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Verfahren zur Disproportionierung, Cyclisierung, Addition oder Polymerisation
acyclischer, einfach ungesättigter Olefinkohlenwasserstoffe Auf dem Gebiet der Umwandlung
von Kohlenwasserstoffen wurden zahlreiche Katalysatoren für die Überführung von
Paraffinen und/oder Olefinen in verschiedene Kohlenwasserstoffprodukte beschrieben.
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Viele dieser Katalysatoren sind feste Substanzen, und die Reaktionen
unter Verwendung dieser Katalysatoren sind heterogener Art. So wurden beispielsweise
verschiedene Metalle, Metalloxyde und Metallchloride auf Materialien, wie Kieselsäure,
Aluminiumoxyd u. dgl., aufgebracht. Während bei einigen Reaktionen der Träger wenig,
wenn überhaupt eine Wirkung auf die Reaktion, in welcher der Katalysator verwendet
werden soll, ausübt, zeigen viele Träger selbst eine starke Aktivität zur Katalysierung
der Reaktion.
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Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Disproportionierung,
Cyclisierung, Addition oder Polymerisation acyclischer, einfach ungesättigter Olefinkohlenwasserstoffe,
dadurch gekennzeichnet, daß man diese Olefinkohlenwasserstoffe unter an sich bekannten
Reaktionsbedingungen mit einem Katalysator in Berührung bringt, der aus einem Wolfram-
oder Molybdäncarbonyl und Siliciumdioxyd, Aluminiumoxyd oder Siliciumdioxyd-Aluminiumoxyd
als Trägermaterial hergestellt worden ist, wobei die Carbonylmenge im Bereich zwischen
0,01 und 20 Gewichtsprozent, bezogen auf die Katalysatormasse, liegt.
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Der erfindungsgemäß verwendete Katalysator kann durch direktes Vermischen
von festen Bestandteilen, durch Imprägnieren u. dgl. hergestellt werden. Um eine
optimale Aktivität zu erhalten, wird es bevorzugt, das Trägermaterial unter erhöhten
Temperaturen und so lange zu erhitzen, daß es vor dem Vermischen mit dem Metallcarbonyl
aktiviert ist.
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Die verwendeten Trägermaterialien sind Kieselsäuren, Aluminiumoxyde
bzw. Kieselsäure-Aluminiumoxyde mit großer Oberfläche, die bekannt sind und leicht
synthetisiert oder im Handel erhalten werden können. So kann beispielsweise Kieselsäuregel
leicht durch Ausfällen aus Wasserglaslösungen durch Zugabe einer Säure, wie Phosphorsäure,
hergestellt werden. Aluminiumoxyd kann aus Lösungen eines Aluminiumsalzes gefällt
werden. Das Trägermaterial wird vorzugsweise in poröser Form verwendet, beispielsweise
als Gel.
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Das Trägermaterial wird vorzugsweise zuerst durch Erhitzen mit Luft
und/oder einem inerten Gas, wie Stickstoff bei einer Temperatur oberhalb etwa 260"C,
vorzugsweise bei einer Temperatur von etwa 400 bis etwa 8200 C, aktiviert. Das Aktivieren
des Trägers kann auf jede gewünschte Weise vorgenommen werden. Es wird jedoch bevorzugt,
den Träger mitLuft bei erhöhter Temperatur oder in einer Atmosphäre irgendeines
an-
deren geeigneten Gases, wie Wasserstoff, Helium, Stickstoff u. dgl., zu erhitzen.
Die Zeitdauer, welche der Träger bei der Aktivierungstemperatur gehalten wird, hängt
von der verwendeten Temperatur ab,jedoch wird im allgemeinen der Träger für zumindest
5 Minuten erhitzt. Der Träger sollte bei einer ausreichend hohen Temperatur eine
ausreichend lange Zeit erhitzt werden, um praktisch das gesamte im Träger vorhandene
freie Wasser zu entfernen.
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Nach der Aktivierung des Trägers werden dann die Metallcarbonyle
entweder durch Imprägnieren oder durch trockenesVermischen mit dem aktivierten Träger
eingebracht. Vorzugsweise wird, je nach der Anwendungsmethode des Metallcarbonyls,
der Träger so behandelt, daß 0,1 bis 10 Gewichtsprozent des Metallcarbonyls, bezogen
auf den Träger, auf- oder eingebracht werden. Wenn der aktivierte Träger mit dem
Metallcarbonyl imprägniert wird, wird das Metallcarbonyl vorzugsweise als Lösung
in einem Kohlenwasserstoff angewandt. Beispiele von Lösungsmitteln, die für die
Metallcarbonyle verwendet werden können, sind die aromatischen Kohlenwasserstoffe,
wie Benzol und Toluol, Cycloparaffine, wie Cyclohexan und Methylcyclohexan, und
n-paraffinische und isoparaffinische Kohlenwasserstoffe mit 4 bis 10 Kohlenstoffatomen
je Molekül oder Mischungen dieser Kohlenwasserstoffe. Zu geeigneten Paraffinen gehören
n-Butan, n-Pentan, n-Hexan, Isooctan und n-Decan. Die Konzentration an Metallcarbonyl
im Kohlenwasserstofflösungsmittel beträgt im allgemeinen von etwa 1 bis etwa 10
Gewichtsprozent. Die Löslichkeit der
Metallcarbonyle ist gewöhnlich
bei Zimmertemperatur recht niedrig, und es ist daher häufig erwünscht, das Kohlenwasserstfflösungsmiffel
auf eine Temperatur von etwa 65 bis 72"C zu erwärmen, um das Metallcaibonyl zu lösen.
Gewöhnlich ist es notwendig, einen ausreichenden Druck aufrechtzuerhalten, um die
Lösung praktisch völlig in flüssiger Phase zu halten.
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Die Kohlenwasserstofflösung des Metallcarbonyls wird dann mit dem
aktivierten Träger in einer ausreichenden Menge in Berührung gebracht, um die gewünschte
Menge an Metallcarbonyl auf den Träger auf- oder in den Träger einzubringen. Eine
geeignete verwendbare Methode besteht darin, gerade genug Lösung anzuwenden, um
den aktivierten Träger völlig zu befeuchten. Das Kohlenwasserstofflösungsmittel
wird dann vom Katalysator entfernt, beispielsweise durch Spülen mit einem inerten
Gas bei einer Temperatur unterhalb etwa 150"C, und anschließend wird der carbonylhaltige
Träger auf einer Temperatur von etwa 10 bis etwa 370"C, vorzugsweise 65 bis 150"C,
unter Vakuum gehalten, das zwischen etwa 1 bis etwa 100 mm Hg absolut liegen kann.
Die Wärmebehandlung kann im allgemeinen eine Zeitspanne von einigen Sekunden bis
etwa 10 Stunden durchgeführt werden, vorzugsweise etwa 0,5 bis etwa 5 Stunden, wobei
die längeren Zeiten bei niedrigeren Temperaturen angewendet werden, und umgekehrt.
