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Vorrichtung zum Überschieben von blockförmigem Transportgut, wie z.
B. Kästen, auf eine Unterlage Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Überschieben
von blockförmigem Transportgut, wie z. B.
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Kästen, auf eine Unterlage, beispielsweise eine Palette, von einer
Transportbahn oder einer Abstellfläche aus, an die ein Schiebetisch anschließt,
über dem ein durch einen Kettentrieb hin und her bewegter Schieberkopf einen Arbeits-
sowie einen Leerhub ausführt und während letzterem über das folgend angekommene
Transportgut durch eine Steuerung hinweggehoben wird, die an dem den Schieberkopf
tragenden Ende einer Schieberstange kraft- und/oder formschlüssig angreift, wobei
die Schieberstange nicht unmittelbar an dem Kettentrieb angelenkt ist und sich der
Schieberkopf beim Rücklauf oberhalb des Transportgutes bewegt.
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Eine Vorrichtung dieser Art ist in der USA.-Patentschrift 2808 921
beschrieben. Diese betrifft einen Querschieber für Kastenreihen, der an einen Kettentrieb
angelenkt ist. Beim Rücklauf wird der Schieberkopf durch eine Kulissenführung angehoben
und über die Kastenreihe hinweg in die Ausgangslage zurückgebracht. Die Vorrichtung
ist nur für sehr flache Platten bzw. Pakete geeignet, da sonst eine zu hohe Belastung
der Schieber-Zwischenstücke auftritt. Das am Kettentrieb angelenkte Schieberende
befindet sich stets in derselben Bewegungsebene; nur der vordere Teil mit dem Schieberkopf
wird durch die Kulissenführung angehoben bzw. abgesenkt. Die in einer Ebene erfolgende
hin und her gehende Bewegung bedingt, daß der Kettentrieb mittels Endschaltern umsteuerbar
ausgebildet sein muß. Dadurch ergibt sich ein hoher Aufwand für den Umkehrantrieb
samt seiner Steuerung. Eine solche Vorrichtung wäre für das Überschieben großer
Gegenstände, wie voller Flaschenkästen u. dgl., nicht geeignet, schon weil die Hubbewegungen
in diesem Falle über sehr viel größere Strecken und Winkel erfolgen müssen. Um die
Überschiebvorrichtung hinreichend robust zu machen, wäre bei der bekannten Konstruktion
eine sehr schwere Ausführung notwendig, die bei dem an sich schon hohen apparativen
Aufwand zu untragbaren Herstellungskosten führen würde.
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Die deutsche Gebrauchsmusterschrift 1690894 bezieht sich auf eine
Vorrichtung zum Querverschieben von Zuckerplatten, -blöcken od. dgl., z. B. von
einem Förderband auf einen Senkrechtförderer. Hierbei wird ein Schieber beim Rückwärtsgang
über die zu verschiebenden Platten mindestens mit der Geschwindigkeit des Senkrechtförderers
angehoben. Dazu ist ein nockengesteuerter Gelenktrieb großer Längenausdehnung vorgesehen,
der etwa senk-
recht zur Schiebeebene angeordnet ist. Entsprechend der geringen Höhe
des Fördergutes wird der Schieber mittels einer Gleitbahn um einen geringen Höhenbetrag
angehoben, wobei die Anhebung bzw. Absenkung der Gleitbahn von dem Gelenktrieb über
Winkelhebel gesteuert ist. Ein besonderer Nachteil besteht darin, daß der Antrieb
der Vorrichtung unterhalb der Förderstrecke liegt und im wesentlichen vertikal angeordnete
Lenker umfaßt, während die Schieberbewegung waagerecht erfolgt. Dies bewirkt eine
grundsätzlich ungünstige Kräfteverteilung mit hoher Lagerbeanspruchung, eine verhältnismäßig
enge Hubbegrenzung, hohe Drehmomente und große Trägheitsmomente bzw. niedrige Geschwindigkeiten
oder Beschleunigungen.
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Aufgabe der Erfindung ist es, die Nachteile der bekannten Ausführungen
zu vermeiden und mit einfachen Mitteln eine Schiebevorrichtung zu schaffen, die
einen flüssigen Ablauf des Verschiebevorgangs auch bei großem Transportgut ohne
Unterbrechung oder Umsteuerung des Kurbeltriebes ermöglicht.
