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Schaltung zur Veränderung der Farbart eines von einem PAL-Farbfernsehsignal
erzeugten Bildes Beim PAL-Farbfernsehsystem wird unabhängig von Phasenfehlern im
übertragungsweg und von Phasenfehlern des zur Demodulation dienenden Bezugsträgers
stets der richtige Farbton wiedergegeben. Eine Änderung des Farbtones ist ohne weiteres
nicht möglich, weil auf Grund der PAL-Umschaltung und der elektrischen Mittelwertbildung
im PAL-Empfänger mit Laufzeitleitung stets der richtige Farbton wiedergegeben wird.
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In vielen Fällen ist es aber erwünscht, die Farbart, insbesondere
den Farbton, des wiedergegebenen Bildes nach subjektivem Empfinden zu ändern. Diese
Aufgabe besteht insbesondere auf der Studioseite, und die Mittel zur Änderung des
Farbtones sollen dann auf alle Empfänger wirken. Wenn beispielsweise von einem entfernten
Studio ein Signal übernommen wird, das auf Grund einer besonderen Beleuchtung bei
der Aufnahme oder durch Abtastung eines in der Farbe unzureichenden Farbfilmes einen
unerwünscht starken Rotstich hat, so besteht der Wunsch, den Rotanteil des Farbbildes
zu verringern. Beispielsweise kann es von der Regieseite her auch erwünscht sein,
dem Bild einen bestimmten Farbstich, z. B. in Grün, zu geben. Die Änderung der Farbart,
z. B. die Anhebung oder Absenkung einer bestimmten Farbe, kann auch aus Regiegründen
zur Erzielung besonderer Effekte erwünscht sein.
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Zur Einstellung des Farbtones bei einem PAL-Signal ist es bekannt
(deutsche Auslegeschrift 1178 892), den Farbträger beispielsweise in einer PAL-Laufzeitaufspaltschaltung
in seine beiden farbträgerfrequenten Komponenten aufzuspalten und Mittel zur gegensinnigen
Änderung der Amplitude dieser beiden Komponenten vorzusehen. Bei dieser Lösung muß
aber der Farbträger zunächst aus dem FBAS-Farbvideosignal selektiv ausgewertet fand
dann in zwei Signale aufgespalten werden. Diese Maßnahme ist also im Hauptkanalweg
des Farbträgers erforderlich. Insbesondere in einem Studio besteht aber der Wunsch,
die Farbartänderung im FBAS-Farbvideosignal durchzuführen, ohne daß eine selektive
Trennung oder gar Demodulation des Farbträgers notwendig ist. Außerdem hat diese
bekannte Schaltung nur eine begrenzte Wirkung.
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Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Schaltung zu schaffen,
mit der das FBAS-Farbvideosignal im Sinne einer Änderung der Farbart bei allen Empfängern
auf einfache und wirkungsvolle Weise beeinflußt werden kann.
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Die Erfindung geht aus von einer Schaltung zur Veränderung der Farbart
eines von einem PAL-Farbfernsehsignal erzeugten Bildes, und besteht darin, daß eine
der PAL-Umschaltung unterworfene farbträgerfrequente Spannung mit wählbarer Amplitude
und Phase als Zusatzspannung dem modulierten PAL-Farbtärger hinzugefügt ist.
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Die Zusatzspannung wird beispielsweise dem FBAS-Farbvideosignal hinzugefügt.
Sie kann beispielsweise aus dem FBAS-Farbvideosignal selektiv entnommenen Farbträger
gewonnen werden. Die Zusatzspannung kann auch in einem auf der Farbträgerfrequenz
schwingenden, durch Farbsynchronsignale synchronisierten Oszillator erzeugt werden.