Wenn das Metallcarbonyl mit dem aktivierten Träger trocken vermischt wird, kann
gewünschtenfalls ebenfalls eine Wärmebehandlung unter Vakuum innerhalb der oben
angegebenen Bereiche angewendet werden.
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Die aus mit Träger versehenen Metallcarbonylen gebildeten, erfindungsgemäß
verwendeten Katalysatoren sind für die verschiedensten Reaktionen zur Umwandlung
von einfach ungesättigten Kohlenwasserstoffen wertvoll, einschließlich der Disproportionierung
von 1- und 2-Olefinen, der Polymerisation von 1-Olefinen, insbesondere Äthylen,
zu festen Polymerisaten, der Umwandlung von Äthylen zu Cyclopropan, der Dimerisierung
von Äthylen zu höheren Olefinen, insbesondere 1-Buten.
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Zu acyclischen monoungesättigten Kohlenwasserstoffen, die in Produkte,
die höhermolekulare Kohlenwasserstoffe enthalten, erfindungsgemäß übergeführt werden
können, gehören 1- und 2-Alkene, die 2 bis 16 Kohlenstoffatome je Molekül enthalten.
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Typische Beispiele von olefinischen Kohlenwasserstoffen, die erfindungsgemäß
in Produkte, die höhermolekulare Kohlenwasserstoffe, beispielsweise flüssige und/oder
feste Polymerisate, cyclische oder olefinische Produkte enthalten, übergeführt werden
können, sind Äthylen, Propylen, 1-Buten, 1-Penten, 2-Penten, 1-Hexen, 2-Hepten,
1-Octen, 2-Nonen, 1-Dodecen, 2-Tetradecen, 1-Hexadecen u. dgl.
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Die angewandten Reaktionsbedingungen, beispielsweise Temperatur,
Druck, Durchsatzgeschwindigkeiten u. dgl., für die verschiedenen in Frage stehenden
Reaktionen wechseln recht beträchtlich, je nach der besonderen verwendeten Katalysatorkomponente,
dem besonderen gewünschten Produkt und anderenVerfahrensvariablen. Jedoch liegt
im allgemeinen die angewandte Temperatur im Bereich von etwa - 18 bis etwa 320"C,
vorzugsweise von etwa 37 bis etwa 260° C. Der zu verwendende Druck liegt im allgemeinen
zwischen etwa 0 und etwa 210 atü oder mehr, vorzugsweise zwischen etwa 7 und etwa
70 atü.
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Bei einem Flü.ssig-Phasen-Verfahren, in dem ein Katalysatorfestbett
verwendet wird, liegt die Durchsatz-
geschwindigkeit in Volumina Flüssigkeit je Volumen
Katalysator je Stunde im allgemeinen zwischen etwa 0,1 bis etwa 20, vorzugsweise
zwischen etwa 1 bis etwa 6.
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In ähnlicher Weise liegen die Durchsatzgeschwindigkeiten in Volumina
Gas je Volumen Katalysator je Stunde im Bereich von etwa 50 bis etwa 10000 bei Gas-oder
Dampfphasenverfahren. Die Reaktionsdauer erstreckt sich im allgemeinen von etwa
1 Sekunde bis etwa 10 Stunden oder mehr, vorzugsweise von etwa 0,5 bis 5 Stunden.
Beim Arbeiten im Reaktionsgefäß unter Rühren liegt beispielsweise die Katalysatorkonzentration
in der Reaktionszone im allgemeinen im Bereich von etwa 0,5 bis etwa 40 Gewichtsprozent
der Reaktionsmischung.
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Die oben angegebenen Reaktionen können entweder in Gegenwart oder
Abwesenheit eines Verdünnungsmittels durchgeführt werden, jedoch ist im allgemeinen
die Verwendung eines Verdünnungsmittels das für die Reaktion nicht nachteilig ist,
vorzugsweise eines Kohlenwasserstoffverdnnungsmittels, bevorzugt, Zu typischen K
oblenwasserstofflösungsinitteln, die verwendet werden können, gehören die aromatischen
Kohlenwasserstoffe, wie Benzol und Toluol, Cycloparaffine und/oder Paraffine mit
bis zu 12 Kohlenstoffatomen je Molekül, wie Cyclohexan und Methylcyclohexan, n-Pentan,
n-Hexan, Isooctan, Dodecan u. dgl.
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Oder Gemische davon. Wenn Verdünnungsrnittel verwendet werden, können
sie von einer kleinen Menge an bis herauf zu etwa 98 Gewichtsprozent des Reaktionsgemisches
betragen.
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Erfindungsgemäß können alle Umwandlungsreaktonen entweder ansatzweise
odei kontinuierlichdurchgeführt werden unter Verwendung entweder eines Festbettkatalysatorverfahrens
oder im Reaktionsgefäß unter Rühren oder nach einem anderen Verfahren mit beweglichem
Katalysator oder irgendeinem der bekannten Kontaktverfahren für die Umwandlung der
verschledenen Reaktionsteilnehmer in die gewünschten Produkte.
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Am Ende der Reaktion wird die die nicht umgesetzten Materialien sowie
die Reaktionsprodukte enthaltende Kohlenwasserstoffiösung vom Katalysator nach bekannten
Verfahren abgetrennt und daraus das Produkt gewonnen, beispielsweise durch Fraktionieren,
Verflüssigung oder Solventextraktion.
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Die erfindungsgemäß hergestellten Reaktionspror dukte (feste und
flüssige Polymerisate, Aromaten oder höhere Olefine), finden Verwendung in der Industrie
So zeichnen sich beispielsweise feste, erfindungsgemäß aus 1-Olefinen hergestellte
Polymerisate durch ihre hohe Dichte aus und sind zur Herstellung von Kunststofferzeugnissen
nach üblichen Verfahren, wie beispielsweise dem Spritzgußverfahren,Valruumformverfahren
oder Strangpressen geeignet Viele der erfindungsgemäß erhältlichen höhermolekularen
Produkte, sind als Zwischenprodukte oder Ausgangsmaterialien für die Herstellung
von anderen wertvollen Produkten brauchbar. So kann beispielsweise Äthylen erfindungsgemäß
in höhere Olefine, insbesondere 1-Buten, übergeführt werden, und das so erhaltene
1-Buten kann zur Herstellung von Butadien verwendet werden.
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Die Disproportionierung von Olefinen gemäß der vorliegenden Erfindung
ergiht Olefine von sowohl niedrigerem als auch höherem Molekulargewicht als das
Ausgangsolefin. Anßerdem erfolgt beim Verfahren eine gewisse Isomerisierung der
Doppelbindung.
