet,
und durch öffnen des Kontaktes 311
wird der Stromkreis für RelaisB3 aufgetrennt,
und somit erfolgt die Rufabschaltung für den Teilnehmer aus der Teilnehmerschaltung
TS2 des angewählten Teilnehmers. Nach dem Abfall des RelaisL ist die Sprechverbindung
(die Kontakte 291 und 301 in der Teilnehmerschaltung TS2 des angewählten
Teilnehmers kehren in die Ruhelage zurück) hergestellt, und beide Teilnehmer erhalten
nun aus der Hausübertragung HUe Speisestrom.
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Hängen nach Gesprächsende beide Teilnehmer ein, so werden die Relais
S und C in der Hausübertragung ausgeschaltet. Durch öffnen des Kontaktes
26c werden die eingeschalteten Koppelrelais KH und die Relais T ausgeschaltet.
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Während eines Interngespräches oder am Ende desselben hat auch ein
Teilnehmer allein die Mög-
lichkeit, die Hausübertragung freizuschalten sowie
die Koppelrelais KH und die Relais T in den Ruhezustand zurückzuführen,
d. h. den nicht auflegenden Teilnehmer von der Hausübertragung abzuwerfen.
Durch Erdtastendruck an einer Sprechstelle wird das Differentialrelais X in der
Hausübertragung HUe eingeschaltet,
. wodurc h. durch Öffnen des.
Kontaktes, 31 x
Relais C zum Abfall. gebracht wird. Der AbfaR von RelaisC
bewirkt, das Ausschalten der KoppelleIais KE und der Relais, T. Somit fällt auch
Relais, S- in, der Hausübertragung. ah.
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Abgehende Amtsverbindung Drückt nach Abheben, des Handapparates und
Freikennzeichnung des- Einstellers ESt Teilnehmer TI,. der. eine Amtsverbindung
aufzubauen wünscht, seine Erdtaste, so fällt in der Teilnehmerschaltung TS
1 Relais R 1 für, die Zeitdes Erdtastendruckes ab, während- Relais
R2 eingeschaltet bleibt. Dadurch wird im Einsteller Relais M und nach Loslassen
der Taste Relais N eingeschaltet. Bei einer Wahlimpulsserie ist Relais
Y eingeschaltet und verhindert somit das Ansprechen der Relais M und
N.
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Nach dem Einschalten des Relais N erfolgt ähnlich wie in dem
oben beschriebenen Falle einer Intemverbindung bei der Belegung einer Amtsübertragung
AUe die Frei-Besetzt-Prüfung derselben. Nach Freiprüfung der Amtsübertragung spricht
ein nicht dargestelltes Relais F an, wodurch über den Kontakt 321
Relais K,
das Koppelrelais K,4 und schließlich über den Kontakt 33 ka Relais T in der
Teilnehmerschaltung des rufenden Teilnehmers ansprechen. Somit ist die Verbindung
Teilnehmer TI-Amtsübertragung A Ue hergestellt.
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Nach Einschalten des Relais T werden in der Teilnehmerschaltung TS
1 die Relais R 1, R 2 und A zum Abfall gebracht,
wodurch der Einsteller ausgelöst und ein nicht dargestelltes Relais zur Kennzeichnung
der belegten Amtsübertragung A Ue eingeschaltet wird, während das Koppelrelais KA
und Relais T aus der Amtsübertragung durch Anlegen von Erdpotential über die Leitung
20 bis zur Auslösung der Amtsverbindung gehalten werden.
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Die nun folgenden Schaltvorgänge (Aufnahme und Weitergabe der Wahlimpulse
in der Amtsübertragung) unterscheiden sich nicht von denen in schon bekannten Nebenstellenanlagen,
so daß hier darauf nicht mehr eingegangen wird.
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Durch Auflegen des Handapparates an der Teilnehmerstation TI wird
die Amtsverbindung ausgelöst, und die Amtsübertragung steht zur Aufnahme eines neuen
Anreizes zur Verfügung.
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Beim Herstellen eines Rückfragegespräches (eingeleitet durch Erdtastendruck
während einer Amtsverbindung) spricht im Einsteller ESt eim nicht dargestelltes
Relais G an. Durch Schließen des Kontaktes 33g werden wie in oben
beschriebener Weise die Koppelvorgänge eingeleitet. Nach Durchkopplung bis zur Auslösung
des Rückfragegespräches werden die Relais KR und T über die Leitung 30 aus
dem Rückfragesatz RF gehalten.
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Im Falle eines Erdschlusses, d. h. beim Anlegen von Erdpotential
an beide Teilnehmeranschlußleitungen oder an die Teilnehmeranschlußleitung al, spricht
in der Teilnehmerschaltung TS 1 Relais R 2 an. Der dadurch gekennzeichnete
Anrufzustand »Amtsverbindung gewünscht« (Relais R 1 ausgeschaltet, Relais
R 2 eingeschaltet) würde ohne eine Sicherheitsvorrichtung und ohne überwachung der
Teilnehmeranschlußleitungen zu einer Belegung der zentralen Einrichtung,
d. h. zum Einschalten des Relais M, führen. Da aber vor dem Anschalten von
Erdpotential kein Schleifenschluß (Abheben des Handapparates an, der Teilnehmerstation)
erfolgte, konnte Relais A nicht ansprechen. Kontakt 7a ist somit in Ruhelagg#
und das von. den, Teilnehmerrelais R.1 -und R,2 falgeherweise als Belegungsanreiz
aufgenommene Störkennzeichen wird in, der Teilnehmerschaltung als Erdschlu3 erkannt"
und es. wird kein. Belegungsanreiz zu einer, anderen Einrichtung der Nebenstellenanlage
weitergegeben. Der Erdschlußfall wird somit. in der. Teilnehm erschaltung TS ausgeschieden.
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Bei einer ankommenden Amtsverbindung wird der Einsteller durch den
Rufstrom vom, Amt über die Amtsübertragung zur Durchkopplung, der Amtsübertragung
zu einer Teilnehm erstation, die zur Entgegennahme von Aintsanrufen bestimmt ist,
(Hauptstelle), an-gefordert.
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Bei Einleiten eines Rückfragegespräches wird der Einsteller durch
Erdtastendruck zwecks Durchkopplung der Amtsübertragung zur rückgefragten Teilnehmerstation
angefordert.
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In diesen beiden Fällen muß aus Dringlichkeitsgründen darauf geachtet
werden, daß die Durchkopplung möglichst rasch erfolgt. Ist der Einsteller bei einem
derartigen Anforderungsanreiz bereits von einem Teilnehmer, der eine Internverbindung
aufbauen will, belegt, so wird der Einsteller dadurch freigeschaltet, daß über den
Kontakt 34ru eines nicht dargestellten Relais R U, Leitung
10 und über Kontakt 35 k aus der Amtsübertragung
A Ue bzw. aus dem, Rückfragesatz RF Erde über Leitung 5 auf Punkt
TR gelegt wird.
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Ist der Koppelvorgang bereits eingeleitet (Relais K eingeschaltet),
so wird die Auslösung des Einstellers durch öffnen des- Kontaktes 35 k
verhindert.