In diesem Falle ist beispielsweise die Phase der Zusatzspannung entsprechend der
gewünschten Beeinflussung der Farbart einstellbar. Bei einer Ausführungsform der
Erfindung werden mehrere verschiedene Farbkomponenten, z. B. Rot, Grün und Blau,
darstellende, je für sich in Polarität und Amplitude einstellbare Zusatzspannungen
farbträgerfrequent zu einer zusammengesetzten Zusatzspannung matriziert, die dann
nach Einfügung der PAL-Umschaltung dem FBAS-Farbvideosignal hinzugefügt wird. Die
Amplitude der dem FBAS-Farbvideosignal hinzugefügten Zusatzspannung kann auch von
der Amplitude des jeweiligen Leuchtdichtesignals abhängig gemacht werden. In manchen
Fällen kann es nämlich zweckmäßig sein, bei schwarzen oder weißen Bildstellen eine
Änderung der Farbart, z. B. eine Beseitigung einer übersättigung dunkler Bildstellen
oder eines in einer weißen Fläche noch vorhandenen Farbstiches, zu bewirken. Die
Erfahrung zeigt nämlich, daß verbleibende Farbstiche in einem Schwarzweißbild gerade
bei dunklen oder hellen Bildstellen besonders störend wirken.
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Mit der Erfindung läßt sich eine Farbartänderung in weiten Grenzen
erzielen. Ein wesentlicher Vorteil der Erfindung besteht darin, daß die Farbartänderung
lediglich
durch Hinzufügung einer Zusatzspannung in das FBAS-Farbvideosignal erfolgt und dieses
daher bei nicht vorgenommener Farbartänderung überhaupt nicht beeinflußt wird.
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Die Erfindung wird im folgenden an Hand der Zeichnung an einigen Ausführungsbeispielen
näher erläutert.
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F i g.1 zeigt ein Prinzipschaltbild der Erfindung; in. den F i g.
2, 4, 6, 10, 12 sind verschiedene Ausführungsbeispiele der Erfindung dargestellt;
F i g. 3 zeigt Zeigerbilder des Farbträgers, mit denen die Wirkungsweise der Schaltung
nach F i g. 2 erläutert wird; F i g. 5 zeigt Zeigerbilder zur Erläuterung der Wirkungsweise
der Schaltung nach F i g. 4 und F i g. 7 Ortkurven zur Erläuterung der Wirkung der
Schaltung nach F i g. 6; F i g. 8 und 9 zeigen die praktische Ausbildung der Einstellmittel
zur Änderung der Farbart; F i g. 11 zeigt ein Zeigerbild zur Erläuterung der Wirkung
der Schaltung nach F i g.10 und F i g.13 eine Kennlinie zur Erläuterung der Schaltung
nach F i g.12.
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In den Figuren bedeutet F als Vektoren darstellbare farbtärgerfrequente
Spannungen, U die nicht umgeschaltete und jV die umgeschaltete PAL-Modulationsachse.
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In F i g.1 wird das FBAS-Farbvideosignal von einer Klemme 1 über eine
Leitung 2, eine Laufzeitleitung 3 und eine Leitung 4 einer Addierstufe 5 zugeführt,
an deren Ausgangsklemme 6 ein FBAS-Farbvideosignal mit einem geänderten Farbträger
Fneu steht. Zur Beeinflussung des Farbträgers im Sinne einer Änderung der Farbart
wird der Addierstufe 5 über eine Leitung 7 eine farbträgerfrequente Zusatzspannung
Fzus. mit einstellbarer Amplitude hinzugefügt. Die Zusatzspannung wird in einem
Prozessor 8 erzeugt, dem der mit einem Bandpaß 9 aus dem FBAS-Farbvideosignal selektiv
abgezweigte, modulierte Farbträger über eine Leitung 10 und, falls erforderlich,
ein mittels einer Bandsperre 11 von farbträgerfrequenten Anteilen befreites Leuchtdichtesignal
über eine Leitung 12 zugeführt werden. Der Prozessor 8 erzeugt die farbträgerfrequente
Zusatzspannung, die über ein Tor 13 der Leitung 7 zugeführt wird.