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Diese Aufgabe wird bei einer Vorrichtung der eingangs erwähnten Art
erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß die Schieberstange mit dem Kettentrieb über
eine mit ihr einen spitzen Winkel einschließende Kurbel stange gelenkig verbunden
und mit dieser Gelenkstelle am Schiebetisch geführt ist und daß zwischen Kurbelstange
und Schieberstange eine beide Stangen aneinanderbringende Verbindung durch eine
Feder besteht.
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Diese Vorrichtung ermöglicht es, daß das Verschiebegut, beispielsweise
Kästen, in rascher Folge auf den Schiebetisch geführt wird, und zwar jedes Stück
schon dann, wenn das vorhergehende gerade den Platz freigegeben hat.
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Die Vorrichtung ist in ihrem Aufbau sehr einfach gehalten und gestattet
das Querverschieben von Gegenständen auch bei größerer Blockhöhe. Die Anpassung
hieran erfolgt einfach durch Auswahl entsprechend bemessener Kettenräder, so daß
das obere Trum des Kettentriebes stets hoch genug liegt. Dank der Gelenkverbindung
zwischen Kurbelstange und Schieberstange an ihren in Schubrichtung hinteren Enden
wird die Kurbelstange im Arbeitshub vorteilhafterweise auf Zug beansprucht. Im größten
Teil der Hubbewegung einschließlich des Umkehrpunktes vom Leerhub zum Arbeitshub
wirkt kein weiteres Steuerelement auf die Schieberstange ein, da die Federverbindung
mit der Kolbenstange eine sehr zweckmäßige, minimalen Aufwand erfordernde Führung
des Schieberkopfes auf einer dem Kurbeltrieb annähernd parallelen Kurve ermöglicht.
Für die Absenkbewegung am Ende des Leerhubes ist dabei keine besondere Steuervorrichtung
notwendig.
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Der verlängerte Kurbeltrieb ermöglicht einen vorteilhaft großen Hub.
Ferner kann der Kurbeltrieb ununterbrochen weiterlaufen.
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In weiterer Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, daß zum Halten
des Schieberkopfes in Arbeitsstellung in einem Bereich, der den Übergang vom Arbeitshub
zum Leerhub einschließt, eine in diesem Bereich auf die Schieberstange einwirkende
Feder am Schiebertisch angeordnet ist. Dadurch wird während der Aufwärtsbewegung
der Kurbelstange ein auf die Schieberstange einwirkendes Moment erzeugt, das diese
und damit den Schieberkopf waagerecht hält, bis der Verschiebevorgang beendet ist
und der Schieberkopf sich vom Transportgut gelöst hat. Die anschließende Aufwärtsbewegung
der Schieberstange bis zur Parallelstellung mit der Kurbelstange wird von dieser
Feder so abgebremst, daß die Bewegung fließend und nicht ruckartig erfolgt.
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Ein weiteres Merkmal der Erfindung sieht vor, daß Kurbelstange und
Schieberstange mit ihrem gemeinsamen Gelenk an einer am Schiebetisch gleitenden
Hülse angebracht sind. Dabei gleitet die Hülse auf einer parallel zum Schiebetisch
angeordneten Führungsstange. Man erreicht so eine einwandfreie Führung des Gelenkpunktes
in genau der Richtung, in welcher die Schubbewegung des Transportgutes und auch
die Rückholbewegung von Kurbelstange und Schieberkopf vor sich geht.
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Eine andere Ausführungsform der Erfindung besteht darin, daß die
Vorrichtung um 1800 gedreht unter einem Blech hängend angeordnet und der Schieberkopf
in an sich bekannter Weise mit im Arbeitshub durch Schlitze des Bleches greifenden,
im Leerhub nach unten gehenden Mituehmerfingern zum Verschieben des Transportgutes
versehen ist.
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Eine solche Ausbildung eignet sich insbesondere für Anlagen, bei denen
oberhalb der Förderstrecke nur wenig Raum zur Verfügung steht. Zwar ist aus der
USA.-Patentschrift 1726418 eine Einrichtung bekannt, bei welcher ein den Schieberkopf
antreibender Kurbeltrieb unterhalb der Schiebebahn angeordnet ist und der nach oben
durch die Schiebebahn hindurchgreifende Schieberkopf im Leerhub nach unten ausweicht,
so daß er unter dem als nächsten zu verschiebenden Gegenstand vorbeigeht. Diese
Einrichtung besitzt jedoch ähnliche Nachteile wie die Vorrichtung gemäß dem deutschen
Gebrauchsmuster 1 690 894. Der im wesentlichen senkrecht nach unten
ragende Kurbeltrieb
ist schwer und groß, seine Bewegung kann wegen der auftretenden Kräfte, Lagerbeanspruchungen
bzw. Momente nur langsam erfolgen. Außerdem ist der Hub in engem Rahmen begrenzt.