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Das Ausmaß der Doppelbindungsisomerisieruag hängt vom verwendeten
Katalysatorträger und von der Reaktionstemperatur ab. So erfolgt beispielsweise
die
Isomerisierung in stärkerem Ausmaß mit KieselsäureT Aluminiumoxyd-Trägern
als mit Aluminiumoxyd, und höhere Reaktionstemperaturen bewirken eine stärkere Isomerisierung
als niedrigere.
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Die der Disproportionierung gemäß der vorliegenden Erfindung unterworfenen
Olefine sind geradkettige 1- und 2-Olefine mit 3 bis 16 Kohlenstoffatomen. Einige
spezielle Beispiele derartiger Olefine sind Propylen, 1-Buten, 1-Penten, 2-Penten,
2-Hepten, 1-Octen, 2-Nonen, 1-Dodecen, 2-Tetradecen und 1-tIexadecen.
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Die Disproportionierung kann entweder ansatzweise oder kontinuierlich
durchgeführt werden, beispielsweise nach dem Festbettkatalysatorverfahren oder unter
Rühren des Bettes. Das Verfahren wird bei Temperaturen von -18 bis etwa 320"C, vorzugsweise
37 bis 260° C, insbesondere 90 bis 2050 C, durchgeführt.
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Paraffinische oder cycloparaffinische Kohlenwasserstoffe können gewünschtenfalls
als Verdünnungsmittel verwendet werden. Wenn ein Verdünnungsmittel verwendet wird,
so macht dieses bis zu etwa 95 Gewichtsprozent, vorzugsweise 50 bis 90 Gewichtsprozent,
des Reaktionsgemisches aus. Zu einigen speziellen Beispielen für Verdünnungsmittel
gehören Isobuten, n-Penten, Isohexan, Isooctan, Cyclohexan oder Methylcyclohexan.
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Bei einer besonders brauchbaren Disproportionierungs reaktion werden
Propylen als Beschickungsmaterial und Propan als Verdünnungsmittel verwendet.
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Äthylen kann in Kohlenwasserstoffgemische übergeführt werden, die
Cyclopropan, Methylcyclopropan und andere Kohlenwasserstoffe enthalten, indem es
mit dem erfindungsgemäß verwendeten Katalysatoren behandelt wird Zur Durchführung
der Cyclisierungsreaktion werden der Katalysator und Äthylen bei einer Temperatur
von -18 bis 320"C, vorzugsweise 90 bis 260" C, in Kontakt gebracht. Diese Reaktion
kann entweder ansatzweise oder kontinuierlich unter Anwendung geeigneter Verfahrensweisen,
wie ein festes Katalysatorbett oder ein Reaktionsgefäß mit gerührtem Katalysator
durchgeführt werden. Zusätzlich zu den sich bei diesem Verfahren ergebenden niedermolekularen
Cyclopraffinen werden andere Kohlenwasserstoffe erhalten, einschließlich von Kohlenwasserstoffen,
die als Beschickung für verschiedene Verfahren brauchbar sind, unter ihnen beispielsweise
1-Buten, 2-Buten und 2-Penten.
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Hochmolekulare Polymerisate und Copolymerisate von 1-Olefinen mit
2 bis 8 Kohlenstoffatomen können durch Behandeln eines Olefins oder eines Gemisches
von zwei oder mehr dieser Olefine mit einem aus auf einen aktivierten Aluminiumexyd-,
Kieselsäure- oder Kieselsäure - Aluminiumoxyd - Träger aufgebrachten Chromhexacarbonyl
bestehenden Katalysator hergestellt werden. Zu einigen Beispielen von 1-Olefinen,
die nach dem erfindungsgemäßen Verfahren polymerisiert oder copolymerisiert werden
können, gehören Äthylen, Propylen, 1-Buten, 1-Hexen und 1-Octen. Das Verfahren ist
besonders auf die Polymerisierung von Äthylen und Mischungen von Äthylen mit anderen
Comonomeren, worin Äthylen den Hauptbestandteil darstellt, zu festen Polymerisaten
von hoher Dichte und hoher Kristallinität anwendbar. Zur Polymerisierung werden
die Olefinbeschickung und der Katalysator bei einer Temperatur von -18 bis 3200
C, vorzugsweise 55 bis 235"C, in Berührung gebracht. Das Verfahren kann bei An-
oder Abwesenheit eines Verdünnungsmittels durchgeführt werden. Bei Abwesenheit eines
Verdünnungsmittels kann es notwendig sein, zur Trennung des Katalysators und des
Verdünnungsmit-
tels ein Polymerlösungsmittel zu verwenden. 7war kann jede gewünschte
polymçrisationsmethade angewendet werden, wie beispielsweise ein Bestbettkata lysatorverfahren
oder ein Verfahren im Rührreaktor, jedoch ist es bevorzugt, ein Verdünnungsmittel
zu verwenden. Die Reaktion kann ansatzweise oder kontit nuierlich durchgeführt werden.
Zu bensonderen Beispielen von gewünschten falls verwendbaren Verdünnungsmitteln
gehören n-Penten, n-Hexan, Isooctan, Cyclohexan und Methylcyclohexan. Am Ende der
Reaktionszeit werden die Polymerisate nach irgendeinem geeigneten Verfahren gewonnen.
Feste Polymerisate können beispielsweise nach Methoden, wie Koagulieren mit Wasser,
Feststoff-Fällung u. dgl., gewonnen werden. Die festen Produkte sind für die Herstellung
von Kunststoffgegenständen nach bekannten Verfahren, wie Spritzgießen, Vakuumformung
oder Strangpressen, geeignet. Die Polymerisation von 1-Olefinen kann unter Verwendung
von Katalysatoren durchgeführt werden, die aus auf Träger aufgebrachtem Molybdänhexacarbonyl
oder Wolframhexacarbonyl bestehen, die durch einen aromatischen Kohlenwasserstoff
aktiviert werden. Zu Beispielen von 1-Olefinen, die erfindungsgemäß polymerisiert
werden können, gehören Athylen, Propylen, 1-Buten, 1-Hexen und 1-Octen. Diese Olefine
werden in feste Polymerisate übergeführt, die technische Bedeutung haben, wobei
das Verfahren besonders auf die Polymerisation von Äthylen anwendbar ist. Geeignete
aromatische Aktivatoren sind beispielsweise Benzol und Toluol. Die aromatische Verbindung
kann in das Gemisch auf verschiedene Weise eingeführt werden. Eine geeignete Menge
einer geeigneten flüssigen aromatischen Verbindung kann in das Reaktionsgemisch
eingegeben werden, wobei es die zweifache Rolle sowohl einer katalytischen Komponente
als auch des : Reaktionsverdünnungsmittels spielt. Wahlweise kann eine aromatische
Verbindung in das Gemisch durch Vorbehandeln eines auf einen Träger aufgebrachten
Metallcarbonyls mit einem aromatischen Kohlenwasserstoff, bevor der Katalysator
in das Reaktionsgefäß oder die Reaktionszone übergeführt wird, eingebracht werden.