Das Tor 13 ist während der Zeilenrücklaufzeit durch an einer Klemme 14 stehende
Impulse 15 undurchlässig gesteuert, damit während dieser Zeit keine Zusatzspannung
an die Addierstufe 5 gelangt und das Farbsynchronsignal des von der Leitung 4 kommenden
FBAS-Farbvideosignals nicht beeinflußt wird. Das von der Leitung 12 kommende Leuchtdichtesignal
Y ist hier nur für die Wirkungsweise des Prozessors 8 e (F i g.12) erforderlich.
Es kann beispielsweise dazu dienen., die Zusatzspannung von der jeweiligen Amplitude
des Leuchtdichtesignals abhängig zu machen, wie später noch näher erläutert wird.
Die Laufzeitleitung 3 dient zur Einstellung der richtigen zeitlichen Beziehung zwischen
dem modulierten Farbträger von der Leitung 4 und der Zusatzspannung von der
Leitung 7. Verschiedene Möglichkeiten für die Ausbildung des Prozessors 8 werden
an Hand der folgenden Figuren erläutert.
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F i g. 2 zeigt eine einfache Ausführungsform des Prozessors B. Der
hier dargestellte Prozessor 8 a enthält eine bekannte PAL-Aufspaltschaltung 16,
in der unter Verwendung einer Verzögerungsleitung für eine Zeilendauer die von der
Leitung 10 kommenden modulierten Farbträger von zwei zeitlich aufeinanderfolgenden
Zeilen addiert und subtrahiert werden. Dadurch entstehen die beiden den beiden PAL-Modulationsachsen
entsprechenden farbträgerfrequenten Komponenten Fu und Ft jy. Das Signal Fu wird
einer Gegentaktschaltung 17 zugeführt, die beispielsweise einen Bifilartransformator
enthält und dieses Signal mit entgegengesetzter Polarität einem Potentiometer 18
zuführt, an dessen Abgriff ein Signal mit der Amplitude a - FU verfügbar
ist, wobei a
zwischen -1 und -I-1 einstellbar ist. Dieses Signal wird einer
Addierstufe 19 zugeführt. Auf gleiche Weise wird das Signal F± jv einer Gegentaktschaltung
20 zugeführt, die ein Potentiometer 21 speist. An dem Abgriff dieses Potentiometers
steht ein Signal b - F± jy, wobei b auch zwischen -1 und -h 1 einstellbar
ist. Dieses Signal wird ebenfalls der Addierstufe 19 zugeführt.
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Die F i g. 3 a bis 3 d (ebenso die F i g. 5, 7 und 11) sind Zeigerbilder,
in denen Amplitude und Phase des Farbträgers während der Zeilen (»NTCS-Zeilen«),
in denen -1-V übertragen wird, dargestellt sind. Entsprechende, an der waagerechten
Achse U gespiegelte Bilder gelten für die Zeilen (»PAL-Zeilen«), in denen - V übertragen
wird. An Hand der F i g. 3 a bis 3 d wird die Wirkungsweise des Prozessors 8 a nach
F i g. 2 erläutert. F i g. 3 a zeigt die beiden Modulationsachsen U und jV
des quadraturmodulierten PAL-Farbträgers und einen modulierten Farbträger F. Die
Ortskurven 22 des Farbträgerzeigers F für konstante Ampiltude sind Kreise. Bei der
Aufspaltung des Farbträgers in der Aufspaltschaltung 16 entstehen die Teilsignale
Fu und Ft jv an den Potentiometern 18, 21. Mit den Potentiometern 18, 21 werden
nun die Anteile a - Fu und b - F± jv abgegriffen und in der Addierstufe
19 zu der Zusatzspannung zusammengesetzt.
