DE1280244B - Verfahren zur Herstellung von Thioformamid - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von ThioformamidInfo
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- C—CHEMISTRY; METALLURGY
- C07—ORGANIC CHEMISTRY
- C07C—ACYCLIC OR CARBOCYCLIC COMPOUNDS
- C07C327/00—Thiocarboxylic acids
- C07C327/38—Amides of thiocarboxylic acids
- C07C327/40—Amides of thiocarboxylic acids having carbon atoms of thiocarboxamide groups bound to hydrogen atoms or to acyclic carbon atoms
- C07C327/42—Amides of thiocarboxylic acids having carbon atoms of thiocarboxamide groups bound to hydrogen atoms or to acyclic carbon atoms to hydrogen atoms or to carbon atoms of a saturated carbon skeleton
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Description
BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND DEUTSCHES 4BTIW PATENTAMT
Int. Cl.:
.C 07 c
AUSLEGESCHRIFT
Deutsche Kl.: 12 ο-23/03
Nummer: 1280244
Aktenzeichen: P 12 80 244.7-42 (M 66313)
Anmeldetag: 13. August 1965
Auslegetag: 17. Oktober 1968
Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von Thioformamid.
Die Herstellung N-substituierter Thioformamide aus Cyanwasserstoff, Schwefelwasserstoff und primären
oder sekundären Aminen in Gegenwart eines flüchtigen, inerten organischen Lösungsmittels ist in
der USA.-Patentschrift 2 765 313 beschrieben.
In der USA.-Patentschrift 2 806 879 ist die Herstellung von Dithiooxamid aus Dicyan und Schwefelwasserstoff
beschrieben. Dabei werden die Reaktionspartner als gasförmige Mischung in ein wäßriges
basisches Medium eingeleitet und das ausgefallene Dithiooxamid abgetrennt.
Eine in Arch. d. Pharmazie, Bd. 294 (1961), S. 82 bis 89, veröffentlichte Arbeit hat die Her-Stellung
von aliphatischen Monothiocarbonsäureamiden mit etwa 4 bis 10 Kohlenstoffatomen zum
Ziel. Vier Methoden werden herangezogen:
a) Thiohydrolyse von Nitrilen,
b) Ammonolyse von Thiocarbonsäureestern,
c) Schwefelung von Carbonsäureamiden,
d) Protonenkatalysierte Thiohydrolyse von Nitrilen und Dinitrilen.
Gegenstand der Erfindung ist nun ein Verfahren zur Herstellung von Thioformamid, das dadurch
gekennzeichnet ist, daß man Cyanwasserstoff mit Schwefelwasserstoff in Gegenwart von Ammoniak
oder einem tertiären Amin mit einem pKa-Wert
von 7 bis 11 in einem organischen Lösungsmittel umsetzt.
Thioformamid ist als Ausgangs- bzw. Zwischenprodukt bei der Vitamin- und Pharmazeutikaherstellung
wertvoll. Das neue Verfahren zur Herstellung von Thioformamid ist vorteilhaft, da es durch die
Verwendung von leicht zugänglichen Ausgangsmaterialien einfacher in der Durchführung und erheblich
wirtschaftlicher als die bisher angewendeten Verfahren ist.
Die Katalysatoren dürfen weder zu stark noch zu schwach basisch sein, damit das neue Verfahren ablaufen
kann. Bei Verwendung von primären und sekundären Aminen als Katalysatoren werden als
Thioformamid N-substituierte Thioformamide gebildet. Als Beispiele für organische tertiäre Basen, die
als Katalysatoren in dem erfindungsgemäßen Verfahren brauchbar sind, seien Tri-niedrig-alkylamine,
wie Trimethylamin, Triäthylamin, Tri-n-propylamin, Triisopropylamin und Tri-n-butylamin, arylsubstituierte
Amine, wie Dimethylanilin und Diäthylanilin, alkenylsubstituierte Amine, wie Dimethylallylamin
und Triallylamin, stickstoffhaltige heterocyclische Verfahren zur Herstellung von Thioformamid
Anmelder:
Merck & Co., Inc., Rahway, N. J. (V. St. A.)
Vertreter:
Dr.rlng. W. Abitz und Dr. D. Morf,
Patentanwälte,
8000 München 27, Pienzenauer Str. 28
Als Erfinder benannt:
Roger James TuIl,
Leonard Maurice Weinstock,
Rocky Hill, N.J. (V. St. A.)
Roger James TuIl,
Leonard Maurice Weinstock,
Rocky Hill, N.J. (V. St. A.)
Beanspruchte Priorität:
V. St. v. Amerika vom 28. September 1964
(399 896)
V. St. v. Amerika vom 28. September 1964
(399 896)
Verbindungen, wie Triäthylendiamin, Pyridin, genannt.