In diesem Fall kann die Polymerisationsreaktion ohne Verwendung des Verdünnungsmittels
oder gewünschtenfalls bei Verwendung eines nichtaromatischen Verdünnungsmittels
durchgführt werden. Ein weiteres Verfahren ist die Verwendung einer aromatischen
Verbindung zur Imprägnierung des Metallcarbonyls auf dem Katalysatorträger. Nach
dem vorliegenden erfindungsgemäßen Verfahren werden die Olefinbeschickung und der
Katalysator, einschließlich der aromatischen Komponente, bei einer Temperatur von
-18 bis 320"C, vorzugsweise 65 bis 235"C, in Berührung gebracht. Das Verfahren wird
in An- oder Abwesenheit eines Verdünnungsmittels, wie oben erläutert, durchgeführt.
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Zwar kann jedes gewünschte Polymerisationsverfahren angewandt werden,
wie ein Katalysatorfestbettverfahren oder ein Verfahren im Reaktionsgefäß unter
Rühren, jedoch ist die Verwendung eines Verdünnungsmittels bevorzugt. Die Reaktion
kann ansatzweise oder kontinuierlich durchgeführt werden. Am Ende der Reaktion können
die Polymerisate nach irgendeiner geeigneten Methode, einschließlich Koagulieren
mit Wasser, Feststoffausfällng u. dgl., gewonnen weiden, Große Mengen an Butenen,
insbesondere 1-Buten, werden jährlich hergestellt und verbraucht, wobei eine wesentliche
Verwendung die Herstellung von Butadien durch Dehydrieren ist, Es wurden verschiedene
Verfahren
zur Herstellung von Buten angewandt, als Hauptverfahren
die Dehydrierung von n-Butan. In den letzten Jahren nahm die Kapazität zur Herstellung
von Äthlyen rasch zu. Erfindungsgemäß kann Äthylen als Beschickungsmaterial bei
einer katalytischen Synthese von höheren Olefinen, insbesondere 1-Buten, durch Behandlung
mit einem aus auf einen aktivierten Aluminiumoxyd-, Kieselsäure- oder Kieselsäure-Aluminiumoxyd-Träger
aufgebrachten Wolframhexacarbonyls gebildeten Katalysator verwendet werden.
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Nach diesem Verfahren werden der Katalysator und das Äthylen bei einer
Temperatur von - 18 bis 3200 C, vorzugsweise 38 bis 205"C, einem Druck von 0 bis
210 atü, vorzugsweise 7 bis 42 atü, in Berührung gebracht. Das Verfahren wird entweder
ansatzweise oder kontinuierlich durchgeführt, nach beispielsweise einem Festbettkatalysatorverfahren
oder in einem Reaktionsgefäß mit Rührer. Gewünschtenfalls können Verdünnungsmittel
verwendet werden, und zu ihnen gehören Verbindungen, die 4 bis 10 Kohlenstoffatome
enthalten. Einige spezielle Beispiele geeigneter Verdünnungsmittel sind Isobutan,
n-Hexan, Isooctan, n-Decan, Cyclohexan und Methylcyclohexan. Das hauptsächliche
Produkt des erfindungsgemäßen Verfahrens ist 1-Buten, jedoch ergeben sich auch geringere
Mengen von Propylen und 2-Buten. Diese Produkte können nach bekannten Verfahren,
wie fraktionierte Destillation, Verfiüssigung u. dgl., getrennt werden.
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Das Verfahren der deutschen Auslegeschriftl 142867 beschreibt die
Behandlung von Acetylenverbindungen.
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Das Verfahren der deutschen Auslegeschrift 1051003 beschreibt die
Polymerisation von Olefinverbindungen zu hochmolekularen Polymerisaten in Gegenwart
eines Katalysators aus einem Gemisch von Metallcarbonylen und anorganischen oder
organischen Halogenverbindungen. Das Verfahren nach der vorliegenden Erfindung betrifft
1. die Umwandlung von Äthylen zn Cyclopropan; 2. die Umwandlung von Äthylen zu 1-Buten;
3. die Polymerisation von Äthylen in Gegenwart eines aromatischen Kohlenwasserstoffs
und 4. die Olefindisproportionierung.
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In beiden bekannten Verfahren findet sich keinerlei Hinweis auf die
oben genannten Verfahren 1, 2 oder 4.
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Obwohl das Verfahren der deutschen Auslegeschrift 1 051 003 auf die
Polymerisation von Äthylen gerichtet ist, zeigen die Daten in dem nachfolgenden
Beispiel 12 klar, daß in Abwesenheit eines aromatischen Verdünnungsmittels der auf
einem Träger aufgebrachte Katalysator nach der vorliegenden Erfindung keine Aktivität
für die Polymerisation von Äthylen besitzt.
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Andererseits bekommt man nach der vorliegenden Erfindung mit einem
aromatischen Verdünnungsmittel eine Polymerisation ohne die Verwendung einer Halogenverbindung,
wie sie nach der Entgegenhaltung zwingend vorgeschrieben ist. Diese Daten beweisen
die Vorteile des Katalysators nach der vorliegenden Erfindung gegenüber den bekannten
Katalysatoren.
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Das Verfahren der französischen Patentschrift 1 329 207 offenbart
die Disproportionierung von Olefinkohlenwasserstoffen mit einem Katalysator, der
aus Molybdänoxyd oder Wolframoxyd besteht, während die vorliegende Erfindung die
Verwendung von auf einem Träger befindlichen Wolfram- oder Molybdäncarbonylen betrifft;
es ergibt sich außerdem aus den nachfolgenden Daten, daß durch die Verwendung der
erfindungsgemäß eingesetzten Katalysatoren die Mög-
lichkeit besteht, Äthylen in
Cyclopropan oder zu einem festen Polymerisat oder zu 1-Buten umzuwandeln, zusätzlich
zu der Möglichkeit, Olefine zu disproportionieren.
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Die folgenden Beispiele dienen zur näheren Erläuterung der Erfindung.
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Beispiel 1 Äthylen wurde gemäß einer Ausführungsform der Erfindung
in höhere Olefine, vor allem 1-Buten, übergeführt.
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Bei diesem Versuch wurde pelletisiertes Aluminiumoxyd auf 5380 C
in Luft und dann in Stickstoff erhitzt, um diesen Träger zu aktivieren, und dann
wurde das aktivierte Aluminiumoxyd mit einer Cyclohexanlösung von Wolframhexacarbonyl
imprägniert. Es wurde gerade genug Lösung von Wolframhexacarbonyl verwendet, um
den Träger völlig zu durchfeuchten, und die Konzentration (etwa 5 Gewichtsprozent)
der auf 66 bis 71"C gehaltenen Lösung war so bemessen, daß sich 2 Gewichtsprozent
auf dem Aluminiumoxyd ergaben. Dann wurde das Cyclohexan vom Katalysator durch 2stündiges
Spülen bei 121 bis 143"C entfernt und der Katalysator 2 Stunden bei 121 bis 143"C
unter einem Druck von 1 mm Hg absolut gehalten.