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Wenn gemäß F i g. 3 b beispielsweise dem Farbträger F ein Anteil a1
- FU hinzugefügt wird, so verformt sich die Ortskurve 22 des Farbträgerzeigers
F in eine Ortskurve 23, die einem verringerten Anteil FU und gleichbleibendem
Anteil Ft 3v entspricht. Wenn ein Anteil a2 - FU hinzugefügt wird, wobei
jetzt a2 ein anderes Vorzeichen als a1 aufweist, so entsteht eine Ortskurve
24, die einem verstärkten Anteil FU entspricht. Bei der Einstellung mit a1
wird also die der Achse U entsprechende Farbe verringert, während bei der Einstellung
mit a2 die der Achse U entsprechende Farbe angehoben wird. Die kreisförmigen Ortskurven
22 werden dadurch in ellipsenförmige Ortskurven 23, 24 umgewandelt.
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F i g. 3 c zeigt die gleichen Verhältnisse bei einer Betätigung des
Potentiometers 21. Es ist ersichtlich, daß durch die Potentiometer 18, 21 verschiedene
Ortskurven für den Farbträgerzeiger F und unabhängig- voneinander Anhebungen und
Absenkungen der den Achsen U und jV zugeordneten Farben bewirkt werden können.
F i g. 3 d zeigt verschiedene Verformungen der Ortskurve des Farbträgerzeigers F.
Bei nicht beeinfiußtem Farbvideosignal gilt für den Farbträgerzeiger F die Ortskurve
22. Wenn beispielsweise der Abgriff des Potentiometers 21 nach oben in Richtung
einer positiven Zusatzspannung b F± jv verstellt wird, so bleibt im Farbträger
der Anteil in Richtung der Achse U unverändert, während der Anteil in Richtung der
Achse jV vergrößert wird, so daß für den Farbträger eine Ortskurve 25 entsteht,
die
eine Anhebung der der Achse jV zugeordneten Farbe bedeutet. Wenn nun zusätzlich
der Abgriff des Potentiometers 18 nach unten, d. h. in Richtung einer negativen
Zusatzspannung (a negativ) verstellt wird, so wird zusätzlich der Farbträgeranteil
der Achse U verringert, so daß für den Farbträger eine Ortskurve 26 entsteht, die
zusätzlich eine Absenkung der der Achse U zugeordneten Farbe bedeutet. Wenn die
Abgriffe beider Potentiometer 18, 21 nach unten, d. h. in Richtung negativer Zusatzspannung,
verstellt werden, wird der Farbträger bezüglich beider Achsen verrringert, wodurch
eine Ortskurve 27 entsteht. Diese Ortskurve bedeutet eine starke Verringerung der
Farbträgeramplitude, was z. B. sinnvoll sein kann, wenn langsam auf ein reines Schwarzweißbild
übergegangen werden soll.
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F i g. 4 zeigt eine Erweiterung der Schaltung nach F i g. 2. Mittels
eines 90°-Phasendrehers 28 und eines 180°-Umschalters 29, der von einer halbzeilenfre-,quenten
Schaltspannung 30 von einer Klemme 31 von Zeile zu Zeile zwischen der Phasendrehung
0 und 180° umgeschaltet wird, werden die Spannungen FU und F, ± Y auf gleiche
und gleichbleibende Phase gebracht, abgesehen von modulationsbedingten 180°-Phasensprüngen
dieser Signale, so daß also die Signale Fu und FV entstehen. Vom Potentiometer 18
wird wieder eine in Polarität und Amplitude einstellbare Zusatzspannung
a - FU abgegriffen und einer Addierstufe 32 zugeführt, während entsprechend
vom Potentiometer 21 wieder eine in Amplitude und Polarität einstellbare Zusatzspannung
b - FV abgegriffen und einer Addierstufe 33 zugeführt wird. Die Ausgangsspannungen
der Addierstufen 32 und 33 werden nach Wiedereinfügung der 90°-Phasenverschiebung
zwischen ihnen mittels eines Phasendrehers 34 und der PAL-Umschaltung mittels eines
180°-Phasenumschalters 35, der ebenfalls von der Schaltspannung 30 gesteuert wird,
wieder in der Addierstufe 19 vereinigt. Zusätzlich wird bei diesem Ausführungsbeispiel
eine mit einem Potentiometer 36 in Polarität und Amplitude einstellbare Zusatzspannung
d - Fu in der Addierstufe 33 der Zusatzspannung b - FV hinzugefügt,
während eine mit einem Potentiometer 37 in Amplitude und Polarität einstellbare
Zusatzspannung c - FV in der Addierstufe 32 der Zusatzspannung a # FU hinzugefügt
wird.