Die Vorrichtung nach der Erfindung ist demgegenüber sehr viel einfacher und leichter
aufgebaut, jedoch mühelos den verschiedensten Betriebsbedingungen anpaßbar.
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Noch eine andere Möglichkeit ergibt sich, wenn zum Halten des Schieberkopfes
in Arbeitsstellung in einem Bereich, der den Übergang vom Arbeitshub zum Leerhub
einschließt, eine in diesem Bereich auf die Schieberstange einwirkende Kulissenführung
am Schiebetisch angeordnet ist. Dadurch erreicht man die gleiche vorteilhafte Bewegung
der Schieberstange, wie sie oben bei Einwirkung der Feder beschrieben ist.
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Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der Zeichnung dargestellt.
Es zeigt Fig. 1 einen Längsschnitt, F i g. 2 einen Querschnitt, F i g. 3 eine Draufsicht,
Fig. 4 die Führung der Ramme mittels einer Kulisse und F i g. 5 den Weg der Ramme
in gestrichelter Linie in den Phasen 2 bis 7.
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In F i g. 1 ist der verlängerte Kurbeltrieb a mit der Kette b und
den Kettenrädern c und seine Anordnung am Schiebetisch f gezeigt. Die Kurbelstange
g und die Schieberstange 1 mit dem Schieberkopf m stehen in Ausgangsstellung, d.
h. am Beginn des Arbeitshubes. Die Schieberstange 1 und die Kurbelstange g sind
über ein Gelenk verbunden, welches an der Hülse i befestigt ist. Die Hülse i gleitet
auf der Führungsstange h. Eine zweite Verbindung zwischen der Schieberstange 1 und
der Kurbelstange g besteht über die Druckfeder e.
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Letztere ist auf eine Stütze d aufgeschoben, die an der Schieberstange
1 angelenkt ist. An der Schieberstangel ist ferner der nach unten gerichtete Anschlag
k befestigt, der mit der Druckfeder n, die unter dem Schiebetisch f angeordnet ist,
zusammenarbeitet.
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Zu Beginn des Arbeitshubes wird die Schieberstange 1 von der Druckfeder
e parallel zur Kurbelstange g gehalten. Der Anschlag k ist so angeordnet, daß er
mit der Federn etwa dann in Berührung kommt, wenn das Ende der Kurbelstange gegen
Ende des Arbeitshubes mit der Aufwärtsbewegung beginnt. Von da an wird die horizontale
Lage des Schieberkopfes m und der Schieberstange I über den Anschlag k von der Druckfeder
n gesichert. Im weiteren Verlauf des Leerhubes und der Bewegung der Kurbelstange
g nach oben nimmt die Spannung der Druckfeder e zu. Die Druckfeder n wird gleichzeitig
entspannt. Dies führt dazu, daß die Schieberstangel die Parallellage zur Kurbelstange
g wieder einnimmt und diese beibehält, bis gegen Ende des Arbeitshubes die Kurbelstange
g wieder mit der Aufwärtsbewegung beginnt. Der Schieberkopf m der Schieberstange
1 führt dabei während eines Umlaufes die in F i g. 5 stark gestrichelt eingezeichnete
Bewegung, die im Leerhub über das auf den Schiebetisch f einlaufende Verschiebegut
hinwegführt, in den nacheinander folgenden Phasen 2 bis 7 aus.
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In Fig. 4 ist die gleiche Bewegung des Schieberkopfes m bei Anwendung
einer Kulissenführung o an Stelle der Druckfeder n für die Phasen 2 bis 6
gezeigt.
Die Bezugszeichen 2' bis 6' geben hierzu die jeweilige Lage des Befestigungspunktes
der Kurbelstange g an der Kette b an.
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Die Anwendung der erfindungsgemäßen Verschiebevorrichtung ist unabhängig
davon, ob das Verschiebegut dem Schiebetisch in der gleichen Richtung, in der die
weitere Verschiebung erfolgt, oder in einer dazu senkrechten Richtung zugeführt
wird.
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Die erfindungsgemäße Verschiebevorrichtung kann auch dazu benutzt
werden, um auf einem Bereitstellungsblech gebildete Kastenschichten geschlossen
auf eine Palette od. dgl. zu überschieben.