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121,8 g Katalysator wurden dann für die Umwandlung von Äthylen in
höhere Olefine als Festbett in einem rohrförmigen Reaktor angeordnet und 70 g Äthylen
innerhalb von 2 Stunden durch das Reaktionsgefäß geleitet. Im Reaktionsgefäß herrschten
während des Versuches 121"C und 32,3 atü. Der Abstrom vom Reaktionsgefäß wurde auf
Normaldruck entspannt, eine Plobe entnommen und gaschromatographisch und massenspektrometrisch
analysiert.
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Der Umsatz bettung in diesem Versuch 40/o, und das Produkt enthielt
21 Molprozent Propylen, 7,9 Molprozent 2-Buten und 71,1 Molprozent 1-Buten.
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Beispiel 2 Bei einem weiteren Versuch, der nach dem Verfahren des
Beispiels 1 durchgeführt wurde, wurden 84 g Katalysator, der aus dem auf einen Träger
aufgebrachten W (CO) des Beispiels 4 gebildet war, in ein röhrenförmiges Reaktionsgefäß
eingefüllt und Äthylen über den Katalysator bei 173"C, 39,6 atü und 500 Volumina
je Volumen je Stunde geleitet. Der Umsatz betrug bei diesem Versuch 2,72 0/o. Das
Produkt enthielt 33,1 Gewichtsprozent Propylen, 58,8 Gewichtsprozent 1-Buten, 6,98
Gewichtsprozent 2-Buten, 0,73 Gewichtsprozent Cyclopropan und 0,369 Gewichtsprozent
Methylcyclopropan.
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Beispiel 3 Bei einem anderen Versuch wurden nach dem Verfahren des
vorhergehenden Beispiels 87 g des Katalysators in ein röhrenförmiges Reaktionsgefäß
eingebracht und Äthylen über den Katalysator bei 154"C, 31,5 atü und 50 Volumina
je Volumen je Stunde geleitet. Der Umsatz betrug 3,89 0/o, und die Produkte bestanden
aus 13,61 Gewichtsprozent Propylen, 80,3 Gewichtsprozent 1-Buten, 5,64 Gewichtsprozent
2-Buten und 0,25 Gewichtsprozent von jeweils Cyclopropan und Methylcyclopropan.
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Beispiel 4 Bei einer Reihe von Versuchen wurden verschiedene Katalysatoren
auf die Disproportionierung von Olefinen geprüft.
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Die bei diesen Versuchen verwendeten Katalysatoren wurden durch Imprägnieren
von aktiviertemAluminumoxyd mit einer Cyclohexanlösung von Mo (CO) hergestellt.
Der Aluminiumträger war ein gekörntes Aluminiumoxyd, das durch Erhitzen in Luft
und dann in Stickstoff bei 538°C aktiviert worden war. Dieser Träger wurde dann
mit einer Lösung von M9(CO)8 in Cyclohexan imprägniert. Die verwendeten Lösungen
reichten von etwa 5 g Mo (CO) je. 100 ml Cyclohexan bis zu etwa 10 g je 100 ml,
dem ungefähren Sättigungspunkt bei einer Temperatur von 66 bis 71°C, die angewandt
wurde, um das Carbonyl bei der Vakuumimprägnierung in Lösung zu halten. Drücke von
etwa 1,0 bis 10 mm Hg absolut wurden angewandt und gerade genug Lösung verwendet,
um den Träger völlig zu benetzen. Die Lösungskonzentration wurde so berechnet, daß
sich die gewünschte Menge an Molybdänhexacarbonyl auf dem Träger ergab. Dann wurde
das Cyclohexan vom Katalysator durch 2stündiges Spülen mit N2 bei 121 bis 143°C
entfernt und danach der Ka-
talysator 2 Stunden unter einem Vakuum von etwa 1 mm
Hg bei 121 bis 1430 C gehalten.
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Der aus dem auf einen Träger aufgebrachten Carbonyl gebildete Katalysator
wurde dann zur Dispróportionierung von Olefinen in einem Reaktionsgefäß als Festbett
verwendet. Die flüssigen Olefine wurden durch Erhitzen auf ihren Siedepunkt entgast
und mit der gewünschten Geschwindigkeit durch ein Trockenrohr mittels einer Dosierpumpe
in das rohrförmige Reaktionsgefäß eingefüllt. Bei jedem Versuch wurden etwa 100
ml Katalysator in das Reaktionsgefäß eingebracht.
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Der Abstrom vom Reaktionsgefäß wurde auf Atmosphärendruck entspannt
und die gasförmige Fraktion von der flüssigen Fraktion in einer Fraktionierkolonne
abgetrennt. Das Gewicht jeder Fraktion wurde bestimmt und eine repräsentative Probe
der Zusammensetzung genommen.
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Die Produkte wurden gaschromatographisch und massenspektrometrisch
untersucht. Die Ergebnisse. dieser Versuche sind in der Tabelle I angegeben.
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Tabelle I
| Versuch Nr. |
| 1 2 3 4 5 6 7 8 |
| Beschickung |
| Olefin...... Propylen 1-Buten 1-Buten 1-Buten 2-Buten 1-Penten
1-Hexen C.yclo- |
| hexen |
| Isobutan als Verdünnungs- |
| mittel, Gewichtsprozent . -. 0 0 - 0 0 0 0 68 69 |
| Katalysator |
| Gewichtsprozent Mo (CO) |
| auf Träger (a) ............... 3,0 1,3 2,0 3,0 1,6 2,0 2,0
2,0 |
| Gramm im Bett ............... 118,7 103,7 114,9 9 103,7 95,3
96,2 115,3 115, |
| Betriebsbedingungen |
| Temperatur, °C .... ... 121 121 232 232 232 121 121 121 |
| Druck, atü . . . . . . . . . . . . . . . . 35,2 35,2 . 35,2
35,2 35,2 35,2 35,2 35,2 |
| Volumina je Volumen je |
| Stunde (b) . . . . . . . . . . . . . . . . . 300 1,5 1,9 1,6
1,6 1,6 . 1,6 1,7 |
| Versuchsdauer, Stunden . . . . . 5 5 5 5 5 5 5 5 |
| Umwandlung, % (c) .. .... 25 10 18 15 16 60 54 0 |
| Isomerisierung, % (d) . . ... 0 19 65 66 5 15 15 |
| Produktverteilung, Molprozent |
| Äthylen . . . . . . . . . . . . . . . . . 42 8 5 7 5 2 5 |
| Propylen ..... ..... - 34 39 33 36 21 13 |
| Butene 55 - - - - 27 12 |
| Pentene .... .... 2 18 40 38 39 - 15 |
| Hexene . 32(e) 12 14 10 27 - |
| Heptene . . ............... zu 1 8 2 4 10 10 55 |
| Octene ... .... 1 8 1 2 10 11 55 |
| Nonene .......... ..... 1 8 1 1 10 1 55 |
| Schwere Olefine |
| Butenverteilung, Molprozent |
| 1-Buten - - - - - 33 52 |
| 2-Buten . . .............. 100 67 48 |
| Pentenverteilung, Molprozent |
| 1-Penten . . . 2 5 4 6 52 |
| 2-Penten. 98 88 80 75 40 |
| Isopenten ............... 7 16 19 8 |
(a) Menge, die durch Imprägnieren zu einem aktivierten Aluminiumoxyd zugegeben wurde.