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Die Wirkungsweise der Schaltung nach F i g. 4 wird an Hand der Zeigerbilder
in F i g. 5 erläutert. Wenn beispielsweise gemäß F i g. 5 a der Farbträgerzeiger
F genau in der Achse jV liegt, also keinen Anteil in der Achse U hat, so ist es
mit der in F i g. 2 beschriebenen Schaltung nicht möglich, eine der Achse U entsprechende
Farbe anzuheben, weil aus dem Farbträger keine diese Farbe darstellende Zusatzspannung
gewonnen werden kann. Wenn nun aber trotzdem die Farbe gemäß der Achse U angehoben
werden soll, so wird dies in der Schaltung nach F i g. 4 dadurch erreicht, daß ein
Anteil der Zusatzspannung FV vom Potentiometer 37 als Zusatzspannung im Kanal für
FU verwendet wird. Es wird also die einem Farbton zugeordnete Spannung zur Beeinflussung
der einem anderen Farbton zugeordneten Spannung verwendet. Dem Farbträgerzeiger
F wird also gemäß F i g. 5 a ein Anteil c - FV im Kanal der Zusatzspannung
Fu hinzugefügt, so daß ein neuer Farbträgerzeiger FR,. entsteht, der jetzt einen
Anteil in der Achse U aufweist. Es wird also ein Farbanteil der Achse U geschaffen,
der ursprünglich im Farbträger nicht enthalten ist. Auf gleiche Weise läßt sich
bei einem Farbträger in der Achse U mittels des Signals Fu ein Anteil
± jd Fu in der Achse jV bewirken. F i g. 5 b zeigt die Verhältnisse, wenn
einem Farbträger F der Anteile - FV in der Achse U und der
Anteil d - FU in der Achse iV hinzugefügt wird. Es ist ersichtlich, daß näherungsweise
das ganze Zeigerbild in Richtung des Pfeiles 38 gedreht wird, was einer Farbtonänderung
entspricht.' F i g. 6 zeigt eine Schaltung, mit der unabhängig voneinander drei
verschidenen Modulationsachsen zugeordnete Farben angehoben und abgesenkt werden
können. Die PAL-Aufspaltschaltung 16 und die Glieder 28, 29 arbeiten wie in F i
g. 4. Die beiden auf gleiche Phase gebrachten farbträgerfrequenten Spannungen Fu
und FV am Ausgang der Stufen 28, 29 werden in einer Matrix 39 zu farbträgerfrequenten
Spannungen dematriziert, deren Amplitude die Farbdifferenzsignale B-Y, G-Y und R-Y
darstellen. Diese Spannungen werden drei Polwendern 40, 41, 42 zugeführt,
die außerdem über eine Leitung 43 mit einem Bezugsträger mit der konstanten positiven
Phase der farbträgerfrequenten Spannungen am Ausgang der' Matrix 39 gespeist werden.
Der Bezugsträger wird in einem Oszillator 44 erzeugt, der über eine Leitung
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von den Farbsynchronsignalen synchronisiert wird. Die Polwender 40, 41,
42 bewirken, daß die farbträgerfrequenten Spannungen an ihren Ausgängen stets gleichbleibende
Phase haben, d. h. von modulationsbedingten 180°-Phasensprüngen befreit werden.