Einige weitere Basen, die als Katalysatoren in dem erfindungsgemäßen Verfahren verwendet werden
können, sowie Kb- und pKb-Werte für einige der
häufiger angetroffenen Basen sind in Handbook of Chemistry and Physics, 44. Auflage, S. 1749 bis
1752 (1962/1963) angeführt.
Die zu verwendende Katalysatormenge hängt von den Ionisationscharakteristiken des Katalysators, der
Reaktionstemperatur, dem Lösungsmittel und anderen Faktoren, wie beispielsweise Druck oder
Reaktionszeit, ab.
Die Reaktion wird durch Behandlung von Cyanwasserstoff in Gegenwart von Lösungsmitteln mit
dem Katalysator und Behandlung des erhaltenen Gemisches mit Schwefelwasserstoff in einem geschlossenen
Gefäß unter Überdruck durchgeführt werden. Die Höhe des angewendeten Drucks kann
weitgehend variiert werden und wird in gewissem Ausmaß durch das besondere verwendete Lösungsmittel
und die Reaktionstemperatur bestimmt, doch ist ein Druck von nicht mehr als etwa 21 at bevorzugt.
Diese Druckreaktion kann bei Temperaturen von etwa 0 bis 150C durchgeführt werden, doch
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sind Reaktionstemperaturen im Bereich von etwa 20 bis 1250C bevorzugt.
Alternativ kann das erfindungsgemäße neue Verfahren bei praktisch atmosphärischem Druck durchgeführt
werden. Wird diese Arbeitsweise angewendet, so können Katalysator und Schwefelwasserstoff in
dem Lösungsmittel gelöst werden, und Cyanwasserstoff kann zu dem Gemisch zugegeben werden, um
das gewünschte Thioformamid zu bilden. Es können zwar Temperaturen von etwa 0 bis 15O0C angewendet
werden, doch werden auch hier Temperaturen von etwa 20 bis 1250C vorzugsweise angewendet.
Die Reaktion wird in Gegenwart von Lösungs-. mitteln durchgeführt. Lösungsmittel, die in dem
erfindungsgemäßen Verfahren verwendet "werden, sind Alkohole, wie niedrigmolekulare Alkanole,
z. B. Methanol, Äthanol, n-Propanol, Isopropanol, N-Butanol, Glykole, z. B. Äthylenglykol, Propylenglykol,
Äther, z. B. Äthyläther, Tetrahydrofuran, aromatische Kohlenwasserstoffe, z. B. Naphthalin,
Benzol, Toluol, Xylol, aliphatische Kohlenwasserstoffe, z. B. Pentan, Hexan, Heptan, Ester, z. B.
Ameisensäuremethyl- oder -äthylester, Essigsäureamylester, Propionsäuremethylester, Halogenide, ζ. Β.
Chloroform, Dichloräthan, Dimethylsulfon, Dimethylformamid, Dimethylsulfoxid oder deren Gemische.
Das Thioformamid kann aus dem Reaktionsgemisch durch übliche Arbeitsweisen, wie beispiels-
weise Konzentrieren, Kristallisieren, Filtrieren und Extrahieren, gewonnen werden.
Die folgenden Beispiele erläutern die Erfindung.
Die folgenden Beispiele erläutern die Erfindung.
Thioformamid wird nach der folgenden- allgemeinen Arbeitsweise hergestellt: Cyanwasserstoff
wird zu 30 ml Lösungsmittel bei etwa 5°C zugegeben. Der Katalysator wird zugesetzt und das Gemisch
dann mit Schwefelwasserstoff unter Druck gesättigt und für eine gegebene Zeitspanne bei der
Reaktionstemperatur gehalten. In der folgenden Tabelle sind die Verfahrensvariablen von elf gesonderten
Versuchen und die entsprechenden Ausbeuten an Thioformamid angegeben.
Der Wert pKa (Spalte 3 der Tabelle) ist ein
üblicherweise verwendeter Wert, um die Basizität oder Azidität von ionisierbaren Substanzen zu beschreiben.
Der Wert läßt sich leicht aus der Ionisationskonstante einer Base (Kb) nach der folgenden
Gleichung berechnen:
pKa = 14 -log -^= 14 -pKb.