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(b) Volumina Flüssigkeit je Volumen Katalysator je Stunde, außer bei
Versucht, wo Volumen Gas je Volumen Katalysator je Stunde angegeben ist.
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(c) Mit Ausnahme der Isomerisierung der Doppelbindungen in der Beschickung,
beispielsweise l-Buten zu 2-Buten.
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(d) °/0 Doppelbindungsisomerisierung der Beschickung.
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(e) Überwiegend trans-3-Hexen.
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In Tabelle I stellen die Versuche 1 bis 7 erfindungsgemäße Versuche
dar, während der Versuch 8 ein Kontrollversuch ist, wobei ein cyclisches Olefin
verwendet wurde. Es ist zu ersehen, daß in Versuch 8 keine Umwandlung erhalten wurde.
Die Versuche zeigen, daß die erfindungsgemäßen auf einem Träger aufgebrachten Hexacarbonylkatalysatoren
wirksam sind zur Umwandlung von a) Propylen in überwiegend 2-Buten und Äthylen (Versuch
1), b) n-Buten in überwiegend 2-Penten, Hexene, Propylen und Äthylen (Versuche 2,
3, 4 und 5), c) 1-Penten überwiegend in Hexene und Butene, d) 1-Hexen überwiegend
in Heptene, Pentene, Butene und Propylen (Verusch 7).
-
Es ist auch zu ersehen, daß der auf einen Träger aufgebrachte Mo(CO)6-Katalysator
für die Doppelbindungsisomerisierung aktiv ist. In der folgenden Zusammenstellung
sind die Isomerisierungswerte der Versuche aus Tabelle I angegeben: Temperatur Isomerisierung
Beschickung Produkt °C % 1-Buten 121 19 2-Buten 1-Buten 232 65 2-Buten 2-Buten 232
5 1-Buten 1-Penten 121 15 2-Penten 1-Hexen 121 15 2-, 3-Hexene
Weiter ist aus Tabelle
I zu ersehen, daß höhere Temperaturen die Doppelbindungsisomerisierung begünstigen.
-
Beispiel 5 Bei einer weiteren Versuchsreihe wurden die aus Mo(CO)8
auf Trägern gebildeten Katalysatoren in Versuchen in Rührgefäßen verwendet.
-
Bei diesen Versuchen wurden die Katalysatoren, wie im Beispiel 4
beschrieben, hergestellt, jedoch wurde in den meisten der Versuche das gekörnte
Aluminiumoxyd auf eine Teilchengröße von 10 bis 100 vor der Imprägnierung mit Carbonyllösung
vermahlen. Bei den restlichen Versuchen wurde ein gekörnter Katalysator verwendet.
-
Bei jedem Versuch im Rührreaktionsgefäß wurden etwa 50 ml Katalysator
und 230 bis 330g Olefin in ein 1-l-Reaktionsgefäß eingefüllt. Der Innenrührer wurde
angeschaltet und das Reaktionsgefäß auf die gewünschte Temperatur erhitzt.
-
Nach 2 bis 3 Stunden bei Betriebstemperatur wurden die Kohlenwasserstoffe
durch Spülen vom heißen Reaktionsgefäß in eine 1, 8-l-Bombe bei Trockeneistemperatur
entfernt. Die Produkte wurden dann, wie im Beispiel 4 beschrieben, analysiert.
-
Die Ergebnisse dieser Versuche sind in Tabelle II angegeben: Tabelle
II
| Versuch Nr. |
| 9 10 11 12 13 14 15 16 |
| Beschickung |
| Olefin. ............... 1-Buten 2-Buten Isobuten 2-Penten -cis-2-
2- 3- 1- |
| Penten hexen Hepten Octen |
| Gramm Olefin ............... 250 250 230 230 330 250 230 230 |
| Katalysator |
| Mo(CO)6, Gewichtsprozent (a) 3,0 3,0 3,0 3,0 3,0 3,0 3,0 3,0 |
| Gramm . ............... 41,0 39,2 45,9 43, 45,8 45,5 44,4 44,6 |
| Betriebsbedingungen |
| Temperatur, °C . . . . . . . . . . . . 121 121 121 121 121
121 121 121 |
| Druck atü ............... 29,5 25,3 15,5-1,05 10,2 11,2 3,5
1,2 3,5 |
| Versuchsdauer, Stunden . . . . . 2 2 3 3 3 3 3 3 |
| Umwandlung, % (b) .......... 7,4 2,3 96 51 46 7 0 41 |
| Isomerisierung ..... . ..... 9,3 1,7 - 1 2 2 @ - - |
| Produktverteilung, Molprozent |
| Äthylen .. . ............... 40 |
| Propylen .. ...... .... 19 58 8 7 13 |
| butene .. . . - - 58 42 3 |
| Pentene .. ............... 11 42 - - 26 |
| Hexene .. 30 34 51 - 1 |
| Heptene . . ............... 30 34 51 22 10 |
| Octene . . . ............... 30 50 34 51 7 |
| Nonene ............... ......... 30 34 51 3 39 |
| schwerer . .. 50 34 51 39 37 |
| Butenverteilung, % |
| 1-Buten . . ... .... 12 8 |
| 2-Buten.... 88 92 |
| Pentenverteilung, % |
| 1-Penten . . |
| 2-Penten . .. . 100 100 100 |
(a) Gewichtsprozent Mo(CO), im Katalysator während der Herstellung.
-
(b) Ausschließlich der Isomerisierung von Doppelbindungen in der Olefinbeschickung.
-
In Tabelle II sind die Versuche-11 und 15 Kontrollversuche, während
die anderen Versuche in den Rahmen der vorliegenden Erfindung fallen. Bs ist zu
ersehen, daß die Polymerisierung von Isobuten in Versuch 11 bewirkt wurde, während
aus Versuch 15 hervorgeht, daß 3-Olefine, wie am Beispiel 3-Hepten gezeigt ist,
keiner Disproportionierung mit dem erfindungsgemäßen Katalysator unterliegen.