Derartige Polwender sind näher beschrieben in der Patentanmeldung T 29057 VIII a/21
al, 34/31 und in »Rundfunktechnische Mitteilungen«, 1965, S. 195, 196. Die Ausgangssignale
der Polwender 40,
41,42 werden über Gegentaktschaltungen 17; 46, 20 drei Potentiometern
18, 47, 21 zugeführt. Die von den Abgriffen der Potentiometer 18, 47, 21
abgenommenen, je für sich in Polarität und Amplitude einstellbaren Zusatzteilspannungen
werden einer Matrix 48 zugeführt und dort wieder in zwei den PAL-Modulationsachsen
U und V entsprechende farbträgerfrequente Zusatzspannungen Fv und FV umgesetzt.
Mit einem 90°-Phasendreher 49 und einem zeilenfrequent betätigten 180°-Phasenumschalter
50, der wieder durch die Schaltspannung 30 betätigt wird, werden diese farbträgerfrequenten
Spannungen wieder in Signale Fu und F± jv verwandelt und in der Addierstufe
19 zu einer zusammengesetzten farbträgerfrequentenZusatzspannung F.,. zusammengefügt,
die dann über die Austaststufe 13 der Addierstufe 5 als Zusatzspannung zugeführt
wird. Wenn beispielsweise die Abgriffe der drei Potentiometer 18, 47, 21 in der
Mittelstellung stehen, so ist die über die Leitung 7 kommende Zusatzspannung gleich
Null, und die Farbart wird nicht geändert. Eine Verschiebung des Abgriffes des Potentiometers
18 nach oben bedeutet beispielsweise eine Erhöhung des Blauanteils und gleichzeitig
eine Verringerung der komplementären Farbe, also Gelb, eine Verschiebung dieses
Abgriffes nach unten eine Verringerung des Blauanteils bzw. eine Erhöhung des Gelbanteils.
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F i g. 7 zeigt, wie eine Ortskurve des Zeigers konstanter Farbträgeramplitude
mittels des Prozessors 8c gemäß F i g. 6 verändert werden kann. Wenn beispielsweise
die Ortskurve 51 erreicht werden soll, die eine Anhebung der R-Y zugeordneten Farbe
bedeutet, so bleiben die Abgriffe der Potentiometer 18, 47 in ihrer Mittelstellung
und geben an die Matrix 48 keine Spannung ab. Der Abgriff des Potentiometers 21,
das
die der Achse R-Y entsprechende Zusatzspannung liefert, wird
nach oben verstellt, so daß eine positive Zusatzspannung abgegriffen und der Matrix
48 zugeführt wird. Diese Zusatzspannung hat wegen des Polwenders 42 immer die positive
Phase der Modulationsachse R-Y. Wenn also der Farbträger einen Anteil in der Achse
R-Y hat, so wird dieser durch die Zusatzspannung gemäß Kurve 51 vergrößert. Wenn
der Farbträger einen Anteil in der Achse -(R-Y) aufweist, so hat die Zusatzspannung
wegen des Auspolers 42 trotz der nun geänderten Polarität des dem Polwender 42 zugeführten
farbträgerfrequenten Signals wieder die positive Phase der Achse R-Y, so daß hier
die Amplitude verkleinert wird, wie die aus zwei Halbellipsen zusammengesetzte Kurve
51 zeigt. Das gleiche gilt für alle anderen Achsen, die beliebig wählbar sind. Die
Ortskurve 52 gilt für eine Betätigung des Potentiometers 18 (Anhebung von B-Y) und
die Ortskurve 53 für eine Betätigung des Potentiometers 47 (Anhebung von G-Y). Die
Glieder 49, 50 sorgen immer dafür, daß der der Achse U zugeordnete Anteil der Zusatzspannung
gar nicht und der der Achse jV zugeordnete Anteil der Zusatzspannung von Zeile zu
Zeile um 180° umgepolt wird.