Die Ionisationskonstante Kb, wie sie hier verwendet
wird, ist die durch Messung des Ionisationsgrads der Base bei einer Konzentration von In bei
25° C erhaltene Konstante.
| Versuch | Katalysator (Molprozent, bezogen auf HCN) |
PK0 | HCN (ml) |
H2S-Druck at |
Tempe ratur (0C) |
Zeit (Stunden) |
Lösungsmittel | % Ausbeute (bezogen auf HCN) |
| 1 | NH3 | 9,25 | 4 | 14. | 50 | . 1 | Isopropanol | 52 |
| 2 | NH3 (100) | 9,25 | 4 | 14 | 50 | 2 | Methanol | 56 |
| 3 | Triäthylamin (100) | 10,76 | 6. | 14 | 50 | 1 | Methanol | 49 |
| 4 | Triäthylamin (5) | 10,76 | 4 | 17,5 | 20 | 16 | Benzol | 47 |
| 5 | Triäthylamin (3) | 10,76 | 4 | 14 | 50 | 2 | Benzol | 45 |
| 6 | Triäthylamin (1) | 10,76 | 4 | 14 | 20 | 16 | Benzol | 20 |
| 7 | Trimethylamin (3) | 9,74 | 4 | 14 | 20 | 16 | Benzol | 34 |
| 8 | Trimethylamin (3) | 9,74 | 4 | 14 | 50 | 2 | Benzol | 43 |
| 9 | Trimethylamin (10) | 9,94 | 4 | 14 | 20 | 16 | Benzol | 52 |
| 10 | Trimethylamin (100) > | 9,94 | 4 | 14 | 20 | 16 | Benzol | 62*) |
| 11 | Triäthylendiamin (3) | 8,2 | 4 | 14 | 50 | 2 | Benzol | 43 |
*) Durchschnitt von zwei Versuchen
Wird Methanol oder Isopropanol als Lösungsmittel bei den obigen Arbeitsweisen verwendet, so
wird das Thioformamid gewonnen, indem das Alkanol eingedampft, der Rückstand in 5 ml Wasser
gelöst und das Gemisch mit 10 ml Äther extrahiert wird. Das Gemisch wird dann getrocknet und zur
Trockne eingeengt. Zu dem Rückstand werden 5 ml Äthylacetat bei -30°C gegeben. Das Gemisch wird
dann eingedampft und der kristallisierte Rückstand abfiltriert, mit 5 ml kaltem (-5O0C) Äthylacetat
gewaschen und in einem Exsikkator getrocknet. Man erhält so praktisch reines Thioformamid.
Wird Benzol als Lösungsmittel verwendet, so bildet das Produkt eine gesonderte ölschicht, die
abdekantiert und mit 5 ml Wasser behandelt wird. Das Gemisch wird dann mit 10 ml Äther extrahiert
und aufgearbeitet, um praktisch reines Thioformamid zu erhalten, wobei die gleiche Arbeitsweise angewendet
wird, wie sie oben für die Arbeitsweise mit dem Alkanol als Lösungsmittel beschrieben ist.
Thioformamid wird hergestellt, indem eine Lösung des Katalysators in einem Lösungsmittel mit Schwefelwasserstoff
bei 0°C gesättigt wird. Cyanwasserstoff wird eingebracht, und das Gemisch wird bei 25°C
für eine gegebene Zeitspanne stehengelassen.
In der folgenden Tabelle sind die Verfahrensvariablen von besonderen Versuchen und die" entsprechenden
Ausbeuten an Thioformamid zusammengestellt.
| Versuch | Katalysator (Molprozent, bezogen auf HCN) |
PK„ | HCN (ml) |
Tempe ratur (0C) |
Zeit (Stunden) |
Lösungsmittel (ml) |
% Ausbeute (bezogen auf HCN) |
| 1 | NH3 (150) | 9,25 | 4 | 25 | 3 | Methanol (50) | 10 |
| 2 | NH3 (150) | 9,25 | 4 ' | 25 | 22 | Methanol (50) | 57 |
| 3 | NH3 (150) | 9,25 | 4 | 25 | 46 | Methanol (50) | 62 |
| 4 | Triäthylamin (100) | 10,76 | 3 | 25 | 2 | Methanol (19) | 7 |
| 5 | Triäthylamin (100) | 10,76 | 3 | 25 | 4 | Methanol (19) | 18 |
| 6 | Triäthylamin (100) | 10,76 | 3 | 25 | 25 | Methanol (19) | 48 |
| 7 | Trimethylamin (35) | 9,74 | 11 | 25 | 5,5 | Methanol (50) | 85 |
Claims (1)
- Patentanspruch:Verfahren zur Herstellung von Thioformamid, dadurch gekennzeichnet, daß man Cyanwasserstoff mit Schwefelwasserstoff in Gegenwart von Ammoniak oder einem tertiärenAmin mit einem pKa-Wert von 7 bis 11 in einem organischen Lösungsmittel umsetzt.In Betracht gezogene Druckschriften:
USA.-Patentschriften Nr. 2 765 313, 2 806 879; Archiv d. Pharmazie, 294 (1961), S. 82 bis 89.S09 677/1409 10. M O Bundetdruckerel Berlin
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| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| US399896A US3346632A (en) | 1964-09-28 | 1964-09-28 | Method for preparing thioformamide |
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| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE1280244B true DE1280244B (de) | 1968-10-17 |
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Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DEM66313A Pending DE1280244B (de) | 1964-09-28 | 1965-08-13 | Verfahren zur Herstellung von Thioformamid |
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