-
Beispiel 6 In einer weiteren Versuchsreihe wurden Katalysatoren aus
Mo(CO), auf verschiedenen Trägern bezüglich ihrer Aktivität zur Disproportionierung
von Olefinen untersucht.
-
Einige der Katalysatoren wurden nach der Vakuumimprägnierungsmethode
des Beispiels 4 hergestellt,
während ein Katalysator durch Vakuumimprägnierung und
anschließende Wärmebehandlung unter Stickstoff hergestellt wurde. In zwei anderen
Versuchen wurde der aktivierte Katalysatorträger trocken mit Mo(CO), gemischt und
danach die Zusammensetzung bei erhöhtel Temperatur in der Wärme behandelt. Ein Versuch
wurde ohne Träger durchgeführt.
-
Bei allen Versuchen, außer in zwei, wurde 1-Buten als Olefinbeschickung
verwendet. Bei den zwei restlichen Versuchen, Versuch 21 und 22, diente 2-Buten
als Beschickung. Einige der Versuche wurden unter Anwendung des Festbettverfahrens
wie im Beispiel 4 durchgeführt, während die anderen nach dem Verfahren im Rührreaktionsgefäß,
wie im Beispiel 5, durchgeführt wurden. Die Ergebnisse dieser Versuche sind in der
nachfolgenden Tabelle III angegeben: Tabelle III
| Versllch Nr. |
| 17 18 19 20 21 22 23 24 25 |
| Beschickung ... 1-Buten 1-Buten 1-Buten 1-Buten 2-Buten 2-Buten
1-Buten 1-Buten 1-Buten |
| Katalysator |
| Mo(CO), Gewichts- |
| prozent . . . . . . . . . . . 1,3 3 6 3 1,3 ; 3 6 4 100 |
| Träger . . . . . ........... A1203 A1203 A1203 Al203 Al2O3
SiO2/sioa Aktiv-keiner |
| Also, kohle |
| Behandlung (1). Imp-Vak Imp-Vak TM Imp-Vak Imp-N2 Imp-Vak TM
Imp-Vak |
| Behandlungstemperatur, |
| °C .... ..... ...... 138 138 154 260 538 138 154 138 keiner |
| Verwendete Gramm .... 103,7 46,5 47,5 41,7 nicht nicht 31,6
16,9 |
| gemessen gemessen |
| Betriebsbedingungen |
| Typ des Reaktions- |
| gefäßes (2) Festbett unter unter unter Festbett Festbett unter
Festbett unter |
| Rühren Rühren Rühren Rühren Rühren |
| Temperatur, °C ..... 121 121 121 121 121 121 121 121 121 |
| Druck, atü . . . . . . . . . . 35,2 27,1 28,1 26,4 35,2 35,2
26,4 35,2 26,7 |
| Versuchsdauer, |
| Stunden ............... 5 4 3 3 3 5 2 5 2 |
| Umwandlung, % .... 10 3 15 6 0 57 13 1 0 |
| Isomerisierung, °/0. 19 19 10 19 75 12 3 |
| Produktverteilung, |
| Molprozent |
| Äthylen ............... 8 8 30 17 |
| Propylen . . . . . . .... 34 47 17 17 10 38 28 |
| Butene ............... - - - - - - - |
| Pentene ..... .... 18 19 14 15 5 37 24 |
| Hexene .. ...... 32 23 39 51 25 16 |
| schwerer 8 3 l 8 | 3 85 32 |
(1> Der Ausdruck Imp-Vak bedeutet, daß die Imprägnierung, wie im Beispiel 1 beschrieben,
und eine anschließende Vakuumbehandlung bei der angegebenen Temperatur durchgeführt
wurden. Imp-N, bedeutet eine Imprägnierung, wie im Beispiel 1 beschrieben, und eine
anschließende Behandlung mit N2 bei der angegebenen Temperatur. TM bedeutet trockenes
Vermischen von Mo(CO)6 mit dem Träger und anschließendes Erhitzen auf die angegebene
Temperatur.
-
(2) Festbettverfahren identisch mit Beispiel 1, Rührbettverfahren
identisch mit Beispiel 2..
-
In Tabelle III sind die Versuche 17 bis 20 erfindungsgemäße Versuche,
die zeigen, daß verschiedene Arten der Katalysatorherstellung angewandt werden können.
-
Versuch 21 ist ein Kontrollversuch, der zeigt, daß eine Temperatur
von 538°C zu hoch für die Behandlung des Katalysators ist. Die -Versuche 22 und
23 zeigen, daß Kieselsäure-Aluminiumoxyd und Siliciumdioxyd brauchbare Träger sind,
während die Versuche 24 und 25 zeigen, daß ein Katalysator auf Aktivkohle und ein
Katalysator ohne Träger nicht brauchbar sind.
-
Andere Träger, die untersucht und als unbrauchbar befunden wurden,
waren Tuff, Zinkoxyd, Zirkonium oxydj Titanoxyd, Kobald-Thorium-Oxyd und Brucit.
-
Beispiel 7 ZweiVersuche werden durchgeführt, wobei ein Katalysator
aus W(CO)8 auf einem Träger zur Disproportionierung von Olefinen verwendet wurde.
-
Die Katalysatoren wurden nach dem Imprägnierungsverfahren des Beispiels
4 hergestellt, wobei aktiviertes Aluminiumoxyd als Träger verwendet wurde. Die imprägniertenTrägerwurden
bei 138°C vakuumbehandelt.
-
Die Disproportionierungsversuche wurden nach dem Festbettverfahren
des Beispiels 4 durchgeführt. Ein Versuch wurde ohne Verdünnungsmittel durchgeführt,
während bei den anderen Versuchen Isobuten als Verdünnungsmittel verwendet wurde.
Die-Ergebnisse dieser Versuche sind in der nachfolgenden Tabelle IV angegeben: Tabelle
IV
| Versuch Nr. |
| 26 27 |
| Katalysator |
| Charbonyl . . .. W(CO)6 W(CO)6 |
| Gewichtsprozent 2, 0 . . . . . 2, 2,0 |
| Träger *... Al203 Al203 |
| Gramm .. .. 108,8 104,8 |
| Beschickung |
| Olefin ............... 1-Buten - 1-Penten |
| Isobutanverdünner, |
| Gewichtsprozent .... 0 66 |
| Gramm |
| Olefin + Verdünner.. 690 440 |
| Betriebsbedingungen |
| Temperatur, °C . . 121 121 |
| Druck, atü . . ..... 35,9 35,2 |
| Versuchs dauer, |
| Stunden ............... 5 3 |
| Umwandlung, % (a) . . . 7 44 |
| Isomerisierung, % ...... zu 8 20 |
(a) Ausschließlich Isomerisierung der Beschickung.