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In F i g. 8 ist eine praktische Ausführung der Poteniiometer 18, 47,
21 dargestellt. Jeweils in. ihrer Mittelstellung beeinflussen die Steuerknüppel
54, 55, 56 die zugeordnete Farbe nicht, während sie in der oberen Stellung den Anteil
einer Farbe vergrößern und in der unteren Stellung den Anteil dieser Farbe verringern.
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In F i g. 9 sind die drei Steuerknüppel 54, 55, 56
von F i g.
8 durch einen einzigen Steuerknüppel 57 ersetzt. Der Steuerknüppel 57 ist
mit den Abgriffen der Potentiometer 21, 47,18 durch eine mechanische Einrichtung
so gekuppelt, daß mit ihm wahlweise jedes der Potentiometer 21, 47,18 betätigt
werden kann. Zu diesem Zweck ist der Steuerknüppel 57 beispielsweise in drei um
120° gegeneinander versetzte Richtungen bewegbar, wobei in jeder dieser Richtungen
eines der Potentiometer 21, 47,18 verstellt wird. Die einzelnen Farbkomponenten
lassen sich hier mit einem einzigen Steuerknüppel beeinflussen.
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In. der Schaltung nach F i g. 10 wird in dem Prozessor 8 d die Zusatzspannung
mit einem mit konstanter Frequenz (Farbträgerfrequenz) schwingenden Oszillator 58
erzeugt, der durch Farbsynchronsignale phasenstarr auf die Farbträgerfrequenz synchronisiert
wird. Die Farbsynchronsignale werden mit einem Tor 59, das durch eine Schaltspannung
60 nur während der Dauer der Farbsynchronsignale durchlässig gesteuert ist, aus
dem von der Leitung 10 kommenden Farbträgersignal abgenommen. Mittels Potentiometer
61, 62 ist die an der Leitung 7 stehende, in der Amplitude unmodulierte Zusatzspannung
in jede beliebige Phasenlage und Amplitude einstellbar. Dies beruht darauf, daß
in der Addierstufe 19 zwei um 90° gegeneinander phasenverschobene, je in Amplitude
und Polarität einstellbare Zusatzspannungen zusammengesetzt werden, von denen wieder
eine durch den Umschalter 35 der PAL-Umschaltung unterworfen ist.
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F i g. 11 zeigt die Wirkung der Schaltung nach F i g.10. Es sei angenommen,
da.ß im Bild ein unerwünschter, aber zeitlich konstanter Restfarbträger F enthalten
ist, der beispielsweise in einem Schwarzweißbild einen unerwünschten Farbstich über
die ganze Bildfläche erzeugt. Entsprechend der PAL-Umschaltung ist auch dieser störende
Farbträgeranteil von Zeile zu Zeile zwischen F und F+ umgeschaltet. Mit den Potentiometern
61, 62 wird nun an der Leitung 7 ein Kompensationsfarbträger Fkomp bzw. Fk p eingestellt,
der in der Addierstufe 5 den im FBAS-Farbvideosignal enthaltenen Farbträger F bzw.
F+ beseitigt, wodurch der unerwünschte Farbstich aufgehoben wird. Mit dieser Schaltung
kann auch ein erwünschter Farbstich in das Bild hineingebracht werden, indem an
der Leitung 7 ein Farbträger mit der der gewünschten Farbe entsprechenden Phase
eingestellt wird.
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F i g.12 zeigt die Schaltung eines Prozessors 8 e, bei dem die Amplitude
des im FBAS-Farbvideosignal enthaltenen Farbträgers in Abhängigkeit von der Amplitude
des Leuchtdichtesignals Y verändert wird. Eine solche Beeinflussung des Farbträgers
kann beispielsweise bei der Wiedergabe besonderer Farbfilme. zweckmäßig sein. Hier
ist es oft so, daß bei dunklen Bildstellen eine zu hohe Farbsättigung störend wirkt
und daher möglichst vermindert werden soll, während die Farbsättigung bei helleren
Bildstellen richtig ist und daher unbeeinflußt bleiben soll. Zu diesem Zweck wird
der mit dem Bandpaß 9 selektiv abgezweigte modulierte Farbträger F über die Leitung
10 und einen 180°-Phasendreher 63 sowie eine zum Laufzeitausgleich dienende
Laufzeitleitung 66 einem Verstärker 64 zugeführt, dessen Verstärkung über eine Leitung
65 steuerbar ist. Der Farbträger gelangt von dem steuerbaren Verstärker 64 auf ein
Potentiometer 18 und von dort über das Tor 13 und die Leitung 7 als Zusatzspannung
zur Addierstufe 5. Das durch die Bandsperrell vonFarbträgeranteilenbefreiteLeuchtdichtesignal
Y wird über die Leitung 12 einem Tiefpaß 67 mit einer Grenzfrequenz von etwa 1 MHz
und von dort einer Klemmschaltung 68 zugeführt, die das Leuchtdichtesignal z. B.
während der hinteren Schwarzschulter auf einen definierten Spannungswert legt. Das
so geklemmte Leuchtdichtesignal gelangt über eine Verzerrerstufe 69 auf die Leitung
65 und somit als Verstärkungssteuerspannung an den Verstärker 64.
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An Hand der F i g. 13 wird die Wirkungsweise der Schaltung nach F
i g. 12 erläutert. Die Verzerrerstufe 69 bewirkt eine Verzerrung des Leuchtdichtesignals
Y gemäß der Kurve 70. Die Kurve 70 stellt die am Ausgang des Verstärkers 64 stehende
Zusatzspannung in Abhängigkeit von der Amplitude des Leuchtdichtesignals für den
Fall konstanter Farbsignalspannung an der Leitung 10 bzw. die Verstärkung
des Verstärkers 64 dar. Bei schwarzen Bildstellen (Y,- z--0) wird das Leuchtdichtesignal
Y von dem Verzerrer 69 in der Amplitude praktisch unverändert hindurchgelassen und
steuert die Verstärkung des Verstärkers 64 auf einen hohen Wert, so daß über
die Leitung 7
eine verhältnismäßig hohe Zusatzspannung in der Addierstufe
5 dem FBAS-Farbvideosignal hinzugefügt wird. Diese Zusatzspannung ist wegen des
Phasendrehers 63 gegenüber dem im FBAS-Farbvideosignal von der Leitung 4 kommenden
Farbträger um 180° phasenverschoben, so daß die Amplitude des Farbträgers in der
Addierstufe 8 in erwünschter Weise bei diesen dunklen Bildstellen verringert wird.
Bei weißen Bildstellen (Y = Y.ax) gelangt ein großer Wert von Y als Verstärkungssteuerspannung
auf den Verstärker 64, so daß dessen Verstärkung gemäß Kurve 70 auf einen geringen
Wert (z. B. auch Null) gesteuert wird. über die Leitung 7 gelangt jetzt eine Zusatzspannung
mit verhältnismäßig
kleiner Amplitude an die Addierstufe 5, so
daß in erwünschter Weise die Amplitude des Farbträgers des FBAS-Farbvideosignals
von der Leitung 4 weniger stark bzw. überhaupt nicht verringert wird. Die Kennlinie
70 der Verzerrerstufe 69 kann verschiedene Formen haben, um die Absenkung der Farbträgeramplitude
verschiedenen Verhältnissen anzupassen. Beispielsweise kann diese Absenkung nur
in einem bestimmten Bereich des Leuchtdichte, signals Y erfolgen und in anderen
Bereichen vollkommen unterdrückt sein.