-
Tabelle IV (Fortsetzung)
| Versuch Nr. |
| 26 1 27 |
| Produktverteilung, |
| Molprozent |
| Äthylen. . |
| Propylen . . 28 34 |
| Buten - 18 |
| Penten 28 - |
| Hexen . . .. . 40 13 |
| Hepten .... ...... 1 10 |
| Octen . ... ... 3 24 |
| schwerer . ...... 3 1 |
| Butenverteilung, % |
| 1-Buten ............... 3 |
| 2-Buten . 97 |
| Pentenverteilung, °/0 |
| 1-Penten 2 |
| 2-Penten .. .. 92 |
| Isopenten .. ......... 6 |
| Isomerisierungsprodukt .. 2-Buten 2-Penten |
Beispiel 8 Äthylen wurde in ein Gemisch von Kohlenwasserstoffen, einschließlich
von Cyclopentan und Methylcycloplopan, übergeführt.
-
Ein gekörnter Aluminiumkatalysator wurde auf 3580C in Luft und dann
in Stickstoff erhitzt, um diesen Träger zu aktivieren, anschließend wurde das aktivierte
Aluminiumoxyd mit einer Cyclohexanlösung von Molybdänhexacarbonyl imprägniert. Es
wurde gerade genug Lösung verwendet, um den Träger vollständig zu benetzen, und
die Konzentration der Lösung wurde so eingestellt, daß sich die gewünschte Menge
der Carbonylverbindung auf dem Träger, wie in der nachfolgenden Tabelle gezeigt,
ergab. Das Cyclohexan wurde dann vom Katalysator durch 2stündiges Spülen bei 121
bis 143°C entfernt. Die Zusammensetzung wurde dann 2 Stunden unter £21 bis 143°C
unter einem Druck von 1 mm Hg absolut gehalten.
-
Der oben hergestellte Katalysator wurde dann für einen Versuch mit
Äthylen im festen Katalysatorbett verwendet. In diesem Festbettsystem wurden 100
ml Katalysator in ein rohrförmiges Reaktionsgefäß eingebracht, und gasförmiges Äthylen
wurde durch das Reaktionsgefäß mit der gewünschten Geschwindigkeit geleitet. Das
Reaktionsgefäß wurde bei jedem Versuch auf die gewünschte Temperatur erhitzt. Der
Abstrom vom Reaktionsgefäß wurde auf Atmosphärendruck entspannt und die Produkte
dann gaschromätographisch und massenspektrometrisch untersucht.
-
Die Ergebnisse dieser Versuche sind in der nachfolgenden Tabelle V
angegeben: Tabelle V
| Nersuch Nr. |
| 1 2 3 4 5 6 7 8 9 |
| Katalysator |
| Gewichtsprozent Mo(CO), ............... 2 2 2 2 2 2 3 3 5 |
| Bedingungen |
| Temperatur, °C. .... 138 232 66 121 121 121 121 121 |
| atü ...... ..... .. ..... . 35,2 31,6 31,6 33,0 32,3 32,3 0
64,7 33,7 |
| Volumina je Volumen je Stunde .... 250 140 250 330 140 110
270 300 200 |
| Versuchsdauer, Stunden ............... 4 4 4 2 4 2 3 3 2 |
| Umwandlung, 0/o (2) . . . . . . . . . . . . . 2,7 3,0 0,0 0,6
3,2 5,0 0,3 2,0 1,3 |
| Produktverteilung, Gewichtsprozent |
| Propylen ... ............... 28 62 57 58 64 67 52 54 |
| 1-Buten . ............ ..... 26 6 9 27 8 33 26 31 |
| 2-Buten ... ..... .......... 26 25 29 8 18 8 15 |
| 2-Penten .... .............. 4 |
| Neopentan. .. ............... 1 |
| Cyclopropan .......... ..... 8 5 3 8 6 Spur |
| Methylcyclopropyn ............... 12 | @ 4 2 4 Spur |
| n-Butan 2 ..... 2 |
| 1-Penten ............... .. 1 @ 4 |
(1) Gasvolumina je Volumen Katalysator je Stunde.
-
(2) Ausschließlich einer sehr geringen Menge an festem Äthylenpolymerisat,
das gebildet wurde.
-
Der Versuch 3 in der Tabelle ist ein Kontrollversuch, der zeigt,
daß eine Temperatur von 66° C für das erfindungsgemäße Verfahren nicht ausreicht.
Der Versuch 7 ist ebenfalls ein Kontrollversuch, der zeigt, daß Atmosphärendruck
nicht ausreicht, wenn man Cyclopropan und Methylcyclopropan erhalten will. Es ist
auch zu ersehen, daß bei diesem Versuch die Umwandlung extrem gering ist. Versuch
9 zeigt die Ergebnisse, die erhalten werden, wenn ein höherer Prozentsatz von Molydbäncarbonyl
in der Katalysatorzusammensetzung verwendet wird.
-
Beispiel 9 Ein Versuch wurde durchgeführt, wobei Äthylen zu einem
festen Polymerisat durch Reaktion an einem Katalysator polymerisiert wird, der aus
Molybdänhexacarbonyl-Aluminiumoxyd gebildet ist, wobei im Reaktionsgefäß unter Rühren
gearbeitet wird. Die Polymerisierung wurde in Gegenwart von Benzol durchgeführt,
jedoch können auch andere aromatische Kohlenwasserstoffe, einschließlich von Toluol,
der Xylole u. dgl. verwendet werden.
-
Eine Menge von 246 g Aluminiumoxyd mit einer Teilchengröße von etwa
1,65 bis 0,15 mm lichte Maschenweite (das vorher bei 538°C in Luft 5 Stunden lang
und dann in Stickstoff 2 Stunden lang voraktiviert worden war) wurde in 155 ccm
einer Cyclohexanlösung mit einem Gehalt von 7,8 g Molybdänhexacarbonyl bei 60 bis
66"C verteilt. Das Cyclohexanlösungsmittel wurde dann von der Aufschlämmung durch
2stündiges Erhitzen auf 1380 C in Gegenwart von Stickstoff und anschließendem weiterem
2stündigem Halten bei dieser Temperatur unter vermindertem Druck entfernt.
-
45,9 g dieses Katalysators wurden zusammen mit 182 g Benzol in ein
1-l-Reaktionsgefäß mit Rührer
eingebracht. Das Reaktionsgemisch wurde auf 121"C erhitzt
und dann unter Zugabe von etwa 33 g Äthylen auf einen Druck von 33,7 atü gebracht.
Nach 2 Stunden wurde das Reaktionsgefäß auf 26,7°C abgekühlt und 0,9 g festes Polymerisat
gewonnen.
-
Ein entsprechender Versuch, der praktisch identisch mit dem oben
beschriebenen Verfahren war, wurde als Kontrollversuch durchgeführt, wobei lediglich
Cyclohexan als Reaktionslösungsmittel an Stelle von Benzol verwendet wurde. Bei
diesem Kontrollversuch wurde praktisch kein Festpolymerisat festgestellt.